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Leute, Leute: Er kennt jede große Berliner Malerei

Mittwoch, den 18. Mai 2022
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Norbert Martins aus Schildow beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit Wandkunst an Häusern

MAZ Oberhavel, 18.5.2022

Schildow.
Alles begann mit einem Wandbild von Ben Wagin. Norbert Martins hatte es am S-Bahnhof Berlin-Tiergarten entdeckt. Er machte davon ein Foto. Das war im Jahr 1975. Was er damals noch nicht wusste: Dass daraus ein Hobby werden würde, das ihn sein ganzes weiteres Leben beschäftigen würde und dass er ein großes Stück Berliner Kulturgeschichte festhalten würde.

Seit fast 50 Jahren beschäftigt sich der 74-Jährige aus Schildow mit Berliner Wandbildern. „Hauptsächlich mit Wandmalerei“, sagt er. Wenn er erfährt, dass es in der Stadt ein neues Bild gebe, dann fährt er hin und macht Fotos. Inzwischen ist sein drittes Buch erschienen, es heißt „Street Art Galerie“ ist überall bestellbar, wo es Bücher gibt.

Das zweite Wandbild, das Norbert Martins fand und fotografierte, ließ nicht lange auf sich warten. „Ich fand es toll, was die Menschen für Bilder malen können“, erzählt er. Er wandte sich an den damaligen Berliner Bausenator, ob er Adressen für ihn hätte. „Und ich bekam eine Liste mit 14 Adressen. Ich bin überall hingefahren und habe die Wandbilder fotografiert.“ Ihn haben aber nicht nur die Bilder an sich interessiert. „Mich interessiert: Wie machen die das?“ Bis 1989 entstanden schon so viele Fotos, dass er sein erstes Buch herausgab: „Giebelphantasien“ heiß es. „Als es rauskam, fiel die Mauer. Und die Arbeit begann wieder von vorne.“ Nun galt es, auch den Osten Berlins und seine Wandbilder an den Häusern zu entdecken und festzuhalten. Das erste Bild im damaligen Ost-Berlin fotografierte Norbert Martins in Pankow. „Nach 1989 wurde in West-Berlin dagegen kaum noch gemalt. Der damalige Senat hatte dafür kein Geld.“

Inzwischen seien es oft die Wohnungsbaugesellschaften, die Künstler anfordern, um Wandbilder zu malen. Das wohl größte Wandbild befindet sich an der Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg. Es ist 1,5 Kilometer lang. „Drei Jahre wurde daran gemalt“, erzählt Norbert Martins.

Norbert Martins Hobby nimmt viel Zeit in Anspruch. „Ich habe schon immer sehr gerne fotografiert“, sagt er. „Und so hat es sich dann für mich zum Thema entwickelt.“ Er arbeitete bei der Bewag, hat dort eine Abteilung geleitet. Und immer, wenn er von einem neuen Kunstwerk oder von einem Projekt in Entstehung erfährt, geht es los – bis heute. „Ich fahre hin, treffe mich auch mal mit dem Künstler.“ Er schaut, stehen Bäume davor, die sein Foto stören könnten, „auch das Wetter muss gut sein, es darf kein Gegenlicht herrschen.“ Früher, als die Fototechnik noch nicht so weit fortgeschritten war, mussten zwei Bilder pro Kunstwerk reichen. „Dias waren teuer.“ Inzwischen ist alles digital, jetzt mache er viel mehr Fotos, fahre auch schon mal mehrfach zum Kunstwerk. „Das ist ein bisschen, wie wenn andere Briefmarken sammeln“, erzählt Norbert Martins. „Es kommt das erste Foto, dann das zweite, dann der erste Steckkasten, dann sind plötzlich schon ganz viele.“ Es sei eine richtige Sucht. „Wenn ich weiß, dass da irgendwo ein neues Bild ist, nehme ich meinen Motorroller und fahre da hin.“

Giebelbilder an Häusern interessieren ihn am meisten. „Graffiti nicht so, die sind nicht mein Thema.“ Jedes der Bilder, die er verewigt, bekommt eine Nummer in seiner Datenbank. Er notiert, wer es gemalt, wer es in Auftrag gegeben hat und die Geschichte dahinter.
Relevant für ihn seien die wirklich großen Malereien: „Das sind dann große Bilder, mindestens 20 Meter hoch.“ Bislang habe er 1000 Bilder von Berliner Wandmalereien. Nicht dabei seien Sockelmalereien oder Stromhäuschen. „Sonst wären es wohl um die 3000 Bilder.“ So ein Wandbild halte in der Regel zehn bis 18 Jahre, schätzt der Schildower. Er geht davon aus, dass von den gut 1000 Kunstwerken, die er festgehalten hat, noch gut 500 bis 600 existieren würden. „Ich mache auch eine Notiz, wenn sie entfernt wurden und auch warum.“ Wichtig sei, dass er eine entsprechende Info bekomme.

Norbert Martins kann sich inzwischen sicher sein, dass er entsprechende Informationen zugespielt bekomme. Denn er gilt zu den wenigen Kennern der Berliner Wandbildszene. Es komme auch vor, dass sich die Presse bei ihm melde, ob er zu bestimmten Wandbildern Informationen habe – und meist kann er tatsächlich damit dienen.

Sein Lieblingswandbild befindet sich in der Obentrautstraße in Berlin-Kreuzberg. Es zeigt eine „Gebrochene Fassade“, und wer davor steht, hat tatsächlich eine entsprechende Illusion, obwohl alles nur aufgemalt ist. „Das Bild ist von 1985/86 und wurde 2018 restauriert.“

Inzwischen ist Norbert Martins 74 Jahre alt, und ihn beschäftigt, was aus seiner Sammlung – die man insbesondere für die Berliner Kunstszene als sehr wertvoll bezeichnen kann – einmal werden soll. Immerhin zeigen seine Bilder, was ist und vor allem auch was mal an bestimmten Orten war. „Ich hoffe, dass die Sammlung irgendwann jemand übernehmen kann, dass sie vielleicht in einem Berliner Museum archiviert wird.“

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50 Jahre Berliner Wandkunst

„Street Art Galerie – Berliner Wandbilder“ heißt das neueste Buch, das Norbert Martins gemeinsam mit seiner Tochter Melanie Martins herausgegeben hat – und das ohne Verlag. Es ist dennoch überall bestellbar, wo es Bücher gibt – in Buchläden und auch auf den gängigen Internetseiten.
Davor erschienen sind die Bücher „Giebelphantasien“ (1989) und „Hauswände statt Leinwände“ (2012). Im aktuellen Buch ist die Entwicklung der Street-Art-Malerei ab 2012 zu sehen.

Die Sammlung ist ein Schatz für Berlin. Die Dokumentation von Wandbildern umfasst inzwischen gut 2000 Seiten. Der Fundus an digitalen Fotos ist inzwischen auf etwa 17 500 angewachsen, gut 1000 Wandbilder hat Norbert Martins seit 1975 fotografiert.

Das erste Berliner Wandbild war „Weltbaum 1 – Grün ist Leben“, initiiert von Ben Wagin. Es entstand im Juni 1975. Im Mai 2018 wurde es in die Lehrter Straße in Berlin-Tiergarten „umgepflanzt“.

Stadtführungen zu den schönsten Wandbildern in Berlin sind auch möglich – Norbert Martins bietet sie für Interessierte an. Auch Vorträge seien möglich. Wer sich dafür interessiert, kann sich an ihn wenden: 033056/76161 oder per E-Mail an: norbert.martins@freenet.de

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Überflieger: Hinter den Kulissen von „Sing meinen Song“

Samstag, den 23. April 2022
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Fabian Lindemann (29) ist Junior Producer bei der Vox-Musikshow, die in der kommenden Woche in die nächste Staffel geht

MAZ Oberhavel, 23.4.2022

Schildow.
Es klingt nach Urlaub in einer fantastischen Gegend mit tollen Menschen. Johannes Oerding war dabei, Clueso, die Band SDP und weitere Musiker. Sie trafen sich im Grootbos Private Nature Reserve in Südafrika, um gemeinsam Musik zu machen. Klingt nach viel Spaß, für Fabian Lindemann ist es das auch – aber auch sein Job. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er.

Am kommenden Dienstag startet bei Vox die neunte Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, und der aus Schildow stammende Fabian Lindemann ist Junior Producer für diese Sendung. „Grundsätzlich bereite ich gemeinsam mit meinem Executive Producer die gesamte Produktion inhaltlich vor“, erzählt er. „Wir treffen im Vorfeld die Künstlerinnen und Künstler und ihre Managements, schreiben Dossiers über sie, besprechen in den Songkonferenzen die Songwünsche, schneiden Einspielfilme, die vor Ort dann noch mal kontrolliert werden, und schreiben Show- und Kameraabläufe.“ Vor Ort werden die Themenblöcke der jeweiligen Shows mit Gastgeber Johannes Oerding besprochen, alle Personen werden inhaltlich gebrieft. „Nach Ende der Dreharbeiten sichten wir dann das gesamte Material und schneiden aus all dem Inhalt acht Folgen einer neuen Staffel ,Sing meinen Song’.“ Die Zusammenarbeit mit dem Sender sei eng und vertrauensvoll.
Entscheidend bei einer Tauschkonzert-Staffel sei, dass verschiedene Musikgenres bedient werden, dass gleichermaßen Frauen und Männer dabei seien, „und wir legen Wert auf eine gute Mischung aus Durchstartern, Überraschungen, Newcomern und alten Hasen.“ Nightwish-Frontfrau Floor Jansen ist dabei, außerdem Lotte, Kelvin Jones und Elif. Viele der Leute, die mitmachen, würde man aus Radio und Fernsehen kennen. „Bei ,Sing meinen Song’ lernt man jedes Jahr dann den Menschen dahinter kennen, und das liebe ich an dieser Zeit ganz besonders“, sagt Fabian Lindemann. „Denn auch der größte Star auf der Bühne, der vor 100 000 Fans spielt, kocht eben auch nur mit Wasser.“

Die Medien – das war schon immer sein Ding. 2012 machte der heute 29-Jährige sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Danach war er Redaktionspraktikant unter anderem bei 104.6 RTL, bei „Inka“ (ZDF) und „Kuttner plus zwei“ (ZDFneo). Er arbeitete im Team vom „Supertalent“ (RTL), von „Newtopia“ (Sat.1), „Die Puppenstars“ (RTL) und jedes Jahr bei „Ein Herz für Kinder“ (ZDF). Seit 2015 arbeitet er für die Produktionsfirma Bildergarten Entertainment. „Eine Kollegin, mit der ich vorher bei der Ufa zusammengearbeitet hatte, rief mich eines Tages an und holte mich zu ,Newtopia’ (Sat.1) und somit zu Bildergarten Entertainment, ehemals Talpa Germany“, erzählt er.

Durch seine Festanstellung arbeite er nicht immer projektbezogen. „Das bedeutet, dass ich an den unterschiedlichsten Formaten, in den unterschiedlichsten Phasen mitwirke. Dennoch ist ,Sing meinen Song’ aktuell das Projekt, das mich die meiste Zeit im Jahr beschäftigt“, sagt er. „Daneben gibt es aber immer wieder diverse Entwicklungsprojekte, Drehs, Konzeptionierungen, Pitchs oder Workshops, in denen meine Expertise, Kreativität und mein Einsatz gefragt sind.“

Eine Lieblingssendung oder ein Lieblingsprojekt gebe es allerdings nicht. „Natürlich liegen mir die Formate, an denen ich von Anfang bis Ende mitwirke oder die ich teilweise seit der ersten Staffel betreue und somit auch die meiste Arbeit investiere, besonders am Herzen.“ Auch Live-Shows hätten ihre besondere Anziehungskraft. „Aber durch die Vielseitigkeit der Projekte, die verschiedenen Genres, den unterschiedlichen Protagonisten und den unterschiedlichen Aufgaben hat jedes Format auf seine Art einen ganz eigenen Reiz.“ Bildergarten habe es sich auf die Fahne geschrieben, hochwertiges und wertschätzendes Fernsehen zu produzieren. Somit bestehe nie die Gefahr, „dass man in einem Projekt landet, für das man sich schämt oder in dem man komplett unglücklich ist“, so Fabian Lindemann weiter.

Auch in der Freizeit beschäftigt er sich viel mit dem Fernsehen- und Streaming-Angebot oder den Neuigkeiten rund um das Geschäft und neue Formate. „Ich liebe Filmabende und Serien-Marathons. Ich nehme gern Produktionen von anderen Produktionsfirmen unter die Lupe und analysiere sie.“ Das Schöne sei, dass er seinen engsten Freundeskreis mittlerweile sehr gut angesteckt habe. „Sie analysieren mit mir und können mittlerweile auch nicht mehr normal Fernsehen gucken.“ Als Ausgleich zum Job ist er gern auf Reisen in unterschiedliche Städten und Länder, geht mit seinem besten Kumpel zum Fitness oder ins Fußballstadion.
Und auch als Moderator der Spielshow „Wer besiegt Paul?“ wird er wohl wieder mit am Start sein – allerdings wegen der Schäden an der Hohen Neuendorfer Stadthalle erst wieder 2023.

„Sing meinen Song“, dienstags um 20.15 Uhr bei Vox.

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RTelenovela

Ampeln aus!

Mittwoch, den 15. September 2021
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Ampeln können hilfreich sein, wenn es darum geht, den Verkehr zu regeln. Sie können aber auch schlicht nur für unnötige Staus sorgen. So erlebt am Sonntag an gleich mehreren Stellen.

Am Nachmittag staute sich der Verkehr mal wieder in Summt. Vom großen Parkplatz bis zur Autobahn dauerte die Fahrt eine gute halbe Stunde. Um dann festzustellen, dass sowohl in der Autobahnausfahrt als auch in der Baustelle in Mühlenbeck kaum Autos warteten. Nur auf unserer Seite ging nichts.

In Mühlenbeck selbst dann der nächste Stau, beginnend an der Tankstelle. Grund: Die Ampel an der Schönfließer Straße – an der auf den anderen Seiten nichts los war. Ohne Ampel wäre der Verkehrsfluss sehr viel besser gewesen, es hätte diesen Stau gar nicht gegeben.

Nächster Stau: in Schildow, auf der B 96a, an der Ampel am Supermarkt. Auch da herrschte in den Nebenstraßen Leere, während eine Seite für nichts zugestaut war.
Der Appell: sonntags Ampeln aus – da wo es sinnvoll ist.

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RTelenovela

Supermarkt in Pankow geöffnet, in Schildow nicht

Montag, den 2. November 2020
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Nach der Kinopleite am Sonnabend musste ich wegen der Autobahnsperrung auf dem nördlichen Berliner Ring über die B96a Berlin in Richtung Oberhavel verlassen.
Ich hoffte, auf dieser Strecke noch an einem Supermarkt vorbeizufahren. An der Hermann-Hesse-Straße in Pankow entdeckte ich dann einen Rewe. Es war schon nach 21 Uhr, drinnen war es nicht mehr allzu voll. Schnell noch ein kleines Abendbrot, was trinken und ein bisschen durch den Markt schlendern.

Von Pankow aus ging es dann über die B96a über Blankenfelde raus nach Schildow. Dort befindet sich ebenfalls ein Rewe, sogar ein sehr großer, der erst vor wenigen Tagen eröffnet worden ist. Davor standen ein paar Leute, und ich wunderte mich ein bisschen, was schon alles duster ist. Aber vielleicht haben die dort gar nicht bis 22 Uhr geöffnet.
Nur ein paar Meter weiter kam noch ein Rewe-Markt, sicherlich der vorherige, der nun geschlossen ist. Aber immerhin standen da die Öffnungszeiten dran – sonnabends bis 22 Uhr. Also eigentlich hätte…
Aber da fiel mir ein: Reformationstag. In Brandenburg ist Feiertag, in Berlin nicht. Gut, wenn man so dicht an Berlin dran wohnt…

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Überflieger: Vor und hinter den Kulissen

Samstag, den 28. September 2019
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Fabian Lindemann (26) aus Schildow ist Redakteur bei Shows wie “The Voice” und steht als Moderator von “Wer besiegt Paul?” auf der Bühne

MAZ Oberhavel, 28.9.2019

Schildow
Sechs Länder in 35 Tagen: Kuba, Peru, Kanada, Japan, Kambodscha, Thailand. Fabian Lindemann ist viel rumgekommen in den vergangenen Monaten. Gemeinsam mit einer Gruppe Senioren reiste er um die Welt. Der 26-Jährige aus Schildow arbeitet als Redakteur bei der Fernsehproduktionsfirma Talpa.

Kürzlich lief im ZDF die zweite Staffel der Dokureihe „Mit 80 Jahren um die Welt“. Darin ging es um sechs Senioren, die auf ihrer ersten großen Weltreise waren, und alle zusammen besuchten sie die jeweiligen Traumreiseziele der einzelnen. Fabian Lindemann war als Redakteur dabei und betreute die sechsköpfige Senioren-Reisegruppe.
„Das ist eine große Verantwortung“, sagt er. „Arbeit verschwimmt da auch mit dem Privaten.“ Er war bei der Castingphase dabei, an der Routenplanung beteiligt, beim Dreh für die Homestorys. Er war der Kontaktmann für die Senioren. „Das Projekt ist eine echte Herzensangelegenheit und ich bin als komplett neuer Mensch zurückgekommen.“ Nach dieser Weltreise hat er so viele Menschen gesehen, und alle haben sie – zurück in Deutschland – festgestellt, wie unzufrieden die Menschen hierzulande sind. Das könne er nicht verstehen, wenn er die Zustände in einigen der bereisten Länder sehe.

Die Medien sind schon lange ein Thema – im Rampenlicht und dahinter. 2012 machte er sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Schon dort stand er öfter moderierend auf der Bühne. 2011 gab es dort erstmals „Schlag den Paul“. Nach dem Abi machte er ein Praktikum in der Redaktion von 104.6 RTL. Danach arbeitete er bei Strandgut-Media für die ZDF-Talkshow „Inka“, später bei der Ufa unter anderen für „Das Supertalent“.
Inzwischen ist er bei Talpa. Zu seinen Aufgaben zählte dort bereits die redaktionelle Mitarbeit bei den „Puppenstars“, „The Story of my Life“ und der 2018er-Staffel von „The Voice of Germany“. Im Oktober zeigt das ZDF zwei Folgen der neuen Show „Mein Lied für dich“, dort war er in einer der Shows unter anderem für die Betreuung der Gäste zuständig.

Am Sonnabend steht er aber erstmal wieder bei „Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Neuendorfer Stadthalle als Moderator auf der Bühne. Am Freitag begann er, seine Moderationen zu proben. „Ich bin vorher eigentlich immer aufgeregt, nicht nur vor der Moderation“, sagt er. „Ich habe ja auch den ganzen Apparat im Hinterkopf, der da dahintersteckt. Ich weiß, was jeder einzelne im Saal zu tun hat.“ Jede Einzelheit die Produktion der Show betreffend interessiere ihn. „Ich will auch wissen, ob der Aufbau der Tribüne im Zeitplan ist.“ Wenn die Show aber erst mal läuft und die Spiele nach und nach geschafft sind, „dann bin ich eigentlich beruhigt“, sagt er.
Die Angst vor Pannen sei zwar da, „aber andererseits ist das ja das Geile an Live-Shows, und dann beginnt meine eigentliche Arbeit.“ dann gehe es auch darum, den Leuten im Saal klarzumachen, dass ja trotz aller Professionalität alle Laien seien. „Obwohl, das wissen die Leute ja eigentlich.“

Das Moderieren sieht er als sein Hobby an. Hin und wieder moderiert er auch andere Veranstaltungen. Bis 2018 stand er auch bei der Poetry-Slam-Show „Jedes Wort zählt“ auf der Borgsdorfer Bühne. 2015 moderierte er das Hipster Cup Festival und mehrfach ein Chortreffen Zudem ist er Stadionsprecher bei den Fußballern vom Frohnauer SC in Berlin. In seiner Freizeit kümmert er sich zudem um die Webseite des Vereins.
Seine Zukunft sieht er aber weiter eher hinter den Kulissen. „Der Weg hin zur Show, der macht mir am meisten Spaß“, sagt Fabian Lindemann. Das Organisieren und Recherchieren, die Verantwortung für Menschen während einer Fernsehproduktion. „Ich kann allgemein ganz gut mit anderen Menschen“, sagt er.

„Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Heuendorfer Stadthalle wird sicherlich wieder bis in die Nacht dauern. Dann fällt auch von ihm die Anspannung ab. Zeit für Urlaub – ohne Kameras und TV-Team.

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Premiere für den Adventsmarkt auf dem Schildower Dorfplatz

Montag, den 4. Dezember 2017
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Wegen des Kita-Neubaus war ein Umzug fällig, aber die Händler sind zufrieden – eine mögliche Terrorangst spielt nach dem Potsdamer Bombenalarm nur eine untergeordnete Rolle

MAZ Oberhavel, 4.12.2017

Schildow.
Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt herrscht in Oberhavel eine Mischung aus purer Gelassenheit und leichter Sorge. „Klar denkt man darüber nach“, sagte Silvia Gaideck am Sonnabend. Die Schildower Ortsvorsteherin ist auch die Organisatorin des dortigen Weihnachtsmarktes. „Aber wir sind hier so klein und unbedeutend.“ Ähnlich sehen das die meisten Befragten, die den Markt auf dem Dorfplatz in Schildow oder auch den am Rathaus in Birkenwerder besuchten. „Für mich ist das kein Grund, nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen“, sagte Leon Grothe aus Schildow.

Der Adventsmarkt in Schildow war im Übrigen diesmal ein besonderer. Denn erstmals fand er auf dem Dorfplatz an der Bahnhofstraße statt. „Bis zum letzten Jahr haben wir ihn auf dem Pfadfinderplatz veranstaltet“, erzählte Silvia Gaideck. „Aber da entsteht jetzt der Kita-Neubau.“ Bislang habe sie nur Lob gehört. „Hier steht man besser“, sagte Christian Bruder aus Mühlenbeck, der auf dem Markt Honigprodukte verkaufte. Bei schlechtem Wetter sei der Boden auf dem alten Platz matschig gewesen. „Aber vom Ambiente war es drüben gemütlicher“, ergänzte er.

Am Nachmittag wurde es auf dem Platz so richtig voll. In Zusammenarbeit mit den Berliner Eisenbahnfreunden fuhr ein Zug auf der alten Heidekrautbahn-Strecke und stoppte mehr als eine Stunde lang am Bahnhof in Schildow – direkt neben dem Weihnachtsmarkt. „Er ist übersichtlich, aber okay“, sagte Besucherin Nadine Schmidt aus Berlin-Pankow.

Am Stand der Pfadfinder verkauften Cynthia Heß aus Schildow und Vanessa Hoffmann aus Kremmen Weihnachtsdeko. „Wir haben schon ein bisschen was verkauft“, sagte die 13-jährige Cynthia. Bei ihnen gab es auch Stockbrot, das am Feuer knusprig gebacken werden konnte. Im Festzelt begann ein Puppentheater, auf der Bühne wurde gesungen. Ein gelungenes Fest abseits der Terrorangst.

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1993: Regine Hildebrandt lobt neue Sommerfelder Rehaklinik

Dienstag, den 25. Juni 2013
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April/Mai 1993 -> 11.5.2013

Vor 20 Jahren: Ausbau des Hellmuth-Ulrici-Geländes kommt voran / Zoff um Schildower Amtsdirektor / Racheakt in Friedrichsthal

MAZ Oranienburg, 25.6.2013

Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der Mai und Juni 1993.

OBERHAVEL
An der B 96 bei Nassenheide soll ein Motel gebaut werden. Entsprechende Pläne werden am 21. Mai 1993 bekannt. Entstehen soll es in rustikaler Blockbauweise mit mehr als 30 Betten, einer Gaststätte, Sauna und einem Fitnessbereich.

Der Löwenberger SV gewinnt das Fußball-Kreispokalfinale. Gegen den 1. FC Kremmen gewinnt die Mannschaft mit 3:2.

Die SPD ist die große Siegerin bei der Wahl zum Gemeindeparlament in Stolpe-Süd. Am 23. Mai 1993 bekommt sie mehr als 50 Prozent der Stimmen. Werner Ebert wird neuer Bürgermeister. Nach heftigen Streitigkeiten und dem Rücktritt fast aller Gemeindevertreter ist die Wahl notwendig geworden.

Sprengmeister Horst Reinhardt steht am 25. Mai 1993 vor seinem bis dahin schwierigsten Fall. Am Bachstelzenweg in Lehnitz muss eine 500-Kilo-Bombe entschärft werden. Sie liegt in sechs Metern Tiefe, lange muss erst das Grundwasser abgepumpt werden. Am Ende ist eine Sprengung aber doch nicht notwendig, Reinhardt gelingt es, sie zu entschärfen.
Nur 24 Stunden später ist wieder Bombenalarm, diesmal auf dem Gutsplatz in Lehnitz.

Peter Ihloff soll nicht mehr Amtsdirektor in Schildow sein. Sieben von acht Mitgliedern des Amtsausschusses sind am 26. Mai 1993 für seine Abberufung. Die Unzufriedenheit über die Arbeitsweise Ihloffs im Amt Schildow ist groß. Mühlenbecks Bürgermeister Helmut Woggon bemängelt vor allem das Finanzchaos, aber das bringt ihm Ärger ein. Auch Waggon sieht sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt, denn die Mühlenbecker Gemeindevertretung hatte eigentlich gegen die Abwahl Ihloffs gestimmt. Die Mühlenbecker wollen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Woggon bleibt zunächst Ortschef.

Am Birkengrund in Wensickendorf sollen auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern drei Tennisplätze entstehen. Zum Komplex gehört ein Klubhaus. Die Gemeindevertreter erhoffen sich auch Impulse für die Jugendlichen im Dorf.

Nach dem Brandanschlag von Solingen, bei dem Ende Mai 1993 fünf türkische Bewohner sterben, demonstrieren Schüler des Oranienburger Runge-Gymnasiums am 3. Juni gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass.

Die Liebenwalder Marktschule platzt aus allen Nähten. Die Konsequenz: Die 3. Klasse wird im kommenden Schuljahr 1993/94 in Räumen der Schule in Neuholland unterrichtet.

Erstmals wird der Kulturpreis des Kreises Oranienburg vergeben. Er geht 1993 an die Marwitzer Keramikerin Hedwig Bollhagen, die für ihre jahrzehntelange Arbeit geehrt wird.

Brandenburgs Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) kommt am 9. Juni zur Eröffnung der Sommerfelder Rehaklinik. Es handelt sich um die erste Stufe des Ausbaus der Hellmuth-Ulrici-Kliniken. Hildebrandt versprach, sich um den Landtausch zu kümmern, denn das Gelände in Sommerfeld gehört immer noch dem Land Berlin.

Racheakt in Friedrichsthal. Vier Männer verwüsten ein Haus am Ortsrand, die Polizei kann sie am 9. Juni 1993 bei einer Verfolgungsjagd schnell festnehmen. Der Tat ging ein Vorfall voraus, bei dem der Hund der betreffenden Familie von einem anderen Hund gebissen worden ist. Daraufhin kam es zu einer brutalen Schlägerei unter den Besitzern.

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