RTelenovela

Mit der Bahn von Funkloch zu Funkloch

Freitag, den 30. August 2019
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Wer mit dem Regionalexpress durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rollt, bekommt ein Gefühl dafür, wie es um die Telekommunikation in Deutschland bestellt ist. Und damit meine ich nicht den freundlicherweise viertelstündigen Aufenthalt mit dem RE5 in Löwenberg, wo man alles schnell noch auf dem Handy erledigen kann, was zu erledigen ist.
Denn spätestens zwischen Dannenwalde und Fürstenberg schwindet der Handyempfang – stellenweise sind die Funklöcher so tief, dass gar nichts mehr gibt und der Hinweis “Nur Notrufe” auf dem Display erscheint. Und vielleicht wird ja sogar das vom Funkloch verschluckt. Da atmet man echt auf, wenn man den Fürstenberger Bahnhof erreicht hat – bevor es im Wald nördlich davon technisch wieder ganz finster wird.
Ist man dann weiter in Richtung Rostock unterwegs, kann man immer wieder zusehen, wie die Balken schwinden. Da wäre W-Lan im Zug ganz schön.

Den hat man dann im ICE. Mit dem war ich dann zwischen Rostock und Stralsund unterwegs. Der Zug kam aus Hamburg und brachte offenbar die Urlauber an die Ostsee.
Schon seit langem kämpft die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam um einen ICE-Anschluss. Die Potsdamer werden vermutlich weinen, wenn sie sehen, wo der ICE zwischen Rostock und Stralsund überall hält.
So stoppt der ICE scheinbar auf einem Acker namens Ribnitz-Damgarten West. Schaut man aus dem Fenster, blickt man aufs Feld. Da ist nichts. Erst bei der Ausfahrt sah ich dann, dass auf der anderen Seite noch ein richtiger Bahnsteig und ein Bahnhofsgebäude kam.
Zweiter Stopp: Velgast. Davon habe ich vorher noch nie gehört, aber wenn ein ICE dort hält, muss es ja ein bedeutsamer Ort sein.
Wie gesagt: Die Potsdamer sollten vielleicht nicht mit diesem ICE fahren – sie würden mit dem Kopf schütteln.
Aber wenigstens war der Handyempfang sehr gut – mit W-Lan.

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Es gibt noch Kartoffelgelee!

Freitag, den 9. Mai 2014
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Wenn der Kellner fragt, ob das Essen schmeckt, dann erwarten alle eigentlich nur eine Antwort: Ja.
Neulich war ich mit meinem Onkel in einem italienischen Lokal in Ribnitz-Damgarten. Er bestellte einen Rotwein, und irgendwann kam der Kellner vorbei und fragte: “Schmeckt der Wein?” Und mein Onkel ganz trocken: “Nein.” Da zuckt man natürlich erst mal zusammen, aber er meinte danach, das müsse man so tun. Er sei schließlich Stammgast dort, und er hoffe, dass die sich endlich mal einen vernünfigen Wein anschaffen würden. Und wenn er sagt, es schmecke, dann würde das nie passieren.
Das leuchtete mir ein, und ich kann ja, was diese Dinge angeht, auch sehr ehrlich sein…

In der Raststätte Teufelstal an der A4 zum Beispiel wäre ich sehr gern sehr ehrlich gewesen, aber mich hat – vielleicht war das auch besser so – niemand gefragt, ob und wie es schmeckt.
Ich habe mich für Seelachs entschieden. Eigentlich hatte ich zu einem Burger tendiert, aber die Frau an der Kasse teilte mir mit, dass die Zubereitung 20 Minuten (!) dauern würde, was für eine Raststätte und einen Burger nicht sooo wenig ist.
Also Seelachs. Dazu sollte es Pommes geben, aber mit Pommes habe ich immer noch so meine Probleme. Ich entschied mich für Kartoffelbrei. Da kann man nichts falsch machen, dachte ich.

Der Kartoffelberei war eher Kartoffelgelee. Kurz davor, flüssig zu sein. Ob das Gelee jemals Bekanntschaft mit einer Kartoffel gemacht hat, mag ich nicht einzuschätzen. Man muss das so klar sagen: Es schmeckte so richtig Scheiße, aber der Hnger trieb’s rein. Der Seelachs war auch so lala. Das alles war unteres Kantinenniveau, aber dafür natürlich viel zu teuer.
Nächstes Mal gibt’s wohl wieder die üblichen Spaghetti. Oder ich verzichte aufs Essen an der Raststätte…

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