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Rügen 2016 (7): Ich wünsche mir zwei Kreisverkehre

Samstag, den 6. August 2016
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(6) -> 9.4.2016

Gerade war Angela Merkel mal wieder auf der Insel Rügen – um ein bisschen zu buddeln. Oder zumindest um ein bisschen so zu tun. Für die neue B96 fand für den Abschnitt zwischen Samtens und Bergen der erste Spatenstich statt. War der Neubau zwischen der Rügenbrücke und Samtens schon umstritten, ist es der zweite Abschnitt noch mehr.
Ich halte ihn in dieser Form für überflüssig, denn in diesem Teilstück gibt es bis auf eine Ampelkreuzung bei Teschenhagen keine Hindernisse mehr. Aber das Geld muss halt verpulvert werden.
Dabei gäbe es ganz andere Stellen, um die man sich mal kümmern könnte und die der Verkehrssicherheit auf Rügen dienlicher wären.

Rügen hat mich diesmal eher unwirtlich empfangen. Als ich in Glewitz die Autofähre verließ, schüttete es kräftig. Der Himmel hatte sich verfinstert, und es wirkte, als wolle mich die Insel nicht wirklich willkommen heißen.
Aber nicht nur das Wetter machte die Anreise kompliziert.
Womit wir wieder bei den Stellen wären, wo man sich um Rügen mal um die Verkehrssicherheit kümmern könnte.
Bei Göhren und in Sellin sind kürzlich neue Kreisverkehre entstanden. Die sind eine gute Sache, da der Verkehr dort auch ohne Ampel ganz gut vorankommt.

Es gibt es mindestens zwei Stellen, wo sich ein Kreisverkehr auch gut machen würde. Zum einen: Die Kreuzung an der B196 bei Serams, wo die Landesstraße nach Binz wegführt. Dort bilden sich vor allem aus Binz kommend in den Stoßzeiten längere Schlangen, weil das Linksabbiegen in Richtung Sellin schwierig ist.
Ähnlich ist es nur ein paar hundert Meter weiter, auch an der B196, am Abzweig in Richtung Putbus. Auch dort wäre ein Kreisverkehr eine tolle Sache, denn der Verkehr aus Putbus kommend hat es schwer, nach links in Richtung Bergen abzubiegen.
Beides müssten wohl Bund und Land bezahlen, aber da geht wohl der B96-Bau vor.

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Rügen 2012 (5): Leitwolf

Montag, den 21. Mai 2012
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(4) -> 20.5.2012

Ich, der Leitwolf. Weil unser eigentlicher Rallyeboss sein Auto schon auf seinen Trailer geladen hat, bin ich heute derjenige, der den Oldtimertross anführt. Und das, obwohl ich selbst gar nicht mit einem Oldtimer unterwegs bin. Aber glücklicherweise ist die Anzahl der Autos an unserem dritten und letzten Rallyetag nicht mehr so groß, dass die Fahrt kompliziert werden könnte.

Wir starten wieder in Göhren und fahren am Bahnhof vom Rasenden Roland vorbei. Wie wir am Abend zuvor schockiert festgestellt haben, war einigen unserer Mitreisenden (oder eher -innen) nicht klar, dass Göhren einen Bahnhof hat – und wo der sein soll. Dass wir dort schon oft vorbei gefahren sind, ist ihnen irgendwie entfallen. Aber irgendwohin muss Roland ja fahren…

Als Leitwolf muss man einige Rücksichten nehmen. Am Ortsausgang gebe ich erst später Gas, damit die Truppe beisammen bleibt. Am Abzweig zwischen Lancken-Granitz und Serams müssen wir nach links in Richtung Putbus abbiegen. Da ist es wichtig, eine besonders große Lücke im Gegen verkehr zu finden, damit so viele wie möglich hinter mir noch abbiegen können. Und glücklicherweise gibt es auch immer wieder Autofahrer, die erkennen, dass Gruppen unterwegs sind und dann auch mal anhalten, um alle durchzuwinken.

Ein echtes Erlebnis ist die Straße in Vilmnitz. Obwohl es sich um eine Landesstraße handelt, macht sie eher einen musealen Eindruck. Ein extrem holpriges, uraltes Pflaster, enge Kurven, ausgefahrene Ränder. Mit raffinierten Kameraeinstellungen lassen sich in dem Dorf sicherlich Filme drehen, die im frühen 20. Jahrhundert spielen. Oder noch früher.

In Lauterbach legen wir am Hafen einen Zwischenstopp ein. Pflichtbewusst kaufe ich mir ein Parkticket, schließlich haben fast alle anderen Autos auf dem Parkplatz schon ein Knöllchen. Merke: In Lauterbach geht das Ordnungsamt auch am Sonntag um. Allerdings hätten die Oldtimerfreunde sicherlich eine gute Verhandlungsbasis gehabt, warum sie kein Parkticket kaufen müssen.
In einem Miniauto fährt ein Mann umher, hört italienische Musik und macht Faxen. Immerhin bekommt er unsere Aufmerksamkeit. Er wirbt für ein italienisches Lokal am Putbuser Bahnhof, und wir würden einen Kaffee kostenlos bekommen. Wir kündigen uns an und bitten darum, dass er uns Parkplätze freihalte.

Am Bahnhof von Putbus fährt an diesem Nachmittag eine Lok des Rasenden Roland hin und her. Immer wieder. Mal tutet sie, mal schnauft sie. Es ist Bahnhofsfest, und deshalb dürfen Interessierte mit der Lok fahren.
Wir beobachten das vom Italiener aus, wo wir zwar keinen kostenlosen Kaffee bekommen, dafür aber Pizzen, Fisch und Wasauchimmer.
Mit einer Ehrenrunde rund um den Putbuser Circus (nein, keine Artistik und Tiere, sondern weiße Häuser im Rondell), verlassen wir die Stadt.

Unser letztes Ziel auf Rügen ist Glewitz. Dort, wo mein Mai-Rügen-Aufenthalt begann, endet er auch wieder. Wir sind pünktlich, die Fähre aus Stahlbrode ist gerade angekommen, wir können gleich rauffahren.
Diesmal gibt es kaum Wellen, dafür viel Sonne und einen Surfer, der spannende Kunststücke auf dem Strelasund macht.

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