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Beagle Cuga ist das Ass im Ärmel

Freitag, den 13. Juli 2018
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Der neue Kremmener Jugendkoordinator Danny See (33) hat viele Ideen und einen Begleiter

MAZ Oberhavel, 13.7.2018

Kremmen.
Es herrschte in letzter Zeit ein wenig Unruhe auf dem Posten des Kremmener Jugendkoordinators. Das soll sich nun wirklich ändern – mit Danny See. Der 33-Jährige leitet seit diesem Frühjahr die Jugendarbeit in der Stadt und den Ortsteilen. „Die Stelle war ausgeschrieben, ich habe mich beworben“, erzählt der Neuruppiner. Er bekam den Zuschlag.

„Ich fühle mich unglaublich wohl mit den Kollegen und den Kids“, sagt er. Dass er sagen könne, dass er richtig angekommen sei, „das dauert länger, vielleicht ein Jahr.“ Auf jeden Fall sei ihm Feedback sehr wichtig. „Ich spreche regelmäßig mit allen Beteiligten.“ Und Danny See hat ein Ass im Ärmel – ein lebendiges: Immer mit dabei ist der siebenjährige Beagle Cuga. „Er springt immer im Club mit herum, das ist völlig unkompliziert. Es geht immer darum, wer als Erstes ein Leckerli geben darf.“ Danny See hat vorher eine kleine Einweisung gegeben, allerdings hat Cuga auch eine Begleithundeprüfung abgelegt, kennt also den Umgang mit Menschen.

Danny See ist studierter Sozialpädagoge. Nach seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre in einem Jugendamt sowie ehrenamtlich in der Erlebnispädagogik.

Den Club in Kremmen, neben dem Sportlerheim im Park, empfand er als etabliert, als er dort ankam. „Ich wollte immer nach vorne sehen“, das war zudem seine Devise. Nicht schauen, was war, sondern Neues wagen. „Die Kids sollen eine schöne Möglichkeit haben, ihre Freizeit zu verbringen.“ Es gehe aber auch um außerschulische Bildung, um Natur und Kultur. „Der Club in Kremmen hat noch viel Potenzial“, da ist sich der 33-Jährige sicher. Sechs Tage pro Woche ist geöffnet, dazu kommen die Räume in Beetz, Flatow und Staffelde – letzterer Club ist allerdings in Abstimmung mit den Kindern in den Sommerferien nicht geöffnet.

Das Rad wolle er in Kremmen nicht neu erfinden. „Aber klar kann man auch was verändern, sicher wird es Veränderungen geben.“ Was das ist, das stehe aber noch nicht fest. „Ich schaue mir erst mal alles an.“ Spruchreif sei noch nichts. Der Rückhalt aus der Kremmener Verwaltung sei aber gut. „Mehr geht immer, aber Bürgermeister Busse ist sehr engagiert, er war auch bei der letzten Clubratssitzung dabei.“ So wurde besprochen, dass im Stadtpark mehr Abfalleimer aufgestellt werden, nachdem es dort immer wieder Müllprobleme gab.

RTelenovela

Die Autobahn lenkt ab

Donnerstag, den 14. Juni 2018
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Oh, was ist denn das da drüben, auf der anderen Fahrbahnseite? Haben die da etwa kurz vor Abfahrt Kremmen die Spuren eingeengt? Was ist denn da los? Und dann, ein paar Kilometer weiter, was sind denn das da für komische Sandhaufen bei Neu-Vehlefanz? Und noch ein paar Kilometer weiter: Da gerät ja plötzlich ein See ins Blickfeld, nachdem die zig Bäume gefällt worden sind.

Ja, es gibt viel zu sehen auf der Autobahn zwischen Neuruppin und Pankow. Die Mega-Baustelle wird noch noch ein paar Jahre begleiten, und immer wieder lesen und hören wir von Unfällen, weil wieder jemand unaufmerksam war.
Aber als Autofahrer muss man sich auch mächtig zusam… oh, was machen die denn da an der Brücke über dem Wendemarker Weg in Bärenklau? Der Bagger stand doch da neulich noch gar nicht.
Ups, ich war schon wieder abgelenkt. Aber es ist wirklich so: Als Autofahrer muss man nicht nur wegen der immer wieder veränderten Verkehrsführung extrem aufpassen. Aber eben auch, weil drumherum sehr viel passiert, das die Aufmerksamkeit anzieht.
Wir alle, die dort langmüssen, bleibt nichts anderes übrig, als aufmerksam zu bleiben – und gelassen auch.

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Feuerwehr-Zoff wird beigelegt

Freitag, den 1. Juni 2018
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Mehrere Austritte – Flatower arbeiten künftig noch enger mit den Staffeldern zusammen

MAZ Oberhavel, 1.6.2018

Flatow.
Es muss ordentlich geknallt haben bei der Flatower Feuerwehr. Gebrodelt hatte es offenbar schon ziemlich lange. Mehrere Mitglieder sind ausgetreten, darunter Löschzugführer Enrico Hamann. Bei Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) hatte es zuvor mehrere Sitzungen gegeben, bei denen Streitigkeiten geschlichtet werden sollten. Beim Osterfeuer Ende März kam es dann zu einem Zwischenfall, bei dem ein Feuerwehrmann schließlich das Feuer plötzlich mit Wasser gelöscht und einige Besucher nass gespritzt hat. Von ordentlichem Zoff ist da die Rede, und im Schaukasten vor dem Gemeindezentrum hängt heute noch eine schriftliche Entschuldigung dafür an alle Flatower. Stadtbrandmeister Gerd Lerche sprach am Donnerstag von einem „ungeschickten Verhalten“.

So ging es jedenfalls nicht weiter – auch in Hinblick auf die Tagesbereitschaft der Feuerwehr. Am Mittwochabend war das ein heiß diskutiertes Thema im Ortsbeirat. Offenbar stand in dem Streit auch Ortsvorsteher Gert Dietrich unter Beschuss, der wohl in diesem Zuge vor einiger Zeit schon die Auflösung der Flatower Wehr ins Gespräch gebracht hatte – was ihm übel genommen worden ist. Am Mittwochabend sagte er: „Die Feuerwehr sollte bleiben, aber der Unruheherd sollte raus.“ So weit wird es auch nicht kommen, wie im Ortsbeirat beteuert worden ist. Allerdings wird die Leitung der Flatower Wehr demnächst von Staffelde aus erfolgen. Die Kremmener planen, Ortswehrführer John Wehden auch die Verantwortung für Flatow zu übertragen. Bislang war er einer der Stellvertreter. Heißt: Die Feuerwache an der Hauptstraße in Flatow bleibt bestehen – im Alarmfall werden aber sowohl Staffelde als auch Flatow informiert und gerufen. Was allerdings auch nicht ganz neu ist. Schon seit 2009 bilden Staffelde/Groß-Ziethen und Flatow den Kremmener Löschzug 3. „Wir klauen keinem was, aber wir wollen effektiv arbeiten“, so Stadtbrandmeister Gerd Lerche.
Schlösser wurden ausgetauscht

Die Einsatzbereitschaft sei gegeben, sagte Bürgermeister Busse. Allein in Flatow gebe es zehn aktive und ausgebildete Kameraden, der gesamte Löschzug 3 habe 40 Aktive. „Wenn dann am Tage 20 davon da sind, dann sind wir gut.“ Dennoch sehen Anwohner Probleme. So sei es schon vorgekommen, dass vier Kameraden am Depot gestanden hätten, aber nicht rein kamen. „Kein Schlüssel, kein Maschinist, Flatow ist ein Nichts, so kann das nicht weiter gehen“, so der Anwohner. Dem widersprach der Bürgermeister, aber er merkte auch an: „Wir haben die Schlösser ausgetauscht, nachdem dort Schindluder getrieben worden ist“, sagte Sebastian Busse.
Er gehe zudem davon aus, dass einige der Feuerwehrleute, die ausgetreten sind, irgendwann wieder dazu kommen. „Aber das braucht wahrscheinlich noch ein bisschen Zeit.“ Der Standort der Flatower Wehr sei in jedem Fall für die kommenden Jahre gesichert. Auch das kündigte der Bürgermeister im Ortsbeirat an. Der Pachtvertrag für die Nutzungsverlängerung des Hauses werde unterschrieben, außerdem solle gemalert werden. Und wenn es um Veranstaltungen im Dorf gehe, dann werde auch die Feuerwehr in Zukunft wieder mitmischen, so hieß es am Mittwochabend.

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Chronik Kremmen 2017

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MAZ Oberhavel, 21.12.2017

Januar: Das Pferd Eckerhardt versinkt in einem Hohenbrucher Schlammloch und muss von der Feuerwehr befreit werden. – Der Rohbau für das neue Seniorenhaus an der Ruppiner Chaussee in Kremmen steht. Eröffnung im Spätsommer. – Im Prignitz-Express werden keine Tickets mehr verkauft. Das sorgt für Frust. – Bei Edeka in Kremmen gibt es nun eine Milchtankstelle mit Frischmilch aus Tietzow.

Februar: Die Kremmener SPD-Grüne-Fraktion sammelt sich. Die SPD sei bislang zu still gewesen, sagt Fraktionschef Peter Winkler. Jörg Arens (Grüne) fehlt allerdings oft in der Stadtverordnetenversammlung. – Eine vermisste Kremmenerin (59) wird tot in Karlsruhe aufgefunden. – Der Beetzer See ist zugefroren. Ins Eiswasser werden Weihnachtsbäume geschoben – als Laichhilfen für Zander. – Erstmals veranstalten die Kremmener Feuerwehren eine gemeinsame Hauptversammlung. – Am 17. Februar fliegt in der Kremmener Dammstraße der erste Storch ein.

März: Die Amtszeit von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse endet. Er will sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt er. Und: „Ich hätte auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen.“ – Die Kinder der Grundschule Beetz nehmen eine Woche lang an einem Zirkusprojekt teil. – In Sommerfeld wird das „Dorv“-Projekt vorgestellt. Es geht um ein Dorfzentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Serviceangeboten. – Mehr als 1000 Besucher sind bei der elften Bluesnacht dabei. – Der langjährige Zeugwart und Ehrenschiedsrichter des FC Kremmen, Siegfried „Fiete“ Mattick stirbt mit 76 Jahren. – Heino Hornemann ist neuer Ortsvorsteher von Staffelde.

Der Neue im Rathaus
Sebastian Busse hat am 21. März sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Kremmen angetreten. Hauptamtsleiterin Bianca Haak überreichte ihm den Schlüssel, außerdem sprach er den Amtseid.

April: Robin Scheffler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Grundschule Beetz. – Der Sommerfelder Autor Harald Schmidt feiert seinen 80. Geburtstag. – Die Kremmener Turnhalle wird für den Schulsport gesperrt. Es gibt zwar keinen Schimmel, aber Bakterien in der Luft. Die Halle soll 2018 saniert werden.

Molotowcocktails
Am Ostersonnabend warfen Unbekannte zwei Molotowcocktails auf das Gelände des Asylbewerberheimes in Kremmen. Dies ist als Anschlag gewertet worden, die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Im Laufe der folgenden Monate konnten zwei Männer festgenommen werden – beides Kremmener. Ob sie die Täter sind, ist noch offen.

Mai: Trübes Wetter sorgt für eine schlechtere Spargelernte. Nur etwa 20 Tonnen am Tag kommen zusammen, normalerweise sind es um diese Zeit 40 bis 45 Tonnen. – Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 25. Jubiläum mit einem Frühlingsfest. – In Kremmen wird diskutiert, was aus der Feuerwehr wird. Bleibt sie an der Straße der Einheit oder kommt ein Neubau? Es läuft auf Letzteres hinaus, entschieden ist aber noch nichts. – Andreas Kretzschmar übernimmt den Vorsitz des Kremmener SPD-Ortsvereins.

Juni: Mal wieder wird für einen Radweg von Sommerfeld über Beetz nach Ludwigsaue und Rüthnick demonstriert. 100 Leute machen mit. Immerhin soll nun 2018 ein Weg nach Ludwigsaue gebaut werden, aber nicht entlang der Landesstraße. – Ein 26-Jähriger rutscht auf der A 24 bei Staffelde in den Straßengraben und stirbt. – Der Kremmener Heiko Höft bekommt den Landesverdienstorden für unternehmerisches Engagement. – Der Flatower Pfarrer Nico Vajen geht mit seiner Familie nach Berlin. Ihm folgt Antje Freye. – Die Sommerfelder Klinik hat nun ein MRT-Gerät – Union Berlin trainiert auf dem Kremmener Fußballplatz. – Der Jahrhundertregen sorgt am 29. und 30. Juni für viele Feuerwehr-Einsätze.

Knutschen mit Malte
Zum zehnten Geburtstag des Kremmener Spargelhofes überreichten die Oberhavel-Landfrauen an Geschäftsführer Malte Voigts eine Erntekrone. Und natürlich durften sie sich dafür einen Knutscher abholen, Das Jubiläum selbst ist Mitte Juni mit einer Party gefeiert worden.

Neustart im Klubhaus
Bäckermeister Plentz hat in Kremmen den Anfang gemacht und das Klubhaus am Marktplatz wiederbelbt. Mitte Juni öffnete die neue Filiale. Die Eröffnungsfeier war für die Kremmener voller Emotionen und Erinnerungen.

Königin für ein Jahr
Anja Mink ist die Kremmener Erntekönigin 2017/18. Hauptberuflich ist die 27-Jährige für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Sie vertritt die Stadt auf Festen und Messen.

Juli: Ralph Weißbrich ist nicht mehr Ortswehrführer in Sommerfeld. Ihm folgt Johannes Homuth. – Beim 12. Drachenbootrennen auf dem Beetzer See sind 17 Teams dabei. – In der Kremmener Stadtparkhalle wird ein Film uraufgeführt, in dem Goethe-Grundschüler mitspielen. Gedreht hat ihn Jochen Wermann aus Schwante. – Vivien Genzow ist die neue Chefin der Kremmener Jugendclubs. – Ein Benefizkonzert für die Geschädigten des Starkregens in Leegebruch bringt auf dem Spargelhof 3333 Euro ein und muss wegen Starkregens abgebrochen werden. – Mega-Spendenbereitschaft für die Sommerfelder Feuerwehr. Für ein neues Fahrzeug kommen 45.000 Euro zusammen und später weitere rund 40 000 Euro.

775 Jahre Sommerfeld
Kitakinder, Vereine und viele weitere Sommerfelder feierten das 775. Jubiläum der Ersterwähnung. Die Party war allerdings ziemlich regengeschädigt.

August: In der Hohenbrucher Kirche wird das 200. Jubiläum der Orgel gefeiert. – Die Kremmener Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug. – In Staffelde findet das 21. Drescherfest statt, die Planung dafür begann erst acht Wochen zuvor. Eigentlich sollte es nicht mehr gefeiert werden. – Ein Wall mit Baumischabfällen auf einem Firmengelände kurz vor Kremmen sorgt für Ärger. Der Unternehmer, dem es gehört, beklagt eine Hexenjagd.

Punk-Baby
Silas ist waschechter Kremmener und ist am 6. August auf dem Festivalgelände des Punk-Events “Resist to Exist” geboren worden. Die Mutter hatte vorher nichts von der Schwangerschaft gewusst. Ansonsten gab es keine größeren Vorkommnisse.

Der schönste Strand
Am Beetzer See gibt es den schönsten Strand in Oberhavel. Das finden die MAZ-Leser, die in einer Umfrage genauso abgestimmt haben. Die Freude in Beetz war groß

September: Beim Erntefest in Kremmen gewinnt Hartmut Steinke zum vierten Mal den Preis für den schönsten Wagen. – Hunderte Autos kommen zum Oldtimertreffen auf den Spargelhof. – Für Ärger sorgt die Vollsperrung auf der L 172 zwischen Hohenbruch und Germendorf. Da auch die B-96-Auffahrt Oranienburg-Nord gesperrt ist, gibt es eine sehr weitläufige Umleitung. – Bei der Bundestagswahl gewinnt in Kremmen die CDU mit 29,8 Prozent vor der AfD (20,7) und der SPD (20,6). – Für die neue Rettungswache in Kremmen erfolgt der erste Spatenstich.

Hier bitte nicht rauchen – freiwillig!
Die rauchfreie Zone rund um die Kremmener Goetheschule sorgte ein wenig für Ärger. Nicht nur, weil sich die Kremmener das Rauchen ungern auf öffentlichem Grund verbieten lassen. Schließlich sind die Schilder später ausgetauscht worden, nun können sich die Leute freiwillig ans Verbot halten – die Kinder werden es ihnen so oder so danken.

Oktober: 850 Leute kommen zum Oktoberfest auf den Spargelhof. – Das Orkantief Xavier sorgt für große Schäden. Im Wald nördlich von Beetz gibt es eine Schneise der Verwüstung. Viele Straßen sind blockiert. – Die Kirche in Sommerfeld hat nun einen barrierefreien Zugang. Der Unternehmer Winfred Günther hat zwei Drittel von den 40 000 Euro bezahlt.– Schock für Bahnfahrer: Der Prignitz-Express wird auch weiterhin nicht direkt Berlin-Gesundbrunnen anfahren, so steht es im Nahverkehrsplan. – Im Rhinluch rasten bis zu 60 000 Kraniche. – Das Altstadtstübchen in Kremmen hat neue Betreiber: Sina Sakkravi und Saedeh Manishdavi.

November: Die Kremmener Kleinzierzüchter feiern ihr 90. Vereinsjubiläum. – Für das Lindeneck in Flatow gibt es neue Pläne: Übernachtungszimmer und eine kleine Gaststätte, aber erst in etwa fünf Jahren. – Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock kündigt ihren Weggang an. – Das Schulessen wird für Erwachsene teurer, auch der Bringdienst. – Der Wirbel um ein neues Baugebiet in Ludwigsaue erweist sich als Luftnummer. es gibt keine Genehmigung.

Neuer Freizeittrend: Schlaglochgolf
Die Groß-Ziethener leben an einer Schlaglochpiste. Die L17, die Alte Dorfstraße, bietet eine unendliche Geschichte. Saniert wird sie nicht. Deshalb gab es eine besondere Veranstaltung: ein Schlaglochgolf-Turnier. Viele Leute waren zu dem Spaß-Event, das ja eigentlich gar kein Spaß war, gekommen.

Oben am Kreuz
Besonders luftige Bauarbeiten auf dem Dach der Kremmener Nikolaikirche. Am 20. Oktober reparierte der Schmied Dieter Blumberg in 34 Metern Höhe das Turmkreuz. Das war locker und musste wieder befestigt werden.

Dezember: Eine defekte Wasserleitung sorgt in Kremmen für einen kurzzeitigen Versorgungsausfall. – Der musikalische Adventskalender findet diesmal nur am Klubhaus statt. Das gefällt nicht jedem. – Die Bauernscheune in Kremmen schließt. – Helmut Jilg verabschiedet sich als Geschäftsführer des Zweckverbandes.

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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

aRTikel

Ab 21. März ist er der neue Chef in Kremmen

Samstag, den 11. März 2017
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Sebastian Busse ist bald Bürgermeister. Nervös ist er nicht, aber er hat Respekt vor der neuen Aufgabe

MAZ Oranienburg, 11.3.2017

Kremmen.
Und? Nervös? Sebastian Busse lächelt ein wenig und überlegt kurz. „Ich sage immer Nein, weil ich ja eigentlich schon mittendrin stecke“, meint er dann. „Aber ich habe eben auch Respekt vor der neuen Arbeit, von der ich noch nicht in jedem Punkt genau weiß, was da auf mich zukommt.“ Er freue sich aber riesig auf seinen neuen Job, sagt er ebenfalls. „Wegen mir hätte es auch schon am 1. Januar losgehen können.“
Am 21. März aber ist es erst so weit. Dann ist Sebastian Busse (37) der neue Bürgermeister von Kremmen. Der CDU-Mann ging Ende November 2016 als Sieger der Stichwahl hervor, bei der er gegen Eckhard Koop angetreten war. Busse wird Klaus-Jürgen Sasse ablösen, der nach fast einem Vierteljahrhundert den Chefsessel im Rathaus räumen muss. Zu diesem Zeitpunkt ist Busse dann auch nicht mehr Ortsvorsteher in Staffelde. Dort muss der dann zweiköpfige Ortsbeirat neu wählen.

Zum Jahresende kündigte Busse seinen Job als Werkstoffprüfer und ist seitdem in Kremmen und in den Ortsteilen unterwegs, um sich vorzustellen – allerdings: ein unbekannter ist er ja nicht – und um überall schon mal reinzuschnuppern. Er war in den Kitas, in den Schulen, in der Schulküche, beim Wirtschaftshof. „In den Kitas läuft es besser, als ich dachte“, sagt Sebastian Busse. „Aber jede Einrichtung ist anders, nicht jede Kita arbeitet wie die andere. Daran werden wir arbeiten, das Grundprinzip muss überall gleich sein.“

In der Beetzer Grundschule erlebte er eine interessante Unterrichtsstunde, denn die Kinder hatten ihn dorthin eingeladen. „Wir haben 90 Minuten Politische Bildung gemacht“, erzählt der Staffelder. „Ich könnte mir vorstellen, einmal im Jahr in die 6. Klassen zu gehen und dort etwas zu erzählen.“

Die Menschen seien ihm in den vergangenen Wochen positiv entgegengetreten, auch im Rathaus, seinem künftigen Hauptarbeitsort. „Es werden nach jetzigem Stand auch alle Mitarbeiter in der Verwaltung bleiben.“ Er müsse sich Vertrauen erarbeiten, aber auch andersrum müsse das so funktionieren.

Im Rathaus wäre er auch schon vor dem 21. März gern öfter gewesen. „Aber ich hatte das Gefühl, dass es von oberster Stelle nicht gewollt war“, sagt Sebastian Busse. Bei gewissen Terminen sei er zwar im Rathaus dabei, er erhalte aber noch nicht alle Infos.
Was am 21. März genau passieren wird, weiß er – bis auf den Fakt, dass es sein erster Arbeitstag ist – noch nicht. „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Zum Jahresempfang am 16. März wird es sicherlich dazu ein paar Worte geben, die nächste Stadtverordnetenversammlung ist auf den 6. April vorgezogen. „Da werde ich sicherlich auch eine Art Grußwort sprechen.“

Es liegt einiges an in Kremmen. Die Kitasatzung soll nun endlich überarbeitet werden. Im Jugendclub gibt es Probleme, die Lösungen erfordern. Die Ortsdurchfahrt in Groß-Ziethen: „Da muss was passieren.“ Die weitere Planung für ein neues Feuerwehrdepot stehen an. Die Klubhaus-Sanierung und ein entsprechendes Konzept. Außerdem der Komplex Wohnungen und Wohngebiete.

Er wird viel zu tun haben, mehr noch als jetzt schon. Wie also wird sich das auf die Person Sebastian Busse auswirken? „Da denke ich wirklich drüber nach“, sagt er. „So eine Position wird einen wohl verändern, aber ich möchte auf jeden Fall meine Ehrlichkeit behalten, ich will weiter offen sein und nicht in eine Politikverdrossenheit geraten.“ Zwei neue Anzüge hat er sich schon gekauft. „Das gehört dazu.“ Aber er müsse sich auch drüber klar werden, dass er nun noch mehr unter Beobachtung stehe.
Die Spaziergänge mit dem Hund, das Fußballtraining mit den Kindern – wenn es die Zeit erlaube, wolle er das weiter machen. „Ein bisschen Ablenkung muss einfach sein.“

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Staffelde nimmt Einfluss auf die Musik

Dienstag, den 28. Februar 2017
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Das Künstlerehepaar Tristan und Claude Ferland Milewski lebt seit Jahren im Dorf und hat viele gute Erfahrungen gemacht

MAZ Oranienburg, 28.2.2017

Staffelde.
Auf Mohrrüben stehen die Lamas auf dem Hof der Ferland-Milewskis total. Wenn sie das Gemüse sehen, kommen sie zügig angerannt. Seit dem Sommer 2014 leben Tristan und Claude Ferland Milewski in Staffelde, und die Lamas gehörten bald dazu. „Lamas sollten nicht alleine sein, man braucht eine Gruppe“, sagt Claude. „Das hat sich so ergeben.“
Wenn das Paar in Berlin erzählt, wo es wohnt, dann hagelt es Vorurteile. Ein schwules Ehepaar auf dem Dorf? Und dann auch noch Künstler? Kann das gut gehen? Die Antwort ist simpel: Es kann. Gut sogar. „Wir lieben Staffelde, und wir wurden ganz herzlich aufgenommen“, erzählt Tristan Ferland Milewski. „Hier herrscht eine ganz tolle Energie.“ Zuvor lebten sie lange in Berlin, in der Großstadt. „Wir hatten das Gefühl, wir müssen das verändern.“ Zwei Jahre waren sie auf der Suche, in Staffelde wurden sie endlich fündig.
Dort leben sie in einem außergewöhnlichen Haus. Es wirkt wie eine alte Scheune. Ein riesiger Flur, acht Meter hoch. Oben, an den Seiten befinden sich Nebenräume. Wer die Eheleute besucht, wird auch von den beiden großen Hunden empfangen.

Claude stammt aus Quebec, Kanada. Als Musiker lebte er schon in New York, Paris und London, ehe er sich in Berlin verliebte. Gerade arbeitet er am vierten Album seiner Band „My Name is Claude“. Mit ihr tourt er durch Frankreich, Deutschland oder auch nach Moskau. Barockpop nennt er das, was die Band spielt, wobei das neue Album elektronischer werden soll.

Tristan und Claude lernten sich vor sieben Jahren in Berlin kennen, seit fünf Jahren sind sie verheiratet. Tristan stammt aus Berlin, lebte danach in vielen Regionen Deutschlands. Seit 1993 arbeitet er als Regisseur und Entwickler von Dokumentarfilmen und Musikvideos. 1999 begann er bei MTV Deutschland und porträtierte viele bekannte Musiker. Später war er verantwortlich für die Dokuformate bei Viva.
2012 arbeitete er erstmals an der Dokureihe „Make Love – Liebe machen kann man lernen“, die zunächst beim MDR, später im ZDF zu sehen war. Die Reihe war für den Grimme-Online-Award 2014 und für den Deutschen Fernsehpreis 2017 nominiert.

Gerade sorgte er auf der Berlinale mit seiner Doku „Dream Boat“ für Furore. „Die Vorführungen waren emotional, das Publikum hat gelacht und geweint“, erzählt er. Die Doku handelt von einer schwulen Kreuzfahrt entlang der Mittelmeerküste. „So ein Kreuzfahrtschiff ist ja ein Mikrokosmos. Knapp 3000 Männer aus unterschiedlichen Nationen waren dabei“, sagt Tristan Ferland Milewski. Schon vor zwei Jahren begannen dafür die Recherchen. Einige der Mitreisenden kommen in diesem Film zu Wort, der Zuschauer kann sie begleiten.
„So eine Reise ist der Ort, wo viele das ausleben können, was ihnen sonst nicht möglich ist“, erzählt Tristan. „Klar, es ist eine kleine treibende schwule Insel, ein kleines Dorf mit allen Vor- und Nachteilen.“ Körperkultur spiele eine Rolle, Männlichkeit, Jugendideale. „Es gibt da Leute, die Spaß haben wollen, also Sex. Aber auch die, die Liebe suchen.“
Tristans Partner Claude hat die Musik für den Film komponiert – das erste größere Projekt, das die beiden gemeinsam bewältigt haben. Im Sommer soll der Film in die Kinos kommen, später läuft er bei arte. Der Sender ist gemeinsam mit dem ZDF Co-Produzent.

Neue Projekte warten schon – aber Staffelde hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem Ankerpunkt für die beiden entwickelt. „Wir gehören nicht zu den Leuten, die nur in dem Ort wohnen, aber nichts mit ihm zu tun haben wollen“, sagt Tristan. „Viele kommen her und leben dann in einer Kapsel.“
Das Kremmener Scheunenviertel mögen sie sehr. „Aber wir wünschen uns mehr Restaurants.“ Gern gehen sie auch in Oranienburg essen oder im Sommerswalder Forsthaus. „Der Kulturclash ist hier kleiner als in Berlin“, sagt Tristan. Berlin sei zwar cool, dass er aber Berlin lieben würde, könne Claude nicht behaupten.

Berlin ist laut, Staffelde ist ruhiger. Das merkt Claude sogar beim Komponieren für sein neues Album. „Das letzte war recht leise, ganz im Gegensatz zur Großstadt“, erzählt er. Ganz anders bei dem, an dem er gerade schreibt. Im leisen Dorf entsteht ein lauteres Album. So hat eben auch Staffelde Einfluss auf die Kunst.