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Chronik Kremmen 2017

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MAZ Oberhavel, 21.12.2017

Januar: Das Pferd Eckerhardt versinkt in einem Hohenbrucher Schlammloch und muss von der Feuerwehr befreit werden. – Der Rohbau für das neue Seniorenhaus an der Ruppiner Chaussee in Kremmen steht. Eröffnung im Spätsommer. – Im Prignitz-Express werden keine Tickets mehr verkauft. Das sorgt für Frust. – Bei Edeka in Kremmen gibt es nun eine Milchtankstelle mit Frischmilch aus Tietzow.

Februar: Die Kremmener SPD-Grüne-Fraktion sammelt sich. Die SPD sei bislang zu still gewesen, sagt Fraktionschef Peter Winkler. Jörg Arens (Grüne) fehlt allerdings oft in der Stadtverordnetenversammlung. – Eine vermisste Kremmenerin (59) wird tot in Karlsruhe aufgefunden. – Der Beetzer See ist zugefroren. Ins Eiswasser werden Weihnachtsbäume geschoben – als Laichhilfen für Zander. – Erstmals veranstalten die Kremmener Feuerwehren eine gemeinsame Hauptversammlung. – Am 17. Februar fliegt in der Kremmener Dammstraße der erste Storch ein.

März: Die Amtszeit von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse endet. Er will sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt er. Und: „Ich hätte auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen.“ – Die Kinder der Grundschule Beetz nehmen eine Woche lang an einem Zirkusprojekt teil. – In Sommerfeld wird das „Dorv“-Projekt vorgestellt. Es geht um ein Dorfzentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Serviceangeboten. – Mehr als 1000 Besucher sind bei der elften Bluesnacht dabei. – Der langjährige Zeugwart und Ehrenschiedsrichter des FC Kremmen, Siegfried „Fiete“ Mattick stirbt mit 76 Jahren. – Heino Hornemann ist neuer Ortsvorsteher von Staffelde.

Der Neue im Rathaus
Sebastian Busse hat am 21. März sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Kremmen angetreten. Hauptamtsleiterin Bianca Haak überreichte ihm den Schlüssel, außerdem sprach er den Amtseid.

April: Robin Scheffler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Grundschule Beetz. – Der Sommerfelder Autor Harald Schmidt feiert seinen 80. Geburtstag. – Die Kremmener Turnhalle wird für den Schulsport gesperrt. Es gibt zwar keinen Schimmel, aber Bakterien in der Luft. Die Halle soll 2018 saniert werden.

Molotowcocktails
Am Ostersonnabend warfen Unbekannte zwei Molotowcocktails auf das Gelände des Asylbewerberheimes in Kremmen. Dies ist als Anschlag gewertet worden, die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Im Laufe der folgenden Monate konnten zwei Männer festgenommen werden – beides Kremmener. Ob sie die Täter sind, ist noch offen.

Mai: Trübes Wetter sorgt für eine schlechtere Spargelernte. Nur etwa 20 Tonnen am Tag kommen zusammen, normalerweise sind es um diese Zeit 40 bis 45 Tonnen. – Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 25. Jubiläum mit einem Frühlingsfest. – In Kremmen wird diskutiert, was aus der Feuerwehr wird. Bleibt sie an der Straße der Einheit oder kommt ein Neubau? Es läuft auf Letzteres hinaus, entschieden ist aber noch nichts. – Andreas Kretzschmar übernimmt den Vorsitz des Kremmener SPD-Ortsvereins.

Juni: Mal wieder wird für einen Radweg von Sommerfeld über Beetz nach Ludwigsaue und Rüthnick demonstriert. 100 Leute machen mit. Immerhin soll nun 2018 ein Weg nach Ludwigsaue gebaut werden, aber nicht entlang der Landesstraße. – Ein 26-Jähriger rutscht auf der A 24 bei Staffelde in den Straßengraben und stirbt. – Der Kremmener Heiko Höft bekommt den Landesverdienstorden für unternehmerisches Engagement. – Der Flatower Pfarrer Nico Vajen geht mit seiner Familie nach Berlin. Ihm folgt Antje Freye. – Die Sommerfelder Klinik hat nun ein MRT-Gerät – Union Berlin trainiert auf dem Kremmener Fußballplatz. – Der Jahrhundertregen sorgt am 29. und 30. Juni für viele Feuerwehr-Einsätze.

Knutschen mit Malte
Zum zehnten Geburtstag des Kremmener Spargelhofes überreichten die Oberhavel-Landfrauen an Geschäftsführer Malte Voigts eine Erntekrone. Und natürlich durften sie sich dafür einen Knutscher abholen, Das Jubiläum selbst ist Mitte Juni mit einer Party gefeiert worden.

Neustart im Klubhaus
Bäckermeister Plentz hat in Kremmen den Anfang gemacht und das Klubhaus am Marktplatz wiederbelbt. Mitte Juni öffnete die neue Filiale. Die Eröffnungsfeier war für die Kremmener voller Emotionen und Erinnerungen.

Königin für ein Jahr
Anja Mink ist die Kremmener Erntekönigin 2017/18. Hauptberuflich ist die 27-Jährige für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Sie vertritt die Stadt auf Festen und Messen.

Juli: Ralph Weißbrich ist nicht mehr Ortswehrführer in Sommerfeld. Ihm folgt Johannes Homuth. – Beim 12. Drachenbootrennen auf dem Beetzer See sind 17 Teams dabei. – In der Kremmener Stadtparkhalle wird ein Film uraufgeführt, in dem Goethe-Grundschüler mitspielen. Gedreht hat ihn Jochen Wermann aus Schwante. – Vivien Genzow ist die neue Chefin der Kremmener Jugendclubs. – Ein Benefizkonzert für die Geschädigten des Starkregens in Leegebruch bringt auf dem Spargelhof 3333 Euro ein und muss wegen Starkregens abgebrochen werden. – Mega-Spendenbereitschaft für die Sommerfelder Feuerwehr. Für ein neues Fahrzeug kommen 45.000 Euro zusammen und später weitere rund 40 000 Euro.

775 Jahre Sommerfeld
Kitakinder, Vereine und viele weitere Sommerfelder feierten das 775. Jubiläum der Ersterwähnung. Die Party war allerdings ziemlich regengeschädigt.

August: In der Hohenbrucher Kirche wird das 200. Jubiläum der Orgel gefeiert. – Die Kremmener Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug. – In Staffelde findet das 21. Drescherfest statt, die Planung dafür begann erst acht Wochen zuvor. Eigentlich sollte es nicht mehr gefeiert werden. – Ein Wall mit Baumischabfällen auf einem Firmengelände kurz vor Kremmen sorgt für Ärger. Der Unternehmer, dem es gehört, beklagt eine Hexenjagd.

Punk-Baby
Silas ist waschechter Kremmener und ist am 6. August auf dem Festivalgelände des Punk-Events “Resist to Exist” geboren worden. Die Mutter hatte vorher nichts von der Schwangerschaft gewusst. Ansonsten gab es keine größeren Vorkommnisse.

Der schönste Strand
Am Beetzer See gibt es den schönsten Strand in Oberhavel. Das finden die MAZ-Leser, die in einer Umfrage genauso abgestimmt haben. Die Freude in Beetz war groß

September: Beim Erntefest in Kremmen gewinnt Hartmut Steinke zum vierten Mal den Preis für den schönsten Wagen. – Hunderte Autos kommen zum Oldtimertreffen auf den Spargelhof. – Für Ärger sorgt die Vollsperrung auf der L 172 zwischen Hohenbruch und Germendorf. Da auch die B-96-Auffahrt Oranienburg-Nord gesperrt ist, gibt es eine sehr weitläufige Umleitung. – Bei der Bundestagswahl gewinnt in Kremmen die CDU mit 29,8 Prozent vor der AfD (20,7) und der SPD (20,6). – Für die neue Rettungswache in Kremmen erfolgt der erste Spatenstich.

Hier bitte nicht rauchen – freiwillig!
Die rauchfreie Zone rund um die Kremmener Goetheschule sorgte ein wenig für Ärger. Nicht nur, weil sich die Kremmener das Rauchen ungern auf öffentlichem Grund verbieten lassen. Schließlich sind die Schilder später ausgetauscht worden, nun können sich die Leute freiwillig ans Verbot halten – die Kinder werden es ihnen so oder so danken.

Oktober: 850 Leute kommen zum Oktoberfest auf den Spargelhof. – Das Orkantief Xavier sorgt für große Schäden. Im Wald nördlich von Beetz gibt es eine Schneise der Verwüstung. Viele Straßen sind blockiert. – Die Kirche in Sommerfeld hat nun einen barrierefreien Zugang. Der Unternehmer Winfred Günther hat zwei Drittel von den 40 000 Euro bezahlt.– Schock für Bahnfahrer: Der Prignitz-Express wird auch weiterhin nicht direkt Berlin-Gesundbrunnen anfahren, so steht es im Nahverkehrsplan. – Im Rhinluch rasten bis zu 60 000 Kraniche. – Das Altstadtstübchen in Kremmen hat neue Betreiber: Sina Sakkravi und Saedeh Manishdavi.

November: Die Kremmener Kleinzierzüchter feiern ihr 90. Vereinsjubiläum. – Für das Lindeneck in Flatow gibt es neue Pläne: Übernachtungszimmer und eine kleine Gaststätte, aber erst in etwa fünf Jahren. – Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock kündigt ihren Weggang an. – Das Schulessen wird für Erwachsene teurer, auch der Bringdienst. – Der Wirbel um ein neues Baugebiet in Ludwigsaue erweist sich als Luftnummer. es gibt keine Genehmigung.

Neuer Freizeittrend: Schlaglochgolf
Die Groß-Ziethener leben an einer Schlaglochpiste. Die L17, die Alte Dorfstraße, bietet eine unendliche Geschichte. Saniert wird sie nicht. Deshalb gab es eine besondere Veranstaltung: ein Schlaglochgolf-Turnier. Viele Leute waren zu dem Spaß-Event, das ja eigentlich gar kein Spaß war, gekommen.

Oben am Kreuz
Besonders luftige Bauarbeiten auf dem Dach der Kremmener Nikolaikirche. Am 20. Oktober reparierte der Schmied Dieter Blumberg in 34 Metern Höhe das Turmkreuz. Das war locker und musste wieder befestigt werden.

Dezember: Eine defekte Wasserleitung sorgt in Kremmen für einen kurzzeitigen Versorgungsausfall. – Der musikalische Adventskalender findet diesmal nur am Klubhaus statt. Das gefällt nicht jedem. – Die Bauernscheune in Kremmen schließt. – Helmut Jilg verabschiedet sich als Geschäftsführer des Zweckverbandes.

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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

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Ab 21. März ist er der neue Chef in Kremmen

Samstag, den 11. März 2017
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Sebastian Busse ist bald Bürgermeister. Nervös ist er nicht, aber er hat Respekt vor der neuen Aufgabe

MAZ Oranienburg, 11.3.2017

Kremmen.
Und? Nervös? Sebastian Busse lächelt ein wenig und überlegt kurz. „Ich sage immer Nein, weil ich ja eigentlich schon mittendrin stecke“, meint er dann. „Aber ich habe eben auch Respekt vor der neuen Arbeit, von der ich noch nicht in jedem Punkt genau weiß, was da auf mich zukommt.“ Er freue sich aber riesig auf seinen neuen Job, sagt er ebenfalls. „Wegen mir hätte es auch schon am 1. Januar losgehen können.“
Am 21. März aber ist es erst so weit. Dann ist Sebastian Busse (37) der neue Bürgermeister von Kremmen. Der CDU-Mann ging Ende November 2016 als Sieger der Stichwahl hervor, bei der er gegen Eckhard Koop angetreten war. Busse wird Klaus-Jürgen Sasse ablösen, der nach fast einem Vierteljahrhundert den Chefsessel im Rathaus räumen muss. Zu diesem Zeitpunkt ist Busse dann auch nicht mehr Ortsvorsteher in Staffelde. Dort muss der dann zweiköpfige Ortsbeirat neu wählen.

Zum Jahresende kündigte Busse seinen Job als Werkstoffprüfer und ist seitdem in Kremmen und in den Ortsteilen unterwegs, um sich vorzustellen – allerdings: ein unbekannter ist er ja nicht – und um überall schon mal reinzuschnuppern. Er war in den Kitas, in den Schulen, in der Schulküche, beim Wirtschaftshof. „In den Kitas läuft es besser, als ich dachte“, sagt Sebastian Busse. „Aber jede Einrichtung ist anders, nicht jede Kita arbeitet wie die andere. Daran werden wir arbeiten, das Grundprinzip muss überall gleich sein.“

In der Beetzer Grundschule erlebte er eine interessante Unterrichtsstunde, denn die Kinder hatten ihn dorthin eingeladen. „Wir haben 90 Minuten Politische Bildung gemacht“, erzählt der Staffelder. „Ich könnte mir vorstellen, einmal im Jahr in die 6. Klassen zu gehen und dort etwas zu erzählen.“

Die Menschen seien ihm in den vergangenen Wochen positiv entgegengetreten, auch im Rathaus, seinem künftigen Hauptarbeitsort. „Es werden nach jetzigem Stand auch alle Mitarbeiter in der Verwaltung bleiben.“ Er müsse sich Vertrauen erarbeiten, aber auch andersrum müsse das so funktionieren.

Im Rathaus wäre er auch schon vor dem 21. März gern öfter gewesen. „Aber ich hatte das Gefühl, dass es von oberster Stelle nicht gewollt war“, sagt Sebastian Busse. Bei gewissen Terminen sei er zwar im Rathaus dabei, er erhalte aber noch nicht alle Infos.
Was am 21. März genau passieren wird, weiß er – bis auf den Fakt, dass es sein erster Arbeitstag ist – noch nicht. „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Zum Jahresempfang am 16. März wird es sicherlich dazu ein paar Worte geben, die nächste Stadtverordnetenversammlung ist auf den 6. April vorgezogen. „Da werde ich sicherlich auch eine Art Grußwort sprechen.“

Es liegt einiges an in Kremmen. Die Kitasatzung soll nun endlich überarbeitet werden. Im Jugendclub gibt es Probleme, die Lösungen erfordern. Die Ortsdurchfahrt in Groß-Ziethen: „Da muss was passieren.“ Die weitere Planung für ein neues Feuerwehrdepot stehen an. Die Klubhaus-Sanierung und ein entsprechendes Konzept. Außerdem der Komplex Wohnungen und Wohngebiete.

Er wird viel zu tun haben, mehr noch als jetzt schon. Wie also wird sich das auf die Person Sebastian Busse auswirken? „Da denke ich wirklich drüber nach“, sagt er. „So eine Position wird einen wohl verändern, aber ich möchte auf jeden Fall meine Ehrlichkeit behalten, ich will weiter offen sein und nicht in eine Politikverdrossenheit geraten.“ Zwei neue Anzüge hat er sich schon gekauft. „Das gehört dazu.“ Aber er müsse sich auch drüber klar werden, dass er nun noch mehr unter Beobachtung stehe.
Die Spaziergänge mit dem Hund, das Fußballtraining mit den Kindern – wenn es die Zeit erlaube, wolle er das weiter machen. „Ein bisschen Ablenkung muss einfach sein.“

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Staffelde nimmt Einfluss auf die Musik

Dienstag, den 28. Februar 2017
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Das Künstlerehepaar Tristan und Claude Ferland Milewski lebt seit Jahren im Dorf und hat viele gute Erfahrungen gemacht

MAZ Oranienburg, 28.2.2017

Staffelde.
Auf Mohrrüben stehen die Lamas auf dem Hof der Ferland-Milewskis total. Wenn sie das Gemüse sehen, kommen sie zügig angerannt. Seit dem Sommer 2014 leben Tristan und Claude Ferland Milewski in Staffelde, und die Lamas gehörten bald dazu. „Lamas sollten nicht alleine sein, man braucht eine Gruppe“, sagt Claude. „Das hat sich so ergeben.“
Wenn das Paar in Berlin erzählt, wo es wohnt, dann hagelt es Vorurteile. Ein schwules Ehepaar auf dem Dorf? Und dann auch noch Künstler? Kann das gut gehen? Die Antwort ist simpel: Es kann. Gut sogar. „Wir lieben Staffelde, und wir wurden ganz herzlich aufgenommen“, erzählt Tristan Ferland Milewski. „Hier herrscht eine ganz tolle Energie.“ Zuvor lebten sie lange in Berlin, in der Großstadt. „Wir hatten das Gefühl, wir müssen das verändern.“ Zwei Jahre waren sie auf der Suche, in Staffelde wurden sie endlich fündig.
Dort leben sie in einem außergewöhnlichen Haus. Es wirkt wie eine alte Scheune. Ein riesiger Flur, acht Meter hoch. Oben, an den Seiten befinden sich Nebenräume. Wer die Eheleute besucht, wird auch von den beiden großen Hunden empfangen.

Claude stammt aus Quebec, Kanada. Als Musiker lebte er schon in New York, Paris und London, ehe er sich in Berlin verliebte. Gerade arbeitet er am vierten Album seiner Band „My Name is Claude“. Mit ihr tourt er durch Frankreich, Deutschland oder auch nach Moskau. Barockpop nennt er das, was die Band spielt, wobei das neue Album elektronischer werden soll.

Tristan und Claude lernten sich vor sieben Jahren in Berlin kennen, seit fünf Jahren sind sie verheiratet. Tristan stammt aus Berlin, lebte danach in vielen Regionen Deutschlands. Seit 1993 arbeitet er als Regisseur und Entwickler von Dokumentarfilmen und Musikvideos. 1999 begann er bei MTV Deutschland und porträtierte viele bekannte Musiker. Später war er verantwortlich für die Dokuformate bei Viva.
2012 arbeitete er erstmals an der Dokureihe „Make Love – Liebe machen kann man lernen“, die zunächst beim MDR, später im ZDF zu sehen war. Die Reihe war für den Grimme-Online-Award 2014 und für den Deutschen Fernsehpreis 2017 nominiert.

Gerade sorgte er auf der Berlinale mit seiner Doku „Dream Boat“ für Furore. „Die Vorführungen waren emotional, das Publikum hat gelacht und geweint“, erzählt er. Die Doku handelt von einer schwulen Kreuzfahrt entlang der Mittelmeerküste. „So ein Kreuzfahrtschiff ist ja ein Mikrokosmos. Knapp 3000 Männer aus unterschiedlichen Nationen waren dabei“, sagt Tristan Ferland Milewski. Schon vor zwei Jahren begannen dafür die Recherchen. Einige der Mitreisenden kommen in diesem Film zu Wort, der Zuschauer kann sie begleiten.
„So eine Reise ist der Ort, wo viele das ausleben können, was ihnen sonst nicht möglich ist“, erzählt Tristan. „Klar, es ist eine kleine treibende schwule Insel, ein kleines Dorf mit allen Vor- und Nachteilen.“ Körperkultur spiele eine Rolle, Männlichkeit, Jugendideale. „Es gibt da Leute, die Spaß haben wollen, also Sex. Aber auch die, die Liebe suchen.“
Tristans Partner Claude hat die Musik für den Film komponiert – das erste größere Projekt, das die beiden gemeinsam bewältigt haben. Im Sommer soll der Film in die Kinos kommen, später läuft er bei arte. Der Sender ist gemeinsam mit dem ZDF Co-Produzent.

Neue Projekte warten schon – aber Staffelde hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem Ankerpunkt für die beiden entwickelt. „Wir gehören nicht zu den Leuten, die nur in dem Ort wohnen, aber nichts mit ihm zu tun haben wollen“, sagt Tristan. „Viele kommen her und leben dann in einer Kapsel.“
Das Kremmener Scheunenviertel mögen sie sehr. „Aber wir wünschen uns mehr Restaurants.“ Gern gehen sie auch in Oranienburg essen oder im Sommerswalder Forsthaus. „Der Kulturclash ist hier kleiner als in Berlin“, sagt Tristan. Berlin sei zwar cool, dass er aber Berlin lieben würde, könne Claude nicht behaupten.

Berlin ist laut, Staffelde ist ruhiger. Das merkt Claude sogar beim Komponieren für sein neues Album. „Das letzte war recht leise, ganz im Gegensatz zur Großstadt“, erzählt er. Ganz anders bei dem, an dem er gerade schreibt. Im leisen Dorf entsteht ein lauteres Album. So hat eben auch Staffelde Einfluss auf die Kunst.

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Bis heute stehen sie jeden Tag in ihrer Bäckerei

Samstag, den 18. Februar 2017
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Hiltraud und Manfred Guse aus Flatow feiern ihre Goldene Hochzeit – kennen gelernt haben sie ich bei einer Tanzveranstaltung in Staffelde

MAZ Oberhavel, 18.2.2017

Flatow.
Das wird ein großes Fest. Ein halbes Jahrhundert lang sind Hiltraud und Manfred Guse heute verheiratet. Mit einem Gottesdienst in der Flatower Kirche wird das gefeiert. Man kennt die beiden im Dorf – bis heute stehen sie immer wieder hinter der Theke der Bäckerei in der Hauptstraße.

In den 60ern gab es in der Region noch viele Tanzgaststätten. Wie zum Beispiel in Staffelde. Bei einer dieser Veranstaltungen lernten sich Hiltraud und Manfred damals kennen. Sie fanden sich gleich sympathisch, „auch wenn es nicht die Liebe auf den ersten Blick war“, wie sie sagt. Er ist Ur-Flatower. Sie stammt eigentlich aus Pommern, aber noch im Babyalter sind ihre Eltern mit ihr geflüchtet, am Ende landeten sie in Börnicke. Dort trafen sich die beiden auch bald schon wieder.
„So genau wissen wir das gar nicht mehr, wie das war“, sagt sie. Allerdings hatte sie strenge Eltern. Sie war damals 19, als sie sich verlobten, und bis zur Hochzeit durfte sie nicht bei ihm übernachten. „Wir haben uns nicht mal geküsst vor den anderen“, erinnert sie sich. Am 18. Februar 1967 heirateten Hiltraud und Manfred Guse. Die kirchliche Trauung fand in Börnicke statt. „Es war ein schönes Fest!“, sagt sie. 40 bis 50 Leute waren dabei.

Zeit für eine Hochzeitsreise hatten Guses aber nicht. Sie zog nach Flatow und gab ihren Job im Büro einer Nauener Baufirma auf, um im Bäckerbetrieb ihres Mannes mitzuarbeiten. „Mein Mann brauchte mich als Verkäuferin.“ Sie brauchte ein paar Jahre, um sich wirklich in Flatow einzuleben. „Ich kannte ja am Anfang hier niemanden.”
Das Paar bekam zwei Söhne. Karsten hat inzwischen die Bäckerei der Eltern übernommen. Matthias hat eine Heizungsbaufirma in Börnicke.
Mitten in der Nacht musste Manfred Guse täglich aufstehen, um frische Brötchen oder Brote zu backen. Im Jahr 1986 bauten sie sich auf dem Hinterhof einen kleinen Laden, der bis heute fortbesteht. Davor befand sich das Geschäft noch direkt im Haus von Guses. „Es macht immer noch Spaß, da zu arbeiten“, sagt sie. „Es kommen öfter mal Pilger vorbei, die von Berlin nach Bad Wilsnack unterwegs sind.“ Sogar Stammkunden aus Berlin hat die Flatower Bäckerei. „Wir arbeiten noch jeden Tag“, sagt Manfred Guse. Sie wollen ihren Sohn weiterhin unterstützen, der im Laufe des Morgens viele Backwaren ausfährt.

Bis heute ist Manfred Guse Mitglied bei Rot-Weiß Flatow. „Bis ich 22 war, habe ich noch Fußball gespielt“, erzählt er. Damals noch bei Traktor Flatow. „Dann ging es wegen der Arbeit nicht mehr.“ Da er nicht mehr so gut auf den Beinen ist, schaut er Fußball meistens nur noch im Fernsehen. „Dortmund ist meine Mannschaft.“
Hiltraud singt seit 40 Jahren im Flatower Kirchenchor und hat bis vor kurzem einmal in der Woche in einer Nauener Gruppe Sport getrieben. „Ich bin außerdem leidenschaftliche Autofahrerin“, erzählt sie und schmunzelt.

Jetzt ist die Zeit der Erinnerungen. Hiltraud Guse läuft zum Schrank und holt ein Fotoalbum hervor. Darin befinden sich Bilder von der Hochzeit vor 50 Jahren. Ist es immer noch Liebe? Das Lächeln als Antwort reicht aus.

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Eine Heimat für Leseratten

Freitag, den 3. Februar 2017
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Dagmar und Michael Pauels betreiben montags in Staffelde ehrenamtlich die Gemeindebibliothek im Bürgerzentrum

MAZ Oberhavel, 3.2.2017

Staffelde.
Die Bibliothek in Staffelde ist zwar nur 23 Quadratmeter groß, aber die Hauptsache ist doch: Staffelde hat eine Bibliothek. Die beiden Räume befinden sich im Bürgerzentrum im Wolfslaker Weg 2. Jeden Montag kümmern sich Dagmar Pauels (69) und ihr Mann Michael (71) um die Bestände und vor allem um die Menschen, die sich Bücher, CDs oder DVDs ausleihen.
80 feste Leser hat die Staffelder Leihbücherei, quer durch alle Altersgruppen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, alle sind sie vertreten, wie Michael Pauels aus der Statistik ablesen kann. „Wir können auch Bücher zu den Leuten bringen“, sagt er. Die meisten Leser kommen aus Staffelde. „Wir würden uns wünschen, wenn auch Leser aus Flatow oder Groß-Ziethen zu uns kommen“, sagt Michael Pauels.

Auch wenn die Bibliothek im Kremmener Ortsteil ehrenamtlich betrieben wird – Dagmar Pauels bekommt nur eine kleine Aufwandsentschädigung – handelt es sich um eine offizielle Außenstelle der Kremmener und der Oranienburger Bibliothek. Deshalb haben die Leser dort auch Zugriff auf den gesamten Bestand im Landkreis – und das in Staffelde sogar kostenlos. Gebühren fallen nicht an, außer bei deutschlandweiten Recherchen. Jährlich 150 Euro stehen der Bücherei für Neuanschaffungen zur Verfügung. Das ist einerseits wenig. Andererseits lässt sich alles andere leihweise aus Oranienburg nach Staffelde bringen.

Die Einrichtung gibt es bereits seit rund 60 Jahren, wie die Pauels schätzen. Sie haben sie 2010 übernommen, und inzwischen kennen sie ihre Leser ganz gut: „Wir haben sehr viele Krimifans“, sagt Dagmar Pauels. „Wir versuchen immer das Neueste zu bekommen, was auf dem Markt ist.“ Gerade ist der neue Roman von Sebastian Fitzek der große Renner. Außerdem auch die Romane von Nele Neuhaus, die einige Romane unter ihrem Zweitnamen Nele Löwenberg geschrieben hat. Immer mehr im Trend ist Großschrift-Literatur für ältere Leser, aber auch die ganz Jungen kommen in Staffelde auf ihre Kosten – mit Bilderbüchern oder Kinderhörspielen.

Aber die Bücherei hat noch mehr zu bieten. Die Dorfbewohner bekommen dort den Abfallkalender der Awu sowie Gelbe Säcke. Auch der Gemeindebrief der evangelischen Kirche in Kremmen liegt dort aus. Aus dem Vorraum können sich Interessierte Broschüren mit Freizeittipps und anderen Informationen aus der Region mitnehmen.

Ein paar Jahre wollen die Pauels ihre ehrenamtliche Arbeit noch machen. „Weil es Spaß macht“, sagt er. „Man kommt unter Leute.“ 2004 erst sind sie von Berlin ins Dorf gezogen. Die Bücherei sei der perfekte Ort, um ins Gespräch zu kommen. „Ein größerer Raum, das wäre toll“, sagt Dagmar Pauels. Aber daran sei wohl eher nicht zu denken.

Geöffnet ist montags von 15 bis 18 Uhr im Wolfslaker Weg 2, Staffelde.

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Busse: Ab 2. Januar voll für die Stadt da

Dienstag, den 29. November 2016
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Wahlsieger gibt seinen bisherigen Job auf – Helmut Glanzer kann ins Parlament nachrücken

MAZ Oranienburg, 29.11.2016

Kremmen.
Tag 1 nach der Bürgermeisterentscheidung. „Mir geht es super“, sagte Sebastian Busse am Montagnachmittag. Am Vortrag haben ihn 56,9 Prozent der Kremmener, die zur Wahl gegangen sind, zum künftigen Rathauschef gemacht.
„Ich war bis kurz nach Mitternacht auf dem Spargelhof“, erzählt der 37-Jährige. „Ich war aber nicht der Letzte, der ging.“ Das bestätigt auch Malte Voigts, der Geschäftsführer des Spargelhofes. „Bis ungefähr halb eins ging die Party.“ Sie sei recht ausgelassen gewesen, später am Abend gab es noch Live-Musik von einem Gitarrenspieler. „Das war der absolute Wahnsinn, wie in einem Konzertsaal“, so Sebastian Busse.

Gestern hatten er und seine Familie frei. Währenddessen entfernten Freunde des künftigen Bürgermeisters schon die Wahlplakate, die in Kremmen und den Ortsteilen hingen. „Und ich werde mich mit meinem Auto befassen und es von den Schriften befreien“, so Busse weiter. Die Wahlkampf-Aufkleber kommen weg. „Damit ist jetzt Schluss.“
Auch erst gestern hatte der Wahlsieger Zeit, sich mit den vielen Handynachrichten zu befassen. Unzählige SMS- und WhatsApp-Nachrichten hatte er bekommen – darunter von Noch-Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse und vom Zweitplatzierten Eckhard Koop.

Noch bis Ende des Jahres wird Sebastian Busse in seinem bisherigen Job weiterarbeiten. Er ist Werkstoffprüfer, hat ein Büro in Kremmen. „Ab 2. Januar bin ich dann voll für die Stadt da“, sagte Sebastian Busse am Montag. Schon vor der Wahl hatte er angekündigt, hospitieren zu wollen, sich überall einzuarbeiten. Dafür hat er drei Monate lang Zeit, die Amtsübergabe ist rund um den 1. April 2017. Dann werden an anderer Stelle zwei Plätze frei: in der Stadtverordnetenversammlung und der Posten als Staffelder Ortsvorsteher.

Nachrücker in der CDU-Fraktion des Stadtparlamentes ist Helmut Glanzer. Der 68-Jährige aus Staffelde bestätigte das. Ob er aber tatsächlich nachrückt und noch mal Stadtverordneter werden will, das habe er noch nicht entschieden, sagte er. „Ich überlege noch. Ich bin ja eigentlich Rentner und wollte in der Hinsicht nichts mehr machen.“ Er wolle jetzt mal ein paar Tage drüber schlafen – und er hat ja noch ein wenig Zeit. Er wolle seine Entscheidung rechtzeitig bekannt geben.

Auch der Posten des Ortsvorstehers in Staffelde wird vakant, wenn Sebastian Busse Bürgermeister wird. Helmut Glanzer ist sein Stellvertreter, und er war vor Busse schon mal Dorfchef. „Ich denke, da sollte die Jugend ran“, sagte Helmut Glanzer. So gehört auch Heino Hornemann als dritter Mann zum Ortsbeirat. Glanzer schlägt vor, dass er den Job übernehmen solle. „Aber da werden wir uns erst mal ganz in Ruhe hinsetzen und beraten“, ergänzte er. Zunächst überwiege auch bei ihm die Freude über Busses Wahlsieg.

„Ich bin 68, Busse ist 37, und mit 68 denkt man anders als mit 37“, sagt der Staffelder. „Junge Leute haben andere Ideen. Ich denke, damit beginnt in Kremmen eine neue Epoche.“ Man müsse Busse aber auch Zeit geben, sich einzuarbeiten.
Schon nach dem ersten Wahlgang hatte Klaus-Jürgen Sasse (SPD) angekündigt, dass der 20. März 2017 sein letzter Arbeitstag sei.