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Was für ein Jahr!

Mittwoch, den 8. Mai 2019
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MO 06.05.2019 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Nostalgie funktioniert eigentlich immer. Deshalb hat Sat.1 im Fall der neuen Show “Was für ein Jahr!” durchaus vieles richtig gemacht. Die Sendung ist am Montagabend auf Sat.1 Gold wiederholt worden.

Hugo Egon Balder begrüßte zweimal zwei Promis, die gegeneinander spielten. Alles drehte sich um das Jahr 1990. Um Trends, die Musik, um Ereignisse und Serien. Die Promis spielten das damals im Sat.1-Frühstücksfernsehen “Guten Morgen mit Sat.1” bekannte Computerspiel “Superball”, sie mussten wissen, wie der Kater von Alfs Familie Tanner heißt und mussten sich nochmal David Hasselhoffs “Looking for Freedom”-Auftritt am Brandenburger Tor ansehen (der allerdings Silvester 1989 stattfand).

Sicherlich: “Was für ein Jahr!” ist wieder mal ein Quiz und wieder mal mit Promis. Aber auch eine Art Kindergeburtstag, der Spaß macht. Der zusätzliche Effekt ist, dass man sich als Zuschauer selbst an das Jahr erinnert. Denn “Baywatch” haben wir in diesem Jahr sicherlich alle gesehen. Und natürlich können wir auch was mit “Tutti Frutti” anfangen, was Balder damals selbst moderiert hatte.

Bislang hat Sat.1 nur zwei Folgen dieser netten Show ausgestrahlt. Es dürfen gerne mehr sein. Das eine oder andere Jahr gäbe es da ja noch abzuarbeiten.

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Der Schlagerbulli – Heimat in Tour

Sonntag, den 19. August 2018
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DO 16.08.2018 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Sat.1 Gold hat am Donnerstagabend ein interessantes Experiment gestartet. Getestet werden soll die Aufmerksamkeit der Zuschauer: Merken sie, dass sie zwei Sendungen gleichzeitig schauen?
Denn die Sendung, die unter dem Titel “Der Schlagerbulli – Heimat on Tour” erstmals gelaufen ist, sind in Wirklichkeit zwei Sendungen. Nämlich: “Der Schlagerbulli” und “Heimat on Tour”. Denn Sat.1 Gold scheint zwei Konzepte miteinander vermischt zu haben, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben.

Evelyn Weigert und Maximilian Arland sind unterwegs mit dem Schlagerbulli – aber nicht lange. Denn nach einer Anfangsplauderei während der Fahrt, ist Arland unterwegs in Deutschland. Ohne Bulli. Er trifft einen Schäfer in Niedersachsen und ist bei einem Trabi-Treffen in Sachsen-Anhalt. Nette Personality-Reportagen-
Währenddessen trifft Evelyn Weigert im Bulli den Schlagerstar Ross Antony. Sie redeten und sangen – und hat hatte immerhin wirklich mit dem Titel der Sendung zu tun.
Arland hatte mit dem Bulli die ganze restliche Sendung nichts mehr zu tun. Die beiden Moderatoren begegneten sich nicht mehr.

Merkwürdig. Wahrscheinlich hat man bei Sat.1 Gold hilflos nach Material gesucht, um eine Sendestunde zu füllen. Hat man also zwei Formate zusammengeschnitten, die gar nicht zusammengehören? So wirkt dieses Konzeptwirrwarr jedenfalls.

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Das Musikschiff – Stars auf einer Welle

Sonntag, den 8. Juli 2018
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DO 05.07.2018 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Wenn Schlagerstars für Sat.1 Gold auf Kreuzfahrt gehen, dann müssen sie auch ein bisschen schuften. Aber wirklich nur ein bisschen. “Das Musikschiff – Stars auf einer Welle” heißt die neue Musikreihe, die am Donnerstagabend erstmals gelaufen ist.

Die Idee ist zwar an sich nicht neu, aber auch gar nicht so übel: Maximilian Arland, Ireen Sheer, Annemarie Eilfeld und Eloy müssen sich in jeder Folge einem neuen Motto stellen. In der Premierenausgabe ging es um Italosongs, und die Musiker mussten sich innerhalb eines Tages einen italienischen Song draufschaffen.
Die Kamera begleitete die vier also dabei, wie sie übten. Da war durchaus sympatisch. Da saß dann Maxi Arland, der ja nicht mehr Maxi sein möchte, an einem Tisch irgendwo auf dem Schiff und versuchte, den Text von “Volare” zu lernen. Damit er die Aussprache richtig lernen konnte, musste er sich per Smartphone Hilfe von einer Freundin holen, die italienisch kann.

Am nächsten Abend sangen dann Arland und die anderen ihre gelernten Songs. Nun ist das ja nicht das ZDF, sondern nur Sat.1 Gold, und die Bühne auf dem Kreuzfahrtschiff ja auch nicht die beste, für richtige Scheinwerfer hat es da auch nicht gereicht. Aber egal, darauf kommt es ja nicht an.
Merkwürdig war vielmehr, dass die Stars ihre Songs zum Playback sangen, wenn sie überhaupt sangen. Plötzlich hatten Ireen Sheer und die anderen ihre Lieder richtig gut drauf, inklusive Backgroundgesang und allem, was so ein Playback mit sich bringt.
Stellt sich die Frage: Wann wurden diese Playbacks produziert? Und ist es nicht eine Verarsche der Zuschauer, wenn man so tut, als sei die Aufgabe überraschend und müsse nun den Text lernen? War in Wirklichkeit alles schon fertig produziert? Ist die komplette Story dieser Sendung etwas ein Fake?

So richtig gute Stimmung im Saal kann auch nicht gewesen sein, denn der eingespielte Jubel der Zuschauer war genau das: eingespielt. Während im Bild höflich applaudiert wurde, brandete akustisch Megajubel auf, der so groß war, dass es schon auf den ersten Blick unpassend zur Location erschien.

Sat.1 Gold musste sein “Musikschiff” scheinbar ziemlich stark bearbeiten, damit der Eindruck einer Megasause entsteht. Blöd nur, wenn es so sehr auffällt.

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José Carreras Gala 2016

Freitag, den 16. Dezember 2016
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MI 14.12.2016 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Weit mehr als 3 Millionen Euro kamen am Mittwochabend bei der José-Carreras-Gala 2016 zusammen. Die Leute spendeten für den Kampf gegen Leukämie, Blutkrebs. Eine gute Sache.
Wenn man bedenkt, dass gerade mal 460.000 Leute die Show sahen, sind 3,1 Millionen Euro ein riesiger Batzen Geld.

1995 startete die jährliche Show, sie lief damals im Ersten und erreichte ein Millionenpublikum. Inzwischen ist die Gala zum Minisender Sat.1 Gold ausgelagert worden, dort erreicht sie sehr viel weniger Zuschauer als früher. Und dennoch kamen innerhalb weniger Minuten mehrere Hunderttausend Euro zusammen. Das ist erfreulich, aber auch sehr erstaunlich. Trotz geringer Aufmerksamkeit so viel Geld? Haben da vielleicht große Unternehmen nachgeholfen, die aber nicht genannt wurden? Dass in so kurzer Zeit schon so viel Geld zusammenkommt, ist mindestens bemerkenswert.

2012 übertrug der mdr letztmals für Das Erste, damals sahen noch mehr als 4 Millionen Leute zu, rund 7 Millionen Euro Spenden kamen rein. Ein Jahr danach sprang Sky ein und zeigte die Gala auf einigen seiner Sender immerhin unverschlüsselt. Inzwischen ist Sat.1 Gold das dritte Mal übertragender Sender. Bemerkenswert: Die Show lief komplett werbefrei, und das quasi den ganzen Abend lang. Kennt man von Privatsendern eher selten.

Damit die Spendengelder rollen, wollte man wohl verschiedene Zielgruppen ansprechen (was auf Sat.1 Gold schwierig ist). So traten in einer (Live?)-Schalte aus den Berliner Potsdamer-Platz-Arcaden die Lochis auf. Die Lochis sind Youtuber und haben ein Album rausgebracht, bei den Kids sind sie total berühmt. Ein paar Dutzend standen dann auch vor der kleinen Bühne rum, der Moderator vor Ort wurde aber nicht müde zu sagen, dass das ganze Einkaufscenter total voll sei. Jaja.
Die Kids sollte Sparschweine mitbringen und darin ein paar Spenden hinterlassen. Hat sogar ein wenig funktioniert, auch wenn die Youtubekids vermutlich gar nicht mehr wissen, wozu so ein Porzellansparschwein eigentlich gut sein soll.

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Love Boat

Dienstag, den 8. November 2016
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MO 07.11.2016 | 13.25 Uhr | Sat.1 Gold

Ich gebe zu: Erst lief mir ganz kurz ein Schauer über den Rücken. Dann musste ich lächeln. Denn ich sah den Vorspann zum “Love Boat”. Die Serie läuft seit Montag wieder jeden Tag am Mittag auf Sat.1 Gold.

Das “Love Boat” war das Vorbild für das deutsche “Traumschiff”. Gut 45 Minuten lang drehte ich alles um Captain Stubing und eine Crew. Um Liebeleien und Sticheleien. Wenig spannend, aber immerhin herzlich.
Die Folgen sind ungefähr vom Ende der 70er-Jahre, also fast 40 Jahre alt.
Das ist um so unglaublicher, da sie immer noch ansehbar sind. Das “Love Boat” ist vollkommen zeitlos. Die Geschichten funktionieren immer noch, auch wenn es darin natürlich keine moderne Technik anno 2016 gibt. Und echte Schwierigkeiten – Horrorstürme oder Eisberge – waren auf dem “Love Boat” eh nicht zu erwarten.

Für mich ist das “Love Boat” eine Kinder- und Jugenderinnerung. Die Soap lief in den späten 80ern immer am Nachmittag auf Sat.1, wenn gerade mal wieder das “General Hospital” pausierte. Und sie machte Spaß, was an den sympathischen Darstellern und den netten Storys lag.
Die Bildqualität ist inzwischen längst nicht mehr die Beste – aber reinschauen lohnt sich immer noch. Auch wenn man den Titelsong den ganzen Tag nicht mehr aus dem Ohr bekommt.

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Herz sucht Liebe

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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MI 19.10.2016 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Und hier ist Ihr Herzblatt!
Äh, falsch. Also, noch mal:
Und hier ist Ihr Herzbube!

Das klingt ein bisschen dämlich. Was anderes darf Thomas Ohrner aber nicht sagen. Jedenfalls nicht das Wort “Herzblatt”.
Bei Sat.1. Gold schwimmen sie weiter auf der aktuellen Spielshow-Retrowelle. RTLplus macht es vor, Sat.1 Gold zieht nun nach. Dort lief am Mittwochabend nach gut zehn Pause mal wieder die Verkuppelungsshow “Herzblatt”. Weil die Rechte am Namen “Herzblatt” aber wohl nicht zu haben waren, macht Sat.1 Gold zwar “Herzblatt”, und alles sieht auch so aus wie damals in der guten alten ARD, nennt es aber “Herz sucht Liebe”.

Irgendwie ist es ja ganz nett, dass alle diese alten Shows wieder aufgewärmt werden, aber passen die eigentlich noch in unsere heutige Zeit? Wo wir auf Tinder Frauen und Männer wegwischen, wenn wir sie nicht hübsch genug finden?
Ist es nicht ein wenig trutschig, wenn da eine Frau auf dem Hocker sitzt und von Kandidat 2 wissen will, welches Instrument Kandidat 3 sein könnte (“Eine Flöte, muahahaha.”)?

Sat.1 Gold hat das Format weitgehend so belassen, wie es war. Auf die zusätzlichen Gesangseinlagen der Herzbl…, äh, Herzbuben hätte man verzichten können. Auch auf die rüde nachträglich einmontierten Interviews mit den “Verlierern”. Und wer die völlig unpassende, nervig rumdaddelnde Titelmusik komponiert hat, gehört auch auf den Index. Wenn Susi (ja, Susi mit ihrer Schmmmmuuuuse-Stimme ist auch wieder da) ihre Zusammenfassung säuselt, plingt und plongt die Musik nervig im Hintergrund.

Nur eines ist abgeschafft worden: Ausgerechnet der Herzblatt-Hubschrauber. Nix da mit netten Wochenendreisen dahin, wo es schön ist. Bei Sat.1 Gold reicht das Budget nur noch für einen (vermutlich gesponserten) Musicalbesuch und anschließendem Kerzenscheindinner. Lohnt sich ja gar nicht mehr.

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Promis privat – Das süße Leben der Stars

Dienstag, den 21. April 2015
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MO 20.04.2015 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Schäfer Heinrich sitzt mit einer hübschen Frau im Auto, und das macht ihn ein bisschen juckig. Er erzählt ihr, dass er ja so viel mit seinen Schafen zu tun habe.
Thomas Karaoglan soll irgendeinen PR-Quatsch drehen und verwirrt sich, warum auch immer, im Wald.
Georgina Fleur will einen Benimmkurs machen, wird aber erst mal angepöbelt, dass sie ja die aus dem Dschungel sei.
Jan Leyk hat Zoff mit seinen Kumpels, denn er will seine Freundin mit zu einem Shooting nehmen, schließlich sei doch im Auto viel Platz.

Hast du gerade gegähnt?
Bist du wahnsinnig? Das ist spannendes… ähm, das ist Privatfernsehen!

Das sind nämlich Promis privat.
Ähm, nein. Das stimmt nicht ganz.

Das sind Dokusoapnasen privat.
Hm, auch das stimmt eigentlich nicht so ganz.

Das sind Dokusoapnasen in einer Dokusoap, die das Privatleben simulieren.
Erstaunlicherweise hat man bei Sat.1 eingesehen, dass dieser Mist die Leute eher weniger interessieren wird. Kurzerhand ließ man zwar zig Folgen von “Promis privat” produzieren. Ausgestrahlt worden sind sie jedoch nicht. Ursprünglich sollte es täglich im Sat.1-Vorabendprogramm laufen. Relativ kurzfristig ist das Format noch vor Sendestart (!) aus dem Programm genommen worden.
Kein gutes Zeichen für so eine Sendung.
Heimlich lief sie dann im Pay-TV bei Sat.1 emotions, nun wird sie immerhin zur Primetime bei Sat.1 Gold verschrottet. Vermutlich in der Hoffnung, dass sich der Schaden in Grenzen hält.

In “Promis privat” werden Leute gezeigt, die mal kurzzeitig D-Promis waren. Die Ex-en werden in angeblich realen Situationen beobachtet und kommen – welch ein Zufall – in komplizierte Bedrängnisse. Das reale Leben der ex-D-Stars war vermutlich viel zu schnarchig. Das, was es in “Promis privat” zu sehen gibt, führt jedoch auch zu einem Dauergähnen.
Das Ergebnis muss selbst die Verantwortlichen so angeödet haben, dass sie “Promis privat” ein Sendeverbot für Sat.1 verordneten.
Kein Wunder. Ex-DSDS-Kandidat Thomas schauspielert sich durch eine dümmliche Story. Schäfer Heinrich muss sich lächerlich machen (mal wieder). Ex-“Berlin – Tag und Nacht”-Darsteller Jan Leyk labert sich auch irgendwie durch, und Georgina Fleur … da habe ich dann mal umgeschaltet.
Von vorne bis hinten dämlich. Dann doch lieber Frauke Ludowig und echte D-Stars im einigermaßen echten Leben.

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