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Don Giovanni in Stuttgart

Donnerstag, den 26. Juli 2012
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MI 25.07.2012 | 20.15 Uhr | SWR-Fernsehen

Ich gebe zu: Die Oper “Don Giovanni” finde ich ziemlich langweilig. Die Musik erscheint mir nur wenig eingängig.
Was der SWR aber am Mittwochabend daraus gemacht hat, ist toll. Die Zuschauer konnten sich nämlich aussuchen, auf welche Art und Weise sie die Mozart-Oper verfolgen wollten.

3sat zeigte die komplette Oper live. Im SWR-Fernsehen meldete sich mitten im Stück immer mal wieder Harald Schmidt zu Wort. Er schaute sich während der Aufführung im Opernhaus um und sprach mit den Darstellern, mit den Maskenbildnern und zeigte, was während so eines Stückes eigentlich alles im Hintergrund passiert. Hochinteressant! Zumal Harald Schmidt von diesem Thema Ahnung hat und das Ganze humorvoll, aber dennoch voller Ernst begleitete.

Natürlich kamen auch die Zuschauer zu Wort, denn draußen, vor der Oper in Stuttgart konnten sich Tausende Menschen beim Public Viewing die Opernpremiere ansehen. Im Internet gab’s gleichzeitig weitere Optionen zum Schauen der Oper.

Der SWR hat gute Arbeit geleistet. Wer sich für solche Hochkultur nicht interessiert, hat vielleicht trotzdem reingeschaut. Vielleicht wegen Harald Schmidt, vielleicht um zu erfahren, wie so ein Kulturbetrieb funktioniert. Und, wer weiß, vielleicht sieht sich der eine oder andere ja auch mal eine Oper live an.
Muss ja nicht Don Giovanni sein.

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phoenix vor Ort: Stuttgart 21 – Der Stresstest

Sonntag, den 31. Juli 2011
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FR 29.07.2011 | 9.00 Uhr | phoenix

Mensch, der Heiner, der hat’s echt drauf. Sorgt am Ende eines langen Tages ganz nebenbei für den Showdown.
Es war mal wieder ein langer Tag in Stuttgart. Im Rathaus wurde am Freitag der Stresstest für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof präsentiert – und der Streit um “Stuttgart 21″ geht weiter.

phoenix übertrug die Diskussion unglaubliche elf Stunden. Die Bahn-Vertreter sagten, der Stresstest war in Ordner. Die Gegner sagten, der Stresstest war nicht in Ordnung. Dann sagten die Bahn-Vertreter, dass das Projekt gut ist. Dann sagten die Gegener, dass das Projekt untragbar ist. Und zwischendurch erhob Schlichter Heiner Geißler das Wort, um zu sagen, dass man sich irgendwie einigen müsse.

Spannend! Auch wenn es sich nicht so anhört. Dieser Schlagabtausch, dieser Zoff um kleine Details war interessanter als jede Laberrunde bei Will, Illner und Co.

Dennoch: Ein Ende des Streits war nicht abzusehen, und weil der Heiner das alles ordentlich zu Ende bringen wollte, hatte er eine Idee. Die S21-Gegner wolltenh gerade den Saal verlassen, da zog Geißler sein Ass aus dem Ärmel: ein Konzept, ein Kompromiss. Ein paar Züge oberirdisch, ein paar im Tunnel. So, und jetzt sprecht mal drüber, so entließ er die Diskutanten.
Die Schlichtung endet nun also mit einem weiteren Konzept und noch mehr Grund zu streiten. Es bleibt also spannend in Stuttgart.

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on3-Südwild: Anti-Akw-Demo

Mittwoch, den 16. März 2011
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DI 15.03.2011 | 16.30 Uhr | BR alpha

Diane aus Dingolfing ist ganz schön happy. Am Sonnabend ist sie mit dem Bus und einer Reisegruppe zur Menschenkette bei Stuttgart und zur anschließenden Anti-Akw-Demo gefahren.
Weil ja jetzt das Unglück in Japan passiert sei, da kommen doch dann hoffentlich “ganz, ganz viele Leute”. Und sie hofft doch, dass da noch ein paar tausend Menschen mehr kommen.
Eine gewisse Vorfreude ist zu erkennen. Ja, endlich kommen Leute, um zu demonstrieren.

Diane war am Dienstagnachmittag in einem Beitrag des Jugendmagazins “on3-Südwild” auf BR alpha zu sehen. Und sie wirkt in dem Film ein bisschen oberflächlich. In Japan passiert ein Unglück, und sie ist happy, dass dadurch ein paar Leute mehr kommen.
An sich hat sie damit natürlich recht. Und die Anti-Atomdemo war sowieso schon länger geplant. Aber die Art, wie sie ihre gute Laune rüberbringt, sprach nicht so ganz für sie. Sie wirkt wie jemand, der mit dem unglück anderer endlich, endlich ihre eigenen Wünsche und Ziele umsetzen kann.

Die Menschenkette und die Demo waren übrigens ein voller Erfolg. Und angesichts der Situation in Japan und der Diskussion, die in Deutschland inzwischen losgetreten worden ist, wird es sicher nicht die letzte Demo sein. Freudenfeste werden die aber bestimmt nicht werden.

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Südwest extra: Stuttgart 21 – Die Schlichtung

Samstag, den 23. Oktober 2010
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FR 22.10.2010 | 10.00 Uhr | SWR-Fernsehen

Ich freue mich schon drauf: Deutscher Fernsehpreis 2011. Der Moderator wandelt durch die Zuschauerreihen. Dann bleibt er neben einem Mann stehen und ruft: “Heiner Geißler! Du bekommt den Newcomerpreis 2011! Herzlichen Glückwuuunsch!!!”

Richtig, Heiner Geißler. Im Fernsehbusiness ist er ein Newcomer. Der 80-Jährige hat seit Freitag seine eigene politische Talkreihe. Sie trägt den philosophisch wertvollen Titel “Stuttgart 21 – Die Schlichtung”. Sie dauert ein bisschen länger als herkömmliche Talkshows, gut und gerne sieben Stunden nämlich. SWR-Fernsehen und phoenix waren live dabei. Und Geißler meisterte seine Premiere im Großen und ganzen meisterlich. Ein Marathon – zwar mit Mittags-, aber ohne Werbepause.

“Stuttgart 21 – Die Schlichtung” live im Fernsehen ist tatsächlich ein Novum. Ewige Stunden lang Demokratie hautnah. Befürworter und Gegener des geplanten neuen Bahnhofs in Stuttgart konnten ihre Tresen und Argumente vorbringen – mitunter in langen Monologen. Endlich wurden mal in aller Ruhe die Probleme benannt, und das ganz ohne Emotionen. was dabei rauskommt, weiß niemand so genau. Klar ist aber: Gut, dass die Leute dabei sein können.

Zwei Dinge muss uns der SWR aber erklären: Der Moderator verprach zu Beginn, man werde die Mittagspause mit einem spannenden Programm füllen. Und dann lief: “Leopard, Seebär und Co.” – eine der zig Zoodokus. Warum der SWR nicht die Zeit nutzte, weitere Hintergrundbeiträge zu senden, ist unklar. Auch, warum dann auch noch Luftbildaufnahmen zu sehen waren. Ein solches Pausenprogramm gab’s vielleicht in den 80ern, aber doch nicht mehr heute. Um 16 Uhr blendete sich der SWR aus, mitten in der Sitzung. Irgendwie blöd, aber wenigstens verwies der Moderator auf die Fortsetzung bei phoenix.

Ob Heiner Geißler auch nächste Woche mit seinem Fernseh- und Sitzungsmarathon im SWR vertreten sein, ist noch offen. Die Schlichtungsgespräche sind bis Anfang Dezember immer freitags angesetzt. Und mal sehen: Vielleicht bekommt er ja auch bald seine eigene richtige Talkshow?

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Südwest extra: Stuttgart 21 – Der Tag X

Freitag, den 1. Oktober 2010
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DO 30.09.2010 | 22.00 Uhr | SWR-Fernsehen BW

Jetzt ist es passiert, die friedlichen Demonstrationen gegen das Bahnprojekt “Stuttgart 21″ sind in Gewalt umgeschlagen. Und wie es aussieht, ist wohl vor allem die Polizei für die Eskalation im Stuttgarter Schlossgarten verantwortlich. Mit Wasserwerfern und Tränengas gegen eine Schülerdemo. Spray, das den Leuten in die Augen gesprüht wurde. Unglaublich.
Und der Baden-Württembergische Innenminister Rech (CDU) stellt sich ins SWR-Studio, um die Demonstranten zu beschimpfen.

Ob die Pro-Stuttgart-21-Demo nebenan nicht vielleicht eine bestellte Demo sein könnte, bleibt unterdessen unklar, sehr gestellt wirkte mitunter das fröhliche Rumgeklatsche der Leute dort.
Klar ist: Die Stuttgarter sind wütend, auf das Projekt, aber nun vor allem auf den Staat, die Polizei, die Politik.

Vielleicht hätte Clemens Bratzler, der Moderator von “Südwest extra” im SWR noch ein wenig kritischer nachfragen können, vielleicht hätten dem Innenminister doch noch mal einige Bilder gezeigt werden können. Und vielleicht kann man ja mal nachfragen, wo sich der Ministerpräsident Mappus eigentlich rumtreibt. Der war feiern, heißt es.

Ein bisschen dilletantisch stellte sich der SWR übrigens zu Beginn der Sondersendung an. Im Landesprogramm von Baden-Württemberg begann “Südwest extra” offenbar eine Minute zu früh. Die Regie unterbrach Bratzler und bat ihn zu warten, bis die Zuschauer aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland (vom SR-Fernsehen) dazugeschaltet sind. Und Bratzler wartete, die Sendung begann dann inklusive Vorspann einfach noch mal, der Moderator leierte denselben Text noch mal runter. Das hätte man ja vielleicht vorher mal absprechen können…
Wenn sie es nicht doch noch weggeschnitten haben, kann man sich das hier ansehen.

RTelenovela

Unser Service für Sie: Legen Sie selbst Hand an!

Sonntag, den 28. Juni 2009
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Die Fahrt auf der Autobahn A8 war noch nie ein besonderes Vergnügen. Die Strecke zwischen München und Stuttgart ist jedoch der Horror.
Lange verläuft die Strecke nur zweispurig in jede Richtung, einen Standstreifen gibt es auch noch nicht – wie sie eben in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut wurde. Doch man arbeitet dran. Ewige Kilometer ist die A8 eine Baustelle mit verengten Spuren und Tempo 80. Ätzend.

Mein Plan war, dass ich erstmal aus München rausfahre, um dann auf der ersten Raststätte meinen Kram aus dem Kofferraum zu holen: also Kassetten und etwas zu trinken. Außerdem wollte ich mir was zu Essen kaufen. Doch blöderweise kam erstmal keine Raststätte. Bis Augsburg.
Auf dem Schild wurde die Raststätte in 3000 Metern angekündigt. Wenige hundert Meter später kündigte ein weiteres Schild eine weitere Raststätte an. Ich ignorierte es – und so düste ich am Rastplatz vorbei. Durch die Großbaustelle musste man sich mit dem Auto schon früher auf eine andere Spur einfädeln. So war für mich die Rast unerreichbar. Von wegen 3000 Meter…

Ich fuhr weiter nach Scheppach in Schwaben. Bei McDonald’s war die Hölle los. Am beeindruckensten war jedoch das Schild an der Wand in den Klokabinen: “Ein besonderer Service unseres Hauses: Desinfizieren Sie Ihre WC-Brille selbst.”
Schön. Da verzichtet McDonald’s wohl auf eine umfassende Reinigung der Klos und verkauft es als Service, dass man die Klobrillen nun selbst reinigen darf.

Bei Stuttgart wurde es dann richtig kritisch. Frontal die tiefstehende Sonne. Dazu ein Wolkenbruch. Und die Sonne spiegelte sich auf der Fahrbahn. Ich sah nichts mehr. Eine gefährliche Situation, denn der Verkehr war relativ dicht. Mehr als Tempo 50 war nicht drin, und fast hätte es kurz vor mir trotzdem gescheppert.

Mit dem Wetter zu kämpfen hatte wir aber auch heute, am Sonnabend. Eigentlich wollten wir in der Pfalz bei Bad Dürkheim ein bisschen wandern. Gerade als wir die Stadt erreichten, war es mit dem schönen Wetter dahin, es begann zu regnen – und hörte auch nicht mehr auf.
Während wir in einer kleinen Gaststätte an der B37 saßen, goss unaufhörlich.
Schnell gaben wir unser Wandervorhaben auf, denn es wurde nicht besser. In der Ferne blitzte es. Als wir Neustadt an der Weinstraße erreichten, war das Gewitter genau über uns. Blitz und Donner gleichzeitig. Es blitzte und krachte, als wir an einer Ampel standen.
Und, wie sollte es anders sein, als wir den Rhein hinter Speyer erreichten, hörte der Regen auf. Auch in Neulußheim hatte es zu diesem Zeitpunkt nicht geregnet – allerdings zogen auch hier dicke Wolken auf.
Es ist Siebenschläfer. Wenn das das Wetter der nächsten sechs Wochen wird – dann gute Nacht. Die Aussichten besagen zum Glück etwas anderes.

RTelenovela

Klassisch warten

Samstag, den 2. Juni 2007
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Nico findet das total doof – ich war begeistert. Der Stuttgarter U-Bahnhof Maybachstraße wird mit klassischer Musik beschallt. Während man also auf die U-Bahn wartet, kann man sich der Musik hingeben. Tatsächlich ist es so, dass wenig geredet wird auf diesem Bahnhof. Alle lauschen und werden eingelullt. Besucher des in der Nähe gelegenen Theaterhauses kommen also noch einen Kulturgenuss nach dem Kulturgenuss.
Wäre auch mal eine Idee für Berlin…