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Chez Krömer

Samstag, den 7. September 2019
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DI 03.09.2019 | 22.00 Uhr | rbb

Es heißt, dem Motivationstrainer sei die Motivation flöten gegangen. Zumindest soll Jürgen Höller wortlos das Studio verlassen haben. Weil es irgendwie, nun ja, anders lief, wie er es vielleicht erwartet hatte. Irgendwie unnett.
Aber er hätte es eventuell ahnen können, denn er war zu Gast bei Kurt Krömer.

Nach fünf Jahren Fernseh-Auszeit hat Kurt Krömer im rbb wieder eine eigene Sendung. Sie ist allerdings ganz anders als die Shows davor. Bislang schien es Konzept zu sein, dass sich Krömer nicht für seine Gäste interessiert, sich nicht auf sie vorbereitet.
In “Chez Krömer” – Bei Krömer ist das anders. Er hat sich sehr gut auf seinen Gast vorbereitet. Das aber muss diesem Gast nicht zwingend gefallen.

In der Premierensendung war besagter Motivationstrainer Jürgen Höller zu Gast. Kulisse ist ein Verhörraum. Krömer blättert in Akten, raucht und kommt dann in den Raum, wo der Gefa…, äh, Gast schon wartet.
Es folgt Gerede, und ehrlich gesagt erscheint der Gast nicht wirklich spannend. Er erzählt über Motivation, dies und das. Und dann: bäm! Krömer zeigt einen Ausschnitt, in dem eine Psychologin so ein Coaching mit einer Sucht vergleicht. Und dann zeigt er einen Ausschnitt, in dem es darum geht, dass Höller schon mal in den Knast musste.
Und, schwupp, wird es ungemütlich für den Gast.

Krömer hört zu und hakt plötzlich ein, wenn ihm was auffällt oder wo er das Gefühl hat, da stimmt irgendwas nicht. Er ist unhöflich, sehr direkt, hart, und plötzlich ist dieses Gespräch wirklich spannend und fast schon relevant.

Am Dienstagabend lief die erste von vier geplanten Folgen. Kevin Kühnert und Philipp Amthor werden noch vorbeikommen, und es wird spannend, wie die sich schlagen und was Krömer ihnen eventuell um die Ohren haut.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (verfügbar bis 2. September 2020)

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Showtime, Herr Kessler!

Samstag, den 31. August 2019
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FR 30.08.2019 | 20.15 Uhr | rbb

In “Kesslers Expeditionen” war es immer der Running-Gag. Michael Kessler fragte bei der rbb-Intendantin nach, wann er denn endlich seine eigene Samstagabendshow bekommen würde. Und immer sagte sie Nein.
“Kesslers Expeditionen” lebte davon, dass Michael Kessler im Land unterwegs war – je nach Staffel immer mit anderen “Verkehrsmitteln” – und spontan Leute traf, um sich mit ihnen zu unterhalten. Wie überhaupt Kessler für seine tollen TV-Formate bekannt ist.
Die Expeditionen endeten fast unbemerkt. Nun hat er im rbb eine neue Sendung.

Es ist die Abendshow! Die Samstagabendshow! Allerdings läuft sie am Freitagabend – und, nun ja, es ist auch nicht wirklich eine Show.
“Showtime, Herr Kessler!” lief am Freitagabend erstmals im rbb. Und im Grunde ähnelt die Sendung den Expeditionen. Denn sie handelt von Kessler, der Leute trifft. Den Koch in einer Markthalle. Eine Frauengruppe, die im Schlamm Wettbewerbe macht. Schlagerfans, die er zur Waldbühne mitnimmt, wo er wiederum Howard Carpendale trifft.
Das alles moderiert er im Smoking an, um auch eine Art Rahmen zu schaffen.

Das ist meist relativ kurzweilig, hat aber lange nicht den Charme der Expeditionen. Denn spontan ist in “Showtime” ganz sicher nichts mehr. Denn eigentlich ist die Sendung die bloße Abfolge von verschiedenen Beiträgen. Der Name “Showtime” eigentlich nur die Fortsetzung des Running Gags. Das ist dann doch wieder sympathisch, zumal Kessler durch seine witzigen Gespräche und Einlagen für Stimmung sorgt.
Und der rbb kann sowieso abseits der ziemlich piefigen Vorabendschiene ein bisschen Lokalkolorit gebrauchen.

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Flussauf, flussab

Samstag, den 27. Juli 2019
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DI 23.07.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Die rbb-Moderatorin Ulrike Finck setzt sich in ein Kajak und schippert damit die Havel entlang – von Fürstenberg bis Berlin-Tegel. Unterwegs trifft sie Menschen, mit denen sie sich unterhält.
Das kommt uns bekannt vor. Michael Kessler hat das so ähnlich auch schon gemacht.

Am Dienstagabend lief im rbb die erste Folge von “Flussauf, flussab”. Es sind laut rbb 70 Kilometer, die Ulrike Finck zurücklegt. Ob sie die 70 Kilometer aber wirklich gepaddelt ist, darf man mindestens bezweifeln, und dass man eine 70-Kilometer-Strecke in einen nur 45 Minuten langen Film verpackt, kann man merkwürdig finden. Oder als als ziemlich verschenkt.

Ulrike Finck startete ganz im Norden Brandenburgs, sie machte Halt in Fürstenberg, Burgwall und Zehdenick – und plötzlich übersprang sie viele Kilometer war schon kurz vor Berlin.
Dazwischen hätte es ganz sicher auch spannende Begegnungen gegeben, aber die Strecke ist einfach zu lang für einen nur 45-minütigen Film. Da hätte bestimmt ein guter Zweiteiler daraus werden können.

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Die Schlagernacht 2019 in der Berliner Waldbühne

Montag, den 1. Juli 2019
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FR 28.06.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Der Preis für die liebloseste und am stümperhaftesten zusammengeschnittene Musikshow geht in diesem Jahr vermutlich an den rbb.
Dort lief am Freitagabend “Die Schlagernacht 2019 in der Berliner Waldbühne”. Die verschiedensten Schlagerstars präsentierten dort neue und alte Hits, präsentiert von Franziska Maushake und Madeleine Wehle.

Die Show war allerdings nicht aus einem Guss. Die Moderationen waren nicht Teil der Show, sondern sind reingeschnitten worden. Während der Auftritt wurden haufenweise Schnittmaterial eingestreut, und oft machte es den Eindruck, dass es wahllos geschah, denn der Rhythmus der Leute passte oft gar nicht zum Song. vermutlich jubelten sie gerade jemand anderem zu. Applaus und Jubel wirkten an vielen Stellen nachbearbeitet und eingefügt. Oft schien der Gesang nicht lippensynchron, und es wirkte, als ob es eher am rbb-Schnitt als am Bühnenauftritt selbst lag. Manchmal gab es mitten im Song plötzlich ein Interview mit Leuten aus dem Publikum – allerdings geführt auch nicht im Moment des Auftrittes. Was dieser Unsinn sollte, weiß man wohl auch nur beim rbb. Nach dem Auftritt von Howard Carpendale führten die beiden Moderatorinnen ein völlig belangloses Faninterview. Einige Stars playbackten, andere nicht. Aber viele schienen gerade am Anfang große Probleme mit der Hitze gehabt zu haben.

Für Letzteres kann der rbb nichts. Für den Rest schon. Warum muss man den Leuten dermaßen aufdringlich auf die Nase binden, dass es sich um eine schlecht zusammengeschnittene Sendung handelt? Die merkwürdig eingestreuten Moderationen wirkten wie Fremdkörper.
Beim rbb scheint man irgendwie kein gutes Händchen und kein gutes Gefühl bei der Bearbeitung von solchen Shows zu haben.

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rbb spezial: Sahara-Hitze in Berlin und Brandenburg

Donnerstag, den 27. Juni 2019
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MI 26.06.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Hitze, Kälte, Dunkelheit oder Schneeflocken: Wenn es um das Wetter geht, dann ist ein “rbb spezial” nicht weit. Und vermutlich herrschte große Erleichterung, als am Mittwoch endlich die Nachricht vom Juni-Temperaturrekord eintraf: 38,6 Grad! Herzlichen Glückwunsch, Coschen!

Andererseits: Ein bisschen enttäuschend sind diese 38,6 Grad ja schon. Immerhin sind in den vergangenen Jahren immer die 40 Grad herumgeraunt worden. Überall sind diese 40 Grad angekündigt worden, und dann hätte es vermutlich ein zweistündiges “rbb spezial” gegeben.
Selbst die seriöse “Tagesschau” raunte in den vergangenen Tagen immer mal wieder von den 40 Grad, obwohl die anfangs nicht nicht mal auf der Wetterkarte stand. Da stand für den Mittwoch eine 39, aber vorsichtshalber sagte der Sprecher, dass es “vielleicht” auch 40 werden können. Diese 40er-Geilheit griff offenbar überall um sich.

Dass es dann “nur” 38,6 Grad waren, ist dann fast schon ernüchternd. Was den rbb natürlich nicht davon abhält, im “rbb spezial: Sahara-Hitze in Berlin und Brandenburg” noch mal die Beiträge zu zeigen, die vorher schon mal bei “rbb um 6”, “zibb” und “Brandenburg aktuell” liefen. Zur Primetime sind die schon gezeigten Beiträge vielleicht noch heißer.

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Bereitschaft Dr. Federau

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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MO 10.06.2019 | 10.00 Uhr | rbb

Eine Notärztin, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Leben wieder anpackt. Die kein Hausmütterchen ist, in ihrem Job hochgeachtet ist. Die ihren pubertierenden Sohn erzieht. Die ihrem Sohn die Meinung geigt, wenn es in der Schule nicht gut läuft.
Der Fahrer des Krankenwagens, der schwer verunglückt und im Rollstuhl landet. Der deshalb verzweifelt ist, Hilfe braucht und bekommt. Der Gefühle zeigt und nach Auswegen sucht.
Das Paar, bei dem sie keine Kinder bekommen kann. Wo er Verständnis hat, und wo sie beide schauen, ob sie ein Pflegekind annehmen können.
Die Mitarbeiterin in der Rettungsstelle, dessen alte Mutter dement ist, die aber keine Zeit hat, sie zu pflegen und die deshalb verzweifelt ist, weil sie nicht weiß, wie sie das packen soll.

Klingt nach einer Serie mit Geschichten aus dem Leben, und das ist „Bereitschaft Dr. Federau“ auch. Besonders ist: Die Serie mit den nur sieben Folgen lief 1988 erstmals im Fernsehen der DDR. Und über Pfingsten mal wieder im rbb. Sie gehört, mehr als 30 Jahre danach, immer noch zu den beliebtesten DDR-Serien. Und das durchaus zurecht.

Sicherlich ist es so, dass sie manchmal bieder wirkt. Auch die technische Ausstattung ist hier und da ausbaufähig. Auch die Szenen im Rettungsdienst wirken nicht immer so professionell.
Aber dennoch: Auch 2019 kann man „Bereitschaft Dr. Federau“ immer noch gut ansehen. Denn der Parteidrill der SED spielt nur am Rande eine Rolle. Sohn Frank will keine Karriere machen, sondern Tierpfleger werden. Und auch der Rettungsdienst hat so seine Probleme, wenn Geisteranrufer für Ärger sorgen oder die Technik streikt. Oder wenn es darum geht, dass Brote schwer zu bekommen sind.
Wenn es in der Serie eine Ideologie gibt, dann gilt die in der Regel auch heute noch: Nächstenliebe, Achtsamkeit, Freundschaft.
Kein Wunder, dass die Leute immer wieder einschalten, wenn „Bereitschaft Dr. Federau“ im rbb oder im mdr läuft.

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Karneval der Kulturen 2019

Dienstag, den 11. Juni 2019
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SO 09.06.2019 | 14.00 Uhr | rbb-online

Auch 2019 war es dem rbb nicht möglich, den “Karneval der Kulturen” live im rbb-Fernsehen zu übertragen. Das muss man verstehen, denn immerhin muss ganz dringend ein olle Horst-Krause-Kamelle wiederholt werden. Da ist natürlich für so eine Live-Übertragung kein Platz frei.
Doch auch online war es nicht so einfach, den Livestream zu finden.

Wer am Pfingstsonntagnachmittag in der ARD-Mediathek nach der Live-Übertragung suchte, suchte vergeblich. Nichts. Kein Eintrag. Keine Live-Sendung. Auch im rbb-Bereich der Mediathek gab es keinen Hinweis auf den “Karneval der Kulturen”.
Stattdessen gab es die nur auf radioeins.de und bei rbb-Online. Man konnte sich das Ganze also auf dem Laptop anschauen. Wer es auf den Fernsehbildschirm haben wollte, musste sich sehr umständlich auf den entsprechenden Webseiten einwählen.

Möchte der rbb nicht, dass die Zuschauer dieses Event live verfolgen? Warum wird es in den Weiten des Internets versteckt? Natürlich gab es auch auf den Youtube-Seiten der Sender keine Live-Übertragung.
Wozu macht sich der rbb eigentlich die Mühe dieser Sendung, wenn sie auf keinem herkömmlichen Verbreitungsweg verfügbar ist? Und warum gibt es im rbb-Fernsehen nachts um 1 Uhr nur eine Wiederholung?

Der olle Horst Krause hatte am Sonntag im Verbreitungsgebiet 50.000 Zuschauer. Das hätte der Karneval sicherlich auch geschafft.

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