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Ampeln aus!

Mittwoch, den 15. September 2021
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Ampeln können hilfreich sein, wenn es darum geht, den Verkehr zu regeln. Sie können aber auch schlicht nur für unnötige Staus sorgen. So erlebt am Sonntag an gleich mehreren Stellen.

Am Nachmittag staute sich der Verkehr mal wieder in Summt. Vom großen Parkplatz bis zur Autobahn dauerte die Fahrt eine gute halbe Stunde. Um dann festzustellen, dass sowohl in der Autobahnausfahrt als auch in der Baustelle in Mühlenbeck kaum Autos warteten. Nur auf unserer Seite ging nichts.

In Mühlenbeck selbst dann der nächste Stau, beginnend an der Tankstelle. Grund: Die Ampel an der Schönfließer Straße – an der auf den anderen Seiten nichts los war. Ohne Ampel wäre der Verkehrsfluss sehr viel besser gewesen, es hätte diesen Stau gar nicht gegeben.

Nächster Stau: in Schildow, auf der B 96a, an der Ampel am Supermarkt. Auch da herrschte in den Nebenstraßen Leere, während eine Seite für nichts zugestaut war.
Der Appell: sonntags Ampeln aus – da wo es sinnvoll ist.

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Supermarkt in Pankow geöffnet, in Schildow nicht

Montag, den 2. November 2020
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Nach der Kinopleite am Sonnabend musste ich wegen der Autobahnsperrung auf dem nördlichen Berliner Ring über die B96a Berlin in Richtung Oberhavel verlassen.
Ich hoffte, auf dieser Strecke noch an einem Supermarkt vorbeizufahren. An der Hermann-Hesse-Straße in Pankow entdeckte ich dann einen Rewe. Es war schon nach 21 Uhr, drinnen war es nicht mehr allzu voll. Schnell noch ein kleines Abendbrot, was trinken und ein bisschen durch den Markt schlendern.

Von Pankow aus ging es dann über die B96a über Blankenfelde raus nach Schildow. Dort befindet sich ebenfalls ein Rewe, sogar ein sehr großer, der erst vor wenigen Tagen eröffnet worden ist. Davor standen ein paar Leute, und ich wunderte mich ein bisschen, was schon alles duster ist. Aber vielleicht haben die dort gar nicht bis 22 Uhr geöffnet.
Nur ein paar Meter weiter kam noch ein Rewe-Markt, sicherlich der vorherige, der nun geschlossen ist. Aber immerhin standen da die Öffnungszeiten dran – sonnabends bis 22 Uhr. Also eigentlich hätte…
Aber da fiel mir ein: Reformationstag. In Brandenburg ist Feiertag, in Berlin nicht. Gut, wenn man so dicht an Berlin dran wohnt…

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Überflieger: Vor und hinter den Kulissen

Samstag, den 28. September 2019
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Fabian Lindemann (26) aus Schildow ist Redakteur bei Shows wie “The Voice” und steht als Moderator von “Wer besiegt Paul?” auf der Bühne

MAZ Oberhavel, 28.9.2019

Schildow
Sechs Länder in 35 Tagen: Kuba, Peru, Kanada, Japan, Kambodscha, Thailand. Fabian Lindemann ist viel rumgekommen in den vergangenen Monaten. Gemeinsam mit einer Gruppe Senioren reiste er um die Welt. Der 26-Jährige aus Schildow arbeitet als Redakteur bei der Fernsehproduktionsfirma Talpa.

Kürzlich lief im ZDF die zweite Staffel der Dokureihe „Mit 80 Jahren um die Welt“. Darin ging es um sechs Senioren, die auf ihrer ersten großen Weltreise waren, und alle zusammen besuchten sie die jeweiligen Traumreiseziele der einzelnen. Fabian Lindemann war als Redakteur dabei und betreute die sechsköpfige Senioren-Reisegruppe.
„Das ist eine große Verantwortung“, sagt er. „Arbeit verschwimmt da auch mit dem Privaten.“ Er war bei der Castingphase dabei, an der Routenplanung beteiligt, beim Dreh für die Homestorys. Er war der Kontaktmann für die Senioren. „Das Projekt ist eine echte Herzensangelegenheit und ich bin als komplett neuer Mensch zurückgekommen.“ Nach dieser Weltreise hat er so viele Menschen gesehen, und alle haben sie – zurück in Deutschland – festgestellt, wie unzufrieden die Menschen hierzulande sind. Das könne er nicht verstehen, wenn er die Zustände in einigen der bereisten Länder sehe.

Die Medien sind schon lange ein Thema – im Rampenlicht und dahinter. 2012 machte er sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Schon dort stand er öfter moderierend auf der Bühne. 2011 gab es dort erstmals „Schlag den Paul“. Nach dem Abi machte er ein Praktikum in der Redaktion von 104.6 RTL. Danach arbeitete er bei Strandgut-Media für die ZDF-Talkshow „Inka“, später bei der Ufa unter anderen für „Das Supertalent“.
Inzwischen ist er bei Talpa. Zu seinen Aufgaben zählte dort bereits die redaktionelle Mitarbeit bei den „Puppenstars“, „The Story of my Life“ und der 2018er-Staffel von „The Voice of Germany“. Im Oktober zeigt das ZDF zwei Folgen der neuen Show „Mein Lied für dich“, dort war er in einer der Shows unter anderem für die Betreuung der Gäste zuständig.

Am Sonnabend steht er aber erstmal wieder bei „Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Neuendorfer Stadthalle als Moderator auf der Bühne. Am Freitag begann er, seine Moderationen zu proben. „Ich bin vorher eigentlich immer aufgeregt, nicht nur vor der Moderation“, sagt er. „Ich habe ja auch den ganzen Apparat im Hinterkopf, der da dahintersteckt. Ich weiß, was jeder einzelne im Saal zu tun hat.“ Jede Einzelheit die Produktion der Show betreffend interessiere ihn. „Ich will auch wissen, ob der Aufbau der Tribüne im Zeitplan ist.“ Wenn die Show aber erst mal läuft und die Spiele nach und nach geschafft sind, „dann bin ich eigentlich beruhigt“, sagt er.
Die Angst vor Pannen sei zwar da, „aber andererseits ist das ja das Geile an Live-Shows, und dann beginnt meine eigentliche Arbeit.“ dann gehe es auch darum, den Leuten im Saal klarzumachen, dass ja trotz aller Professionalität alle Laien seien. „Obwohl, das wissen die Leute ja eigentlich.“

Das Moderieren sieht er als sein Hobby an. Hin und wieder moderiert er auch andere Veranstaltungen. Bis 2018 stand er auch bei der Poetry-Slam-Show „Jedes Wort zählt“ auf der Borgsdorfer Bühne. 2015 moderierte er das Hipster Cup Festival und mehrfach ein Chortreffen Zudem ist er Stadionsprecher bei den Fußballern vom Frohnauer SC in Berlin. In seiner Freizeit kümmert er sich zudem um die Webseite des Vereins.
Seine Zukunft sieht er aber weiter eher hinter den Kulissen. „Der Weg hin zur Show, der macht mir am meisten Spaß“, sagt Fabian Lindemann. Das Organisieren und Recherchieren, die Verantwortung für Menschen während einer Fernsehproduktion. „Ich kann allgemein ganz gut mit anderen Menschen“, sagt er.

„Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Heuendorfer Stadthalle wird sicherlich wieder bis in die Nacht dauern. Dann fällt auch von ihm die Anspannung ab. Zeit für Urlaub – ohne Kameras und TV-Team.

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aRTikel

Premiere für den Adventsmarkt auf dem Schildower Dorfplatz

Montag, den 4. Dezember 2017
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Wegen des Kita-Neubaus war ein Umzug fällig, aber die Händler sind zufrieden – eine mögliche Terrorangst spielt nach dem Potsdamer Bombenalarm nur eine untergeordnete Rolle

MAZ Oberhavel, 4.12.2017

Schildow.
Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt herrscht in Oberhavel eine Mischung aus purer Gelassenheit und leichter Sorge. „Klar denkt man darüber nach“, sagte Silvia Gaideck am Sonnabend. Die Schildower Ortsvorsteherin ist auch die Organisatorin des dortigen Weihnachtsmarktes. „Aber wir sind hier so klein und unbedeutend.“ Ähnlich sehen das die meisten Befragten, die den Markt auf dem Dorfplatz in Schildow oder auch den am Rathaus in Birkenwerder besuchten. „Für mich ist das kein Grund, nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen“, sagte Leon Grothe aus Schildow.

Der Adventsmarkt in Schildow war im Übrigen diesmal ein besonderer. Denn erstmals fand er auf dem Dorfplatz an der Bahnhofstraße statt. „Bis zum letzten Jahr haben wir ihn auf dem Pfadfinderplatz veranstaltet“, erzählte Silvia Gaideck. „Aber da entsteht jetzt der Kita-Neubau.“ Bislang habe sie nur Lob gehört. „Hier steht man besser“, sagte Christian Bruder aus Mühlenbeck, der auf dem Markt Honigprodukte verkaufte. Bei schlechtem Wetter sei der Boden auf dem alten Platz matschig gewesen. „Aber vom Ambiente war es drüben gemütlicher“, ergänzte er.

Am Nachmittag wurde es auf dem Platz so richtig voll. In Zusammenarbeit mit den Berliner Eisenbahnfreunden fuhr ein Zug auf der alten Heidekrautbahn-Strecke und stoppte mehr als eine Stunde lang am Bahnhof in Schildow – direkt neben dem Weihnachtsmarkt. „Er ist übersichtlich, aber okay“, sagte Besucherin Nadine Schmidt aus Berlin-Pankow.

Am Stand der Pfadfinder verkauften Cynthia Heß aus Schildow und Vanessa Hoffmann aus Kremmen Weihnachtsdeko. „Wir haben schon ein bisschen was verkauft“, sagte die 13-jährige Cynthia. Bei ihnen gab es auch Stockbrot, das am Feuer knusprig gebacken werden konnte. Im Festzelt begann ein Puppentheater, auf der Bühne wurde gesungen. Ein gelungenes Fest abseits der Terrorangst.

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1993: Regine Hildebrandt lobt neue Sommerfelder Rehaklinik

Dienstag, den 25. Juni 2013
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April/Mai 1993 -> 11.5.2013

Vor 20 Jahren: Ausbau des Hellmuth-Ulrici-Geländes kommt voran / Zoff um Schildower Amtsdirektor / Racheakt in Friedrichsthal

MAZ Oranienburg, 25.6.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Mai und Juni 1993.

OBERHAVEL
An der B 96 bei Nassenheide soll ein Motel gebaut werden. Entsprechende Pläne werden am 21. Mai 1993 bekannt. Entstehen soll es in rustikaler Blockbauweise mit mehr als 30 Betten, einer Gaststätte, Sauna und einem Fitnessbereich.

Der Löwenberger SV gewinnt das Fußball-Kreispokalfinale. Gegen den 1. FC Kremmen gewinnt die Mannschaft mit 3:2.

Die SPD ist die große Siegerin bei der Wahl zum Gemeindeparlament in Stolpe-Süd. Am 23. Mai 1993 bekommt sie mehr als 50 Prozent der Stimmen. Werner Ebert wird neuer Bürgermeister. Nach heftigen Streitigkeiten und dem Rücktritt fast aller Gemeindevertreter ist die Wahl notwendig geworden.

Sprengmeister Horst Reinhardt steht am 25. Mai 1993 vor seinem bis dahin schwierigsten Fall. Am Bachstelzenweg in Lehnitz muss eine 500-Kilo-Bombe entschärft werden. Sie liegt in sechs Metern Tiefe, lange muss erst das Grundwasser abgepumpt werden. Am Ende ist eine Sprengung aber doch nicht notwendig, Reinhardt gelingt es, sie zu entschärfen.
Nur 24 Stunden später ist wieder Bombenalarm, diesmal auf dem Gutsplatz in Lehnitz.

Peter Ihloff soll nicht mehr Amtsdirektor in Schildow sein. Sieben von acht Mitgliedern des Amtsausschusses sind am 26. Mai 1993 für seine Abberufung. Die Unzufriedenheit über die Arbeitsweise Ihloffs im Amt Schildow ist groß. Mühlenbecks Bürgermeister Helmut Woggon bemängelt vor allem das Finanzchaos, aber das bringt ihm Ärger ein. Auch Waggon sieht sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt, denn die Mühlenbecker Gemeindevertretung hatte eigentlich gegen die Abwahl Ihloffs gestimmt. Die Mühlenbecker wollen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Woggon bleibt zunächst Ortschef.

Am Birkengrund in Wensickendorf sollen auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern drei Tennisplätze entstehen. Zum Komplex gehört ein Klubhaus. Die Gemeindevertreter erhoffen sich auch Impulse für die Jugendlichen im Dorf.

Nach dem Brandanschlag von Solingen, bei dem Ende Mai 1993 fünf türkische Bewohner sterben, demonstrieren Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums am 3. Juni gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass.

Die Liebenwalder Marktschule platzt aus allen Nähten. Die Konsequenz: Die 3. Klasse wird im kommenden Schuljahr 1993/94 in Räumen der Schule in Neuholland unterrichtet.

Erstmals wird der Kulturpreis des Kreises Oranienburg vergeben. Er geht 1993 an die Marwitzer Keramikerin Hedwig Bollhagen, die für ihre jahrzehntelange Arbeit geehrt wird.

Brandenburgs Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) kommt am 9. Juni zur Eröffnung der Sommerfelder Rehaklinik. Es handelt sich um die erste Stufe des Ausbaus der Hellmuth-Ulrici-Kliniken. Hildebrandt versprach, sich um den Landtausch zu kümmern, denn das Gelände in Sommerfeld gehört immer noch dem Land Berlin.

Racheakt in Friedrichsthal. Vier Männer verwüsten ein Haus am Ortsrand, die Polizei kann sie am 9. Juni 1993 bei einer Verfolgungsjagd schnell festnehmen. Der Tat ging ein Vorfall voraus, bei dem der Hund der betreffenden Familie von einem anderen Hund gebissen worden ist. Daraufhin kam es zu einer brutalen Schlägerei unter den Besitzern.

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„Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe nicht mehr“

Donnerstag, den 2. Mai 2013
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Wir wollten von euch wissen, was ihr vom Spenderausweis haltet

MAZ Oranienburg, 2.5.2013

„Das ist doch saueinfach!“, sagt Elisabeth aus Schildow. Trotzdem geht die Spendenbereitschaft zurück.

OBERHAVEL
Philip Miran will bald seinen Motorradführerschein machen. Für den 19-Jährigen aus Glienicke ist es völlig klar, dass er dann auch einen Organspendeausweis haben wird. „Als Motorradfahrer ist es fast schon eine Pflicht“, sagt er. Was er im Todesfall spendet, ist ihm egal.

Im Laufe des Jahres verschicken die Krankenkassen an ihre Kunden Organspendeausweise. Ziel: das Thema in die Diskussion bringen, die Leute dazu zu bringen, darüber nachzudenken, ob sie Organspender sein wollen.
Nach Angaben der Krankenkasse Salus-BKK sterben pro Tag durchschnittlich 21 Menschen, weil kein passender Organspender für sie gefunden wurde. Etwa 12 000 Menschen warten auf so ein lebensrettendes Organ. Der Skandal um Manipulationen dieser Wartelisten lassen jedoch die Spendenbereitschaft in Deutschland zurückgehen. Im ersten Quartal 2013 sank laut der Stiftung Organtransplantation die Zahl der Organspender um 18 Prozent auf 230. Vergangenes Jahr stellten 1046 Leute Organe nach ihrem Tod zur Verfügung, 2007 waren es deutschlandweit noch 1313.

„Ich habe da noch nie drüber nachgedacht“, sagt Benjamin Grätsch (16) aus Vehlefanz. „In absehbarer Zeit kommt das auch nicht infrage, vielleicht mal, wenn ich älter bin.“
Die 18-jährige Jenny Möring aus Gransee hat über die Anschaffung eines Organspendeausweises hingegen schon mal nachgedacht. „Mit meiner Familie und meinem Freund habe ich schon mal drüber gesprochen.“ Momentan will sie sich aber noch nicht dazu entschließen. „Vielleicht später mal.“ Nur eines möchte sie auf keinen Fall spenden: „Das Herz. Das ist irgendwie so was Spezielles.“

Mit dem Ausweis kann jeder ab 16 Jahren, der es möchte, seine Erklärung zur Spende für den Fall des Todes schriftlich dokumentieren. Wer ihn ausfüllt, kann auch „Nein“ ankreuzen oder bestimmte Organe von der Spende ausschließen. Möglich ist es auch, die Entscheidung auf eine andere Person zu übertragen. Alles das kann darauf vermerkt werden.

„Das ist doch saueinfach“, sagt Elisabeth Baum (18) aus Schildow. „Die Ausweise gibt es zum Beispiel beim DRK.“ Auch in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen gibt es sie, falls die Krankenkassen ihn nicht zuschicken. „Ich gehe da ganz rational ran. Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe nicht mehr.“
Theo Martens aus Hohen Neuendorf hatte in den USA schon mal so einen Ausweis. „Dort gehört er zum Führerschein“, erzählt der 19-Jährige. Auch hierzulande möchte er sich demnächst wieder einen zulegen. „Gute Aktion“, sagt er noch.

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Niemals satt: Zwei Wochen nur Salat

Donnerstag, den 24. Januar 2013
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Fabian Lindemann (19) macht seine persönliche Dschungelprüfung

MAZ Oranienburg, 24.1.2013

Der Schildower isst so lange nur Salat, wie die RTL-Stars im Dschungel auch bloß Reis und Bohnen bekommen.

SCHILDOW
Salat nervt. Fabian Lindemann isst nun seit zwölf Tagen Salat. Und wirklich fast nur Salat. Vielleicht am Morgen mal eine trockene Reiswaffel, aber mehr nicht. So macht der 19-Jährige aus Schildow das nun schon 14 Tage lang. Es ist seine persönliche Dschungelprüfung.
Als am 11. Januar elf mehr oder weniger bekannte Promis in den australischen RTL-Dschungel eingezogen sind und fast nur noch Reis und Bohnen bekamen, stellte auch Fabian seine Ernährung um. Er will genauso lange durchhalten wie die Stars im Dschungel. „Ich mische mir den Salat ein bisschen“, erzählt er. „Mais, ein bisschen Thunfisch, Tomaten.“ Selbst bei McDonald’s verzichtete er auf den Big Tasty und nahm stattdessen den Gartensalat.
„Das Schlimme ist: Man wird nicht satt“, sagt Fabi. „Ich könnte den ganzen Tag essen.“ Mahlzeiten gibt’s aber nur zweimal am Tag. „Und es sind nicht sehr große Portionen.“ Lust, die Blätter zu schnippeln, hat er schon lange nicht mehr. Aber andererseits: Es sind nun die Kleinigkeiten, die schon für Freude sorgen. Ein paar Nudeln mit Knoblauch – das wäre jetzt was Feines. Da kann er die Dschungelbewohner schon gut verstehen, wenn sie sich über eine Prise Kräuter freuen, als wenn es eine Kiste Gold wäre.
Am Anfang haben seine Eltern noch mitgezogen. Aber das ist vorbei. Gestern Vormittag stand ein reichhaltiges Frühstück auf dem Tisch der Lindemanns. Freunde versuchen, ihn manchmal zu überreden, doch etwas anderes zu essen.
Fabian macht das Ganze nicht aus Solidarität mit den Camp-Bewohnern. „Es ist ein Do-it-yourself-Projekt“, sagt er. „Ich mache das aus Spaß, und außerdem nutze ich das, um nach Weihnachten ein bisschen abzunehmen.“ Im vergangenen Jahr hat er schon mal eine Dschungelprüfung abgelegt: 15 Tage nur Reis und Bohnen. „Ich habe drei bis vier Kilo abgenommen.“ Wenn er mit Freunden ausgeht und sie was essen, dann guckt er einfach weg. „Für mich geht’s“, sagt er. Wenn er am Sonnabend wieder was „Richtiges“ essen darf, dann will seine Mutter ihm was zaubern, so habe sie ihm das jedenfalls versprochen, erzählt der Schildower.

Die 7. Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ verfolgt Fabian Lindemann jeden Tag. „Ist wieder geil“, sagt er und grinst. „Aber es ist nicht die beste Staffel“, schiebt er hinterher. Als Sarah Knappik (besser bekannt als „Sarah Dingens“) 2011 im Camp war, hatte er den meisten Spaß.
Lange Zeit war der 19-Jährige Fan von Olivia Jones. „Aber mittlerweile nervt sie“, sagt er. Mit den nicht aufhörenden Lästereien des Travestiestars kann er nur wenig anfangen. „Mein Favorit ist Joey.“ Der ehemalige „DSDS“-Kandidat sei am natürlichsten. „Ich glaube, er gewinnt.“ Olivia Jones und das Model Fiona Erdmann sieht er in den Top 3. Auch die Schauspielerin Claudelle Deckert findet Fabi „cool“. Sie sei jedoch nicht tough genug.

Fabian ist nicht nur Fan des Dschungelcamps. Ein Teil seines Zimmers ist weiß-blau. Zu jedem Heimspiel von Hertha BSC fährt er in die Ostkurve des Berliner Olympiastadions. „Heimspiele sind Pflicht“, sagt er.
2012 machte er sein Abi am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Bis vor kurzem arbeitete er als Praktikant beim Radiosender 104.6 RTL. Auch mit Moderationen kennt er sich aus. Zweimal im Jahr führt er durch die Show „Schlag den Paul“ in Hohen Neuendorf. Aber eigentlich will er studieren und Lehrer werden: Deutsch und Politik.

Zwei Tage muss er noch durchhalten. Salat – noch bis Sonnabend. Die Schüssel steht schon in der Küche. Immerhin sind’s keine Schafshoden oder Kamelpenisse, wie Fiona Erdmann sie neulich vorgesetzt bekommen hat. Da ist Salat doch was Leckeres, auch nach 14 Tagen.

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