RTelenovela

Rügen 2018 (12): Auf der MS Binz von Binz nach Binz II – Einmal rund um Rügen

Donnerstag, den 2. August 2018
Tags: , , ,

(11) -> 1.8.2018
I -> 7.4.2016

Um 8.30 Uhr legt die MS Binz an der Seebrücke in Binz ab, um 17.30 Uhr soll sie wieder dort anlegen. In diesen neun Stunden umrundet das Schiff einmal die komplette Insel Rügen. Immer nur am Montag wird diese Tour angeboten.
Eigentlich war die spannendste Frage, ob eine so lange Fahrt eher langweilig wird oder ob die Zeit wie im Fluge vergehen wird.

Zunächst legte das Schiff aber noch mal in Sellin und Göhren an, um weitere Passagiere aufzunehmen. Am Ende waren es wohl 130 Menschen, die diese Mammuttour mitmachten.
Erstaunlicherweise spielte das Wetter erst gar nicht so richtig mit. Es war wolkig, zwischendurch gab es Regen. Aber ich hatte mir für den ersten Teil der Tour eh erst mal einen Innenplatz gesucht. Frühstücken und Ostsee-Zeitung lesen.

Wir ließen Lobbe und Thiessow an uns vorbeiziehen und erreichten den Greifswalder Bodden. Wir fuhren an Schiffen vorbei, auf denen gebaggert wurde – für die Gasleitung Nordstream 2. Hin und wieder zogen auch andere Frachtschiffe an uns vorbei, vermutlich auf dem Weg nach Mukran.

Spannend wurde es, als wir den Strelasund erreichten. Wir kreuzten die Strecke der Rügenfähre, die immer zwischen Stahlbrode und Glewitz unterwegs ist. Gerade lief ein Schiff in Glewitz ein.
In der Ferne tauchte dann die große Rügenbrücke auf. Wir mussten zu einer bestimmten Zeit in Stralsund ankommen. Denn um 12.20 Uhr wird die Ziegelgrabenbrücke geöffnet – denn der alte Rügendamm mit der Zugbrücke ist ja auch noch da. Neben der neuen Brücke sieht die aber sehr mickrig aus. Allerdings ist sie für den Schiffsverkehr immer noch wichtiger, denn ohne sie geht nichts, kommt keiner durch. Vom Wasser aus sieht man erst mal, wie flach der Rügendamm tatsächlich ist. Nur an der Ziegelgrabenbrücke kommen Schiffe überhaupt durch – und das zu den Hebezeiten.

Vor dem Damm sammelten sich schon die Schiffe. Die Verkehrsschiffahrt hat immer Vorrang, die anderen müssen Platz machen. Pünktlich um 12.20 Uhr ging es dann los. Erst hob sich die Brücke, auf der die Schiene liegt, dann die Brücke mit der Straße. Das dauert ein paar Minuten. Die Ampel springt auf Grün, wenn die Brücken senkrecht stehen.
Und schon fuhren wir durch. Bei der Durchfahrt sieht man sogar das abgeschnittene Gleis. Ein paar Fußgänger standen auch direkt an der Sperre.
Beeindruckend ist es, unter der Rügenbrücke durchzufahren. Sie ist ein gewaltiges Bauwerk und macht was her.

Weiter geht es durch den Stralsunder Hafen, an Altefähr vorbei in Richtung Hiddensee. Die Insel ist klein, aber es dauert gut anderthalb Stunden, bis das Schiff daran vorbei gefahren war. Weite Teile der Insel sind naturbelassen, nur im Zentrum sind die bewohnten Teile.
Weiter geht es in Richtung Kap Arkona und zu den Kreidefelsen. Die sind immer wieder beeindruckend – allerdings habe ich die nun schon mehrfach vom Schiff aus gesehen.

Und inzwischen donnerte die Sonne auf das Schiff. Ich habe mich zwar eingecremt, aber wenn man letztlich gute sieben Stunden draußen steht oder sitzt, dann schafft einen das trotzdem. Wir legten kurz in Sassnitz an, und nach neuneinviertel Stunden erreichten wir wieder Binz.
Diese Tour sollte man aber definitiv mal gemacht haben – man muss halt mal dafür Zeit nehmen.

Video von der Fahrt durch den Rügendamm: auf YouTube.

RTelenovela

Rügen 2018 (3): Rambin, nun abseits der B96

Sonntag, den 7. Januar 2018
Tags: , , , ,

(2) -> 6.1.2018

Lange haben die Einwohner von Rambin auf Rügen dafür gekämpft, dass der B96-Verkehr aus ihrem Ort verschwindet. Das haben sie inzwischen geschafft, der Verkehr rollt auf der neuen B96 an Rambin vorbei. Allerdings auf recht laute Weise, und es wird vermutet, dass ein zu lauter Asphalt aufgetragen worden ist.
Aber natürlich hat der Wegfall des Durchgangsverkehrs auch negative Seiten.
Am Ortseingang befindet der Rügener Bauernmarkt mit der “Alten Bauernkate”, und die müssen nun um die Besucher mehr als bisher kämpfen. Denn wer dort hin will, muss nun offensiv kurz nach der Rügenbrücke die B96 verlassen oder von der Insel kommend gleich bei Samtens.

Aber lustigerweise machten wir nun – wo die B96 nicht mehr durch Rambin führt – erstmals auf eben jenem Gelände, auf dem sich auch die Inselbrauerei befindet, eine Rast. Was aber vor allem daran lag, dass einer von uns unbedingt mal in die Brauerei wollte.

In der Bauernkate gibt es viele schöne Sachen, die auf der Insel Rügen hergestellt worden sind: Schokolade, Milchprodukte, natürlich auch Bier, Kalender. Da kann man durchaus was finden.
Ein Rätsel war uns aber das angebotene Essen. Für einen Rügener Bauernmarkt ist das Angebot mehr als dürftig und unterschiedet sich nur wenig von dem, was an Autobahnraststätten angeboten wird. Schnitzel, Bouletten, Salate, Rollmops.
Irgendwie okay, aber eben nur okay. Frischer gebratener Fisch? Fehlanzeige. Für so ein Inselrestaurant, selbst wenn es nur ein besserer Imbiss sein will, ist das schwach.

Nebenan, in der Inselbrauerei, kann man sich in Ruhe umsehen und probieren. In den Regalen stehen alle Sorten Bier, die dort hergestellt werden, Führungen gibt es auch. Wer sich für Bier interessiert, ist da gut aufgehoben.

Von Rambin aus ging es dann wieder runter von der Insel. Und da ich die richtige B96-Auffahrt verpasst habe, ging es über den alten Rügendamm zurück nach Stralsund und weiter nach Hause.
Aber der nächste Rügen-Termin steht ja auch schon fest. Auf Wiedersehen!

RTelenovela

Rügen 2018 (2): Verlangsamte Rückreise

Samstag, den 6. Januar 2018
Tags: , , , , , ,

(1) -> 5.1.2018

2. Januar. Für viele Rügen-Touristen bedeutete das, Abschied zu nehmen. Und: im Stau zu stehen. Da die B96 nördlich von Bergen gesperrt ist, rollt der Verkehr über Prora und Karow. Deshalb staute es sich kilometerlang – am Impro-Kreisel in Karow, später noch mal in Bergen und auf der neuen B96 kurz vor der Rügenbrücke.
Letzteres ist ein regelrechter Schildbürgerstreich, wie am Tag danach aus der “Ostsee-Zeitung” zu erfahren war. Im Bereich Rambin entstand nämlich ein Stau, weil auf der Rügenbrücke nur eine der beiden Fahrstreifen freigegeben war. Das änderte sich erst, als ein Mitarbeiter des Straßenbetriebes privat dort langfuhr und in der Leitstelle in Malchin anrief – erst da wurde die Spur freigegeben. Kann das wirklich sein, dass Staus hingenommen werden, weil man irgendwie nicht so genau drauf achtet, wie der Verkehr rollt? Und sitzen die Menschen, die da dafür verantwortlich sind, wirklich auf dem richtigen Stuhl?

Wir haben das geahnt und sind am 2. Januar noch auf der Insel geblieben – stattdessen fuhren wir mit der Bäderbahn von Binz nach Prora. Auf dem Binzer Kurplatz beginnt die Fahrt, für 5 Euro (ohne Rückfahrt) geht es durch den Ort bis nach Prora – zum ehemaligen KdF-Gelände.
Dort wandelt sich die Gegend zum Urlauberzentrum mit Hotel, Ferienappartments, Jugendherberge und Mietwohnungen für Einheimische. Das lange Gebäude direkt am Ostseestrand ist teilweise schon saniert und neu in Betrieb, an anderen Stellen liegt es noch brach. Mittendrin liegt das NVA-Museum, in dem man auch viel Insel- und DDR-Geschichte erfahren kann. Was aus dem Teil des Blockes wird, ist wohl immer noch unklar. Ich finde, es muss erhalten bleiben! In welchem Zustand ist dann eine andere Frage – auch, wer sich um eine eventuelle Sanierung kümmert. Aber in Prora, in diesem Block, muss an die Geschichte erinnert werden. Alles andere wäre Frevel!

Am Tag danach: unsere Rückreise. Und wieder Stau vor Bergen. Die Unfähigkeit oder Untätigkeit der Verantwortlichen im Landesbetrieb zeigt sich insbesondere auf der B196 in der Inselhauptstadt. Wieder sorgte die Ampel auf der B196 an der Ringstraße für einen Megastau. Die Grünphasen waren zu kurz, die Rotphasen sehr lang, obwohl aus den Nebenstraßen oft kaum Verkehr kam. Eine andere Schaltung hätte vieles verhindert.
Ebenso am Knotenpunkt B96/B196. Während auf der gesperrten B96 aus Richtung Norden kommend die Ampel 35 Sekunden völlig umsonst auf Grün steht, dauern die Grünphasen auf der zugestauten B196 nur gute 20 Sekunden. Im Stau hat man genug Zeit, dies zu beobachten.

RTZapper

Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei: FKK-Alarm für Semir

Freitag, den 7. April 2017
Tags: , ,

DO 06.04.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Ich habe irgendwo gelesen, dass “Alarm für Cobra 11″ Kult sein soll. Immerhin ist am Donnerstagabend bei RTL die 30. (!) Staffel mit allerdings nur sieben neuen Folgen angelaufen. Sie spielte auf Rügen – was auch in der Ostsee-Zeitung ein Thema war. Also ein Grund, mal einzuschalten. Um festzustellen, was für ein dämlicher Müll da doch ist.

Die Folge “FKK-Alarm für Semir” war eine Abfolge peinlicher Klischees. Da gibt es Semir, einen deutsch-türkischen Polizisten. Er ist völlig überdreht, ein Macho, und er spricht wie in einem Slapstickfilm. Er ist mit seiner sympathischen Frau (Was die wohl an dem findet?) unterwegs nach Rügen. Das erste Mal im Osten (Na, Bravo!) und sich drüber lustig machend, dass Ossis nach fast 30 Jahren Wende und Freiheit im Osten Urlaub machen würden (Wer schreibt so was in ein Drehbuch? Oder anders: Wer redet heute noch so einen Schwachsinn?). Um es noch schlimmer zu machen, landeten sie auf einem FKK-Zeltplatz in Thiessow. Findet Semir natürlich voll doof (Ja, die Drehbuchautoren mussten das FKK-Ossi-Klischee bedienen).
Dieser Semir ist hochgradig anstrengend und unsympathisch – keineswegs eine Serienfigur, die man irgendwie gut finden könnte. Noch dazu mies gespielt.

Bevor Semir mit seinem riesigen Wohnmobil aber auf Rügen ankam, gab es gleich – weil: Es ist ja die Autobahnpolizei – eine Verfolgungsjagd. Sie endete auf dem alten Rügendamm. Da es für den Schnitt und das Bild aber besser war, raste Semir nicht Richtung Insel, sondern von der Insel runter. Merkt ja eh keiner. Und sieht – wie gesagt – besser aus.
Später gab es noch eine Verfolgungsjagd mit dem Trabi, und per Rampe flog die Rennpappe – au weia! – über den Rasenden Roland hinweg – und kam natürlich fahrtüchtig wieder auf der Straße an.
Ja, natüüürlich.
Dem Rasenden Roland hat man bei RTL übrigens ein anderes Pfeifgeräusch gegeben, er klang im Film nun wie eine der Züge, die in der amerikanischen Prärie unterwegs waren. Was natürlich besonders bekloppt ist, da der historische Rügen-Zug ja im wahren Leben sehr prägnante Geräusche macht, die jeder Rügen-Tourist kennt.

Aber wurscht. Die ganze Story um irgendwelche bösen Leute, die irgendwas an irgendeiner Gasleitung gemacht haben, war eh für die Tonne.
Sicherlich, “Alarm für Cobra 11″ soll nichts anderes als Unterhaltung sein. Aber wenn es doch wenigstens gute Unterhaltung wäre. So ist es nur eine Anreihung von Plattitüden, Klischees und Beklopptheiten.

RTelenovela

Rügen 2016 (1): Schneller (und lauter) auf die Insel

Sonntag, den 3. April 2016
Tags: , , , , ,

2015 -> 1.12.2015

Mit der ausgebauten B96 sollen die Autofahrer schneller auf die Insel Rügen kommen. Deshalb wird sie zwischen der Rügenbrücke in Stralsund und Bergen auf Rügen dreispurig ausgebaut. Bis hinter Samtens ist die Strecke inzwischen fertig.

Normalerweise nutze ich die B96 nicht. Ich finde es viel schöner, mit der Fähre überzusetzen. Aber diesmal wollte ich mir ansehen, wie das nun funktioniert (und ich glaube, die Fähre war auch noch in der Winterpause).
Schon als ich Ende 2012 erstmals auf dem ersten Teilstück der B96 unterwegs war, regte ich mich auf. Dreispurig, so ein Stuss. Immer abwechselnd sind zwei Streifen pro Richtung freigegeben.
Ich frage mich aber, wenn mal die richtige Rückreisewelle kommt – ob das dann funktioniert mit den ständigen Spur-Einengungen?

Eines stimmt: Als Autofahrer ist man nun fix am B196-Abzweig kurz vor Bergen. Die Staugefahr an der Kreuzung mit dem Bahnübergang in Samtens fällt weg. Nur die noch vorhandene Ampel bei Teschenhagen bei McDonald’s sorgte für dann einen Ministau.
Eines stimmt aber auch: Die Bau-Ausführung der Straße ist nicht wirklich gelungen. Darum gibt es momentan richtig Zoff auf der Insel.
Besonders die Bewohner von Rambin beschweren sich, dass die neue B96 schrecklich laut sei. Von Brüllasphalt ist die Rede.
Da ist was dran, wer dort unterwegs ist, wird merken, dass die Straße laut ist, dass sie sich relativ unruhig fährt. Der verwendete Belag ist ziemlich rau und sorgt für laute Fahrgeräusche. Auch Lärmschutzwände fehlen.

Für die Rambiner ist das bitter. Erst wollten sie, dass die B96 raus kommt aus ihrem Dorf. Nun ist sie raus. Besser geworden ist es nun aber scheinbar nicht. Ironie des Schicksals.

Nun fehlt noch der letzte Bauabschnitt der neuen B96 – bis Bergen.
Allerdings frage ich mich ernsthaft, ob das überhaupt nötig ist. Zwischen dem ausgebauten Teil und der Kreuzung nach Bergen gibt es gerade mal eine Ampel, dafür ließe sich sicher eine andere Lösung finden.
Verkehrsexperten hatte sowieso vorgeschlagen, die vorhandene Trasse in dem Bereich schlicht zu sanieren und auszubauen. Es soll dennoch für viel Geld eine ganz neue Trasse gebaut werden.
Man muss nicht alles verstehen.

Nächstes Mal nahme ich wieder die Fähre.

RT liest

Marc Kayser: Große Freiheit Ost – Auf der B96 durch ein wildes Stück Deutschland

Montag, den 4. Januar 2016
Tags: , , , ,

In der DDR war die F96 die längste Fernverkehrsstraße des Landes. Inzwischen ist daraus die B96 geworden, sie ist inzwischen zwar löchrig, aber immer noch wichtig. Deshalb ist sie für viele Menschen in Ostdeutschland auch eine Straße voller Erinnerungen, voller Symbolik.
Marc Kayser hatte deshalb einen spannenden Ansatz, als er beschloss, ein Buch über die B96 zu schreiben. Es gibt schließlich viel über sie zu sagen.
Leider hat der Autor sein Konzept erstaunlich schnell vollkommen aus den Augen verloren.

Die B96 also. Sie führt von Zittau in Sachsen über Berlin nach Sassnitz auf Rügen. Marc Kayser hat sich ins Auto gesetzt und ist die Strecke abgefahren. Er trifft auf Menschen und Orte. Ein Schmied mit Zukunftssorgen. Eine plötzliche Baustelle. Auf Inka Bause in Berlin. Einen Motorradfan. Und viele weitere.
Die Geschichten sind meistens ganz interessant – aber sie haben viel zu oft nichts mit der B96 zu tun.

Viel zu oft verwendet Kayser die Floskel, dass etwas nur einen Steinwurf von der B96 entfernt liege. Immer wieder gibt es Kapitel im Buch, die völlig von der B96 abweichen. Südbrandenburg scheint den Autor so gut wie gar nicht interessiert zu haben. Immer seltener schreibt er über die Straße, sondern über irgendwelche Leute und Orte “einen Steinwurf entfernt”.
Manche Kapitel wirken zudem schludrig. Erst erzählt der Autor, dass die B96 den Potsdamer Platz in Berlin zerschneidet (nein, das ist die B1), um auf der nächsten Seite richtigerweise zu sagen, dass die B96 in einem Tunnel unter dem Berliner Zentrum entlangführt.
In Berlin reist der Autor scheinbar wahllos an irgendwelche Orte (Velodrom, Hellersdorf) um irgendwelche Storys zu erzählen – nur kaum eine über die B96 oder die alte B96a.
Nördlich von Berlin fährt er zum Grabowsee (nicht an der B96), nach Prenden (angeblich “zehn zügige Autominuten entfernt” – dabei sind es gute 45 Minuten und nicht mal ansatzweise in der Nähe der B96), nach Zehdenick (an der B109) oder nach Rheinsberg (B122). Lauter Orte, die im Norden Berlins liegen – aber nicht an der B96, über die er eigentlich schreiben wollte. Fast schon ignorant.
Die spannende Geschichte vom Entenschnabel in Glienicke? Dass die B96 auf dem ehemaligen Grenzstreifen verläuft? Die Himmelspagode in Hohen Neuendorf? Alles nicht spannend für den Autor.
Immerhin kommt Fürstenberg vor, eine Stadt, die heute geplagt ist vom B96-Lärm, und in der viele Leute darum kämpfen, dass eine Umgehungsstraße gebaut wird.

Die ebenfalls spannende Geschichte der ganz alten F96 zwischen Greifswald und Stralsund, wird relativ lapidar runtererzählt. Recherchiert worden ist nicht. Von wann ist die Straße? Wann wurde die neue F96 (die inzwischen die B105 ist) gebaut?
Hätte mich interessiert. den Autor hat’s leider wohl nicht interessiert.
Das geht immer so weiter: Auf Rügen scheint er wahllos irgendwelche Orte zu besuchen (Binz liegt nun wirklich nicht an der B96). Über die Rügenbrücke wird nur gesagt, sie sehe schön aus. Über die Fahrt darüber (oder über den alten Rügendamm): nichts. Über den Zoff um den B96-Neubau: nichts.
Auch fehlen in diesem Buch Straßenkarten, um überhaupt mal zu verdeutlichen, wo man sich denn nun befindet (aber vermutlich hätte das entlarvt, dass viele Storys im Buch mit dem Thema nichts zu tun haben).

Dieses Buch erzählt zwar viel über Menschen, auch über die Freiheit, auch über das wilde Deutschland.
Aber über die B96 erfährt man in diesem Buch viel, viel zu wenig. Recherchen scheint es kaum gegeben zu haben. Es erinnert ein wenig an “Kesslers Expeditionen”. Aber von so einem Buch erwarte ich mir schon etwas mehr. In dieser Hinsicht ist es eine Enttäuschung – fast schon eine Täuschung.

Marc Kayser: Große Freiheit Ost – Auf der B96 durch ein wildes Stück Deutschland
Bild und Heimat, 187 Seiten
3/10

RTelenovela

Frag Google (12): Sex – lieber in Nassenheide oder auf der A11?

Dienstag, den 22. September 2015
Tags: , , , , , , , , ,

(11) -> 9.5.2015

Und wieder sind zehn neue interessante Suchanfragen zusammengekommen, mit denen Nutzer dieser Seite über Google hierher gefunden haben. Hier werden sie wieder kommentiert oder beantwortet.

1. “hat Hitler die rügenbrücken lassen?”
Der Bau begann 1931, da war Hitler noch gar nicht der Macht. Allerdings fällt die Fertigstellung schon in die Zeit, in der er regierte. Und natürlich waren die Nazis an solchen Prestigeprojekten interessiert.

2. “Hören überwiegend schwule Männer den Pop Musiker Prince?”
Hört überhaupt noch jemand Prince?

3. emalige bahnstrecke berlin -rostock mit halt in friedrichstal bei oranienburg
Ich kaufe für riedrichsthal ein h.

4. wo stammt der name von genewikow er
Ich kaufe ein weiteres h für “her”. Und: Gnewikow. Bitte nennt das Dorf um, kann sich doch keiner merken!

5. wo kann man heute noch ficken in nassenheide
Muss es denn zwingend Nassenheide sein?

6. glückskeks hilfeschrei
Ohoh.

7. “ficken auf der a11″
Ist nicht zu empfehlen. Gefährlich viel Verkehr.

8. “MASSENKARMbolage 1991″
Hat “Massenkarm” eine nähere Bedeutung?

9. “11 jährige Nachthemd geil”
Pervers? Ganz sicher.

10. “himmelspagode hohen neuendorf katzenfleisch”
Naheeein, verdammt!