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Das zweite Berlin im Krämer Wald

Donnerstag, den 6. Februar 2014
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Die Nazis bauten zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow Anlagen auf, die die Bomber von der Großstadt ablenken sollten

MAZ Oranienburg, 6.2.2014

OBERKRÄMER/KREMMEN
Alles sollte aus der Luft betrachtet so aussehen wie das Original: Straßenzüge, Kreuzungen, Häuser und viel Licht. So, wie es 1940 rund um die Friedrichstraße in Berlin-Mitte eben aussah. In Wirklichkeit befand sich das Areal auf einem Feld zwischen Eichstädt und Vehlefanz. Die Straßenschluchten waren beleuchtete Waldschneisen. Neu-Berlin sagten die Leute damals zu dieser sogenannten Scheinanlage. Rund um die Reichshauptstadt bauten die Nazis im Zweiten Weltkrieg diese Anlagen auf, um die englischen und amerikanischen Bomber von ihren eigentlichen Zielen abzulenken. An anderen Stellen wollten sie angriffswürdige Ziele vertuschen.

Über dieses Kapitel deutscher Geschichte ist bislang nur wenig bekannt. Der Berliner Hobbyforscher Peter Reinhardt befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema. Am Dienstagabend hielt er einen Vortrag in Grünefeld (Havelland). „Es gibt kaum Infos und Dokumente“, erzählte er.

Rund um den Krämer Wald, in einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die größte Anlage in der Region. Sie trug die Bezeichnung „V-500“, die Engländer gaben ihr den Namen „Decoy-City“ oder auch „Berlin-Nauen 1“. Sie sollte an zwölf Stellen eine Gesamtdarstellung von Berlin simulieren. Dazu gehörte die Friedrichstraße nahe Eichstädt, Bahngleise und Güterbahnhöfe bei Eichstädt, Grünefeld und Perwenitz oder ein Flughafen bei Pausin. „Die Leute in diesen Gebieten fragten sich immer wieder, warum dort ab und zu Bomben gefallen sind“, erzählte Peter Reinhardt. Oftmals sei erst nach dem Krieg die Existenz einer solchen Anlage klar gewesen.
Mehrere dieser Bauten standen nahe Pausin. Nördlich des Dorfes installierten die Nazis Metallwannen mit einem Altöl-Benzingemisch. Die Flammen sollten aus der Ferne einen Großbrand simulieren. Ebenfalls bei Pausin ist ein ganzer Flughafen zum Schein simuliert worden. Dazu gehörten große Modellflugzeuge aus Holz, die immer hin und hergeschoben worden seien, um Verkehrsbewegungen darzustellen. Auf einem Acker bei Perwenitz gab es ganze Schienenanlagen, die den Bahnverkehr aber ebenfalls nur simulierten. Ebenso nahe Eichstädt und Grünefeld. Die heutige Autobahn 10, der Berliner Ring, war damals noch nicht fertig, aber der Brückenkopf bei Paaren im Glien stand bereits, die Fundamente dienten ebenfalls als Scheinanlage. Nahe der alten Grünefelder Mühle standen Scheinwerfer, auf einem Feld am Vehlefanzer Weg bei Börnicke sind ähnliche Entdeckungen gemacht worden. Auf den Feldern zwischen Staffelde, Groß-Ziethen und Klein-Ziethen befanden sich, ähnlich wie bei Eichstädt, beleuchtete Schneisen im Wald – auch sie sollten teilweise die Großstadt darstellen. Wer zwischen Paaren im Glien und Perwenitz unterwegs ist, wird nahe der Tankstelle am Berliner Ring auf alte Fundamente solcher Bauten treffen. „Man muss aber ganz genau hinsehen“, sagte Peter Reinhardt. „Es steht beispielsweise eine Holzhütte darauf.“ In einem Waldstück bei Schönwalde-Glien entdeckte er lauter Erdhügel, auf denen in den 1940er-Jahren Scheinwerfer standen, die ebenfalls einen Teil der Stadt Berlin simulieren sollten.

Kräfte der Luftwaffe stellten den Betrieb der Anlagen sicher. Um sie vor Bombenangriffen zu schützen, sind jeweils unweit davon leichte Bunker gebaut worden. In Grünefeld ist einer heute noch zu sehen.
Dass Berlin etwa 30 Kilometer weiter südöstlich vom Krämer Wald liegt, bekamen die Engländer aber schnell mit. Auf Karten vermerkten sie die Scheinanlagen von „Decoy-City“. 30 englische und amerikanische Flieger sind bis zum Ende des Krieges in der Region abgestürzt.

Peter Reinhardt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kapitel der Scheinanlagen bekannter zu machen. Er sucht weiter nach Zeitzeugen, Fotos und Dokumenten

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Simulierte Heinkel-Werke bei Nassenheide
Eine Auswahl von Scheinanlagen während des Zweiten Weltkrieges:
Bei Mühlenbeck befand sich in den Rieselfeldern eine Anlage, die mit Scheinwerfern und Rauch einen Großbrand simulieren sollte. In der Nähe von Nassenheide sind Teile der Anlage des Germendorfer Heinkel-Werkes nachgestellt worden.
In einem Gebiet zwischen Pausin, Staffelde und Bötzow befand sich die Scheinanlage „V-500“. Innerhalb dieses Kreises sind diverse Maßnahmen ergriffen worden, um die Bomber von Berlin abzulenken. Zwischen Staffelde und Groß-Ziethen befanden sich beleuchtete Waldschneisen, die Berliner Straßenzüge darstellen sollten.
In der Region Eichstädt/Vehlefanz befanden sich Signalraketen, Schein-Bahn- und Verkehrsanlagen sowie ein Scheinfeuer. Auch ist dort ein Teil von Berlin-Mitte durch Schneisen und Lichter simuliert worden. Eine weitere Anlage bestand, laut einer Karte, zwischen Velten und Schönwalde.
Südlich von Pausin ist ein Testfeld angelegt worden, auf dem alle Scheinanlagen erprobt worden sind. Auch gab es dort eine komplette Flugplatzanlage – ebenfalls nur zum Schein. Noch vor dem Bau des Berliner Rings diente der schon fertige Brückenkopf nahe Paaren im Glien ebenfalls als Scheinanlage.

RTelenovela

Die Nettoisierung schreitet voran

Freitag, den 14. Oktober 2011
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Als ich heute durch den noch ziemlich neuen Netto-Markt in Nassenheide geschlendert bin und neben einem DVD-Regal stand, wurde ich nachdenklich: Erst gestern stand ich neben einem solchen DVD-Regal. Das war auch bei Netto, aber nicht in Nassenheide, sondern in Liebenwalde.

Die Region erlebt momentan eine Nettoisierung. Die Discountermärkte schießen wie Pilze aus dem Boden. Und wer sie mal besucht, wird merken: Besonders die neuen Märkte sehen innen fast gleich aus.
In Schönwalde-Siedlung steht ein Netto-Markt. Im Nachbarort Bötzow schon der nächste. Ein Stück weiter, in Velten, gibt’s gleich zwei davon. In Oranienburg haben wir drei Netto-Märkte. Nebenan, in Schmachtenhagen, ist neuerdings auch einer. Auf dem Weg nach Kremmen kann man von Oranienburg aus in Germendorf bei Netto einkehren, in Schwante oder eben auch in Kremmen. Und das sind noch längst nicht alle.

Gern kommt man auch durcheinander, denn es gibt Netto und Netto. Zum einen der Hunde-Netto, weil dort ein Hund mit Korb in der Schnauze im Logo zu sehen ist. Und zum anderen der orange Netto. Früher dachte ich immer, dass sei dieselbe Firma, nur dass sie im Süden Deutschlands (wo es das orange Netto schon länger gibt) ein anderes Logo haben. Seltsam, dass so was möglich ist, wo doch sofort geklagt wird, wenn jemand einen ähnlichen Namen hat.
Zwei Kolleginnen meinten heute, sie finden den Hunde-Netto besser. Obwohl der rumpeliger ist.

Ich bin jedenfalls schon voll nettoisiert. Montag lief ich in Schwante durch den Netto-Markt. Ich war der einzige Kunde am Mittag, und das war ein ziemlich komisches Gefühl. Diese Stille war ziemlich bedrückend. In Liebenwalde war ich kurz vor Ladenschluss, auch dort herrschte Stille im Markt, mit mir war noch ein Kunde, der durch die Halle streifte. Heute schließlich der Markt in Nassenheide.

Und so langsam kenne ich mich gut aus, denn die Märkte sehen total gleich aus. Vorn das Gemüse, um die Ecke die Fleischtheke, dann der Gang mit den Kühlregalen, rechts rum kommt irgendwann ein DVD-Regal mit ziemlich überteuerten, nicht mehr ganz neuen Filmen. Dann die Getränke und die Süßigkeiten. In Schwante ist die Getränkeabteilung eher klein, auch in Liebenwalde, in Schmachtenhagen so Mittel, in Nassenheide umso größer.

In der Region ist sicherlich noch viel Platz für weitere Netto-Märkte. Die Nettoisierung muss weitergehen.
Aber morgen fahre ich vielleicht mal wieder zu Rewe. Oder ins Kaufland. Die müssen echt mal aufholen mit ihrer Marktdichte.

RTelenovela

Wiese in Brand

Dienstag, den 22. Juni 2010
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Sommeranfang. Und wir sind gespannt, wie ernst es der Sommer mit seinem Dasein in diesem Jahr meint. Angeblich will er in den nächsten Tagen ja so richtig loslegen…

Es ist auf jedenfall spannend, wie hell es momentan tatsächlich am Abend noch ist. 22.35 Uhr, und es ist noch nicht richtig dunkel. Neulich war es bereits 0.15 Uhr als der Himmel am nordwestlichen Horizont immer noch dämmrich war. Als ob es überhaupt nicht richtig dunkel wird.

Ein seltsames Bild zeigte sich heute auf der Fahrt von Falkensee nach Bötzow. Es sah aus wie Qualm. Wie dichter Qualm. Er hing über den Wiesen kurz vor Schönwalde-Siedlung. Wiese in Brand?
Nicht ganz. Die weißen Wände rechts und links der Straße waren Nebelbänke. Und dabei ist doch Sommer und nicht Herbst. In Schönwalde-Dorf dasselbe Spiel, stellenweise sah es so aus, als ob die Straße in einen weißen Märchenwald führt. Im Wald vor Bötzow war der Spuk vorbei. Das Havelland hatte das Phänomen exklusiv.

RTZapper

Heimatkunde – Zu Fuß um die deutsche Hauptstadt

Freitag, den 6. November 2009
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DO 05.11.2009 | 23.25 Uhr | rbb

Es ist gut, wenn sich der Vorsitzende der deutschen Partei “Die Partei” noch für sein potenzielles Wählervolk interessiert. 18 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung spazierte Martin Sonneborn im Jahr 2008 in vier Wochen rund um Berlin und betrieb “Heimatkunde”.
Und es ist erstaunlich, was die berlin-brandenburgische Grenze alles zu bieten hat. Kleingärtner, Reihenhausbewohner, Nudisten, Imbissbudenbesitzer, Asylanten, Religiöse.

Im Kreis Teltow-Fläming, in Großbeeren, stieß er auf eine Siedlung, in der die Reihenhäuser alle gleich aussehen. Seltsam trist. Furchtbar. Und kein Ossi weit und breit. “Hier sollen Ostdeutsche wohnen”, meint Sonneborn und stößt auf Verwunderung.

In Hohen Neuendorf wundert er sich über die Himmelspagode und trifft an der Tankstelle am Stadtrand auf eine Gruppe Jugendlicher. Seine Bockwust darf er allerdings nicht auf das Auto eines jungen Mannes stellen. Aber er kommt mit ihm ins Gespräch. Als die Mauer fiel, fand der 1978 Geborene, dass der westen gar nicht so anders aussah, als der Osten. Frohnau sei auch nicht bunter gewesen als Hohen Neuendorf. Er habe nur schöne Erinnerungen an die DDR.
Im Hintergrund blinkt der Funkturm von Berlin-Frohnau, der im Februar 2009 gesprengt wurde.
Der Wahnsinn zeigt sich dann im Kofferraum eines weiteren OHV-Autos. Eine Musikanlage, Wasserspiele, ein Quietscheentchen und eine Art Monitor. Kunst, Kultur und Musik. Skurril.

In der Invalidensiedlung in Berlin-Frohnau sucht Sonneborn nach – na klar – Invaliden. Er trifft auf eine Frau, dessen Grundstück bis 1990 direkt an der Mauer lag. Davor stand ein acht Meter hoher Grenzturm, die Grenzer konnten in den Garten der Frau sehen, die nun schon 40 Jahre in der Siedlung wohnt.

Weiter nach Stolpe-Süd. Der bedrückenste Teil der Doku.
Ein umzäuntes Gelände und ein Wachmann, der nicht verraten will, um was für eine Einrichtung es sich dabei eigentlich handelt. Ob man ihm nicht gesagt habe, was er denn bewache, fragt Sonneborn. Und: Wofür er es denn halte. Der Wachmann antwortet, er sei nicht befugt etwas zu sagen. Dabei, wollte doch Sonneborn nur wissen, was er da sieht. Aber die Angestellten der Wachschutzfirma beziehungsweise des Asylantenheimes in Stolpe-Süd scheinen Schiss zu haben, irgendjemandem auch nur die geringste Angriffsfläche zu bieten.
Aber Sonneborn fand schließlich einen Palästinenser, der ihn mit auf sein Zimmer nahm. Seit fünf Jahren wohnt er im Heim. Im 15 Quadratmeter kleinen Zimmer. Nach Berlin, wenige Meter entfernt, darf er nicht. In die Heimat auch nicht, er hat keinen Pass. Arbeiten darf er auch nicht. Eine Wohnung bekommt er auch nicht. Dafür aber 40 Euro Taschengeld im Monat.

In Schönwalde-Siedlung trifft er auf lauter Jauchewagen der Awu, die an einem Imbiss stehen. Ein beißender Geruch, der wohl nicht nur von der Fritteuse komme, wie Sonneborn anmerkt. Die Jauchefahrer kommen auch öfter beim Imbiss vorbei, um das Abwasser, die Jauche abzupumpen. Anders funktioniere das in dem Teil der Siedlung nicht, so die Imbissfrau.
Aber der Aufschwung komme: Zwei Kreisverkehre und ein Yachthafen seien geplant. Jetzt, 2009, gibt es sie jedenfalls noch nicht.

In der Döberitzer Heide trifft Sonneborn mitten im Nichts auf einen betenden Herrn. Er muss erst seinen Gott fragen, er ob dem Filmwanderer dessen Namen nennen darf.

Zu guter Letzt diskutiert Sonneborn mit den Besitzern eines Chinalokals in Falkensee-Finkenkrug darüber, dass sich die chinesen um das deutsche Rentensystem sorgen.

“Heimatkunde” ist ein sehr spannendes Filmporträt über die Menschen in Berlin und Brandenburg. Ihre Sorgen, ihre Probleme, irgendwie auch ihre Piefigkeit, Grobheit. Aber wenn man mit ihnen redet, kommen viele fesselnde Gespräche heraus. Denn das macht den Film aus: Sonneborn nimmt die Leute ernst. Er fragt pointiert, aber ernsthaft, will wirklich etwas von den Menschen wissen, vielleicht auch von ihnen lernen.
Und deshalb war “Heimatkunde” auch genug das, was der Titel versprach.

aRTikel

Schönwalde punktet, Ketzin muss nacharbeiten

Freitag, den 24. April 2009
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Teil 1 -> 18.4.2009

Internet: Der MAZ-Test: Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes auf ihren Homepages? / Teil 2

MAZ Falkensee, 24.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Gemeinsam mit dem Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich Robert Tiesler auf den örtlichen Internetseiten um. Nachdem im ersten Teil bereits Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee und Friesack ihre Noten erhalten haben, folgt heute der zweite Teil.

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Ketzin
www.ketzin.de

Layout: Das Design ist schlicht und optisch wenig ansprechend. Der Nutzer stößt eher zufällig auf die Begrüßung des Bürgermeisters unter „Verwaltung“ und „Begrüßung“. Die Seite ist zwar nicht unübersichtlich, aber manche Links der Hauptnavigation führen zu fremden Seiten, die sich auch nicht nur auf Ketzin beziehen.

Nutzwert: Nicht immer aktuell. Einige Ausschreibungen sind von 2007. Politisch ist die Seite aber auf neuestem Stand, auch die Amtsblätter sind zu finden. Die Termine wurden bis zum Jahresende 2009 vorgetragen. Unklar ist, ob sie später noch überarbeitet werden, falls etwas ausfällt. Nette Zugabe: das Wetter in Ketzin.

Barrierefreiheit: Das Programm Flash ist zwingend erforderlich, sonst lässt sich die Seite nicht bedienen, weil die Navigation fehlt. Für einige Rechner ist die Seite somit nicht nutzbar. Barrierefreiheit ist absolut nicht gegeben, weil die Seite dafür zu kompliziert aufgebaut ist.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 6

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Nauen
www.nauen.de

Layout: Mittelmaß. Es werden teilweise kontrastarme Schriften verwendet, die schwer zu lesen sind. Die Navigation ist unklar. Die Unterpunkte sind unscheinbar im oberen Teil, eine dritte Navigationsleiste erscheint im Fuß. Auch hier findet der Nutzer die Begrüßung nur zufällig.

Nutzwert: Der Besucher wird mit dem Schriftzug „Funkstadt Nauen“ begrüßt. Weshalb wird Nauen so genannt? Inhaltlich geht die Seite auf solche Fragen nicht ein. Die Terminliste erscheint außerdem unübersichtlich. Bei wiederkehrenden Events werden unklare Daten eingegeben. Ein zweiter Veranstaltungskalender steht unter „Kultur“ und „Freizeit“. Der ist wenig hilfreich, da dort nur Tage ohne Orte und Uhrzeiten angegeben sind. Schön ist der Altstadtbummel mit neuen und alten Fotos.

Barrierefreiheit: Der Nutzer muss erst den Popupblocker ausschalten, um die Seite ansehen zu können. Sie ist kompliziert aufgebaut, besteht aus vielen Tabellen und ist damit nicht barrierefrei. Die Einzelseiten sind auch nicht extra nach ihrem Inhalt ausgezeichnet, was die Orientierung auf der Seite erleichtern würde. Gut dagegen ist die vorhandene Textversion.

Noten: Inhalt 3
Umsetzung 4,5

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Schönwalde-Glien
www.schoenwalde-glien.de

Layout: Die Startseite ist originell. Die Rubriken sind übersichtlich und klar strukturiert, es ist immer offensichtlich, wo sich der Nutzer gerade befindet.

Nutzwert: Die Informationen sind umfassend. Zu finden sind alle Ansprechpartner, Gesetzestexte und Paragrafen. Die Visitenkartendateien der Gemeindemitarbeiter können direkt in das eigene Mailprogramm übertragen werden. Im Bereich „Bürger“ erscheint der Titel der Rubrik „Lebenslagen“ etwas unbestimmt. Der Veranstaltungskalender ist bis Anfang 2010 geführt. Das Branchenbuch ist noch ausbaufähig. Interessant: die Einwohnerstatistik der Gemeinde – allerdings steht sie unter „Wirtschaft“. Kleines Manko: Es fehlen Bilder. Der Bürgermeister und die Sparkasse können doch nicht das einzige sein, was Schönwalde optisch zu bieten hat.

Barrierefreiheit: Überzeugend. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, die Seite ist dadurch für Bildschirmleseprogramme optimiert, die auch Sehbehinderten die Nutzung ermöglichen. Alle Infos sind zu diesem Zweck korrekt ausgewiesen. Auch eine Schnellnavigation für solche Leseprogramme ist vorhanden.

Noten: Inhalt 1,3
Umsetzung 1,2

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Wustermark
www.wustermark.de

Layout: Ein Seitenkopf mit dem Ortsnamen fehlt. Nur das Wappen im oberen Teil der Seite deutet darauf hin, wo sich der Nutzer überhaupt befindet. Die Navigation auf der linken Seite ist unklar aufgebaut, in den Rubriken sind unter anderem „Veranstaltungen“, „Seniorenrat“ und „Rangierbahnhof Wustermark“ aufgelistet. Generell treten viele Unklarheiten auf. Während des Surfens weiß der Nutzer nicht, auf welcher Unterseite er sich gerade bewegt.

Nutzwert: Der Formularserver auf der Gemeindeseite enthält alle wichtigen Infos, inklusive E-Mail-Adressen der Ansprechpartner. Zudem gibt es alle wichtigen Daten zum Ort, zur Kommunalpolitik, Touristik und Wirtschaft.

Barrierefreiheit: Die Seite basiert auf verschachtelten Seiten und Tabellen. Leseprogramme haben damit Probleme. Nicht barrierefrei.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 5

aRTikel

Gute Noten für Brieselang, aber in Dallgow ist noch viel zu tun

Samstag, den 18. April 2009
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Internet: Der große MAZ-Test – Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes im Netz?

MAZ Falkensee, 18.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Acht Internetseiten unterzogen sich dem Test von Softwareentwickler Jörg Stöber und Robert Tiesler. Die Veröffentlichung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. In einer der folgenden Ausgaben finden Sie den zweiten Teil mit Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark.

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Brieselang
www.gemeindebrieselang.de

Layout : Die Seite weist eine klare Gliederung auf, auch wenn sie manchmal ein wenig altbacken aussieht. An einigen Stellen, besonders bei vielen der Unterseiten, fallen Abweichungen vom eigentlichen Layout auf.

Nutzwert: Der Nutzer hat oft verschiedene Möglichkeiten, um den Inhalt zu finden, den er sucht. Die aktuelle Gemeindevertretung wird umfassend erklärt, jedoch fehlen noch die Beschlüsse von 2009. Ansonsten sind sie alle als PDF abrufbar. Auch der Rest der Seite ist ansonsten auf erfreulich aktuellem Stand. Auf der Terminseite fehlt gerade bei wiederkehrenden Veranstaltungen eine klare Übersichtlichkeit. Da liegt daran, dass scheinbar willkürlich Anfangs- und Endtage eingetragen wurden. Der Nutzer findet auf der Seite alle wichtigen Formulare, Satzungen und Amtsblätter. Nett: Bilder vom Erntefest und das „Bild der Woche“ auf der Startseite. Negativ: Der umständliche Name der Seite und die Gemeinde hat keine Rechte an der Seite www.brieselang.de.

Barrierefreiheit: In dieser Hinsicht eine sehr gute Seite. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, für Screenreader optimiert. Alle Infos sind semantisch korrekt dargestellt mit Über- und Unterüberschriften. Eine Schnellnavigation für Screenreader ist vorhanden.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung: 2

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Dallgow-Döberitz
www.dallgow.de

Layout: Die Seite weist keine klare Struktur auf, ein Design ist im Prinzip nicht vorhanden, das Layout ist extrem schlicht. Die Navigation steht unübersichtlich im Seitenkopf. Die Seite kommt ohne Fotos aus – von Bürgermeister Jürgen Hemberger auf der Startseite mal abgesehen. Die Trennung zwischen den Kategorien „Termine“ und „Veranstaltungen“ ist unklar. Der Nutzer erkennt auf den ersten Blick keinen Unterschied, zumal selbst im Gästebuch weitere vereinzelte Terminhinweise zu finden sind.

Nutzwert: Die Termine sind auf dem aktuellen Stand, allerdings nicht sehr umfangreich. Wiederholungstermine werden am Ende der Seite aufgeführt, was somit durchaus übersichtlich ist. Der Nutzer findet umfangreiche Infos zur Verwaltung und Gemeindevertretung, auf den Seiten der Ausschüsse fehlen allerdings die Vornamen (Herr/Frau X). Die Linksammlung ist umfangreich, allerdings teilweise überholt und im Großen und Ganzen doch ziemlich willkürlich und überflüssig.

Barrierefreiheit : Diese ist nicht gegeben. Die Seite verwendet Frames (Teilbereiche) und wird in weitere Seiten aufgeteilt. Probleme können auftreten, wenn der Nutzer über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Dann ist die Navigation nicht mehr erreichbar. Für Screenreader ist sie überhaupt nicht optimiert, es gibt keine semantische Auszeichnung der Inhalte.

Noten: Infos: 3
Umsetzung: 5

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Falkensee
www.stadt-falkensee.de

Layout: Der Slogan „Stadt im Aufwind“ schlägt sich im Internetauftritt leider nicht nieder. Es ist nicht sofort ersichtlich, was die Haupt- und was die Unternavigation ist, die Liste der verschiedenen Navigationslisten reicht bis zu fünf Ebenen tief. Da wird es unübersichtlich. Das Design ist ziemlich langweilig. Erstaunlich: Die barrierearme Version ist schöner.

Nutzwert: Einige Rubriken auf der Startseite bleiben unklar: Unter der Überschrift „Veranstaltungen“ stehen auch allgemeine Nachrichten. Außerdem gibt es noch eine Extrarubrik: „Meldungen aus Falkensee“ Dort wiederum tauchen auch Veranstaltungshinweise auf. Der eigentliche Veranstaltungskalender befindet sich jedoch unter der Rubrik „Kultur & Sport“. Daneben gibt es alle wichtigen Infos aus der Stadtverwaltung und der SVV, allerdings nur als PDF. Ein nettes Gimmick: Falkensee aus der Luft.

Barrierefreiheit: Die barrierefreie Version der Seite ist auch für nichtbehinderte Menschen zu empfehlen, sie ist schöner als das Original. Barrierearmut ist gegeben.

Noten: Infos: 2
Umsetzung: 3

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Friesack
www.amt-friesack.de

Layout: Die Seite macht zumindest keinen unmodernen Eindruck. Sie wirkt relativ übersichtlich. Sie teilt sich in verschiedene Bereiche mit eigenen Navigationen auf, der Nutzer kommt nur über Dropdownliste wieder zurück. Dafür, dass Ämter, Gemeinden und Ortsteile eingebunden sind, ist die Seite dennoch recht übersichtlich.

Nutzwert: Die Seite ist nicht optimiert für Suchmaschinen und kämpft mit extrem veralteten Versionen von www.friesack.de in den Ranglisten. Somit ist auch nicht gleich ersichtlich, welche der diversen Friesack-Seiten die richtige ist. Auffallend ist der umfangreiche Formularserver zum Runterladen. Zu finden sind alle Infos des Amtes sowie weitergehende Informationen zu den Städten und Gemeinden im Amt.

Barrierefreiheit: Ohne ein Programm, das Javascript entschlüsselt, ist die Seite nicht benutzbar. Einige Rechner unterstützen kein Java, manche Nutzer deaktivieren es wegen der Sicherheit. Es fehlt ein Hinweis auf Notwendigkeit von Java. Barrierearmut ist somit praktisch nicht gegeben. Die Verwendung von Frames (Teilbereiche), die Aufteilung der Seite in mehrere verschiedene Seiten erschwert die Nutzung. Probleme können auftreten, wenn man über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Das Navigieren wird dann schwerer. Auch der Kontrast der Schriften ist mitunter mangelhaft.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung 3,5

Von Berlin in die weite Welt des Havellandes
Internet: Jörg Stöber testete acht Homepages

MAZ Falkensee, 18.4.2009

HAVELLAND
In Schönwalde-Glien ist die Internetseite der Gemeinde vor einigen Wochen neu gestaltet worden. Auch in Brieselang hat sich einiges getan. In Nauen und Wustermark arbeitet die Verwaltung an der Aktualität. Die Ketziner wollen noch 2009 ihre Seite überarbeiten. Gemeinsam mit dem Berliner Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich MAZ-Volontär Robert Tiesler auf den Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland um.
Acht Adressen standen auf dem Zettel von Jörg Stöber. Der 28-Jährige untersuchte fast fünf Stunden lang die Internetseiten von Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee, Friesack, Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark. Der Test erfolgte in den Kategorien Layout und Übersichtlichkeit, Nutzwert und Aktualität sowie Barrierefreiheit.
Letztere ist seit einem Jahr ein großes Thema: „Die Barrierearmut auf den Internetseiten ist gesetzlich vorgeschrieben“, sagte Jörg Stöber. „Minderheiten dürfen nicht ausgeschlossen werden.“ Allerdings weiß er, dass die Umsetzung schwierig ist, wenn eine Gemeinde nicht viel Geld hat. „Die Seite hat dann auch einen erhöhten Pflegeaufwand.“ Drei der acht Homepages waren so gut wie barrierefrei. Die Hälfte der überprüften Internetseiten schnitten gut ab. „Der Rest ist in Sachen Layout noch auf einem sehr alten Stand“, so Jörg Stöber. „Friesack schien mehrere Anläufe gebraucht zu haben, bis dort eine brauchbare Seite entstanden war.“ Er rät den Friesackern dringend, die alten Versionen, die sowohl inhaltlich als auch von der Aufmachung keinen Standard mehr erfüllen, abzuschalten.
Stöber hat bei seiner Arbeit generell die Erfahrung gemacht, dass nach der Jahrtausendwende viele schlechte Seiten entstanden sind. „Zur Boomzeit rund um das Jahr 2000 schwammen alle auf der Webseitenwelle.“ Für viel Geld seien schlechte Internetauftritte abgeliefert worden.
Jörg Stöber ist Diplomkaufmann, sein Wissen über Computer und das Internet verschaffte er sich im Nebenstudium. Er ist einer von zwei Gesellschaftern der Firma Escriptum und entwickelt vor allem Software.

RTelenovela

Volojahre (16): Erlebnispark im Nirgendwo

Sonntag, den 29. März 2009
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(15) -> 27.3.2009

Am Wochenende fand im havelländischen Paaren im Glien die Handwerksmesse des Landkreises statt. So reiste ich also beruflich ins Nirgendwo.
Der MAFZ-Erlebnispark Paaren steht nämlich in einem kleinen Dorf, das weit weg von allem ist. Dementsprechend sind die Besucherzeiten. Zumidnest am Sonnabendnachmittag herrschte auf dem Gelände eine ziemliche Leere.
Es gibt keine Autobahnabfahrt von der A10. Im Nachbarort Pausin führt die Trasse zwar direkt durchs Dorf, eine Abfahrt gibt es aber nicht. Von Schönwalde-Siedlung aus führt eine holprige Straße nach Paaren im Glien. Selbst von Falkensee, der nächsten größeren Stadt im Havelland braucht der eventuell Interessierte mehr als 20 Minuten aufs Dorf.
In der Stadt wäre das Interesse an der Messe sicherlich höher. Aber so weit weg, mitten auf dem Land, verwirren sich die wenigsten zum MAFZ. Nur wollen das die Verantwortlichen im Landkreis nicht einsehen.
Die machen sich sowieso lieber Gedanken um den Namen der Stätte. Der Name MAFZ gefiel ihnen nicht. 2008 wurde ein Ideenwettbewerb ausgerufen. Das Ergebnis: Das MAFZ heißt nun MAFZ-Erlebnispark Paaren. Na bravo. So macht man sich auch lächerlich.
Nun ja, so schnell wird mich mein Weg vermutlich nicht nach Paaren im Glien führen.