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Der Fantalk XXL

Mittwoch, den 24. April 2013
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DI 23.04.2013 | 20.15 Uhr | Sport 1

Schon blöd, wenn man als Sportsender so wenige Sport-Übertragungsrechte hat. Aber immer nur Teleshopping oder öde Quiz-Telefonshows zu zeigen, kann man ja dem Zuschauer auch nicht zumuten.
Was macht man also, wenn ein großes Fußballspiel ansteht, man es aber nicht übertragen darf? Man zeigt Leute, die sich das Spiel ansehen und sich darüber unterhalten. Das ist dann “Der Fantalk” auf Sport 1.

In einer Essener Kneipe trafen sich am Dienstagabend Fans um Thomas Helmer, um sich das Champions-League-Halbfinalspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona anzusehen und um es zu kommentieren.
Skurril: Es gibt einen Spielstand und eine immer eingeblendete Spielzeit – aber kein Spiel. Für den “Fantalk” von Sport 1 scheinen sich nicht mal die Leute in der Kneipe zu interessieren. Natürlich sehen sich die Leute dort auch die Sky-Übertragung an, der der Zuschauer zweiter Klasse auf Sport 2, äh, Sport 1 nicht sehen dürfen. Mitten im Gespräch gibt’s dann schon mal Jubel oder Schreie der Empörung – wenn beim Spiel was passiert.

In der Halbzeitpause muss dann ein Reporter mit dem Fahrrad aus dem Stadion zum Sport-1-Ü-Wagen düsen, der zwar in Sichtweite, aber doch recht weit weg steht. Ganz schön posemuckelig!

Beim früheren DSF lautete das Motto “Mittendrin, statt nur dabei”. Bei Sport 1 lautet es: “Dabei (irgendwo in der letzten Reihe), statt mittendrin”.
Auch wenn es irgendwie armselig ist, was Sport 1 da veranstaltet, man bleibt dann doch hängen, um sich dieses fast vier Stunden (!) gesendete und preiswerte Nichts anzusehen. Denn immerhin bekommt man ja erzählt, was im Stadion passiert. Besser als nichts und dann doch schon wieder sympathisch.

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Werbung: Sky Sport

Donnerstag, den 21. Februar 2013
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DI 19.02.2013 | 21.56 Uhr | ProSieben

Was für ein Timing! Lukas Podolski hatte ganz genau 40 Sekunden Zeit, um ein Tor zu schießen. Und machte es.
Nun wäre es ja völlig wurscht, wann der Fußballer während des Champions-League-Spiels das Tor für London macht. Schließlich überträgt Sky Sport das ganze Spiel im Pay-TV.

Aber am Dienstag war alles ein wenig anders. Denn viermal 40 Sekunden des Matches waren diesmal auch im Free-TV zu sehen. In einer noch nie dagewesenen PR-Aktion schaltete Sky Werbespots bei ProSieben, Sat.1, kabeleins und Sport 1. Die Werbespots bestanden aus Liveschaltungen in die laufende Fußballpartie. Jeweils genau 40 Sekunden lang.
Das Unglaubliche passierte dann bei ProSieben. Genau in der Werbepause von “The Big Bang Theory” schoss Poldi das Tor für London. Ein echter PR-Glücksfall für Sky.

Natürlich sind diese Live-Häppchen für Free-TV-Zuschauer keine Alternative zum Fußball im Ganzen. Niemand wird sich den ganzen Abend durch die Sender gezappt haben, um diese Liveschaltungen mitzuerleben. Ein interessantes Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen, ist diese Art von Werbung für Sky aber auf jeden Fall.

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Das war 2011!

Samstag, den 31. Dezember 2011
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Beim ZDF ist eine Stelle frei. Thomas Gottschalk will nicht mehr das große Showflaggschiff “Wetten, dass…?” moderieren und es stattdessen lieber mit einer neuen Vorabendsendung im Ersten versuchen. Aber wer könnte Gottschalk im ZDF beerben? Jörg Pilawa winkt ab, Hape Kerkeling fühlt sich geschmeichelt, sagt aber nichts erstmal nichts. Das Thema mutiert 2011 zur Dauernachricht.

Das Medienjahr 2011 bringt wenige Innovationen, ein paar Perlen, viel Schrott und diverse Skandale.
Der MDR versinkt im Filz. Der ehemalige Unterhaltungschef Udo Foht sorgt mit dubiosen Geldgeschäften für Aufsehen, der (ja, auch ehemalige) Intendant Udo Reiter wusste wohl Bescheid, und auch beim Ki.Ka verschwindet irgendwie Geld. Es geht um viele Millionen Euro.
Zu einem Skandal wird auch der Rauswurf von Ken Jebsen beim rbb-Jugendradiosender Fritz. Nach einer wirren E-Mail an einen Hörer, in der der Moderator missverständlich und in bedenklich miesem Deutsch über den Holocaust schreibt, fällt beim rbb auf, dass Jebsen in seiner Sendung “Ken.FM” Dinge erzählt, die man beim rbb irgendwie so gar nicht lustig findet. Die Show wird abgesetzt.

Abgesetzt ist auch der Spielesender 9Live. Die gute Medien-Nachricht des Jahres. Die Zuschauer scheinen die Glücksspiele durchschaut und immer seltener angerufen zu haben. Am 31. Mai endet der Livebetrieb. Die Abzocke hat ein Ende. Am 9. August kommt das endgültige Aus für 9Live. Moderator Jürgen Milski treibt seine Spielchen nun beim “Sportquiz” bei Sport1.
Auch für Johannes B. Kerner kommt das Aus. Seine Talkshow “Kerner” bei Sat.1 wollte kaum jemand sehen. Und angeblich soll er der neue Moderator von “Wetten, dass…?” werden. Munkelt man.
Das Erste schließt nach mehr als 4000 Folgen den “Marienhof”, und das ZDF beendet vorzeitig seine Telenovela “Lena – Liebe meines Lebens”. Ein schwerer Fehler, denn “Herzflimmern” hat auf dem Sendeplatz am Nachmittag noch schlechtere Quoten.

Katharina Saalfrank will nicht mehr die “Super-Nanny” sein. das Konzept der RTL-Dokureihe sei ausgereizt. Und angeblich hatte sie keine Lust mehr auf die Einflussnahme bei RTL. Aber ein Drehbuch habe es bei der “Super-Nanny” nie gegeben, sagt Saalfrank. Man möchte dieser Frau irgendwie nicht glauben. Nicht nach den Berichten im Medienmagazin “Fernsehkritik-TV” über eine Familie, die beim Dreh machen musste, was das Team wollte. Der Tiefpunkt ist ein Verdacht, dass ein Hund getötet wurde, um das Geschehen noch spannender zu machen.
Auch die Dokureihe “Schwer verliebt” kommt ins Gerede. Auch bei der Sat.1-Kuppelshow soll alles nach Drehbuch gehen. Wer mit den Verträgen an die Öffentlichkeit geht, dem werden hohe Strafen angedroht.
Die Moderatorin Vera Int-Veen ist im Rohmaterial ihrer RTL-Reihe “Mietprellern auf der Spur” dabei zu sehen, wie sie einen Behinderten jagt und sich darüber lustig macht.
Die Liste der Vorwürfe für Dokureihen ist lang. Dass die allermeisten mit Drehbuch arbeiten, dass “Familien im Brennpunkt” und Co. nicht das wahre Leben zeigen, wissen erschreckend wenige Leute.

Und was gibt es Neues in Sachen Gottschalk-Nachfolge? Barbara Schöneberger sagt mal schnell ab, obwohl sie keiner gefragt hat. Anke Engelke will auch nicht. Markus Lanz meint, er könne das nicht. Und Hape Kerkeling? Sagt immer noch nichts.

Thomas Gottschalk ist in diesem Jahr nicht der einzige, der die Seiten wechselt. Harald Schmidt verlässt das Erste und kehrt mit seiner Late-Night-Show zu Sat.1 zurück – mit desaströsen Quoten. Bislang hält Sat.1 aber durch. Matthias Opdenhövel moderiert nicht mehr die ProSieben-Events und sagt stattdessen Sportberichte im Ersten an. Er findet, dass sei ein Aufstieg. Oliver Pocher geht mit seiner Late-Night-Show baden. Jetzt hat er Zeit, sich um seine inzwischen drei Kinder zu sorgen – und seriös zu werden: Auf Sky Sport moderiert er die Fußballshow “Samstag live”. Günther Jauch ist nicht mehr nur an RTL gebunden. Im Ersten moderiert er sonntags eine Polittalkshow mit seinem Namen.

Und das ist nur der Anfang für einen Umbruch bei der ARD. Für Jauch schmeißt das Erste das komplette Programm um. Wir brauchen sie nicht, trotzdem sind nun fünf Talkrunden pro Woche auf Sendung. Frank Plasbergs “Hart aber fair” ist nun immer öfter entsetzlich weichgespült, und “Beckmann” ächtzt am Donnerstag über miese Quoten.
Beim ZDF ist man da schon innovativer. Mit den neuen Digitalkanälen zdf.kultur und zdf info geht das Zweite auf die Jagd nach jungen Zuschauern – und zeigt plötzlich, dass es doch noch geht: junges Programm von und für junge Leute. Kurt Beck ist nicht mehr jung – deshalb findet der Politiker auch blöd und fordert deren Abschaltung.

Fast wären übrigens ProSieben und Sat.1 abgeschaltet worden – allerdings nicht durch Kurt Beck, sondern durch ein Feuer in der Sendezentrale. ProSieben musste “Die Alm” zweimal hintereinander setzen.
Mehrere Stromausfälle sorgen beim ZDF für Blackouts. Aber ein Schwarzbild kann ja auch ganz schön sein.

Auch der Zeitungsmarkt ist im Umbruch, zumindest der regionale. Zum Jahresbeginn wird bekannt, dass die Ippen-Verlagsgruppe den Märkischen Zeitungsverlag abgestoßen hat. Zu ihm gehören u.a. der Oranienburger Generalanzeiger. Neuer Besitzer ist die Märkische Oderzeitung, die somit nun ein Konkurrent der Märkischen Allgemeinen ist. Auch die hat einen neuen Besitzer. Im November gibt die F.A.Z. bekannt, das Blatt nach 20 Jahren zu verkaufen – an den Madsack-Verlag aus Hannover.
Ein Ende mit Schrecken erlebt in Großbritannien die “News of the World”. Nach einem Abhörskandal stampft Rupert murdoch das Blatt ein.

Unterdessen suchen wir immer noch einen “Wetten, dass…?”-Moderator. Stefan Raab hat keine Zeit. Matthias Opdenhövel auch nicht. Und Kerkeling? Ähm, mal gucken.

Man kann jedenfalls nicht sagen, dass die großen Fernsehshows ausgestorben sind. Als der “Eurovision Song Contest 2011″ in Düsseldorf stattfand, haben wir gezeigt, dass wir die große Show drauf haben. Das Dreiergespann Raab-Engelke-Rakers sorgte für grandiose Unterhaltung. Die Bühne war der pure Größenwahn, aber: wow! Und Lena… na ja, ein zehnter Platz ist nach dem Sieg 2010 völlig okay, und ihr “Taken by a Stranger” ein toller Song.
Hat eigentlich Peer Kusmagk eine CD aufgenommen? Er wurde nämlich in diesem Jahr Dschungelkönig. Und womit? Mit Recht. “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” ist zu einem Massenphänomen geworden. Auch dank dem irren Jay Khan, der wahnsinnigen Sarah Dingens, äh Knappik und dem wirren Matthieu Carriere.
Bei RTL II dachten sie auch, das Publikum wartet auf ihre Shows. Aber peinliche Hypnose-Outings und Bibel-Hokuspokus sind nicht sehenswert, sondern haarsträubend doof.
Das ist auch ein gutes Stichwort für “Das Hochzeitsschiff” im Ersten. Die Kreuzfahrtschiff-PR-Sause war mehr ein Reisekitschfilm als ein Quiz. Und spannend schon gar nicht.

Spannend ist die Nachfolge-Debatte um Thomas Gottschalk schon lange nicht mehr. Günther Jauch schüttelt den Kopf, und Hape… na ja, lassen wir das.

Viele Promis haben uns 2011 verlassen. Der große Loriot ist gestorben, ebenso der Entertainer Peter Alexander. Johannes Heesters starb Heiligabend – mit 108. Auch die Schauspieler Walter Giller, Heinz Bennent, Friedrich Schoenfelder, Rosel Zech, Bubba Smith (”Hightower”), Heinz Reincke, Witta Pohl, Wolfgang Spier, Elizabeth Taylor, Dieter Mues und Peter Falk spielen nie wieder. Die Sängerin Amy Winehouse soff sich zu Tode, Bernd Clüver verstummte ebenfalls. Der Produzent Bernd Eichinger hinterlässt ein großes Loch. Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Gunter Sachs brachte sich um. Christa Wolf schreibt nicht mehr, der Journalist Eberhard Piltz ebenfalls nicht. Den Boulevard haben “Sexy Cora” und Günter Ludolf verlassen. Von Technikgott Steve Jobs bleiben iPods, iPhones und Co.

Zwei Promis sind dagegen in die Öffentlichkeit zurückgekehrt. Die ehemalige ARD-Sportmoderatorin Monica Lierhaus trat überraschend bei der “Goldenen Kamera” auf. Nach ihrem Schlaganfall ist sie noch nicht ganz gesund, aber sie wollte diesen Schritt machen.
Auch mehrjähriger Fernsehpause war Gaby Köster zu Gast in der RTL-Sendung “stern TV”. Auch sie erlitt einen Schlaganfall, will nun nach und nach wieder im Fernsehen aktiv sein.

Und was war sonst los? Der Rapper Bushido bekommt den Bambi – für Integration. Das finden viele, nun ja, seltsam.
Jörg Kachelmann soll eine Frau vergewaltigt haben und wird mangels Beweisen freigesprochen. Es ist der Medienprozess des Jahres.
Der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg hat seine Doktorarbeit… sagen wir mal… zusammenkopiert. Im Internet kommt alles raus.
Charlotte Roche hat man wieder ein Igitt-und-Bäh-Buch geschrieben und darf sich in diversen talkshows anhören, dass das ja alles Igitt und Bäh ist. Wie sie sich wieder mal alle aufgeplustert haben…

Ach ja, es gab natürlich auch noch mehr gutes Fernsehen. Die Comedyserie “Taras Welten” zum Beispiel. Nur leider hatte das Erste keinen anderen Sendeplatz als in der Nacht zu Freitag um 3 Uhr. Blöde Sache, das.

Und, jetzt, kurz bevor alles vorbei ist, erfahren wir auch, wer “Wetten, dass…?” nun moderieren wird: Hape Kerkeling äußert sich endlich. Und er sagt: nein.
Dann muss das Ende der Nachfolgerdebatte wohl doch auf 2012 verschoben werden. Alles wieder offen.

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Fußball-Bundesliga: München – Hoffenheim

Samstag, den 6. Dezember 2008
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FR 05.12.2008 | 20.15 Uhr | Premiere Sport

Bei Premiere ist man total froh: Bis 2012 darf der Pay-TV-Kanal die Fußball-Bundesliga weiterhin live übertragen. Und damit sich auch der Zuschauer freuen darf, lässt Premiere sie daran auch permanent teilhaben. Unter dem “Premiere live”-Logo stand während des gestrigen Spiels zwischen den Bayern und Hoffenheim permanent eine entsprechende Einblendung. Dazu weitere Einblendungen hin und wieder im unteren Bildbereich. Man konnte fast froh sein, dass man das Spiel noch verfolgen konnte.
Was denn noch alles? Zeigt Premiere heute Abend eine zweistündige Sondersendung mit 54 zusätzlichen Einblendungen, einem Feuerwerk und einer Konferenzschaltung über die Feierlichkeiten in den Büroräumen von Premiere?
Oder ist die Angst beim Sender so groß, dass die Zuschauer den Kanal abbestellen könnten? Nach dem Motto: Bitte, bitte behalten Sie das Abo!

PS: Bayern gewann das Spiel durch ein Tor in der Nachspielzeit. Schade. Sehr, sehr schade.

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Werbung: Premiere

Dienstag, den 14. August 2007
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DI 14.08.2007, 21.57 Uhr, Sat.1

Ich bin verwirrt. Wo genau ist eigentlich die Fußball-Bundesliga zu Hause? Als die “Sportschau” der ARD die Free-TV-Rechte an der Bundesliga von Sat.1 übernahm, hieß es, der Fußball sei wieder zu Hause. Im Ersten.
Offenbar ist der Fußball umgezogen. Denn jetzt behauptet auch Premiere von sich in seinen Werbespots, dass die Bundeliga wieder zu Hause sei. Bei Premiere.
Ja, wo ist sie denn nun zu Hause? Bei der ARD oder bei Premiere? Was ist da passiert? Haben sich die Sender scheiden lassen und die Bundesliga hat nur noch zwei “Teilzeitzuhauses”? Und ist das nicht stressig für die arme Bundesliga, ständig zwischen den Häusern hin und her zu pendeln? Kann das gut sein? Könnte das nicht zu einem seelischen Schaden führen?
ARD und Premiere – bitte! Einigt euch doch mal, wo denn nun die Bundesliga zu Hause ist. Das Kind braucht doch auch mal seine Ruhe!

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Das war 2006!

Sonntag, den 31. Dezember 2006
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2006 begann mit einem Abschied. In einem fünfstündigen TV-Marathon war Karl Moik in seinem letzten “Silvesterstadl” zu sehen. Und verausgabte sich bis zum Zusammenbruch kurz nach Ende der Show. 

Ein Jahr der TV-Schnellschüsse und Flops geht zu Ende. Läuft eine Telenovela mal ganz gut, schieben die Sender drei weitere hinterher. Und scheitern damit kläglich. Die Liste der Flops: “Lotta in Love” (ProSieben), “Schmetterlinge im Bauch” (Sat.1) und “Tessa” (ZDF). Die Telenovelas, die gut laufen, finden dagegen kein Ende.

Die jungen Damen bei Heidi Klums “Germany’s Next Topmodel” (ProSieben) werden von der Jury blöd angemacht: Sie seien zu dick. Obwohl weit und breit kein Fettpölsterchen zu sehen ist. Wohin wohl der Schlankheitswahn noch führt?
Die Fußball-Bundesliga läuft seit Herbst nicht mehr bei Premiere. Neu im Fernsehzirkus: Arena. Premiere darf das Ganze nur noch im Internetfernsehen ausstrahlen. Doch die Technik gibt’s noch nicht her, die Zahl der Abonnenten am ersten Spieltag ist – sagen wir mal so – überschaubar: 43. 

Noch mehr Fußball: WM in Deutschland. Beim Halbfinale Deutschland – Italien 29,66 Millionen Zuschauer allein zu Hause vor den Fernsehern – und rund 15 Millionen beim Public Viewing. Wahnsinn!
Alles wird teurer. Auch das Fernsehen? Die Privatsender wollen ihr digitales Signal über den Astra-Satelliten verschlüsseln. Und dafür von den Zuschauern 3,50 Euro monatlich. Für Soaps, Boulevardtrash, Gewinnspielabzocke und Reklame. Aufruhr bei Fernsehvolk und Politik. Das Verschlüsselungsvorhaben ist inzwischen verschoben – aber sicher noch nicht aufgehoben.

Nach acht Jahren Gefangenschaft in einem Keller gelingt der inzwischen 18-jährigen Natascha Kampusch die Flucht. Die Mediensensation. Bei RTL läuft ein großes Interview mit ihr. Die Nation staunt.

Heftige Diskussionen um eine Zeichentrickserie bei MTV. Noch bevor die erste Folge von “Popetown” lief, wurde darüber gestritten, ob man sich über Kirche und Papst lustig machen darf. Mal abgesehen davon, dass die Frage nicht wirklich mit Nein beantworten werden kann, war es die Serie eigentlich nicht wert, darüber zu streiten.

Schock für Schlager-Fans. Lordi aus Finnland gewinnen den Eurovision Song Contest 2006. Schockrock. Masken. Schminke. Harter Rock. Was ist nur aus dem Grand Prix geworden? Die Finnen freut’s: Sie gewinnen erstmals.
Premiere setzt nach 13 Jahren seine tägliche TV-Schnipselparade “Zapping” ab. RTL schließt seinen “Abschnitt 40″. “Vera am Mittag” ist auch Geschichte. ProSieben hat gleich haufenweise Pech mit neuen US-Serien. Absetzungen am laufenden Band. Ulrich Wickert wünschte in den “Tagesthemen” letztmals eine geruhsame Nacht.

Und sie verließen uns für immer: Der große Rudi Carrell, Marge-Simpson-Stimme Elisabeth Volkmann, Drafi Deutscher, “Else Kling” Annemarie Wendl.
Und sonst? Axel Schulz blamierte sich beim Comeback, Boxmoderator René Hießen kündigtze vor laufenden UDF-Kameras seinen Job. MTV schmiss Sarah Kuttner raus.

Wir werden sie aber sicherlich auch 2007 wiedersehen. Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann…

Rutscht gut rüber!

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WM live: Brasilien – Frankreich

Sonntag, den 2. Juli 2006
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SA 01.07.2006, 20.50 Uhr, Premiere Sport

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Fußball-WM-Übertragungen im Free-TV und denen im Pay-TV?
Okay, das TV-Logo oben in der Ecke. Werbung gibt es bei Premiere auch. Und gar nicht mal wirklich sehr viel weniger als bei den Freien.
Die Analyse macht u.a. Ottmar Hitzfeld in einem verdammt billig aussehenden Studio. Da vermisst man ganz schnell das Sony-Center mit JBK (ZDF) oder das Netzer-Delling-Paar (ARD).
Und Premiere-Kommentator Tom Bayer spricht auch nicht viel weniger Blödsinn als die anderen.
Bis auf Marcel Reif verpasst man im Free-TV also eigentlich nichts.