RTelenovela

Nur unterschreiben reicht nicht

Mittwoch, den 26. September 2018
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Schwante muss sicherer werden. Das finden die Eltern, die ihre Kinder in die dortige Kita schicken. Sie fordern eine Tempo-30-Zone in der Bahnhofstraße im Bereich der Kita und des Altenheimes. Zumindest dachte ich das.

Am Sonnabend fand dort, an der Straße, eine Aktion statt, bei der auf die Situation aufmerksam gemacht werden sollte – organisiert von einer Mutter. Es waren um die zehn Leute da. Das ist, vorsichtig gesagt, nicht gerade viel. Und das am Wochenende.

Wo sind sie denn, die Eltern, die für etwas kämpfen wollen? Die sich zeigen wollen, die etwas verändern möchten?
Ja, sicher, eine Petitionsliste, auf der mehr als 160 Menschen unterschrieben haben, ist durchaus bemerkenswert. Aber einen Krakel auf einen Papierbogen zu setzen, das ist sehr einfach. Petitionen sind heute fix verfasst und unterschrieben, aber das kann doch nicht alles sein?
Wenn man wirklich für etwas einsteht, dann muss da mehr kommen. Deshalb war die Veranstaltung sehr bemerkenswert – im negativen Sinn.

KeineWochenShow

#90 – Wegruf!

Sonntag, den 23. September 2018
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Diesmal geht es um Wegrufe!
Also, nicht wecken, sondern weg! Woanders hin.
Wegruf für den Musiker am Beginn der Sendung.
Wegruf für Maaßen.
Wegruf für alle die, die der Meinung sind, Ernie und Bert müssten eine sexuelle Präferenz haben.
Wegruf für Zirkusse mit Tieren.

Und sonst? Es gibt Bier, und nicht zu knapp! Und es gibt Musik – von jungen Talenten aus Oberhavel, die in Schwante aufgetreten sind.
Das und mehr in KeineWochenShow #90 auf YouTube.

aRTikel

Ein Abend mit Oberhavel-Talenten

Montag, den 17. September 2018
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Junge Musiker aus der Region treten in der ausverkauften Kulturschmiede in Schwante auf

MAZ Oranienburg, 17.9.2018

Schwante.
Ausverkauft! Damit haben die Leute von der Kulturschmiede in Schwante nicht gerechnet. „Das sah erst nicht so aus“, sagte Albrecht Kleye am Sonnabendabend. Dabei war es ein besonderer Abend. Sonst laden sich die „Freunde der Kulturschmiede“ immer Leute von außerhalb für ihre Programme ein. Diesmal aber ging es um Talente aus der Region, aus Oberhavel. „Das war ein guter Einfall“, so Albrecht Kleye. „Wir haben geguckt, wen wir denn so unserer Umgebung haben.“ Es gab auch persönliche Bekanntschaften, und jemand kannte jemanden.
Fünf junge Leute traten am Sonnabend in Schwante auf. „Wir haben diesen Abend gewagt“, sagte Dieter Blumberg in seiner Anfangsmoderation. „Aber dann haben wir alle kennengelernt, und dann wussten wir, dass es kein Wagnis ist. Wir haben eine Künstlergruppe gefunden, die ansehenswert und hörenswert ist.“ Dass der Raum voll war, „das zollt Respekt gegenüber unseren jungen Künstlern“, so Dieter Blumberg weiter. Dass zwei der Künstler direkt aus Schwante kommen, hat ihn besonders gefreut.

Den Anfang auf der Bühne machten Jannik und Katharina. Er wohnt in Oranienburg, sie kommt aus Sommerfeld. „Wir haben die gleiche Gesangslehrerin“, erzählte die 29-Jährige. „Und sie hat mir erzählt, dass jemand eine Sängerin sucht.“ Sie hat sich dann mit Jannik getroffen. „Es passt. Sowohl von unserer Art her, wir sind beide eher ruhig, als auch von unserem Musikstil.“ Die beiden machen seit einem halben Jahr gemeinsam Musik, sie traten Ende August auch schon beim Vehlefanzer Dorffest auf. Er spielt Gitarre, sie singt gefühlvolle Lieder auf Englisch und Französisch. „Hier ist die Atmosphäre total schön“, sagte Katharina über die Kulturschmiede in der Pause. „Es ist toll, dass wir zeigen können, was wir so machen.“

Danach sang Cornelia Tom. Die 30-Jährige aus Oranienburg trat am Sonnabend auch schon beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger in Schwante auf. „Ich habe heute ein volles Programm“, sagte sie. Seit zehn Jahren macht sie Musik, intensiver seit drei Jahren. Ein Lied heißt „Fremder“ und handelt von jemandem, den sie auf der Uni ganz gut fand, wie sie bei ihrem Auftritt sagte. Sie mochte die Stimmung in der Schmiede. „Es ist toll, wie die Leute hier das genießen.“ Mitte Oktober will sie ihre erste CD aufnehmen. Darauf sollen acht Songs sein, im Dezember könnte sie erscheinen.

Die Sache mit der Musik hat bei der 19-jährigen Saskia Pauli aus Schwante schon früh begonnen. „Das hat schon in der Schule angefangen.“ Sie war im Schulchor in Neuruppin und spielte die Hauptrolle in einem Schulmusical. Mit elf Jahren nahm sie Gesangsunterricht. Sie trat vier Jahre lang in einem Ensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes auf. Jetzt singt sie im Chor „Young Voices“ und trat auch schon in der Deutschen Oper auf.

Eines ihrer selbst geschriebenen Lieder in Schwante hieß „Mirror made of Glass“, ein sehr gefühlvolles Lied. Und ist es eigentlich schöner in der Deutschen Oper aufzutreten oder in der Kulturschmiede? „Das ist ganz anders. Hier hat man viel mehr Angst, Fehler zu machen“, sagte Saskia Pauli. „Das ist sehr viel persönlicher hier.“ Sie war ziemlich aufgeregt. Dass es diesen Abend gibt, fand sie sehr gut. „Das ist interessant für die Leute, die hier wohnen, dass sie sehen, wen es hier so gibt.“

Der Jüngste an diesem Abend war Vincent Nowak aus Schwante. Der 14-Jährige spielte auf dem Schlagzeug zu bekannten Hits. „Seit fünf Jahren spiele ich“, erzählte er in der Pause. Er war schon immer von den Rhythmen begeistert. Sein Traum: einmal auf der Berliner Waldbühne spielen. „Aber ich muss mir mal eine coole Band zusammensuchen.“ Aber da ist er ganz optimistisch, er kenne da schon ein paar Leute. Jeden Tag übt er rund 20 Minuten zu Hause. „Das ist immer sehr lustig für die Nachbarn“, erzählte er. Für ihn war es etwas Besonderes, in der Kulturschmiede auftreten zu dürfen. „Ich war hier schon bei vielen Konzerten, und jetzt trete ich selber auf, das ist toll.“

Auch die Zuschauer waren angetan von diesem Abend. „Super gut“, sagte Cornelia Beckert aus Vehlefanz in der Konzertpause. „Was die kleinen Orte zu bieten haben, ist Wahnsinn.“ Beate Czech aus Schwante lobte die kulturelle Vielfalt. „Auch wenn die Vorträge sehr unterschiedlich waren. Jeder für sich war sehr gut.“

RTelenovela

Waldbrandwarnstufe 5? Mir doch egal!

Freitag, den 10. August 2018
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Das hast du bestimmt auch schon erlebt: Du beobachtest eine Szene und denkst dann: Er wird doch wohl nicht …? Und dann: Er wird.

Am Donnerstagmittag erlebt in Schwante. Ein junger Mann radelt auf dem Schlossweg entlang. Kopfhörer in den Ohren, Kippe in der Hand. Und die Asche immer schön auf den Boden, auf dem sich das trockene Laub sammelt.
Schon da möchte man am liebsten rufen: Fluppe aus!
Als er seine Zigarette aufgeraucht hat, schmeißt er die Kippe zur Seite – ins trockene Gras. Bei Waldbrandwarnstufe 5. In einer Zeit, in der die Feuerwehren ständig raus müssen, weil irgendwas brennt. Aber das scheint den jungen Mann nicht weiter zu interessieren, warum muss man sich auch Gedanken machen.

Ich spreche ihn kurz danach an, aber er ist sich natürlich keiner Schuld bewusst. Zum Glück gab es keinen Brand am Schlossweg. Aber durch solche blöden Unachtsamkeiten könnte es jederzeit passieren.

KeineWochenShow

#79 – Schweden vs. Kroatien

Sonntag, den 8. Juli 2018
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Okay, Deutschland ist bei der Fußball-WM 2018 schon ausgeschieden, und die große Euphorie ist nicht mehr da. Dennoch wollen wir in KeineWochenShow auch noch ein bisschen WM-Feeling mitnehmen.
Deshalb haben wir erneut unser Kellerstudio verlassen und sind nach Schwante gefahren. Auf dem Hof des Hopser-Hüpfburgen-Verleihs machen wir ein Torwandschießen.

Aufgezeichnet haben wir das am Mittwochabend, als wir noch nicht wussten, dass auch Schweden nach dem Viertelfinale leider nicht mehr dabei ist.
So treten beim Torwandschießen Schweden und Kroatien gegeneinander an. Das wird ein spannendes Duell – jeder hat zehn Schüsse. Fünf auf die unteren Löcher, fünf auf die oberen.

Außerdem reden wir natürlich über die Fußball-WM, die Favoritenstürze und darüber, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt. Natürlich geht es auch um den Zoff in der Union und um Horst Seehofers vorübergehende Rücktrittsgedanken.
KeineWochenShow #79 aus Schwante gibt es wie immer auf YouTube.

aRTikel

Verein muss nachträglichen Bauantrag für Konzertraum stellen

Freitag, den 8. Juni 2018
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Probleme nach Anzeige von offizieller Seite – Schwantener veranstalten Klassik-Events vorübergehend im Schloss – Umwidmung geht in die Finanzen

MAZ Oberhavel, 8.6.2018

Schwante.
Die Konzerte des Musik- und Theatervereins Oberhavel (MTO) in Schwante sind etabliert. Nun allerdings können sie nicht mehr auf dem Gelände Am Wasserturm 2 stattfinden, sondern sind ins benachbarte Schloss ausgelagert. Das nächste Mal am kommenden Sonnabend um 17 Uhr.

Das Problem: Das Gebäude ist nur als Wohnhaus gemeldet und nicht als Konzertspielstätte. „Man könnte sagen, wir haben unsere Konzerte dort illegal gegeben“, sagt Jochen Wermann. Von offizieller Seite sei eine Anzeige erstattet worden, das hatte Jochen Wermann nach Akteneinsicht herausgefunden. „Wir müssen nun einen Antrag auf Umnutzung der Gebäude stellen.“ Er sei davon ausgegangen, dass ein gemeinnütziger Verein auch so die Konzerte dort geben könne. Mehrere Jahre ist das auch gut gegangen – auch von offizieller Seite hat man die Füße still gehalten. Bis vor ein paar Wochen.

Ausschlaggebend war offenbar der Disput um die Zuwendungen der Gemeinde Oberkrämer an die dort ansässigen Vereine. Weil der MTO zwar seinen Sitz in Oberkrämer hat und auch vor allem in Sachen musikalische Bildung für Oberkrämer-Kinder agiert, ist in der Vereinssatzung von „Oberhavel“ die Rede. Für die Gruppe „Bürger für Oberkrämer“ (BfO) war das in der Gemeindevertretung der Anlass die finanzielle Unterstützung, die fast alle anderen Vereine bekommen, hier zu verwehren. Der MTO wird nun seine Satzung anpassen, das „O“ steht nicht mehr für Oberhavel, sondern für Oberkrämer.

Der Bauantrag, der wegen der nachträglichen Umnutzung eingereicht werden muss, wird allerdings teuer. „Wir haben überlegt, unsere Aktivitäten hier ganz einzustellen“, gibt Jochen Wermann zu. „Dann kamen aber sehr viele Leute auf uns zu, die uns gesagt haben, wir wollen hier weitermachen.“ Aber die 5000 bis 10 000 Euro, die so ein Antrag insgesamt kosten kann, die habe der Verein nicht. „Zur Rettung des MTO werden wir einen Förderkreis gründen, dem man beitreten kann“, sagt Jochen Wermann. Er hofft, dass das Problem bis Ende des Jahres gelöst werden könne. Ob dazu auch am Veranstaltungsraum bauliche Veränderungen getroffen werden müssten, sei unklar. „An sich könnte es vielleicht um zwei Feuerlöscher gehen.“ An sich sehe er da wenig Probleme.
In der Verwaltung in Oberkrämer hat Jochen Wermann gemeinsam mit Bürgermeister Peter Leys und Bauamtsleiter Dirk Eger die Pläne studiert. „Von Seiten der Gemeinde gibt es wohl keine Schwierigkeiten“, so der Neu-Schwantener. Auch mit der Unteren Baubehörde in Oranienburg habe es schon gute Gespräche gegeben. Klar sei aber auch, dass eine Ablehnung der Anträge dazu führen könne, den Verein „an die Wand zu fahren“, wie Jochen Wermann es ausdrückt.

aRTikel

Neun Monate Dauerflut

Donnerstag, den 3. Mai 2018
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Hochwasser auf dem Grundstück von Günter und Gudrun Rohr unweit des Hörstegrabens in Schwante – jetzt können sie erstmals durchatmen

MAZ Oranienburg, 3.5.2018

Schwante.
Monatelang fühlte sich Familie Rohr, als würde sie auf einer Insel leben. Erst vor ein paar Tagen konnte Günter Rohr die Schläuche zum Trocknen aufhängen, davor waren sie im Dauereinsatz. Ihr Grundstück befindet sich am Rand von Schwante, unweit des Hörstegrabens. Nach Starkregenfällen war es immer mal wieder vorgekommen, dass der Graben überlief und sich das Wasser im Garten der Familie ausbreitete. Doch nach dem Jahrhundertregen am 29. Juni war alles anders.
„Da stand hier alles einen Meter unter Wasser“, erinnert sich Günter Rohr. Bis ins Haus drang es glücklicherweise nicht ein – eine Stufe fehlt aber nur noch. Die Feuerwehr musste kommen, beim Abpumpen helfen, aber beim nächsten Regen war die Situation dieselbe. „Seitdem stand das Wasser permanent. Der Graben läuft dieses Jahr nicht ab, irgendwo muss da ein Stau sein.“
Normalerweise habe der Hörstegraben immer nur kurze Hochwasser-Phasen, aber diesmal dauert sie schon zehn Monate an. Bei Familie Rohr ist das Wasser zwar nun abgelaufen, feucht ist die Wiese aber immer noch.
Damit nicht genug: Büsche und Sträucher sterben ab, die Wurzeln faulen weg. Die Hecke ist schon eingegangen. „Wir haben im Garten alles neu gemacht, irgendwann muss man ja mal damit anfangen.“ Inzwischen ist die Feuchtigkeit auch im Haus angekommen, eine Wand im Wohnzimmer ist nass, im Flur sind die ersten Schimmelflecken zu sehen. „Ob ich das jemals trocken bekomme, weiß ich nicht“, sagte Günter Rohr.

Schon seit 1944 wohnt der 74-Jährige auf diesem Grundstück, 1964 hat er sich gemeinsamen mit seiner Frau Gudrun das Haus gebaut, in dem sie bis heute wohnen. So etwas aber haben sie noch nie erlebt. Für die Wasserschäden will Günter Rohr nicht seine Versicherung beanspruchen – aus Angst, dass er gekündigt wird.
Als im vergangenen Herbst zusätzlich beim Sturm auch noch das Garagendach abgedeckt wurde, sprang die Versicherung aber ein. Wie hoch die Stromrechnung vom permanenten Pumpen diesmal ausfallen wird, weiß er nicht.

Hilfe von der Gemeinde Oberkrämer möchte er nicht – aber indirekt schon: „Mit dem Graben muss etwas geschehen“ , sagt er. An einigen Stellen ist der Hörstegraben schon halb zugewachsen, ein vernünftiger Abschluss ist nicht gesichert – das Wasser staut sich.

Dass es so nicht weitergehen kann, weiß man auch in der Gemeindeverwaltung. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung hatte Bürgermeister Peter Leys über das Grabenproblem gesprochen. Wie er erklärte, wird unter anderem überlegt, das Wasser, das aus Bärenklau über Vehlefanz nach Schwante kommt, umzuleiten – also an Vehlefanz und Schwante vorbei. Ob das aber auch für Günter und Gudrun Rohr Vorteile bringt, ist unklar. „Dann kommt das ja direkt bei mir an“, befürchtet er.