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In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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MO 28.01.2019 | 21.15 Uhr | RTL II

Vor drei Wochen noch hätte ich mich gefragt, wieso RTL II eine Sendung zeigt, in der ein Currywurstmann Leute beim Auswandern in die USA unterstützt.
Nun war aber Currywurstmann Chris Töpperwien im RTL-Dschungelcamp, und es ist ganz sicher ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt bei RTL II die Dokureihe mit ihm startet.

Die Reihe heißt “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” und lief am Montagabend. Da ist zum Beispiel die 25-Jährige, die in Los Angeles unbedingt Schauspielerin werden will. In Deutschland hat sie es nicht geschafft, und wohl fühlt sie sich da auch nicht. Nun also in die USA. Oder das Paar, das eine Idee rund um ein Boot hat, ein Saunaschiff auf dem Wasser. In 90 Tagen müssen sie Erfolg haben- auch wegen des Aufenthaltsvisums.

Im Grunde ist an der Sendung kaum etwas auszusetzen. Nur: Sie ist so null interessant. Nach Töpperwiens Vorstellung im RTL-Dschungel möchte man den Currywurstmann eigentlich erst mal länger nicht sehen, und dass ausgerechnet er anderen Leuten Erfolgstipps geben will, ist mindestens bemerkenswert. Nur leider finde ich es auch nicht interessant, zu beobachten, wie andere in den USA irgendwas machen wollen. Ob ich nun erfahre, ob eine hier erfolglose Schauspielerin drüben Erfolg hat, oder ob RTL II einen Sendeausfall (für immer?) hat, ist ziemlich wurscht.

Und das sind ja eigentlich der Tod des Fernsehens: Sendungen, die einfach nur schrecklich uninteressant und egal sind.

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Chartbreaker – Die Casting-Soap

Donnerstag, den 17. Januar 2019
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MO 14.01.2019 | 17.10 Uhr | RTL II

“Deutschland sucht den Superstar” hat dann seine schwächste Phase, wenn sich beim Recall in irgendeinem fernen Land die Kandidaten anzicken. Wenn man das Gefühl hat, eine Soap zu verfolgen, eine, die vorher abgesprochen worden ist. Irgendwie doof.

Immerhin gibt man bei RTL II ja zu, dass ihre Casting-, ähm, -dingsbums von vorn bis hinten ausgedacht ist. Am Montagnachmittag lief dort die erste Folge von “Chartbreaker – Die Casting-Soap”. Eine Seifenoper also, die sich um einen Recall in einem fernen Land dreht. Und um die Leute, die in dieser erst mal nicht näher benannten Show mitmachen.

Nun kann man ja beim Fernsehen immer hinterfragen, wozu es die eine oder andere Sendung gibt. “Chartbreaker” aber ist besonders absurd. Die Kandidaten sind hoffnungslos und blödsinnig überzeichnet. Da gibt es die Promitochter, die zu spät kommt und arrogant ist. Der Macho, der auf jeden Fall gewinnen wird, die Zicke, die auch auf jeden Fall gewinnen wird. Und ein Jurychef, der wirkt, als würde er seinen Text irgendwo ablesen, wenn er mit den Kandidaten spricht.

Warum also den blödsinnigen Castingsstadl schauen, wenn man doch das Original gerade zweimal pro Woche bekommt? Denken sich wohl auch die Zuschauer – die hat “Chartbreaker” nämlich kaum.

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

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Bruder vor Luder

Mittwoch, den 5. Dezember 2018
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SA 01.12.2018 | 20.15 Uhr | RTL II

Wenn sich Heiko Lochmann auf einer Restaurant-Toilette den Durchfall auf die Hosen kackt, weil er vergisst, sich auf Klo zu setzen, dann…
Also, ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht mehr, was dann noch passieren kann, um diese Bilder aus dem Gedächtnis löschen zu können.
Aber die Macher des Filmes “Bruder vor Luder” dachten vermutlich, dass die junge, geile Youtube-Zielgruppe es voll nice findet, wenn man die dünne Scheiße vom Lochi-Zwilling in Großaufnahme sehen darf.

Ist dieses Machwerk schon im Kino kein großer Erfolg gewesen – um es mal vorsichtig auszudrücken – legte am Sonnabend auch RTL II eine Bauchlandung hin. Kaum Zuschauer.
Erstens: Die Älteren haben Silbereisen geschaut.
Zweitens: Die Jüngeren wissen vermutlich gar nicht mehr, dass es RTL II gibt und haben den Livestream auf Snapchat oder Youtube nicht finden können.
Und die anderen beiden haben den Film schon gesehen.
Bleibt also kaum noch jemand übrig.

Eine Handlung… Nun ja, es ist Zeit vergangen. Von einer Handlung kann man kaum sprechen. Jungs und Mädchen labern Müll. Die Lochis wollen ein Konzert geben, und böse Mädchen wollen das irgendwie verhindern. Irgendeine dämliche Intrige.

Dass das Kino irgendwie von den Youtubern, die die Jugend zu sich ziehen, profitieren will, kann man ihnen nicht verübeln. Aber kann man diesen Leuten nicht ein bisschen Schauspielunterricht geben. Und vielleicht eine vernünftige Handlung?
“Bruder vor Luder” bei RTL II war jedenfalls ein prima Argument, Amazon, Netflix und Co. ein Abo zu schenken.

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Frauentausch: Liebesaus oder Neuanfang?

Samstag, den 17. November 2018
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DO 15.11.2018 | 20.15 Uhr | RTL II

Auf den Frauentausch hat Romano irgendwie so gar keinen Bock. Ist ja auch kein Wunder, denn der Oranienburger sitzt am liebsten in seinem Wohnzimmersessel mit Blick auf den Fernsehbildschirm. Mal die Bude sauber machen? Nee, macht er nicht. Aufräumen? Ist ihm zu blöd. Sich um die Kinder kümmern? Kann er nicht, will er nicht. Mit ihnen auf den Spielplatz gehen? Ach, ist doch feucht draußen.
Gibt es sie wirklich noch, diese komischen Machos?

Der “Frauentausch”, die hochniveauvolle Dokureihe bei RTL II, war am Donnerstagabend zu Gast in Oranienburg. In der Folge “Liebesaus oder Neuanfang?” tauschte Romanos Freundin mit einer jungen Frau aus Köln. Sie kommt zwar auch nicht aus der schönsten Gegend, rümpfte aber erst mal die Nase. Alles hässlich hier. Und die Wohnung? Ziemlich runtergekommen. Nicht zu vergessen der öde Spielplatz, der nur aus einer Rutsche besteht. Und dann noch der Typ, der sich um den Titel “Mister Faulheit” bewirbt.

Aber auch der “Frauentausch” braucht ein Happyend. Wollte Romano erst alles hinschmeißen und den Dreh abbrechen, weil einer der Söhne ein Fieberchen hatte und Romano nicht wusste, was er machen soll, wandelte er sich am Schluss zum fleißigen Bienchen, machte seiner Freundin gar einen Heiratsantrag, obwohl die Beziehung vorher auf der Kippe stand.
Kann das alles wahr sein? Oder ist das Filmchen von vorn bis hinten vorher per Drehbuch festgelegt? Diese Story triefte nur so von Klischees.
Beides wäre bitter: War alles ein Script, dann ein ziemlich lahmes. War alles echt, dann… Das wollen wir uns lieber nicht vorstellen.

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Leben.Lieben.Leipzig

Donnerstag, den 15. November 2018
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MO 12.11.2018 | 20.15 Uhr | RTL II

Dennis war ein Jahr in Mali im Bundeswehreinsatz. Er sagt, er habe viel Scheiße gesehen. Zuschauer, die am Montagabend aus Versehen RTL II eingeschaltet haben, die werden wissen, wie sich das ansieht, viel… ähm, du weißt schon, gesehen zu haben.
Und kam Dennis aus einem Krisengebiet, erleben wir nun ein neues: Leipzig. Denn Leipzig hat nun eine eigene RTL-II-Soap, und darum kann die sächsische Stadt nun wirklich niemand beneiden.

Dennis hatte ein Jahr lang keine Frauen, und Sex schon gar nicht. Warm ist ihm auch, weshalb er immer mit freiem Oberkörper durch Leipzig latschen muss. Sein Bruder richtet ihm eine Willkommensparty aus, und natürlich hat er dafür ein paar Chicks klar gemacht. Mit einer verschwindet Dennis gleich mal auf dem Klo – was seine Freundin seltsamerweise leicht unlustig findet. Was wiederum Dennis lustig findet, denn schließlich hatte er ja nun ein Jahr keinen Sex. Da muss er doch nun mal das erstbeste Material… ähm…

Sexistisch? Och.
“Leben.Lieben.Leipzig” ist wieder mal eine Ansammlung von Prolls, und man muss als RTL-II-Zuschauer schon ziemlich im Delirium sein, um irgendwas daran interessant zu finden.
Besteht die neue Serie, die nach der Premiere am Montag vor den ähnlichen Serien aus Berlin und Köln läuft, doch entweder aus ewigen völlig belanglosen Dialogen oder aus Momenten, wo sich irgendwelche Leute anschreien.

Ganz am Ende von Folge 1 wurde es übrigens doch noch mal spannend. Damit man auch noch die böse glubschenden Nazi-Brutalos aus Leipzig zeigen kann, wollte der noch eine Frau verschleppen. Cliffhanger! Hui, packend!
Also, bis zum nächsten Schnitt: In der Vorschau wurde die Spannung umgehend aufgelöst, Dennis kann sie eins-fix-drei befreien. Zu viel Spannung will man der RTL-II-Zielgruppe dann wohl doch nicht zumuten.

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RTL II News

Mittwoch, den 5. September 2018
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MO 03.09.2018 | 17.00 Uhr | RTL II

Es gibt ja Leute, die meinen, wir brauchen keine öffentlich-rechtlichen Sender. Denn auch die Privaten bringen Nachrichten.
Stimmt, aber weil die Nachrichten bei RTL II zu wenig Quote bringen, haben die ihren 20-Uhr-Sendeplatz verloren. Weil die „RTL II News“ den Audience-Flow zwischen „Berlin – Tag und Nacht“ und der Primetime stören, müssen sie weichen. Das ist Privatfernsehen.

Seit Montag laufen die „RTL II News“ immer um 17 Uhr und nur nur noch gute acht Minuten lang. Zwischen den Dokusoaps möchte der Sender seinen Zuschauern einfach nicht so viel echtes Zeitgeschehen zumuten.
Wobei: Mehr als ein Boulevardmagazin sind die „RTL II News“ eh nicht. Ein Gewalttäterprozess. Organspenden. Hornissen-Attacke. Eine kleine Dosis Politik zwischen Schicksalen.

Dann doch lieber öffentlich-rechtlich. Aber eigentlich sollte auch ein Sender wie RTL II seine Verantwortung wahrnehmen, die Zuschauer vernünftig zu informieren. Damit nicht alle total verblöden.

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