RTelenovela

Klamotten aus!

Samstag, den 18. Januar 2020
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Normalerweise verlaufen berufliche Begegnungen relativ gleich. Man trifft sich, man redet miteinander, Fragen und Antworten, dann noch ein Foto und Auf Wiedersehen.
Neulich war das ein bisschen anders. Treffpunkt war nämlich die Sana-Klinik für operative Orthopädie. Es ging darum, dass dort ein Roboter für den OP-Raum angeschafft worden ist. Dieser Roboter wird bei Operationen eingesetzt, um Knochen zu bearbeiten. Mehr dazu gibt es hier.

Damit wir uns diesen Roboter ansehen konnten, mussten wir natürlich in den OP-Raum, aber das ist gar nicht so einfach. Denn vor dieser kompletten Abteilung steht die Schleuse, durch die wir wussten.
Wir wurden vor die Schleuse gebracht, und als ein Mitarbeiter gerade rein wollte, meinte unsere Begleiterin: “Sie können die beiden Herren ja gleich mal mitnehmen, oder?”
Da wussten wir aber immer noch nicht, was dort passiert.

Bis der Oberarzt uns begrüßte und meinte: So, jetzt müssen wir uns ausziehen.
Oh.
Ausziehen, bis auf die Unterhose, und die Socken konnten wir auch anlassen.
Gesagt, getan. Wir bekamen eine Überzieherhose und ein Oberteil. Dazu noch ein Mützchen für die Haare. Ein netter Anblick. Ein bisschen sahen wir aus wie echte Ärzte. Oder: Pfleger.

In dieser Montur standen wir uns alle gegenüber, während wir uns unterhielten. Und das war dann mal was ganz anderes, so dass ich auch gleich noch ein Foto von mir machen ließ.
Am Ende zogen wir uns wieder in der Schleuse um, und wir verließen den Klinikalltag wieder.

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aRTikel

Ein fräsender Roboter

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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An der Sommerfelder Klinik für operative Orthopädie kommt neuerdings während einiger Knie-OPs spezielle Technik zum Einsatz

MAZ Oranienburg, 15.1.2020

Sommerfeld.
Ungefähr 50-mal war er in Sommerfeld schon im Einsatz. An der Sana-Klinik für operative Orthopädie unterstützt seit einem halben Jahr ein Roboter die Ärzte bei den Knie-Operationen. „Wir robotern seit einiger Zeit“, sagt der ärztliche Direktor Andreas Halder und lächelt.
Wobei „robotern“ in diesem Fall nicht heißt, dass die Ärzte am OP-Tisch nur noch danebenstehen. Aber das Gerät namens „Navio“ weiß millimetergenau, wie das Gelenk des Patienten aussieht und wo die Fräse angesetzt werden muss. Dazu werden an den Knochen sogenannte Tracker befestigt. Über diese verschafft sich der Roboter einen Überblick über das zu operierende Areal. Er arbeitet nicht selbstständig. Der operierende Arzt hält das Gerät mit dem Fräskopf in der Hand und muss es auch führen. Der Unterschied: Der Apparat weiß, welche Stellen zu fräsen sind, wie tief und wie genau zu fräsen ist. Er weiß, wann er sich ein- und wann auszuschalten hat. „Das Gerät macht auch Vorschläge“, sagt Andreas Halder. Im Sinne von: Soll ich dieses oder jenes ausführen? Der Arzt kann den Vorschlag annehmen, aber eben auch ablehnen. „Der Roboter würde nicht autonom handeln“, stellt der ärztliche Direktor klar. „Ein erfahrener Operateur ist weiterhin notwendig.“ Und er ergänzt: „Ein Roboter macht nicht aus einem schlechten Chirurgen einen guten Chirurgen.“

Ob der Roboter bei der Operation überhaupt eingesetzt wird oder nicht, werde auch immer vorher mit dem Patienten besprochen. „Es gibt welche, die fragen ganz gezielt danach,und es gibt auch Patienten, die das ablehnen“, erzählt Andreas Halder, der seit 2001 in Sommerfeld an der Klinik arbeitet. Der Vorteil des Roboters bei der OP sei eine sehr hohe Präzision beim Fräsen während des Eingriffs am Knie. Aber die Methode habe auch Nachteile: Weil die Tracker im Knochen befestigt werden müssen, gebe es zwei Knochenlöcher mehr. „Und die OP dauert etwas länger“, so der leitende Oberarzt Daniel Schrednitzki. Wobei es da nur um einen Unterschied von gut 20 Minuten gehe.

Pro Woche werden an der Klinik für operative Orthopädie um die 100 Operationen durchgeführt – der Roboter kommt momentan noch bei den wenigsten zum Einsatz. „Vielleicht einmal am Tag“, so Daniel Schrednitzki. „Wir möchten Erfahrungen sammeln“, sagt der 40-Jährige. Die Ergebnisse der ersten Zeit seien recht gut. „Aber wir müssen das auf Dauer abwarten, wir wollen sehen: Geht es dem Patienten danach besser?“ Wenn es so gelänge, dass der Patient nach der OP schneller zurück ist im Beruf und Sport, dann sei das ein Erfolg. Aber ob sich die Arbeit mit dem Roboter langfristig auf die Haltbarkeit der Prothesen auswirke, sei noch nicht zu beweisen.

Die Sana-Klinik investiert in die neue Technik viel Geld. Eine gute Million Euro lässt sich das Unternehmen das kosten. „Aber wir können uns vor der Technik auch nicht verschließen“, erklärt Andreas Halder. Auch jede OP mit dem Roboter koste extra: Um die 600 Euro kostet der Einsatz der Tracker und des Fräskopfes, so der 54-Jährige weiter. „Das geht ins Klinikbudget.“ Aber er wolle am Puls der Zeit bleiben. „Auch wenn ich nicht sagen kann, ob in zehn Jahren flächendeckend mit Robotern gearbeitet wird. Aber wir können schauen, was es wirklich bringt.“
Ein gutes halbes Jahr wurde an und mit der Technik geprobt, bevor sie am Patienten eingesetzt wurde.

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aRTikel

Chronik Kremmen 2019

Freitag, den 20. Dezember 2019
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MAZ Oberhavel, 20.12.2019

Januar: In der Raniesstraße in Kremmen brennt ein Nebengebäude ab. +++ Kremmen hat eine neue gemeinsame Kirchengemeinde. +++ Das Polizeirevier zieht aus dem Rathaus ins Woba-Gebäude.

Brandanschlag auf den Jugendclub in Flatow. Unbekannte haben scheinbar am 14. Januar eine brennende Tonne an die Tür gestellt. Der starke Qualm und Ruß hat innen vieles zerstört. Dass daraus kein großes Feuer geworden ist, war wohl eines Glückssache. Bis zum Sommer dauerten dort die Sanierungsarbeiten.

Februar: Die Ex-Oberschulleiterin Elke Schwabe und Ellen Brunner vom Scheunenviertelverein bekommen die Ehrennadel der Stadt. +++ Großeinsatz: In Amalienfelde brennen ein Schuppen und der Dach eines Hauses. +++ Eine Initiative
sammelt Geld für einen Radweg nach Linum. +++ Die Randbereiche der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen sind saniert.

März: An der Alten Hamburger Poststraße werden neue Meilensteine eingeweiht. +++ Margitta Hammerl hat ihren letzten Tag als Sparkassen-Chefin in Kremmen. Ihr folgt Juliane Brösicke.

April: 274 Menschen beteiligen sich am Bürgerhaushalt in Kremmen und den Ortsteilen. +++ Landwirte schlagen Alarm: Die Böden sind trockener als zu Beginn des Dürrejahres 2018.

Die besten Spargelstecher – das war Ende April ein in Kremmen von der MAZ ausgerufener Wettbewerb. Wer kann in zehn Minuten die meisten Stangen stechen. MAZ-Leser Mario Winter machte am Ende das Rennen.

Mai: Die Kita „Villa Kunterbunt“ in Sommerfeld feiert 60. Jubiläum. +++ Der Überflug von Eurofightern erzeugt eine mächtige Druckwelle. +++ Die neue Buslinie zwischen Oranienburg, Schwante und Kremmen startet. Sie soll 2020 wieder
aufgenommen werden. +++ Auf einem Spargelfeld bei Flatow muss eine Handgranate entschärft werden. +++ Bei der Kommunalwahl siegt die CDU vor UWG/LGU und DUB.

Mehr als 100 Mitarbeiter der Sommerfelder Sana-Kliniken sind im Mai in einen zehnstündigen Warnstreik getreten. „Wir sind es wert“, stand auf der Streikkleidung. Die Angestellten fordern eine Lohnerhöhung um sieben Prozent.

Gleich zwei Musikclips von Bosse sind in Kremmen und Umgebung entstanden. „Ich warte auf dich“ mit Bjarne Mädel ist Anfang Februar veröffentlicht worden. Im Mai wurde unter anderen in Sommerfeld gedreht – für „Hallo Hometown“. Anwohnerin Sabrina Schepler stellte dafür auch ihr Grundstück zur Verfügung.

Juni: Das Sommerfelder Projekt „Dorv“-Laden ist gescheitert. Das Interesse ist zu gering. +++ Alle bisherigen Ortsvorsteher werden wiedergewählt. +++ Die Fußballer von Holstein Kiel trainieren in Kremmen.

Madline Fojut ist die Erntekönigin 2019/20 in Kremmen. Beim Tourismustag im Juni auf dem Spargelhof ist sie vorgestellt worden. Den größten Einsatz hatte sie beim Erntefest Ende August im Scheunenviertel. Seit 2001 lebt sie in Kremmen und ist in festen Händen, wie sie sagt. „Jetzt kommt meine Zeit“, sagte sie im Sommer.

Juli: Der Zutritt zum Strand am Kremmener See kostet nun Geld. +++ An der Beetzer Schule entsteht im alten Werkraum ein neuer Klassenraum. +++ Der Scheunenviertelverein feiert 25. Jubiläum. +++ Flatow feiert 110 Jahre Feuerwehr. +++ Andreas Dalibor verlässt die SPD.

Das Punkfestival „Resist to Exist“ sollte Anfang August in Kremmen stattfinden. Erst wenige Tage davor ist entschieden worden, nach Berlin-Marzahn auszuweichen. Im Juni fand auf dem Gelände am Oranienburger Weg
ein Pressetermin statt. Lokalpolitikern und den Organisatoren ist es dennoch nicht gelungen, das Festival für Kremmen zu retten. Im Landratsamt in Oranienburg ist auf eine Baugenehmigung beharrt worden. Es bestand das Verbot, Zelte und Catering aufzubauen. Inzwischen ist klar: Auch 2020 wird „Resist to Exist“ nicht in Kremmen stattfinden. Die Organisatoren wollen langfristig aber zurückkehren, heißt es.

August: Im Beetzer Hort werden Räume gesperrt. Treppe und Fluchtweg seien zu eng. +++ Wochenlang liegt Sanitär-Müll im Wald von Ludwigsaue.

September: Bei der Landtagswahl siegt in Kremmen die AfD vor SPD und CDU. +++ Der hohe Krankenstand im Rettungsdienst sorgt in Kremmen und Staffelde für Probleme. +++ Der Kremmener Tourismusverein löst sich auf.

Oktober: RE 6 und RB 55 fallen aus – die Bahn sorgt ständig für Probleme. +++ Die A 24 wird gesperrt. Ein Wochenende lang rollt der Verkehr über die Dörfer: Chaos! +++ „Webers Eck“ in Sommerfeld soll neu bebaut werden. +++ Hans-Georg Maaßen tritt auf dem Spargelhof auf.

Trauer in Beetz: Bäckermeister Mike Bollig ist im Oktober mit nur 55 Jahren verstorben. Ein paar Tage danach ist die Bäckerei ein letztes Mal geöffnet worden – zu Ehren des Beetzers. Die Familie und Angestellte haben sich dafür zusammengetan.

November: Medikamentenmangel. Auch in Kremmen gibt es Engpässe bei Ibuprofen und anderen Mitteln. +++ Bei der Schleppjagd in Staffelde kommt es zum Zwischenfall. Ein Begleitauto fährt in einen Graben. +++ In der Kita „Räuberhöhle“ in Staffelde gibt es zusätzliche Räume. +++ Der für den Brand im November 2018 in der Ruppiner Straße Verantwortliche, muss drei Jahre in Haft.

Dezember: Zum Jahresende gibt Stadtbrandmeister Gerd Lerche seinen Posten ab.

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aRTikel

Dreifacher Abschied im Sommer 2020

Samstag, den 5. Oktober 2019
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Die Kitaleiterinnen in Flatow, Hohenbruch und Sommerfeld erzählen über den nahenden Ruhestand

MAZ Oberhavel, 5.10.2019

Kremmen.
2020 wird an den Kitas in Flatow, Hohenbruch und Sommerfeld das Jahr der Abschiede. Im Sommer werden die Leiterinnen Kathrin Busse-Staufenbiel, Anita Hahn und Elke Schilling in den Ruhestand gehen.

Elke Schilling wird pünktlich zum 45. Dienstjubiläum gehen. Am 1. August 1975 trat sie nicht nur ihren Dienst an, sie wurde auch gleich Leiterin der Sommerfelder Kita. „Ein bisschen Wehmut ist immer dabei“, sagt sie. „Aber es überwiegt auch die Freude, dann mehr Zeit zu haben.“
Anita Hahn leitet die Hohenbrucher Kita seit 1979. Freut sie sich auf den Ruhestand? Sie überlegt. „Ich bin mir noch nicht so sicher“, sagt sie dann. „Einerseits freue ich mich, aber ich weiß nicht, ob ich absolut loslassen kann, man fühlt sich ja mit der Einrichtung sehr verbunden.“
„Ich werde auf alle Fälle mehr Zeit für mich haben“, sagt Kathrin Busse-Staufenbiel. Zeit für mehr Bewegung, ihren Mann, den Hund und natürlich die Enkel. „Mehr Zeit für die Familie und mich selber“, antwortet auch Elke Schilling auf die Frage, wie sie ihren Ruhestand nutzen will. Anita Hahn sieht das auch so.

Denn der Zeitfaktor ist für die drei Frauen wichtig. Alle drei arbeiten in ihrem verantwortungsvollen Job mehr als die Regelarbeitszeit es vorgibt. „Man ist in Gedanken immer bei seiner Verantwortung, die man hat“, sagt Kathrin Busse-Staufenbiel. „Das ist nicht nach 40 Stunden vorbei“, ergänzt Elke Schilling. „Man überlegt auch in der Freizeit immer wieder, wie man jedem gerecht werden kann.“ Hinzu kommen die üblichen Konferenzen. Am Dienstag erst trafen sich alle Kitaleiterinnen im Kremmener Rathaus zur Besprechung. „Viel Bürokratie“, sagt Elke Schilling. Sie hätte gern weniger davon, dafür mehr Zeit, sich um die Kinder ganz konkret zu kümmern.

Alle drei Frauen sind jahrzehntelang im Dienst, deshalb haben sie inzwischen auch mehrere Kindergenerationen in ihren Kitas betreut. „Man wird schon mal angesprochen“ , erzählt Elke Schilling. „Na, Tante Elke“, habe ihr mal ein Mann zugerufen. „Ich habe ihn aber nicht erkannt und meinte dann: Wenn du mir jetzt noch sagst, wer du bist …“ Als der Mann dann gelacht habe, habe sie auch gleich gewusst, wer er war. Kathrin Busse-Staufenbiel nickt und sagt: „Es ist immer eine große Freude, wenn wir jemanden wiedererkennen.“ Anita Hahn fügt hinzu: „Wir haben ja auch oft schon von den Kindern die Kinder bei uns.“
In den vielen Jahren haben sich aber auch die Kinder verändert, finden sie. „Sie sind selbstbewusster geworden“, sagt Kathrin Busse-Staufenbiel. „Aber auch aufgeschlossener und mitteilungsfreudiger. Ebenso fordernder, was die Aufgaben angeht.“ Elke Schilling stimmt ihr zu und erklärt: „Man muss konsequent sein, wenn es um Regeln geht. Kinder brauchen ihr Nest, ihre Zuneigung. Sie müssen wissen, wo sie hingehören.“
Aber auch die Arbeit mit den jeweiligen Kollegen ist allen drei sehr wichtig. „Wenn ich meine Kollegen nicht gehabt hätte, wäre gar nichts gelaufen“, sagt Elke Schilling. Zusammenhalt sei ihr sehr wichtig. „Den wollen wir auch an die jüngere Generation weitergeben.“ Anita Hahn lächelt und ergänzt: „Ohne die Kollegen und die Eltern wäre ich überhaupt nichts.“

Alle drei sind inzwischen 60 Jahre und älter. Da fällt einiges schon schwerer. „Der Lärm“, sagt Kathrin Busse-Staufenbiel. „Die täglichen Aufgaben fallen schwerer“, sagt Anita Hahn. „Ich merke, ich bin am Abend ganz schön k.o, das war vor zehn Jahren noch nicht so.“
Wie sie ihren letzten Arbeitstag verbringen werden, ist noch nicht klar. „Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht“, so Kathrin Busse-Staufenbiel. „Da möchte ich noch nicht dran denken“, sagt Anita Hahn. „Da wird es sicher Tränen geben“, vermutet Elke Schilling. „Aber da gebe ich einen aus.“

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KeineWochenShow

#136 – Klum und Rum

Sonntag, den 11. August 2019
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Heute gibt’s Klum und Rum!
Klum, natürlich weil wir ausführlich über die Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz, aber noch viel mehr über die RTL-Berichterstattung sprechen.
Rum, weil wir tatsächlich Rum testen. Es handelt sich um einen Rum, der in Sommerfeld hergestellt worden ist. Neulich traf ich dort Nicolas Kröger, der Spirituosen produziert und kreiert. Eine der Kreationen haben wir in unserem Keller, um sie zu probieren.

Außerdem geht es um Christian Lindner (FDP), der eine wunderliche Begründung dafür hat, warum er eine SUV-Steuer ablehnt. Und um einen weiteren SPD-Austritt. Und um ein neues Schulfach an einer Oranienburger Grundschule: Faustlos.

Das und viel mehr in KeineWochenShow #136 auf Youtube.

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aRTikel

Überflieger: Der Mann mit dem besonders guten Geschmack

Samstag, den 3. August 2019
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Der Sommerfelder Nicolas Kröger (28) kreiert und produziert Spirituosen und ist unter Kennern für seine gute Feinsensorik bekannt – in Berlin hat er eine Bar

MAZ Oberhavel, 3.8.2019

Sommerfeld.
Nicolas Kröger hat viel mit Alkohol zu tun. Was aber nicht heißt, dass er davon übermäßig viel trinkt. Das stellt er klar und lächelt dabei. Viel mehr geht es ihm um den Geschmack, um die Inhaltsstoffe. Er gilt in der Branche nicht umsonst als Feinsensoriker. Das „Foodist-Magazin“ nannte ihn einen aufstrebenden Stern am Destillerie-Himmel. Der 28-Jährige aus Sommerfeld ist Spirituosen-Produzent und hat mit „Fine Spirits“ seine eigene Firma. Bei ihm gibt es Gin, Rum oder Whisky. Er kreiert neue Sorten und füllt die Flaschen in seiner kleinen Sommerfelder Manufaktur ab und lässt sie etikettieren. Er sitzt zudem in Jurys und bewertet den Geschmack von Spirituosen und bietet sie selbst auch in seiner „Wagemut“-Bar in Berlin-Kreuzberg an.

Zu ihm kommen Firmen oder auch Leute, die eigene Spirituosen-Kreationen haben möchten. „Das Wertvollste, was ich habe, ist zu wissen, was Leute geschmacklich wollen“, erzählt er. Aber wie wird beispielsweise so ein neuer Whisky kreiert? „Ich frage dann zum Beispiel: Was ist dein Lieblingsschnaps? Dann sagen sie eine Marke oder Kategorie. Und ich frage: Was gefällt dir daran?“ Er hört zu und hat dann meist schon Ideen im Kopf. „Ein Kunde wollte einen Whiskylikör mit Zimtnote.“, erzählt er. Er brachte daraufhin Vanille ins Spiel. „Ich habe alles in konzentrierter und destillierter Form da.“ Meist gehe es bei der Umsetzung eines neuen Geschmacks um Emotionen. „Ich stelle mir etwas vor, beginne mit meiner Arbeit und versuche, es beim ersten Versuch umzusetzen.“ In der Regel sitze die Rezeptur schon beim ersten Mal. Da spricht der Feinsensoriker.

Ursprünglich stammt Nicolas Kröger aus Ellerau in Schleswig-Holstein. Schon mit 15 begann er, Schnaps zu brennen. „Ich hatte immer Interesse an Sensorik und Geschmack, schon mit elf konnte ich mehrere Gänge kochen.“ Sein Opa habe gern Wein getrunken, und er sei erstaunt gewesen, „wie gut ich den sensorisch auseinandernehmen konnte.“ Das hatte er schnell drauf: Geschmäcker und die Unterschiede erkennen.
Er begann eine Lehre zum Hotelfachmann im Steigenberger in Hamburg, machte dort auch eine Sommelier-Ausbildung. Später ging er nach York, um Englisch zu lernen. „Dort habe ich eine Mondschein-Destillerie aufgezogen“, erzählt er. „Auf jeder Party standen meine Flaschen.“ Später arbeitete er im Londoner Ritz-Hotel, kümmerte sich dort um den Bar-Bereich. Auf den Malediven war er im „One & Only“-Hotel für die Umgestaltung des Barkonzepts zuständig. In Südafrika absolvierte er schließlich noch eine Butler-Ausbildung. „Ich wollte nie Butler werden, aber das höchste Level im Service erreichen.“ Überall sei er immer mit Abstand der Jüngste gewesen.

„Mein Leben bestand nur aus Schnapsbrennen und arbeiten“, sagt er. Er sei immer mit Leidenschaft dabei gewesen, eines führte immer zum anderen in seinem Leben. 2013 kam er nach Berlin. „Ich wollte aus der Luxushotellerie raus in den Barbereich.“ Schließlich machte er sich selbstständig – mit eigener Firma und mit eigener Bar. „Ich wollte immer die Bar mit der besten Spirituosenauswahl haben.“ Inzwischen hat „Wagemut“ in der Kreuzbergstraße in Berlin nach seinen Angaben 2500 verschiedene Spirituosen zu bieten. „Davon 1800 Flaschen, die es nicht mehr gibt.“

Er sagt, dass Spirituosen nicht teuer sein müssen. Er sei genervt von „Heuchelprodukten“, wo die Flasche extravagant aussehe und entsprechend teuer sei, der Inhalt aber weniger. „Ein guter Rum kann schon um die 20 Euro Freude machen.“ Er ist Mitglied im Freimeister-Kollektiv. Dabei handelt es sich um eine Plattform für neue Spirituosen-Produkte. „Wir wollen den Markt revolutionieren. Das sind echte Produkte, die nachhaltig produziert werden.“ Hochwertige Produkte in scheinbar schlichten Flaschen – damit sind sie schon recht erfolgreich und haben Preise gewonnen. Seine eigenen Kreationen sind gekennzeichnet als „N.Kröger“, künftig soll aber die Marke „Wagemut“ hervorstechen – nicht nur die Bar, sondern auch die von ihm kreierten Produkte.
Er selbst mag übrigens am liebsten Champagner. „Aber an sich trinke ich sehr wenig, der Alkohol beeinflusst den Geschmack.“ Auf den komme es ihm an. Da er viel unterwegs sei, könne er auch gar nicht so viel Alkohol trinken.

In Sommerfeld lebt er seit drei Jahren. „Ich mag Städte nicht besonders“, sagt er. Stattdessen fährt er mit dem Rad durch die Wälder. „Das brauche ich.“ Gerade füllt Mitarbeiterin Heike Preuße unten im Haus wieder Flaschen ab – für neue Produkte made in Sommerfeld.

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Politik ist sein Hobby

Donnerstag, den 18. Juli 2019
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Der Sommerfelder Reiner Tietz (80) von den Linken ist Kremmens ältester Stadtverordneter

MAZ Oranienburg, 18.7.2019

Sommerfeld.
Auf seinem Schreibtisch liegt ein Foto, auf dem steht: „Reiner, es ist besser, wenn du jetzt gehst.“ Er lächelt verschmitzt. Denn eigentlich hat Reiner Tietz genau das nicht vor: zu gehen. Der 80-jährige Sommerfelder hat noch einiges zu tun. Er ist Stadtverordneter in Kremmen, lange saß er im Sommerfelder Ortsbeirat. Er engagiert sich bei den Linken und in der Willkommensinitiative in Kremmen.
„Ja, zahlreiche Dinge habe ich schon zurückgefahren und mich ein wenig zurückgezogen“, sagt er. Aber gleichzeitig gibt es noch Projekte in Kremmen und den Ortsteilen, die er weiterverfolgen möchte. Wenn er aber auf sein Leben zurückblickt, dann sagt er: „Ich bin nicht unzufrieden mit meinem Lebenswerk.“ Auch wenn es in seinem Leben einen einschneidenden Bruch gab.

Reiner Tietz ist Magdeburger, er selbst sagt „Machteburger“. 1938 ist er dort geboren. „Wir haben direkt in der Stadt gewohnt, in einem alten Mietshaus.“ Sein Vater war Drogist, arbeitete in einem Chemiebetrieb, die Mutter war Kindergärtnerin. Er begann eine Berufsausbildung zum Chemiefacharbeiter und studierte später in Leipzig Ingenieur-Ökonomie-Chemie. „Ich kam dann ins Chemiewerk nach Coswig.“ Er betreute Brennöfen für Düngemittel und Schwefelsäureherstellung. „Das war mein Ding.“ Gleichzeitig zog es ihn aber in die Politik. Er war FDJ-Sekretär. Er wurde in Coswig Stadtverordneter, ging dann nach Berlin zur Parteihochschule. „Da studiert man Marxismus-Leninismus.“ Reiner Tietz lächelt wieder. „Die politische Arbeit hat mir Spaß gemacht.“ 1966 machte er sein Staatsexamen, war dann jahrelang im Zentralrat der FDJ. Er beschäftigte sich bald mit dem Staatsrecht und wurde 1975 Direktor des Staatsverlages. „Das war der Verlag in der DDR für juristische Literatur und populärwissenschaftliche Literatur.“
Die DDR habe ein ausgefeiltes, einfaches Rechtssystem gehabt. „Wir legten Wert darauf, dass die Bürger Bescheid wussten. Es ging uns um die Propagierung des sozialistischen Rechts – bis zur Wende.“ Die war für ihn ein Einschnitt. „Wir haben versucht, die Sache zu erhalten. Aber uns war klar, dass das nicht mehr möglich war. Dann setzte ein tiefgehender Lernprozess ein, auch bei mir persönlich. Wir haben eklatante Fehler gemacht und zu spät umgesteuert“, sagt er zum Umbruch 1989/90. Es sei zwar die Mitwirkung der Bürger propagiert, aber oft nicht wirklich umgesetzt worden.

Er hat den Wechsel von der SED zur PDS und nun zur Linken mitgemacht. „Wir mussten umlernen. Wir mussten überlegen, wie wir den Kern einer gerechten Gesellschaft vertiefen, deshalb bin ich Linker geblieben.“ Zur Wende war er 52. „Ich war auf dem Höhepunkt meines Schaffens.“
Er musste den Betrieb, den Staatsverlag, über die Runden bringen. „Es war klar, dass es keinen zweiten Staatsverlag geben würde, in der Bundesrepublik gab es ja schon einen.“ Bis 1991 war er Direktor bei dem Verlag, danach wechselte er zum Freiburger Haufe-Verlag, der in Berlin eine Außenstelle hatte. Bis 1996 war er dort. Ein Jahr lang war er arbeitslos, dann ist er in Rente gegangen.

Bis 1998 war er Berliner – eigentlich. Denn schon Anfang der 70er-Jahre entdeckte er Sommerfeld. Wegen einer Lungenkrankheit war er damals drei Monate in der Klinik und erkundete das Dorf. Er lernte den Nutzer des Grundstücks kennen, auf dem er heute lebt. „Wir blieben auch danach lange in Verbindung. Als er ins Altersheim ging, haben wir uns um das Grundstück beworben.“ Familie Tietz bekam den Zuschlag und hatte nun ein Gartengrundstück. Nach der Wende konnte sie es kaufen und baute dort ab 1997 ihr Haus. „Vorher waren wir in Berlin-Marzahn in einem kleineren Plattenbau.“ Ein günstiger Kredit machte es möglich – sie bauten in Sommerfeld ihr neues Heim und zogen ganz raus ins Dorf.

Ziemlich schnell begann dann seine politische Arbeit in Oberhavel. „Damals gab es in Sommerfeld noch eine Gemeindevertretung, da waren zwei oder drei Linke drin, die habe ich unterstützt.“ Bald wuchs er in die politische Arbeit rein, war von 1998 bis 2002 im Kreisvorstand der Linken in Oberhavel, von 2000 bis 2002 Vorsitzender. 2003 wurde er Abgeordneter des Kreistages und in der Kremmener Stadtverordnetenversammlung.
„Es war mir wichtig, weil ich dokumentieren wollte, dass ein Sozialist in der Lage ist, für die Leute etwas zu tun.“ Musste er sich für seine Vergangenheit je rechtfertigen? „Nicht direkt.“ Er schmunzelt. „Aber es gibt von manchen Leuten indirekte Spitzen“, sagt er. „Aber ich höre darüber hinweg.“

Kremmen ist ihm wichtig. „So wesentlich hat sich nichts verändert, und das ist gut.“ Man müsse die langfristige Entwicklung der Stadt im Auge behalten. „Es muss mehr Wirtschaftsansiedlung passieren.“ Mehr Wirtschaft bedeutet mehr Einwohner, „daran reiht sich die Bildungslandschaft.“ Die Schule müsse in Trägerschaft der Stadt Kremmen bleiben, so Reiner Tietz. Dazu der Neubau für die Feuerwehr, „und der Straßenzustand muss verbessert werden.“ Beim Klubhaus müsse eine Entscheidung fallen, die machbar sei. Aus seiner Sicht müsse ein Investor her.
Wenn man ihn fragt, ob noch Zeit für Hobbys ist, schmunzelt er wieder. Alles, was er mache – das seien seine Hobbys. Außer vielleicht noch: sein Grundstück. „Das will ja in Ordnung gehalten werden.“ Er ist seit 1968 verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. Anfang des Jahres musste er entscheiden, ob er weiter machen wolle in der Politik. „Meine Frau hätte es lieber gesehen, wenn ich ausgestiegen wäre“, sagt er. Aber andere hatten ihm signalisiert, dass er weiter gebraucht werde. Das freut ihn. Rückblickend sagt er: „Ich habe nicht sinnlos gearbeitet. Es gab einen starken Einschnitt nach der Wende, aber ich habe auch danach nicht den Kopf hängen lassen.“ Das will er auch weiterhin nicht tun.

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