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RTL Fußball – Europa League: Mailand – Leverkusen

Donnerstag, den 13. August 2020
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MO 10.08.2020 | 20.30 Uhr | RTL

Eigentlich haben wir uns an die Stille im Fußballstadion schon gewöhnt. Umso merkwürdiger war das Spektakel, das am Montagabend RTL seinen Zuschauern bot. Bei der Übertragung des Europa-League-Viertelfinalspiels zwischen Mailand und Leverkusen waren Fangesänge zu hören – und auch nicht abzustellen.
Und nicht nur, dass man den Zuschauern diese Fake-Geräusche präsentieren musste – es waren mitunter wohl auch noch die falschen.

Wie Zuschauer monierten, sollen zeitweise Fangesänge für den 1. FC Köln zu hören gewesen sein. Was natürlich blöd ist, wenn man der Übertragung eines Leverkusen-Spiels folgt.
RTL weist die Schuld von sich, schließlich würden sie das Signal ja von der UEFA bekommen.
Die UEFA weist die Schuld von sich, schließlich sei ja Sky für dieses künstliche Tonsignal verantwortlich.
Sky weist die Schild von sich, angeblich habe es die falschen Gesänge nicht gegeben.
Und angeblich fanden es die RTL-Zuschauer aber grundsätzlich dufte, dass die Fake-Sounds zu hören waren, obwohl ja die ganze Zeit ein ziemlich leeres Stadion zu sehen war.

Leverkusen ist übrigens ausgeschieden. Was wirklich sehr schade ist, wo doch RTL für die nächste Übertragung schon die schönsten Fangesänge aus Düsseldorf zusammengestellt hat. Wäre auch bestimmt keinem aufgefallen.

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8 Tage

Sonntag, den 12. Juli 2020
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FR 10.07.2020 | 22.40 Uhr | zdf neo

Europa steht der Einschlag eines Asteroiden bevor. In acht Tagen soll es so weit sein. Danach ist Mitteleuropa ausgelöscht. Amerika und Russland machen ihre Grenzen dicht, und es brechen die letzten Tage vor der Apokalypse an.
“8 Tage” heißt die 8-teilige Serie, die 2019 bei Sky ihre Premiere hatte und nun bei zdf neo zu sehen ist. Die ersten vier Folgen liefen am Freitagabend.

Wie das ZDF sein Programm plant, ist schon merkwürdig. Da kaufen sie von Sky eine Serie ein, um sie im Programm auszustrahlen – aber vor allem, um sie für drei Monate in der ZDF-Mediathek anbieten zu können. Aber so richtig viel scheint man beim ZDF dennoch nicht von der Serie zu halten. Warum sonst schafft sie es nicht ins Hauptprogramm, wo doch jetzt, im Sommer, fast nur noch Wiederholungen laufen. Stattdessen sind die Folgen selbst bei zdf neo nur spät zu sehen, und durch die Zwei-mal-vier-Folgen-Ausstrahlung laufen sie immer bis spät in die Nacht. Viele Zuschauer sind da nicht zu erwarten und erwartet man offenbar auch nicht.

Das ist schade, denn eigentlich spielen in “8 Tage” so viele bekannte Schauspieler mit, dass es eigentlich hätte auch fürs Hauptprogramm interessant sein können.
Was nicht zwingend heißt, dass “8 Tage” so richtig gelungen ist.

Es sind eher die Geschichten im Kleinen, die in der Serie erzählt werden. Zwar erfährt der Zuschauer ganz am Anfang, was los ist und wie dramatisch die Lage zu sein scheint. Das spielt dann aber erst mal keine Rolle. Stattdessen geht es um eine Familie, die mit dem Zug nach Russland flüchten will. Um ein Paar, das mit dem Flugzeug in die USA will. Ein älteren Herrn, die sein Haus ausmistet.
Die bedrohliche Stimmung spielt durch das, was sie tun, zwar eine Rolle. Aber es fehlt der Blick auf das große Ganze. Seltsamerweise wirkt “8 Tage” an vielen Stellen wie ausgestorben, weil kaum Leute zu sehen sind. In nur wenigen Szenen sind viele Menschen zu sehen.
Dadurch ist das Ganze nicht uninteressant, aber zumindest in den ersten vier Folgen vom Freitag kommt die ganz große Spannung selten auf. Immerhin gibt später noch einige Wendungen, die dann doch noch für Spannungen sorgen. Aber wie das bei vielen Serien so ist: Eigentlich sollte in den ersten Teil viel reingepulvert werden, denn die Zuschauer bleiben sonst nicht dran. Hier steigt die Spannung erst mit der Zeit. Aber das werden dann viele schon nicht mehr mitbekommen.

-> Die Serie in der ZDF-Mediathek (bis 8. Oktober 2020)

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Das Boot

Montag, den 6. Januar 2020
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FR 03.01.2020 | 20.15 Uhr | ZDF

Dass fast 40 Jahre nach der Veröffentlichung eines Kinofilms der dazu gehörige Romanstoff noch mal verfilmt wird, ist erst mal nicht verwerflich. 1981 kam “Das Boot” von Wolfgang Petersen ins Kino. 2018 lief auf Sky erstmals die achtteilige Serie, nun läuft sie erstmals im Free-TV. Am Freitagabend liefen die ersten beiden Folgen im ZDF.

Eine relativ unerfahrene U-Boot-Crew ist 1942 von La Rochelle in Frankreich aus unterwegs in den Kriegseinsatz. Für Kapitän Hoffmann ist das eine Herausforderung, denn auch er hat noch nicht wirklich Erfahrung in seinem Job. Und natürlich hat er einen nazitreuen Gegenspieler an Bord.

Aber so richtige Spannung will bei der Neuauflage von “Das Boot” einfach nicht aufkommen. Schon allein deshalb, weil an Bord und unter Wasser alles und alle so geleckt aussehen. Die Männer haben meist perfekt sitzende Frisuren, sind perfekt rasiert, ihre Klamotten sehen ordentlich aus. Zudem scheint im U-Boot völlige Stille zu herrschen. Keine Motorengeräusche, keine Wassergeräusche – alles wirklich klinisch rein.
Das könnte sich vielleicht im Laufe der Geschichte noch ändern, aber es wirkt auch am Anfang ziemlich unglaubwürdig.
Da sich auch sonst eher wenig Spannung aufbaut – zumal man irgendwie keinen Bezug zu den Menschen aufbauen kann, was bei einem Serienstart aber nicht ganz unwichtig ist.
Nach zwei Folgen ist die Reise für mich leider zu Ende.

-> Die Serie in der ZDF-Mediathek (bis 5. April 2020)

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25 Jahre Kalkofes Mattscheibe: Die Anfänge des TV-Kults

Freitag, den 19. April 2019
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DO 18.04.2019 | 22.10 Uhr | Tele 5

Ich weiß noch, was ich am 17. April 1994 gemacht habe. Ferngesehen. Es war kurz nach 20 Uhr, auf premiere lief unverschlüsselt die erste “Mattscheibe”, damals noch als Teil der Sendung “8!”
Oliver Kalkofe zeigte Fernsehausschnitte und kommentierte sie. Ich habe das von Anfang an geliebt. Ich fand das Fernsehen und die Auseinandersetzung damit schon damals sehr spannend. Damals gab es auf premiere auch “Zapping”, wo jeden Tag die interessantesten und lustigsten Ausschnitte des Vortages zu sehen waren.

Schnell wurde “Kalkofes Mattscheibe” Kult. Die Sendung wurde sehr bekannt, obwohl sie nur auf dem kleinen Pay-TV-Sender lief, der ja nur zeitweise frei empfangbar war. Aber ich zum Beispiel nahm die Folgen auf Video auf, und sogar in der Schule haben wir die “Mattscheibe” gesehen, wenn es mal – warum auch immer – keinen normalen Unterricht gab. Dann wurde der VHS-Zusammenschnitt rausgeholt.

Der Spaß endete 1998, eine lange Pause folgte – bis Kalkofe im Ersten zu sehen war. Mit einer Sportvariante der Sendung. Später ging es auf ProSieben weiter, inzwischen sendet er auf Tele 5.

Am Gründonnerstag begann der Kalkfreitag. Zum 25. Jubiläum der Sendung zeigt Tele 5 einen 25-Stunden-Marathon. Eigentlich sind es sogar 27 Stunden, aber da wollen wir ja mal nicht so sein.

25 Jahre! Eine wahnsinnig lange Zeit. In dem Rückblick auf ein Vierteljahrhundert sehen wir auch ein Stück Fernsehgeschichte. Talkshow-Wahnsinn aus den 90ern, Sextalks, Volksmusik – der ganze Wahnsinn.
“Die Anfänge des TV-Kults” am Donnerstagabend zeigte, wie alles begann. Denn “Kalkofes Mattscheibe” war zu Beginn auch ein Experiment. Die Macher wussten selbst noch nicht genau, was eigentlich technisch zu geht. So saß Kalkofe anfangs noch neben einer Mattscheibe und kommentierte das Geschehen. Bald tauchte er im Originalbild auf, dann folgten die Parodien.
Kalkofe hat in den 25 Jahren definitiv auch selbst Fernsehgeschichte geschrieben. Die große Gala zum Fest gibt’s am Karfreitag um 20.15 Uhr.

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

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Babylon Berlin

Montag, den 1. Oktober 2018
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SO 30.09.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Zwar wurde “Babylon Berlin” schon im Herbst 2017 im Pay-TV-Sender Sky 1 ausgestrahlt, aber eben nur für ein zahlendes, nicht sehr großes Publikum. Deshalb war die Spannung groß, als am Sonntagabend endlich die erste Folge im frei empfangbaren Fernsehen lief. Die 1929 in Berlin spielende Serie läuft jetzt, nach der Premiere immer am Donnerstagabend im Ersten.

In Berlin werden am Ende der Weimarer Republik rauschende Partys gefeiert, aber auch das Verbrechen ist weiter auf dem Vormarsch. Der Kölner Polizist Gereon Rath (Volker Bruch) kommt nach Berlin, um einen schwierigen Fall zu lösen – wobei sein Chef dort auch eher zwielichtig ist. Unterdessen versucht eine sowjetische Gruppe Schätze durch das Deutsche Reich nach Istanbul zu schmuggeln. Und dann gibt es noch die Kripo-Mitarbeiterin, die nachts erotische Dienste anbietet.

Es gibt in Folge 2 diesen Moment. Da brodelt der Tanzsaal, Nikoros singt vorn “Zu Asche, zu Staub”, einen hervorragenden und eingängigen Song, alle tanzen. Und die Geschichte ist am Laufen – eine wilde Schießerei, Menschen auf der Flucht, und auf der anderen Seite die Feiermeute.
“Babylon Berlin” ist packendes Fernsehen, es ist aber keine Kost, die man nebenher schauen kann. Der 16-Teiler will gesehen werden, er will die ganze Aufmerksamkeit. Die Spannung wird nicht durchgängig gehalten, aber dann gibt es eben doch wieder die faszinierenden Augenblicke.
Es heißt, die Spannung steigt im Laufe der Story. Da müssen wir uns überraschen lassen.

Was allerdings bei Serien immer mehr auffällt: Serien werden immer seltener als Serien gesehen. Da werden drei Folgen am Stück gesendet, in der Mediathek steht schon die komplette achtteilige erste Staffel.
Wenn es dann bei Twitter gebetsmühlenartig von Kennern heißt, man müsse die 3. Folge abwarten, dann werde man gepackt, dann spricht das in der Regel eher gegen eine Serie. Immerhin sollte Folge 1 einer neuen Serie dazu da sein, die Leute in den Bann zu ziehen. Muss man erst Folge 2 oder 3 abwarten, kann man es den Zuschauern auch nicht verübeln, wenn sie vorzeitig aufgeben.
Aber da ändern sich offenbar die Zeiten.

40 Millionen Euro hat der Spaß gekostet, die ARD machte mit Sky gemeinsame Sache. Dass das dazu führt, dass die ARD-Zuschauer und Gebührenzahler zu Fans zweiter Klasse werden, ist ärgerlich.
Hoffen wir, dass die Folgen 4 bis 16 mit allem versöhnen und dass es weiterhin einen Sog für “Babylon Berlin” gibt. Und dass wir noch mehr eintauchen können in dieses Deutsche Reich, in die Weimarer Republik von 1929.

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Das war 2017!

Sonntag, den 31. Dezember 2017
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I bims, und hier kommt schon wieder der Jahresrückblick, vong Silvester her.
Nein, nein, das Jahr 2017 hat mir nicht das Hirn eingefroren. “I bims” ist aber das Jugendwort des Jahres, und die dazu passenden “vong … her”-Nachsätze gehören auch zur Jugendsprache. Soll wohl den verkürzenden und fehlerhaften Internet-Chat-Sprech darstellen, und es gibt Leute, die das lustig finden.
Ach, überhaupt das Internet. Was in den sozialen Netzwerken abgeht, das ist nicht mehr feierlich. Da kotzen sich die Wutbürger überall da aus, wo es auch nur entfernt um Politik geht. Man könnte meinen, Deutschland ist zur Wuthochburg verkommen, aber es ist wohl eher so, dass alle anderen sich immer mehr zurückziehen und sich gar nicht mehr äußern. Was auch nicht gut ist. Mehr und mehr wird Pöblern der Platz überlassen – immer mehr angefeuert durch die AfD, und die “Bild” macht auch immer gern und fleißig mit.

2017 war geprägt von einem Schwarz-Weiß-Denken. Entweder ist alles gut oder alles schlecht. Zwischentöne? Werden oft vermisst. Donald Trump ist US-Präsident, und alle, die nicht das berichten, was er für die Wahrheit hält, bezeichnet er als Fake-News. Er liefert sich einen Kampf mit den US-Medien, verbreitet seine Weisheiten lieber über Twitter.
Ein anderer Diktator tobt sich in der Türkei aus. Aus fadenscheinigen Gründen werden Journalisten, Menschenrechtler und andere Menschen festgenommen, die aus Sicht von Staatschef Erdogan schlecht für die Türkei seien. Der deutsch-türkische Journalist und Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe, Deniz Yücel, sitzt seit weit mehr als 300 Tagen in Haft – #freeDeniz.

Eine harte Debatte wird auch um die Öffentlich-Rechtlichen Sender geführt. Insbesondere zwischen den Zeitungsverlagen und ARD/ZDF gibt es Streit darüber, was die Sender im Internet machen dürfen und was nicht. Der Lobbyist Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, schießt gegen ARD und ZDF, nennt sie Staatsfunk, obwohl er es besser wissen müsste. Er sieht die Presse in Gefahr, wenn auch die ARD Texte auf ihren Internetseiten verbreitet. Aber auch der Ton unter den Zuschauern ist rauer geworden. In den sozialen Netzwerken kübeln Pöbler Häme über die Öffentlich-Rechtlichen aus, schimpfen über die angeblichen Lügenmedien, Staatssender und über die angebliche Regierungslinie.
Allerdings geben ARD und ZDF den Kritikern auch immer wieder Futter. Gerade im Umgang mit der AfD tun sich viele Journalisten noch schwer. Statt mit Fakten bloßzustellen, geht es scheinbar oft immer noch um eigene Befindlichkeiten. Da werden Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und zu Skandalen aufgeblasen.
Was aber die AfD auch sehr gut kann – und sich zum Opfer zu machen. In einer ZDF-Wahlsendung verließ AfD-Frau Alice Weidel die Arena, als sie kritische Fragen zu hören bekam. Als sie sagte, dass die Zeit der politischen Korrektheit vorbei sei, und sie in der NDR-Satiresendung “extra 3” daraufhin als Nazi-Schlampe betitelt worden ist, da war die Zeit der politischen Unkorrektheit offenbar auch schon wieder vorbei. Weidel klagte. Und bekam kein Recht.
Dennoch und gerade wegen des Hypes und die vielen Skandalisierungen – die AfD schaffte es im September in den Bundestag, und die Medien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, daran zumindest eine Mitschuld zu haben.

Es war ein politisches Medienjahr. Auch wegen der Bundestagswahl. Die hat SPD-Chef Martin Schulz in nicht ganz so guter Erinnerung. Was vielleicht auch daran lag, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ständig mehr Redezeit bekommen hat als er. Für Inhalte hatte er da nicht immer so viel Zeit – weil er sich darüber ja erst mal mokieren musste.
Bei Sat.1 hat man sich ab eh lieber damit beschäftigt, ob FDP-Chef Christian Lindner scharf ist und ob die Linke Katja Kipping irgendwie auf ihn stehen könnte.

Zeiten ändern sich. Auch im Sport. Als in Dortmund ein Anschlag auf den Bus der Fußballer von Borussia Dortmund verübt wird, wird aus Sky Sport News plötzlich ein Nachrichtensender im Breaking-News-Modus.
In der Pause des DFB-Pokal-Finales wollten die Fußballfunktionäre mal ein bisschen US-Entertainment-Luft schnuppern. Ganz im Sinne der Halbzeitshow beim SuperBowl gab es das beim Fußball erstmals auch. Mit Helene Fischer. Fanden die Fans eher so mittel.
Überhaupt, der Fußball: Die Bundesliga zerbröselt immer mehr. Nun sind nicht nur Sky und die ARD an Bord oder das ZDF und Sport 1. Auch Eurosport hat ein paar Rechte (wenn der Player mal funktioniert) und bei Nitro laufen montags auch noch ein paar (bislang weitgehend unbeachtete) Häppchen.
Niki Lauda hat sich vor laufenden RTL-Kamera und unerwartet als Formel-1-Co-Moderator verabschiedet. Und hinterließ einen verstörten Florian König. Nico Rosberg wird sein Nachfolger.
Ach ja, und da dann war ja noch Handball-WM. Hat aber kaum jemand sehen können, weil sich der Rechteinhaber belN sich mit keinem Sender einigen konnte – weder mit ARD und ZDF, noch mit Sky. So liefen die Spiele auf Youtube im Internet, aber der Seite einer Bank. Auch mal was Neues.

Apropos kleines Publikum: Es wird immer schwerer für die Sender, Serienhits zu landen. Selbst hochgelobte Serien wie “This is us” floppen, und es gibt noch viele mehr davon, die als Disaster abgebucht werden müssen. Der hochgelobte “Mr. Robot” hatte bei Nitro quasi keine Zuschauer. Es scheint, dass sich das Seriengeschehen mehr und mehr bei Amazon und Netflix abspielen. Auch deutsche Serien wie “Dark” oder Schweighöfers “You are wanted” laufen nicht im Fernsehen (oder ist im ORFeins in Österreich gefloppt), sondern bei den Streaminganbietern. Ob “Berlin Babylon” ein Hit ist, wissen wir auch erst im Herbst 2018. Die Co-Produktion zwischen Sky und ARD lief bislang nur im Pay-TV. Der Jubel ist groß – aber das muss ja nichts heißen.
Dennoch: Langsam kommt für das Fernsehen die Wende. Angebote wie Amazon Prime, Netflix und das altbekannte Sky haben immer mehr Nutzer.
Die jungen Zuschauer treiben sich eher auf YouTube rum und schauen sich dort ihre Stars an. Oder mobben sie gleich mal. Als rauskommt, dass der YouTube-Star Tanzverbot in Oranienburg wohnt, erlebt er die Aufdringlichkeit und Widerwärtigkeit seiner Fans und Hater. Er muss raus aus seiner Wohnung und zieht um.

Lineares Fernsehen ist unterdessen immer mehr out. Auch weil insbesondere das Privatfernsehen, immer mieser wird. Oder wer möchte wirklich sehen, wie irgendwelche Z-Stars ein Baby bekommen? “Janni & Peer … und ein Baby!” lief bei RTL II eher nicht so gut. Auf demselben Sender zieht man sich bei der Datingshow “Naked Attraction” gleich ganz nackt aus – weil das ja angeblich die ehrlichste Art des Datings ist. Aber auch das ZDF greift ins Klo: “Das Pubertier – Die Serie” ist einfach nur doof-albern, die Show “Flieg mit mir” im Ersten schrecklich betulich. “Das Sommerhaus der Stars” bei RTL ist nur noch Fremdschämen. VOX wollte die Echo-Verleihung aufpolieren und liefert eine Katastrophe ab. Die pure Ödnis.
Aber es gab natürlich auch gutes Fernsehen: der ZDF-Mehrteiler “Der gleiche Himmel” war ebenso ein Hit wie die letzte Staffel vom “Club der roten Bänder” bei VOX.

Schluss war auch für den “Circus Halligalli”. Dabei sorgte die Show noch fix für die deutsche Fernsehpeinlichkeit des Jahres: Bei der “Goldenen Kamera” schmuggelt das Team einen falschen Ryan Gosling ein. Er nimmt in der Live-Show im ZDF den Preis entgegen, und danach kam raus, dass selbst die Kategorie ein Fake war, weil die von der “Goldene Kamera”-Redaktion nur mit der Aussicht auf den Gosling-Besuch eingeführt wurde.
Aber die Amis können mithalten. Bei der Oscar-Verleihung kommt ausgerechnet beim besten Film ein falscher Umschlag in Umlauf. Die Leute von “La La Land” (schon wieder Gosling) stehen schon auf der Bühne, wollen sich bedanken – um dann zu erfahren, dass “Moonlight” der beste Film ist. Ups.

Da möchte man im Boden versinken. Das gilt auch für den Eurovision Song Contest. Vorletzter. Wobei es natürlich nicht an der Qualität des deutschen Songs (wie hieß der noch gleich?) oder an der Dings (wie hieß die noch gleich?) lag, sondern weil uns Deutsche einfach keiner mag. Na klar. Vielleicht gibt es ja 2018 ein Comeback, gerade wird mal wieder am Konzept für den deutschen Vorentscheid gefeilt.

Dabei ist das mit Comebacks so eine Sache: Als Thomas Gottschalk mit der neuen Sat.1-Show “Little Big Stars” um die Ecke kam, war das Interesse gering. Auch dass Christian Rach bei RTL wieder Restauranttester war, ließ viele kalt – was aber auch an den bekloppten Fällen lag, um die sich Rach kümmern musste. Die Wiederkehr von “Der Preis ist heiß” bei RTLplus war dagegen ein voller Erfolg – auch weil sich alle große Mühe gaben, den Klassiker nur behutsam zu modernisieren. Heraus kam netter, guter Trash. Ach, und dann ist ja auch MTV wieder da. Also, eigentlich war MTV nie weg, nur eben im Pay-TV versteckt. Nun gibt es angeblich wieder Interesse an dem Sender, die Rückkehr ins Free-TV war perfekt.

Aber auch Ankünfte sorgten für Wirbel. Der rbb übertrug mit großem Aufwand die Landung von Schätzchen und Träumchen in Schönefeld – zwei Pandabeeren. Sehr wichtig. Und noch eine Flugzeuglandung war dem rbb eine Live-Übertragung wert: die der letzten Air-Berlin-Maschine. Nie gab es vermutlich eine emotionalere Pleite eines Unternehmens. Es hieß Abschied nehmen.

Abschied. Auch 2017 wieder von vielen prominenten Menschen. Helmut Kohl ist gestorben, ebenso die Politiker Heiner Geißler und Roman Herzog. Die Schauspieler Roger Moore, Karin Dor, Christine Kaufmann, Jerry Lewis, Dieter Bellmann, Andreas Schmidt, Mikael Niqvist, Ingeborg Krabbe, Bill Paxton, Margot Hielscher, Martin Lüttge und Klaus Wildbolz. Die Musiker Fats Domino, Chris Roberts, Tom Petty, Chuck Berry, Malcolm Young, Joy Flemming, Chester Bennington, Chris Cornell, Gunter Gabriel, Daliah Lavi, Andrea Jürgens und Robert Miles. Die Comiczeichnerin Lona Rietschel, die Journalisten Ulrike von Möllendorff und Udo Ulfkotte, Playboy-Gründer Hugh Hefner, Joachim Kardinal Meisner, die Tennisspielerin Jana Novotna und die Synchronsprecher Oliver Grimm (“Kimba, der weiße Löwe”, “Hugo”) und Anderas von der Meden (Kermit, David Hasselhoff).

Man hätte außerdem den Eindruck gewinnen können, dass das Fernsehen stirbt – dabei wurde nur das alte DVB-T-Signal abgeschaltet – zugunsten des neuen DVB-T2. Die Kampagne machte den Eindruck, als seien sehr viel mehr Zuseher betroffen. Der Übergang verlief dennoch recht reibungslos. Eher reibungsvoll verläuft es beim Lokalsender Oberhavel TV. Die Qualität der Sendungen ließ immer mehr nach, es gab immer weniger, die Verbreitung via Satellit und im Vodafone-Kabel ist eingestellt – inzwischen gibt es wohl ein Insolvenzverfahren.

Aber was ist denn im Fernsehen 2017 wirklich Wichtiges passiert? Natürlich! Marc Terenzi ist Dschungelkönig geworden, obwohl sich Kader Loth so angestrengt hat, ein neues Image zu bekommen. Als Anne Will über den G20-Ausschreitungen diskutiert, fällt für zehn Minütchen das Bild aus, während im Studio weitergesprochen wird. Als beim selben Thema bei Maischberger sich die Gemüter erhitzen, verlässt Wolfgang Bosbach wütend die Arena, weil er sich von Jutta Ditfurth beleidigt gefühlt hat – nicht ohne auch selbst auszuteilen. Als in Frankfurt/Main eine Bombe entschärft werden muss, überträgt das hr fernsehen 13 Stunden (!) live – weil der Sender selbst evakuiert ist. Aus “Schlag den Raab” und “Schlag den Star” ist “Schlag den Henssler” geworden. Na ja. Birgit Schrowange ist erst ungeschminkt bei RTL aufgetreten (einmalig) und dann mit grauen Haaren (für immer).

Wird 2018 alles besser? Werden wir alle immer irrer? Oder ist uns einfach alles wurscht, so lange man sich auf YouTube weiter Schminktipps reinziehen kann? Oder alternativ den Livestream von der Demorandale wie bei G20 in Hamburg?
I bims, vong Spannung her.

PS: Ach, Mensch, Herr Eumann, habe ich Sie doch glatt wieder vergessen! Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum neuen Direktor der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt. Nicht dass Sie wieder angepisst sind!

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