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Heiß auf Eis – Das Beste aus “Eis am Stiel”

Sonntag, den 21. Juli 2019
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SA 20.07.2019 | 18.20 Uhr | RTL II

Dass man aus dem Besten aus “Eis am Stiel” eine gut zweistündige Sendung machen kann, ist ja eigentlich schon das erstaunlichste an “Heiß auf Eis” am Sonnabend bei RTL II. Dass diese Filmreihe angeblich auch heute noch Kult sein soll, und das ausgerechnet auf dem jungen Sender RTL II, ist ebenso bemerkenswert.

Dort liefen am Sonnabend alle acht “Eis am Stiel”-Filme. Das sind die israelisch-deutschen Co-Produktionen, die man damals irgendwie lustig fand, aber vermutlich nur wegen der, nun ja, freizügigen Bilder und Geschichten ansah. Jungs beim Schwänze messen und wackelnde Brüste sah man damals sicherlich nicht alle Tage, und vermutlich rannten deshalb um die zwei Millionen Leute in Deutschland in die Kinos.

Um den jungen Leuten von heute zu zeigen, dass das alles total kultig ist, gab es zusätzlich “Heiß auf Eis”. Dort zeigte Simon Gosejohann noch mal, ähm, Highlights aus den Filmen, und Darsteller aus der damaligen Zeit waren auch zu Gast. Sie schwelgten in Erinnerungen, und schwärmten, wie schön doch damals alles war.
Warum die TV Spielfilm nur den Teil 1 mit einem Daumen nach oben bewertet und alle anderen mit Daumen nach unten – da muss wohl was schief gelaufen sein.

Wann laufen bei RTL II eigentlich noch mal alle 321 Schulmädchen-Reports? Schließlich sind die auch Kult, und auch da könnte man eine Best-of-Show senden, in der alle erzählen, wie sehr alle damals drauf standen.

Es wird gemunkelt, dass es einen 9. Teil von “Eis am Stiel” geben soll. Ob das dann die Rentner-Edition wird?

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F4LKENB3RG

Mittwoch, den 17. Juli 2019
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MO 15.07.2019 | 20.15 Uhr | RTL II

Das fängt ja dramatisch an: Ein nackter Jugendlicher steht auf dem Dach eines Elite-Internat-Schlosses. In der nächsten Einstellung liegt er tot auf dem Boden. Selbstmord?
Sein bester Freund Jan wird wenig später Schüler in diesem Internat. Er will rausfinden, ob sein Freund wirklich Selbstmord beging oder ob was anderes dahinter steckte.

Die Serie mit der eigenartigen Schreibweise, “F4LKENB3RG”, die am Montagabend auf RTL II gestartet ist, macht auf den ersten Blick was her. Der Schauplatz ist edel. Musik, Vorspann und Schnitt lassen einen ganz kurz mal auf Netflix vermuten.
Aber wirklich nur ganz kurz, denn bald weiß man, dass man auf dem Boden der Fernsehrealität gelandet ist.
Woran man RTL-II-Serien erkennt? An besonders langen Szenen, in denen sich zwei Leute ewig und belanglos unterhalten – Schwenks statt Schnitte. Dialoge aus dem Baukasten, teilweise vorgetragen wie abgelesen oder in der ersten Stunde der Schülertheaterprobe. Die wenigen guten Darsteller müssen dagegen anspielen, dass sie teilweise unterirdisch schlecht spielende Partner haben.

So gibt es in “F4LKENB3RG” den spannenden Gegensatz der edlen Verpackung und des billigen Inhalts. Wenn der Stoff spannend ist, kann das dennoch funktioniert. Aber leider flaute schon in Folge 2 die Story merklich ab, sie zog sich wie ein Käse. Da geht noch was.

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Naked Attraction – Dating hautnah: Ernesto und sein Penis

Donnerstag, den 16. Mai 2019
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MO 13.05.2019 | 22.15 Uhr | RTL II

Ernesto hat sich seinen Penis verlängern lassen.
Ja, ich weiß, das wolltest du unbedingt wissen. Und selbst, wenn du es nicht wissen wolltest, Ernesto ist es sehr wichtig, dass die ganze Welt weiß, dass Pimmel nun weniger pimmelig ist.
Und falls du dich fragen solltest, wer denn bloß dieser Ernesto ist: Er war 2017 mal im “Sommerhaus der Stars”, damals noch als Gatte an der Seite einer bekannten RTL-Rechtsanwältin, die für ihr Rumkeifen bekannt ist. Oder war.

Am Montagabend startete bei RTL II die neue Staffel von “Naked Attraction – Dating hautnah”. Normalerweise kommt da ein Mann, um die große Liebe zu suchen. Dafür stehen dann sechs Frauen in einer Box, die ihm dann zuerst ihre Muschis zeigen. Kennt man ja von der Partnersuche, dass Mann darauf zu allererst wert legt.
Bei Ernesto war das anders. Ernesto zeigte uns erst mal, wie er sich seinen Penis hat verlängern lassen. Ein Team war mit beim Onkel Doktor, der ihm (und uns Zuschauern) erklärte, wie denn so eine Penisvergrößerung funktioniert. Nämlich: Bauchfett kommt in das beste Stück.

Ein bisschen gemein ist das ja schon – also für die untenrum gerade sehr freien Frauen: Während die ihre Muschis präsentieren und Ernesto sie begutachtet, fragt sich das juckige RTL-II-Fernsehvolk, ob denn nun die Pimmel-OP von Ernesto gelungen ist. Denn das Ergebnis der OP gab es erst später. Damit die Einschaltquoten stimmen.
Als er seine Traumfrau gefunden hat (Muschi stimmte, die Brüste auch, und auch der Rest des Paketes schien ansehnlich genug), ließ auch Ernesto die Hüllen fallen.
Meine Güte, war das aber aufregend! Bis Ernesto dann ins Studio schritt und Moderatorin Milka ständig nach unten glotzte. Dabei war das Ergebnis… also, nun ja. Eigentlich hätte man schon vorher zu den “Tagesthemen” schalten können.

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In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien

Mittwoch, den 30. Januar 2019
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MO 28.01.2019 | 21.15 Uhr | RTL II

Vor drei Wochen noch hätte ich mich gefragt, wieso RTL II eine Sendung zeigt, in der ein Currywurstmann Leute beim Auswandern in die USA unterstützt.
Nun war aber Currywurstmann Chris Töpperwien im RTL-Dschungelcamp, und es ist ganz sicher ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt bei RTL II die Dokureihe mit ihm startet.

Die Reihe heißt “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” und lief am Montagabend. Da ist zum Beispiel die 25-Jährige, die in Los Angeles unbedingt Schauspielerin werden will. In Deutschland hat sie es nicht geschafft, und wohl fühlt sie sich da auch nicht. Nun also in die USA. Oder das Paar, das eine Idee rund um ein Boot hat, ein Saunaschiff auf dem Wasser. In 90 Tagen müssen sie Erfolg haben- auch wegen des Aufenthaltsvisums.

Im Grunde ist an der Sendung kaum etwas auszusetzen. Nur: Sie ist so null interessant. Nach Töpperwiens Vorstellung im RTL-Dschungel möchte man den Currywurstmann eigentlich erst mal länger nicht sehen, und dass ausgerechnet er anderen Leuten Erfolgstipps geben will, ist mindestens bemerkenswert. Nur leider finde ich es auch nicht interessant, zu beobachten, wie andere in den USA irgendwas machen wollen. Ob ich nun erfahre, ob eine hier erfolglose Schauspielerin drüben Erfolg hat, oder ob RTL II einen Sendeausfall (für immer?) hat, ist ziemlich wurscht.

Und das sind ja eigentlich der Tod des Fernsehens: Sendungen, die einfach nur schrecklich uninteressant und egal sind.

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Chartbreaker – Die Casting-Soap

Donnerstag, den 17. Januar 2019
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MO 14.01.2019 | 17.10 Uhr | RTL II

“Deutschland sucht den Superstar” hat dann seine schwächste Phase, wenn sich beim Recall in irgendeinem fernen Land die Kandidaten anzicken. Wenn man das Gefühl hat, eine Soap zu verfolgen, eine, die vorher abgesprochen worden ist. Irgendwie doof.

Immerhin gibt man bei RTL II ja zu, dass ihre Casting-, ähm, -dingsbums von vorn bis hinten ausgedacht ist. Am Montagnachmittag lief dort die erste Folge von “Chartbreaker – Die Casting-Soap”. Eine Seifenoper also, die sich um einen Recall in einem fernen Land dreht. Und um die Leute, die in dieser erst mal nicht näher benannten Show mitmachen.

Nun kann man ja beim Fernsehen immer hinterfragen, wozu es die eine oder andere Sendung gibt. “Chartbreaker” aber ist besonders absurd. Die Kandidaten sind hoffnungslos und blödsinnig überzeichnet. Da gibt es die Promitochter, die zu spät kommt und arrogant ist. Der Macho, der auf jeden Fall gewinnen wird, die Zicke, die auch auf jeden Fall gewinnen wird. Und ein Jurychef, der wirkt, als würde er seinen Text irgendwo ablesen, wenn er mit den Kandidaten spricht.

Warum also den blödsinnigen Castingsstadl schauen, wenn man doch das Original gerade zweimal pro Woche bekommt? Denken sich wohl auch die Zuschauer – die hat “Chartbreaker” nämlich kaum.

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

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Bruder vor Luder

Mittwoch, den 5. Dezember 2018
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SA 01.12.2018 | 20.15 Uhr | RTL II

Wenn sich Heiko Lochmann auf einer Restaurant-Toilette den Durchfall auf die Hosen kackt, weil er vergisst, sich auf Klo zu setzen, dann…
Also, ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht mehr, was dann noch passieren kann, um diese Bilder aus dem Gedächtnis löschen zu können.
Aber die Macher des Filmes “Bruder vor Luder” dachten vermutlich, dass die junge, geile Youtube-Zielgruppe es voll nice findet, wenn man die dünne Scheiße vom Lochi-Zwilling in Großaufnahme sehen darf.

Ist dieses Machwerk schon im Kino kein großer Erfolg gewesen – um es mal vorsichtig auszudrücken – legte am Sonnabend auch RTL II eine Bauchlandung hin. Kaum Zuschauer.
Erstens: Die Älteren haben Silbereisen geschaut.
Zweitens: Die Jüngeren wissen vermutlich gar nicht mehr, dass es RTL II gibt und haben den Livestream auf Snapchat oder Youtube nicht finden können.
Und die anderen beiden haben den Film schon gesehen.
Bleibt also kaum noch jemand übrig.

Eine Handlung… Nun ja, es ist Zeit vergangen. Von einer Handlung kann man kaum sprechen. Jungs und Mädchen labern Müll. Die Lochis wollen ein Konzert geben, und böse Mädchen wollen das irgendwie verhindern. Irgendeine dämliche Intrige.

Dass das Kino irgendwie von den Youtubern, die die Jugend zu sich ziehen, profitieren will, kann man ihnen nicht verübeln. Aber kann man diesen Leuten nicht ein bisschen Schauspielunterricht geben. Und vielleicht eine vernünftige Handlung?
“Bruder vor Luder” bei RTL II war jedenfalls ein prima Argument, Amazon, Netflix und Co. ein Abo zu schenken.

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