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Berlinale-Studio

Mittwoch, den 13. Februar 2019
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FR 08.02.2019 | 22.15 Uhr | rbb

Die Berlinale ist das große Film-Event in Berlin. Stars laufen über den Roten Teppich, es laufen viele Filme, es wird diskutiert und kritisiert.
Als das Berliner Dritte Programm gehört es natürlich zum guten Ton, dass der rbb das tägliche “Berlinale Studio” im Programm hat.

Am Freitagabend begann die Sendung mit einem kulturell besonders wertvollen Beitrag. Es ging nicht um Filme, um gesellschaftliche Trends oder Promis. Nein, es ging um Tüten und Beutel mit Goodies. Der erste Beitrag im Berlinale-Magazin handelte davon, wie toll es Journalisten doch finden, beschenkt zu werden. Sponsoren stellen sich hier und da hin und verteilen Tüten mit ihrem Werbekram. Da greifen die Berlinale-Journalisten natürlich sehr gern zu, denn Geschenke sind doch immer geil.

Diese Selbstverliebtheit ist allerdings auch immer mehr in den Berlinale-Pressekonferenzen zu sehen, wenn Journalisten nicht etwa Fakten, Hintergründe oder Geschichten zum Film wissen wollen, sondern dem Podium erst mal lang und breit mitteilen müssen, warum sie den Film so hervorragend oder scheiße fanden. Was ziemlich peinlich wirkt.
Aber es passt irgendwie doch alles zusammen. Man lebt da in seiner eigenen kleinen Welt, und man freut sich wenn man kostenlos noch was Schönes nach Hause schleppen darf.
Und dazu passt es auch, dass man im “Berlinale Studio” des rbb genau dieses Thema am wichtigsten fand und damit die Sendung begann. Immerhin hat man diese Goodie-Bag am Ende auch noch verlost – und wenigstens noch ein paar Autogrammkarten dazu gelegt…

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Abendschau: Volker Wieprecht

Mittwoch, den 6. Februar 2019
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SA 02.02.2019 | 19.30 Uhr | rbb

Schaut man sich bei Wikipedia die Vita von Volker Wieprecht an, dann hatte er mit seinen 55 Jahren niemals eine eigene Fernsehsendung.
Dafpr ist er der ganz große Hörfunkmann in Berlin und Brandenburg. Mich begleitet Volker Wieprecht schon seit den Zeiten beim Jugendradio Fritz, damals noch von ORB und SFB. Wir wechselten später zu radioeins, dort ist er immer noch an den Vormittagen zu hören.
Volker Wieprecht ist Radio.

Seit Sonnabend ist er aber auch ein Fernsehmann. Im rbb in Berlin moderierte er erstmals die Abendschau, das tägliche Nachrichtenmagazin.
Nun wünscht man ja jedem Menschen, dass er sich beruflich irgendwie noch weiterentwickelt. Aber der Wechsel zur Abendschau ist dann doch irgendwie gewöhnungsbedürftig.
Wieprecht ist im besten Sinne ein Plauderer. Aber Plaudern ist in der Abendschau schwierig. Nicht nur wegen des engen Formates, sondern auch, weil er seine Moderationen vom Teleprompter ablesen muss. Zumindest am Sonnabend klang das alles noch sehr verkrampft.

Vermutlich will aber der rbb irgendwie vom Wiepecht-Kult profitieren. Sollen sie ihm doch lieber eine eigene Show geben – irgendeine Mischung aus Journalismus, Kultur und Musik -, wo er einfach er selbst sein kann. Vielleicht kann er die seltsame “Abendshow” aufs richtige Gleis stellen. Oder eine Art Late Night. Irgendwas, aber nicht wirklich ein Nachrichtenmagazin.

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Silvester im Südwesten: Willkommen 2019

Donnerstag, den 3. Januar 2019
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MO 31.12.2018 | 23.50 Uhr | SWR-Fernsehen

Silvester haben auch einige Dritte Programme live den Jahreswechsel übertragen. Dabei allerdings kann man so einiges falsch machen.
Deshalb an dieser Stelle einige wertvolle Tipps, wie man es 2019/20 eventuell besser machen kann.

1. Verpasse, um Gottes Willen, nicht die 0-Uhr-Marke!
Beim SWR hat sich die Moderatorin von “Silvester im Südwesten: Willkommen 2019” so sehr mit einem neben ihr stehenden Herren verquatscht, dass sie schlicht den Countdown verpasste. Sie führte einfach ihr Interview eiter. Drei Sekunden (!) vor Mitternacht muss ihr jemand von der Regie was ins Ohr gebrüllt haben, denn mitten im Gespräch riss sie dem Mann das Mikro weg und zählte die letzten drei Sekunden mit runter.

2. Nach 0 Uhr kann man die eingeblendete Uhr ruhig ausblenden.
Beim SWR hat man die Uhr einfach bis 0.18 Uhr weiter laufen lassen. Irgendwer wird sich schon noch für die Uhrzeit interessieren, dachte man sich da wohl.

3. Wenn man schon eine Countdown-Uhr einblendet, sollte man sie um 23.58 Uhr nicht einfach ausblenden.
Im WDR hat man es einfach andersrum gemacht wie beim SWR. In der “Lokalzeit extra: Silvesterfeuerwerk am Kölner Dom” lief die Uhr rückwärts – bis zur 0:02:00-Marke. Dann war sie weg. Vielleicht wollte man die WDR-Zuseher einfach ein bisschen mit dem Beginn von 2019 überraschen. Auch dort plauderte die Moderatorin noch bis zehn Sekunden vor Mitternacht, bevor dann doch noch mal ein Ziffern-Countdown zu sehen war.

4. Wenn schon zurückzählt, dann auch pünktlich.
Glaubt man der Uhrzeit im WDR-Videotext, ging der drei Sekunden nach. Zeigte der Videotext 0 Uhr an, stand der Countdown noch auf Drei.

5. Schweigen bringt’s auch nicht.
Waren die Moderatorinnen bei SWR und WDR ein wenig zu sehr in Plauderlaune, hat der Moderator beim rbb ab 45 Sekunden vor Mitternacht einfach geschwiegen. Wer das “Silvesterfeuerwerk am Brandenburger Tor” im rbb gesehen hat, hörte stattdessen im Hintergrund die ZDF-Leute den Countdown zählen. Aber so ein bisschen Stimmung verbreiten, sollte doch auch beim rbb zu machen sein.

6. Sprenge die Party nicht mit depressiven Erinnerungen!
Bevor der rbb-Moderator schwieg, erinnerte er noch mal an das vergangene 2018. An die schweren Waldbrände zum Beispiel. Und wie schlimm das war, als auch in Berlin Brandgeruch herrschte. Ein echt tolles Silvesterparty-Thema.

Werden bei den nächsten Silvester-Übertragungen diese wertvollen Tipps beherzigt, dann könnte das auch mit dem gelungenen Jahreswechsel klappen. Gern geschehen.
Andererseits: Irgendwie wäre es schon lustig gewesen, wenn beim SWR die 0-Uhr-Marke einfach überquatscht worden wäre.

Hits: 126

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

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Kesslers Small Talk

Sonntag, den 30. Dezember 2018
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SO 30.12.2018 | 18.10 Uhr | rbb

Normalerweise quatschen in den vielen Talkshows ja immer nur die Erwachsenen über die Themen, die das Land gerade bewegen. Kinder kommen viel zu selten zu Wort.
Michael Kessler will das ändern. Kessler, der Spezialist darin ist, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, nimmt sich im rbb nun den Kleinen an. Am frühen Sonntagabend lief erstmals “Kesslers Small Talk”.

Drei Mädchen und zwei Jungs zwischen 9 und 13 Jahren unterhielten sich mit dem Moderator über Angela Merkel, über Flüchtlinge, Donald Trump, die Fußball-WM und über Träume für die Zukunft.
Das Ergebnis war dabei weniger überraschend, als man denkt. Überraschend war eigentlich nur, dass sich auch ein Elfjähriger dieselben Gedanken zum Fußball macht, dasselbe Fachwissen dazu hat, wie Erwachsene. Dass auch sie sich unterschiedlich über Flüchtlinge unterhalten, die einen sagen, man solle sie aufnehmen, die andere sagt, sei seien schon viele Fremde im Land.

Beeindruckend ist aber, zu sehen, dass sich auch Kinder schon Gedanken darüber machen, was politisch und gesellschaftlich um sie herum passiert. Hoffentlich ist “Kesslers Small Talk” kein einmaliges Format. Eine monatliche Ausstrahlung sollte machbar sein.

-> Die Sendung beim rbb im Internet (bis 30. Dezember 2019)

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Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen

Donnerstag, den 27. Dezember 2018
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MI 26.12.2018 | 16.20 Uhr | rbb

Wenn die Oma den kleinen Heintje bittet, dass er doch bitte mal ein Lied singen soll, dann macht der Heintje das doch sehr gern. Dann setzt im Hintergrund das Playback ein, und Heintje plärrt los.
Oma findet das natürlich sehr, sehr schön, und wird schon ganz feucht, vor allem in den Augen. Mit schwimmenden Pupillen sieht sie ihren Heintje an, und die Welt ist wieder ein Stück besser geworden.

Zumindest 1970. Da erschien in der Bundesrepublik der Film “Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen”, und der Titel sagt es schon: Da liegt Tragik verborgen, der das Licht am Ende des Tunnels ist bereits zu sehen. Und wirklich: Heintje, der natürlich Heintje spielt, will beweisen, dass sein Papa unschuldig im Knast sitzt.
Die Geschichte ist natürlich zweitrangig, denn wenn der junge Mann in seiner brauen Lederjacke und perfekt gescheitelten Haare im offenen Auto auf dem Beifahrersitz unterwegs ist, dann muss er natürlich auch da ein Lied anstimmen. Damit Mama am Steuer ein bisschen was zu schmachten hat und es nicht allzu langweilig wird beim Fahren.

Es war eine schöne heile Welt in den frühen 70ern. Der rbb brachte sie am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages zurück in die Wohnzimmer. Die heile Welt wurde böse, als Heintje in den Stimmbruch kam. Da wollte dann auch die Oma nichts mehr hören.

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Weihnachtssingen An der Alten Försterei

Dienstag, den 25. Dezember 2018
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SO 23.12.2018 | 20.15 Uhr | rbb

Ja, okay, wenn sich fast 30.000 Menschen in einem Fußballstadion treffen, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, dann ist das bestimmt irgendwie schön.
Eine 90-minütige Übertragung, die vor allem darin besteht, zu zeigen, wie Leute in einem Stadion singen, ist allerdings nicht ganz so aufregend.
Der rbb übertrug am Sonntagabend das traditionelle Weihnachtssingen aus dem Stadion von Union Berlin in Köpenick. Diese Nicht-ganz-live-Sendung zeigt allerdings, dass es nicht immer sinnvoll ist, ein Event ins Fernsehen holen zu wollen.

Es begann 2003, da trafen sich halblegal ein paar Fans im Stadion, um Weihnachtslieder zu singen. Heute ist das ein Megaevent, bei dem es in ist, hinzugehen – auch wenn man vielleicht sonst nie zum Fußball geht. Solche Weihnachtssingen-Verantstaltungen gibt es inzwischen auch in vielen Orten – ist also auch nichts Außergewöhnliches mehr. Die Union-Hardcore-Fans finden die Größe des eigenen Events wohl auch nicht mehr ganz so cool.

Der mdr hat am Donnerstag das Konzert des Kreuzchores aus dem Stadion von Dynamo Dresden übertragen. Der Unterschied: Es handelte sich um eine Bühnenshow, fürs Fernsehen produziert. Zwischendurch wurde aber auch mal von allen gesungen.
Anders beim rbb. Da scheint man den Bühnensound nicht mal vernünftig an die Fernsehtechnik angeschlossen zu haben. Wenn da jemand sprach, sang oder musizierte, dann klang das sehr hallig. Von den Gesängen im Stadion bekam man auch nicht so viel mit.
Vielleicht ist die Singerei in dieser Form keine echte Primetime-Show. Oder man muss sie technisch besser ausstatten. Oder man muss sich ein Rahmenprogramm überlegen – was aber sicherlich nicht im Sinne aller wäre. Aber vielleicht ist es auch schlicht so, dass es eben Ereignisse gibt, die sich nicht eins zu eins ins Fernsehen übertragen lassen.

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