RTelenovela

Eis! Geh weg vom Eis!

Montag, den 15. Februar 2021
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Die aktuelle Facebook-Hysterie: sich über Leute aufregen, die auf zugefrorene Seen und Flüsse laufen. Alles ganz böse Leute, alle ganz verantwortungslos, und wenn was passiert, dann haben wir es ja schon immer gesagt.
Natürlich ist das alles gar nicht mal so falsch, aber dass man mal wieder kollektiv ausrastet und sich über die anderen aufregt, die irgendwas machen, was man doch bitte nicht zu machen habe, ist einfach nur überflüssig. Dass in Berlin die Polizei Leute mit einem Hubschrauber vertreiben wollte, halte ich für maßlos übertrieben.

Nun muss ich sagen: Ich war an diesem Wochenende nicht auf dem Eis. Aber das liegt auch daran, dass ich einen großen Respekt davor habe, solche Flächen zu betreten.
Am Sonntagnachmittag war ich in Havelhausen am Oder-Havel-Kanal, der komplett zugefroren war. Raufgetraut habe ich mich nicht, was vor allem daran lag, dass ansonsten niemand da war. Es hätten schon Menschen drauf unterwegs sein müssen, dass ich mich auch getraut hätte.

Das letzte Mal, dass ich auf einem zugefrorenen See unterwegs war, war übrigens 2018 – auf dem Rahmersee bei Seefeld. Da waren wir nicht die einzigen, das Eis war dick genug. Freunde von mir waren an diesem Wochenende auch wieder dort unterwegs.
Es ist übrigens ziemlich genau 25 Jahre her, dass ich auch auf dem Oder-Havel-Kanal unterwegs war. Im Januar und Februar 1996 war es so klirrend kalt, dass alles zufror, und wir liefen zwischen Oranienburg-Süd und dem Lehnitzsee auf dem Eis. Aufregend!

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KeineWochenShow

#62 – Couragiert mit Herz und Hand

Sonntag, den 11. März 2018
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Couragiert mit Herz und Hand. Blühe deutsches Heimatland! Um dieses möglichen Änderungen der Nationalhymne wird wieder mal heftig diskutiert – obwohl wir natürlich ganz andere Probleme haben. Für uns ist diese Gender-taugliche Nationalhymne trotzdem ein Thema – und die Frage: Einerseits warum nun eigentlich so drüber debattiert wird, wo das doch vor Jahren schon mal im Gespräch war. Und andererseits: Was denn so schlimm daran wäre, zwei Wörter auszutauschen? Sprache lebt und ist ein sich immer verändernder Prozess.

Außerdem sprechen wir in KeineWochenShow natürlich über die nun wirklich bevorstehende GroKo und über die Wintersaison, die nun wohl zu Ende gegangen ist. Gekrönt wurde sie durch einen jungen Mann, der sich dachte, er könne mit einem Quad auf den Zühlsdorfer Rahmersee in Seefeld fahren – und im Wasser landete.
Es geht um die Oscars, um Depeche Mode, die vor 30 Jahren in der DDR auftraten, um 25 Jahre RTL II, um “Gladbeck” und um den total verkleideten Detlef Soost in “Promi Undercover Boss”.

Das alles und mehr in KeineWochenShow #62 auf YouTube.

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RTelenovela

Eisig!

Sonntag, den 4. März 2018
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Der Sonnabend war vermutlich der einzige Tag im Winter 2017/18 in unserer Region, an dem man auf einige zufrorene Seen laufen konnte. Natürlich immer auf eigene Gefahr, denn die Feuerwehr wird sicherlich niemals Seen freigeben. Augenmaß ist also gefragt.

Der Rahmersee war am Sonnabend fast komplett zugefroren. Wir hatten die Gelegenheit, über einen Privatsteg im Zühlsdorfer Ortsteil Seefeld zum See zu gelangen.
Am selben Tag gab es unweit davon einen Zwischenfall: Jemand fuhr mit einem Quad auf den See – und landete damit in einem Eisloch. Die Feuerwehr musste ran. Irre! Auf so eine bekloppte Idee muss man erst mal kommen.

Aber einzeln und zu Fuß ließ es sich auf dem See ganz gut gehen – ohne Schlittschuhe für mich aber nur am Rand und sehr vorsichtig. Da es keinen Schnee gab, war das Eis eine wirklich glatte Fläche. Wer Schlittschuhe dabei hatte, hatte es da schon leichter.

Wenn ein See in der Kälte zufriert, ist das immer ein faszinierendes Erlebnis, und wer weiß, wie oft wir das in der Zukunft noch erleben dürfen.

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RTelenovela

Radtour (22): Verflucht!

Donnerstag, den 4. Oktober 2012
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(21) -> 24.9.2012

Es war die längste Radtour seit 21 Jahren – und der Unterschied zu damals ist, dass Hin- und Rücktour innerhalb von vier Stunden geschahen. 1991 lagen ein langer Tag am Liebnitzsee dazwischen.
Und ich muss zugeben: Zwischendurch habe ich diese Radtour verflucht, verflucht, verflucht.

Für einen 3. Oktober war das Wetter mal wieder herrlich. Knappe 20 Grad, dazu Sonne, was will man mehr? Entlang des Lehnitzsees ging es bis zur Brücke an der Lehnitzschleuse. Ich verließ Oranienburg Richtung Schmachtenhagen.
Im Dorf ist schon einige Wochen die Bundesstraße gesperrt. Für die Bewohner müssen die Zeiten, in denen die Bagger ruhen, himmlisch sein. Das eine oder andere Auto rollt dennoch durch die Baustelle – die Sperrschilder scheinen die Fahrer nicht zu interessieren…

Zwischen Schmachtenhagen und Zehlendorf gibt es seit diesem Jahr einen neuen Radweg. Er führt entlang der Straße von Dorf zu Dorf – glatt und fast eben. Da kann man richtig schön Gas geben.
In Zehlendorf jedoch endet das Radlerparadies, ab dort geht es nur noch auf den Straßen vorwärts.

Zwischenstopp am Zehlendorfer Bahnhof. Ganz verlassen liegt er da, die Sträucher wachsen in die Höhe. Schon seit Jahren fährt dort kein Zug mehr – und es ist wohl auch nicht mehr damit zu rechnen, dass dort jemals wieder einer fährt.

Woran merkt man auf einer Landstraße, dass man den Landkreis wechselt? Auf Zehlendorfer Seite ist die Straße in einem Top-Zustand – Oberhavel. Auf Stolzenhagener Seite ist die Strecke für Radler ein Graus – Barnim. Die Straße ist uneben, die Ränder abgebrochen.
Von Schmachtenhagen bis Wandlitz fahren wir volle Fahrt voraus. Ich fahre am Limit – mehr Tempo bekomme ich mit meiner Gangschaltung nicht rauf. Deshalb kommt der nächste Zwischenstopp in Wandlitz ganz recht.
Ich gehe mit den Füßen in den Wandlitzsee. Das Wasser ist schön recht kühl geworden.

Im Gegensatz zum Zehlendorfer ist der Wandlitzer Bahnhof noch nicht verwaist. Im Gebäude selbst sind diverse Läden, und Züge fahren dort auch noch.
Von da an ging’s zwar nicht bergab – aber zurück. Die Pause in einem Café war zwar erholsam, aber danach begann der beschwerliche Teil der Tour.
Ich wusste: Von Wandlitz nach Hause sind es gute 30 Autominuten. Und mit dem Rad? Ich wusste: Fahre ich auf der B273 Richtung Oranienburg, gibt es erst hinter Wensickendorf einen Radweg. Die Anbindung zwischen Barnim und Oberhavel ist für Radler eine Katastrophe.
Extrem frustriert radelte ich durch den alten Wandlitzer Ortskern.
Sollte ich eher über Zühlsdorf fahren? Da ist weniger Verkehr, aber die Strecke ist noch länger, und einen Radweg gibt auf der Strecke überhaupt keinen.
Ich entschied mich dennoch für die Strecke über Zühlsdorf.

Im Zühlsdorfer Seefeld kreuzt die Heidekrautbahn die Straße. Am Bahnübergang stoppte ich.
Ich hatte keine Lust mehr. Und der Weg nach Hause war noch so lang.
An den Gleisen stand ein Pärchen mit ihren Rädern, die Frau sah mich an, als ob sie mich kennen würde, irgendwas sagte sie, aber ich hatte nur noch ein Ziel vor Augen: nach Hause!
In Zühlsdorf traf ich auf einen Fahrrad-Wegweiser, der mich in Richtung Oranienburg auf einen unbefestigten Weg wies. Wieder mal ein Stück Oberhavel, das mir völlig unbekannt war. Dass Zühlsdorf einen Campingplatz hat, wusste ich nicht. Auch nicht, dass sich direkt dahinter eine alte Mühle befindet, in der heute aber offenbar Privatleute wohnen.

Ich fuhr immer geradeaus. Durch den Wald. Über die Landstraße zwischen Wensickendorf und Zühlslake hinweg. Wieder durch den Wald.
Offenbar habe ich noch immer nich das Radfahrerdenken. Wenn man überlegt, wie man von A nach B kommt, denkt man immer nur an die Wege, die man als Autofahrer denkt. Ich hatte mich innerlich schon auf die lange Strecke von Zühlsdorf über Zühlslake nach Lehnitz eingestellt. Nun holperte ich über schmale und sehr einsame Waldwege – ohne zu wissen, wo ich denn nun wirklich ankommen würde.

Plötzlich tauchte ein Tempo-30-Zone-Schild auf. Bewohntes Gebiet! Aber welcher Ort könnte das sein? Lehnitz? Schmachtenhagen?
Ich radelte durch eine Waldrandsiedlung mit lauschigen Grundstücken und netten Häusern. Am Ende kam noch ein kleiner Hügel, und schon war der Ort wieder zu Ende. Als ich auf freiem Wald war und rechts den Zehlendorfer Funkturm sah, war klar: Das war Schmachtenhagen-Ost. Ich würde also irgendwo in Schmachtenhagen ankommen.
Der Weg endete an der Kreuzung zur B273, wo am Steinpilzweg die Baustelle und die Absperrung ist. Da, wo ich vor etwas mehr als drei Stunden schon mal war. So war zwar nicht der Plan, und ich bin damit einen seltsamen Umweg gefahren – aber wenigstens war es dann noch noch ein bisschen spannend, ruhig und vor allem neu.

Mit müden Knochen kam ich in Oranienburg an. Mein Bedarf an einer Radtour ist vorerst gedeckt. Puh.

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