RTZapper

Big Brother – Das Finale

Donnerstag, den 21. Mai 2020
Tags:

MO 18.05.2020 | 22.00 Uhr | Sat.1

Cedric hat “Big Brother” 2020 gewonnen. Das kommt überraschend, und das freut mich ehrlich. Mit dem Finale am Montagabend endete auf Sat.1 die aktuelle Staffel – und vielleicht ist es die wirklich Letzte in dieser Form. Aber klar ist auch: An mir hat es wirklich nicht gelegen. Coronakrise und Homeoffice sei Dank: So konnte ich jede Folge sehen. Die wenigsten davon “live” auf Sat.1, die allermeisten beim Streamingdienst Joyn.
Aber die Zuschauerzahlen waren alles in allem nicht gut. Sie waren immerhin aber nicht im freien Fall, die stabilisierten sich irgendwann zwischen 800.000 und 900.000 Zuschauer, zumindest in der linearen Sat.1-Ausstrahlung. Aber auch das allgemeine Echo war erstaunlich schlecht.

Dass “Big Brother” nicht funktioniert hat, lag vielleicht an einem Punkt, der überraschend ist: Sie war zu normal. Sat.1 hat sich einen Cast zusammengesucht, der erfreulich bodenständig war. Die allermeisten hatten einen ziemlich normalen Beruf oder sie studierten. Eines waren sie allerdings nicht: klickgeile Influencer. Natürlich träumten einige von einer Karriere, aber das stand nicht im Vordergrund.
Natürlich gab es hin und wieder Zoff, manchmal krachte es gewaltig. Aber die Nominierungen und Televotings schmissen nach und nach die nervigen Kandidaten raus. Die maulige Österreicherin, die für Streits sorgte und alle nervte, war irgendwann rausgewählt.

Ganz am Ende waren ausschließlich die großen Sympathieträger im Haus. Ein Paar hat sich gefunden. Ansonsten verbrachten die Leute die Zeit damit, die Spiele zu spielen, die man ihnen antrug. Sie unterhielten sich, neckten sich, manchmal rumorte es leicht.
Wer in der Schlussphase zufällig reinschaltete, wird nicht dran geblieben sein. Fremdzuschauern erschien das Geschehen im Haus als extrem langweilig. Bei Stammzuschauern spielte das keine Rolle. Die täglichen 45 Minuten waren für sie eine gute Zeit, um mal zu schauen, wie es den Leuten, die man mehr und mehr mochte, denn nun geht.

Die Coronakrise sorgte dafür, dass sie im Haus das sicherste Leben in ganz Deutschland hatten, und der Moment, wo ihnen die Nachrichten von der Krise überbracht worden sind und alle schockiert waren, ging nah. Aber sie konnten ihren Alltag weiterleben.

Man könnte sagen: Sat.1 hat Pech gehabt. Pech, weil die Leute im Haus – der harte Kern – sich einfach nicht hassen wollte. Dass selbst die etwas aufbrausenden Charaktere ganz tolle Seiten an sich hatten, hat man sich beim Sender vielleicht anders gedacht. Leute, von denen man sich Konflikte und Zickereien erwartete, hatten sich plötzlich lieb. Und die, die ihre Klischees erfüllten, waren bald nicht mehr da. Selbst die Bewertungen der Zuschauer, die auch mal in den Keller gingen und die den Bewohnern immer wieder mitgeteilt worden sind, hatten nicht den Angst- oder Zoffeffekt. Was genau genommen aber sehr für die Leute im Haus spricht.
Man könnte aber auch sagen: Gut gemacht, Sat.1. Denn man widerstand der Versuchung, lauter grelle Menschen ins Haus zu schicken. Man verzichtete auf echte Prolls oder Püppchen. Das langweilte vermutlich viele, aber ich habe es fast schon genossen. Es erinnerte an die ersten Staffeln.

Mit Cedric gewinnt am Ende jemand, der es wirklich verdient hat. Ja, er kämpfte im Haus 100 Tage lang. Mit sich, mit den anderen. Er stritt sich, er fühlte sich ungerecht behandelt und sprach das an. Er war emotional, im schlechten und guten Sinn. Und er konnte selbst recht gut reflektieren, was er eventuell falsch gemacht hat. Und immer und immer wieder wurde er nominiert, und immer und immer wieder hat er die im Zuschauervoting überstanden. Er biss sich durch. Er fand zwar, wie er sagte, am Ende nicht die eine Bezugsperson im Haus. Aber dennoch hatten ihn die letzten fünf im Haus auch gern – und andersrum. Mal sehen, ob er was aus dem Gewinn machen kann.

Ich hätte nichts dagegen, wenn “Big Brother” weiter geht. Aber das grundsätzliche Interesse an dem Format ist zu gering. Die Leute wollen Zuspitzungen, sie wollen Skandale, sie wollen so was wie “Promis unter Palmen”. Das haben sie bei “Big Brother” selten bekommen. Ich konnte gut auf Zuspitzungen verzichten, und deshalb sehe ich auf diese Staffel mit gutem Gefühl zurück.

-> Das Finale bei Joyn

Hits: 216

RTZapper

Promis unter Palmen – Die große Aussprache

Samstag, den 9. Mai 2020
Tags:

MI 06.05.2020 | 22.20 Uhr | Sat.1

Es war der Moment der Wahrheit. Nachdem Moderator Jochen Schropp die Thailand-Urlauber aus “Promis unter Palmen” fragte, ob es noch jemanden gibt, der sich entschuldigen möchte, da war sekundenlang Matthias Mangiapane im Bild. Er schwieg.
Ein Matthias Mangiapane muss sich allerdings auch für nichts entschuldigen. Denn jede seiner moralischen Ausfälle hatte natürlich nichts mit fehlender Moral zu tun, sondern damit, dass er sich in einem Format befand. Und was in einem Format passiert, bleibt auch in einem Format. Und in einem Format ist nun nun mal so, weil man in einem Format ist, und weil er ja in diesem Format ist, nutzt er eben auch das Format, um so sein, wie es das Format… also, ähm… Wie auch immer: Mangiapane entschuldigte sich für gar nichts, und damit war er der absolute Verlierer an einem Abend, der denkwürdig war. Aber nicht positiv denkwürdig.

Nach den Zoff- und Mobbingattacken dachte man sich bei Sat.1, so eine nette große Aussprache würde doch sicher wieder die Wogen glätten. Oder wenigstens noch mal gute Quoten bringen. Drei-Loch-Mobber Bastian Yotta war nicht dabei, den wollte man bei Sat.1 nicht mehr haben, wobei Yotta behauptet, er habe abgelehnt zu kommen. Dabei wäre es in der Tat spannend gewesen, wie sich dieser Mensch zu seinen Taten positioniert hätte.

Es war wieder ein spannendes Stück Menschenkunde, das Sat.1 am Mittwochabend zu bieten hatte.
Während Matthias Mangiapane bewies, dass er so ist, wie er ist und dass er in der Realityreihe offenbar tatsächlich sein wahres unschönes Gesicht zeigte, war sich Carina Spack wenigstens bewusst, dass sie Mist gebaut hat, und sie legte darauf wert, schon nach Ausstrahlung ihrer Mobbingattacken um Entschuldigung gebeten zu haben. Sie habe sich kindisch und falsch verhalten, sagte sie.
Der aus Brasilien zugeschaltete Ronald Schill amüsierte sich wieder köstlich, sah auch keinen Anlass, sich für die tätlichen Anzüglichkeiten gegenüber Janine Pink zu entschuldigen. Wobei sie dafür auch keinen Anlass sah, sie habe sich nicht belästigt gefühlt und sei dann ja auch gegangen, als ihr die Grabbeleien Schills zu viel wurden.

Auch Desiree Nick sah sich leider zu einer Entschuldigung auch nicht in der Lage. Sie hätte sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen, auch wenn ihre Erklärungen durchaus nachvollziehbar sind. Sie spielte ihre Rolle, sie wollte Entertainment.
Sie sagt, und damit hat sie nicht mal ganz unrecht, sie sei mit Claudia Obert bei ihren Streitigkeiten immer auf Augenhöhe gewesen. Es war ein Disput, der von ihr gewollt war, um eine Show zu liefern.
Ein spannender Punkt, der in der Nachbetrachtung meistens stimmt. Wenn sich die Nick mit der Obert zoffte, dann machten sie das mit offenem Visier. Nick teilte aus und wartete, dass Obert zurücklieferte. Meistens war das auch so. Die Handgreiflichkeiten hätte sich die Nick dennoch sparen können.

Einerseits legte die Nick damit den Grundstein für die Mobbingattacken von Yotta, Mangiapane und Spack gegenüber Claudia. Denn die drei setzten fort, womit die Nick begonnen hatte. Offenbar mit einem Unterschied: Bei Nick war es eine Show, wenn auch eiskalt geplant. Bei den anderen drei zeigte sich der wahre Charakter, ihre Mobbereien waren echt, und sie waren fies, und sie waren dreist, und sie waren widerlich. Weil: Die meinten das alles ganz genau so, wie sie es sagten. Wenn Mangiapane die Obert ein Viech nennt, dann ist das widerwärtig, weil er es genauso meint, und weil er es hinter ihrem Rücken so meint und nicht wegen der Show und nicht, damit Obert mit ihm auf Augenhöhe diskutieren wollte.
Man muss und man kann auch nicht alles gut finden, was die Nick gemacht hat. Aber der Dreier-Mob später war einfach nur niederträchtig, und nur eine davon hat es am Mittwoch eingesehen. Vom Yotta hört man, er habe sich auch entschuldigt.

Und auch in der Aussprache zeigte sich die gute Seele von Tobias Wegener, den das alles schon wieder ziemlich mitgenommen hat, dem diese Streitigkeiten wieder sehr unangenehm waren. Er ist der eigentliche Gewinner dieses Abends und überhaupt dieses denkwürdigen Promi-Experimentes.
Auch Jochen Schropp, der dieses Chaos moderieren musste oder durfte, gebührt Respekt. Ihm sah man das Entsetzen über das Spektakel vor ihm in einigen Momenten deutlich an, und man kann für ihn nur hoffen, dass Sat.1 ein gutes Schmerzensgeld gezahlt hat.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 279

RTZapper

Promis unter Palmen

Freitag, den 24. April 2020
Tags:

MI 22.04.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Bastian Yotta. Carina Spack. Matthias Mangiapane.
Drei Namen, die man sich merken sollte. Um sie danach am besten ganz schnell zu vergessen.
Denn diese Namen stehen für die übelste Sorte des Mobbings. Für eine Art der Gruppendynamik, die äußerst schädlich ist. Für Charaktere, die niederste Gelüste bedienen. Die andere Menschen klein machen. Die andere durch Psychotricks ausschalten wollen.

“Promis unter Palmen” ist für Sat.1 ein großer Erfolg. Man steckte eine Gruppe Promis – oder welche, die sich dafür halten – in ein großes Haus in Thailand und ließ sie machen.
Das war in den vergangenen Wochen mitunter ganz unterhaltsam. Modefrau Claudia Obert und Desirée Nick zickten sich an. Nun ja, manchmal schrien sie sich an, und grenzwertig war das auch hin und wieder. Zumal Claudia Obert in der Tat einen hohen Nervfaktor hatte, merkwürdige Dinge tat und dem Alkohol zugetan war.
Es bildeten sich Grüppchen, was so lange nicht auffiel, bis die Nick rausgewählt worden ist. Nun war Claudia Obert auf sich allein gestellt.

Was sich aber am Mittwochabend bei “Promis unter Palmen” abspielte, das war keine Unterhaltung mehr. Das war einfach nur noch schockierend, und auch Sat.1 muss sich fragen lassen, warum die so was bei der Produktion laufen lassen.

Yotta, Spack und Mangiapane waren sich in der Gruppe einig, dass die Obert gar nicht geht. Dass man sie weg haben wolle. Dass sie nervt. Dass sie das Letzte sei. Man beschloss blödsinnige Regeln. Man mied sie, oder man blökte sie an. Bastian Yotta – von ihm ist kürzlich ein Video aufgetaucht, in dem er darlegte, dass Frauen für ihn der Befriedigung dienen, sie hätten dafür ja drei Löcher – hatte für die Obert nur noch beleidigende Worte übrig. “Charakterloses Kollegenschwein”, nennt Mangiapane die Obert, und eigentlich müsste er nur mal in den Spiegel schauen.

Den Tiefpunkt erreichte die Spack, als sie im Schlafzimmer mit Psychoterror begann. Während Claudia Obert schlafen wollte, begann sie absichtlich mit einer Chipstüte zu rascheln, immer und immer wieder. Yotta kam dazu, raschelte mit und sprach davon, wie abstoßend er die Obert fände – in ihrer Anwesenheit. Damit offenbarten die beiden ihren unglaublich abstoßenden Charakter, und wie die beiden sich dafür feierten, weil sie sich immer im Recht sahen, löst Brechreiz aus.
Das waren schockierende Szenen. Von lustig meilenwert entfernt. Denn solche Psychomethoden sprechen für einen ganz fiesen Charakter, der das Maß aller Dinge offenbar komplett verloren hat.
Matthias Mangiapane war keinen Deut besser. Mal abgesehen davon, dass er schon in der Vorwoche offenbarte, was er für ein intriganter Lügner er ist, beim Keifen und Lästern und Mobben war er auch immer munter dabei.
Alle drei müssten sich in Grund und Boden schämen. Dass sie es nicht tun und sich für ihr Tun auch noch verteidigen, offenbart die Widerlichkeit dieser Menschen. Selbst wenn man einen Menschen nicht leiden kann – irgendwann muss Schluss sein. Irgendwann muss man sich wieder in den Griff bekommen. Aber hier war ein beeindruckender Fall von Gruppendynamik zu sehen, die an ganz dunkle Zeiten erinnert.

Dass Sat.1 so etwas ausstrahlt, ist bedenklich. Zu zeigen, wie ein Mensch derartig gemobbt wird, ist atemberaubend. Dass es vor Ort keiner nötig hatte, einzugreifen, ist bemerkenswert. Sat.1 verteidigt dies, niemand sei zu Schaden gekommen. Womit Sat.1 jedoch auch nicht ganz unrecht hat – denn Claudia Obert ist am Morgen still und heimlich ausgezogen und konnte über den Ekel-Mob bald nur noch lachen. Und Sat.1 zeigte durch Hintergrundmusik und Kommentare während der Folge auch durchaus, dass man zeigen wollte, was für Unmenschen Spack, Yotta und Mangiapane sind. Was für eine absolute Scheiße die sich da geleistet haben. Dass diese Leute von Anstand offenbar nicht mal entfernt was gehört haben.
Man kann nur hoffen, dass diese drei Menschen nie wieder Engagements im Fernsehen bekommen – womit allerdings auch nicht zu rechnen ist. Quoten bringen die Mobber sicherlich auch weiterhin. Sat.1 hat es bewiesen, in dem nach “Promis unter Palmen” eine Wiederholung von der bislang gefloppten Reihe “Promis privat” mit Mangiapane eingestreut wurde.

Zwei Dinge waren dann doch noch bemerkenswert. Tobias Wegener, der Tobi, war der Einzige, der sich im Mobbingsturm um Claudia Obert gekümmert hat, sich Sorgen gemacht hat, in der Nacht mit ihr gesprochen und sie getröstet hat. Auch wenn er nicht die Größe hatte, dies vor den anderen zu tun – damit hätte auch er sich in den Hasssturm begeben -, er bewies Größe und Herz. Als Yotta und er am Morgen trainierten und Yotta als Wunsch äußerte, er wolle die 100.000 Euro Siegprämie, da wünschte sich Tobi einfach nur Friede im Haus.
Nachdem Claudia Obert freiwillig auszog, kam Desirée Nick zurück und las Mobbing-Spack erst mal die Leviten. Die Nick war dabei so richtig böse und unverschämt – aber vermutlich sprach sie den Zuschauern damit aus der Seele, als sie die Spack runter machte. Vermutlich und sicherlich wusste Nick, was am Vorabend im Haus passiert war.

Nächste Woche ist Finale. Auch die drei Mitglieder des Ekel-Mobbingteams können noch gewinnen. Verdient hat die Kohle aber eigentlich nur einer – und eigentlich müsste die letzte Folge der Sendung so heißen: “Asis unter Palmen und Tobi”.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 257

RTZapper

Die Sat.1 Comedy Konferenz – Promis in Quarantäne

Samstag, den 28. März 2020
Tags:

DO 26.03.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Wie schlimm muss es eigentlich sein, vier Stunden lang alleine zu Hause vor einer Webcam zu hocken, um ab und zu mal ein laues Witzchen abzulassen?
Nicht genug, dass so viele Prominente – wie ja so viele Menschen auf der Welt – eine Kontaktsperre haben und in Quarantäne sitzen, nun werden sie auch noch stundenlang gezwungen, so zu tun, als seien sie unglaublich gut drauf und hätten gute und lustige Ideen.
Auf unglaubliche mehr als vier Stunden zog sich am Donnerstagabend “Die Sat.1 Comedy Konferenz”, und wenn man nach Mitternacht eingeschaltet hat, um festzustellen, dass die immer noch live auf Sendung sind, konnte die alle einem schon ziemlich leid tun.

In diesen Tagen lernen die Fernsehmacher einiges dazu. Erstens: Plötzlich können sie alle sehr spontan sein und Sendungen binnen vier Tagen Überlegungszeit auf Sendung schicken. Zweitens: Eine flotte Idee macht noch keine gute Sendung.

So langsam nimmt mein Interesse an den Coronavirus-Sondersendungen ab. Wir warten alle, dass es vorbeigeht, und jetzt wollen wir lieber Zerstreuung.
Aber ist Zerstreuung, Promis dabei zuzusehen, wie auch sie zu Hause rumsitzen und über ihre miese Internetleitung mit ihrer noch mieseren Heimtechnik so zu tun, als könnten sie uns unterhalten? Wollen wir uns wirklich geschlagene vier Stunden ansehen, wie Comedians (und Sarah Lombardi) in lauer Bild- und Tonqualität laue Gags loslassen?

Dass sich Promis zusammenschalten ist ja an sich eine schöne Idee. Aber auch in Zeiten des Coronavirus sollte es nicht zu viel verlangt sein, sich ein bisschen Mühe zu geben. Sich einfach nur vor eine billige Webcam zu setzen, kann kein Konzept für eine vierstündige Unterhaltungssendung sein.

-> Die Sendung auf sat1.de

Hits: 194

RTZapper

Promis unter Palmen

Freitag, den 27. März 2020
Tags:

MI 25.03.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Ihr wollt Trash? Ihr bekommt Trash! Sat.1 hat ein paar Promis… Ähm, Halt, Moment. Sat.1 hat ein paar Leute, die in irgendwelchen Realityformaten aufgetreten sind und jetzt für Promis gehalten werden, in den Urlaub geschickt. Nicht ins “Big Brother”-Haus, sondern in einen noblen Schuppen mit hauseigenen Strand. Okay, ist ja fast dasselbe.

Am Mittwochabend startete “Promis unter Palmen”. Ein Haufen von Z-Promis, Nicht-Promis und Désirée Nick wohnen in Thailand unter einem Dach, um eine schöne Zeit miteinander zu bringen. Ähm, nein, eher um sich ordentlich in die Haare zu kriegen.
Im appetitmachenden Vorspann sehen wir schon mal, wie Désirée Nick rumkeift und sich fast mit Claudia Obert (frag nicht, wer das sein soll) kloppt. Wir sehen auch Désirée Nick eben jene Claudia Obert anschreit, und alles ist herrlich trashig dramatisch.

Mit dabei ist auch Eva Benetatou. Die ist zum Beispiel total bekannt aus “Promi Big Brother”, und was sie damals zum Promi gemacht hat, habe ich entweder vergessen oder niemals gewusst. Ich tippe auf Letzteres. Carina Spack kennt man aus … Also, kennen andere Leute aus irgendwelchen Sendungen, wo irgendwer irgendwo verkuppelt werden wollte. Janine Pink gilt als Soap-Ikone, bekannt aus… na, ihr wisst schon. Ennesto Monté kennt man (hoffentlich nicht) von seiner Penisverlängerung bei RTL zwei. Und so weiter.

Es vergehen keine zehn Minuten, bis die Zickereien beginnen. Die eine kann den anderen nicht leiden. Ronald Schill begrabbelt Claudia Obert, wie die irgendwie gar nicht so schlimm findet und Désirée Nick und Matthias Mangiapane (kennste, kennste?) lästernd beobachten.
Wie die Nick der Obert eine Scheuert, sehen wir übrigens erst nächste Woche, wie wir dem appetitmachenden Trailer entnehmen konnten. Vielleicht aber auch erst in Folge 3. Wer weiß das schon so genau?

Während die Nick noch ein bisschen Würze in die Trash-Urlaubssause reinbringt, fragt man sich, warum man sich so einen Schwachsinn eigentlich reinzieht. Vielleicht einfach deshalb – weil es so herrlich bescheuert ist, und auch weil keiner über Corona spricht. Wobei es sein kann, dass in dieser thailändischen Nobelbutze ganz andere Nervenkrankheiten schon übergegriffen haben.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 184

RTZapper

Luke, allein zu Haus

Mittwoch, den 25. März 2020
Tags:

DI 24.03.2020 | 18.00 Uhr | Sat.1

Das Fernsehen entdeckt ein ganz neues Genre für sich: Die Corona-Not-Sendungen. Das sind Shows, in denen die Promis zu Hause sitzen und sich per Videochat zusammenschalten.
Weil wir ja jetzt alle zu Hause sitzen müssen, sind solche Durchhalte-Unterhaltungsformate auch durchaus sinnvoll. Zumal sie vermutlich sehr wenig kosten und günstig Sendezeit füllen. Andererseits ist Unterhaltung in der momentan schwierigen Zeit sehr wichtig, und es ist erstaunlich wie flexibel und ideenreich die Sender plötzlich sind, wenn es heißt, neue Formate an den Start zu bringen. Nicht nur wegen der Formate an sich, sondern auch das Tempo ist atemberaubend.

Am Donnerstag war Sat.1 der Vorreiter für ein Coronavirus-Sonderprogramm. Der Sender kündigte ein neues Format an, das schon vier Tage danach auf Sendung gehen sollte. Luke Mockridge meldet sich nun montags bis freitags um 18 Uhr mit seiner neuen Sendung – live!
Allerdings hat der Titel “Luke, allein zu Haus” einen Haken. Luke ist nicht allein, und Luke ist nicht zu Hause.
“Luke, allein zu Haus” wird in einem Studio produziert, es gibt eine sehr kleine Kulisse, und so ein bisschen erinnert alles an “TV total”, nur einige Nummern kleiner.

Das Konzept: Luke Mockridge möchte uns die Zeit des zu Hause Rumsitzens versüßen und Quatsch machen. Am Montag haben allerdings alle Beteiligten gemerkt: Nur eine Idee zu haben, reicht nicht. Luke Mockridge wirkte im Laufe der Stunde, als ob er selbst gemerkt hat, dass sich das alles nicht trägt. Viel Leerlauf und Videochats, die wegen des schlechten W-Lans im Studio nicht so richtig funktionierten.
Einerseits wirkte das alles wie ein gesendetes Nichts. Aber andererseits war das eine spannende Art zu scheitern, denn das muss man sich ja auch erst mal trauen.
Wir als Zuschauer sind vom Fernsehen nur perfekte Abläufe geplant. Alles funktioniert, und war diese Improvisation, diese Langeweile schon wieder spannend.
Aber an einer ersten Sendung lässt sich ja oft wenig über das sagen, worauf es hinauslaufen soll.

Am Dienstag wirkte “Luke, allein zu Haus” schon sehr viel durchdachter. Zwar war Luke wieder nicht allein – ein Aufnahmeleiter und die Kameraleute, aber auch Schauspieler Frederick Lau war zu Gast und brachte Stimmung rein. Luke schaltete seine Mutter dazu, außerdem ging es in eine Familie, die auch zu Hause ausharrt.
Es ist keine perfekte Unterhaltung, es ist nicht die ganz große Nummer – aber für die aktuelle Kontaktsperre-Zeit ein nettes Format für den Vorabend, das hoffentlich noch ein paar spontane Überraschungen bereit hält. Das entwickelt sich sicherlich noch weiter.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 177

RTZapper

Big Brother

Freitag, den 28. Februar 2020
Tags:

MI 26.01.2020 | 19.00 Uhr | Sat.1

Bei Sat.1 scheint blanke Panik zu herrschen. Die Quoten von “Big Brother” sind mies. Eigentlich erwartungsgemäß, weil das Format heute nichts besonderes mehr zu scheint scheint, aber bei Sat.1 hat man sich wohl eingeredet, dass sie da das ganz große Ding aufziehen.
Man will das Format noch retten, und deshalb herrscht jetzt blanker und blinder Aktionismus. Irgendwas wollten sie, mussten sie offenbar tun.
Deshalb sind am Montag einfach mal komplett die Regeln und das ganze Konzept über den Haufen geworfen worden.

Das Konzept war: Im Glashaus leben die Bewohner im Luxus, müssen sich aber immer wieder zeigen lassen, wie beliebt sie sind. In einem Ranking und mit Zuschauerkommentaren. Im Blockhaus ist alles knapp, die Bewohner müssen sich viel erarbeiten. Dafür leben die analog, kriegen nichts mit, bekommen keine Bewertungen.
Am Montag wurde das Blockhaus geschlossen, stattdessen wurden alle ins Glashaus gefercht.

Offenbar dachte man bei Sat.1, dass nun wirklich alle bewerttet werden müssen. Dass sie Druck auf die Bewohner ausüben müssen, indem sie eng aufeinander hocken.
Aber eigentlich ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung.

Ein interessantes Detail: Die Bewohner des Blockhauses hatten alle eine sehr viel bessere Bewertung als die im Glashaus. Das könnte daran gelegen haben, dass im Blockhaus-Leute viel entspannter waren. Sie führten spannende Gespräche, und sie mussten viel tun – Hühner füttern, Aufgaben erledigen. Das war schlichtweg spannender.
Im Glashaus dreht sich jetzt alles um die idiotischen Bewertungen. Alle reden sie nun meist nur noch über sich selbst, über diese Bewertungen. Das ist öde.
Und schade ist, dass man einige Charaktere damit zu brechen droht. Wenn Sympathieträger wie Pat oder Tim plötzlich leiden, dann macht das auch keinen Spaß mehr. Weil dieses Leiden unnötig ist, weil es nur auf die Panikreaktion von Sat.1 fußt.
Wenn sich “Big Brother” nur noch darum dreht, dass man den Leuten an den Kopf wirft, was man von ihnen hält, und sie sich nur noch darüber unterhalten – dann ist das nicht wirklich interessant.

Viel spannender wäre es doch gewesen, den Leuten in beiden Bereichen mehr Aufgaben zu geben. Dass es mehr Möglichkeiten gibt, zu wechseln. Dass es Stunden gibt, wo sie alle zusammen sind. Auch das hätte Lästerpotenzial gehabt, das in den zwei Häusern immer wieder ausgewertet worden wäre.
Anstatt dass man sich bei Sat.1 überlegt hat, was man mit den Leuten in den beiden Bereichen anstellen kann, wie man mehr Abwechslung reinbringt, wirft man alles über den Haufen.
Das wird sich nicht auszahlen.

-> Die Sendung vom Mittwoch bei Joyn

Hits: 123