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Ouzo!

Freitag, den 21. Juni 2019
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Die Griechen sind meist wahnsinnig spendabel. Mindestens wenn es um den Ouzo geht. Wer mal beim Griechen essen war, der wird wissen, was ich meine. Immer wieder kommt der Kellner und fragt, ob man denn noch einen Ouzo möchte.

Beim Griechen in Schwanebeck ist das ein bisschen anders. Setzt man sich an den Tisch und bestellt etwas, dann bringt auch dort der Kellner den Ouzo. In einer Karaffe. Dazu stellt er so viele Gläser an den Tisch wie Leute dransitzen. Dann kann sich jeder den Ouzo eingießen.
Den ersten trank ich mit. Dann war aber Schluss, weil ich ja fahren musste. Von uns fünf blieben dann zwei übrig, die sich um den Rest aus der Karaffe kümmerten.

Wir haben aufgegessen, die Karaffe war leer – und schon kam ungefragt Karaffe Nummer 2. Auf der Rechnung stand sie auch nicht.
Es ist ja eine nette Geste, so viel Ouzo rauszuhauen, und die Griechen müssen das Zeug am Tag ja literweise raushauen, aber irgendwie kann man es auch übertreiben. Da finde ich es schon dezenter, nach dem Bezahlen der Rechnung die Frage der Fragen gestellt zu bekommen.
Zu viel Ouzo, und nicht jeder erlebt das Ende des Abends in, nun ja, voller Aufmerksamkeit…

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Nazi-Tattoo im Oranienburger Turm: NPD-Mann verurteilt

Mittwoch, den 23. Dezember 2015
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Der Barnimer NPD-Kreistagsabgeordnete Marcel Zech aus Schwanebeck ist vor dem Amtsgericht in Oranienburg zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Er hatte in der Oranienburger Turm-Erlebniscity ein Tattoo auf deem unteren Rücken gezeigt, das ein KZ zeigt sowie der Schriftzug “Jedem das Seine”. Der Spruch stand am KZ Buchenwald.

Die Richterin sprach ihr Urteil aufgrund Volksverhetzung aus. Zur Bewährung, weil sie eine “gute Sozialprognose” sah.
Sowohl der Staatsanwalt als auch der Anwalt des Verurteilten erwägen, in Berufung zu gehen.

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Freundschaft, Krankheit, Tod

Samstag, den 26. September 2015
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Freundschaften sind ein hohes Gut. Sie entstehen, man muss sie pflegen, manchmal reißen sie irgendwann ab, einige halten ewig, hin und wieder kommt eine Neue.
Wie aber geht man am besten damit um, wenn ein Freund oder eine Freundin krank ist? Schwerkrank, totkrank.
Auf der Beerdigung einer Freundin war das ein recht großes Thema. Es zeigte, der Umgang damit macht große Schwierigkeiten.

Im Allgemeinen fällt es vielen Leuten schwer, überhaupt noch Freundschaften zu pflegen. Zu viel zu tun im Job, zu wenig Freizeit, und die wenige Freizeit will man für sich (und den Partner). Man will ja Freundschaften pflegen, aber irgendwie… Und irgendwann reißt der Faden ab, man hat sich nichts mehr zu sagen.
Noch schwieriger wird es, wenn Krankheit oder gar der Tod ins Spiel kommen.
Wie möchte man den Menschen, den man so mag, in Erinnerung behalten? So lebensfroh, wie man ihn kannte? Oder am Ende so schwer krank, so schwach, wie es die Krankheit mit sich bringt. Und überhaupt: Dann ist da noch die Überwindung, sich diesem Thema überhaupt zu stellen.

Einige Leute haben mir nach der Beerdigung erzählt, dass sie in der dramatischen Phase sich nicht mehr getraut hätten, sich zu melden. Was solle man denn sagen? Die Frage “Wie geht’s dir?” sei ja schon nicht möglich. Da gibt es oftmals eine gewaltige Hemmschwelle.
Ich habe die auch. Ich habe sehr, sehr lange gebraucht, bis ich die kranke Freundin angerufen habe. Sehr lange habe ich dieses Telefonat vor mich hergeschoben. Angst. Scham. Ratlosigkeit. Und so geht es vielen. Man möchte das Thema Krankheit ungern an sich ranlassen. Es ist eines der Tabuthemen der Gesellschaft.

Man kann niemandem vorschreiben, was in solchen Fällen zu tun ist. Jeder Mensch ist anders, wenn es darum geht, sich bestimmten Themen zu stellen.
Ich aber bin im Nachhinein froh, den Schritt dann doch noch gemacht zu haben und mich dieser Sache zu stellen. So traurig es auch war, am Ende macht es einen stärker.

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Simone

Dienstag, den 15. September 2015
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Am Sonntagnachmittag habe ich sie noch besucht. Ich habe gewusst, dass es das letzte Mal sein würde.
Am Montagvormittag ist sie eingeschlafen. Für immer. Mit nur 54 Jahren. Der Krebs hat sie besiegt, in einer rasanten Geschwindigkeit.

Erst am Donnerstag hatte sie Geburtstag, ich konnte noch mit ihr telefonieren. Sie erzählte mir, dass sie ja kürzlich “Promi Big Brother” verfolgt habe. Und dass sie sich freue, weil ja bald bei sixx die neue Staffel mit Normalos anfangen würde.
Sie klang schwach, sie sprach undeutlich. Aber sie war klar. Sie bleibe optimistisch, sagte sie. “Du kennst mich ja.” Einer ihrer Standardsprüche.
Ein paar Stunden danach erfuhr ich, dass der Arzt ihr noch eine Woche gibt. “Big Brother” würde sie nicht mehr erleben.

Als ich sie am Sonntag besuchte, konnte sie schon gar nicht mehr klar sprechen. Zu sehen, wie ein Mensch, von schwerer Krankheit gezeichnet, abbaut, ist erschütternd.

Man erinnert sich an den Menschen, den man kannte. An die frohe, fröhliche, manchmal laute, manchmal vor sich hin polternde Frau. Ihre herzliche Lache, die Liebe zur Familie, zum Enkel. Sie war quasi mein größter “Schwuttke”-Fan. Ihr und ihrem Mann vozulesen, machte Spaß, denn sie hörten genau hin und nahmen das gehörte klug auseinander. Ich liebte das.
Davon war am Sonntag nicht mehr viel übrig. Nur einmal, einen kurzen Augenblick lang, da hörte sie ihre Stimme, und sie klang, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Als ich ging, da wusste ich, es würde ein Abschied sein.
Keine 15 Stunden später ist sie eingeschlafen. Noch schneller, als gedacht. Sie hat es geschafft.
“Schön, dass du da warst”, flüsterte sie mir ganz am Ende zu.
Das kann ich ihr nur genau so zurückgeben.
Schön, dass du da warst.

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Ein bisschen Überholverbot auf der A10

Donnerstag, den 24. April 2014
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Der nördliche Berliner Ring wird derzeit auf drei Fahrspuren pro Richtung ausgebaut. Neben dem Dreieck Havelland ist momentan die Strecke zwischen dem neuen Kreuz Barnim, der Abfahrt Schwanebeck und dem Dreieck Pankow ganz groß in Mode.
Dort bewegt sich der Verkehr vierspurig auf einer Richtungsfahrbahn. Die Spuren sind so eng, dass Überholen verboten ist. Laut der Schilder sollen die Autos stattdessen versetzt auf den Spuren fahren.

So weit, so gut. Nur leider hält sich kaum jemand daran. Es ist aber auch ungewöhnlich, dass man kilometerweit auf einer Autobahn nicht überholen darf.
Und was passiert eigentlich, wenn dichter Verkehr herrscht? Am Ostermontag zum Beispiel kam es auf der rechten Spur teilweise zum Stillstand. Es war sehr zäh, weil sich gerade am Anfang dann doch noch viele an das Überholverbot hielten. Wenn es sich rechts staut, darf man dann links nicht überholen? Und wenn man dann doch überholt, und es passiert was – wer hat dann Schuld?
Irgendwie funktioniert das mit dem Überholverbot nicht…

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Dreieck im Wandel (4)

Dienstag, den 31. Dezember 2013
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(3) -> 17.11.2013

Das neue Autobahndreieck Barnim ist nun schon seit einigen Wochen fertig, und nicht nur das: Die Spuren der alten Fahrbahnen sind so gut wie verwischt.
Wieder mal führte mich mein Weg nach Schwanebeck. Von der A10 gibt es innerhalb des Barnim-Dreiecks zwar immer noch die Abfahrt Berlin-Weißensee, sie liegt aber einen guten Kilometer weiter westlich.
Der Anschluss der B2 vor Schwanebeck auf die neue Umgehungsstraße ist inzwischen auch fertig, und wer nun ins Dorf rein fährt, wird nicht mehr sehen können, wo denn mal die alten Auf- und Abfahrt war.

Wer genau aufpasst, sieht zwar noch ein paar Rückstände der alten Autobahnbrücke, aber sämtliche Rampen, die früher zur A10 führten, sind verschwunden und teilweise sogar schon begrünt.
Wer dort mit einem alten Navi unterwegs ist, wird vermutlich sein grünes Wunder erleben, und ich habe mir sagen lassen, dass sich dort auch schon einige Autofahrer verirrt haben.

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Dreieck im Wandel (3)

Sonntag, den 17. November 2013
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(2) -> 1.7.2013

Es ist vollbracht! Das Dreieck Schwanebeck ist fertig! Und weil Schwanebeck wohl zu poplig geworden ist, hat das Autobahndreick nun einen neuen Namen: Barnim.

Monate-, ach was, jahrelang ist an der Straße, an der die A11 von der A10 abzweigt, gebaut worden. Ständig veränderte sich die Verkehrsführung, immer musste man auf der Hut sein, wo man denn diesmal langfahren muss.
Alles vorbei.
Wer vom Dreieck Pankow auf den östlichen Berliner Ring will, kann nun gemütlich mit Tempo 120 einfach immer geradeaus fahren. Vor dem Umbau ging es noch “rechts raus”, sonst hätte die Fahrt auf die A11 geführt.

Vorbei sind die Bauarbeiten damit aber nicht. Zwischen den Dreiecken Barnim und Pankow geht’s auf einer Richtungsfahrbahn mit Tempo 60 voran. Überholen ist verboten, weil die Fahrbahn so eng ist. Und das Ganze bis – laut Beschilderung – Ende 2015. Ätzend!

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