KeineWochenShow

#200 – Wo ist der Beat?

Sonntag, den 1. November 2020
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Da ist sie nun, unsere 200. Sendung! Wir sind zu Gast in der Beat-Fabrik in Marwitz.
In der Disco waren wir mehrfach in den späten 90ern und hatten da ein paar schöne Abende.
Aber auch dieser Tanztempel ist nun seit Ende Februar nicht mehr bespielt und betanzt worden. Denn im Gegensatz zur Gastronomie waren die Clubs im Sommer nicht geöffnet.

Und auch diese Sendung war eigentlich anders geplant.
Wir hatten etwa 20 Leute als Zuschauer eingeladen, außerdem sollten zwei Bands da sein. Zudem hätte es die eine andere Aktion – vielleicht auch mit dem Publikum gegeben.
Vor gut anderthalb Wochen, als die Coronalage sich auch in Oberhavel verschärfte, haben wir beschlossen, die Show ohne Publikum aufzuzeichnen. Es wäre nicht nötig gewesen, zum Zeitpunkt der geplanten Aufzeichnung am 25. Oktober wären wir mit 25 bis 30 Leute absolut im Veranstaltungslimit gewesen, Abstände wären auch einhaltbar gewesen.
Aber dennoch wollten und konnten wir die Verantwortung dafür nicht übernehmen.
So blieben wir zu zweit, plus dem zweiköpfigen Discoteam und unserem Kameramann.

Die Band Maxi habe ich schon vorab im Proberaum in Schwante besucht. Ihre beiden Songs und auch ein Interview haben wir aufgezeichnet. Die zweite Band musste leider den Aufzeichnungstermin absagen.
Und so trafen wir uns am Freitag in Marwitz. Wir schauen uns in der leeren Disco um, sprechen mit “Beat-Fabrik-Urgestein” Susan Beastoch über die momentane Lage im Haus und der Branche.
Und aktuelle Themen besprechen wir auch.

Wir danken Susan und Tom von der “Beat-Fabrik”, dass wir dort zu Gast sein konnten. Und wir danken Matze, der für uns die zweite Kamera gemacht hat.
KeineWochenShow #200 gibt es auf Youtube!

Hits: 184

aRTikel

Überflieger: Dem Traum, Musik zu machen, noch ein Stück näher gerückt

Samstag, den 8. August 2020
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Saskia Pauli (21) aus Schwante studiert Jazz- und Popgesang in Arnheim – sie singt bei The Washboard Girls – erster Videoclip ist auf Youtube erschienen

MAZ Oberhavel, 8.8.2020

Schwante.
Alles für den „Washboard Body“, den Waschbrettbauch. Turnübungen im Park, ein bisschen laufen, ein paar Klimmzüge – und dazu gute Musik. Die liefern The Washboard Girls mit dem Song „Washboard Body“. Die dazu passenden Bilder – im Retrolook der 80er-Jahre – sind im Videoclip zu sehen, der auf Youtube hochgeladen ist. Den Song gibt es auf allen bekannten Streamingplattformen.

Zu sehen und zu hören ist dort Saskia Pauli. Die 21-Jährige aus Schwante hat den Song gemeinsam mit Tim Pokorny (23) aus Herne in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Beide studieren sie an der Kunsthochschule „ArtEZ“ in Arnheim in den Niederlanden. „Uns gibt es seit einem Jahr“, erzählt Saskia Pauli. Es begann als Duo an der Uni, „wir haben dann aber beschlossen, auch so weiter zu machen.“ Seit etwas mehr als zwei Monaten arbeiten sie an Songs, und der erste ist nun erschienen. „Mein Traum ist, Musik zu machen“, sagt sie. Dafür ist sie auch in Arnheim, sie studiert dort Jazz- und Popgesang. Dass der sehr eingängige „Washboard Body“-Song wie aus den 80ern wirkt, ist kein Zufall. „Da geht der Trend ja gerade wieder hin.“ Jeder, der den Song bislang gehört habe, gab gute Rückmeldungen, erzählt sie weiter. Für den Videoclip haben sie Mitstudenten gefragt, ob sie bei einem „Eighties-Workout“ mitmachen wollen. Das Ergebnis ist im Clip zu sehen.

Schon als sie auf die Neuruppiner Montessori-Schule ging, sang sie im Kinderchor. „Da hat alles angefangen.“ In Schul-Musicals hatte sie mehrere Hauptrollen. „Ich wollte Musicaldarstellerin werden.“ Sie wurde ins Junge Ensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes aufgenommen. Vier Jahre hat sie dort getanzt, gesungen und gespielt. Doch das zeitlich umfangreiche Training ließ sich dann nicht mehr mit der Schule vereinbaren. Sie sang in Oranienburg dann im „Orange Voices“-Chor unter der Leitung von Suzy Bartelt. Bei ihr hatte sie auch Gesangsunterricht, und dadurch kam sie auch davon ab, Musicals zu spielen.
Stattdessen ging sie zu den Young Voices Brandenburg, dem Pop- und Jazzchor des Landes. „Dadurch bin ich zum Jazz gekommen. Sie machte Projekt mit dem Landesjugendjazzorchester, hatte Konzerte in der Deutschen Oper in Berlin, in der Gedächtniskirche, spielt mit der NDR-Big-Band – und machte zwischendurch ihr Abi am Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum. „Jeder Auftritt mit den Young Voices war cool, man hat sich sehr professionell gefühlt.“

Ihre Gesangslehrerin Suzy Bartelt war es auch, die ihr die Kunsthochschule „ArtEZ“ in Arnheim empfohlen hatte. „Man ist dort recht frei, in dem, was man machen kann.“ Man müsse sich nicht zwingend zwischen Jazz oder Pop entscheiden. „Man probiert Dinge aus, und das finde ich gut.“ In den Niederlanden verständigt sie sich auf Englisch. „Ich kann noch kein Holländisch, obwohl ich da wohne.“ Ein bisschen ärgert sie das, allerdings sprechen die meisten dort eh Englisch, erzählt sie.

Als nächstes wird sie gemeinsam mit Tim Pokorny aber erst mal an weiteren Songs für The Washboard Girls arbeiten, so dass daraus eventuell ein Album entsteht – und dann natürlich mit diesen Songs auch Auftritte.

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aRTikel

Mit eigenen Songs im Studio

Samstag, den 4. Juli 2020
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Die Band Maxi aus Schwante nimmt gerade in Berlin-Charlottenburg erstmals 13 selbst geschriebene Lieder für ein Album auf

MAZ Oberhavel, 4.7.2020

Schwante.
Rastlos. Sorgenfrei. Unendlich Zeit. Pack den Koffer. Bei diesen Stichworten handelt es sich um Lieder. Und gleichzeitig um echte Meilensteine.
Die Band Maxi aus Schwante gibt es bereits seit 2014, und bislang sind es vor allem Coversongs, mit denen Sängerin Maxi Ulrich (31), Schlagzeuger Robert Hörster (32) und Gitarrist Oliver Dolgener (30) auf sich aufmerksam machten. Jetzt aber wollen die Musiker auch mit eigenen Liedern überzeugen. Mit 13 selbst geschriebenen Songs sind sie momentan im „One Pro Music“-Studio in Berlin-Charlottenburg, um diese Lieder aufzunehmen.

Acht Tage lang dauern die Aufnahmen – gerade befindet sich die Band im zweiten Aufnahme-Wochenende. „Wir sind jetzt beim sechsten Song“, sagte Maxi Ulrich am Donnerstagnachmittag. Die Lieder schreiben die drei Bandmitglieder mehr oder weniger zusammen. „Aber das ist ziemlich unterschiedlich“, sagt Oliver Dolgener. „Manchmal habe ich eine Idee, die dann ausgearbeitet wird, dann schreibt Maxi auf diese Melodie einen Text, oder Maxi hat einen Text, und dann schreiben wir die dazu passende Musik.“
In allen ihren 13 Liedern, die sie momentan in Berlin aufnehmen, kommt ein Wort immer wieder vor. „Das ist uns letztens aufgefallen“, sagt der Gitarrist. Es ist das Wort „Zeit“. Deshalb überlegen Maxi, Robert und Oliver auch, dass das Wort auch irgendwie im Namen des Albums auftauchen sollte. „Im Lied ,Rastlos’ geht es darum, dass man nie zur Ruhe kommt, sich selber Druck macht, die Arbeit nicht zu schaffen und man in Richtung Burnout geht“, erzählt Oliver Dolgener. Und Maxi erzählt über das Lied „Briefe an mich“: „Da geht es darum, dass man alte Briefe findet und einen Flashback bekommt, die Briefe rekapituliert und die Gedanken niederschreibt.“

Bei den Liedern handelt es sich um deutschsprachige, handgemachte Musik. „Die Texte kommen wirklich aus dem eigenen Leben“, sagt Maxi Ulrich. „Jeder findet sich darin wieder.“ Die Musiker wollen sich treu bleiben. Wer mal einen Auftritt von Maxi erlebt hat, wird sich an die Lagerfeuer-Stimmung erinnern. Das wollen sie auch bei den jetzigen Aufnahmen rüberbringen. „Wir bleiben uns treu, wir bauen nichts ein, was wir live nicht spielen können“, sagt Oliver Dolgener. „Darauf legen wir großen Wert.“ Die Band verortet sich im Bereich der Singer-Song-Writer.

Die Aufnahmetage im Studio in Berlin-Charlottenburg beginnen immer gegen 10 Uhr. „Dann besprechen wir, welche Songs wir aufnehmen. Wir überlegen aber eigentlich schon am Vorabend, welche zwei Songs wir am nächsten Tag aufnehmen wollen“, erzählt Maxi Ulrich. Zwei- bis dreimal werde der Song in der eigentlichen Besetzung durchgespielt. Wirklich eingespielt für die Aufnahme werden die Elemente aber einzeln, zur Hilfe kommt am Anfang ein Metronom, das den Takt vorgibt. „Wir stehen nicht zusammen im Studio“, sagt Maxi Ulrich. „Wir sind ja eigentlich eine Live-Band, aber zum Beispiel der Gesang sollte schon so sauber wie möglich rüberkommen.“ Auch gebe es bei einer Live-Aufnahme immer mal Nebengeräusche. „Das ist schon komplett anders“, erzählt Oliver Dolgener. „Hier haben wir ja vor der Gitarre drei Mikros zu stehen, da hört man jedes Geräusch und auch jeden lauten Atmer.“ Das sei durchaus anstrengend, mache aber auch Spaß.
Die Aufnahmen laufen noch bis zum Sonntag. „Montag haben wir dann noch mal Zeit, alles durchzuhören“, sagt Maxi Ulrich. „Da haben wir keine Hektik.“ Danach beginnt Tonmeister Domenico Utpadel, die Musik abzumischen.
„Der Plan ist dann, unsere Songs bei allen gängigen Plattformen kostenfrei zur Verfügung zu stellen“, sagt Oliver Dolgener. Auch CDs würden produziert, vor allem, um bei Konzerten etwas verkaufen zu können. „Uns geht es ja nicht ums große Geld. Es ist auch für uns, dass Material da ist und überhaupt, um das mal festzuhalten, was wir so machen.“ Ob zu einzelnen Songs auch Musikvideos geplant sind, ist noch offen.

Die Coronakrise hat der Band eigentlich eher in die Karten gespielt. Zwar sind alle geplanten Auftritte abgesagt worden, so war aber immerhin schon früher Zeit, ins Studio zu gehen. Eigentlich war das erst für Oktober geplant. Ob, wie und wann eine Record-Release-Party stattfindet, steht auch noch nicht fest. „Es ist schon cool, mit Freunden zusammenzusitzen und zu spielen, aber erst mal müssen wir alles einspielen“, sagt Maxi Ulrich.

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aRTikel

Heilen bei minus 110 Grad

Dienstag, den 30. Juni 2020
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Im Physiowerk in Schwante gibt es neuerdings eine Kältekammer – sie hilft bei verschiedenen Krankheiten – drei Minuten muss der Patient darin ausharren

MAZ Oberhavel, 30.6.2020

Schwante.
Schon in der Vorkammer herrscht eine Temperatur von minus 30 Grad. Das ist aber tatsächlich nur das Vorspiel für das, was dann kommt: Denn in der eigentlichen Kältekammer sind es dann minus 110 Grad – und das gute drei Minuten lang. So lange muss der Patient darin aushalten. Aber er wird belohnt.

Die Kältekammer ist die neueste Errungenschaft im „Physiowerk“ in Schwante. Sie soll am 13. Juli offiziell in Betrieb gehen. „2015 gab es bei uns in der Familie immer wieder das Gespräch über Kältekammern, weil das bei Leistungssportlern immer geholfen hat“, erzählt Physiotherapeut Phillip Blumberg. „Natürlich muss man dafür auch die räumlichen Voraussetzungen haben.“ Die sind im Gebäude an der Dorfstraße vorhanden.

Der mehrmalige Besuch der Kältekammer soll gegen Krankheiten wie Neurodermitis helfen, bei Morbus Bechterew oder Schuppenflechten. Auch bei Depressionen oder Migräne kann ein Gang in die Kältekammer helfen. „Weil die Kühlung die Nervenzellen beruhigt“, so Phillip Blumberg. Die Kammer hilft aber auch, wenn es um Leistungssteigerung geht. So will das Physiowerk-Team beispielsweise auch Sportler, insbesondere Fußballmannschaften, ansprechen. „Als Regeneration vor einem Wettkampf, man kann dadurch 20 Prozent Leistungssteigerung bei Amateursportlern erreichen“, sagt Oliver Dölling, fachlicher Leiter im Schwantener „Physiowerk“. Aber auch die Fettreduzierung könne eine Rolle spielen, 900 bis 1000 Kilokalorien könne man verlieren.

Wer in die Kältekammer will, muss einen Mund- und Nasenschutz und Handschuhe sowie unter Umständen auch einen Schutz für die Ohren tragen. Dazu Latschen, eine Bade- oder Unterhose und Frauen auch ein Bikini-Oberteil.
Insgesamt vier Minuten dauert der Vorgang. Bis zum offiziellen Start wird es noch einen kleinen Vorraum an der Kammer geben, wo sich jeder umziehen kann. Erst geht es für etwa 30 Sekunden in die Vorkammer, dann für drei Minuten in die echte Kältekammer, zum Abschluss noch mal für 30 Sekunden in die Vorkammer.
„Vier Minuten sind schon brutal, daran muss man sich erst mal gewöhnen“, sagt Oliver Dölling. „Aber es ist eine schöne Erfahrung.“ Man müsse sich in der Kammer bewegen, um die Körperwärme zu halten. „Man ist danach ziemlich euphorisiert.“ Phillip Blumberg stimmt ihm zu. „Das ist mega, ein richtiger Kick.“ Es sei auch etwas anderes, als wenn man nur kurz in eiskaltes Wasser steige. Die Kältekammer sei sehr viel nachhaltiger.
Nicht in die Kammer darf, wer beispielsweise einen Herzschrittmacher trägt. „Weil der einfriert“, sagt Philipp Blumberg. Grundsätzlich ist bei dem Vorgang immer medizinisches Personal dabei. „Das alles passiert unter Aufsicht.“

Das Physiowerk ist seit seiner Eröffnung im Januar 2019 stetig weiter gewachsen. Inzwischen arbeiten dort sieben Leute – vier physiotherapeutische Kräfte, eine Mitarbeiterin an der Rezeption plus zwei weitere Arbeitskräfte im Hintergrund. „Und wir wollen weiter wachsen“, sagt Phillip Blumberg. „Wir brauchen noch zwei Physiotherapeuten und jemanden an der Rezeption.“ Es sei grundsätzlich aber wichtig, langsam, nach und nach zu wachsen. „Wird man zu schnell groß, dann leidet die Qualität.“
Auch in Schwante mache sich der Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche bemerkbar. Es sei schwierig, weitere Physiotherapeuten zu finden. „Weil die Berufe bislang nicht attraktiv gemacht wurden“, so Philipp Blumberg. Allerdings könnte sich das ändern, weil die Ausbildung inzwischen vergütet werde.
Der Standort an der Dorfstraße in Schwante habe sich bewährt. Der Terminkalender sei voll, bei kurzfristigen Absagen versuche man, den Termin neu zu vergeben. Auch durch die Coronakrise sei das Physiowerk bislang gut durchgekommen.

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ORA aktuell

Coronavirus: Bus 823 fährt 2020 nicht

Freitag, den 5. Juni 2020
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Die Tourismusbuslinie 823 fährt 2020 nicht. Das teilte Peter Leys (BfO), der Bürgermeister von Oberkrämer, am Donnerstag der Märkischen Allgemeinen mit.
Der Bus verbindet Oranienburg mit Sommerswalde, Schwante und Kremmen. Wegen der unklaren Finanzlage als Folge des Coronavirus könne der Bus in diesem Jahr nicht bezahlt werden, so Leys. Die Kommunen Oberkrämer, Kremmen und Oranienburg sowie Gewerbetreibende an der Strecke gaben Geld für den Betrieb der Linie, die am Wochenende und an Feiertagen unterwegs war.
2021 soll die Linie wieder eingesetzt werden.

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aRTikel

Alles verändert sich jeden Tag

Donnerstag, den 26. März 2020
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Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Schwante will sich auch in der Corona-Krise seinen Optimismus bewahren – Zusammenarbeit mit anderen Kollegen

MAZ Oberhavel, 26.3.2020

Schwante.
Der Optimismus von Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Schwante ist in der Regel unerschütterlich. Aber am Montag war seine Stimmung deutlich angeschlagen: 50 Prozent Einbruch bei den Umsätzen in den Filialen. Am Telefon klang er an diesem Tag leiser als sonst. „Aber das hat sich nun stabilisiert“, sagte er bei einem weiteren Gespräch am Mittwoch. Inzwischen liege die Quote der Rückgänge bei „nur“ etwa 20 Prozent. „Die Backware geht noch, aber die Nachfrage nach den Frühstückssnacks ist weggebrochen.“

Auch an der Bäckerei Plentz mit den sieben Läden in Oranienburg, Germendorf, Velten, Kremmen und Schwante geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. „Im Grunde verändert sich alles jeden Tag“, sagt der Schwantener. „Wir müssen immer Stück für Stück entscheiden, wie es weitergeht.“ Für ihn gehe es darum, die Mitarbeiter zu schützen und Hygienemaßnahmen umzusetzen. „Das zieht eine Flut von Maßnahmen nach sich.“ Er nennt ein Beispiel: So könne zwar Kaffee to go angeboten werden, aber kein Zucker mehr aus dem Streuer. Momentan gibt es Zucker nur abgepackt.
„Auch für uns gibt es die Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden“, sagt Karl-Dietmar Plentz. Momentan sei das aber nicht nötig, ergänzt er. „Bei allem ist es jetzt aber auch für mich wichtig, so gut wie es geht Ruhe zu bewahren.“ Er wolle seinem Team Sicherheit geben. In der Backstube gelten auch zu normalen Zeiten sehr hohe Hygienestandards. „Dort sind wir bemüht, ein B-Team aufzubauen.“ Heißt: Fällt ein Team wegen einer möglichen Corona-Erkrankung aus, dann könne ein anderes Team einspringen und die Arbeit fortsetzen.

Schon vor zwei Wochen habe es Telefonate mit verschiedenen Bäckern aus der Region gegeben. Es sei darum gegangen, sich gegenseitig zu helfen, für den Fall der Fälle. Falls es zu Engpässen komme, könne das Sortiment untereinander ausgetauscht werden. Dafür seien entsprechende Konditionen festgelegt worden. „Die Initiative ging von Bäcker Tobias Exner aus“, so Karl-Dietmar Plentz.

Nach jetzigem Stand bleiben alle Filialen geöffnet. Falls wegen Personalnot dennoch Engpässe entstehen, könnte es einen der Oranienburger Läden treffen. „Da haben wir ja drei Standorte. Aber das ist wirklich nur ein Notfallplan“, stellt Karl-Dietmar Plentz klar.
Auch in seinem Team seien manche zuversichtlicher, andere ängstlicher. „Für mich ist es wichtig, da irgendwie Ruhe zu bewahren und Sicherheit zu geben.“ Sein Gott-Vertrauen spiele in diesen Tagen eine große Rolle, sagt er.
160 Leute beschäftigt das Schwantener Bäckerunternehmen. In den Läden haben seine Mitarbeiterinnen Bilder gemacht. Auf Schildern ist zu lesen: „Bleiben Sie uns trotzdem weiter treu!“ Plentz dazu: „Das haben sie in den sozialen Netzwerken gepostet. Das hat mich sehr berührt.“

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Abschied nach 27 Jahren

Freitag, den 21. Februar 2020
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Peter Matschke, Justiziar und stellvertretender Bürgermeister von Oberkrämer, steht vor Jobwechsel

MAZ Oranienburg, 21.2.2020

Eichstädt.
Das Gefühl, auf der Schlussetappe zu sein. Anfang der Woche hat sich das bei Peter Matschke eingestellt. Er sitzt in seinem Büro in der Verwaltung der Gemeinde Oberkrämer in Eichstädt, und es wird nur noch wenige Tage sein Arbeitsplatz sein. Der 57-Jährige gibt sein Amt als Justiziar und stellvertretender Bürgermeister auf. Am 28. Februar gibt er am Vormittag seinen Abschied – nach 27 Jahren. Er wird stellvertretender Leiter der Brandenburgischen Kommunalakademie in Potsdam.

„Es gab bei mir die Überlegung, wie es weitergeht“, sagt er. „Viele hatten mich auch angesprochen, ob ich in vier Jahren der Nachfolger von Peter Leys als Bürgermeister werden möchte.“ Mehrere Wochen habe er überlegt und abgewägt. Bis zum Oktober dauerte das. Er entschied sich letztlich für die Bewerbung in Potsdam. „Es ist aber keinesfalls so, dass ich der Arbeit in Oberkrämer überdrüssig bin“, stellt er klar. Das Verhältnis zum Bürgermeister und den Mitarbeitern in der Verwaltung sei „ohne Fehl und Tadel“. Die Zusammenarbeit mit Peter Leys bezeichnet er als professionell, vertrauensvoll und auch freundschaftlich. „Ich hatte Peter Leys auch frühzeitig in meine Überlegungen eingebunden, es war mir wichtig, wie er darüber denkt.“

Peter Matschke stammt aus dem Ruhrgebiet. „Groß geworden bin ich in Gladbeck.“ Es folgte ein Studium in Bochum, das Referendariat in Münster. Inzwischen lebt er in Oranienburg. Er kam im Frühjahr 1993 in die Region. „Da hatte ich gerade das zweite Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen abgelegt.“ Von dort aus hatte er auch die Wende mitverfolgt. „Meine Überlegung war: Es ist eine Herausforderung und reizvoll, hier etwas mitzugestalten und entwickeln zu können.“ In den alten Bundesländern hatte er so eine Chance auf Veränderungen nicht gesehen. „Aber hier wurde eine Verwaltung aufgebaut, sie musste sich finden und entwickeln.“ Dabei wollte er mitmachen, sich der Herausforderung stellen, Strukturen aufzubauen.
Damals ist ein Justiziar für die damaligen Ämter Oberkrämer, Kremmen und die Gemeinde Leegebruch gesucht worden. „ Ich wollte mich einbringen.“ Als er 2008 stellvertretender Bürgermeister in Oberkrämer geworden ist, „wurden die Aufgaben immer vielfältiger, und mein Zeitkontingent reichte nicht mehr aus.“ Somit konzentrierte er sich ganz auf Oberkrämer.

Ein Wessi und ein Jurist. Kam das gut an in der Region? „Ich bin ja bis heute bemüht, dass Herkunft und Beruf keine Rolle spielen. Und auch 1993 wollte ich genau das nicht zum Ausdruck bringen.“ Er sieht sich vielmehr als „Wossi“, und er ergänzt: „Ich fühle mich total angekommen und akzeptiert.“ Immerhin lebt er nun schon 27 Jahre – also die Hälfte seines Lebens in der Region. Direkt nach Oberkrämer gezogen ist er jedoch nie. „Wir wohnen in Oranienburg. Das ähnelt dem städtischen Wohnen, wie ich es immer gewöhnt war.“ Durch die Landesgartenschau habe die Stadt einen großen Satz nach vorn gemacht. Dort will er auch wohnen bleiben, wenn er künftig in Potsdam arbeitet.

Oberkrämer aber war sein Wirkungsbereich. Er freut sich, dass er „als Justiziar der Gemeinde dabei mitwirken konnte, dass ein solides und rechtlich abgesichertes Ortsrecht geschaffen werden konnte.“ Mit den Mitgliedern der kommunalen Gremien habe er immer konstruktiv, vertrauensvoll „und gern auch kontrovers“ diskutiert. „Vielleicht ist es mir sogar auch gelungen, mit meinem Wirken das positive Erscheinungsbild und Ansehen der Gemeinde Oberkrämer ein wenig mitgeprägt zu haben.“ Und er ergänzt: „Sollte es so sein, freut mich das natürlich am meisten.“

Aber es habe auch schwierige Zeiten gegeben. „Wenn ich an das Schloss Schwante denke“, sagt er. Der Immobilienskandal rund um den damaligen Pächter sorgte zur Jahrtausendwende für Wirbel. „Das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass dort so starke politische Einflüsse genommen werden.“ Auch die Diskussion um die mögliche Errichtung eines riesigen Factory Outlet Centers bei Karlsruh an der Autobahn hatte damals für Diskussionen gesorgt. „Ich fand es einerseits reizvoll, aber es hätte auch einen tiefen Einschnitt in den Charakter der Region gehabt.“
Er sagt: „Kein Mensch ist fehlerlos.“ Es gebe Situationen, die sich manchmal im Nachgang anders darstellen. Aber dass er in seinen 27 Jahren in Oberkrämer etwas „wirklich verbockt“ habe, das könne er nicht sagen.
Ab März arbeitet er dann in der größten kommunalen Aus- und Fortbildungsstätte für kommunale Bedienstete in Brandenburg. Schon in den vergangenen Jahren war er dort nebenher als Dozent tätig. Nun wird er stellvertretender Leiter.

Wehmut ist trotzdem dabei. „So eiskalt ist man da sicher nicht. Aber der letzte Tag soll auch kein Trauertag werden. Ich werde die Region nicht aus den Augen verlieren“, sagt er.

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