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Bahnbekanntschaften (93): Flughafen-Bummelzug

Freitag, den 12. März 2021
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(92) -> 8.1.2021

Wer vom Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld in die Berliner Innenstadt will, nimmt am besten den Flughafen-Express, den FEX. Der Regionalzug fährt über das Ostkreuz und Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof. Normalerweise braucht der Zug zwischen 27 und 33 Minuten.
Doch diesmal geht das irgendwie schief.

Schon mit fünf Minuten Verspätung rollt der Zug in Schönefeld los. Die Schaffnerin meldet sich über die Lautsprecher und entschuldigt sich schon mal. Auf der vorherigen Fahrt habe es eine Verspätung gegeben. Die versuche man nun aufzuholen.
Wir fahren aus dem BER-Tunnel, der Express wird seinem Namen noch gerecht. Aber bald werden wir langsamer. Und langsamer. Im Bummeltempo rollen wir nach Berlin rein. Auf freier Strecke stoppt der Zug.

Nun ist schon klar, dass ein Umstieg in Ostkreuz nicht mehr möglich ist – der Anschlusszug ist weg.
Langsam rollt der FEX weiter. Im Bummeltempo an Schöneweide vorbei. Am Bahnhof Treptower Park – für den FEX gibt es dort keinen Bahnsteig – der nächste Stopp.
Die Schaffnerin kommt unterdessen durchs Abteil und kontrolliert die Tickets. “Heute sind wir aber kein Express, eher ein Bummelzug, oder?”, sage ich und lächele. An sich habe ich es ja nicht eilig.
“Ja, irgendwie ist der Wurm drin, ich habe auch schon nachgefragt, was los ist.” Durch die Verspätung sei die Strecke nicht mehr frei.

Langsam zuckeln wir wieder los. Die Schaffnerin meldet sich wieder übers Mikro. Sie will sagen, dass wir gleich Ostkreuz erreichen, aber sie stockt. Schaltet das Mikro aus – und wieder an. Wahrscheinlich hat sie noch mal nachgefragt, wie groß denn nun die Verspätung sei. Sie klingt ein bisschen beschämt.
Schließlich erreichen wir Gesundbrunnen mit einer 25-minütigen Verspätung. Was wohl bedeutet, dass, um die Verspätung wieder aufzuholen, ein Zug aussetzen musste.

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RTelenovela

BER-Premiere – leider nur zu Besuch

Donnerstag, den 11. März 2021
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Vom Flughafen Tegel haben wir uns im Oktober 2020 verabschiedet. Ende Oktober öffnete dann der Flughafen Berlin-Brandenburg, der BER in Schönefeld. Durch die Pandemie ist dort derzeit nicht viel los. Dennoch: Ansehen wollte ich mir diesen Ort nun doch mal.

Mit der Bahn fährt man direkt unter das Terminal 1 des neuen BER. Steigt man dort, läuft man ein paar Schritte, fährt eine Rolltreppe hoch, und schon ist der Flughafen erreicht.
Momentan ist die Halle noch ziemlich trist. Kaum ein Geschäft hat geöffnet. An der Seite ist ein Zeitungsladen. Dort ist ausnahmsweise nicht geschlossen. Auch eine Bar mit ein paar Speisen to go steht den Reisenden offen. Aber verweilen kann man auch dort nicht. Was eigentlich merkwürdig ist, denn immerhin sind in Brandenburg ja auch die Lokale in den Autobahn-Raststätten geöffnet. Warum also sollte das auf dem Flughafen nicht so sein?
Auch der kleine Rewe-Supermarkt hat geöffnet. Es ist wirklich nur ein kleiner Supermarkt, er wirkt ein bisschen wie die alte Kaufhalle früher am Ostseestrand in Baabe auf Rügen. Klein, eng, ein paar provisorisch wirkende Regale – na gut, er wirkt immerhin nicht schäbig.

Ich laufe durch die Abflughalle. Auch dort ist wenig los. Seltsamerweise wirkt die Halle gar nicht neu. Es wurde viel mit Holz gearbeitet, was den Flughafen älter aussehen lässt. Wobei er ja tatsächlich “nur” neu eröffnet ist, gebaut worden ist er ja nun immerhin auch schon mehr gut 13 Jahren. Das ist eine lange Zeit.
In einer Nebenhalle mit weiteren Schaltern setze ich mich hin. Die Frau am Schalter langweilt sich, fummelt sich in den Haaren rum. Sie wartet auf Reisende nach Saarbrücken, und ich frage mich: Wer will nach Saarbrücken?

Es scheint, als ob in Schönefeld mehr Security-Leute als Reisende unterwegs sind. Und ständig gibt es Ansagen, was man denn zu beachten hat, was verboten ist – und überhaupt: Corona und so.

Ich laufe zurück Richtung Bahnhof. Mir fällt auf, dass einerseits die Treppen recht schmal sind. Und dass es nach unten kaum Rolltreppen gibt.
Es dürfte spannend sein, wie sich der BER schlägt, wenn Normalbetrieb herrscht. Denn eine wirkliche Belastungsprobe hat der Flughafen bislang nicht erlebt.

-> Doku im MSK Report #24 auf Youtube

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Take off – Der BER eröffnet

Sonntag, den 1. November 2020
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SA 31.10.2020 | 13.30 Uhr | rbb

Es ist wirklich geschehen! Der BER in Schönefeld ist eröffnet, und es sind wirklich schon Flugzeuge gelandet. Was eigentlich kaum zu glauben ist, aber der rbb hat das Spektakel am Sonnabendnachmittag live übertragen.

Als am 8. Mai 2012 der rbb die Pressekonferenz übertrug, auf der die Verschiebung der Flughafeneröffnung um, nun ja, wenige Monate (hüstel) verschoben worden war, begann wohl auch beim Sender das große Umplanen. Denn die Eröffnung des BER sollte nicht mal vier Wochen später stattfinden, und der rbb hatte eine 24-stündige Übertragung des Flughafensumzuges und der Eröffnung vorgesehen. Die Absage führte zur Programmänderung eines ganzen Tages, so kurzfristig war die Erkenntnis, dass das mit dem BER nix wird.

Und nur achteinhalb später war es dann wirklich soweit. Und die spannende Frage war: Darf die Lufthansa oder Easy Jet zuerst auf dem neuen BER landen? Eigentlich sollten die Maschinen parallel ankommen, aber das miese Wetter verhinderte dies – und Easy Jet war die Nummer 1. Ob das nun ein gutes oder böses Omen ist, muss jeder für sich bewerten.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 31. Oktober 2021)

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Konzerte in Zeiten des Coronavirus

Sonntag, den 31. Mai 2020
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Dass ich den Besuch eines Autokino-Konzertes grundsätzlich etwas albern finde, erwähnte ich ja schon. Es macht mir, wahrscheinlich hat das auch was mit dem Alter zu tun, auch immer weniger Spaß, zu normalen Konzerten zu gehen. Vor allem, wenn man ewig rumstehen muss, eh überhaupt was passiert. Ich bin ja dann eher derjenige, der Sitzplatzkarten kauft und frühestens zum angegeben Beginn-Zeitpunkt erscheint. Wenn nicht gar später, weil mich Vorbands nicht interessieren. Aber ich kann auch mit Menschenmassen nicht mehr allzu viel anfangen, und eigentlich ist es ja auch ganz schön, wenn man seine Lieblingsmusik einfach zu Hause lauter aufdreht und dazu tanzt.

Aber Konzerte sind ja momentan nicht möglich. Coronavirus und so. Aber die Musiker wollen ja trotzdem auftreten, und deshalb ist man auf die Idee gekommen, Auto-Konzerte zu geben. In Autokinos oder auf größeren Parkplätzen werden Bühne und Leinwand aufgebaut. Der Musiker oder die Band stehen vorne, die Zuschauer sitzen in ihren Autos. Den Konzertton bekommen sie aus dem Autoradio. Und Hupen ist Applaus.
Nun ja. Das muss man mögen. Man sitzt also im Auto, und irgendwo da vorne ist die Bühne, wo jetzt singt und spielt, auf einer Leinwand sitzt man vielleicht noch mehr, und der Ton kommt aus dem Radio.
Da kann man sich eigentlich auch eine CD einlegen.

Aber einmal kann man das ja trotzdem mal miterleben. Dachte ich. Also schaute ich mal, wer so in nächster Zeit im Autokino Berlin in Schönefeld auftritt. Nico Santos tritt da demnächst auf.
Was kann so was kosten? Nico Santos aus dem Autoradio singen hören, während er selbst irgendwo dahinten steht, wir ihn aber nicht so richtig live hören?
Das Ergebnis fand ich, nun ja, atemberaubend. Das Ticket für ein Auto mit zwei Personen kostet 102,77 Euro. Für drei Personen 119,25 Euro. Wobei die dritte Person dann ja hinten sitzt und noch weniger sieht.
Also über 50 Euro pro Person, wenn man zu zweit hinfährt. Für ein Konzert… nun ja, siehe oben.
Nein. Ganz sicher nicht. Für das Geld habe ich eine bessere Verwendung.

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KeineWochenShow

#153 – Prädikat: Ignoriert vom mdr

Sonntag, den 8. Dezember 2019
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Uwe Steimle ätzt über den mdr, aber für uns ist ja alles noch viel schlimmer! Und hat der mdr noch nicht mal gefragt, ob wir unsere Sendung nicht dort machen wollen. Eine echt Illoyalität! Dass da noch niemand drüber berichtet hat, ist echt unverständlich!

Wir überlegen aber auch, wie es mit der SPD weitergehen könnte – und was passiert, wenn die Große Koalition zerbricht. Theoretisch muss das nicht heißen, dass auch Neuwahlen kommen.
Ein Thema ist der BER in Schönefeld, der (mal wieder) einen Eröffnungstermin hat. Es geht um die B96, bei der uns nicht wundert, dass sie ein Unfallschwerpunkt ist.

Und passend zum Advent, kredenzen wir ein Weihnachtsbier! Das und mehr in KeineWochenShow #153 auf Youtube.

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RTelenovela

Das Band steht still

Montag, den 14. Mai 2018
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Unser Flug von Lissabon nach Schönefeld startete 55 Minuten zu spät, landete aber dann doch nur 10 Minuten nach der angegebenen Ankunftszeit. Der Urlaub sollte also ganz entspannt zu Ende gehen. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, wurden wir in zwei Bussen zum Terminal gefahren. Dort, am Band, sollten wir dann auf unser Gepäck warten.
Aber es tat sich: nichts. Ewig.

Gegen 22.50 Uhr hatten wir das Terminal am Freitagabend erreicht. Gegen 23 Uhr stand das Band immer noch still. So was kann schon mal ein bisschen dauern, dachten wir uns.
Aber so langsam setzte das Murren bei den Leuten ein. Denn auch um 23.10 Uhr passierte noch nichts.
Gegen 23.20 Uhr tauchten dann plötzlich zwei Männer aus dem Sperrgepäck-Bereich auf, die auch sofort von mehreren Leuten umringt wurden. Ob sie was wissen. Ob sie was sagen können.
Die Männer meinten, sie wüssten nichts. Für das Gepäck seien andere zuständig, und sie wüssten auch nicht, was man da jetzt machen könne. Aber die Leute wurden langsam böse, und die zwei Flughafen-Leute sind regelrecht eingekreist worden. Sie erklärten sich bereit, sich zu kümmern.
Andere Leute versuchten, telefonisch jemanden vom Flughafen zu erreichen. Aber Freitagabend nach 23 Uhr ist das schwierig. Da lässt man die Leute mit ihrem Problem lieber allein.

Gut 55 Minuten nachdem wir in Schönefeld eintrafen, setzte sich das Gepäckband in Bewegung. Zuvor hatte es irgendwer ins falsche Terminal gebracht, und zwischendurch stand die Frage im Raum, ob wir alle mit einem Bus irgendwo hingefahren werden, um unseren Kram holen zu können. Aber letztlich muss das zeug dann doch noch mal umgeräumt worden sein.
Nur das Sperrgepäck musste von woanders abgeholt werden.

So zog sich unser Aufenthalt im Flughafen Schönefeld länger hin als geplant.
Ja, Fliegen ist billig geworden. Aber wenn das dazu führt, dass kein Geld mehr da ist, um einen grundhaften Service aufrecht erhalten zu können – irgendjemand muss doch so was überwachen -, dann läuft was falsch.

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ORA aktuell

Ab 2022: RB32 von Oranienburg zum BER

Mittwoch, den 25. Oktober 2017
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Ab Dezember 2022 soll es eine direkte Regionalbahn-Verbindung von Oranienburg zum Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld geben. Das geht aus dem Entwurf des Nahverkehrsplans hervor, den Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) vorstellte.
Der Zug soll über Berlin-Ostkreuz nach Schönefeld und weiter nach Wünsdorf-Waldstadt rollen. Unklar ist, in welchem Takt der Zug fahren soll – und ob er die RB12, die ebenfalls über Lichtenberg zum Ostkreuz fährt, ersetzen soll.

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