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Premiere für den Adventsmarkt auf dem Schildower Dorfplatz

Montag, den 4. Dezember 2017
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Wegen des Kita-Neubaus war ein Umzug fällig, aber die Händler sind zufrieden – eine mögliche Terrorangst spielt nach dem Potsdamer Bombenalarm nur eine untergeordnete Rolle

MAZ Oberhavel, 4.12.2017

Schildow.
Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt herrscht in Oberhavel eine Mischung aus purer Gelassenheit und leichter Sorge. „Klar denkt man darüber nach“, sagte Silvia Gaideck am Sonnabend. Die Schildower Ortsvorsteherin ist auch die Organisatorin des dortigen Weihnachtsmarktes. „Aber wir sind hier so klein und unbedeutend.“ Ähnlich sehen das die meisten Befragten, die den Markt auf dem Dorfplatz in Schildow oder auch den am Rathaus in Birkenwerder besuchten. „Für mich ist das kein Grund, nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen“, sagte Leon Grothe aus Schildow.

Der Adventsmarkt in Schildow war im Übrigen diesmal ein besonderer. Denn erstmals fand er auf dem Dorfplatz an der Bahnhofstraße statt. „Bis zum letzten Jahr haben wir ihn auf dem Pfadfinderplatz veranstaltet“, erzählte Silvia Gaideck. „Aber da entsteht jetzt der Kita-Neubau.“ Bislang habe sie nur Lob gehört. „Hier steht man besser“, sagte Christian Bruder aus Mühlenbeck, der auf dem Markt Honigprodukte verkaufte. Bei schlechtem Wetter sei der Boden auf dem alten Platz matschig gewesen. „Aber vom Ambiente war es drüben gemütlicher“, ergänzte er.

Am Nachmittag wurde es auf dem Platz so richtig voll. In Zusammenarbeit mit den Berliner Eisenbahnfreunden fuhr ein Zug auf der alten Heidekrautbahn-Strecke und stoppte mehr als eine Stunde lang am Bahnhof in Schildow – direkt neben dem Weihnachtsmarkt. „Er ist übersichtlich, aber okay“, sagte Besucherin Nadine Schmidt aus Berlin-Pankow.

Am Stand der Pfadfinder verkauften Cynthia Heß aus Schildow und Vanessa Hoffmann aus Kremmen Weihnachtsdeko. „Wir haben schon ein bisschen was verkauft“, sagte die 13-jährige Cynthia. Bei ihnen gab es auch Stockbrot, das am Feuer knusprig gebacken werden konnte. Im Festzelt begann ein Puppentheater, auf der Bühne wurde gesungen. Ein gelungenes Fest abseits der Terrorangst.

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1993: Regine Hildebrandt lobt neue Sommerfelder Rehaklinik

Dienstag, den 25. Juni 2013
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April/Mai 1993 -> 11.5.2013

Vor 20 Jahren: Ausbau des Hellmuth-Ulrici-Geländes kommt voran / Zoff um Schildower Amtsdirektor / Racheakt in Friedrichsthal

MAZ Oranienburg, 25.6.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Mai und Juni 1993.

OBERHAVEL
An der B 96 bei Nassenheide soll ein Motel gebaut werden. Entsprechende Pläne werden am 21. Mai 1993 bekannt. Entstehen soll es in rustikaler Blockbauweise mit mehr als 30 Betten, einer Gaststätte, Sauna und einem Fitnessbereich.

Der Löwenberger SV gewinnt das Fußball-Kreispokalfinale. Gegen den 1. FC Kremmen gewinnt die Mannschaft mit 3:2.

Die SPD ist die große Siegerin bei der Wahl zum Gemeindeparlament in Stolpe-Süd. Am 23. Mai 1993 bekommt sie mehr als 50 Prozent der Stimmen. Werner Ebert wird neuer Bürgermeister. Nach heftigen Streitigkeiten und dem Rücktritt fast aller Gemeindevertreter ist die Wahl notwendig geworden.

Sprengmeister Horst Reinhardt steht am 25. Mai 1993 vor seinem bis dahin schwierigsten Fall. Am Bachstelzenweg in Lehnitz muss eine 500-Kilo-Bombe entschärft werden. Sie liegt in sechs Metern Tiefe, lange muss erst das Grundwasser abgepumpt werden. Am Ende ist eine Sprengung aber doch nicht notwendig, Reinhardt gelingt es, sie zu entschärfen.
Nur 24 Stunden später ist wieder Bombenalarm, diesmal auf dem Gutsplatz in Lehnitz.

Peter Ihloff soll nicht mehr Amtsdirektor in Schildow sein. Sieben von acht Mitgliedern des Amtsausschusses sind am 26. Mai 1993 für seine Abberufung. Die Unzufriedenheit über die Arbeitsweise Ihloffs im Amt Schildow ist groß. Mühlenbecks Bürgermeister Helmut Woggon bemängelt vor allem das Finanzchaos, aber das bringt ihm Ärger ein. Auch Waggon sieht sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt, denn die Mühlenbecker Gemeindevertretung hatte eigentlich gegen die Abwahl Ihloffs gestimmt. Die Mühlenbecker wollen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Woggon bleibt zunächst Ortschef.

Am Birkengrund in Wensickendorf sollen auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern drei Tennisplätze entstehen. Zum Komplex gehört ein Klubhaus. Die Gemeindevertreter erhoffen sich auch Impulse für die Jugendlichen im Dorf.

Nach dem Brandanschlag von Solingen, bei dem Ende Mai 1993 fünf türkische Bewohner sterben, demonstrieren Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums am 3. Juni gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass.

Die Liebenwalder Marktschule platzt aus allen Nähten. Die Konsequenz: Die 3. Klasse wird im kommenden Schuljahr 1993/94 in Räumen der Schule in Neuholland unterrichtet.

Erstmals wird der Kulturpreis des Kreises Oranienburg vergeben. Er geht 1993 an die Marwitzer Keramikerin Hedwig Bollhagen, die für ihre jahrzehntelange Arbeit geehrt wird.

Brandenburgs Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) kommt am 9. Juni zur Eröffnung der Sommerfelder Rehaklinik. Es handelt sich um die erste Stufe des Ausbaus der Hellmuth-Ulrici-Kliniken. Hildebrandt versprach, sich um den Landtausch zu kümmern, denn das Gelände in Sommerfeld gehört immer noch dem Land Berlin.

Racheakt in Friedrichsthal. Vier Männer verwüsten ein Haus am Ortsrand, die Polizei kann sie am 9. Juni 1993 bei einer Verfolgungsjagd schnell festnehmen. Der Tat ging ein Vorfall voraus, bei dem der Hund der betreffenden Familie von einem anderen Hund gebissen worden ist. Daraufhin kam es zu einer brutalen Schlägerei unter den Besitzern.

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„Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe nicht mehr“

Donnerstag, den 2. Mai 2013
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Wir wollten von euch wissen, was ihr vom Spenderausweis haltet

MAZ Oranienburg, 2.5.2013

„Das ist doch saueinfach!“, sagt Elisabeth aus Schildow. Trotzdem geht die Spendenbereitschaft zurück.

OBERHAVEL
Philip Miran will bald seinen Motorradführerschein machen. Für den 19-Jährigen aus Glienicke ist es völlig klar, dass er dann auch einen Organspendeausweis haben wird. „Als Motorradfahrer ist es fast schon eine Pflicht“, sagt er. Was er im Todesfall spendet, ist ihm egal.

Im Laufe des Jahres verschicken die Krankenkassen an ihre Kunden Organspendeausweise. Ziel: das Thema in die Diskussion bringen, die Leute dazu zu bringen, darüber nachzudenken, ob sie Organspender sein wollen.
Nach Angaben der Krankenkasse Salus-BKK sterben pro Tag durchschnittlich 21 Menschen, weil kein passender Organspender für sie gefunden wurde. Etwa 12 000 Menschen warten auf so ein lebensrettendes Organ. Der Skandal um Manipulationen dieser Wartelisten lassen jedoch die Spendenbereitschaft in Deutschland zurückgehen. Im ersten Quartal 2013 sank laut der Stiftung Organtransplantation die Zahl der Organspender um 18 Prozent auf 230. Vergangenes Jahr stellten 1046 Leute Organe nach ihrem Tod zur Verfügung, 2007 waren es deutschlandweit noch 1313.

„Ich habe da noch nie drüber nachgedacht“, sagt Benjamin Grätsch (16) aus Vehlefanz. „In absehbarer Zeit kommt das auch nicht infrage, vielleicht mal, wenn ich älter bin.“
Die 18-jährige Jenny Möring aus Gransee hat über die Anschaffung eines Organspendeausweises hingegen schon mal nachgedacht. „Mit meiner Familie und meinem Freund habe ich schon mal drüber gesprochen.“ Momentan will sie sich aber noch nicht dazu entschließen. „Vielleicht später mal.“ Nur eines möchte sie auf keinen Fall spenden: „Das Herz. Das ist irgendwie so was Spezielles.“

Mit dem Ausweis kann jeder ab 16 Jahren, der es möchte, seine Erklärung zur Spende für den Fall des Todes schriftlich dokumentieren. Wer ihn ausfüllt, kann auch „Nein“ ankreuzen oder bestimmte Organe von der Spende ausschließen. Möglich ist es auch, die Entscheidung auf eine andere Person zu übertragen. Alles das kann darauf vermerkt werden.

„Das ist doch saueinfach“, sagt Elisabeth Baum (18) aus Schildow. „Die Ausweise gibt es zum Beispiel beim DRK.“ Auch in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen gibt es sie, falls die Krankenkassen ihn nicht zuschicken. „Ich gehe da ganz rational ran. Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe nicht mehr.“
Theo Martens aus Hohen Neuendorf hatte in den USA schon mal so einen Ausweis. „Dort gehört er zum Führerschein“, erzählt der 19-Jährige. Auch hierzulande möchte er sich demnächst wieder einen zulegen. „Gute Aktion“, sagt er noch.

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Niemals satt: Zwei Wochen nur Salat

Donnerstag, den 24. Januar 2013
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Fabian Lindemann (19) macht seine persönliche Dschungelprüfung

MAZ Oranienburg, 24.1.2013

Der Schildower isst so lange nur Salat, wie die RTL-Stars im Dschungel auch bloß Reis und Bohnen bekommen.

SCHILDOW
Salat nervt. Fabian Lindemann isst nun seit zwölf Tagen Salat. Und wirklich fast nur Salat. Vielleicht am Morgen mal eine trockene Reiswaffel, aber mehr nicht. So macht der 19-Jährige aus Schildow das nun schon 14 Tage lang. Es ist seine persönliche Dschungelprüfung.
Als am 11. Januar elf mehr oder weniger bekannte Promis in den australischen RTL-Dschungel eingezogen sind und fast nur noch Reis und Bohnen bekamen, stellte auch Fabian seine Ernährung um. Er will genauso lange durchhalten wie die Stars im Dschungel. „Ich mische mir den Salat ein bisschen“, erzählt er. „Mais, ein bisschen Thunfisch, Tomaten.“ Selbst bei McDonald’s verzichtete er auf den Big Tasty und nahm stattdessen den Gartensalat.
„Das Schlimme ist: Man wird nicht satt“, sagt Fabi. „Ich könnte den ganzen Tag essen.“ Mahlzeiten gibt’s aber nur zweimal am Tag. „Und es sind nicht sehr große Portionen.“ Lust, die Blätter zu schnippeln, hat er schon lange nicht mehr. Aber andererseits: Es sind nun die Kleinigkeiten, die schon für Freude sorgen. Ein paar Nudeln mit Knoblauch – das wäre jetzt was Feines. Da kann er die Dschungelbewohner schon gut verstehen, wenn sie sich über eine Prise Kräuter freuen, als wenn es eine Kiste Gold wäre.
Am Anfang haben seine Eltern noch mitgezogen. Aber das ist vorbei. Gestern Vormittag stand ein reichhaltiges Frühstück auf dem Tisch der Lindemanns. Freunde versuchen, ihn manchmal zu überreden, doch etwas anderes zu essen.
Fabian macht das Ganze nicht aus Solidarität mit den Camp-Bewohnern. „Es ist ein Do-it-yourself-Projekt“, sagt er. „Ich mache das aus Spaß, und außerdem nutze ich das, um nach Weihnachten ein bisschen abzunehmen.“ Im vergangenen Jahr hat er schon mal eine Dschungelprüfung abgelegt: 15 Tage nur Reis und Bohnen. „Ich habe drei bis vier Kilo abgenommen.“ Wenn er mit Freunden ausgeht und sie was essen, dann guckt er einfach weg. „Für mich geht’s“, sagt er. Wenn er am Sonnabend wieder was „Richtiges“ essen darf, dann will seine Mutter ihm was zaubern, so habe sie ihm das jedenfalls versprochen, erzählt der Schildower.

Die 7. Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ verfolgt Fabian Lindemann jeden Tag. „Ist wieder geil“, sagt er und grinst. „Aber es ist nicht die beste Staffel“, schiebt er hinterher. Als Sarah Knappik (besser bekannt als „Sarah Dingens“) 2011 im Camp war, hatte er den meisten Spaß.
Lange Zeit war der 19-Jährige Fan von Olivia Jones. „Aber mittlerweile nervt sie“, sagt er. Mit den nicht aufhörenden Lästereien des Travestiestars kann er nur wenig anfangen. „Mein Favorit ist Joey.“ Der ehemalige „DSDS“-Kandidat sei am natürlichsten. „Ich glaube, er gewinnt.“ Olivia Jones und das Model Fiona Erdmann sieht er in den Top 3. Auch die Schauspielerin Claudelle Deckert findet Fabi „cool“. Sie sei jedoch nicht tough genug.

Fabian ist nicht nur Fan des Dschungelcamps. Ein Teil seines Zimmers ist weiß-blau. Zu jedem Heimspiel von Hertha BSC fährt er in die Ostkurve des Berliner Olympiastadions. „Heimspiele sind Pflicht“, sagt er.
2012 machte er sein Abi am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Bis vor kurzem arbeitete er als Praktikant beim Radiosender 104.6 RTL. Auch mit Moderationen kennt er sich aus. Zweimal im Jahr führt er durch die Show „Schlag den Paul“ in Hohen Neuendorf. Aber eigentlich will er studieren und Lehrer werden: Deutsch und Politik.

Zwei Tage muss er noch durchhalten. Salat – noch bis Sonnabend. Die Schüssel steht schon in der Küche. Immerhin sind’s keine Schafshoden oder Kamelpenisse, wie Fiona Erdmann sie neulich vorgesetzt bekommen hat. Da ist Salat doch was Leckeres, auch nach 14 Tagen.

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Joachim Gauck und die Youtubestars

Donnerstag, den 27. Dezember 2012
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„Willi“: 58-mal in der MAZ und täglich auf Facebook – was 2012 bei den Jugendlichen in Oberhavel los war

MAZ Oranienburg, 27.12.2012

Topmodels, Videos auf Youtube, Auftritte im Fernsehen. Das Jahr bot in Oberhavel interessante Höhepunkte.

Januar:
In Hohen Neuendorf und im Löwenberger Land beginnt das Jahr mit gähnender Leere. Zumindest in den Veranstaltungskalendern auf den Internetseiten stehen keine Einträge. Glücklicherweise nur ein vorübergehender Zustand.
Toxica ist mit 15 Jahren die wohl jüngste Bassistin in Oberhavel. Die Schildower Band „Masters of dark Fire“ scheint aber Geschichte zu sein, denn die Musikerin gründet eine eigene Band.

Februar:
Tobias Regner, 2006 Gewinner bei „Deutschland sucht den Superstar“, gibt ein Konzert in Oranienburg. Der Hype um ihn hielt ein halbes Jahr, dann sei Schluss gewesen, erzählt er im „Willi“-Interview. Aber er macht tapfer weiter.
Facebook gestaltet seine Seiten um, führt die Chronik ein. Die „Willi“-Fans sind nicht begeistert, nur sieben Prozent finden die neuen Strukturen gut, ergibt eine Umfrage.
„Crazy Dennis Tiger“ feiert auf der Berlinale Premiere. Der Kurzfilm wurde in Schildow und Bergfelde gedreht. In der Hauptrolle: Dennis Kamitz aus Schildow.

März:
„Hackt’s noch? Schmeißt den Dreck in den Müll!“ Das ist nur eine Reaktion auf eine Verlosung von DVDs der Band Freiwild. Die Musiker sollen eine Naziskin-Vergangenheit haben.
Der Leegebrucher Jugendklub kommt in die Jahre. Die Party zum 50. Geburtstag ist ein rauschendes Fest.
Annabelle Rieß aus Velten mischt „Germany’s next Topmodel“ auf. Die 23-Jährige schafft es in der ProSieben-Modelshow unter die letzten 13 Frauen.

April:
Bei Youtube erscheint der Videoclip zum Song „Tanzen“ von Ilja Schierbaum. Gedreht wurde der Film auf Schloss Schwante.
Ingmar und Boussa von der Energy-Berlin-Toastshow treten im Oranienburger Filmpalast auf. Boussa überzeugt mit ihrer groovigen Musik, Ingmars Comedyshow bleibt eher platt.
Schauspieler Jörn Schlönvoigt, bekannt aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, engagiert sich für den Tierschutzverein Oberhavel. Dafür setzt er sich bei „Fressnapf“ in Oranienburg an die Kasse.
Die Hennigsdorfer Band „Die anderen Kinder“ hat einen Auftritt in der ZDFneo-Show „NeoParadise“. Die Pilotfolge ist schon 2011 aufgezeichnet und nun heimlich ausgestrahlt worden. Die Musiker haben ihren eigenen TV-Auftritt verpasst.

Mai:
Theo Trebs aus Birkenwerder hat einen Auftritt im „Tatort“. Im SWR-Fall „Der Wald steht schwarz und schweiget“ spielt der 17-Jährige aus Birkenwerder an der Seite von Ulrike Folkerts (Lena Odenthal).
Sandro Kohnke ist Youtubestar. der 20-Jährige aus Schwante spielt in einem Imagefilm der Bäckerinnung mit. Bislang ist er 271 000-mal angeklickt worden.
Glückwunsch! Mit einer „Trash is fash“-Party feiert die „Beat-Fabrik“ in Marwitz ihren 15. Geburtstag.

Juni:
3D schlägt 2D. „Men in Black 3“ ist der erste Film, der im Filmpalast Oranienburg gleichzeitig in beiden Versionen läuft. Die 3D-Fassung wird jedoch mehr angenommen.
Janin Schadewald (23) aus Oranienburg lässt sich vom ZDF umstylen. „Schick und schön“ heißt die Show, aus der sie wie ein neuer Mensch herauskommt.
In Zehdenick wird Moritz von Uslars Buch „Deutschboden“ für das Kino verfilmt. Premiere soll im Herbst 2013 sein.
An der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder tauchen Vampire auf. „Blut“ heißt das Musical, das dort Premiere feiert.

Juli:
Noch ein 15. Geburtstag! Diesmal feiern wir uns selbst, „Willi“ ist in der Pubertät angekommen.
Michael Kessler ist mal wieder auf Expedition. Mit dem Klapprad fährt er von Kopenhagen nach Berlin. Vor dem Oranienburger Schloss lässt er sich von Jugendlichen einige Akrobatiktipps geben.

August:
In Oranienburg tauchen an Brücken- und Hausmauern gelbe Klebezettel auf. „Junger, schlanker Er sucht Sie bis 20 Jahre“, heißt es darauf. Der Unbekannte bietet „viel TG“, Taschengeld. Wir warnen davor.
Die Oranienburger Runge-Gymnasiasten beziehen zum Schuljahresbeginn ihr neues Gebäude an der Willy-Brandt-Straße. Sie lernen nun in modernen Räumen.
Sven Gruel wird von Paul Aurin erst im Stechen besiegt. In Hohen Neuendorf steigt am Marie-Curie-Gymnasium wieder das Event „Schlag den Paul“. Eine echt spannende Show.

September:
Die Oranienburger Band PlekWek bringt ihr neues Album „Deswegen!“ heraus. Mehr als 250 Konzerte haben die Musiker bereits gegeben.
Die Kremmener Jugendarbeit bekommt gute Noten von den jungen Leuten in den Klubs, aber auch von den Betreuern. Die Stadt Kremmen hatte die Jugendarbeit von einem privaten Träger übernommen.

Oktober:
Schock! Der Schauspieler Dirk Bach ist tot! Nur vier Tage, bevor er gestorben war, kam er in die Show „neoParadise“. Der Schildower Dennis Kamitz war vor Ort. „Dirk Bach war total gut drauf“, erzählte er.
Ali Rhabarber und die Pfirsichräuber haben einen neuen Sänger. Die Band aus Groß-Ziethen wird nun von Mike Döhnert unterstützt.
Die Geburtstagsparty eines 16-Jährigen in Lehnitz ufert dermaßen aus, dass die Polizei kommt. Dutzende Jugendliche müssen zum Lehnitzer Bahnhof eskortiert werden.
Das „Kino im Ziel“ in Hennigsdorf schließt. Die Mitarbeiter erfahren es erst wenige Tage vorher. Unterdessen feiert der Oranienburger Filmpalast sein 15. Jubiläum seit der Neueröffnung.

November:
Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums treten am Morgen nach der US-Wahl im Morgenmagazin der ARD auf. Sie präsentieren ihr Projekt zur Wahl. Sie sagen voraus, dass Mitt Romney in Indiana gewinnt – und haben recht.
Ein Treffen bei Bundespräsident Gauck in Berlin haben Oranienburger Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums ein paar Wochen danach. Die Band Hightek Music schafft es sogar ins „Nachtmagazin“ der ARD.
Die Band Mayia, die regelmäßig in Oranienburg probt, gewinnt die zweite Ausgabe von „Rockin’ Oberhavel“ im Hennigsdorfer Stadtklubhaus. Die jungen Frauen sind die Nachfolger der „anderen Kinder“, die 2010 gewannen.

Dezember:
Herzlichen Glückwunsch! Die Theatergruppe „Obst“ vom Oranienburger Runge-Gymnasium bekommt den diesjährigen Kulturpreis des Landkreises Oberhavel.
Die Hennigsdorfer sind schockiert: Unbekannte brechen ins Jugendfreizeitzentrum Konradsberg ein und stehlen Laptops, eine Playstation 3, eine Digitalkamera sowie ein Diktiergerät.

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1992: Vom Dorfkrug bleibt nicht viel übrig

Freitag, den 23. November 2012
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Oktober 1992 II -> 30.10.2012

Vor 20 Jahren: Ex-Kneipe in Schönfließ brennt ab / Schwarzarbeiter in Schwante / Orkan im Landkreis

MAZ Oranienburg, 23.11.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die Ereignisse im November 1992 .

OBERHAVEL
Vom alten „Dorfkrug“ in Schönfließ bleiben nur noch die Grundmauern übrig. Am 1. November 1992 brennt das Haus ab. Die sieben Bewohner können sich retten. Der Besitzer aus Berlin, der das Haus erst einen Monat zuvor gekauft hat, sagt, er wolle das Haus wieder aufbauen.

Dem Krupp-Kaltwalzwerk in Oranienburg droht das Aus. Von den 361 Mitarbeitern werden 1993 bereits 94 auf Kurzarbeit Null gesetzt. Der Betriebsrat kündigt Arbeitskampfmaßnahmen an.

Der Förderverein Kremmener Bahn protestiert. Die Landesentwicklungsgesellschaft Brandenburg will die Strecke Kremmen-Hennigsdorf-Tegel zur Regionalbahn erklären. Damit wäre die Wiedereinführung der S-Bahn dort blockiert. Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz spricht sich erneut vehement für eine S-Bahn-Verbindung aus.

Die Oranienburger müssen einen Bogen um die Nikolaikirche machen. Ein Zaun schützt die Passanten vor herabstürzenden Dachziegeln. Pfarrer Reinhard Röhm hofft auf Fördergelder für die Reparatur.

Die Berliner Polizei will den alten Übungsplatz der DDR-Volkspolizei bei Neu-Vehlefanz zu einem Sprengplatz für Fundmunition umwandeln. Das Gelände ist seit 1990 ungenutzt und gehört dem Berliner Senat.

Bei einer Razzia auf der Baustelle für die neue Wohnsiedlung in Schwante stellen am 19. November 1992 Ermittler von Arbeitsamt und Polizei 47 Arbeiter aus Polen fest, die „schwarz“ beschäftigt sind. Das ist der bis dahin größte Fall von illegaler Beschäftigung in Nordbrandenburg. Die Arbeiter bekommen nur einen Dumpinglohn.

25 000 Menschen beteiligen sich an einer Unterschriftenaktion, die sich gegen einen Großkreis mit Oranienburg, Gransee und Templin wendet. Und: Oranienburg soll Kreisstadt werden.

40-mal muss die Feuerwehr am 26. November 1992 ausrücken – Orkan! In Schildow fällt ein schwerer Baum auf einen Wohnblock. Das Oranienburger Runge-Gymnasium hat einen Dachschaden. Viele Stromleitungen sind zerfetzt.

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Erst das Abi, dann die Schauspielkarriere

Donnerstag, den 15. November 2012
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Dennis Kamitz (16) aus Schildow ist 2013 in drei Filmen zu sehen

MAZ Oranienburg, 15.11.2012

Mit „Crazy Dennis Tiger“ ist der Jungschauspieler in diesem Jahr auf diversen Festivals zu sehen. Sein Wunsch ist es, mal eine Hauptrolle in einem großen Kinofilm zu spielen.

SCHILDOW
Anzug und Krawatte – das musste sein. Nicht fehlen durfte die Mütze, vielleicht sogar schon sein Markenzeichen. Auf der Gala zur Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises in München ging „Crazy Dennis Tiger“ zwar leer aus, doch für Dennis Kamitz hat sich die Reise trotzdem gelohnt. „Es war aufregend“, sagt der 16-Jährige aus Schildow.

In dem in Schildow, Bergfelde und Umgebung gedrehten Film spielte Dennis unter der Regie von Jan Soldat die Hauptrolle. „Den Anzug für die Preisverleihung habe ich mir gekauft, die Krawatte von einem Kumpel geliehen“, erzählt er. „Ja, wir waren ein bisschen enttäuscht, dass es nicht mit dem Preis geklappt hat, aber allein, dass wir nominiert wurden, war toll“, sagt Dennis.
An diesem Wochenende läuft „Crazy Dennis Tiger“ beim Interfilm-Festival in Berlin. Nur eines von vielen. Der Streifen lief schon beim „Goldenen Spatz“ sowie in Dresden, Marburg und sogar bei einem Festival in Pakistan. Im Frühjahr konnten ihn auch die Zuschauer des RBB sehen. „Der Film gefällt mir immer noch“, sagt Dennis. „Auch wenn ich ihn schon gefühlte 300-mal gesehen habe.“

Inzwischen hat der Schildower sogar einen Wikipedia-Eintrag und eine Kartei in der Berliner Schauspielagentur Impact. „Ich wurde angesprochen, als wir beim Sehsüchte-Festival in Potsdam-Babelsberg waren“, erzählt Dennis Kamitz. Für die Dienste zahlt er nichts, aber wenn er ein durch die Agentur vermitteltes Engagement bekommt, erhält sie eine Provision. „Alles andere wäre unseriös“, findet der Schildower.

Im kommenden Jahr gibt es gleich drei Filme, in denen Dennis mitgespielt hat, die Premiere feiern. In den Sommerferien spielte er im Kurzfilm „Der weiße Hase“ die Hauptrolle. Dafür reiste er für zwei Wochen nach Köln. „Es geht um einen Nazi, der sechs Jahre im Knast war, wieder nach Hause kommt und dort mit seinem jüngeren Bruder klarkommen muss“, erzählt Dennis. Er spielt Gabriel, den jüngeren Bruder. Der Film ist zur Berlinale eingereicht. Falls er dort nicht läuft, soll die Premiere im März 2013 sein.
In Thüringen hatte er fünf Drehtage beim Kinderfilm „Ricky“. Dort war er Teil einer Jugendgang. Für die deutsch-kanadisch-russische Co-Produktion „Buddhas little Finger“ reiste er nach Leipzig und spielte dort den „Pilgrim“. Im September 2013 soll der Film in die Kinos kommen.

Dass Schauspieler sein absoluter Traumjob ist, das steht mittlerweile fest. „Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen“, sagt er. Aber auch, dass er erst mal sein Fachabitur am Oranienburger Georg-Mendheim-OSZ macht, ist vollkommen klar. „Ich will das so“, sagt er. „Meine Eltern haben mich jedenfalls nicht dazu gezwungen.“ Die Freistellungen von der Schule haben bis jetzt aber immer gut geklappt.
Auf eine Schauspielschule kann er sowieso erst, wenn er 18 ist. Kürzlich sah er sich an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin sowie an der Universität der Künste um. „Das ist harte Arbeit, die die da machen“, sagt er. „Ich habe mir einen Monolog angesehen, und so was spielt man ja nicht einfach so, die machen das richtig gut. Da denkt man sich schon: puh!“ Er könnte sich vorstellen, später auf die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) nach Potsdam zu gehen. „Aber die Kriterien, dort aufgenommen zu werden, sind hart. Da muss man sich richtig gut vorbereiten.“

Eine Hauptrolle in einem Film – das könnte ihm gefallen. Er sieht sich ein wenig wie David Kross in Detlev Bucks Film „Knallhart“. „Wobei ich aber auch mal was anderes spielen will, nicht immer den Underdog und rebellischen Jungen, ich möchte auch mal den Fröhlichen spielen“, sagt er.
Zu seinen Lieblingsschauspielern zählen Frederick Lau und Matthias Schweighöfer, auf der Berlinale hat er Jürgen Vogel und Elyas M’Barek („Türkisch für Anfänger“) getroffen. Letzterer gab Dennis einen Tipp mit auf den Weg: „Er sagte zu mir, ich soll auf jeden Fall erst mal den Schulabschluss machen“, erzählt er und lächelt, denn genau das hat er vor. Wenn alles gutgeht, dann macht er im Sommer 2014 sein Abi. Und dann kann es für Dennis Kamitz so richtig losgehen, mit der Schauspielkarriere.

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