RTelenovela

Rügen 2020 (2): Wenn die Hansazone zum Dreck wird

Donnerstag, den 5. März 2020
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(1) -> 4.3.2020

Die Ultras von Hansa Rostock scheinen ein Auge dafür zu haben, an welche Stellen, man die “Hansazone”-Aufkleber randonnern kann. Nämlich überall da, wo noch kein Hansazone-Aufkleber dranpappt.
Ein Spaziergang auf der Strandpromenade von Sellin auf Rügen öffnet einem da die Augen. Jede Laterne ist mit zig Aufkleber verschandelt. Wirklich jede. Und wirklich nicht nur ein Aufkleber, es sind meistens sieben, acht oder mehr. Überall Hansazone, Hansa-Ultras oder irgendein anderer sehr wertvoller Hinweis auf die Drittligisten von Hansa Rostock.

Damit nicht genug. Beschmiert sind auch Parkbänke und Fahrradständer. Auf Letzteren sieht man an vielen Stellen riesige Hansazone-Aufkleber.

Die Frage “Was soll das?” ist vermutlich sinnlos. Denn einen Sinn hat das nicht. Die Hansa-Ultras oder schlechtdenkenden Fans scheint der Sinn darin zu liegen, die Gegend mit ihrem Dreck zuzupflastern. Aber was hat man davon, wenn Laterne an Laterne von oben bis unten mit hässlichem Mist zugekleistert sind? Sieht scheiße aus! Aber das ist denn “Fans” vermutlich wurscht. Dass es teuer ist, den Mist zu entfernen, vermutlich auch.

So wird die Hansazone zur reinen Belästigung. Selbst wer bei Altefähr auf die Insel Rügen fährt, sieht beim Verlassen der Rügenbrücke ein Haus, auf dem riesig “Hansezone” gesprüht ist. An Ampeln klebt die Hansazone, auf Hinweisschildern auch.
Die Hansazone nervt, und der Dreck widert mich an.

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KeineWochenShow

#113 – Was ist Heimat? Und wo ist der Karneval?

Sonntag, den 3. März 2019
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Mal wieder was Neues: Diesmal moderieren wir KeineWochenShow von zwei verschiedenen Orten und gut 200 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Der eine ist am Strand des Ostseebades Sellin auf Rügen, der andere im Studio in Oranienburg.
Wie das funktioniert: Wir telefonieren uns zusammen. Wir sehen uns nicht, sondern hören uns nur und zeichnen beide parallel auf. Am Ende werden beide Mitschnitte dann zusammengefügt, und schon sprechen wir auch wirklich miteinander.

In Sellin geht es um den Karneval 2019. Denn am Strand wird der große Umzug erwartet, und diesmal wollen wir es schaffen, dass wir auch wirklich Bilder davon zeigen. Außerdem sprechen wir über das Thema Heimat: Was bedeutet es für uns? Wo ist unsere Heimat? In dem Zusammenhang machen wir einen Ausflug ins Ostseebad Baabe – auch das ist ein Stück Heimat.

Wir sprechen über die Oscars 2019, über eine nicht funktionierende Werbung eines Discounters und über eines mehr – in KeineWochenShow #113 auf Youtube.

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Rügen 2018 (16): Cujo

Mittwoch, den 8. August 2018
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(15) -> 7.8.2018

Sonntags ist Trödelmarkt auf dem Parkplatz an der B196 im Ostseebad Sellin. Es war diesmal sogar ziemlich voll, sowohl was die Zahl der Händler angeht, als auch die Zahl der Besucher.

Eigentlich bin ich ja kein Trödelmarktgänger. Ich frage mich ja immer, wer Klamotten kauft, die schon ziemlich ramponiert aussehen und nun auf irgendeiner Decke rumliegen. Oder uralte Videokassetten. Oder Musikkassetten, die teilweise ohne Hülle in der Sonne rumliegen. Was will man von diesen Teilen noch erwarten?
Schallplatten finde ich immerhin noch ansatzweise interessant, weil ich jemanden kenne, der sie sammelt und hört.

Bei meinem Rundgang lachte mich dann aber ein Buch an. Es war der Roman “Cujo” von Stephen King. Der Roman war meine King-Premiere, irgendwann in den frühen 90ern, hatte ich ihn mir aus der Oranienburger Bibliothek ausgeliehen.
Ich warf also einen Blick auf das Buch – ging aber erst mal weiter.
Auf dem Rückweg blieb ich noch mal stehen. Das Buch war aus den späten 90ern, es kostete damals gerade mal 8 D-Mark, und es stand schon der Hinweis darauf, dass es nach der Umstellung 4 Euro kosten wird. Wahnsinn. Heute gibt es kaum noch Taschenbücher, die unter 10 Euro kosten.

Ich fragte die Verkäuferin, was sie denn für das schon leicht vergilbte Buch haben möchte. Ihre Antwort: 2 Euro. Das erschien mir für ein Buch mit dem 4-Euro-Neuwert vor 20 Jahren ziemlich viel. Ich bot ihr einen Euro an – sie verneinte. Ich hätte ihr jetzt natürlich 1,50 Euro anbieten können. Sie hätte das auch machen können.
So aber blieb “Cujo” liegen. Irgendwie schade. Aber irgendwie auch nicht.

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Rügen 2018 (8): Da, wo mal der Sand von Rügen war

Dienstag, den 3. April 2018
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(7) -> 2.4.2018

Es muss 2002 gewesen sein. Die Sängerin Gaby Rückert trat in Baabe auf Rügen auf, und wir waren dabei. Das Konzert fand auf einer leicht hügeligen Wiese mit einem kleinen Wäldchen statt – am Ende der Hauptstraße, kurz vor dem Strand.
Der Freund, mit dem ich da war, kannte mehrere Songs von ihr, und dadurch bin ich mit dem wunderschönen Lied “Berührung” in Berührung gekommen. Und mit ihrem Lied “Der Sand von Rügen” – das hat sie damals auch dort gesungen, natürlich mit dem Hinweis, dass sie das ja auf Rügen besonders gern singen würde.

2018. Das Gelände in Baabe gibt es nicht mehr. Wieder verschwindet eine Baulücke. Die Bäume sind gerodet, die Wiese verschwunden und die Hügel sind eingeebnet.
An der Ecke Hauptstraße/Am Kurpark entstehen neue Häuser – Appartements für Touristen. In der Ferne – in Richtung des ehemaligen Zeltplatzes – sieht man solche Häuser schon, und es werden mehr. Die ganze Ecke ist dann zugepflastert mit den großen hellen Hausklötzen. Wie es Baabe überhaupt versäumt hat, entlang der ersten Reihe eine vernünftige Bäderarchitektur zu schaffen. Am Kurpark stehen jetzt schon beliebig aussehende Klötze.

Und apropos verschwundene Baulücken. Direkt an der Seebrücke von Sellin ist nun gegenüber des Kurhauses ein neues Hotel eröffnet worden. Auch so ein weißer Klotz, aber immerhin zumindest ansatzweise zur Architektur passend.
Auch an der Schillerstraße in Binz ist in den vergangenen Monaten ein neues Wohn- und Geschäftshaus eröffnet worden. In der Hauptstraße dagegen steht der ehemalige Bäcker schon länger leer, und ich bin gespannt, ob da was Neues reinkommt oder ob das Ding komplett weggerissen wird.

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Rügen 2018 (7): Durch den Winterwunderwald

Montag, den 2. April 2018
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(6) -> 1.4.2018

1. April, und es schneit. Und hört nicht mehr auf. Binz verwandelte sich zu Ostern noch einmal in ein Winterwunderland.
Rechtzeitig zum Beginn unseres Tagesausfluges stellte dann auch die Bäderbahn den Betrieb ein. Auf dem Schneematsch wären die Fahrten wohl zu gefährlich geworden. so mussten wir im Schneetreiben über den Binzer Klünderberg zum Bahnhof des Rasenden Roland laufen.

Überall auf Rügen ist Ostersonntag wohl der Bahnverkehr eingestellt gewesen – nicht so zwischen Lauterbach und Göhren. Der Rasende Roland, die Kleinbahn auf Rügen, fuhr.
Die Frau vom Fahrkartenverkauf musste zwischendurch raus zum Schneeschippen. Schließlich sollte gleich der nächste Zug einrollen, und da musste der Bahnsteig einigermaßen frei sein.

Der Zug rollte dann in die Granitz, in den Winterwunderwald. Es schneite noch immer. Alles war weiß – die Felder, die Hänge, die Bäume und die zugefrorenen Tümpel. Am Bahnhof vom Jagdschloss Granitz standen Leute, auf denen sich auf den Kapuzen Schnee sammelte.
In Sellin schienen wir in eine wärmere Zone gefahren zu sein. Der Schnee stand nicht mehr ganz so hoch, es war mehr Matsch als noch in Binz zu sehen.
Als der Zug Göhren erreichte und wir dann zum Strand liegen, pfiff uns der Schnee um die Ohren. Die Ostsee toste mit riesigen Wellen auf den Strand zu. Der war sehr viel schmaler als sonst, das Beachvolleyballfeld war zu einem Viertel im Wasser verschwunden.
Schneesturm, wilde See – ein Wetter wie im tiefsten Winter. Anfang April! Aber ein tolles Erlebnis. Trotzdem oder gerade deshalb.

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Rügen 2018 (6): Sturm statt Feuer

Sonntag, den 1. April 2018
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(5) -> 31.3.2018

Es ist ein Fluch. Ein Wetterfluch. Am Rosenmontag 2016 war ich in Altlußheim in Baden-Württemberg, um mir den Karnevalsumzug anzusehen. Er fiel aus, weil es stürmte und regnete.
Ostern 2018: Wir sind nach Binz gefahren, weil es dort immer am Ostersonnabend am Stand die Osterfeuermeile gibt – 24 Feuerchen. Soll immer ganz toll sein. Aber stattdessen: Sturm und Schnee. Die Meile wurde abgesagt.
Frustrierend.

Andererseits ist es aber auch schön, die Ostsee mal wieder so richtig tosend zu erleben. Momentan rollen auf den Binzer Strand ordentliche Wellen zu, es rauscht ganz ordentlich. Einige Wellensurfer nutzen die Chance, um sich in die… ähm, auf die Wellen zu stürzen.
Der Schiffsverkehr zu den Seebrücken ist eingestellt.

In Sellin haben sie ein paar Wellenbrecher vor der Seebrücke installiert, so rollen im direkten Umfeld nicht die ganz großen Wellen heran.
In Baabe gibt es diesen Schutz nicht, dafür aber Schilder, die auf den höchsten Wasserstand der Ostsee hinweisen. Mitte der 90er muss die See mal ordentlich gedrückt haben.

In der Nacht zum Ostersonntag schneit oder regnet es in Binz immer abwechselnd. Angeblich sollen bis zum Vormittag ein paar Zentimeter runterkommen. Ich bin gespannt. Frohe Weih…, äh, Ostern!

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Rügen 2017 (19): Dingsbums lässt schön grüßen

Donnerstag, den 16. November 2017
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(18) -> 15.11.2017

Zwei Damen betreten den Wellnessbereich des Hotels in Sellin. Am Tresen lehnt sich eine von ihnen – sie sind um die 60 – mit dem Oberkörper auf die Tischplatte. Sie fragt die junge Frau hinterm Tresen, ob denn der Hans da sei. Die Mitarbeiterin bejaht das. “und die Claudia, ist die auch noch da? Und die Judith?” Die Mitarbeiterin schaut irritiert, lächelt dann und sagt, dass nur der Hans noch hier arbeite, er sei derjenige, der auch am längsten da sei. “Ich soll nämlich den Hans schön grüßen!”

Und dann kommt er auch schon, der Hans. Hans kennt die Frau nicht, die da halb auf dem Tresen liegt. “Ich soll sie von Britta grüßen!” Hans reagiert nicht, er kann sich scheinbar an keine Britta erinnern. “Na, die Britta, die vor vier Jahren ihre Ausbildung hier gemacht hat.” Hans überlegt weiter, fragt nach dem Nachnamen, und die Frau nennt ihm ihn. So ganz kann sich Hans aber immer noch nicht erinnern, und die Grüßende erzählt ihm, Brittas weitere Geschichte und wo sie nun gelandet ist – in ihrem Geschäft nämlich.
Hans ist höflich, deshalb fällt ihm auch bald ein, wer diese Britta ist, und er hört sich sehr geduldsam an, was die Frau ihm noch alles über diese Britta zu sagen hat.

Ich stehe die ganze Zeit dahinter, weil ich eigentlich auch noch eine Frage habe, aber die Frau, die halb auf dem Tresen liegt, muss die Britta-Geschichte noch loswerden. Sie fühlt sich offenbar, als würde sie zur Selliner Wellness-Familie gehören. Vielleicht hatte sie auch einfach nur Redebedarf.

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