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Darts-WM 2018

Donnerstag, den 20. Dezember 2018
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MO 17.12.2018 | 20.00 Uhr | Sport 1

Es ist empörend. Und wirklich sehr unangenehm. Dass Sport 1 seine Reporter zwingt, so etwas auch noch kommentieren zu müssen, kann nur ein grober Verstoß gegen alle Sitten sein.
Es war ein wirklich unerhörter Vorgang, den die Herren da am Montagabend bei der Darts-WM in London kommentieren mussten. Nämlich: Eine Frau spielte Darts. Gegen einen Mann. Oder anders gesagt: Ein Mann musste gegen eine Frau spielen. Schlimm, schlimm. Ob das nicht gegen die Würde ist?

Und so schwurbelten die beiden Kommentatoren Basti Schwele und Gordon Shumway (der heißt wirklich so wie Alf?) die ganze Zeit herum: Ob es denn für die Anastasia Dobromyslova ein Mittel gebe, den groooßen Ryan Joyce zu schlagen. Vielleicht ja bei der Klamottenwahl? Har, har, har. Da klopften sich die Herren das erste Mal auf die Schenkel.
Und, ja, man muss dem Herrn ja mal ein großes Kompliment aussprechen, wie er damit umgeht, gegen eine Frau antreten zu müssen. Ohjeohje.
Er sei kein Freund von diesem Zirkus, er verstehe nicht, warum Frauen bei so einem professionellen Darts-Turnier aufgenommen werden, faselte einer der Reporter. Wenn man den Damen eine Plattform geben möchte, dann sollte man ihnen eine eigene Turnierserie geben. Bei Bayern München würden Frauen ja auch nicht mit Männern zusammenspielen.
Darts sei ein mentales Spiel, und Männer würden immer ein Problem damit haben, gegen Frauen zu spielen. Weil Frauen weniger Punkte erzielen.
Bei der ganzen Tour spiele keine Frau mit, und plötzlich müsse er bei der WM gegen eine Frau spielen, und seine Kumpels lachen ihn schon vier Wochen vorher aus.
Man könnte sagen: Gordon Shumway hat sich ein bisschen geekelt.

Oh. Mein. Gott.
Bitte lass es eine Wiederholung von 1974 gewesen sein, die Sport 1 am Montagabend versehentlich ausgestrahlt hat. Mit einem Kommentator, der irgendwo in der Vergangenheit festgeklemmt ist und nun leider nicht mehr aus seiner Macho-Ecke rauskommt. Der sich über Frauen lustig macht, deren Klamotten und der Mann bemitleidet, die gegen Frauen antreten müssen.
Dass man sich 2018 so einen sexistisch Dreck noch anhören muss, ist extrem bemerkenswert.

Es muss in den sozialen Medien hoch her gegangen sein, denn eine halbe Stunde später musste sich Alf entschuldigen. Er bitte es nicht falsch zu verstehen, er habe keine sexistischen Äußerungen gemacht, schließlich habe er auch schon mit Frauen Darts gespielt, und seine Tochter spiele auch Darts.
Ja, das kann man natürlich entschuldigen. Immerhin hat der Mann wohl auch schon mal mit einer Frau in einem Raum gesessen. Und vielleicht hat er sich nur kurz dazu überwinden müssen. Es heißt, er habe Frauen im Freundeskreis, aber vielleicht hat er sich schwer getan, sie zu dulden.
Und, nein, Sexismus käme dem Mann doch nicht in den Sinn. Er findet doch Frauen schließlich total gut.

Mit seiner so genannten Entschuldung hat es der Melmac-Reporter leider nicht besser gemacht. Vielleicht sollte Gordon Shumway in Zukunft nur noch live aus Männer-Umkleidekabinen berichten, wo es so stinkt, dass sich eh keine Frau da rein traut, wo er sich aber sicher wohl fühlt, so unter Kerlen. Als Sportreporter dagegen brauchen wir ihn eigentlich nicht mehr so sehr.

PS: Anastasia Dobromyslova hat das Darts-Duell verloren. Fand Gordon sicher jetzt nicht sooo schlimm.

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Doppelpass: Klaas Heufer-Umlauf

Mittwoch, den 2. März 2016
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SO 28.02.2016 | 11.00 Uhr | Sport 1

Klaas Heufer-Umlauf ist nicht gerade als Fußballexperte bekannt. Trotzdem war er am Sonntagvormittag im „Doppelpass“ von Sport 1 zu Gast. „Erst mal gut Kick in die Runde“, rief Klaas gleich zu Beginn. Fanden die total ernsthaften Fußballer überhaupt nicht komisch. Mit seinem Wolfsburg-Schal um den Hals ließ er dann Plattitüden los wie: „Drei Tore mehr und wir hätten gewonnen.“ Ah ja.
Als Klaas dann todernst meinte: „Die spielen nicht wie die Spanier. Nicht Tiki-Taka. Was willste machen? Spitze-Hacke.“ Da war klar: Irgendwas stimmt da nicht. Fans der ProSieben-Show „Circus Halligalli“ ahnten schon: Klaas Heufer-Umlauf saß mal wieder fremdgesteuert in einer Fernsehshow. Sicherlich hat ihm sein Kollege Joko Winterscheidt den Wortmüll aufs Ohr gesagt, und sicherlich gehörte es zum Spiel, dass Klaas das genauso auch sagen musste. Live. Bei Sport 1.

So peinlich das auch ist, so groß die Fremdscham auf Klaas niederprasselt – es ist mutig! Immerhin saß er beim „Doppelpass“, eine Runde von Fußballexperten. Mutig ist das vor allem deshalb, weil er sich vor deren Zuschauer lächerlich machte – und die den Hintergrund vielleicht nie erfahren werden und wollen. Als Klaas aus der Runde gebeten worden ist, hat er sich bei den Fußballfans jedenfalls keine Freunde gemacht. War trotzdem lustig. Irgendwie.

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Darts-WM 2016: Das Finale

Montag, den 4. Januar 2016
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SO 03.01.2016 | 20.00 Uhr | Sport 1

Zwei Männer, die auf eine Darts-Scheibe starren. Und Pfeile werfen. Läuft es gut, blitzt es in ihren Augen auf. Läuft es nicht so gut, blitzt es auch nicht.
Sie werfen. Und werfen. Machen ihre Punkte. Und dann ist einer Weltmeister. Gary Anderson gelingt die Titelverteidigung gegen Adrian Lewis. Ich gebe zu: Ich musste das gerade noch mal nachlesen, ich hätte die Namen nicht mehr parat gehabt.

Okay, und das war jetzt auch alles sehr, sehr, sehr verkürzt dargestellt. Denn die Darts-WM läuft bereits seit vielen Tagen. Jeden Abend übertrug Sport 1 live aus London, wie die Pfeile flogen. Und wie die Engländer daraus ein riesiges Fest machten. Die WM fand in einer großen Halle statt, und der Jubel war immer wieder riesig. Bis zum Finale am Sonntagabend.

Von einem Mega-Hype kann man in Deutschland zwar noch nicht reden, aber immerhin wird bei Sport 1 immer wieder die Marke von einer Million Zuschauer überschritten. Was passiert wohl, wenn auch mal ein Deutscher ganz oben beim Darts mitmischt?
Fällt dann der “Tatort” aus, weil im Ersten lieber das Darts-WM-Finale läuft? Wäre immerhin mal was anderes, aber ich spiele, glaube ich, lieber selbst Darts, als anderen dabei zuzusehen…

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Container Wars

Dienstag, den 23. Dezember 2014
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MO 22.12.2014 | 17.00 Uhr | Sport 1

Unfassbare Spannung am Montagnachmittag bei Sport 1. Nein, nein, kein Sport. Sport kommt bei Sport 1 am Nachmittag nicht so oft vor. Stattdessen: Containerversteigerungen.
Bei “Container Wars” stehen ein paar aufgeregte Menschen um einen Container herum. Im Hafen werden die versteigert, weil sie, warum auch immer, nicht verschifft worden sind. Kurz dürfen sie einen Blick reinwerfen, dann geht’s los.

Huijuijui, ist das spannend! Die Kamera macht wilde Zooms und Schwenks. Angestrengte Gesichter. Böse Mienen. 500 Dollar! 1000! 3000! 10.000! Wer bietet mehr?
Irgendein Ty und irgendein Mo haben das ding dann am Ende versteigert und dürfen schauen, was sie denn da wirklich ergattert haben. Entweder ist die Freude groß, weil zwölf Elektroroller drin waren und sie Gewinne machen oder sie ärgern sich, weil’s nur Plunder war.
Das dauert jeweils ein paar Minuten, dann beginnt die nächste Versteigerung, die nächste Schau und wieder Versteigerung und wieder Schau.

Mit den Containerkriegen hat sich Sport 1 echtes, herrlich sinnfreies Emotionsfernsehen gesichert. Kann man quasi im Vorbeigehen schauen, weil nach fünf Minuten sowieso die nächste uninteressante, ähm, Story beginnt.

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Olympia live: Sotschi 2014

Sonntag, den 9. Februar 2014
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SA 08.02.2014 | 20.00 Uhr | Das Erste

Wenn im russischen Sotschi der Olympiatag zu Ende geht, dann ist in Deutschland Primetime. Und zu eben jener Primetime enden bei ARD und ZDf die täglichen Übertragungen. Abendzusammenfassungen? Eine ausführliche Sendung mit den Höhepunkten des Tages? Fehlanzeige!

So wenig Olympia war schon lange nicht mehr bei ARD und ZDF. Zwar übertragen beide Sender abwechselnd live – aber so halbherzig wie noch nie.
In der besten Zeit liefen die Spiele nicht nur im Hauptprogramm, auch die Spartensender sind zu Olympiakanälen geworden. Dort sind bestimmte Wettbewerbe in voller Länge gezeigt worden. Gibt’s nicht mehr. ARD und ZDF haben diesen Service vollständig ins Internet abgeschoben und bejubeln sich dann auch noch diese angebliche Leistung. Ich wüsste nicht, wofür.
Auch die fehlende Highlightsendung ist ein großes Rätsel, auch da haben sich die Leute offenbar gefälligst ins Internet zu begeben.
Am Sonnabend unterbrach Das Erste sogar die Olympiaübertragung, um 80 Minuten lang Fußball zu zeigen. Fans der Spiele schauten da ganz in die Röhre.

Eurosport ist diesmal ebenfalls nicht dabei, wo doch wenigstens dieser Sender immer eine Live-Alternative bot. Nur Sport 1 ist noch mit im Boot – für die eine oder andere Eishockey-Übertragung.
Sonst ist Sotschi 2014 für Sportfans aber ein echtes Trauerspiel. Wer tagsüber arbeitet und abends keine Lust auf Internet hat, wird von Olympia wenig bis nichts mitbekommen. Schade!

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Der Fantalk XXL

Mittwoch, den 24. April 2013
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DI 23.04.2013 | 20.15 Uhr | Sport 1

Schon blöd, wenn man als Sportsender so wenige Sport-Übertragungsrechte hat. Aber immer nur Teleshopping oder öde Quiz-Telefonshows zu zeigen, kann man ja dem Zuschauer auch nicht zumuten.
Was macht man also, wenn ein großes Fußballspiel ansteht, man es aber nicht übertragen darf? Man zeigt Leute, die sich das Spiel ansehen und sich darüber unterhalten. Das ist dann “Der Fantalk” auf Sport 1.

In einer Essener Kneipe trafen sich am Dienstagabend Fans um Thomas Helmer, um sich das Champions-League-Halbfinalspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona anzusehen und um es zu kommentieren.
Skurril: Es gibt einen Spielstand und eine immer eingeblendete Spielzeit – aber kein Spiel. Für den “Fantalk” von Sport 1 scheinen sich nicht mal die Leute in der Kneipe zu interessieren. Natürlich sehen sich die Leute dort auch die Sky-Übertragung an, der der Zuschauer zweiter Klasse auf Sport 2, äh, Sport 1 nicht sehen dürfen. Mitten im Gespräch gibt’s dann schon mal Jubel oder Schreie der Empörung – wenn beim Spiel was passiert.

In der Halbzeitpause muss dann ein Reporter mit dem Fahrrad aus dem Stadion zum Sport-1-Ü-Wagen düsen, der zwar in Sichtweite, aber doch recht weit weg steht. Ganz schön posemuckelig!

Beim früheren DSF lautete das Motto “Mittendrin, statt nur dabei”. Bei Sport 1 lautet es: “Dabei (irgendwo in der letzten Reihe), statt mittendrin”.
Auch wenn es irgendwie armselig ist, was Sport 1 da veranstaltet, man bleibt dann doch hängen, um sich dieses fast vier Stunden (!) gesendete und preiswerte Nichts anzusehen. Denn immerhin bekommt man ja erzählt, was im Stadion passiert. Besser als nichts und dann doch schon wieder sympathisch.

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Hattrick – 2. Liga: Energie Cottbus – Hertha BSC Berlin

Dienstag, den 4. Dezember 2012
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MO 03.12.2012 | 19.45 Uhr | Sport 1

Eigentlich ist Fußball gar nicht fernsehtauglich – oder besser: privatfernsehtauglich. Fast 50 Minuten lang können die Sender keine Werbeunterbrechung einstreuen. Zweimal 50 Minuten lang pures werbefreies Programm – was für ein Albtraum.
Klar: Da bleibt für eine Halbzeitanalyse natürlich keine Zeit.

So war das auch am Montagabend beim Spiel zwischen Cottbus und Hertha auf Sport 1 zu sehen. Kaum hat die Halbzeit begonnen, ging es in die Werbung. Gefolgt von einer kurzen Moderation und Werbung. Gefolgt von einer schnellen Moderation und einem Werbespot. Dann begann schon die 2. Halbzeit.
Keine Ahnung, wieso sich Moderator Frank Buschmann für zwei Sätze auf das Spielfeld stellen musste.

Die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden war es übrigens recht still im Cottbuser Stadion. Die Ultras protestierten mal wieder gegen die geplanten härteren Regeln für Fans in Stadien. Es war so ruhig, dass es sogar ein einzelner Hitler-Spruch in die Sport-1-Übertragung geschafft hat. Kaum war die Zeit um, grölten die Fans wieder und schmissen ihre Bengalos herum. Wie blöd kann man eigentlich sein? Auf Sprechgesänge a la “Scheiß Hertha” kann ich übrigens auch gut verzichten.

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