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No Body is perfect – Das Nacktexperiment

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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MO 13.01.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Einerseits scheint unsere Gesellschaft immer sexualisierter zu werden. Und alle müssen wir immer perfekter werden. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass es auch immer mehr Menschen gibt, die, weil sie keinen perfekten Körper haben, sich nicht mal mehr selbst ansehen möchten.
Insofern betreibt Sat.1 mit der neuen Sendung am Montagabend fast schon einen sozialen Dienst.

Fast möchte man meinen, dass Sat.1 mit dem Stichwort “Nacktexperiment” Leute anziehen will, die eigentlich was ganz anderes erwarten. Aber in “No Body is perfect” sind die Nackten genau das: unperfekt. Das Besondere ist: Es geht nicht darum, sie perfekt(er) zu machen. Sondern darum, sich mit dem, was sie haben, anzufreunden und lockerer damit umzugehen.

Auch besonders ist, dass es nicht nur um Übergewicht geht: Patrick hat schon als Kind Krebs gehabt, die Bestrahlungen haben seine Haut zerstört. Mit seinen Narben mag er sich nicht zeigen, mal an den Strand zu gehen, ist unmöglich. Tatjana und Stephanie dagegen können sich mit ihren fülligen Körpern nicht anfreunden. Strand? Unmöglich! Sich nackt im Spiegel sehen? Geht gar nicht!
Niemals geht es in dieser Sendung darum, was sie an sich ändern müssen. Niemals geht es darum, ihnen zu sagen, ob an ihrem Körper was arbeiten sollen. Was im Fall von Patrick auch schwierig wäre. Immer nur geht es darum, am Selbstwertgefühl zu arbeiten. Mit sich umzugehen. Das ist ein gutes Anliegen.

Auch die vier Coaches haben keine perfekten Körper. Sexpertin Paula Lambert, Curvy-Model Silvana Denker, Tanzpädagogin Sandra Wurster und Plus-Size-Model Daniel Schneider sind da, um die beiden Frauen und den jungen Mann zu mehr Liebe zu sich selbst zu ermutigen.
Und das so ziemlich ohne Effekthascherei und sachlich. Da hat Sat.1 mal eine positive Überraschung abgeliefert.

-> Die Sendung bei Joyn

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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

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Vorschrift ist Vorschrift

Sonntag, den 17. November 2019
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FR 15.11.2019 | 22.55 Uhr | Sat.1

Ein Moderator, ein vierköpfiges Rateteam und eine knifflige Frage. Das Team versucht, das Rätsel zu lösen, und das ist irgendwie ziemlich lustig. Wenn man Glück hat.
Klingt nach “Genial daneben”, ist es aber nicht.

Am Freitagabend lief auf Sat.1 die erste Folge von “Vorschrift ist Vorschrift”. Es geht um Behördenirrsinn. Frank Rosin moderiert, es gibt ein etwas zu langes Filmchen, in der eine Situation geschildert wird – allerdings nicht die, um die es letztlich geht. Denn das Rateteam muss dann raten, warum zum Beispiel knapp an der Genehmigung für Sitzplätze im Außenbereich vorbeigeschrammt ist.
Die Momente, in den das Team rätselt, was da los ist, erinnern sehr stark an “Genial daneben”, wo solche Fragen ja auch hin und wieder geklärt werden.

Mal abgesehen davon, dass dieses Rategedöns absolut überflüssig ist: Warum macht sich Sat.1 eigene Konkurrenz? Warum wird ein noch einigermaßen gut laufendes Konzept untergraben, in dem man es in anderen Sendungen kopiert?
An sich “Vorschrift ist Vorschrift” durchaus interessant, wenn auch die ersten beiden Fälle schon recht bekannt waren. Ein Experte erklärt nach dem Raten Hintergründe, auch der Betroffene ist da.
Da ist diese Raterei absolut überflüssig oder hätte man anders machen können. Die Fälle an sich sind schon interessant und irrsinnig genug.

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Survivor

Freitag, den 20. September 2019
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MO 16.09.2019 | 20.15 Uhr | VOX

In den USA ist “Survivor” sehr erfolgreich, dort läuft die 39. Staffel. Eine Gruppe Menschen kämpft auf einer einsamen Insel ums Überleben und um 500.000 Euro.
In Deutschland hat das bislang nicht funktioniert. Schon vor längerer Zeit – 2001 – lief die Reihe bei RTL II, 2007 dann bei ProSieben. Und das so schlecht, dass die Folgen aus dem Abendprogramm verbannt und am Vormittag versendet wurden.

Nun also VOX. Am Montagabend lief dort die erste Folge der neuen Staffel. 18 Kandidaten sind 39 Tage auf einer unbewohnten Insel. VOX will alles besser machen. Hochwertiger gefilmt und geschnitten.
Dass “Survivor” dennoch langweilig ist und in Deutschland nicht funktioniert, hat mehrere Gründe. “Survivor” wirkt, da kann alles noch so edel sein, wie eine x-beliebige Doku-Soap. Damit nerven uns die Privatsender schon den ganzen Tag über, “Survivor” unterscheidet sich kaum. Aber auch im Segment der Abenteuershows ist Deutschland ziemlich gesättigt, zumal die meisten auch nicht sonderlich gut funktionieren.
Am Montagabend ging es los, die 18 standen auf Pfählen und muss dort ausharren. Bis zu zwei Stunden hielten welche aus. Danach stapften sie durch den Urwald, und irgendwie war das so schrecklich egal, weil das Leute sind, die man nicht kennt und irgendwie auch nicht kennenlernen will.

“Survivor” fehlt ein Rahmen, eine Art Moderation. Die Show muss sich in irgendeiner Art und Weise absetzen vom Doku-Einerlei, das uns sowieso schon geboten wird. Die erste Folge schubste die Zuschauer mitten ins Geschehen, aber das war nach dem Pfahlstehen einfach nicht mehr interessant.
Deshalb wird es übrigens auch die normale Version von “Big Brother” 2020 bei Sat.1 sehr schwer haben. Außer es gelingt Sat.1, die Bewohner vernünftig einzuführen.

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NightWash

Dienstag, den 17. September 2019
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FR 13.09.2019 | 23.35 Uhr | Sat.1

Stand-up-Comedy hat in Deutschland eine neue Heimat – mal wieder. “NightWash” ist zurück – wobei die Show eigentlich nie weg war.
Am Freitagabend startete bei Sat.1 aber eine neue Staffel der Show, die in einem Kölner Waschsalon aufgezeichnet wird. Der Raum ist eng, die Bühne ist klein, das Publikum ist ganz dicht dran. Als Comedian muss man abliefern, sonst ist man geliefert.

Die erste Folge bei Sat.1 war so etwas wie ein Familientreffen, denn auf der kleinen Bühne standen neben dem neuen Moderator Atze Schröder auch Simon Stäblein und Luke Mockridge. Beide waren sie auch schon “NightWash”-Moderatoren, und es ist schön, dass man auch bei Sat.1 nicht den Eindruck machte, als handele es sich um eine ganz neue Show. Stattdessen hob man hervor, dass wir es hier mit einer traditionsreichen Show zu tun haben.

Im Oktober 2001 schon startete “Night Wash” im WDR. Eine Staffel lief sogar im Ersten. 2007 kam der Wechsel zu Comedy Central, 2009 ging es rüber zu einsfestival, dem späteren one. In den letzten beiden Jahren gab es “NightWash” nur auf Youtube. Mit Sat.1 hat man nun einen neuen Partner gefunden, der der Show hoffentlich so viele Zuschauer zuspült wie noch nie.
Dass man da als Zugpferd einen alten Hasen wie Atze Schröder voranstellt, erscheint da nur logisch, immerhin braucht Sat.1 ja jemanden, mit dem sie werben können.

Dass man für die Sat.1-Show auch Comedian Carl-Josef (14) hat noch mal auftreten lassen, obwohl er mit fast derselben Stand-Up-Nummer schon im Juni bei “NightWash” war, ist ebenso verständlich. Dass er aber auch fast die gleiche Nummer erzählte wie zwei Stunden zuvor bei Luke Mockridge – das hätten man vielleicht besser planen können.

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Das Quiz, für das Jörg Pilawa keine Zeit mehr hatte

Sonntag, den 15. September 2019
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FR 13.09.2019 | 22.35 Uhr | Sat.1

Bitter ist…
… wenn du eine neue Show startest, und das Beste daran, ist der Titel. Der Rest ist so lala.
Bitter ist…
… wenn du in dein Quiz den Star-Quizmoderator einlädst, dir zeigt, wo der Hammer hängt und du danach ganz schön alt aussiehst.

Am Freitagabend startete bei Sat.1 “Das Quiz, für das Jörg Pilawa keine Zeit mehr hatte”. Und das gleich mit einer Lüge. Denn Jörg Pilawa hatte nur nur Zeit, er schaute zur Premiere auch noch vorbei.
In der “Faisal Fawusi Show” gab es immer die Rubrik “DQFDJPKZMH” – ausgesprochen: siehe oben. Diese Rubrik bekommt nun eine eigene Sendung. Dabei ist das Konzept eher unspektakulär. Promis sollen raten, welche Hobbys Normalos haben – nur anhand ihres Aussehens. Das ist selten lustig oder spannend.

Spannend war eigentlich nur, dass Jörg Pilawa Zeit hatte – und das Quiz gleich auch mal moderierte. Er macht das souverän, das war keineswegs spontan. Pilawa machte das routiniert, locker und gut. Faisal Kawusi war plötzlich nur noch zweite Wahl und nur noch Stichwortgeber. Dass man das mit sich zur Premiere der eigenen Show machen lässt, ist erstaunlich. Man wünschte sich allerdings, dass Pilawa bleibt, der Show ein bisschen Klasse gibt, und dass Kawusi einfach mal keine Zeit mehr hatte. Stattdessen ging Pilawa, Kawusi moderierte weiter, und irgendwie war das Ganze dann überhaupt nicht mehr spannend.

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Luke! Die Greatnightshow

Sonntag, den 15. September 2019
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FR 13.09.2019 | 20.15 Uhr | Sat.1

Kinder haben den Text für den Auftritt geschrieben, den Luke Mockridge am 18. August im “ZDF-Fernsehgarten” hingelegt hat.
Am Freitagabend startete in Sat.1 die neue Sendung: “Luke! Die Greatnightshow”, und die fing natürlich mit der Aufklärung darüber an, was den Mockridge eigentlich in Mainz geritten hat.
Und im Grunde ist es, wie wir geahnt haben: Dieser desaströse Auftritt war Teil seiner neuen Show, und natürlich ist dieser Auftritt im ZDF als PR für seine Sendung genutzt worden.

Luke Mockridge hatte sich vorher mit Kindern darüber beraten, was sie denn so lustig finden. Sie erzählten Witze, machten Affenlaute, die Achsel-Furzgeräusche – kurzum: alles, was wir dann später live im Fernsehgarten ertragen mussten.
Man könnte jetzt sagen: Mockridge konnten ja nichts dafür, und es war ja alles total süß. Joa, war es auch. Irgendwie. Aber natürlich war ja vorher klar, wenn man sich die Idee ausdenkt, dass man mit Kindern den Standup plant, was da rauskommen könnte.
Deshalb war das am Ende süß, aber trotzdem Berechnung.
Hinzu kommt: Zwar haben wir in dem Beitrag gesehen, wie sich Luke vor dem Auftritt fühlte. Nämlich: mies. Er wusste ja, dass das eher unangenehm wird. Was wir in dem Beitrag nicht gesehen haben: Ist Mockridge dann rausgeworfen worden? Ist er geflüchtet? Das eigentlich Interessante hat auch Sat.1 nicht gezeigt, und das war sehr enttäuschend. Weil es ja vielleicht auch ein etwas schlechteres Licht auf Luke Mockridge geworfen hätte. Oder weil es vielleicht ein bisschen unangenehm geworden wäre – also, noch unangenehmer als vorher.
Luke Mockridge reichte Andrea Kiewel am Ende symbolisch die Hand – ob sie wirklich mal in seine Show kommt? Ich wage es zu bezweifeln.

Und sonst? Ansonsten gehört Luke Mockridge – trotz des Fernsehgarten-Ausfalls – immer noch zu den großen jungen Entertainern. Seine Show hatte Witz, es gab tolle Live-Musik, er stellte ein seltsames Musical auf die Beine. Es sind nicht immer Volltreffer, aber es ist durchaus kurzweilig.

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