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Schwante: Wahl des Ortsvorstehers von Schloss-Streit überschattet

Dienstag, den 18. Juni 2019
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Dirk Jöhling (BfO) bleibt Ortsvorsteher von Schwante. Doch die Sitzung war damit noch nicht zu Ende. Danach ist noch ausführlich über die derzeitige Lage rund um das Schloss Schwante diskutiert worden.

MAZ-online, 18.6.2019

Schwante.
Gut 20 Bürger waren am Montagabend ins Gemeindezentrum nach Schwante gekommen. Der Ortsbeirat traf sich eigentlich nur, um den Ortsvorsteher und den Stellvertreter zu wählen. Die Bürger waren aber vor allem gekommen, um vom Ortsbeirat etwas Neues zum Verkauf des Schlosses zu erfahren.

Dirk Jöhling (BfO) bleibt Ortsvorsteher von Schwante. Für ihn gab es drei Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und eine Enthaltung. Bernd Ostwald (CDU) hatte Jöhling vorgeschlagen.
Eigentlich ist auch Karl-Dietmar Plentz (BfO) vorgeschlagen worden – von Uta Hoffmann (SPD). „Das ist Demokratie, er hatte die meisten Stimmen bei der Wahl und sollte damit auch Ortsvorsteher sein“, sagte sie nach der Sitzung. Doch Plentz stellte sich der Wahl nicht, und er hatte eine Begründung. Er sei beruflich zu sehr eingespannt. Er arbeite aber an der Nachfolge in der Bäckerei, dann könne es schon anders aussehen, so Plentz später.
Stellvertreter ist Bernd Ostwald (CDU). Er setzte sich mit drei Stimmen gegen Hans-Joachim Gruhlich (AfD) und Uta Hoffmann (SPD) durch, die jeweils eine Stimme erhielten.

Eigentlich wäre danach die Sitzung zu Ende gewesen, aber unter den anwesenden Bürgern regte sich Unmut. Man wolle noch über das Schloss reden. Der wiedergewählte Ortsvorsteher Dirk Jöhling wies jedoch darauf hin, dass das Thema nicht auf der Tagesordnung stehe und deshalb nicht besprochen werden könne. Darüber begann dann – auch innerhalb des Gremiums – eine Diskussion.
Uta Hoffmann forderte eine Bürgersprechstunde. Karl-Dietmar Plentz regte an, dass der auch anwesende Bürgermeister Peter Leys (BfO) über die aktuelle Lage rund um den Schlossverkauf informiere. Dirk Jöhling machte den Vorschlag, eine Sitzung zum 1. Juli anzusetzen, auch weil man sich, wie er sagte, auf das Thema mangels Tagesordnungspunkt nicht vorbereiten konnte. Das sorgte für weitere Unruhe. „Das ist ja super transparent, was hier abgeht“, rief jemand aus den Zuschauerreihen. Und ein anderer: „Ich kann null nachvollziehen, dass gesagt wird, dass Sie nicht vorbereitet sind.“

Letztlich entschieden sich die Ortsbeiratsmitglieder, dem offiziellen Teil der Sitzung eine spontane Sondersitzung anzufügen. Bürgermeister Peter Leys erklärte die aktuelle Sachlage. Er verwies auf das auf der Gemeindeseite verbreitete Statement. Außerdem erklärte er, dass das Wegerecht schon zu Zeiten des Schloss-Vorbesitzers bedeutet habe, dass es nur zu bestimmten Zeiten gelte und der Weg durch den Park in zwei Flurstücken verlegt werden könne. Bislang sei das aber nicht in Anspruch genommen worden.
Die Verwaltung habe die Information zum Schlossverkauf auch erst Ende Mai bekommen, so Leys. Ende Mai sei der Verkauf über die Bühne gegangen. Die Person, die gekauft hat, habe jedoch ein Rücktrittsrecht, weil die Frage des Grundbuches noch nicht geklärt sei. Sie habe um die Löschung des Grundbucheintrages gebeten, in dem es um den Weg geht. Leys habe das nicht entscheiden wollen, die Gemeindevertretung kam zusammen. Die Entscheidung der Grunddienstbarkeit könne nicht irgendjemand treffen, das müsse die Gemeindevertretung tun. Nach langer Diskussion habe aber auch die Gemeindevertretung nicht zugestimmt und die Entscheidung vertagt. Das sei der aktuelle Stand, so Peter Leys weiter.

Nun würden verschiedene Möglichkeiten und Kompromissvorschläge diskutiert. „Es liegen einige Vorschläge auf dem Tisch“, so der Bürgermeister weiter. „Jetzt sollen alle gemachten Vorschläge geprüft werden.“ Demnächst gebe es ein weiteres Treffen, wo man sich auf eine Variante verständigen könnte.
Ein Schwantener wollte wissen, ob eventuell ein Gewohnheitsrecht zum Tragen kommen könnte, da der Weg seit Jahrzehnten öffentlich begehbar gewesen sei – eben auch in den vergangenen zehn Jahren, trotz des anders lautenden Grundbucheintrag. Karl-Dietmar Plentz bat die Verwaltung darum, dies zu prüfen.

Plentz äußerte zudem den Wunsch, dass wenn die Familie nach Schwante ins Schloss ziehe, sie auch irgendwie im Ort ankommen. Er sagte, man sei im Gespräch und man habe auf zwischenmenschliche Weise erklärt, was den Menschen im Ort der Weg durch den Park bedeute. Jetzt gehe es um den Kompromiss, mit dem die Besitzerfamilie, aber auch die Schwantener leben könnten. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Das neue Konzept mit Kunst und Kultur sowie mit diversen Feiern, sei schon ziemlich viel. Nun müsse man sehen, wie man weiter zusammenkomme. Er lobte die Bewohner aber auch für ihr Engagement. „Wir hatten lange nicht so ein Dorfgefühl“, so Plentz.

Uta Hoffmann (SPD) merkte an, dass ein Vertrag geschlossen worden sei, wo drei Parteien etwas zu sagen haben. Mit denen, die die Grunddienstbarkeit angeht, sei jedoch zunächst nicht gesprochen worden. „Wir haben den Pfund der Grunddienstbarkeit da, wir können nicht sagen: Augen zu und durch.“ Sie sagte aber auch, dass auf der anderen Seite durchaus zugehört werde. Man müsse aufeinander zugehen, und es müsse ein anderer Anfang gemacht werden, auch wenn es nicht der Wunschanfang sei.
Dirk Jöhling (BfO) sagte, dass die Grunddienstbarkeit nicht gelöscht werde, sondern der Inhalt der Vereinbarung werde verändert. „Wir reden über ein Privatgrundstück, und wir werden für Schwante eine tolle Lösung finden, die anders ist.“ Er sagte auch, dass die neue Familie hier leben wolle und sie es befremdlich finde, was im Ort geschehe. Während es Picknicks am Pfingstmontag machte sie diesen Eindruck jedoch nicht, und Jöhlings Aussage sorgte sowohl im Gremium als auch unter den Zuschauern für Unmut.

Bürgermeister Peter Leys warb unterdessen für Vertrauen. Bis jetzt sei nichts verloren und entschieden. Am 29. Juli findet die nächste Sitzung des Ortsbeirates in Schwante statt. Ziel ist es, dass dazu auch die Käuferin des Schlosses eingeladen wird.

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Ein Jahr für Kremmen unterwegs

Freitag, den 14. Juni 2019
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Am Sonntag wird auf dem Spargelhof die Nachfolgerin von Lara Volgnandt vorgestellt –die 18-Jährige erzählt, was sie in den vergangenen zwölf Monaten erlebt hat

MAZ Oberhavel, 14.6.2019

Kremmen.
So schnell vergeht ein Jahr. Mitte Juni 2018 ist die Kremmener Erntekönigin Lara Volgnandt gekrönt worden. Nun steht schon ihre Nachfolgerin in den Startlöchern – am Sonntag soll sie auf dem Spargelhof vorgestellt werden. Aber bis Ende August ist die 18-Jährige noch in Amt und Würden.
„Ich empfehle eigentlich jedem, das mal zu machen“, sagte Lara Volgnandt am Donnerstag. „Das ist echt viel wert.“ Sie habe in den vergangenen zwölf Monaten viel gesehen und erlebt und viele Menschen kennengelernt. Angefangen hat auch bei ihr alles mit der Krönung. „Das war sehr aufregend.“ Alle hätten sie angesehen. „Aber damit habe ich mich sehr wohl gefühlt.“ Kein Wunder, denn sie steht auch so öfter mal auf der Bühne. Sie tanzt bei den Roten Funken im Kremmener Karneval-Club.
Sie hatte gerade ihr Fachabitur in der Tasche. Sie arbeitet momentan in der Gastronomie auf dem Spargelhof. Detlef Reckin, der auch dort arbeitet, hatte sie eines Tages gefragt, ob sie sich den Job vorstellen konnte. „Ich musste eigentlich nicht lange überlegen.“ Es kam ihr sogar ganz recht, denn sie hatte im Jahr nach dem Abi genügend Zeit, die vielen Termine wahrzunehmen.

Die größten Veranstaltungen, an denen sie teilgenommen hatte, waren die Internationale Grüne Woche in Berlin und die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (BraLa) in Paaren im Glien. In Berlin stand sie mehrfach mit Landrat Ludger Weskamp auf der Bühne. „Und ich saß auch in der Kutsche in der Tierhalle“, erzählt sie. Es ging später von Stand zu Stand. Lächeln und winken – das sei auf solchen Ausstellungen immer wichtig. „Aber das fällt mir eigentlich leicht“, sagt die Erntekönigin. „Ich habe da keine Scheu.“
Bei der BraLa hatten Kremmen und Oberkrämer auch einen Stand, an dem sie präsent war. „Dort wurde ich auch interviewt“, erzählt sie. Auch mit einem Trecker war sie dort unterwegs. Ebenfalls ein Höhepunkt war ihre „Hauptveranstaltung“, das Erntefest in Kremmen. „Ich saß in der Kutsche mit dem Bürgermeister und dem Oranienburger Kurfürstenpaar.“
Eine der weitesten Reisen unternahm sie nach Thüringen. „In Lauscha waren wir beim Kugelmarkt. Dort wurde die Glasprinzessin gekrönt. Sie hat uns gezeigt, wie die Weihnachtskugeln hergestellt werden.“ Am lustigsten sei der Tag gewesen, wo in Oranienburg das Fotoshooting für den Gesundheitstag stattfand. „Wir hatten wirklich viel Spaß. Wir konnten rumalbern und alles für den Tag planen.“ Das besondere: Als Kremmener Erntekönigin war sie Pate für diese Veranstaltung. „Als ich mich da das erste Mal so groß auf einem Plakat gesehen habe, da habe ich mich kurz erschreckt“, erzählt sie. „Aber ich fand es schon auch cool.“

Ein paar Termine hat sie noch zu absolvieren. Am Sonnabend besucht sie zur Brandenburger Landpartie das Erdbeerfest in Schwante. Am Sonntag ist sie beim Tourismustag auf dem Kremmener Spargelhof, wo auch ihre Nachfolgerin vorgestellt wird. „Sie ist eine würdige Nachfolgerin“, sagt Lara Volgnandt. Wer es ist, darf sie noch nicht verraten.

Die vielen Termine seien gut planbar gewesen, sagt die 18-Jährige. „Man bekommt ja rechtzeitig Bescheid, und ich hatte schon früh eine Liste mit den festen Terminen.“ Sie will bald eine Ausbildung bei Audi in Berlin beginnen und Automobilkauffrau werden. „Ein Freund hat das gelernt, und ich fand das interessant.“ Nach Berlin wird sie allerdings nicht ziehen, bekräftigt sie. „Nein, ich werde in Kremmen bleiben.“

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Jöhling beklagt schlechte Willkommenskultur

Freitag, den 14. Juni 2019
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Verhandlung um öffentlichen Schlossweg: Schwantes Ortsvorsteher im Disput mit Bürgerinitiative

MAZ Oberhavel, 14.6.2019

Schwante.
Zwar gab es am Mittwochabend in der Oberkrämer-Verwaltung ein Gespräch zum Schloss Schwante und zum Weg durch den Park. Über den Inhalt war am Donnerstag jedoch noch nichts bekannt. Stattdessen werde in der Verwaltung ein Statement erarbeitet, das jedoch erst am Freitag veröffentlicht werden soll, nachdem alle beteiligten Parteien noch mal drauf geguckt haben, hieß es. Darauf haben sich offenbar alle Beteiligten verständigt.
Anwesend waren bei dem Gespräch die Fraktionsvorsitzenden der noch amtierenden Gemeindevertretung, die mögliche neue Investorin sowie Vertreter der Verwaltung, inklusive Bürgermeister Peter Leys.

Solange dieses Statement nicht veröffentlicht worden ist, halten sich die Beteiligten noch bedeckt. Patrick Zechel (Linke) deutete an, dass es bislang noch keine Einigung gegeben habe. Die Verwaltung habe sich schwer getan, als es darum ging, das nun noch ausstehende Statement zu verfassen. Die Forderung eines Schreibens seitens der Verwaltung sei auch aus den Reihen der BfO gekommen, hieß es aus verschiedenen Kreisen. Vor dem Gespräch machte die Bürgerinitiative, die sich für die Offenhaltung des öffentlichen Weges durch den Schlosspark stark macht, noch mal deutlich, wie wichtig ihnen das Anliegen ist. „Wir konnten mit einigen Gemeindevertretern kurz ins Gespräch kommen“, sagte Martin Baum von der Initiative. Auf dem Boden vor der Verwaltung verteilt lagen am Mittwochabend mehrere Plakate.

Zu einem Disput sei es mit Schwantes Ortsvorsteher Dirk Jöhling (BfO) gekommen. Er sprach von einer schlechten Willkommenskultur gegenüber der möglichen Investorin. Dirk Jöhling sagte am Donnerstag, von der MAZ diesbezüglich befragt, dass der Umgang mit den möglichen neuen Bürgern nicht gut sei. Zum Disput in Eichstädt sagte er: „Sie wollten mich zwischen Tür und Angel befragen, das hätten sie ja schon längst machen können.“ Die Initiative hätte auch mal mit dem Ortsvorsteher reden können. Allerdings war es am Anfang der Debatte auch nicht der Ortsvorsteher, der zum aktuellen Geschehen informierte, entsprechende Anfragen abblockte. Im Gespräch mit der MAZ und den Bürgern beim Picknick am Pfingstmontag machte zudem die Investorin nicht den Eindruck, als fühle sie sich nicht willkommen.

Den CDU-Antrag den Schlossweg zu thematisieren, lehnte Jöhling im MAZ-Gespräch am Donnerstag ab. Da es sich am Montag um die konstituierende Sitzung des Ortsbeirates handele, sei das nicht möglich. Auch eine Bürgerfragestunde werde es nicht geben. Er befürchte den Vorwurf der „Mauschelei“, wenn das Thema besprochen werde, ohne dass es auf der Tagesordnung stand. Es könne bei der nächsten Sitzung besprochen werden. Wann die ist, ist noch offen.

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KeineWochenShow

#127 – Ich weiß, was Philipp Amthor 2018 gesagt hat

Sonntag, den 9. Juni 2019
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Dies ist eine denkwürdige Sendung. Denn in KeineWochenShow #127 gibt es ein Bier, das gleich eine doppelte Ablehnung findet. Was da nicht stimmen könnte, erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe.

Aber natürlich kümmern wir uns auch um die politische Lage. Um die Grünen, die einen Höheflug erleben. Um die CDU in der Talfahrt und die SPD am Boden. Und es geht um eine Einladung zum Bier von Frank Bommert, unserem Gesprächspartner der vergangenen Woche.
Und Philipp Amthor kommt auch wieder vor – mit einem bei Twitter aufgewärmten Skandal von 2018. Aus der Reihe: Wenn man sonst nichts aufzudecken hat.

Außerdem geht es um den Streit um das Schloss in Schwante, um Sarah Connors beschnittenen Vincent und vieles mehr – in KeineWochenShow #127 auf Youtube.

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RTelenovela

B273 überklebt

Donnerstag, den 6. Juni 2019
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Bundesstraßen werden nicht mehr gebraucht. Sie werden an vielen Stellen zu Landesstraßen herabgestuft. Es heißt, weil diese Bundesstraßen als Parallelen zu Autobahnen nicht mehr gebraucht werden. Dazu gehört aber auch, dass sich nun das Land Brandenburg darum kümmern muss, wenn dort Schlaglöcher entstehen. Der Bund ist dann fein raus.

Seit Anfang 2015 ist die B273 im Bereich zwischen Oranienburg – der B96-Querung – und Staffelde – der A24-Querung – zur L170 abgestuft worden. Wer also durch Germendorf, Sommerswalde, Schwante, Kremmen und Staffelde fährt, ist auf einer Landesstraße unterwegs.
Viele sprechen allerdings immer noch von der B273, auch mitunter die Polizei in ihren Polizeiberichten.

Es hat jedoch auch vier Jahre gedauert, bis endlich mal die Ausschilderung der Strecke verändert worden ist. Bis 2019 hinein standen in Schwante immer noch Hinweise auf die B273. Ebenso in Kremmen an den Wegweisern.
Mehr als vier Jahre hat es offenbar gedauert, bis das mal jemandem aufgefallen ist. Denn seit kurzem sind sämtliche B273-Hinweise in diesem Bereich auf den Schildern abgeklebt.
Die B273 ist nun also auch im Straßenbild in diesem Bereich bloß nur noch eine Erinnerung.

Es ist aber eh nicht mehr viel übrig von der B273. Immerhin ist sie auch zwischen Nauen und Potsdam unterbrochen. Eigentlich macht so eine lückenhafte Bundesstraße nur wenig Sinn. Aber darauf kommt es vermutlich nicht mehr an – wie man auch an der immer wieder unterbrochenen B96-Straßenführung sieht.

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Damit sich Kinder gut bewegen

Donnerstag, den 16. Mai 2019
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Martin Büttner (37) arbeitet als Physiotherapeut vor allem mit jungen Patienten

MAZ Oberhavel, 16.5.2019

Schwante.
Eigentlich wollte Martin Büttner Sport-Physiotherapeut werden. Aber dann kam alles ein wenig anders. Inzwischen beschäftigt sich der Schwantener in seinem Job viel mit Kindern. Seit Anfang Mai arbeitet der 37-Jährige im Physiowerk von Phillip Blumberg in der Schwantener Dorfstraße 19a.
Zu ihm kommen Babys mit Schiefhals, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Asymmetrien, mit Hüft- oder Fußproblematiken oder Beschwerden am Rücken. Aber auch Schlaganfallspatienten kann er behandeln. Er könne mit seiner Erfahrung und seinem Blick auf die Patienten auch Kinderärzten helfen.

Seit 2007 arbeitet er in seinem Beruf. In einem Praktikum hat er zuvor viel mit Kindern zu tun gehabt, und da merkte er, dass das sein Ding ist. Acht lange Jahre lang arbeitete er in der Berliner Praxis für Kinderphysiotherapie von Dagmar Siebold. Von ihr habe er sehr viel gelernt. Dort sei auch sein Grundstein gelegt worden für die Arbeit mit Kindern. Später wechselte er in das Zentrum für Kindesentwicklung in Berlin. „Da habe ich dann umfassend Kinder begleitet und viel von Kollegen gelernt“, sagt er. Auch für die Diagnostik war er dort zuständig.

Als er mit seiner Familie von Berlin nach Schwante gezogen ist und Philipp Blumberg seine Praxis Anfang des Jahres eröffnet hatte, da wurde er hellhörig. „Wir haben einen Termin ausgemacht, uns kennengelernt, und ich finde, wir passen gut zusammen.“ Nicht nur, weil die beiden Männer am selben Tag Geburtstag feiern.
Gemeinsam haben sie bereits überlegt, wie sie weiter arbeiten und was sie sich noch anschaffen wollen. Das Team im Physiowerk könnte sich in nächster Zeit weiter vergrößern. „Wir wollen ein Galileo-Gerät installieren.“ Damit lassen sich Bewegungsabläufe trainieren. Gerade bei neurologischen Patienten sei dies ein gutes Angebot. „Außerdem ist es mein Wunsch, mit Logopäden und Ergotherapeuten in Kontakt zu treten“, sagt Martin Büttner. Somit sei eine noch bessere Behandlung der Patienten möglich. „Es ist ja immer gut zu wissen, wo sie hingehen.“

Gerade kümmert er sich zudem um eine Osteopathie-Ausbildung. Das alles mache ihm großen Spaß, und das merkt man ihm auch an, wenn er davon erzählt. „Ich bin sehr euphorisch“, sagt er und lächelt. „Leidenschaft ist mir wichtig. Was ich mache, mache ich, weil ich das gern möchte.“ In seiner Freizeit kümmert sich Martin Büttner um seine Familie, er hat mit seiner Frau drei Kinder. „Ich bin Volleyballer und habe eine große Leidenschaft für Beachvolleyball“, erzählt er. Das sei ein guter Ausgleich. Dass sein Arbeitsort nun auch in seinem Wohnort liegt, sei hervorragend. „Es ist ein Traum, hier zu sein.“

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Kunst aus dem Wasserturm

Samstag, den 30. März 2019
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Helmuth Strothmann (75) ist Banker und Professor im Ruhestand – er betreibt in Schwante ein Atelier und malt dort abstrakte Kunst

MAZ Oranienburg, 30.3.2019

Schwante.
Wenn Helmuth Strothmann an seiner Staffelei steht und aus dem Fenster blickt, sieht er die Weiten von Schwante. Im Hintergrund den Mühlensee. Der 75-Jährige wohnt mit seiner Frau im Wasserturm am Mühlenweg. Durch die neuen Bewohner verwandelt sich das alte Bauwerk in ein Atelier. „Der Wasserturm ist attraktiv für Künstler“, sagt er. „Ich konnte mir anfangs aber gar nicht vorstellen, wie es innen aussieht.“ Zu seiner Frau hatte er, als sie erstmals davor standen, schon gesagt: „Das wird nie was.“ Aber sie fanden dann, dass er gut eingerichtet sei. Nach der ersten Begehung stand fest: „Ja, das will ich haben.“

In den Räumen hängen viele Bilder. Helmuth Strothmann malt. „Abstrakte Kunst. Ich mache was, aber ich weiß nicht was“, sagt er und schmunzelt. Wenn er loslegt, ist noch unklar, was am Ende dabei rauskommt. meist fängt er mit einer Farbe als Hintergrund an. „Dann überlege ich, was mache ich weiter.“ Dann kommt die nächste Schicht, vielleicht blaue Streifen, ein paar Farbakzente oder Figuren. Grüne Tupfer, die wie Landschaften aussehen. Dazu Silikonkleber, den er auf die Leinwand aufträgt, so dass sich weitere Figuren ergeben.
Wer sich die Bilder ansieht, der wird garantiert Assoziationen haben – aber vermutlich werden sie bei jedem anders ausfallen. Da sieht man eine Wiese im Nebel oder ein Schiff. Alles wird im Ungefähren gehalten, aber genau das scheint der Sinn der Sache zu sein. Meist zeichnet er mit Acryl auf Leinwand. „Ich habe es auch mit Öl versucht, aber das ist mir zu tranig, und es trocknet nie.“ Erst seit zwei Jahren malt er. Die Inspiration dazu kam durch eine Ausstellung, die er besuchte. „Ich habe mir Equipment gekauft und angefangen.“

Helmuth Strothmann ist nicht permanent in Schwante. Seine Frau und er wohnen am Gendarmenmarkt in Berlin, ein Haus am Chiemsee gibt es auch noch. „Schwante erinnert mich an meine Heimat“, sagt er. Er stammt aus dem Münsterland. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften, legte die Diplomprüfung ab und promovierte als wissenschaftlicher Assistent der Universität Münster zum Doktor der Staatswissenschaften. Von 1976 bis 1998 arbeitete er für verschiedene Banken, war Bereichsleiter, Direktor, Vorstandsmitglied, Konzernvorstand. 1999 fing er an, als Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin zu lehren – er leitete bis 2006 den dualen Studiengang „Bank“.
Inzwischen widmet er sich seinem Leben und seiner Kunst. „Es kann auch sein, dass ich hier nur sitze und ein Buch lese“, sagt er. „Ich kann gut nichts tun. Ich hatte nie das Bedürfnis, noch wichtig sein zu müssen“, meint er in Hinblick darauf, dass viele seiner ehemaligen Kollegen im Alter noch in Aufsichtsräten oder Beiräten mitmischen.

In Schwante fühlt er sich sehr wohl. Jetzt, im Frühjahr, will er den Ort noch richtig entdecken. „Außer das Schloss und die Bäckerei, die kenne ich schon“, sagt er und lächelt. Bevor er in Schwante lebte, kannte er die Gegend vom Golfspielen in Wall. „Abends ist es hier dunkel und einsam.“ Obwohl – ganz dunkel ist es nicht, denn nachts wird der Wasserturm mit Licht bestrahlt.
Zum 19. Mai hat er sich ein paar Gäste in den Wasserturm eingeladen, dann will er eine kleine Vernissage veranstalten. Aber es sei auch schon vorgekommen, dass Leute einfach so an seiner Tür klopften.

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