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Unfall in Russland: Oranienburger Schülerinnen verletzt

Donnerstag, den 1. Juli 2010
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Bei einem Busunglück im russischen Kaliningrad sind am Dienstag acht Schülerinnen des Oranienburger Runge-Gymnasiums verletzt worden. Die Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren erlitten dabei Prellungen und einen Knöchelbruch. Eine 15-Jährige kam zunächst mit dem Verdacht auf Rippenbrüche ins Krankenhaus.
Am Mittwoch trafen sie in Oranienburg ein.

aRTikel

Wendejahr 1989: Wie zu Hause auf dem Roten Platz

Freitag, den 12. Juni 2009
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Geschichte: Am 12. Juni 1989 reiste Michail Gorbatschow nach Bonn und wurde mit großem Jubel empfangen

MAZ, 12.6.2009

BONN
Das Bild vom Bonner Marktplatz ging um die Welt: der kleine Heinrich Christian mit seiner Lederhose auf dem Arm von Michail Gorbatschow, liebevoll umsorgt von dessen Ehefrau Raissa. Heute ist das Foto im Bonner „Haus der Geschichte“ zu sehen. Der Jubel in der damaligen Bundeshauptstadt kannte am 13. Juni 1989 keine Grenzen. Tausende Menschen wollten das Ehepaar Gorbatschow sehen. Sprechchöre riefen „Gorbi, Gorbi!“ Er fühle sich wie zu Hause auf dem Roten Platz, sagte der Chef der Kommunistischen Partei danach. Bisher war so eine Atmosphäre eher von den Besuchen Kennedys und de Gaulles bekannt.

Der Besuch von Michail Gorbatschow in der Bundesrepublik vom 12. bis 15. Juni 1989 stellte eine Wende in den deutsch-sowjetischen Beziehungen dar. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und sein Gast aus der Sowjetunion die Absicht, die „Zusammenarbeit in allen Bereichen auf der Grundlage des Vertrauens konsequent weiter auszubauen“. Beide bekannten sich zum Selbstbestimmungsrecht der Völker. Die Anknüpfung an europäische Traditionen könne die Teilung Europas überwinden. Gorbatschow räumte den Partnern im Warschauer Pakt volle Selbstbestimmung bei der Entwicklung eigener Reformen und Gesetzen ein.
Gorbatschow weiter: „Die Völker haben genug von Konfrontation und Kaltem Krieg. Wir sind aus der Periode des Kalten Krieges heraus.“

Kein Thema während der Gespräche war die deutsche Wiedervereinigung, jedenfalls nicht offiziell. Dass die Mauer in Berlin aber nicht mehr allzu lange stehen dürfe, wurde aber durchaus von Bonner Seite angesprochen. Gorbatschow argumentierte, dass sie weg könne, wenn die Bedingungen, die es für ihren Bau gegeben habe, entfielen. So hatte es Erich Honecker auch schon im Januar 1989 verkündet. Zum Umgang mit der DDR sagte Gorbatschow: „Machen Sie mit der DDR, was Sie zustande bringen. Es wird sich was bewegen.“

Die Meinungen über den Staatsbesuch waren gespalten. Von einem historischen Ereignis zu reden, sei keine Floskel, kommentierte die Hessische/Niedersächsische Allgemeine. „Das Ergebnis ist positiv’.“ Die Stuttgarter Zeitung dagegen störte sich am Bonner Jubel und bezeichnete ihn als paradox. Jahrzehntelang habe man sich vor dem Russen gefürchtet, nun würde den Reportern vor Rührung die Stimme wegbrechen.

Helmut Kohl kündigte am Rande der Gespräche den Gegenbesuch an. Als er tatsächlich im Sommer 1990 zu Gorbatschow reiste, lag der Mauerfall schon Monate zurück, und das Gesprächsthema der beiden war die deutsche Wiedervereinigung.

RTZapper

Tagesthemen: Journalistenprügel in Russland

Montag, den 16. April 2007
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SO 15.04.2007, 22.45 Uhr, Das Erste

Was ist eigentlich in Russland los? Da werden Demonstranten in St. Petersburg niedergeprügelt und festgenommen, weil sie gegen die russische Politik protestieren. Auch Journalisten wurde angegriffen, darunter ein Kamerateam der ARD. Das berichteten die “Tagesthemen” heute Abend.
Das erinnert stark an die Zeiten der DDR, wo Polizei und Stasi alles und jeden festgenommen hat, der nicht nach Parteilinie ausgerichtet war. Ähnliches sehen wir nun aus Russland.
Und die Reaktionen im Ausland? Scheinen bei Null zu liegen. Niemand, der dem Putin mal klar seine Meinung sagt. Selbst die Deutschen, die es wahrlich besser wissen müssen, mischen sich nicht ein.
Erschütternd, beschämend, traurig.

RTZapper

Die Bourne Verschwörung

Montag, den 16. April 2007
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SO 15.04.2007, 20.15 Uhr, RTL

Berlin liegt mitten in Russland, ist gewissermaßen ein Stadtteil von Moskau. Zu der Erkenntnis konnte beim “Bourne-Ultimatum” kommen. Dass weite Teile der Verfolgungsjagd nicht in der russischen, sondern in der deutschen Hauptstadt gedreht wurden, ist ja bekannt.
Dennoch: Beim zweiten Mal ist es sehr spannend, mal genauer hinzusehen: Wo donnert Bourne denn überall lang?
Beim “Café Moskau” liegt es ja fast nahe, dass es in Moskau liegt – ebenso die Karl-Marx-Allee, die tatsächlich ziemlich ostig aussieht. Weiter ging’s zur Leipziger Straße, wo im Hintergrund das Ebbinghaus-Gebäude zu sehen, das demnächst abgerissen werden soll. Auch der Hausvogteiplatz liegt in Russland.
Wer es nicht wusste oder sich in Berlin nicht auskennt, würde dennoch nicht drauf kommen. Überall waren russische Schriftzüge zu lesen. In mühevoller Kleinarbeit wurde ein Supermarkt mit russischen Produkten aufgefüllt (es gibt hierfür sogar eine extra Firma, die so etwas ausstattet). Autos, Busse und Bahnen, die es so in Berlin nicht gibt.
Oft waren die Einstellungen sowieso dermaßen kurz, dass Berlin gar nicht groß erkennbar war.
Auf jeden Fall ein sehr spannender Aspekt dieses Films.

aRTikel

Fast immer warmes Wasser

Mittwoch, den 27. September 2006
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Robert Grünler (23) aus Kremmen lebt ein halbes Jahr im russischen Novotscherkassk

MAZ Oranienburg, 27.9.2006<

NOVOTSCHERKASSK
Mit der kyrillischen Schrift kommt Robert Grünler mittlerweile klar. „Probleme gibt es eher beim Verständnis des Gesprochenem“, meint der 23-jährige Kremmener. Ein Semester lang lebt er in Novotscherkassk und besucht dort die Südrussische Staatliche Technische Universität (SRSTU). 200000 Einwohner hat Novotscherkassk, die als die Hauptstadt der Don-Kosaken gilt. Das Abenteuer begann Anfang August.
„Ich wollte während meines Studiums an der TU Ilmenau auf jeden Fall noch ein Auslandssemester machen, um eine weitere Sprache zu lernen“, erzählt Robert Grünler. „Da ich Englisch in der 11.Klasse bereits mit einem Schuljahr in den Staaten abgehakt hatte, musste ich mir einen anderen Favoriten suchen.“ Schon am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium lernte er Russisch. „So war diese Variante besser, als eine dritte Sprache neu zu lernen.“
Schon vorher war er bereits zweimal in Novotscherkassk, organisiert von der TU Ilmenau. „Dort hat es mir ganz gut gefallen und zusätzlich wird ein Aufenthalt in Russland von GoEast (DAAD) auch relativ gut gefördert, so dass sich die finanziellen Belastungen in Grenzen halten.“
Der Mechatronik-Student arbeitet in Russland an seiner Studienarbeit zum Thema: „Optimierung des Energieertrags von Solarmodulen durch Nachführung“. Auch Mechatronik-Vorlesungen besucht er.
„Als Deutscher wird man hier sehr freundlich aufgenommen“, erzählt Robert Grünler. „Es ist nicht schwer, viele Leute in kurzer Zeit kennen zu lernen.“ Mit einem Kommilitonen aus Ilmenau lebt er in einem Zimmer einer Zweiraumwohnung eines Wohnheimes. „Das Wohnheim an sich ist das Beste, was es hier gibt“, meint Robert. „Wir hatten bis jetzt nur wenig Kakerlaken und auch fast immer Wasser.“ Manchmal riecht es ein wenig: „Im Keller scheint eine Art Klärgrube untergebracht zu sein. An Tagen, in denen es keinen Wind gibt, steigen die Dämpfe an unserem Fenster vorbei und machen lüften nur über den Flur möglich.“
Ziemliche Unterschiede sind Robert Grünler zwischen den Deutschen und den Russen aufgefallen – gerade äußerlich: „Was jedem Mann bei der Ankunft an russischen Flughäfen auffällt, sind die Frauen“, sagt er. „Offensichtlich verhält sich die Mode hier so, das Miniröcke und Pfennigabsätze ein absolutes Muss sind. Bei den Männern verhält sich das eher umgekehrt: Die Liebe zu gestylten Haaren könnte man als nicht vorhanden annehmen.“
Aber auch an der Uni herrschen andere Regeln als in Deutschland: „Bei meiner Ankunft im August gab es Temperaturen von bis zu 40 Grad. Für die Uni hieß es aber trotzdem: lange Hosen anziehen, koste es was es wolle. Ich kenne zwar ähnliche Regeln von meiner amerikanischen Highschool, allerdings war diese auch mit Klimaanlagen ausgestattet, die solche Regeln auch erträglich machten.“
Mit den Freunden zu Hause hält er unter anderem durch ein Internettagebuch Kontakt, in dem er alle seine Erlebnisse notiert und bebildert. Hier schildert Robert Grünler beispielsweise die Liebe der Russen zum Wodka: „Bier ohne Wodka ist verschwendetes Geld.“
Spannend sind auch immer die Fahrten mit der Tram. „Die Bahnen sind auf einem Niveau, bei dem jeder Tüv-Angestellte ohne weitere Untersuchen die Einstellung des Betriebes fordern muss. Zum Ziel wird man nicht gefahren, sondern eher geschüttelt.“
In vier Monaten wird wieder alles anders. Dann kehrt Robert Grünler nach Deutschland zurück.

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Brand im Fernsehturm

Dienstag, den 29. August 2000
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Wie gut, dass ich nicht in Moskau wohne. Dann, war’s nämlich aus mit Fernsehen. In Russlands Hauptstadt gibt es seit Sonntag nichts mehr zu zappen.
Mitten im Werbeblock des russischen Fernsehens gab es einen Bildausfall, der bis heute nicht behoben werden konnte – und es wohl auch in nächster Zeit nicht wird. Der Moskauer Femsehturm hat gebrannt. Nun sind die Stadt und das Umland vom Fernsehen und damit dem großen Teil der politischen Berichterstattung abgeschnitten. Ein Rückschritt in eine längst vergangene Zeit. Über Monate wird es dort kein Fernsehen geben, abgesehen von ein paar Nachrichten, die aber nur in einigen Teilen Moskaus gesehen werden können.
Eine grauenhafte Vorstellung! Denn was wäre heutzutage das Leben ohne Fernseher? Okay, es geht auch mal ohne, wie gerade im Urlaub erst festgestellt. Aber ganz ohne?
Man kann sich doch nicht die ganze Zeit unterhatien! Irgendwann geht einem doch der Gesprächsstoff aus! Ob es nun in Russland zu vielen Ehekrisen kommt?

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Der Denver-Clan: “Njet!”

Montag, den 30. September 1996
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Bei uns in Deutschland ist diese Serie schon längst schnee von gestern. Seit einiger Zeit läuft “Der Denver-Clan” in Rußland. Und die Einschaltquoten sind geradezu gigantisch (bis zu 70 Prozent der Zuschauer).
Nun luden die “Denver”-verrückten russen gemeinsam mit den Fox-Studios den Clan nach Moskau ein. Alle sagten zu. Nur Joan Collins hatte Extrawünsche. Sie verlangte kostenlose Flüge für acht Begleitpersonen. Außerdem die teuerste Hotelsuite (sechs Zimmer) und eine eigene TV-Pressekonferenz.
Von den Russen gab’s für ein “Njet!” und eine Ausladung für Joan.