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Bosses Hometown ist auf Scheplers Hof

Samstag, den 1. Juni 2019
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Die Sommerfelder Familie stellt ihren Garten für den aktuellen Videoclip des Sängers zur Verfügung

MAZ Oberhavel, 1.6.2019

Sommerfeld.
Wenn Axel Bosse in seinem aktuellen Videoclip „Hallo Hometown“ ruft, dann meint er als Heimat Sommerfeld. Er kommt am Bahnhof Beetz-Sommerfeld an, fährt über die Straßen des Dorfes und trifft Bjarne Mädel, der mit seinem Hund auch schon im vorherigen Clip vorkam, am Rhin in Kremmen. Am Ende erreicht er „seinen“ Garten. Seitdem der Clip am 23. Mai auf Youtube im Internet online ging, hatte er bis zum Freitag fast 143.000 Klicks. Das freut auch Familie Schepler – denn sie wohnt gewissermaßen in Bosses Garten. Sabrina und Oliver Schepler haben dem Drehteam um die Kremmener Filmemacherin Katja Malinowski ihren Garten nahe des Sommerfelder Bahnhofes für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt. Im Film sieht man dort Bosse auf seine Frau, gespielt von Laura Tonke, treffen und mit seiner Tochter spielen.

„Ich habe das fertige Video auch erst gesehen, als es veröffentlicht wurde“, erzählt Sabrina Schepler. Die 33-Jährige war gleich begeistert. „Ich habe es geliked und geteilt, weil ich es echt schön finde, es hat mir sehr gut gefallen.“ Selbst ihre kleine Tochter Nele (4) konnte jede Ecke benennen, die im Video vorkommt. „Und es ist ein schönes Gefühl, dass das deutschlandweit rumgeht. Dass man ein Stück von seinem Zuhause und seinem Dorf überall sieht.“

Alles hat angefangen, als eines Tages zwei Frauen bei den Scheplers am Gartentor standen. „Ich dachte erst, das sind die Zeugen Jehovas, ich bin aber trotzdem nach vorne gelaufen“, erinnert sich die Sommerfelderin. Aber es ging dann nicht um Religion. „Die beiden Frauen meinten, dass sie gern ein Musikvideo bei uns drehen wollen. Sie haben sich dann bei uns umgesehen.“ Es stellte sich alles als echt heraus, und durch das erste Bosse-Video aus Kremmen hatte der Musiker sowieso einen guten Stand in der Region.
Dann kam das Wochenende, an dem gedreht worden ist. Szenen entstanden direkt auf dem Bahnsteig und eben auch in Scheplers Garten. Auch mit Bosse selbst kam sie ins Gespräch. „So ein bisschen haben wir uns unterhalten. Er hat sich dafür bedankt, dass sie hier drehen dürfen. Und ein Selfie haben wir gemacht. Der war total nett und bodenständig. Überhaupt waren die ganzen Leute total nett.“ Gedreht worden ist an vielen Stellen des Grundstückes.

Scheplers leben seit Ende November 2017 auf ihrem Hof. Sie lebte zuvor schon seit 1998 im Dorf, ihr Mann Oliver kam 2013 aus Berlin dorthin. „Es lebt sich wunderbar hier“, sagt Sabrina Schepler. „Sommerfeld ist sowieso ein schöner Ort, gerade hier am Bahnhof ist es eine tolle Lage. Die Bahn merkt man gar nicht mehr. Dadurch, dass sie langsam einfährt und langsam wieder abfährt, ist sie auch nicht wirklich laut.“ Sie ist Krankenschwester in Hennigsdorf, mit ihrem elf Monate alten Paul aber gerade in Elternzeit. Oliver Schepler ist Maschinenprogrammierer. In ihrem Flur hängt nun ein gemalter Zettel: „Willkommen zu Hause, Papa“ steht darauf. Er entstand für die Videoproduktion. Bosse hat darauf unterschrieben.

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RTelenovela

In Sommerfeld ist es am Beetzer See am schönsten

Mittwoch, den 29. Mai 2019
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Wenn man über den Beetzer See spricht, dann geht es in der Regel immer um die Badestelle direkt in Beetz. Dabei tut man dem See damit Unrecht.
Als es neulich um den Bürgerhaushalt in Sommerfeld ging, da war auch von der Badestelle am See die Rede. Dass dort noch eine kleine Parkbank fehle. Und ich habe mich gefragt: Sommerfeld hat auch eine Badestelle? Ich habe mich im Ort umgehört und mir sagen lassen, wo die sich eigentlich befinden soll. Und ich machte mich auf den Weg.

Am ist man dort natürlich mit dem Rad unterwegs, denn abseits des Schwarzen Weges sind Autos tabu. Der Weg Am See endet offiziell am Wald. Zu Fuß lief ich weiter und lauschte der puren Natur. Vögel zwitscherten, die Bäume rauschten leicht im Wind. An einigen Bäumen ist noch die Laufstrecke von “Kremmen läuft” ausgeschildert. Könnte man vielleicht ja mal abnehmen.
Einmal links abbiegen, geradeaus weiter, und da ist auch schon der See zu sehen. Auf der linken Seite das Hotel zu sehen, rechts geht es auf einen schmalen Weg, der am Seeufer entlangführt.

Ich kann, wie gesagt, nur die Badestelle am Beetzer See. Aber wirklich idyllisch ist es auf der Sommerfelder Seite. Der schmale Weg schlängelt sich entlang des Wassers. An einer Stelle gibt es tatsächlich einen Zugang ins Wasser. Ausgeschildert ist dort aber nichts. Aber im heißen Sommer könnte man hier ganz sicher ins Wasser gehen und im See schwimmen. Ein kleines Bänkchen wäre tatsächlich wunderbar. Vor allem, um wirklich mal aus Aussicht zu genießen. Still liegt er da, der Beetzer See, am anderen Ufer ist die Badestelle.

Läuft man den schmalen Weg weiter entlang, wird man immer mal wieder auf kleine Stellen treffen, die man zum Baden nutzen könnte. Aber auch und gerade zum Wandern und Spazieren ist der Weg am See ganz wundervoll. Ein echtes Naturidyll.

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RTelenovela

Ach, park’ doch woanders!

Samstag, den 23. März 2019
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Neulich musste ich beruflich eine Familie besuchen. Das Gespräch sollte nur gut zehn Minuten dauern – eine kurze Nachfrage. Die Familie hat ihr Grundstück in einem Bärenklauer Wohngebiet hinter dem Remontehof. Aber ich hatte ein Problem: Ich hatte keine Ahnung, wo ich denn schnell mal parken kann.

Die Straßen in diesem Wohngebiet sind schmal, an einigen Stellen sogar so schmal, dass da nicht mal ein Lkw durchkommt. Als ich das Grundstück gefunden hatte, fuhr ich erst mal dran vorbei. Ich drehte um – und fuhr noch mal vorbei. Es gab dort keine Parkmöglichkeit. Genau genommen gab es im ganzen Wohngebiet keine Parkmöglichkeit.
Letztlich sollte ich mich an einer Kreuzung halb auf den Gehweg. Absolut illegal.

Aber wer plant denn bitte sowas? Und wer erlaubt eine solche Planung? Ist nicht vorgesehen, dass Leute ins Wohngebiet fahren, die da nur zu Besuch sind? Parkplätze scheinen da schlicht nicht vorgesehen zu sein.

Auch in Sommerfeld habe ich da im Wohnpark schon so erlebt. Da gibt es lauter Straßen, sie sind immerhin nicht ganz so schmal – aber parken darf man da auch nirgendwo. Da scheint es überall Knöllchen zu hageln, wenn da jemand mal Geburtstag feiert und Gäste hat.

Ich könnte vieler solcher Wohngebiete aufzählen. Aber vermutlich hat es schlicht Profitgründe, dass Wohngebiete so geplant werden, wie sie geplant werden. Eine breitere Straße verschlingt ja schließlich wertvolles Bauland…

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Chronik Kremmen 2018

Donnerstag, den 27. Dezember 2018
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MAZ Oberhavel, 27.12.2018

Januar: ​Die Bäckerei Guse in Flatow begeht das 80.Jubiläum. +++ Erstmals erscheinen der Gemeindebrief der Kirche und das Kremmener Stadtmagazin als gemeinsames Heft. +++ Stefan Lux ist neuer Geschäftsführer im Kremmener Zweckverband. +++ Studenten der FH Potsdam zeigen ihre Ideen für die Klubhaus-Gestaltung. +++ Die Modellbahner in Kremmen bauen ihre alte Platte ab, um eine modernere zu bauen.

Februar: ​Das Dorv-Projekt in Sommerfeld gilt als gescheitert. Einen Dorfladen wird es dort vorerst nicht geben. +++ Elke Schwabe, Leiterin der Oberschule, beklagt dauerhaften Lehrermangel. +++ Im Wald bei Hohenbruch werden Sondermüll-Abfälle entdeckt. +++ Im Klubhaus öffnet der Krümelklub, dort treffen sich Eltern mit ihren Kleinkindern.

März: ​An der Goetheschule wird die Goethebüste gestohlen. +++ An der Gerhard-Henniger-Straße baut die Woba ein neues Haus. +++ Kämmerin Kathrin Schönrock geht, André Bröker ist ihr Nachfolger.  +++ Die alte Schulsporthalle wird geschlossen – nach einem Gefahrengutachten.

April: ​Die Feuerwehr in Staffelde feiert ihr 90. Jubiläum. +++ Danny See ist neuer Leiter der Jugendclubs.

Mai: ​Die Bushaltestellen am Markt fallen weg, die Busse halten nun am Schlossdamm. +++ Der Zoff bei der Flatower Feuerwehr wird beigelegt – zwischenmenschliche Probleme. +++ An der Wahl zum Bürgerhaushalt im Ortsteil Kremmen beteiligen sich nur 25 Leute.

Juni: ​Die Flatower Kita feierten ihren 30. Geburtstag. +++ In Sommerfeld öffnet im Alten Hof ein italienisches Lokal. +++ Lara Volgnandt ist neue Erntekönigin. +++ Die neue Kitasatzung wird beschlossen.

Juli​: Urteil im Brandstifterprozess. Robert U. bekommt viereinhalb Jahre Haft, Nico B. zwei Jahre auf Bewährung. Es ging um den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim. +++ Die Sanierung der Groß-Ziethener Kirche beginnt. +++ Der wochenlange Schienenersatzverkehr beim Prignitzexpress nervt die Pendler. +++ Elke Schwabe geht in den Ruhestand. neue Leiterin der Oberschule wird Beatrix Scheeren. +++ Mehrere Torfbrände am Luchweg halten die Feuerwehr in Atem. +++ Auf dem Hof von Helmut Voigt in Beetz tummeln sich fünf Störche im Horst.

August: ​Die neue Rettungswache an der Gerhard-Henniger-Straße wird eingeweiht. +++ 2000 Menschen kommen zum Festival „Resist to Exist“. +++ Das Drescherfest in Staffelde ist erstmals am Alten Dorfkrug. +++ Rot-Weiß Flatow trauert um Heinrich Tober. +++ Die Geschenkescheune schließt.

September: ​In Ludwigsaue entsteht kein neues Wohngebiet. Entsprechende Gerüchte sorgten für Wirbel. +++ Die Polizei soll in die Räume der Papierwerkstatt ziehen. Das sorgt für Kritik. Später ist klar, dass die Polizei zur Woba zieht.

Oktober: ​Die Sommerfelder Kita ist saniert. +++ In Hohenbruch beginnen die Sanierungsarbeiten am Ruppiner Kanal. +++ Großfeuer: In der Kremmener Altstadt brennt das Dach eines Hauses ab. +++ Die Galeriescheune „Einfach schön“ schließt.

November: ​Diana Bielicke eröffnet im Scheunenviertel einen Friseurladen mit Café. +++ Ute Spiegel aus Sommerfeld nimmt am Casting für „The Voice of Germany“ teil, kommt aber nicht weiter. +++ In Flatow werden neue Meilensteine aufgestellt. +++ Kremmen muss eine Million Euro Gewerbesteuern zurückzahlen.

Dezember: ​Dagmar Kühling eröffnet in der Altstadt einen Friseurladen. +++ Erstmals findet in Flatow ein Weihnachtsmarkt statt.  +++ Zum Jahresende schließen „Meyhöfers Gasthaus“, „Die alte Lebkuchenfabrik“ und der Sportladen der Schönebergs in Kremmen. 

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Sie hilft den Kindern bei den Hausaufgaben

Donnerstag, den 20. September 2018
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Alle zwei Wochen am Donnerstag kommt Eveline Kretschmann ehrenamtlichan die Beetzer Grundschule – außerdem gibt sie zu Hause Nachhilfe

MAZ Oberhavel, 20.9.2018

Beetz.
Mit Kindern kennt sich Eveline Kretschmann aus. Viele Jahre hat die heute 67-Jährige aus Sommerfeld als Lehrerin an der Bötzower Schule gearbeitet. 2010 war Schluss. Dennoch steht sie inzwischen regelmäßig wieder vor Schulkindern – allerdings nicht im Unterricht.
Alle zwei Wochen fährt sie am Donnerstagmittag zur Grundschule nach Beetz. „Ich mache die Hausaufgabenkontrolle“, sagt sie. Die Kinder haben an diesem Tag immer um 12 Uhr die Gelegenheit, an ihren Hausaufgaben zu arbeiten. „Sie kommen dann zu mir, um sie mir vorzulegen.“ Sie kontrolliert dann, ob alles richtig ist. Meistens geht es um die Fächer Deutsch und Mathematik. Eine Dreiviertelstunde steht sie den Kindern der Flexklasse mit Rat und Tat zur Seite. Sie beantworten Fragen oder verbessert gemeinsam mit den Kindern eventuelle Fehler in der Hausaufgabe.
„Die Arbeit mit den Kindern macht mir immer noch Spaß“, sagt sie. „Manchmal verstehen sie eine Aufgabe nicht so richtig, und dann versuche ich, ihnen das zu erklären.“ Angefangen hat es mit Zweitklässlern, inzwischen sitzen Kinder der 3. Klasse vor ihr. Wenn sie in den Raum kommt, dann weiß sie nie, was sie erwartet. Immer gibt es neue, andere Aufgaben.

Wenn es nach den Leuten in der Beetzer Grundschule geht, dann könnte sie noch öfter als alle zwei Wochen kommen. „Aber mehr möchte ich nicht machen“, sagt Eveline Kretschmann. Sie macht das ehrenamtlich über den Verein „Sommerfelder Miteinander“. Aber nicht nur in der Schule hilft sie aus – auch bei sich zu Hause. Für Kinder der Grundschule Beetz gibt sie regelmäßig Nachhilfe. Angefangen habe es mit zwei Kindern. Davon hatte sie dann mal bei einer Feier im Ort erzählt, woraufhin sich weitere Eltern mit ihren Kindern bei ihr meldeten.

Im Jahr 2020 feiert Eveline Kretschmann ihren 70. Geburtstag. Dann wolle sie mit den Nachhilfestunden aufhören, sagt sie. Die Kinder, die sie zu Hause betreut, seien nun in der 5. oder 6. Klasse, wenn sie dann in die weiterführenden Schulen kommen, dann habe sie ihre Aufgabe getan, so die Sommerfelderin weiter. „Aber es sind ja noch zwei Jahre Zeit.“

Die Grundschule in Beetz mag sie sehr. „Eine tolle Schule“, sagt sie. „Zumal sie ja so eine kleine Schule ist, das ist immer ein Vorteil.“ Sie freut sich, wenn sie als Dank mal zu Theatervorführungen eingeladen wird, auch wenn es zu Weihnachten ein Geschenk als Dankeschön gibt. Dass sie aushilfsweise wieder richtig in den Unterricht einsteigt, stehe für sie nicht zur Debatte. „Ich hatte meine 37 Jahre.“

Sie kümmert sich stattdessen auch gern um ihre Hobbys. „Wir haben Haus und Garten, da ist immer viel zu tun“, sagt Eveline Kretschmann. „Außerdem lese ich super gerne.“ Wenn sie und ihr Mann die Tochter in Manchester besuchen, dann sei das auch immer eine kleine Reise.

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Ein Abend mit Oberhavel-Talenten

Montag, den 17. September 2018
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Junge Musiker aus der Region treten in der ausverkauften Kulturschmiede in Schwante auf

MAZ Oranienburg, 17.9.2018

Schwante.
Ausverkauft! Damit haben die Leute von der Kulturschmiede in Schwante nicht gerechnet. „Das sah erst nicht so aus“, sagte Albrecht Kleye am Sonnabendabend. Dabei war es ein besonderer Abend. Sonst laden sich die „Freunde der Kulturschmiede“ immer Leute von außerhalb für ihre Programme ein. Diesmal aber ging es um Talente aus der Region, aus Oberhavel. „Das war ein guter Einfall“, so Albrecht Kleye. „Wir haben geguckt, wen wir denn so unserer Umgebung haben.“ Es gab auch persönliche Bekanntschaften, und jemand kannte jemanden.
Fünf junge Leute traten am Sonnabend in Schwante auf. „Wir haben diesen Abend gewagt“, sagte Dieter Blumberg in seiner Anfangsmoderation. „Aber dann haben wir alle kennengelernt, und dann wussten wir, dass es kein Wagnis ist. Wir haben eine Künstlergruppe gefunden, die ansehenswert und hörenswert ist.“ Dass der Raum voll war, „das zollt Respekt gegenüber unseren jungen Künstlern“, so Dieter Blumberg weiter. Dass zwei der Künstler direkt aus Schwante kommen, hat ihn besonders gefreut.

Den Anfang auf der Bühne machten Jannik und Katharina. Er wohnt in Oranienburg, sie kommt aus Sommerfeld. „Wir haben die gleiche Gesangslehrerin“, erzählte die 29-Jährige. „Und sie hat mir erzählt, dass jemand eine Sängerin sucht.“ Sie hat sich dann mit Jannik getroffen. „Es passt. Sowohl von unserer Art her, wir sind beide eher ruhig, als auch von unserem Musikstil.“ Die beiden machen seit einem halben Jahr gemeinsam Musik, sie traten Ende August auch schon beim Vehlefanzer Dorffest auf. Er spielt Gitarre, sie singt gefühlvolle Lieder auf Englisch und Französisch. „Hier ist die Atmosphäre total schön“, sagte Katharina über die Kulturschmiede in der Pause. „Es ist toll, dass wir zeigen können, was wir so machen.“

Danach sang Cornelia Tom. Die 30-Jährige aus Oranienburg trat am Sonnabend auch schon beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger in Schwante auf. „Ich habe heute ein volles Programm“, sagte sie. Seit zehn Jahren macht sie Musik, intensiver seit drei Jahren. Ein Lied heißt „Fremder“ und handelt von jemandem, den sie auf der Uni ganz gut fand, wie sie bei ihrem Auftritt sagte. Sie mochte die Stimmung in der Schmiede. „Es ist toll, wie die Leute hier das genießen.“ Mitte Oktober will sie ihre erste CD aufnehmen. Darauf sollen acht Songs sein, im Dezember könnte sie erscheinen.

Die Sache mit der Musik hat bei der 19-jährigen Saskia Pauli aus Schwante schon früh begonnen. „Das hat schon in der Schule angefangen.“ Sie war im Schulchor in Neuruppin und spielte die Hauptrolle in einem Schulmusical. Mit elf Jahren nahm sie Gesangsunterricht. Sie trat vier Jahre lang in einem Ensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes auf. Jetzt singt sie im Chor „Young Voices“ und trat auch schon in der Deutschen Oper auf.

Eines ihrer selbst geschriebenen Lieder in Schwante hieß „Mirror made of Glass“, ein sehr gefühlvolles Lied. Und ist es eigentlich schöner in der Deutschen Oper aufzutreten oder in der Kulturschmiede? „Das ist ganz anders. Hier hat man viel mehr Angst, Fehler zu machen“, sagte Saskia Pauli. „Das ist sehr viel persönlicher hier.“ Sie war ziemlich aufgeregt. Dass es diesen Abend gibt, fand sie sehr gut. „Das ist interessant für die Leute, die hier wohnen, dass sie sehen, wen es hier so gibt.“

Der Jüngste an diesem Abend war Vincent Nowak aus Schwante. Der 14-Jährige spielte auf dem Schlagzeug zu bekannten Hits. „Seit fünf Jahren spiele ich“, erzählte er in der Pause. Er war schon immer von den Rhythmen begeistert. Sein Traum: einmal auf der Berliner Waldbühne spielen. „Aber ich muss mir mal eine coole Band zusammensuchen.“ Aber da ist er ganz optimistisch, er kenne da schon ein paar Leute. Jeden Tag übt er rund 20 Minuten zu Hause. „Das ist immer sehr lustig für die Nachbarn“, erzählte er. Für ihn war es etwas Besonderes, in der Kulturschmiede auftreten zu dürfen. „Ich war hier schon bei vielen Konzerten, und jetzt trete ich selber auf, das ist toll.“

Auch die Zuschauer waren angetan von diesem Abend. „Super gut“, sagte Cornelia Beckert aus Vehlefanz in der Konzertpause. „Was die kleinen Orte zu bieten haben, ist Wahnsinn.“ Beate Czech aus Schwante lobte die kulturelle Vielfalt. „Auch wenn die Vorträge sehr unterschiedlich waren. Jeder für sich war sehr gut.“

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Treue Seele: Ein Engagierter mit Helfersyndrom

Donnerstag, den 21. Juni 2018
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Holger Reinitz aus Sommerfeld mischt bei der Feuerwehr und vielen Festen im Ort mit

MAZ Oberhavel, 21.6.2018

Sommerfeld.
Feuerwehr, Erntefest, Erntedankfeier, Dorffest – Holger Reinitz mischt überall mit. Er hilft bei der Organisation, er macht sich Gedanken, er kümmert sich. Und das macht er gern. „Mir macht das Spaß“, sagt der 63-Jährige aus Sommerfeld. „Und ich finde es äußerst wichtig, dass sich Leute engagieren.“

Seit 2007 ist er Vorsitzender des Kameradschaftsvereins der Freiwilligen Feuerwehr in Beetz-Sommerfeld. „Dabei war ich nie aktiver Feuerwehrmann“, sagt er und schmunzelt. „Ich hatte aber die ganze Zeit immer irgendwelche Verbindungen dorthin.“ Als der Verein 1997 gegründet worden ist, trat er ein. „Irgendwann war ich im Vorstand, und als Werner Pritzkow als Vorsitzender aufgehört hat, habe ich den Vorsitz übernommen.“ Man musste ihn nicht lange bitten. „Ich habe so ein bisschen ein Helfersyndrom“, gibt er lächelnd zu.
Im Verein kümmert er sich um Feierlichkeiten oder um finanzielle Unterstützungen für die aktive Wehr. Dabei geht es natürlich auch immer um die Frage, ob spezielle Wünsche nicht eher vom Träger der Feuerwehr, der Stadt Kremmen, bezahlt werden müssten. Das werde dann immer geprüft.

Auch beim Erntefest mischt er mit – seit 15 Jahren. „Ich bin in der Gruppe, die sich um Ordnung, Sicherheit und Technik kümmert“, erzählt Holger Reinitz. „Das geht eigentlich das ganze Jahr durch. Das sind sechs bis sieben Leute, die sich da immer treffen, im Winter seltener, später dann wieder öfter.“ Da müssten viele Absprachen getroffen werden. „Inzwischen kenne ich mich ganz gut mit dem Wirtschaftshof aus.“
Auch was die Feste in Sommerfeld angeht, kümmert er sich gemeinsam mit vielen anderen Helfern. „Der Weihnachtsmarkt zum Beispiel, der läuft über Kirche, da verzahnt sich dann auch einiges, zum Beispiel eben mit der Feuerwehr. Als Verein machen wir da auch eine Menge.“ Der Feuerwehrverein ist auch in die Organisation des Beetzer Erntedankfestes involviert. „Das fand ja vorher auf dem Acker neben meinem Grundstück statt.“ Inzwischen wird es direkt an der Beetzer Kirche gefeiert. „Es gibt ja Leute, die sagen: Wie kannst du mit der Kirche zusammenarbeiten? Ich bin der Letzte, der einen kirchlichen Glauben hat. Aber ich verstehe mich gut mit dem Pfarrer. Und es geht ja darum, zu einem Erfolg zu kommen. Welche Meinung dahinter steht, ist dann eigentlich egal.“ Wichtig sei, etwas für die Gesellschaft zu tun. „Das ist eine Motivation für mich.“

Holger Reinitz stammt eigentlich aus Rheinsberg (Kreis Ostprignitz-Ruppin). Später lebte er einige Zeit südlich von Berlin. Er wurde Lehrer, wechselte dann nach Neuruppin, ging dort an das „Haus der jungen Forscher“. 1982 zog er mit seiner Frau nach Sommerfeld. Rund um die Wende engagierte er sich als Gemeindevertreter. Nach dem Zusammenschluss mit Kremmen reichten aber die Wählerstimmen für eine Teilnahme am Stadtparlament oder Ortsbeirat nicht mehr aus. Er nimmt es gelassen.

Zuletzt arbeitete er als Mathematik- und Physiklehrer an der Mühlenbecker Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Seit Februar dieses Jahres ist er Rentner. Im Schulförderverein ist er aber auch immer noch aktiv. „Tja, Rente. Ich weiß nicht, wie ich es früher geschafft habe, noch zur Schule zu gehen“, sagt er über seine vielen Aktivitäten und schmunzelt wieder. Aber inzwischen ist auch mehr Zeit für die Enkel da – und für seine Zuckertüten-Sammlung. Holger Reinitz sammelt die kleinen Tütchen, die man in Restaurants zu einem Kaffee dazu bekommt. Etwa 15 000  Exemplare davon hat er schon – allerdings kommt der Zucker weg, bevor er die Tüten einsortiert.

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