RTelenovela

Unter Hühnern

Samstag, den 18. September 2021
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Als wir uns dem Gelände nähern, auf dem der mobile Hühnerstall steht, da setzt schon eine Völkerwanderung ein.
Etwa 1500 Hühner leben in diesem Stall am Rande von Schwante, und als sie ihr “Herrchen” erspähen, kommen sie alle in Richtung Eingang gerannt. Wie die Lemminge, wie in einem Computerspiel.

Mir wird ein bisschen mulmig, und mein Begleiter – das “Hühnerherrchen” fragt, ob ich Angst vor Hühnern hätte. Worauf ich entgegne, dass ich noch nie mit so vielen Hühnern zu tun hatte. “Die tun nichts”, sagt er.
Der Geräuschpegel ist schon relativ hoch. Das “Gack-ack-ack ackack-ack” hundertfach macht schon Eindruck, vor allem wenn es in Wellen an- und abschwillt.
Herrchen öffnet das Gatter, wir schlüpfen durch, allerdings ganz langsam. Denn das muss man schnell lernen, wenn man unter Hühnern ist: Langsam laufen. Und keine ruckartigen Bewegungen.
Als ich doch mal eine ruckartige Bewegung mache – nun ja, da war was los. Eine Aufschrei und eine Flatterei vom feinsten. Glücklicherweise haben sich die Damen schnell wieder beruhigt.

Dicht gedrängt stehen die Hühner um uns. Einige picken an den Schnürsenkeln des Herrchens. “Die halten sie für Würmer”, erzählt er. Meine Schnürsenkel sind blau, vielleicht achten sie deshalb nicht so drauf.
Ganz langsam laufen wir zum Stall, immer muss man hoffen, dass man nicht auf ein Füßchen latscht. Aber an sich sind die Tiere in der Tat friedlich.

Es sind Freilandhühner. Sie leben zwar im Stall, können aber am Tage jederzeit raus und haben ein recht großes Gehöft. Dazu gehören auch eine Wasserstelle und Unterstände, unter die die Tiere flüchten, wenn sie Gefahr wittern. Dann setzt wieder das Massengetappel ein, wenn alle in eine Richtung stürmen.
Wenn es dunkel wird, gehen die Hühner alleine in den Stall, später schließt sich die automatische Klappe.
Nach der Stallbesichtigung laufen wir wieder gaaanz laaangsam in Richtung Ausgang, immer begleitet vom Hühnervolk und ihrem “gack-ack-ack ackack-ack”. Es klingt ein bisschen enttäuscht, als wir wieder draußen sind. Aber nur kurz: Dann rennen sie wieder woanders hin, weil was anderes spannend war.

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aRTikel

Rasten ist rosten: Dieter Blumberg wird 80

Donnerstag, den 20. Mai 2021
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In Schwante war er der erste frei gewählte Bürgermeister nach der Wende – bis heute kümmert er sich im Verein um die alte Schmiede in der Dorfstraße – am Freitag feiert er Geburtstag

MAZ Oberhavel, 20.5.2021

Schwante.
Wenn Dieter Blumberg am Freitag 80 wird, dann kommt wohl nur eine kleine Runde zusammen. So geht es gerade allen Jubilaren. „Irgendwas ist angekündigt, aber ich darf es nicht wissen“, sagt er und lächelt.
Dieter Blumberg ist in Schwante als der Schmied bekannt. Wenn Landpartie ist, dann steht er vor der Schmiede und zeigt, wie der Beruf, den er gelernt hat, funktioniert. Bekannt ist er aber auch, weil er 1990 der erste frei gewählte Bürgermeister von Schwante geworden ist.

Von den 80 Jahren hat er gute 79 in Schwante gelebt. Geboren wurde er in Staffelde. „Meine Mutter war die Tochter der Gastwirte im Alten Dorfkrug“, erzählt er. Als Dieter Blumberg am 21. Mai 1941 geboren wurde, da hat ihn sein Vater wohl noch einmal gesehen. Im selben Jahr ist er im Krieg gefallen. „Ich habe es immer sehr bedauert, dass ich keinen Vater hatte. Meine Mutter musste den Hof in Schwante übernehmen, den wollte sie erhalten.“ Sein Bruder Siegfried und er mussten auf dem Hof viel mit anpacken. „Das war eine wichtige Geschichte fürs Leben, Verantwortung zu übernehmen.“ Sie hatten Hühner, Schafe und Rinder.
„Ich war kein guter Schüler“, sagt er und schmunzelt. Bis zur 4. Klasse ging er in Schwante zur Schule, danach in Vehlefanz. „Ich habe es irgendwie geschafft. Meine Reife setzte erst später ein.“ Dann begann er eine Lehre als Bäcker. „Ich dachte, das ist ein schönes Leben.“ Er machte das an einem Freund fest, der morgens gearbeitet hat. „Er war am Tage immer da.“ Nach einem Vierteljahr war jedoch Schluss. „Ich bin körperlich eingegangen. Ich war ja davor immer nur draußen, und plötzlich stand ich nur in der Backstube.“ Er brach die Lehre in Kremmen ab – und begann eine andere: als Schmied. „Ich mochte die Vielfältigkeit. So ein Handwerksbetrieb auf dem Dorf hatte ja die Funktion, die ein Baumarkt heute hat.“ Seine Arbeit sei „unheimlich vielfältig“ gewesen. Allerdings sah er in diesem Beruf keine Zukunft. „Mit den Arbeiten von früher, konnte man als Schmied nicht mehr existieren.“ Er begann bei der LPG Tierproduktion in Schwante zu arbeiten, er war technischer Leiter. Bis zur Wende.

Die Wende brachte auch für Dieter Blumberg ein ganz neues Leben. Er war schon davor im Dorf bekannt. Musste jemand zum Arzt gefahren werden, er war zur Stelle. Brauchte jemand sonstige Hilfe, er wurde gefragt. „Was möglich war, habe ich getan.“ Manfred Lehmann sei es gewesen, der ihn fragte, ob er sich politisch engagieren wolle. Tatsächlich trat er für die SPD 1990 an – und war so erfolgreich, dass er Schwantes Bürgermeister wurde.
„Das war ein Neuanfang für alle. Ich hatte Angst davor, wollte das erst nicht. Kein Mensch wusste: Wie geht Verwaltung? Klar war, dass man hart rechnen muss. Dass man verletzen muss.“ Das sei sehr schwierig gewesen. Er musste Personal ausdünnen, Menschen entlassen. Seine Frau Bärbel in der Zeit mal zu ihm: „Die grüßen nicht mehr.“ Damals spielte sich das Gemeindeleben noch im Schloss ab.
Als es darum ging, die Gemeindegebietsreform durchzuführen, da sollte Schwante eigentlich nach Kremmen gehen. „Man war damals sehr skeptisch gegenüber Eichstädt.“ Dann aber habe es eine Bürgeraktion mit Unterschriftenlisten gegeben. „Es gab die Angst, dass wir in Kremmen untergebuttert werden.“ Heute gehört Schwante zu Oberkrämer. Eine richtige Entscheidung, wie Dieter Blumberg heute sagt. Er wechselte 1993 in die Amtsverwaltung nach Eichstädt, wurde Hauptsamtsleiter – bis zu seinem Ruhestand 2003.

Seit mehr als 55 Jahren ist er mit seiner Frau Bärbel zusammen. Kennengelernt haben sie sich im Harz, während seiner Zeit als Grenzsoldat. 1965 haben sie geheiratet. Inzwischen haben sie zwei Kinder und vier Enkel. „Familie ist mir sehr wichtig“, sagt er. Und gerade zu seinem Bruder hat er sehr engen Kontakt.
Auch wenn er hauptberuflich nicht lange als Schmied gearbeitet hat – bis heute ist die Schmiede in der Dorfstraße sein Leben. Er kümmert sich, repariert, organisiert, schmückt. Natürlich nicht allein, aber jede Gruppe braucht einen Kopf. „Meine Kumpels aus dem Verein erkennen das an. Wenn ich sie rufe, kommen sie, und das finde ich schön.“ Dass momentan dort keine Kultur stattfinden kann, findet er schade. „Das sind verlorene Jahre, nicht mehr einzuholen.“ Ansonsten kümmert er sich um seinen Hof, er schaut gern Fußball – und hat auch in Flatow mal selbst gespielt. Gibt es Zeiten, wo er nichts tut? „Wenig. Will ich auch nicht. Dafür habe ich keine Geduld. Rasten ist rosten“, sagt Dieter Blumberg.

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aRTikel

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Freitag, den 16. April 2021
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Die beiden Frösche an der Bahnhofstraße in Schwante sind nicht gestohlen, sondern entfernt worden

MAZ Oberhavel, 16.4.2021

Schwante.
Die beiden bunten Frösche, die die Autofahrer darauf aufmerksam machten, dass sie bitte an der Kita langsam fahren sollen, standen nur wenige Tage an der Bahnhofstraße in Schwante – plötzlich waren sie weg. Gestohlen? Davon ging Nicole Woywode aus. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern hatte sie dafür gesorgt, dass die Figuren, die zuvor schon seit September 2018 für mehr als zwei Jahre dort standen, aufgefrischt worden sind.
Nach dem Verschwinden der Frösche erstattete Nicole Woywode Anzeige an die Polizei, auch ans Ordnungsamt hatte sie sich gewandt. Jetzt kam raus: „Die Frösche sind durch das Ordnungsamt zusammen mit dem Revierpolizisten abgenommen und auf ein Gemeindefahrzeug verladen und sicher gestellt worden“, so Nicole Woywode. So habe sie es aus dem Ordnungsamt in Oberkrämer erfahren.

Dirk Eger, der Leiter des Ordnungsamtes bestätigte den Vorgang am Donnerstag auf MAZ-Nachfrage. Aus seiner Sicht liege da „offensichtlich eine Straftat“ vor. Es gehe um Amtsanmaßung.
Der Frosch war bunt gekleidet. Auf seinem gelben T-Shirt stand eine blaue „30“. Zum Frosch gehörte auch ein Schild „Achtung Kindergarten“ mit der Abbildung eines entsprechenden Verkehrsschildes. Dieses Schild gehörte auch schon zum Frosch, als er im „Schloss Schwante“-Gewand zwei Jahre lang an dieser Stelle stand. Laut Dirk Eger habe es eine klare Absprache mit dem Ortsbeirat gegeben, Frosch und Schild zu entfernen. Es sei nie eine Sondernutzungserlaubnis erteilt worden. Bei der (neuerlichen) Aufstellung mit dem erneuerten Frosch handele es sich um ein Offizial-Delikt, so Dirk Eger weiter. Es gebe keinen Ermessensspielraum, es handele sich um eine Straftat. Von wem die Anzeige und die Entfernung der Frösche an der Bahnhofstraße ausging, dazu wollte sich Dirk Eger nicht äußern und verwies auf den Bestand der Straftat. Der Fall gehe an die Staatsanwaltschaft.

Die Frage ist nun: Wer wusste vorher schon was und wer hat mit wem gesprochen oder nicht. „Ich war nie involviert“, sagte Schwantes Ortsvorsteher Dirk Jöhling (BfO) am Donnerstag. Auch die Aufstellung des Frosches 2018 sei keine Aktion des Ortsbeirates gewesen. Er sagte aber auch, dass die Frösche schon länger weg sollten. Der Ordnungsamtsleiter habe in einer Ortsvorsteher-Sitzung darauf hingewiesen, dass sie rechtswidrig seien. „Wenigstens Uta Hoffmann hätte das wissen müssen“, so Dirk Jöhling. Er meint die SPD-Gemeindevertreterin, die auch im Ortsbeirat sitzt und sich für die Aktion an der Bahnhofstraße mit stark gemacht hatte. Er habe in der Ortsbeiratssitzung darauf hingewiesen, dass die Frösche rechtswidrig seien. „Ich hatte mich gefreut, als sie verschwunden waren, und dann standen die neuen Frösche da. Das war der Gipfel der Frechheit.“ Er habe sich wahnsinnig geärgert, weil er gewusst habe, dass die Wiederaufstellung rechtswidrig gewesen sei. Für die Anzeige sei er aber nicht verantwortlich, so Dirk Jöhling.

Uta Hoffmann (SPD) kann sich in der Tat an entsprechende Gespräche im Ortsbeirat erinnern, wie sie am Donnerstag sagte. Dass es dabei aber einen Zusammenhang zur Abbildung mit einem Verkehrsschild gebe, sei ihr damals nicht klar gewesen. „Da wurde schon angedroht, dass es abgenommen wird, das war aber nicht geschehen. Dann hieß es , es sei hässlich geworden.“ Das habe sie so weitergegeben, woraufhin der Frosch aufgehübscht worden sei. Für sie ist die Art und Weise, wie sich diese Frosch-Geschichte nun aufschaukelt, ein „falsches Zeichen“. Immerhin sei auch die Jugend eingebunden gewesen, in dem eine junge Künstlerin den Frosch neu bemalt habe.

„Mir fehlen mittlerweile echt die Worte“, sagt Nicole Woywode, die die Aktion mitinitiiert hatte. Sie sei gespannt auf das angedrohte Verfahren. Denn immerhin habe derselbe Frosch schon vorher mehr als zwei Jahre an den Stellen – nahe der Kita und am Rand des Discounter-Parkplatzes – gestanden.

Hintergrund für die Aktion ist die Forderung nach der Einführung eines Tempo-30-Bereiches in der Schwantener Bahnhofstraße, wo sich sowohl ein Pflegeheim als auch eine Kita befinden, außerdem die Ausfahrt vom Bahnhof und vom Discounter sowie der Bahnübergang. Seitens der Behörden ist Tempo 30 jedoch abgelehnt worden, weil nach deren Angaben die Bedingungen für die Absenkung der erlaubten Geschwindigkeit nicht gegeben sei. Mehrere Anläufe des Ortsbeirates in Schwante und auch der Oberkrämer-Verwaltung in Eichstädt scheiterten. Im September 2018 sind in der Bahnhofstraße erstmals die Frösche – das Maskottchen des Ortsteils Schwante – aufgestellt worden, um die Autofahrer daran zu erinnern, dass sich in diesem Bereich Gefahren durch Kinder entwickeln könnten. Die Figuren sind nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

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Viel öfter alleine als sonst

Freitag, den 12. Februar 2021
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Senioren müssen sich in der Coronakrise umstellen – Helmut Rätzke lässt sich den Einkauf bringen

MAZ Oranienburg, 12.2.2021

Oberkrämer.
Die Coronakrise ist für die meisten Menschen auch ein Akt der Geduld. Gerade das gesellschaftliche Leben steht still. Das bekommen auch die Senioren zu spüren. Normalerweise gibt es in Oberkrämer fast jeden Tag Veranstaltungen in den einzelnen Ortsteilen, wo sich Senioren treffen, gemeinsam Karten spielen oder einfach nur Kaffee trinken und reden. Das fehlt nun alles – und nicht nur das. Weil die Senioren altersmäßig zur Risikogruppe gehören, müssen sie besonders aufpassen.

Helmut Rätzke aus Schwante ist 91 und momentan viel öfter alleine als sonst. „Ich gehe auch allein zum Spazierengehen“, erzählt er. „Aber auch nur da, wo man eher alleine ist.“ Er möchte ungern Menschen begegnen, größeren Menschenmassen ausweichen. Deshalb geht er auch nicht zum Einkaufen. „Das macht mein Sohn für mich.“ Der darf auch zu ihm rein, aber auch nur mit Maske. Eigentlich aber geht Helmut Rätzke jeden Mittwoch zum Kartenspielen, sonntags trifft er sich mit einer Frauenrunde, auch dort stehen dann Kartenspiele auf dem Programm. „Jetzt habe ich keinen Kontakt. Ich sehe zu, dass ich so wenige Kontakte wie möglich habe, ich bin ja schon 91.“ Das fällt ihm alles nicht immer leicht. „Na ja, das ist alles ein bisschen traurig. Aber was soll man machen?“ Seinen Haushalt macht er selbst, das Essen bekommt er geliefert. „Im Alltag komme ich noch ganz gut zurecht.“ Aber er vermisst die Normalität. „Ich bin ein Mensch, der Kontakte haben muss. Jetzt ist das natürlich schlecht.“ Immerhin telefoniert er jetzt ab und zu mit den anderen.
Seine erste Impfung hat der Schwantener auch schon bekommen. „Das war in Oranienburg“, erzählt er. Eigentlich sollte er dafür nach Potsdam fahren, aber dieser Termin sei abgesagt worden. Im Oranienburger Impfzentrum bekam er dann seinen Piks. „Das war alles sehr gut, ich habe nichts gemerkt.“ Bald bekommt er auch seine zweite Impfung, dann will er noch eine Woche weiter zu Hause bleiben. Wenn er wieder unter die Leute darf, dann freut er sich auf einen Besuch beim Bäcker und auf seine Kartenrunden.

Auch Inge Meier aus Eichstädt muss sich derzeit einschränken. Sie leitet normalerweise die Seniorenaktivitäten in ihrem Dorf und lädt einmal im Monat zu den Kaffeenachmittagen im Gemeindehaus. „Ein bisschen eingeschränkt ist das alles schon“, sagt sie. „Man ist doch schon mehr alleine, weil man auch Angst hat, dass doch irgendwas passiert und das Virus übertragen wird.“ Ab und an telefoniere sie noch mit den anderen Senioren in Eichstädt. „Die bedauern das natürlich alle sehr, dass nichts stattfinden kann und warten darauf, dass es wieder los geht.“ Ganz alleine ist Inge Meier aber nicht, die Familie kümmert sich um sie. „Wir gehen verhältnismäßig gut mit der ganzen Sache um“, sagt sie. „Wir sind alle sehr vorsichtig.“ Aber sie sagt auch: „Wir haben alle unser Alter und lassen es auf uns zukommen.“ Geimpft worden ist die Eichstädterin noch nicht. „Wir haben einige Male versucht, durchzukommen. Aber da war nichts zu machen, wir hatten noch kein Glück. Das geht den anderen ähnlich.“ Wenn sie doch mal rausgeht, dann trägt sie überwiegend eine Maske, erzählt sie.

Kerstin Laatsch ist die Seniorenbeauftragte in Oberkrämer. „Es melden sich bei mir auch hin und wieder Senioren“, erzählt die Vehlefanzerin. „Viele von den Frauen vermissen das monatliche Frauenfrühstück.“ So lange aufgrund der aktuellen Pandemiebestimmungen eine Person eine andere besuchen darf, würden das einige der älteren Leute auch in Anspruch nehmen, weiß sie. „Da geht es ja auch darum, sich gegenseitig ein wenig zu helfen.“
Kurz vor Weihnachten gab es in Oberkrämer eine besondere Aktion. „Wir haben zu Weihnachten viele Päckchen verteilt“, erzählt Kerstin Laatsch. „Wir haben wesentlich mehr Päckchen gepackt, weil es ja im vergangenen Jahr sonst keine weiteren Aktionen gab.“ Allein in Vehlefanz seien 80 solcher Päckchen zum Fest verteilt worden. Darin waren beispielsweise ein großer Stollen, Honig, eine Packung Tee und was zum Naschen. „Außerdem etwas von mir Gebasteltes“, sagt Kerstin Laatsch. Dazu noch eine Grußkarte. „Da kam eine sehr große Resonanz zurück.“ In der vergangenen Woche habe sich noch ein Ehepaar bei ihr gemeldet. „Es war ihnen ein großes Bedürfnis,. sich zu bedanken“, erzählt Kerstin Laatsch.
Sie ist weiterhin öfter in ihrem Büro im „Haus der Generationen“. Sie telefoniere viel. Auch sie hofft, dass die Senioren im Ort bald wieder zusammenkommen können.

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aRTikel

Chronik Oberkrämer 2020

Montag, den 21. Dezember 2020
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MAZonline Oberhavel, 21.12.2020

Oberkrämer.
Das sind die wichtigsten Ereignisse aus dem Jahr 2020 in Oberkrämer.

Januar:
Tonnenweise illegaler Sondermüll wird am Flugplatzsee bei Vehlefanz gefunden. Immer wieder wird Müll abgeladen. +++ Im Bereich Oberkrämer wird ein Abschnitt der sanierten A10 freigegeben. +++ Der Neujahrsempfang des Heimatvereins Vehlefanz findet bei Schwanteland statt.

Februar:
Die Initiative „Wir für euch“ für das Hospiz in Oranienburg veranstaltet ein Fußballturnier in der Eichstädter Oberkrämerhalle. Ergebnis: 4100 Euro. +++ In Vehlefanz soll eine christliche Kita eröffnet werden. +++ Der Kreistag lehnt einen Prüfungsauftrag für eine Oberschule in Oberkrämer ab. +++ Sieglinde Heymann wird neue Chefin der Sicherheitspartner in Bärenklau. +++ In der Marwitzer Turnhalle wird an mehreren Abenden wieder der Karneval gefeiert. +++ Auf dem Dorfanger in Schwante wird die alte Eiche gefällt. +++ Der Schäferweg in Vehlefanz wird ausgebaut. Das Besondere: Für den Ausbau ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern es sind die Mitglieder der Flurneuordnungsverfahrens. +++Peter Matschke verlässtnach 27 Jahren die Gemeindeverwaltung in Oberkrämer. Er war stellvertretender Bürgermeister und der Justiziar der Gemeinde. Neue Justiziarin ist Carolin Schmiel, Nachfolger im Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ist Ronny Rücker.

März:
Beim Jahresempfang in Marwitz stehen erstmals Handdesinfektionsspender bereit. +++ Die AfD gründet in Oberkrämer einen Ortsverband. +++ Schulen, Kitas und Gemeindehäuser schließen wegen Corona. +++ An der Bushaltestelle in Bärenklau öffnet eine Ostereierstation. +++ Der ehemalige Vehlefanzer Pfarrer Harry Sallowski verstirbt. +++ Zu Beginn der Coronakrise gibt es in Oberkrämer gleich sechs Fälle. +++ Der Regionalmarkt in Schwante fällt aus. Zuvor gab es darum Wirbel, weil selbst eine geplante abgespeckte Veranstaltung bei einigen für Empörung sorgte.

April:
Bei einem Unfall auf der L 17 bei Marwitz stirbt ein 68-Jähriger. +++ Das Bärenklauer Erntefest wird abgesagt – Corona. +++Die Gemeindevertreter tagen erstmals in der Marwitzer Turnhalle – da ist mehr Platz. +++ Seniorinnen in Bärenklau nähen 1628 Stoffmasken. +++ Die Leute vom Orient-Imbiss in Vehlefanz spenden Speisen für das Krankenhaus in Hennigsdorf. +++ Die alte Feuerwehr in Bärenklau bekommt frische Farbe. +++ In Marwitz beginnt die Sanierung der Kirchenfassade. +++ In der Bötzower Kita müssen die Erwachsenen Masken tragen.

Mai:
An der Gemeindeverwaltung in Eichstädt wird illegal eine Regenbogenflagge gehisst. +++ In Schwante bricht eine Wasserbüffel-Herde aus und muss wieder eingefangen werden. +++ Die Beat-Fabrik in Marwitz wird zur „Food-Fabrik“.

Juni:
Der Pavillon am Bötzower Gemeindezentrum wird beschmiert. +++ Der 1. FC Oberkrämer darf in die Fußball-Landesklasse aufsteigen. +++ Die neue Schlossfamilie Würtenberger/Tümpel hat den alten Schlosspark neu gestaltet. Nun wird der Skulpturenpark eröffnet – mit Stücken internationaler Künstler. +++ Am Mühlensee in Vehlefanz gibt es Ärger um Müll und Falschparker. +++ An der Bahnstraße in Bötzow sollen neue Häuser entstehen.

Juli:
Die Schwantener Band Maxi nimmt in Berlin ihr erstes Album auf. +++ Mit 3,35 Promille fährt ein Mann in Bötzow mit seinem Auto mehrere Schilder um. +++ In Karlsruh wird ein illegales Wohnwagengelände geräumt. +++ Das Bistro „Mahlzeit in Bötzow“ schließt. +++ Auf der A10 wird ein saniertes Teilstück freigegeben. +++ Die Freizeit-Buslinie 823 rollt wieder. +++ Die Bötzower Firma Citylean sponsert eine Löschlanze für die Feuerwehr.

August:
An der Vehlefanzer Grundschule laufen die Arbeiten für den Anbau. +++ Dir Bärenklauer Sicherheitspartner helfen bei der Schulwegsicherung. +++ Am Forsthaus Sommerswalde wird für die ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ gedreht. +++ Jugendliche in Bötzow kommen zum Arbeitseinsatz am Pavillon zusammen. +++ Im Mühlenweg in Schwante beginnen die Bauarbeiten. +++ In Klein-Ziethen schließt das Lokal „Zu Reckin’s Eiche“. +++ Mit vielen Regeln und Corona-Auflagen wird in Schwante das Dorffest gefeiert.

September:
Warntag – die Sirenen in Vehlefanz und Eichstädt bleiben stumm. +++ Die Marwitzer Firma Dulitz feiert 30. Jubiläum. +++ Eine Picknickpause ist seit dem Sommer in Bärenklau möglich. Das Ehepaar Manuela und Karsten Peter Schröder aus Bärenklau hat auf einem öffentlich zugänglichen Teil ihres Grundstückes eine Sitzmöglichkeit für Spaziergänger geschaffen. +++ An der Lindenallee in Vehlefanz sollen 24 neue Wohnungen entstehen.

Oktober:
Nach einer Veranstaltung beim später positiv auf Corona getesteten Landrat muss sich auch Bürgermeister Leys testen lassen – negativ. +++ Das Atelier von Maler Uwe Müller-Fabian in Vehlefanz wird 25 Jahre alt.

November:
Bötzow wird zum kleinen Corona-Hotspot. Nach Fällen an der Kita muss die Einrichtung vorübergehend schließen. Bis Mitte des Monats gibt es allein in diesem Zusammenhang 44 Fälle. +++ Bürgermeister Leys stellt für 2021 einen Haushalt mit der Rekord-Investitionssumme von 6,42 Millionen Euro vor. +++ Die Brücke im Wendemarker Weg in Bärenklau wird wieder freigegeben. +++ Der Vehlefanzer Ortshistoriker Helmut Schönberg verstirbt. +++ Der Kurzfilm „Hilfe!“ von der Grundschule Bötzow feiert auf Youtube Premiere.

Dezember:
Der Schäferweg in Vehlefanz entwickelt sich mit dem neuen Asphalt zur Rennstrecke. +++ In Bötzow sorgen viele Schmierereien an Wänden und Schildern für Frust.

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KeineWochenShow

#200 – Wo ist der Beat?

Sonntag, den 1. November 2020
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Da ist sie nun, unsere 200. Sendung! Wir sind zu Gast in der Beat-Fabrik in Marwitz.
In der Disco waren wir mehrfach in den späten 90ern und hatten da ein paar schöne Abende.
Aber auch dieser Tanztempel ist nun seit Ende Februar nicht mehr bespielt und betanzt worden. Denn im Gegensatz zur Gastronomie waren die Clubs im Sommer nicht geöffnet.

Und auch diese Sendung war eigentlich anders geplant.
Wir hatten etwa 20 Leute als Zuschauer eingeladen, außerdem sollten zwei Bands da sein. Zudem hätte es die eine andere Aktion – vielleicht auch mit dem Publikum gegeben.
Vor gut anderthalb Wochen, als die Coronalage sich auch in Oberhavel verschärfte, haben wir beschlossen, die Show ohne Publikum aufzuzeichnen. Es wäre nicht nötig gewesen, zum Zeitpunkt der geplanten Aufzeichnung am 25. Oktober wären wir mit 25 bis 30 Leute absolut im Veranstaltungslimit gewesen, Abstände wären auch einhaltbar gewesen.
Aber dennoch wollten und konnten wir die Verantwortung dafür nicht übernehmen.
So blieben wir zu zweit, plus dem zweiköpfigen Discoteam und unserem Kameramann.

Die Band Maxi habe ich schon vorab im Proberaum in Schwante besucht. Ihre beiden Songs und auch ein Interview haben wir aufgezeichnet. Die zweite Band musste leider den Aufzeichnungstermin absagen.
Und so trafen wir uns am Freitag in Marwitz. Wir schauen uns in der leeren Disco um, sprechen mit “Beat-Fabrik-Urgestein” Susan Beastoch über die momentane Lage im Haus und der Branche.
Und aktuelle Themen besprechen wir auch.

Wir danken Susan und Tom von der “Beat-Fabrik”, dass wir dort zu Gast sein konnten. Und wir danken Matze, der für uns die zweite Kamera gemacht hat.
KeineWochenShow #200 gibt es auf Youtube!

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aRTikel

Überflieger: Dem Traum, Musik zu machen, noch ein Stück näher gerückt

Samstag, den 8. August 2020
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Saskia Pauli (21) aus Schwante studiert Jazz- und Popgesang in Arnheim – sie singt bei The Washboard Girls – erster Videoclip ist auf Youtube erschienen

MAZ Oberhavel, 8.8.2020

Schwante.
Alles für den „Washboard Body“, den Waschbrettbauch. Turnübungen im Park, ein bisschen laufen, ein paar Klimmzüge – und dazu gute Musik. Die liefern The Washboard Girls mit dem Song „Washboard Body“. Die dazu passenden Bilder – im Retrolook der 80er-Jahre – sind im Videoclip zu sehen, der auf Youtube hochgeladen ist. Den Song gibt es auf allen bekannten Streamingplattformen.

Zu sehen und zu hören ist dort Saskia Pauli. Die 21-Jährige aus Schwante hat den Song gemeinsam mit Tim Pokorny (23) aus Herne in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Beide studieren sie an der Kunsthochschule „ArtEZ“ in Arnheim in den Niederlanden. „Uns gibt es seit einem Jahr“, erzählt Saskia Pauli. Es begann als Duo an der Uni, „wir haben dann aber beschlossen, auch so weiter zu machen.“ Seit etwas mehr als zwei Monaten arbeiten sie an Songs, und der erste ist nun erschienen. „Mein Traum ist, Musik zu machen“, sagt sie. Dafür ist sie auch in Arnheim, sie studiert dort Jazz- und Popgesang. Dass der sehr eingängige „Washboard Body“-Song wie aus den 80ern wirkt, ist kein Zufall. „Da geht der Trend ja gerade wieder hin.“ Jeder, der den Song bislang gehört habe, gab gute Rückmeldungen, erzählt sie weiter. Für den Videoclip haben sie Mitstudenten gefragt, ob sie bei einem „Eighties-Workout“ mitmachen wollen. Das Ergebnis ist im Clip zu sehen.

Schon als sie auf die Neuruppiner Montessori-Schule ging, sang sie im Kinderchor. „Da hat alles angefangen.“ In Schul-Musicals hatte sie mehrere Hauptrollen. „Ich wollte Musicaldarstellerin werden.“ Sie wurde ins Junge Ensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes aufgenommen. Vier Jahre hat sie dort getanzt, gesungen und gespielt. Doch das zeitlich umfangreiche Training ließ sich dann nicht mehr mit der Schule vereinbaren. Sie sang in Oranienburg dann im „Orange Voices“-Chor unter der Leitung von Suzy Bartelt. Bei ihr hatte sie auch Gesangsunterricht, und dadurch kam sie auch davon ab, Musicals zu spielen.
Stattdessen ging sie zu den Young Voices Brandenburg, dem Pop- und Jazzchor des Landes. „Dadurch bin ich zum Jazz gekommen. Sie machte Projekt mit dem Landesjugendjazzorchester, hatte Konzerte in der Deutschen Oper in Berlin, in der Gedächtniskirche, spielt mit der NDR-Big-Band – und machte zwischendurch ihr Abi am Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum. „Jeder Auftritt mit den Young Voices war cool, man hat sich sehr professionell gefühlt.“

Ihre Gesangslehrerin Suzy Bartelt war es auch, die ihr die Kunsthochschule „ArtEZ“ in Arnheim empfohlen hatte. „Man ist dort recht frei, in dem, was man machen kann.“ Man müsse sich nicht zwingend zwischen Jazz oder Pop entscheiden. „Man probiert Dinge aus, und das finde ich gut.“ In den Niederlanden verständigt sie sich auf Englisch. „Ich kann noch kein Holländisch, obwohl ich da wohne.“ Ein bisschen ärgert sie das, allerdings sprechen die meisten dort eh Englisch, erzählt sie.

Als nächstes wird sie gemeinsam mit Tim Pokorny aber erst mal an weiteren Songs für The Washboard Girls arbeiten, so dass daraus eventuell ein Album entsteht – und dann natürlich mit diesen Songs auch Auftritte.

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