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Sportschau live – Fußball-Bundesliga: Dortmund – Schalke

Freitag, den 3. Mai 2019
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SA 27.04.2019 | 15.10 Uhr | Das Erste

Revierderby am Sonnabendnachmittag, und das live im Free-TV. Der Bundesliga-Spieltag verlief an diesem Wochenende etwas anders als sonst.
Normalerweise läuft das in der Fußball-Bundesliga so: Am Sonnabendnachmittag kommen die auf ihre Kosten, die ein Sky-Abo haben. Oder die Radiohörer, denn die ARD überträgt den Spieltag live auf vielen der regionalen Sender. Die anderen müssen warten bis zur Sportschau, die etwas mehr als eine Stunde nach Abpfiff der Spiele beginnt.

Das Spiel zwischen Dortmund und Schalke aber lief live am Sonnabendnachmittag im Ersten – und weit mehr als fünf Millionen Menschen sahen zu.
Sky gab der ARD dafür eine Sublizenz. Kommentator Steffen Simon war nicht nur im Ersten zu hören, sondern auch bei Sky, wo das Spiel parallel trotzdem auch übertragen worden ist.

Indirekt war dieser Nachmittag auch eine hervorragende PR-Aktion für Sky Sport. Denn wenn mehr als fünf Millionen Menschen plötzlich am Nachmittag live das Spiel schauen, dann bleibt sicherlich auch für Sky etwas hängen. Und die Reklameblöcke nutzen die Pay-TV-Anbieter natürlich auch, um auf sich aufmerksam zu machen.
Deshalb war man bei Sky sicherlich auch nicht ganz uneigennützig, als man der ARD die Rechte für diese Spiel-Übertragung gab.

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Tennis live – Wimbledon 2018: Ernests Gulbis – Alexander Zverev

Dienstag, den 10. Juli 2018
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SA 07.07.2018 | 17.00 Uhr | Sky Sport 1

Es gibt Promis, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen. Und es gibt Promis, die meinen, sie seien was Besseres. Die meinen, sie müssten beweisen, dass nur eine Person zählt: sie selbst. Die anderen zeigen müssen, dass sie ein einziges Nichts sind. Sie haben Züge von Herrenmenschen.

Der Tennisspieler Alexander Zverev scheint so ein Unsympath zu sein. Der Deutsche spielte am Sonnabendnachmittag in Wimbledon sein Tennismatch gegen Ernests Gulbis. Mit dem hatte Zverev leider seine Problemchen. Und mit den Schiedsrichtern.
Der Pay-TV-Sender Sky Sport 1 übertrug live, wie Alexander Zverev beweisen musste, dass er keine Manieren hat.

Beim Stand von 3:5 im dritten Satz legte sich Zverev mit den Schiedsrichtern an. Erst fluchte er und bekam dafür eine Verwarnung. „Was er sagt, ist uninteressant. Er ist ein Linienrichter.“ Das sagte der Tennismann zum Hauptschiedsrichter. Und er fragte hinsichtlich des Linienrichters: „Will der Aufmerksamkeit, oder was? Seit wann kann ein Linienrichter eine Verwarnung geben?“ Die Antwort vom Schiri, ganz trocken: „Er kann.“ Zverev daraufhin: „Er will nur wichtig sein, einmal auf einem großen Platz in Wimbledon. Darum geht es ihm. Damit man sich einmal an sein Gesicht erinnert.“

Das ist ekelhaft, weil es den miesen Charakter von Alexander Zverev offenbart. Selbst wenn er, nun ja, mies drauf war, weil es nicht besonders gut lief – so was muss wirklich nicht sein. Zverev ist kein Gott, den man nicht kritisieren, und, ja, auch ein “kleiner Linienrichter” darf etwas gegen den großen Herrn Zverev sagen.
Aber die Quittung dafür hat er ja umgehend bekommen. Aus.

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Explosiv – Das Magazin: 25 Jahre

Freitag, den 12. Mai 2017
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DO 11.05.2017 | 18.00 Uhr | RTL

Als “Explosiv – Das Magazin” am 11. Mai 1992 im RTL-plus-Vorabendprogramm startete, war dem Sender die öffentliche Erregung sicher. Es war das erste tägliche Boulevardmagazin in Deutschland. Endlich erfuhren wir alles über Leute und ihre Sexhobbys, über Z-Promis und ihre Sexhobbys, über Verbrechen, Skandale. Und jeden Abend erfuhren wir, dass Barbara Eligmann immer noch Barbara Eligmann heißt.

Heute ist “Explosiv” ein Magazin unter vielen. Auch für RTL hat es lange nicht mehr die Wertigkeit von früher, den Sendeplatz um 19.10 Uhr musste es längst räumen. Stattdessen sendet es um 18 Uhr – ein Zeitpunkt, wo in vielen Kabelnetzen ein Regionalprogramm statt “Explosiv” läuft. Barbara Eligmann heißt zwar immer noch Barbara Eligmann, sie moderiert aber schon längst nicht mehr diese Sendung – sondern irgendeine Dings.

Zum 25. Jubiläum am Donnerstag wollte man es mal so richtig knallen lassen. Ein Blick zurück. Und so.
Also, zumindest hat man das so angekündigt, damit vielleicht einstige Fans mal wieder einschalten. Ein Special, und Barbara Eligmann sei auch da, unter anderen. Moderation: Nazan Eckes.
Leider waren am Donnerstag weder Nazan Eckes, noch Barbara Eligmann in der Sendung. Schade, die Ankündigung war wohl eine Lüge.

Stattdessen gab es lauter langweilige Berichte. Einer drehte sich um den Kaffee-umrühr-Skandal um Patrick Wasserziehr. Ein Reporter wollte – muahaha – sich von fremden Leuten den Kaffeebecher halten lassen, weil er ja drehen musste. Selten lustig dämlich. Mussten also die RTL-Boulevardheinis aus dem Nachmittagsprogramm auch noch auf den Sky-Mann und das Jahre alte Video eindreschen. Lahm.

Und das 25. Jubiläum? War ein gelangweilter Bericht gaaaanz am Ende der Sendung. Barbara Eligmann kam immerhin darin vor – aber nur kurz. Ansonsten das übliche Gerede, wie toll alles war und noch heute ist.
Am Donnerstag wusste ich mal wieder, warum “Explosiv” schon sehr, sehr lange nicht mehr zu den Sendungen gehört, die man sehen muss.

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Fußball, 2. Liga: Studio

Dienstag, den 20. August 2013
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SA 17.08.2013 | 13.50 Uhr | Sky Bundesliga 2

Man möchte ja meinen, dass der aufmerksame Fußballzuschauer nicht vergesslich ist. Das sieht man beim Pay-TV-Sender Sky aber offenbar anders.
Am Sonnabendmittag lief auf dem Sender Sky Bundesliga 2 die Konferenz der Spiele der 2. Fußball-Bundesliga. Wer dort aufmerksam zugesehen hat, weiß also, was in den ersten 45 Minuten bis zur Pause geschehen ist. Dennoch nutzte Sky die Halbzeitpause nach einem gut vierminütigem (!) Werbeblock für eine Zusammenfassung der Spiele. Mit Analyse hatte das wenig zu tun, dafür aber umso mehr mit Langeweile.

Und warum sehen die Reporter in den Stadien eigentlich aus, als ob sie gleich auf den Abiball gehen? In seltsamen Anzügen mit großen Sky-Buttons müssen sie am Feldrand rumstehen. Sieht albern aus, scheint aber eine Pflichtklamotte zu sein, damit der doofe Sky-Zuschauer weiß, dass er da einem Reporter von Sky zusieht.
Irgendwo muss ja die Kohle, die die Abonnenten ausgeben, ja hin. Und wenn’s nur für hässliche Klamotten ist.

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Der Fantalk XXL

Mittwoch, den 24. April 2013
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DI 23.04.2013 | 20.15 Uhr | Sport 1

Schon blöd, wenn man als Sportsender so wenige Sport-Übertragungsrechte hat. Aber immer nur Teleshopping oder öde Quiz-Telefonshows zu zeigen, kann man ja dem Zuschauer auch nicht zumuten.
Was macht man also, wenn ein großes Fußballspiel ansteht, man es aber nicht übertragen darf? Man zeigt Leute, die sich das Spiel ansehen und sich darüber unterhalten. Das ist dann “Der Fantalk” auf Sport 1.

In einer Essener Kneipe trafen sich am Dienstagabend Fans um Thomas Helmer, um sich das Champions-League-Halbfinalspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona anzusehen und um es zu kommentieren.
Skurril: Es gibt einen Spielstand und eine immer eingeblendete Spielzeit – aber kein Spiel. Für den “Fantalk” von Sport 1 scheinen sich nicht mal die Leute in der Kneipe zu interessieren. Natürlich sehen sich die Leute dort auch die Sky-Übertragung an, der der Zuschauer zweiter Klasse auf Sport 2, äh, Sport 1 nicht sehen dürfen. Mitten im Gespräch gibt’s dann schon mal Jubel oder Schreie der Empörung – wenn beim Spiel was passiert.

In der Halbzeitpause muss dann ein Reporter mit dem Fahrrad aus dem Stadion zum Sport-1-Ü-Wagen düsen, der zwar in Sichtweite, aber doch recht weit weg steht. Ganz schön posemuckelig!

Beim früheren DSF lautete das Motto “Mittendrin, statt nur dabei”. Bei Sport 1 lautet es: “Dabei (irgendwo in der letzten Reihe), statt mittendrin”.
Auch wenn es irgendwie armselig ist, was Sport 1 da veranstaltet, man bleibt dann doch hängen, um sich dieses fast vier Stunden (!) gesendete und preiswerte Nichts anzusehen. Denn immerhin bekommt man ja erzählt, was im Stadion passiert. Besser als nichts und dann doch schon wieder sympathisch.

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Werbung: Sky Sport

Donnerstag, den 21. Februar 2013
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DI 19.02.2013 | 21.56 Uhr | ProSieben

Was für ein Timing! Lukas Podolski hatte ganz genau 40 Sekunden Zeit, um ein Tor zu schießen. Und machte es.
Nun wäre es ja völlig wurscht, wann der Fußballer während des Champions-League-Spiels das Tor für London macht. Schließlich überträgt Sky Sport das ganze Spiel im Pay-TV.

Aber am Dienstag war alles ein wenig anders. Denn viermal 40 Sekunden des Matches waren diesmal auch im Free-TV zu sehen. In einer noch nie dagewesenen PR-Aktion schaltete Sky Werbespots bei ProSieben, Sat.1, kabeleins und Sport 1. Die Werbespots bestanden aus Liveschaltungen in die laufende Fußballpartie. Jeweils genau 40 Sekunden lang.
Das Unglaubliche passierte dann bei ProSieben. Genau in der Werbepause von “The Big Bang Theory” schoss Poldi das Tor für London. Ein echter PR-Glücksfall für Sky.

Natürlich sind diese Live-Häppchen für Free-TV-Zuschauer keine Alternative zum Fußball im Ganzen. Niemand wird sich den ganzen Abend durch die Sender gezappt haben, um diese Liveschaltungen mitzuerleben. Ein interessantes Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen, ist diese Art von Werbung für Sky aber auf jeden Fall.

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Das war 2011!

Samstag, den 31. Dezember 2011
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Beim ZDF ist eine Stelle frei. Thomas Gottschalk will nicht mehr das große Showflaggschiff “Wetten, dass…?” moderieren und es stattdessen lieber mit einer neuen Vorabendsendung im Ersten versuchen. Aber wer könnte Gottschalk im ZDF beerben? Jörg Pilawa winkt ab, Hape Kerkeling fühlt sich geschmeichelt, sagt aber nichts erstmal nichts. Das Thema mutiert 2011 zur Dauernachricht.

Das Medienjahr 2011 bringt wenige Innovationen, ein paar Perlen, viel Schrott und diverse Skandale.
Der MDR versinkt im Filz. Der ehemalige Unterhaltungschef Udo Foht sorgt mit dubiosen Geldgeschäften für Aufsehen, der (ja, auch ehemalige) Intendant Udo Reiter wusste wohl Bescheid, und auch beim Ki.Ka verschwindet irgendwie Geld. Es geht um viele Millionen Euro.
Zu einem Skandal wird auch der Rauswurf von Ken Jebsen beim rbb-Jugendradiosender Fritz. Nach einer wirren E-Mail an einen Hörer, in der der Moderator missverständlich und in bedenklich miesem Deutsch über den Holocaust schreibt, fällt beim rbb auf, dass Jebsen in seiner Sendung “Ken.FM” Dinge erzählt, die man beim rbb irgendwie so gar nicht lustig findet. Die Show wird abgesetzt.

Abgesetzt ist auch der Spielesender 9Live. Die gute Medien-Nachricht des Jahres. Die Zuschauer scheinen die Glücksspiele durchschaut und immer seltener angerufen zu haben. Am 31. Mai endet der Livebetrieb. Die Abzocke hat ein Ende. Am 9. August kommt das endgültige Aus für 9Live. Moderator Jürgen Milski treibt seine Spielchen nun beim “Sportquiz” bei Sport1.
Auch für Johannes B. Kerner kommt das Aus. Seine Talkshow “Kerner” bei Sat.1 wollte kaum jemand sehen. Und angeblich soll er der neue Moderator von “Wetten, dass…?” werden. Munkelt man.
Das Erste schließt nach mehr als 4000 Folgen den “Marienhof”, und das ZDF beendet vorzeitig seine Telenovela “Lena – Liebe meines Lebens”. Ein schwerer Fehler, denn “Herzflimmern” hat auf dem Sendeplatz am Nachmittag noch schlechtere Quoten.

Katharina Saalfrank will nicht mehr die “Super-Nanny” sein. das Konzept der RTL-Dokureihe sei ausgereizt. Und angeblich hatte sie keine Lust mehr auf die Einflussnahme bei RTL. Aber ein Drehbuch habe es bei der “Super-Nanny” nie gegeben, sagt Saalfrank. Man möchte dieser Frau irgendwie nicht glauben. Nicht nach den Berichten im Medienmagazin “Fernsehkritik-TV” über eine Familie, die beim Dreh machen musste, was das Team wollte. Der Tiefpunkt ist ein Verdacht, dass ein Hund getötet wurde, um das Geschehen noch spannender zu machen.
Auch die Dokureihe “Schwer verliebt” kommt ins Gerede. Auch bei der Sat.1-Kuppelshow soll alles nach Drehbuch gehen. Wer mit den Verträgen an die Öffentlichkeit geht, dem werden hohe Strafen angedroht.
Die Moderatorin Vera Int-Veen ist im Rohmaterial ihrer RTL-Reihe “Mietprellern auf der Spur” dabei zu sehen, wie sie einen Behinderten jagt und sich darüber lustig macht.
Die Liste der Vorwürfe für Dokureihen ist lang. Dass die allermeisten mit Drehbuch arbeiten, dass “Familien im Brennpunkt” und Co. nicht das wahre Leben zeigen, wissen erschreckend wenige Leute.

Und was gibt es Neues in Sachen Gottschalk-Nachfolge? Barbara Schöneberger sagt mal schnell ab, obwohl sie keiner gefragt hat. Anke Engelke will auch nicht. Markus Lanz meint, er könne das nicht. Und Hape Kerkeling? Sagt immer noch nichts.

Thomas Gottschalk ist in diesem Jahr nicht der einzige, der die Seiten wechselt. Harald Schmidt verlässt das Erste und kehrt mit seiner Late-Night-Show zu Sat.1 zurück – mit desaströsen Quoten. Bislang hält Sat.1 aber durch. Matthias Opdenhövel moderiert nicht mehr die ProSieben-Events und sagt stattdessen Sportberichte im Ersten an. Er findet, dass sei ein Aufstieg. Oliver Pocher geht mit seiner Late-Night-Show baden. Jetzt hat er Zeit, sich um seine inzwischen drei Kinder zu sorgen – und seriös zu werden: Auf Sky Sport moderiert er die Fußballshow “Samstag live”. Günther Jauch ist nicht mehr nur an RTL gebunden. Im Ersten moderiert er sonntags eine Polittalkshow mit seinem Namen.

Und das ist nur der Anfang für einen Umbruch bei der ARD. Für Jauch schmeißt das Erste das komplette Programm um. Wir brauchen sie nicht, trotzdem sind nun fünf Talkrunden pro Woche auf Sendung. Frank Plasbergs “Hart aber fair” ist nun immer öfter entsetzlich weichgespült, und “Beckmann” ächtzt am Donnerstag über miese Quoten.
Beim ZDF ist man da schon innovativer. Mit den neuen Digitalkanälen zdf.kultur und zdf info geht das Zweite auf die Jagd nach jungen Zuschauern – und zeigt plötzlich, dass es doch noch geht: junges Programm von und für junge Leute. Kurt Beck ist nicht mehr jung – deshalb findet der Politiker auch blöd und fordert deren Abschaltung.

Fast wären übrigens ProSieben und Sat.1 abgeschaltet worden – allerdings nicht durch Kurt Beck, sondern durch ein Feuer in der Sendezentrale. ProSieben musste “Die Alm” zweimal hintereinander setzen.
Mehrere Stromausfälle sorgen beim ZDF für Blackouts. Aber ein Schwarzbild kann ja auch ganz schön sein.

Auch der Zeitungsmarkt ist im Umbruch, zumindest der regionale. Zum Jahresbeginn wird bekannt, dass die Ippen-Verlagsgruppe den Märkischen Zeitungsverlag abgestoßen hat. Zu ihm gehören u.a. der Oranienburger Generalanzeiger. Neuer Besitzer ist die Märkische Oderzeitung, die somit nun ein Konkurrent der Märkischen Allgemeinen ist. Auch die hat einen neuen Besitzer. Im November gibt die F.A.Z. bekannt, das Blatt nach 20 Jahren zu verkaufen – an den Madsack-Verlag aus Hannover.
Ein Ende mit Schrecken erlebt in Großbritannien die “News of the World”. Nach einem Abhörskandal stampft Rupert murdoch das Blatt ein.

Unterdessen suchen wir immer noch einen “Wetten, dass…?”-Moderator. Stefan Raab hat keine Zeit. Matthias Opdenhövel auch nicht. Und Kerkeling? Ähm, mal gucken.

Man kann jedenfalls nicht sagen, dass die großen Fernsehshows ausgestorben sind. Als der “Eurovision Song Contest 2011” in Düsseldorf stattfand, haben wir gezeigt, dass wir die große Show drauf haben. Das Dreiergespann Raab-Engelke-Rakers sorgte für grandiose Unterhaltung. Die Bühne war der pure Größenwahn, aber: wow! Und Lena… na ja, ein zehnter Platz ist nach dem Sieg 2010 völlig okay, und ihr “Taken by a Stranger” ein toller Song.
Hat eigentlich Peer Kusmagk eine CD aufgenommen? Er wurde nämlich in diesem Jahr Dschungelkönig. Und womit? Mit Recht. “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” ist zu einem Massenphänomen geworden. Auch dank dem irren Jay Khan, der wahnsinnigen Sarah Dingens, äh Knappik und dem wirren Matthieu Carriere.
Bei RTL II dachten sie auch, das Publikum wartet auf ihre Shows. Aber peinliche Hypnose-Outings und Bibel-Hokuspokus sind nicht sehenswert, sondern haarsträubend doof.
Das ist auch ein gutes Stichwort für “Das Hochzeitsschiff” im Ersten. Die Kreuzfahrtschiff-PR-Sause war mehr ein Reisekitschfilm als ein Quiz. Und spannend schon gar nicht.

Spannend ist die Nachfolge-Debatte um Thomas Gottschalk schon lange nicht mehr. Günther Jauch schüttelt den Kopf, und Hape… na ja, lassen wir das.

Viele Promis haben uns 2011 verlassen. Der große Loriot ist gestorben, ebenso der Entertainer Peter Alexander. Johannes Heesters starb Heiligabend – mit 108. Auch die Schauspieler Walter Giller, Heinz Bennent, Friedrich Schoenfelder, Rosel Zech, Bubba Smith (“Hightower”), Heinz Reincke, Witta Pohl, Wolfgang Spier, Elizabeth Taylor, Dieter Mues und Peter Falk spielen nie wieder. Die Sängerin Amy Winehouse soff sich zu Tode, Bernd Clüver verstummte ebenfalls. Der Produzent Bernd Eichinger hinterlässt ein großes Loch. Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Gunter Sachs brachte sich um. Christa Wolf schreibt nicht mehr, der Journalist Eberhard Piltz ebenfalls nicht. Den Boulevard haben “Sexy Cora” und Günter Ludolf verlassen. Von Technikgott Steve Jobs bleiben iPods, iPhones und Co.

Zwei Promis sind dagegen in die Öffentlichkeit zurückgekehrt. Die ehemalige ARD-Sportmoderatorin Monica Lierhaus trat überraschend bei der “Goldenen Kamera” auf. Nach ihrem Schlaganfall ist sie noch nicht ganz gesund, aber sie wollte diesen Schritt machen.
Auch mehrjähriger Fernsehpause war Gaby Köster zu Gast in der RTL-Sendung “stern TV”. Auch sie erlitt einen Schlaganfall, will nun nach und nach wieder im Fernsehen aktiv sein.

Und was war sonst los? Der Rapper Bushido bekommt den Bambi – für Integration. Das finden viele, nun ja, seltsam.
Jörg Kachelmann soll eine Frau vergewaltigt haben und wird mangels Beweisen freigesprochen. Es ist der Medienprozess des Jahres.
Der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg hat seine Doktorarbeit… sagen wir mal… zusammenkopiert. Im Internet kommt alles raus.
Charlotte Roche hat man wieder ein Igitt-und-Bäh-Buch geschrieben und darf sich in diversen talkshows anhören, dass das ja alles Igitt und Bäh ist. Wie sie sich wieder mal alle aufgeplustert haben…

Ach ja, es gab natürlich auch noch mehr gutes Fernsehen. Die Comedyserie “Taras Welten” zum Beispiel. Nur leider hatte das Erste keinen anderen Sendeplatz als in der Nacht zu Freitag um 3 Uhr. Blöde Sache, das.

Und, jetzt, kurz bevor alles vorbei ist, erfahren wir auch, wer “Wetten, dass…?” nun moderieren wird: Hape Kerkeling äußert sich endlich. Und er sagt: nein.
Dann muss das Ende der Nachfolgerdebatte wohl doch auf 2012 verschoben werden. Alles wieder offen.

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