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Sarah – Zurück zu mir

Donnerstag, den 17. Mai 2018
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MI 16.05.2018 | 22.15 Uhr | RTL II

Eines muss man den Leuten von RTL II ja lassen: Sie sind ihren Trashstars treu. Wir haben erlebt, wie sich Sarah Lombardi in ihren Pietro verliebt hat. Wie sie verreisten. Wie sie schwanger wurde. Ihr Kind bekam. Sich mit Pietro zoffte. Sich von ihm trennte. Wie sie dolle traurig war. Aber immer an ihrer Seite: RTL II. Wo andere sagen: Lasst mich in Ruhe, da dreht Sarah erst richtig auf.

Mittwochs zeigt RTL II nun die Dokureihe “Sarah – Zurück zu mir”. In der sehr spannenden Folge in dieser Woche reiste Sarah nach Nashville, um dort in einer Bar aufzutreten. Sie war schon ganz aufgeregt, und ich natürlich mit, weil es ja so was ganz Besonderes ist, da aufzutreten, wo angeblich schon Johnny Cash spielte. Damit es aber spannend bleibt, muss der kleine Alessio, den wir ja nun schon seit dem Schlüpfen begleiten dürfen, erst mal zum Friseur. Hui! Papa Pietro besteht nämlich auf einen guten Haarschnitt, und es war sehr packend zu sehen, wie der kleine Junge frisiert worden ist.

Aber dann, der Schock: Die Band hat noch nicht zugesagt. Die Sarah war ganz nervös, und ich als Zuschauer natürlich auch, weil es natürlich extrem spannend ist, zu sehen, ob es Sarah Lomdingsda doch noch gelingt, in diesem Club aufzutreten.
Um es nicht ganz so spannend zu machen: Sie trat auf, mit einem Whisney-Houston-Song. Aber natürlich wurde es wieder sehr aufregend, immerhin war es ja Sarahs erster Auftritt in den USA, und sie hatte Angst, ihn zu versemmeln. Die Spannung war kaum noch auszuhalten – wer braucht da noch diese Rumpelserien auf Netflix, wenn RTL II so ein Premiumfernsehen bietet?

Sarah trat auf, sang den Song, und alle waren begeistert. Du warst so toll! Ja, ich war so toll! Natürlich. Weil es ja auch so, ähm… Irgendwie wirkte das Ganze wie eine Karaokebar irgendwo auf dem deutschen Land. War aber trotzdem ganz dolle aufregend.

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Einfach hairlich – Die Friseure

Mittwoch, den 11. April 2018
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MO 09.04.2018 | 16.00 Uhr | RTL II

Die Leute beim Fernsehen sind einem bösen Irrtum aufgesessen. Sie denken, dass es Menschen spannend finden, anderen dabei zuzusehen, wie sie neue Frisuren bekommen. Wer beim Friseur sitzt, findet es höchstens selbst spannend, was da oben passiert – aber selbst die wollen eher nur das Endergebnis sehen. Viel lieber wird doch während des Frisierens der örtliche Klatsch und Tratsch ausgetauscht.
Müsste dann nicht eine Sendung, die beim Friseur spielt, eine aktuelle Klatschsendung sein?

Bei RTL II ging am Montagnachmittag die neue Dokusoap “Einfach hairlich – Die Friseure” auf Sendung. Und eigentlich müsste man RTL II schon allein für diesen hairlichen Titel abstrafen. Schließlich sorgen jetzt ähnliche Friseurnamen oft auch eher für Fremdscham.

“Hairtie” zum Beispiel. So heißt Berlins angeblich billigster Friseurladen. Zwar ist die Dokusoap keine Dauerwerbesendung, aber was der supibillige Preis für einen Männerhaarschnitt kostet, erschreckend poplige 4,95 Euro, ist trotzdem quasi permanent im Bild zu sehen. Vermutlich wird sich die Friseurgilde bedanken, dass man solche Schnäppchen so hervorhebt, wo sie doch wegen des neuen Mindestlohnes so was gar nicht mehr wirklich anbieten kann.

Eine Stunde lang konnten wir drei Frauen in drei Läden dabei zusehen, wie sie neue Frisuren bekommen. Ist war sehr sehr, ähm, spannend. Bei Hairtie wurden einer jungen Frau, die gerade unverständlicherweise vom Freund verlassen wurde, die Haare gekürzt, anschließend bekam sie irritierende grell-lila Flächen in die Haare. Andere wären schreiend davon gerannt – wegen der Haare und wegen der tränenden Augen -, hier war sie total erfreut. Vielleicht auch, weil ihre Schwester die Friseurin war – und die ja auch lauter lila Kram in den Haaren hatte.
Eine andere Frau bekam merkwürdig weiße Haare und gleich noch einen aschgrauen Taint im Gesicht – was auch irgendwie wie eine Bildstörung aussah.
Aber Hauptsache die Frauen waren alle glücklich. Um uns Zuschauer geht’s ja schon lange nicht mehr.

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Wir bekommen dein Baby – Promimütter helfen

Freitag, den 23. März 2018
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MI 21.03.2018 | 20.15 Uhr | RTL II

Celina ist 19 und hochschwanger. Sie erwartet ihr zweites Kind vom zweiten Mann. Ein gutes Jahr ist sie mit René (20) zusammen. Irgendwie freuen sie sich, aber sie haben auch Angst. Sie leben zu dritt im Kinderzimmer, haben kein vernünftiges Bett, René nimmt Drogen. Einen Schulabschluss haben beide nicht. Wie soll das bloß werden mit noch einem Kind?

Machen wir uns nichts vor. Es ist eine unschöne Situation, in der sich Celina und René befinden. Es braucht keine Fernsehdoku, um festzustellen, dass sie raus müssen aus diesem Kinderzimmer, und dass René mit den Drogen aufhören muss. Jeder mit gesundem Menschenverstand könnte ihnen das sagen. Und ihnen vor allem sagen, dass es vielleicht keine besonders gute Idee ist, das alles vor einem Fernsehteam auszubreiten.

Aber Celina und René hatten offenbar niemanden, der ihnen gesagt hat, dass sie das besser bleiben lassen sollen. Stattdessen waren sie am Mittwochabend bei RTL II zu sehen. “Wir bekommen dein Baby – Promimütter helfen” heißt die neue Reihe.
Eine Promimutter soll zu dem Paar geschickt werden, das in Schwierigkeiten steckt.
In Folge 1 kam Silvia Wollny. Ihr Promi-Dasein besteht daraus, dass sie auch teil einer RTL-II-Dokureihe ist und elf Kinder hat.

Wenig überraschend hat auch Frau Wollny schnell herausgefunden, dass es besser sei, dass Celina und René raus müssen aus dem Kinderzimmer und dass René mit den Drogen aufhören muss.
Aber den beiden zu helfen, ist schwierig, und ob es ein Fernsehteam schafft, den beiden aus einer grundsätzlich miesen Lage zu helfen, ist auch fraglich.
Immerhin kann man Silvia Wollny noch attestieren, dass sie als elffache Mutter eine Ahnung davon hat, wenn sie der jungen Famlie helfen will.
Demnächst wird Kim Gloss zu einem Fall vorgeschickt. Nun denn.

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Schwestern – Volle Dosis Liebe

Mittwoch, den 7. März 2018
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MO 05.03.2018 | 17.00 Uhr | RTL II

Schöne Telenovela-Welt! Die junge Frau Anna kommt nach Berlin, um dort eine Krankenschwestern-Ausbildung zu beginnen. Sie kommt leider zu spät, auf einem Rastplatz traf sie nämlich auf eine Frau, die ihre Wehen bekommen hat. Der Krankenwagen war fix da, es brauchte nur wenige Handgriffe, und das Baby war schon da. Blut floss natürlich auch nicht, und Notarzt und Schwesternschülern sahen sich nur einmal in die Augen – und es war klar: Es funkt!

Endlich noch eine tägliche Serie – bei RTL II! Am Montagnachmittag lief dort die 1. Folge von “Schwestern – Volle Dosis Liebe”. Sie spielt vor allem in einer Berliner Klinik, und die Story dreht sich um Anna, dort dort anfängt und ihren leiblichen Vater finden will – den dortigen Chefarzt. Und – oh Zufall – zwei seiner hübschen Söhne arbeiten ebenfalls in der Klinik. Der Chefarzt schaut immer nur aufs Geld, und sein Sohn… also, wie gesagt, der ist dazu da, um hübsch auszudenken. Für die Zielgruppe.

Erstaunlich ist, dass RTL II diesmal nicht mit einer Dokusoap um die Ecke kommt. Im Gegensatz zu “Köln 50667″ oder “Berlin – Tag & Nacht” hat man keinen falschen Echtheitsanspruch. Dennoch ist diese Serie sichtbar ein Billigprodukt.
Völlig gegen die Sehgewohnheiten von jungen Zuschauern gibt es in vielen Szenen minutenlang keinen Schnitt. Eine einzige Kamera verfolgt einen Dialog und folgt den Protagonisten mitunter von Raum zu Raum.
Das verlangt dem Team zwar einiges ab, denn so was muss gut geprobt und eingeübt werden. Andererseits spart es Zeit, wenn so viel am Stück weggedreht wird, und es spart natürlich auch Handlung. Man kann vermutlich froh sein, dass die Leute überhaupt Mikrofone haben und die Kamera nicht allzu verwackelt ist. Wie überhaupt eigentlich nicht viel passiert ist, als dass sich ständig irgendwelche Leute unterhalten haben. Alles andere wäre sicherlich zu teuer.

Schöne seichte Feierabend-Fernsehwelt. Tut nicht weh, stört nicht, hat keinen Anspruch, man kann auch mal ein paar Minuten aufs Klo gehen, ohne was zu verpassen. Es gibt wirklich schlimmere Programmplatzhalter. Aber eigentlich könnte man auch ein Testbild senden.

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Spiel die Geissens untern Tisch

Donnerstag, den 8. Februar 2018
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MO 05.02.2018 | 21.15 Uhr | RTL II

Promi-Kinder erraten. Fehlerbildchen finden. Münzen rollen.
Ja, gut, es ist keine besonders anspruchsvolle Aufgabe, wenn man sich mit den Geissens an einen Tisch setzt, um mit ihnen zu spielen. “Spiel die Geissens untern Tisch” heißt das neue Format bei RTL II, das am Montagabend Premiere feierte. Klingt ein bisschen nach Saufen, und eigentlich braucht man von den Geissens nicht viel mehr zu erwarten.
In jeder Sendung treten Rooooobärt und Carmen Geiss gegen ein anderes Kandidatenpaar an. Robert gibt den leicht prolligen Heini mit ziemlich kleinen Horizont, Carmen macht auf Doofchen (oder ist?). Damit haben sie jahrelang ihre Dokureihe bestritten, und weil die nicht mehr besonders gut funktioniert, man aber die Geissens leider nicht in ihr total aufregendes Privatleben entlassen will, sitzen sie nun im RTL-II-Quiz rum.

Der Montag ist ja immer der mühsamste Tag nach dem Wochenende – da kommt diese Show gerade recht. Ideal zum störungsfreien Gehirn durchlüften, herrlich uninteressant und so aufregend wie dem Komposthaufen beim kompostieren zuzusehen.
Nur wenn Carmen ihren “Roooobärt” anblökt, dann zuckt man doch ein bisschen zusammen und wechselt den Sender, um das Vakuum im eigenen Oberstübchen zu beenden.

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Das war 2017!

Sonntag, den 31. Dezember 2017
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I bims, und hier kommt schon wieder der Jahresrückblick, vong Silvester her.
Nein, nein, das Jahr 2017 hat mir nicht das Hirn eingefroren. “I bims” ist aber das Jugendwort des Jahres, und die dazu passenden “vong … her”-Nachsätze gehören auch zur Jugendsprache. Soll wohl den verkürzenden und fehlerhaften Internet-Chat-Sprech darstellen, und es gibt Leute, die das lustig finden.
Ach, überhaupt das Internet. Was in den sozialen Netzwerken abgeht, das ist nicht mehr feierlich. Da kotzen sich die Wutbürger überall da aus, wo es auch nur entfernt um Politik geht. Man könnte meinen, Deutschland ist zur Wuthochburg verkommen, aber es ist wohl eher so, dass alle anderen sich immer mehr zurückziehen und sich gar nicht mehr äußern. Was auch nicht gut ist. Mehr und mehr wird Pöblern der Platz überlassen – immer mehr angefeuert durch die AfD, und die “Bild” macht auch immer gern und fleißig mit.

2017 war geprägt von einem Schwarz-Weiß-Denken. Entweder ist alles gut oder alles schlecht. Zwischentöne? Werden oft vermisst. Donald Trump ist US-Präsident, und alle, die nicht das berichten, was er für die Wahrheit hält, bezeichnet er als Fake-News. Er liefert sich einen Kampf mit den US-Medien, verbreitet seine Weisheiten lieber über Twitter.
Ein anderer Diktator tobt sich in der Türkei aus. Aus fadenscheinigen Gründen werden Journalisten, Menschenrechtler und andere Menschen festgenommen, die aus Sicht von Staatschef Erdogan schlecht für die Türkei seien. Der deutsch-türkische Journalist und Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe, Deniz Yücel, sitzt seit weit mehr als 300 Tagen in Haft – #freeDeniz.

Eine harte Debatte wird auch um die Öffentlich-Rechtlichen Sender geführt. Insbesondere zwischen den Zeitungsverlagen und ARD/ZDF gibt es Streit darüber, was die Sender im Internet machen dürfen und was nicht. Der Lobbyist Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, schießt gegen ARD und ZDF, nennt sie Staatsfunk, obwohl er es besser wissen müsste. Er sieht die Presse in Gefahr, wenn auch die ARD Texte auf ihren Internetseiten verbreitet. Aber auch der Ton unter den Zuschauern ist rauer geworden. In den sozialen Netzwerken kübeln Pöbler Häme über die Öffentlich-Rechtlichen aus, schimpfen über die angeblichen Lügenmedien, Staatssender und über die angebliche Regierungslinie.
Allerdings geben ARD und ZDF den Kritikern auch immer wieder Futter. Gerade im Umgang mit der AfD tun sich viele Journalisten noch schwer. Statt mit Fakten bloßzustellen, geht es scheinbar oft immer noch um eigene Befindlichkeiten. Da werden Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und zu Skandalen aufgeblasen.
Was aber die AfD auch sehr gut kann – und sich zum Opfer zu machen. In einer ZDF-Wahlsendung verließ AfD-Frau Alice Weidel die Arena, als sie kritische Fragen zu hören bekam. Als sie sagte, dass die Zeit der politischen Korrektheit vorbei sei, und sie in der NDR-Satiresendung “extra 3″ daraufhin als Nazi-Schlampe betitelt worden ist, da war die Zeit der politischen Unkorrektheit offenbar auch schon wieder vorbei. Weidel klagte. Und bekam kein Recht.
Dennoch und gerade wegen des Hypes und die vielen Skandalisierungen – die AfD schaffte es im September in den Bundestag, und die Medien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, daran zumindest eine Mitschuld zu haben.

Es war ein politisches Medienjahr. Auch wegen der Bundestagswahl. Die hat SPD-Chef Martin Schulz in nicht ganz so guter Erinnerung. Was vielleicht auch daran lag, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ständig mehr Redezeit bekommen hat als er. Für Inhalte hatte er da nicht immer so viel Zeit – weil er sich darüber ja erst mal mokieren musste.
Bei Sat.1 hat man sich ab eh lieber damit beschäftigt, ob FDP-Chef Christian Lindner scharf ist und ob die Linke Katja Kipping irgendwie auf ihn stehen könnte.

Zeiten ändern sich. Auch im Sport. Als in Dortmund ein Anschlag auf den Bus der Fußballer von Borussia Dortmund verübt wird, wird aus Sky Sport News plötzlich ein Nachrichtensender im Breaking-News-Modus.
In der Pause des DFB-Pokal-Finales wollten die Fußballfunktionäre mal ein bisschen US-Entertainment-Luft schnuppern. Ganz im Sinne der Halbzeitshow beim SuperBowl gab es das beim Fußball erstmals auch. Mit Helene Fischer. Fanden die Fans eher so mittel.
Überhaupt, der Fußball: Die Bundesliga zerbröselt immer mehr. Nun sind nicht nur Sky und die ARD an Bord oder das ZDF und Sport 1. Auch Eurosport hat ein paar Rechte (wenn der Player mal funktioniert) und bei Nitro laufen montags auch noch ein paar (bislang weitgehend unbeachtete) Häppchen.
Niki Lauda hat sich vor laufenden RTL-Kamera und unerwartet als Formel-1-Co-Moderator verabschiedet. Und hinterließ einen verstörten Florian König. Nico Rosberg wird sein Nachfolger.
Ach ja, und da dann war ja noch Handball-WM. Hat aber kaum jemand sehen können, weil sich der Rechteinhaber belN sich mit keinem Sender einigen konnte – weder mit ARD und ZDF, noch mit Sky. So liefen die Spiele auf Youtube im Internet, aber der Seite einer Bank. Auch mal was Neues.

Apropos kleines Publikum: Es wird immer schwerer für die Sender, Serienhits zu landen. Selbst hochgelobte Serien wie “This is us” floppen, und es gibt noch viele mehr davon, die als Disaster abgebucht werden müssen. Der hochgelobte “Mr. Robot” hatte bei Nitro quasi keine Zuschauer. Es scheint, dass sich das Seriengeschehen mehr und mehr bei Amazon und Netflix abspielen. Auch deutsche Serien wie “Dark” oder Schweighöfers “You are wanted” laufen nicht im Fernsehen (oder ist im ORFeins in Österreich gefloppt), sondern bei den Streaminganbietern. Ob “Berlin Babylon” ein Hit ist, wissen wir auch erst im Herbst 2018. Die Co-Produktion zwischen Sky und ARD lief bislang nur im Pay-TV. Der Jubel ist groß – aber das muss ja nichts heißen.
Dennoch: Langsam kommt für das Fernsehen die Wende. Angebote wie Amazon Prime, Netflix und das altbekannte Sky haben immer mehr Nutzer.
Die jungen Zuschauer treiben sich eher auf YouTube rum und schauen sich dort ihre Stars an. Oder mobben sie gleich mal. Als rauskommt, dass der YouTube-Star Tanzverbot in Oranienburg wohnt, erlebt er die Aufdringlichkeit und Widerwärtigkeit seiner Fans und Hater. Er muss raus aus seiner Wohnung und zieht um.

Lineares Fernsehen ist unterdessen immer mehr out. Auch weil insbesondere das Privatfernsehen, immer mieser wird. Oder wer möchte wirklich sehen, wie irgendwelche Z-Stars ein Baby bekommen? “Janni & Peer … und ein Baby!” lief bei RTL II eher nicht so gut. Auf demselben Sender zieht man sich bei der Datingshow “Naked Attraction” gleich ganz nackt aus – weil das ja angeblich die ehrlichste Art des Datings ist. Aber auch das ZDF greift ins Klo: “Das Pubertier – Die Serie” ist einfach nur doof-albern, die Show “Flieg mit mir” im Ersten schrecklich betulich. “Das Sommerhaus der Stars” bei RTL ist nur noch Fremdschämen. VOX wollte die Echo-Verleihung aufpolieren und liefert eine Katastrophe ab. Die pure Ödnis.
Aber es gab natürlich auch gutes Fernsehen: der ZDF-Mehrteiler “Der gleiche Himmel” war ebenso ein Hit wie die letzte Staffel vom “Club der roten Bänder” bei VOX.

Schluss war auch für den “Circus Halligalli”. Dabei sorgte die Show noch fix für die deutsche Fernsehpeinlichkeit des Jahres: Bei der “Goldenen Kamera” schmuggelt das Team einen falschen Ryan Gosling ein. Er nimmt in der Live-Show im ZDF den Preis entgegen, und danach kam raus, dass selbst die Kategorie ein Fake war, weil die von der “Goldene Kamera”-Redaktion nur mit der Aussicht auf den Gosling-Besuch eingeführt wurde.
Aber die Amis können mithalten. Bei der Oscar-Verleihung kommt ausgerechnet beim besten Film ein falscher Umschlag in Umlauf. Die Leute von “La La Land” (schon wieder Gosling) stehen schon auf der Bühne, wollen sich bedanken – um dann zu erfahren, dass “Moonlight” der beste Film ist. Ups.

Da möchte man im Boden versinken. Das gilt auch für den Eurovision Song Contest. Vorletzter. Wobei es natürlich nicht an der Qualität des deutschen Songs (wie hieß der noch gleich?) oder an der Dings (wie hieß die noch gleich?) lag, sondern weil uns Deutsche einfach keiner mag. Na klar. Vielleicht gibt es ja 2018 ein Comeback, gerade wird mal wieder am Konzept für den deutschen Vorentscheid gefeilt.

Dabei ist das mit Comebacks so eine Sache: Als Thomas Gottschalk mit der neuen Sat.1-Show “Little Big Stars” um die Ecke kam, war das Interesse gering. Auch dass Christian Rach bei RTL wieder Restauranttester war, ließ viele kalt – was aber auch an den bekloppten Fällen lag, um die sich Rach kümmern musste. Die Wiederkehr von “Der Preis ist heiß” bei RTLplus war dagegen ein voller Erfolg – auch weil sich alle große Mühe gaben, den Klassiker nur behutsam zu modernisieren. Heraus kam netter, guter Trash. Ach, und dann ist ja auch MTV wieder da. Also, eigentlich war MTV nie weg, nur eben im Pay-TV versteckt. Nun gibt es angeblich wieder Interesse an dem Sender, die Rückkehr ins Free-TV war perfekt.

Aber auch Ankünfte sorgten für Wirbel. Der rbb übertrug mit großem Aufwand die Landung von Schätzchen und Träumchen in Schönefeld - zwei Pandabeeren. Sehr wichtig. Und noch eine Flugzeuglandung war dem rbb eine Live-Übertragung wert: die der letzten Air-Berlin-Maschine. Nie gab es vermutlich eine emotionalere Pleite eines Unternehmens. Es hieß Abschied nehmen.

Abschied. Auch 2017 wieder von vielen prominenten Menschen. Helmut Kohl ist gestorben, ebenso die Politiker Heiner Geißler und Roman Herzog. Die Schauspieler Roger Moore, Karin Dor, Christine Kaufmann, Jerry Lewis, Dieter Bellmann, Andreas Schmidt, Mikael Niqvist, Ingeborg Krabbe, Bill Paxton, Margot Hielscher, Martin Lüttge und Klaus Wildbolz. Die Musiker Fats Domino, Chris Roberts, Tom Petty, Chuck Berry, Malcolm Young, Joy Flemming, Chester Bennington, Chris Cornell, Gunter Gabriel, Daliah Lavi, Andrea Jürgens und Robert Miles. Die Comiczeichnerin Lona Rietschel, die Journalisten Ulrike von Möllendorff und Udo Ulfkotte, Playboy-Gründer Hugh Hefner, Joachim Kardinal Meisner, die Tennisspielerin Jana Novotna und die Synchronsprecher Oliver Grimm (”Kimba, der weiße Löwe”, “Hugo”) und Anderas von der Meden (Kermit, David Hasselhoff).

Man hätte außerdem den Eindruck gewinnen können, dass das Fernsehen stirbt – dabei wurde nur das alte DVB-T-Signal abgeschaltet – zugunsten des neuen DVB-T2. Die Kampagne machte den Eindruck, als seien sehr viel mehr Zuseher betroffen. Der Übergang verlief dennoch recht reibungslos. Eher reibungsvoll verläuft es beim Lokalsender Oberhavel TV. Die Qualität der Sendungen ließ immer mehr nach, es gab immer weniger, die Verbreitung via Satellit und im Vodafone-Kabel ist eingestellt – inzwischen gibt es wohl ein Insolvenzverfahren.

Aber was ist denn im Fernsehen 2017 wirklich Wichtiges passiert? Natürlich! Marc Terenzi ist Dschungelkönig geworden, obwohl sich Kader Loth so angestrengt hat, ein neues Image zu bekommen. Als Anne Will über den G20-Ausschreitungen diskutiert, fällt für zehn Minütchen das Bild aus, während im Studio weitergesprochen wird. Als beim selben Thema bei Maischberger sich die Gemüter erhitzen, verlässt Wolfgang Bosbach wütend die Arena, weil er sich von Jutta Ditfurth beleidigt gefühlt hat – nicht ohne auch selbst auszuteilen. Als in Frankfurt/Main eine Bombe entschärft werden muss, überträgt das hr fernsehen 13 Stunden (!) live – weil der Sender selbst evakuiert ist. Aus “Schlag den Raab” und “Schlag den Star” ist “Schlag den Henssler” geworden. Na ja. Birgit Schrowange ist erst ungeschminkt bei RTL aufgetreten (einmalig) und dann mit grauen Haaren (für immer).

Wird 2018 alles besser? Werden wir alle immer irrer? Oder ist uns einfach alles wurscht, so lange man sich auf YouTube weiter Schminktipps reinziehen kann? Oder alternativ den Livestream von der Demorandale wie bei G20 in Hamburg?
I bims, vong Spannung her.

PS: Ach, Mensch, Herr Eumann, habe ich Sie doch glatt wieder vergessen! Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum neuen Direktor der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt. Nicht dass Sie wieder angepisst sind!

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UNdressed – Das Date im Bett

Samstag, den 7. Oktober 2017
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MO 02.10.2017 | 22.10 Uhr | RTL II

Gunther ist 27 und Baggerfahrer. Seine Freunde halten ihn für draufgängerisch. Er will mit seiner Freundin in Djerba am Strand liegen und Cocktails schlürfen. Problem: Er hat keine Freunde, und das, obwohl ihn seine Freunde für draufgängerisch halten – was wohl so viel heißt, dass er nichts anbrennen lässt. oder auch nicht. Irgendeinen Grund muss es ja geben, warum man(n) an einer fast-Nackt-Datingshow bei RTL II teilnimmt.

“UNdressed – Das Date im Bett” heißt die neue pseudo-erotische Anbahnungsshow, die am Montagabend Premiere feierte. Der Clou: Die Kandidaten legen sich mit mit Schlüpper ins Bett (okay, die Frau obenrum auch noch was), quatschen ein bisschen dumm rum und müssen dann entscheiden, ob’s was wird. Und ob Hoppa-Hoppa-Ding-Ding denkbar wäre.

Ilona ist’s, die Gunther kennen lernen darf. Als Gunther ihre nicht kleinen Brüste sieht, leuchten seine Augen, und er schenkt ihr erst mal eine Kette. Die Stimme auss dem Off weiß schon: Ilona ist Gunthers Traumfrau. Weshalb er ihr auch gleich einen Knutscher auf den Mund drückt – was ihr nicht so ganz gefällt.
Danach ziehen sich die beiden aus. Sie findet, er hat einen guten Oberkörper. Er schaut auch auf die Figur, wenn si gut ist, dann entscheidet er, ob da mehr läuft. Und erwähnte ich schon, dass er ihre Brüste geil findet?

Und dann reden sie. Er erzählt, er sei “achtundzwanzisch”, sehe aber aus wie “fünfundzwansisch”. Er redet viel, und Reden findet Ilona leider langweilig. Sie erzählt ihm, dass ihr brüste nicht ganz echt sind, dass nachgeholfen wurde. Woraufhin er ihre Brüste nicht mehr ganz so geil findet und meint, er stehe ja eher auf kleinere. Ähm, ja.
Das war es dann wohl mit der Traumfrau – könnte man meinen. Am Ende entscheidet er sich für ein “Ja”. Sie hat aber keinen Bock. Was man ja überhaupt nicht verstehen kann.

Wer glaubt, dass sich bei RTL II nur junge Hüpfer nackig machen, der irrt. Jürgen und Melanie sind schon über 50, also für die RTL-II-Zielgruppe fast schon tot. Auch die beiden lümmeln auf dem Bett, er hat eine furchtbare Shorts an. Sie labern, und irgendwann sollen sie Fotos machen. Woraufhin sich Jürgen komplett auszieht. Und mit gespreizten Beinen auf dem Bett liegt, während sie ihm ins… ähm… Manchmal wünscht man sich dann doch dringend eine Bildstörung.

RTL II gibt uns Voyeuren, was wir uns wünschen: nacktes Fleisch. Da ist es im Grunde völlig wurscht, was da erzählt wird, man könnte auch nebenher Radio hören oder den Ton ganz abschalten. Oder gleich das Internet nutzen…