RTelenovela

Berlin: So nah, und doch so fern

Montag, den 6. Juli 2015
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Sonntagabend, mal schnell nach Berlin ins Kino fahren? Manchmal ist die quasi vor der Tür liegende Hauptstadt ganz schön weit weg.
Am Sonntagabend war Berlins Osten jedenfalls so gut wie unerreichbar, und ich erlebte eine kleine Reise-Odyssee.

Ich wollte von Oranienburg aus über Lehnitz und Summt zur Autobahn. Doch schon vor Summt war Schluss. Stau auf der Landesstraße. Laut Verkehrsfunk reichte er bis Schildow – wie ich zu spät erfahre. Und die komplette A114 nach Berlin rein ist wegen Straßenschäden gesperrt.
Ich drehte um. Mein Plan: Über Zühlsdorf und Basdorf zur B109 und weiter nach Berlin. Doch der Verkehrsfunk machte mir den nächsten Strich durch die Rechnung. Nun hieß es: Auch die B109 ab Schönwalde war dicht. Noch ein Stau. Viele Kilometer. Ähnlich sah es noch weiter östlich auf der B2 aus.

Ich musste meinen Plan, in Prenzlauer Berg ins Kino zu gehen, sausen lassen. Zeitlich nicht zu schaffen. Berlin war von dort aus quasi nicht zu erreichen. Der neue Plan: Berlins Westen, Charlottenburg. Aber wie dort hinkommen? Auch Mühlenbeck erlebte einen Stau, und auf der Autobahn zwischen Birkenwerder und dem Kreuz Oranienburg ebenfalls – noch mehr Straßenschäden.

Ich schlängelte mich also über Schönfließ, Glienicke, Hermsdorf und Wittenau auf die A111 – und irgendwann erreichte ich endlich auch mein Ziel. Wenn auch nicht das ursprüngliche.

RTZapper

Krieg am Gartenzaun

Dienstag, den 20. Oktober 2009
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MO 19.10.2009 | 22.15 Uhr | RTL II

“Du, Schätzeken! Unser Nachbar ist ja voll der Assi! Ich glaube, wir müssen mal zum Fernsehen und das klären!”

Ich weiß ja nicht, ob manche Menschen wirklich so denken, aber ansonsten gäbe es andererseits keine der unsäglich vielen Dokusoaps. Bei RTL II kam wieder eine dazu. In “Krieg am Gartenzaun” dürfen Nachbarn montagabends ihre bekloppten Streitigkeiten vor der Kamera austragen.
In Schönwalde bei Wandlitz zum Beispiel. Nachbar A soll von der Stasi sein. Nachbar ist ein Wessiarsch. Nachbar C ist sowieso bescheuert.
Wie ätzend.

Moderiert wird die Zeitverschwendung von Thommi Wosch. Der Thommi Wosch, der sich in seinen Sendungen im Jugendradio Fritz gern mal über das Privatfernsehen lustig macht. Oder über blöde Menschen.
Aber, ach: Inzwischen scheint er anders zu denken. Für RTL II moderiert er nämlich genau den Dreck, den er immer anprangert. Und das macht er auch noch komplett ironiefrei.
Damit macht er sich leider ziemlich unglaubwürdig, und das ist schade. Aus dem vorlauten, rumätzenden, sarkatischen Wosch im Radio ist ein schleimiger, zuhörender, voyeuristischer Privatfernsehheini geworden.

PS: Wie kommt Wosch eigentlich darauf, dass die Mitglieder des DDR-Politbüros damals in Schönwalde spazieren gingen? Nur weil Schönwalde heute ein Ortsteil von Wandlitz ist? Na ja, den RTL-II-Zuschauer kann man’s ja erzählen…