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Wo kommt denn nun das Ortsschild hin?

Dienstag, den 29. Dezember 2020
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Nachfragen an den Landkreis Oberhavel – ausgehend von der Diskussion am Schäferweg in Vehlefanz

MAZ Oberhavel, 29.12.2020

Oberkrämer/Kremmen.
Wo beginnt eigentlich eine Ortschaft? Und an welcher Stelle muss ein Ortsschild aufgestellt werden – und wo kann es auf keinen Fall stehen? Die Antworten sind mitunter verwirrend, und am Beispiel Schäferweg in Vehlefanz ist zu sehen, dass sie auch für Kopfschütteln sorgen können.

Im ausgebauten Schäferweg steht nun am Sportplatz ein Ortsausgangsschild – dort endet laut Beschilderung Vehlefanz. Ein paar hundert Meter weiter stehen dann aber doch ein paar Häuser, und deshalb wurde dort eine grüne Ortstafel „Koppehof“ aufgestellt. Allerdings: Grüne Ortstafeln bringen kein Tempo-50-Limit mit sich. Das ärgert die Bewohner – denn sie verstehen nicht, warum das Areal nun keine „echte“ Ortschaft sein soll.
Irina Schmidt, Pressesprecherin der Oberhaveler Kreisverwaltung, schreibt dazu: „Wo sich ein Ortsein- oder -ausgang befindet, regelt insbesondere die VwV-StVO zu § 42.“ VwV-StVO bedeutet übrigens Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. „Sie gibt als zusätzliche klare Maßgabe vor, dass das Zeichen ohne Rücksicht auf Gemeindegrenzen und Straßenbaulast nur dort anzuordnen ist, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt. Es kommt also nicht darauf an, dass eine durchgängige Bebauung vorliegt, sondern es muss sich vielmehr um eine geschlossene Bebauung handeln.“
Nun hat man aber offenbar festgestellt, dass es in Koppehof genau diese geschlossene Bebauung gibt und diese einen funktionalen Bezug zur Straße habe. „Nach uns erst jetzt von der Gemeinde vorliegenden Aussagen ist das bei der Siedlung Koppehof gegeben“, so Irina Schmidt. Eine Aussage die verwundert, da es vorher aus der Verwaltung in Oberkrämer hieß, es habe mit allen Entscheidern eine Begehung der Straße gegeben.

Nun soll das gelbe Vehlefanzer Ortsschild jedenfalls vom Sportplatz in Richtung des Bahnübergangs versetzt werden. Dirk Eger, der Chef des Bauamtes in Oberkrämer, ist skeptisch: „Die vom Landkreis nunmehr vorgeschlagene Lösung für den Schäferweg sehen wir nicht unkritisch.“ Hintergrund könnte sein, dass es auch dann immer noch Grundstücke gebe, die im Bereich ohne ausgeschildertem Tempolimit lägen. „Da aber eine verkehrsrechtliche Anordnung nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt ist, kommen wir der Bitte des Landkreises nach und werden einen dementsprechend geänderten Beschilderungsplan dort zur Genehmigung einreichen.“ Bedeutet offenbar: Der Landkreis gibt vor, was geht, und dann muss die Gemeinde einen entsprechenden Antrag einreichen, damit der Landkreis sagen kann, dass das gehe. „Mit einigem Interesse sehe ich dann den Reaktionen der Vehlefanzer Bürgerinnen und Bürgern entgegen“, sagt Dirk Eger.

Warum nicht einfach die grüne Koppehof-Ortstafel durch ein Tempo-50-Schild ergänzt werden kann, begründet Irina Schmidt so: Das könnte nur aufgrund von Verkehrsbeobachtungen oder Unfalluntersuchungen dort angeordnet werden, „wo ein vernünftiger umsichtiger Verkehrsteilnehmer selbst bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht erkennen kann, dass eine bestimmte Strecke oder Stelle nur mit einer verminderten, als die zulässige Geschwindigkeit befahren werden darf. Der Fahrzeugführer hat sein Fahrverhalten den örtlichen Gegebenheiten anzupassen“.

Bezugnehmend auf die Regelung, wo denn Ortsschilder stehen können und wo nicht, gibt es in Oberkrämer und Kremmen weitere Beispiele, die zu Nachfragen führen. Im Gustav-Büchsenschütz-Weg in Eichstädt-Ausbau ist die gepflasterte Straße recht schmal, die Grundstückstore befinden sich sehr dicht an der Fahrbahn. Trotzdem steht dort nur eine grüne Ortstafel – allerdings zusätzlich mit einem Tempo-70-Schild. Schon vor einiger Zeit hatte Eichstädts Ortsvorsteher Dirk Ostendorf angemerkt, dass er das für viel zu viel halte – und in der Tat muss man sich das erst mal trauen, mit Tempo 70 durch Eichstädt-Ausbau zu donnern. Es handele sich um eine Einzelfallentscheidung, sagte Irina Schmidt. „Die Wahl der Geschwindigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel Lage der Örtlichkeit, Unfallgeschehen, Verkehrsaufkommen, Gefahrenlage. Die Straßenverkehrsbehörde wird Ihren Hinweis aufgreifen und sich die Örtlichkeit demnächst ansehen.“
Bauamtschef Dirk Eger erinnert sich, dass Tempo 70 dort der kleinste gemeinsame Nenner gewesen sei, er sei auch nicht glücklich über dieses Tempolimit.

Anderes Beispiel: Hohenbruch hat auf der Landesstraße 191 in Höhe Johannisthal ein gelbes Ortsschild, trotz sehr luftiger Bebauung, links sind nur Felder. „Es ist eine einseitige, geschlossene Bebauung vorhanden, die einen Funktionalitätsbezug zur Straße aufweist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt dort 60 km/h“, erklärt Irina Schmidt. Die geschlossene Bebauung besteht aus Feldern und Pferdehöfen, rein optisch ist die Bebauung loser als in Koppehof.

In Sommerfeld steht das gelbe Schild von Hohenbruch kommend vor dem Wohnpark, an der Straße gibt es bis auf ein einzelnes Grundstück keine Bebauung, nur die Wohnpark-Ausfahrt. Irina Schmidt: „ Die Lage der Ortstafel resultiert aus einer Weisung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung von vor rund zehn Jahren.“

Diese Beispiele zeigen, dass in Sachen Standorten von Schildern und Anweisungen von Tempolimits scheinbar durchaus Spielräume bestehen. Dirk Eger vom Bauamt in Oberkrämer geht auch davon aus, dass die Umsetzung des Schildes in Vehlefanz noch nicht das Ende der Geschichte sein könnte.

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Chronik Kremmen 2020

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
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MAZ Oberhavel, 24.12.2020

Januar:
Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche verabschiedet sich Anfang Januar von seiner Aufgabe. Doch so ohne Weiteres wollen ihn die Kameraden nicht „entlassen“. Der Einsatz auf dem Sommerfelder Sportplatz entpuppt sich für Gerd Lerche dann als Abschieds- Überraschungsparty. +++ Zu wenig Platz in der Stadtparkhalle: An der Kremmener Goethe-Grundschule werden die Sportstunden gekürzt. +++Marcel Steinke ist neuer Jugendbeauftragter. +++ An der Goethe-Oberschule gibt es einen Krätze-Fall. +++ Familie Glanzer wird im eigenen Lokal in Staffelde überrascht. Denn die Freunde der Gaststätte und der Familie wollen zum Abschied ein zünftiges Überraschungsfest veranstalten. Nach 23 Jahren geben Glanzers die „Tenne“ auf, einen Nachfolger haben sie nicht finden können. +++ Zum Neujahrsempfang kommen 300 Gäste. +++ Hauptamtsleiterin Bianca Haak verlässt die Verwaltung.

Februar:
Um die Sirene in Groß-Ziethen gibt es eine Diskussion. Sie schallt direkt auf den Hof einer Anwohnerin. +++ Simone Bahr und Wolfgang Engel sind die neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirates. +++ Bei Hohenbruch stirbt ein Mann bei einem Autounfall. +++ Der langjähriger Flatower Wehrführer Ewald Werder ist gestorben. +++ In der Kremmener Spargelscheune feiern die Treckerkerls ihr zehnjähriges Bestehen. Aus einer Bierlaune heraus wird die Spaßgruppe 2010 gegründet.

März:
Vom Sommerfelder Klinik-Gelände werden 16 Bienenvölker gestohlen. +++ Heidi Sommer ist neue Gleichstellungsbeauftragte. +++ Musiklehrer und Musiker Ulf Gruber aus Beetz ist gestorben. +++ Frank Bommert (CDU) tritt als Stadtverordneter zurück. +++ Die Poststelle wird geschlossen, weil die Kunden die Corona-Regeln nicht einhalten. +++ Die Staffelder Naturkita schließt. +++ Das Coronavirus sorgt für Einschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen. Das Seniorenfest wird abgesagt.

April:
Am Rathaus ist ein Banner befestigt worden: „Kremmen ist diszipliniert, motiviert, dankbar … und hält Abstand“. +++ Am Spargelhof Kremmen öffnet ein Spargel-Drive-In. Wegen der Pandemie darf das Restaurant nicht öffnen. +++ Das Erntefest wird abgesagt – Corona. +++ Der Jugendclub verlagert seine Aktivitäten ins Internet. +++ Es gibt keine Osterfeuer.

Mai:
Die Sommerfelder Badestelle ist saniert worden. +++ Vier tote Storchenbabys in Kremmen sorgen für Trauer. +++ Katharina Neumann ist neue Betreiberin der „Alten Lebkuchenfabrik“ in Kremmen.

Juni:
Diskussion um die Badestelle am Kremmener See. Der Steg darf nicht mehr benutzt werden, die Öffnungszeiten werden stark eingeschränkt – der Betreiber muss Rettungsschwimmer bereitstellen. +++ Ministerin Julia Klöckner kommt auf den Spargelhof.

Juli:
Der FC Kremmen wird 100 – kann aber nicht feiern. +++ Die Sommerfelder Kitaleiterin Elke Schilling und ihre Beetzer Kollegin Anita Hahn gehen in den Ruhestand. +++ Der Heimatverein Groß-Ziethen löst sich auf. +++ Der Grundstein für den Kremmener Kita-Anbau wird gelegt.

August:
Im alten Aldi-Markt öffnen die Beekeepers. +++ Tina Tischendorf ist neue Pächterin im Sommerfelder Café Hofkultur. +++ Der ehemaliger Groß-Ziethener Ortsvorsteher Lutz Dubrow ist gestorben. +++ Bei Flatow stirbt ein Mann bei einem Verkehrsunfall.

September:
In Flatow herrscht Unzufriedenheit über die Qualität der Denkmal-Sanierung. +++ Bei Kremmen wird ein Teilstück der sanierten A 24 freigegeben.

Oktober:
Auf dem ehemaligen NVA-Gelände im Beetzer Wald findet im Bunker eine illegale Partys statt. Daraufhin wird beschlossen, den Bunker zu sichern, so dass er nicht mehr betretbar ist. +++ Das Asylbewerberheim in Kremmen ist leergezogen. Nun beginnt der Umbau zu Mietwohnungen. +++ Jan Rawitzer (14)aus Sommerfeld hat es ins Radio geschafft. Der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums hat sich ein ganz besonderes Praktikum rausgesucht. Er schickt eine Bewerbung zum Berliner Radiosender Star FM – und bekommt den Zuschlag dafür. Er darf sich zwei Wochen lang nicht nur in der Redaktion umsehen und an vielen Stellen mithelfen. Er geht auch on Air, ist mehrfach im Radio zu hören. +++ Der Gehweg in der Kremmener Straße der Einheit ist saniert. +++ Das Beetzer Kirchenbüro schließt.

November:
Die evangelische Gemeinde eröffnet das neue Gemeindehaus. +++ Zwei Klassen der Goethe-Grundschule lernen jetzt im Container. +++ Die Feuerwehr bekommt ein neues Drehleiterfahrzeug gesponsert.

Dezember:
Der musikalische Adventskalender der Goethe-Grundschule wird online veranstaltet. +++ In Kremmen wird der neue Lidl-Markt eröffnet.

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Praktikant am Radio-Mikrofon

Samstag, den 10. Oktober 2020
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Jan Rawitzer (14) aus Sommerfeld durfte für zwei Wochen bei Star FM arbeiten

MAZ Oberhavel, 10.10.2020

Sommerfeld.
Seit er acht Jahre war, hört Jan Rawitzer den Sender Star FM. Zum Einschlafen hörte er oft die „Heavy Hour“, die Heavy-Metal-Sendung des Berliner Radiosenders, wie er erzählte. Inzwischen ist der Sommerfelder 14, und in den vergangenen zwei Wochen konnte er bei Star FM sein Schülerpraktikum absolvieren – und war sogar mehrfach on Air, also am Mikrofon im Radio zu hören.
„Es hat mir super gut gefallen“, sagte der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums am Freitag. Bei einem „Tag der offenen Tür“ hatte er erfahren, dass beim Sender auch Praktika möglich sind. Daraufhin hatte er sich dort beworben – und wurde angenommen. Für zwei Wochen durfte er dort arbeiten, am Freitag war sein letzter Tag.

Los ging es für ihn immer gegen 8 Uhr, dafür musste er in Sommerfeld das Haus um 6.30 Uhr verlassen, um die Bahn in Sommerfeld zu bekommen. Am ersten Tag bekam er einen Einarbeitungszettel und lernte die Kollegen kennen – und durfte schon gleich ans Mikro. In der Sendung „@Work“ ging es um die Ausbildungsinitiative, „da wurde ich gefragt, was ich später mal machen möchte“, erzählt Jan Rawitzer. Im „Breakfast Club“ durfte er in den folgenden Tagen auch öfter ans Mikro. Auch konnte er das Wetter moderieren.

Er war nach den Radioauftritten mit sich selbst sehr zufrieden, sagt er. „Ich fand mein Auftreten nicht aufgeregt.“ Auch Programmdirektor Jan Seifert ist zufrieden mit seinem Praktikanten. „Er war in der Redaktion, hat sich um Themen gekümmert, hat sie recherchiert, mit Hörern telefoniert und sich auch um die Gewinnspiel-Abwicklung mitgekümmert.“
Jan Rawitzer findet es schade, dass das Praktikum jetzt vorbei ist. Im Laufe der zwei Wochen konnte er sich in den verschiedenen Bereichen des Radiosenders umsehen – aber die unmittelbaren Sendungen, die fand er am spannendsten.

Seine Mutter, Andrea Rawitzer, ist stolz auf ihren Sohn. „Er hat da angerufen und sich beworben.“ Das habe ihr imponiert. Es sei gut gewesen, dass das Praktikum auch in Coronazeiten stattgefunden habe, immerhin sei die Jugendweihe-Feier wegen Corona ausgefallen, auch die geplante Englandfahrt musste gecancelt werden. Ihren Sohn im Radio zu hören, „ist drollig“.
Von seinen Mitschülern hat der 14-Jährige bislang keine Rückmeldung bekommen. „Aber die sind ja am Vormittag auch unterwegs im Praktikum“, sagte er. Um seine zwei Wochen zu dokumentieren, muss er für die Schule nun eine Belegarbeit schreiben.

Was er später mal machen möchte, weiß er noch nicht. „Da habe ich noch keinen richtigen Plan, Spaß gemacht hat es hier beim Sender aber auf jeden Fall.“ Seine Lieblingsfächer in der Schule: Mathematik, Physik, Informatik.

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Besuch? Ist nicht vorgesehen!

Donnerstag, den 24. September 2020
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Kleiner Tipp für Besucher des Sommerfelder Wohnparks: Komme mit dem Bus. Oder mit dem Rad. Oder mit dem Flugzeug. Komme aber keineswegs mit dem Auto. Besucher, die mit dem Auto kommen, sind im Sommerfelder Wohnpark schlicht nicht vorgesehen.
Schon an der Einfahrt in diesen Bereich warnt ein Schild, dass man doch bitte nicht auf Grünflächen parken solle. Und auch nicht hier und bloß nicht dort. Man könnte auch zusammenfassend sagen: Parkt am besten gar nicht.

Ich hatte in dieser Woche einen Termin in der Lindenallee, und ich hatte mein Auto – mangels Parkfläche – auf dem Gehweg abstellt. Natürlich mit schlechtem Gewissen (ein bisschen). Sogleich wurde ich darauf hingewiesen, dass bestimmt gleich das Ordnungsamt komme und mein Auto mit einem Knöllchen versehen werde.
Ich durfte dann in die Einfahrt und mein Auto dort parken.

Ich weiß, Wohnraum ist teuer, aber muss man wirklich alles so eng planen, dass Besucher außen vor bleiben? Dass Straßen so schmal sind, dass man nirgendwo eine Chance hat, zu parken? Oder wenigstens am Rand des Parks für entsprechende Flächen zu sorgen?

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Villa Kunterbunt kommt gut durch die Coronakrise

Donnerstag, den 4. Juni 2020
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Elke Schilling und Diana Franke erzählen vom momentanen Sommerfelder Kita-Alltag – ältere Kinder verstehen die Abstandsregeln schon sehr gut

MAZ Oranienburg, 4.6.2020

Sommerfeld.
Es waren aufregende Wochen in der Sommerfelder Kita „Villa Kunterbunt“. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus haben seit Mitte März alle Pläne durcheinandergewirbelt. „Am anstrengendsten waren aber die vielen Vorgaben, die ständig kamen und immer wieder wechselten und nicht immer praxisnah sind“, erzählt Kitaleiterin Elke Schilling. „Es war manchmal sehr schwierig umzusetzen.“
Dazu gehöre auch beispielsweise die Regel, dass die Kinder nur noch in der eigenen Gruppe bleiben müssen, dass keine Vermischung entstehe. „Wir können aber nicht gewährleisten, dass die Kinder immer nur in ihren Stammgruppen bleiben“, sagte die künftige stellvertretende Kitaleiterin Diana Franke. Das funktioniere nur in der Hauptkernzeit der Betreuung. „Da sind die Kinder in ihren Stammgruppen.“ Gerade am Anfang der Coronakrise seien sie fast schon überinformiert worden. „Vieles war auch widersprüchlich. Vieles ist wohl am Tisch entschieden worden, da war nicht die Praxis gefragt“, erzählt Elke Schilling.

Momentan sind im Kitabereich 51 von 97 Kindern regelmäßig im Haus. Hinzu kommt der Hort in Beetz mit 42 Kindern, die dort betreut werden. Jetzt zum Beispiel muss jeden Tag ein Zettel neu unterschrieben werden, dass das Kind keine Covid-19-Symptome habe und auch keinen Kontakt mit einer infizierten Personen gehabt habe. „Das ist sehr aufwendig. Besser wäre es, wenn man Eltern einmal verpflichtet, zu melden, wenn etwas ist.“

Die Abstandsregeln seien gut vorbereitet worden, erzählt Elke Schilling. „Die Älteren verstehen sie auf jeden Fall.“ So habe ein Junge neulich seinem Vater erklärt, warum im Flur Desinfektionsmittel angeboten werden: „Papa, das ist wegen Corona.“ Elke Schilling schätzt, dass Kinder ab etwa viereinhalb Jahren die Regeln rund um das Coronavirus gut verstehen würden. „Die passen schon untereinander auf. Gestern gab es ein Kreisspiel, alle wollten sich an die Hände nehmen, und ein Junge rief in großer Sorge: Aber das dürft ihr doch nicht, wegen Corona.“

Die Betten seien auseinander gestellt worden, auch beim Essen werde Abstand gehalten. „Das Händewaschen, das machen sie ganz gern.“ Da werde dann bis 20 gezählt. „Man muss sich pädagogische Lösungen einfallen lassen, um sie dafür zu begeistern“, sagt Elke Schilling. Anfangs sei nicht klar gewesen, wie ernst die Lage sei, „und wir dachten, das geht acht Wochen, und dann ist wieder Normalbetrieb.“ Elke Schilling hofft, dass nach den Sommerferien der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden könnte. „Wenn sich die Pandemie nicht wieder ausbreitet.“ In diesem Fall würde das Diana Franke auch befürworten, Elke Schilling ist dann schon in den Ruhestand gegangen. „Wir hatten Glück, dass alle Kollegen durchgehalten haben, auch die Risikogruppen.“

Einen Vorteil hatte die Situation. „Man hat mehr Zeit für die Kinder“, sagt Diana Franke. „Man kann sich besser um die Einzelnen kümmern.“ Andererseits sei die Elternarbeit zu kurz gekommen.

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Videos über guten Geschmack

Mittwoch, den 8. April 2020
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Coronavirus: Der Spirituosen-Verkauf in Sommerfeld geht weiter, die Bar in Berlin ist geschlossen – von Wien aus macht Nicolas Kröger Clips auf Youtube und Podcasts auf Spotify

MAZ Oberhavel, 8.4.2020

Sommerfeld.
Beruflich und privat pendelt Nicolas Kröger immer zwischen Sommerfeld und Wien. Jetzt sitzt er in der Hauptstadt Österreichs fest. Die Corona-Pandemie macht Reisen unmöglich. „Normalerweise bin ich drei Tage pro Woche hier in Wien“, sagt er. Dort lebt er bei seiner Freundin. Das heißt aber nicht, dass seine Firma „N. Kröger Fine Spirits“ in Sommerfeld brach liegt. Der 29-Jährige ist Spirituosen-Produzent. Bei ihm gibt es Gin, Rum oder Whisky. Er kreiert neue Sorten und füllt die Flaschen in seiner Sommerfelder Manufaktur ab und lässt sie etikettieren. „Die Produktion war vorbereitet, es kann dort weitergehen“, sagt er. Der Onlinehandel wird weiter abgewickelt. Seine „Wagemut“-Bar in Berlin allerdings ist geschlossen. „Ich hatte sie allerdings schon vorher auf Null gesetzt, das hatte mit Corona nichts zu tun“, sagt Nicolas Kröger. „Ich wollte eh einen Neustart machen und die Bar von Grund auf neu aufbauen.“ Die Neueröffnung war für den 1. April geplant – die muss nun warten. Wenn er wieder darf, will er mit neuem Team wieder loslegen – und er selbst will mehr mitmischen. Dafür sei vorher kaum Zeit gewesen.

In Wien hat er nun viel Zeit. Andererseits: Langweilig ist ihm nicht. Denn er hat sich neue Aufgaben gesucht. Nicolas Kröger macht nun Youtube-Videos und einen Podcast unter anderem beim Streamingdienst Spotify. Und natürlich dreht sich alles um das, was er besonders gut kann. Er gilt in der Branche als ein Feinsensoriker.„Das Wertvollste, was ich habe, ist zu wissen, was Leute geschmacklich wollen“, erzählte er in einem MAZ-Gespräch im Somer 2019. Er sitzt oft in Jurys und bewertet den Geschmack von Spirituosen. Auch hält er entsprechende Vorträge. „Aber die dauern dann eine halbe Stunde oder auch anderthalb Stunden. Das reicht nicht, da kann ich nicht alles rüberbringen, was mir wichtig ist.“

Schon im August 2018 startete er seinen Youtube-Kanal „Bar Wagemut“. „Aber dafür fehlte mir immer die Zeit.“ Die hat er nun. In seinen Videos zeigte er bereits, was seine Kunden aus den Produkten, die es bei ihm in Sommerfeld gibt, alles zaubern können. In der „Wagemut Taste Academy“ mixte er beispielsweise „Manhattan“-Variationen oder einen Espresso Martini. Auch startete er eine Reihe über die „Faszination Spirituosen“. In dem Video geht es um die vielfältige Welt des flüssigen Geschmacks. Er berichtet über guten und schlechten Geschmack, sensorische Manipulation oder wie Zucker die geschmackliche Wahrnehmung beeinflusse. Alles, was er dort erzählt, gibt es bei Spotify auch als Podcast in der Hörfassung – kostenlos unter dem Titel „Wagemut Taste Academy“.
Auch auf der Social-Media-Plattform „TikTok“ ist er vertreten. Dort erreichte eines seiner kurzen Videos bislang fast 100 000 Aufrufe. „Das ist mega.“

Fünf bis sechs Stunden am Tag arbeitet er an den Videos und Podcasts, außerdem beantwortet er Fragen und Kommentare der Menschen, die sich seine Clips ansehen oder anhören. „Die Interaktion mit den Leuten ist enorm wichtig“, sagt er. „Langeweile habe ich in meinem Leben noch nie gehabt. Und auch jetzt bin ich absolut gut beschäftigt“, sagt Nicolas Kröger. Er komme nicht mal dazu, in Ruhe einen Film zu sehen. Ihm bleibe jetzt nichts anderes übrig, als die Krise abzuwarten. Für seine Bar hofft er auf eine Mietvereinbarung, und in Sommerfeld läuft die Produktion weiter.

-> www.NKroeger.de; Auf Youtube: Bar Wagemut.

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Klamotten aus!

Samstag, den 18. Januar 2020
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Normalerweise verlaufen berufliche Begegnungen relativ gleich. Man trifft sich, man redet miteinander, Fragen und Antworten, dann noch ein Foto und Auf Wiedersehen.
Neulich war das ein bisschen anders. Treffpunkt war nämlich die Sana-Klinik für operative Orthopädie. Es ging darum, dass dort ein Roboter für den OP-Raum angeschafft worden ist. Dieser Roboter wird bei Operationen eingesetzt, um Knochen zu bearbeiten. Mehr dazu gibt es hier.

Damit wir uns diesen Roboter ansehen konnten, mussten wir natürlich in den OP-Raum, aber das ist gar nicht so einfach. Denn vor dieser kompletten Abteilung steht die Schleuse, durch die wir wussten.
Wir wurden vor die Schleuse gebracht, und als ein Mitarbeiter gerade rein wollte, meinte unsere Begleiterin: “Sie können die beiden Herren ja gleich mal mitnehmen, oder?”
Da wussten wir aber immer noch nicht, was dort passiert.

Bis der Oberarzt uns begrüßte und meinte: So, jetzt müssen wir uns ausziehen.
Oh.
Ausziehen, bis auf die Unterhose, und die Socken konnten wir auch anlassen.
Gesagt, getan. Wir bekamen eine Überzieherhose und ein Oberteil. Dazu noch ein Mützchen für die Haare. Ein netter Anblick. Ein bisschen sahen wir aus wie echte Ärzte. Oder: Pfleger.

In dieser Montur standen wir uns alle gegenüber, während wir uns unterhielten. Und das war dann mal was ganz anderes, so dass ich auch gleich noch ein Foto von mir machen ließ.
Am Ende zogen wir uns wieder in der Schleuse um, und wir verließen den Klinikalltag wieder.

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