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Rügen 2011 (1): Leise rieselt der Sand

Sonntag, den 2. Januar 2011
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2010 -> 11.7.2010

Eine Premiere: das erste Mal überhaupt reiste ich mit dem Zug auf die Insel Rügen. Die Bahn hat sich für den besonderen Tag für einen besonders alten Rumpelzug entschieden. Fast drei Stunden braucht der Refionalexpress von Oranienburg bis Stralsund, das ist fast ein Drittel länger als mit dem Auto. Mit “Express” hat das wenig zu tun, vor allem, weil der Ding in Mecklenburg-Vorpommern zum Bummelzug wird, der an jedem Dorfbahnhof hält.
In Neubrandenburg zucken die wenigen Neujahrspassagiere zusammen. Als der Waggon am Hauptbahnhof über eine weiche fährt, ruckelt es heftig, dazu unangehme Geräusche. Ein Wunder, dass wir nicht entgleist sind.
Trotz 10 Minuten Verspätung in Oranienburg kommen wir pünktlich in Stralsund an, dort geht’s mit einem weiteren RE nach Binz.
Herrliches Winterwetter herrscht, als der Zug über den Rügendamm rollt, der Strelasund ist fast zugefroren. Ebenso der kleine und große Jasmunder Bodden bei Lietzow.

Erste Amtshandlung in Binz: eine Waffel kaufen. Natürlich. was auch sonst. Kurz vor der Seebrücke dann die erste Überraschung: Das Strandschloss ist bereits fertig. Zumindest die Fischrestaurantkette Gosch ist bereits aktiv. Ich finde es immer noch befremdlich, den großen Schriftzug “Sylt” in meinem Lieblingsort auf Rügen zu lesen.

Unser Apartment liegt direkt an der Strandpromenade, von unserem Balkon aus können wir direkt auf die Ostsee schauen. Herrlich!
Zugefroren ist die See nicht, wenn man allerdings Richtung Steilküste spaziert, sind zumindest Teile der Uferzonen leicht vereist.

Ausflug nach Sassnitz. Dort war ich zuletzt vor 21 Jahren. Sassnitz hatte beispielsweise ein Clubkino mit Stühlen und Tischen. Heute ist es dort recht ruhig. Der Hafen macht einen beschaulichen Eindruck. Die großen Fähren legen schon seit längerer Zeit im benachbarten Neu-Mukran ab. Nun ankern dort nur noch einige Fischerboote. Auf der Mole pfiff der eisige Wind um unsere Ohren. Für ein Bismarck-Brötchen ist es allerdings nie zu kalt.
Ein paar hundert Meter weiter beginnt die Steilküste. Der Strand ist steinig. Und so richtig sicher fühlt man sich nicht, wenn man nach oben sieht und schon der Sand an vielen Stellen leise rieselt. Immer wieder kommt es zu Abbrüchen, Reste davon liegen überall am Strand.

Der Stau vor der Rügenbrücke könnte unterdessen zur Tradition werden. Allein 70 Minuten für die wenigen Kilometer zwischen Bergen und Samtens. Ewiger Stillstand, und plötzlich rollte alles. Als ob ein Knoten geplatzt ist.