RT liest

Julia Bruns: Ostseeglut

Dienstag, den 18. Januar 2022
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(1) -> 26.1.2021

Der Fluch der Romanserie. Der Buchtitel muss möglichst nichtssagend sein, darf auch gerne keinen Sinn ergeben, ein bestimmtes Wort muss aber immer drin sein – im Fall des Rügener Küstenkrimis das Wort “Ostsee”. Dazu noch ein prägendes Fotomotiv – in diesem Fall die Seebrücke in Sellin. Dass sie im Roman gar keine Rolle spielt: wurscht.

Vielmehr geht es in “Ostseeglut” von Julia Bruns nämlich um das Selliner Kurhaus, das große Hotel am Hochufer der Ostsee. Es soll verkauft und wohl abgerissen werden. Und interessanterweise ist das Kurhaus 2021 tatsächlich abgerissen worden, die Autorin hat also die Chance genutzt, diesen wahren Punkt in ihre Story einzubinden.
Im schon geschlossenen Kurhaus kommt es zu einem Feuer, und nach den Löscharbeiten wird in einem verschlossenen Schrank im Bereich der Bar der seit zwei Wochen vermisste Eigentümer Georg Vetterich gefunden. Wer hat ihn dort eingeschlossen – und warum?
Anne Berber nimmt die Ermittlungen auf. Sie lebt immer noch in der Pension von Sören Hilgert, und der ehemalige Polizist hilft ihr erneut im Hintergrund bei der Aufklärung.

Leider kann aber “Ostseeglut” bei weitem nicht an den Auftakt der Krimireihe mit Anne Berber und Sören Hilgert mithalten. Die Geschichte schleppt sich ziemlich dahin, es kommt nur wenig Spannung auf. Person A redet mit Person B, dann mit Person C und immer so weiter. Das ist vom Spannungsaufbau her leider nicht aufregend. Das Finale mit der Auflösung bekommen wir sogar nur aus dem “Off” erzählt, wenn die Polizistin davon berichtet.
Teil 2 ist echt enttäuschend.

Julia Bruns: Ostseeglut
Emons, 271 Seiten
5/10

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RTelenovela

Rügen 2021 (13): Das Selliner Bauloch

Dienstag, den 30. November 2021
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(12) -> 29.11.2021

Komischerweise habe ich nur sehr blasse Erinnerungen, wie es in dem Hotel ausgesehen hat. Dabei war ich dort zweimal für mehrere Nächte. Immerhin kann ich mich noch an den Parkplatz erinnern, der hinter dem Hotel war. Im Untergeschoss war eine Sauna. Die Balkone der Zimmer waren sehr schön gestaltet – und einmal hatte ich das wahnsinnige Glück, ein Zimmer mit Mehrblick zu haben. Da saß ich an einem sonnigen Frühlingstag auf meinem Balkon und blickte auf die Selliner Seebrücke.

Aber das Kurhaus Sellin gibt es nicht mehr. Es ist im vergangenen Jahr abgerissen worden, was durchaus für Diskussionen gesorgt hat.
Denn das Kurhaus war weder ein Uraltbau, noch eine DDR-Altlast. Das Haus war gerade mal gute 20 Jahre alt. Wie es heißt, sei es trotzdem nicht zu sanieren gewesen – beziehungsweise wäre das zu teuer gewesen. Irgendwas wird sich der Investor schon dabei gedacht haben.

Läuft man jetzt zur Seebrücke in Sellin, wird man kurz davor auf der linken Seite ein großes Bauloch sehen. Momentan passiert dort auch nichts, 2022 soll es aber weiter gehen.
Am Bauzaun ist schon zu sehen, was an der Stelle entstehen wird – und das sieht dem “alten” Kurhaus durchaus ähnlich. Soll aber natürlich noch besser sein – und es wird Appartments geben, die teuer verkauft werden können. Muss sich ja schließlich lohnen.

Das Ufer an der Selliner Seebrücke wird auf jeden Fall ein völlig neues Gesicht haben – denn auf der anderen Straßenseite ist schon vor ein paar Jahren ein neuer Hotelkomplex entstanden.

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KeineWochenShow

#256 – Und ganz doll dich!

Sonntag, den 28. November 2021
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Mir müssen reden. Obwohl: Eigentlich hat man für das, was da gerade in Deutschland in Sachen Corona abgeht, gar keine Worte mehr. Aber die Wut muss raus. Heute.
Impfchaos. Politikversagen. Was ist eigentlich los in unserem Land? Und wohin soll das alles noch führen?

Am Rande geht es aber auch um das Erdloch in Sellin auf Rügen, wo mal das Kurhaus stand, außerdem um die Landratswahl, die heute, am 1. Advent, in Oberhavel stattfindet. Und wir nehmen Abschied u.a. von Volker Lechtenbrink.
Das alles in KeineWochenShow #256 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2021 (10): Im Hotel in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 27. November 2021
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(9) -> 26.11.2021

Es sind merkwürdige Zeiten, ja. Und eigentlich ist Reisen momentan auch nicht wirklich das Beste. Könnte man meinen. Aber ganz ehrlich: Diese fünf Tage Ostsee – die mussten sein. Und wenn man es genau nimmt, gibt es gerade kaum einen besseren Ort, als in einer Pandemie Ende November an die Ostsee zu fahren. Da ist man nämlich relativ einsam. Einsam im positiven Sinn.

Im Hotel ist man natürlich nicht ganz so einsam. Aber auch das ist vollkommen im Rahmen des Erträglichen. Denn genau genommen trifft man nur beim Frühstück und in der Sauna auf weitere Leute.
Wer in Sellin im Hotel eincheckt, muss eine Maske tragen und geimpft oder genesen sein. Ich bin gewissermaßen pünktlich wieder abgereist, denn inzwischen müssen sich auch Geimpfte alle drei Tage testen lassen.
Der Zimmerservice ist eingeschränkt, sauber gemacht wird nur, wenn man das ausdrücklich wünscht.
Beim Frühstück – nach 10 Uhr ist kaum noch was los – muss man Maske und Einweghandschuhe tragen, wenn man sich am Büfett bedient. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen – es ist viel Platz.
In der finnischen Sauna dürfen nur vier Leute gleichzeitig Platz nehmen – aber es kommt selten vor, dass so viele gleichzeitig rein wollen.

Es ist also momentan ziemlich entspannt im Hotel. Und deshalb konnte ich diese Auszeit dort auch sehr gut genießen.

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RT liest

Julia Bruns: Eiskalte Ostsee

Dienstag, den 26. Januar 2021
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Neujahr an der Seebrücke im Ostseebad Sellin auf Rügen. Am Strand liegt ein Toter. Seine Zunge ist abgeschnitten. Der Fall sorgt für Aufsehen – nicht nur, weil ein Mord am Tourismus-Hotspot an sich schon aufsehenerregend ist. Der Mann war ein Unbekannter im Ort. Man kannte Peter Klart. Schon jahrzehntelang.
Zu DDR-Zeiten war er Chefkoch im heutigen “Cliff-Hotel”, wo sich vor dem Mauerfall die Politgrößen der DDR aufhielten. Nach der Wende belieferte er die Restaurants und Hotels der Gegend.
Aber wer könnte ihn jetzt, mit Mitte achtzig umbringen wollen? Hauptkommissarin Anne Berber beginnt die Ermittlungen und muss feststellen, dass Peter Klart längst nicht so beliebt war, wie alle Glauben machen wollen. Selbst seine Frau reagiert unterkühlt.
Anne, die selbst Probleme mit ihrem Mann hat, zieht in die Pension von Sören Hilgert – zunächst ohne zu wissen, dass er, bevor er nach Sellin kam, selbst auch Ermittler war. Aber auch zu zweit tun sie sich schwer.

“Eiskalte Ostsee” gehört zu den lapidaren Buchtiteln, die eigentlich zeigen sollen, dass es sich um einen Küstenkrimi handelt.
Denn Julia Bruns erzählt eine sehr spannende Geschichte. Sie führt nicht nur in den Selliner Kosmos von mitunter verschrobenen Typen ein. Es gibt es auch Stück Selliner Historie. Wo wird die Rolle des Cliff-Hotels zu DDR-Zeiten beleuchtet, außerdem erfährt der Leser etwas vom Leben in der DDR und mit der Stasi – und von ihren Nachwehen 30 Jahre nach dem Mauerfall.
Julia Bruns schafft es zudem, den Ort Sellin als Handlungsort ihres Romans darzustellen. Wer den Ort kennt, fühlt sich in dem Buch sehr zu Hause. Die Tätersuche bis kurz vor Schluss machen den Roman außerdem erfreulich spannend.

Julia Bruns: Eiskalte Ostsee
Emons, 251 Seiten
9/10

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RTelenovela

Rügen 2020 (2): Wenn die Hansazone zum Dreck wird

Donnerstag, den 5. März 2020
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(1) -> 4.3.2020

Die Ultras von Hansa Rostock scheinen ein Auge dafür zu haben, an welche Stellen, man die “Hansazone”-Aufkleber randonnern kann. Nämlich überall da, wo noch kein Hansazone-Aufkleber dranpappt.
Ein Spaziergang auf der Strandpromenade von Sellin auf Rügen öffnet einem da die Augen. Jede Laterne ist mit zig Aufkleber verschandelt. Wirklich jede. Und wirklich nicht nur ein Aufkleber, es sind meistens sieben, acht oder mehr. Überall Hansazone, Hansa-Ultras oder irgendein anderer sehr wertvoller Hinweis auf die Drittligisten von Hansa Rostock.

Damit nicht genug. Beschmiert sind auch Parkbänke und Fahrradständer. Auf Letzteren sieht man an vielen Stellen riesige Hansazone-Aufkleber.

Die Frage “Was soll das?” ist vermutlich sinnlos. Denn einen Sinn hat das nicht. Die Hansa-Ultras oder schlechtdenkenden Fans scheint der Sinn darin zu liegen, die Gegend mit ihrem Dreck zuzupflastern. Aber was hat man davon, wenn Laterne an Laterne von oben bis unten mit hässlichem Mist zugekleistert sind? Sieht scheiße aus! Aber das ist denn “Fans” vermutlich wurscht. Dass es teuer ist, den Mist zu entfernen, vermutlich auch.

So wird die Hansazone zur reinen Belästigung. Selbst wer bei Altefähr auf die Insel Rügen fährt, sieht beim Verlassen der Rügenbrücke ein Haus, auf dem riesig “Hansezone” gesprüht ist. An Ampeln klebt die Hansazone, auf Hinweisschildern auch.
Die Hansazone nervt, und der Dreck widert mich an.

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KeineWochenShow

#113 – Was ist Heimat? Und wo ist der Karneval?

Sonntag, den 3. März 2019
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Mal wieder was Neues: Diesmal moderieren wir KeineWochenShow von zwei verschiedenen Orten und gut 200 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Der eine ist am Strand des Ostseebades Sellin auf Rügen, der andere im Studio in Oranienburg.
Wie das funktioniert: Wir telefonieren uns zusammen. Wir sehen uns nicht, sondern hören uns nur und zeichnen beide parallel auf. Am Ende werden beide Mitschnitte dann zusammengefügt, und schon sprechen wir auch wirklich miteinander.

In Sellin geht es um den Karneval 2019. Denn am Strand wird der große Umzug erwartet, und diesmal wollen wir es schaffen, dass wir auch wirklich Bilder davon zeigen. Außerdem sprechen wir über das Thema Heimat: Was bedeutet es für uns? Wo ist unsere Heimat? In dem Zusammenhang machen wir einen Ausflug ins Ostseebad Baabe – auch das ist ein Stück Heimat.

Wir sprechen über die Oscars 2019, über eine nicht funktionierende Werbung eines Discounters und über eines mehr – in KeineWochenShow #113 auf Youtube.

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