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Pittiplatsch

Dienstag, den 19. November 2019
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MO 18.11.2019 | 8.30 Uhr | KiKA

Pittiplatsch ist wieder da!
Nun könnte man sagen: Er war doch nie weg!
Aber in Wirklichkeit sind seit unglaublichen 28 Jahren keine neue Folgen der Puppentrickserie gedreht worden. Was erstaunlich ist, denn die Geschichten von Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi laufen bis heute immer wieder beim “Sandmännchen” im KiKA, mdr und rbb – aber eben immer altes Material.
So kennen auch Kinder von heute den kleinen Kobold und seine Freunde. Warum man die Serie nie fortgesetzt hat, ist unverständlich.

Nun ist feiert das Sandmännchen seinen 60. Geburtstag, und aus diesem Anlass ließen rbb, mdr und NDR endlich neue Folgen produzieren. Die Vorpremiere erleben die Kleinen seit Montag im KiKA. Der Kinderkanal zeigt “Pittiplatsch” im Frühprogramm. Die eigentliche Premiere in “Unser Sandmännchen”, dann auch im rbb und mdr, ist für den 26. November geplant.

“Ist doch Schrott” hieß Folge 1 am Montagmorgen im KiKA. Moppi wollte eine alte Harke entsorgen, doch Pittiplatsch hatte doch noch eine andere Idee.
Eine kurze, sehr sympathische Geschichte. Die Puppen sind behutsam modernisiert, sowohl Pitti als auch Moppi sind plüschiger, Pitti hat nun einen beweglichen Mund. Dass die Stimmen andere sind, ist klar, aber die neuen Sprecher haben sich sehr an dem Stil der Figuren bis 1991 orientiert.
Die Übertragung auf 2019 hat bei Pittiplatsch gut funktioniert. Hoffentlich sehen die Kinder das genauso, und hoffentlich haben Pitti und seine Freunde noch eine lange Zukunft.

-> Die Sendung in der KiKA-Mediathek

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3 nach 9 Classics: Am Tag, als die Mauer fiel

Samstag, den 9. November 2019
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FR 08.11.2019 | 0.25 Uhr (Sa.) | rbb

Es war am 10. November 1989, und schon damals gab es in den Dritten Programmen die Freitagabend-Talkshows. Am Abend nach dem Mauerfall lief auf N3 die Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9”, und sie stand ganz im Zeichen dieses historischen Ereignisses. Aus Anlass des 30. Mauerfall-Jubiläums zeigte der rbb in der Nacht zum Sonnabend in der Reihe “3 nach 9 Classics” Ausschnitte.

Und sie waren interessant und aus heutiger Sicht erstaunlich. Denn fast alle in dieser Sendung reden auf Gerhard Löwenthal ein. Löwenthal moderierte lange das “ZDF-Magazin”, trat dort antikommunistische Positionen und galt als Konservativ.
Und bei “3 nach 9” am 10. November 1989 war er ein Prophet, und er hatte recht. Schon an diesem Tag in dieser Sendung sagte er voraus, dass die deutsche Einheit kommen würde. Der Sozialismus würde sich nicht halten, er würde nicht funktionieren, und die Leute wollen Freiheit. Und Freiheit bedeute: ein deutsches Land.
Fast alle anderen waren empört. Man müsse das doch die Leute entscheiden lassen, und von einer deutschen Einheit sei doch noch nie die Rede gewesen. Man wolle doch mal sehen, wie ein anderer Sozialismus funktioniere.
Löwenthal sagte, die Wahlen würden das entscheiden, und er prophezeite, dass eine Partei wie die SED, die damals noch in der DDR herrschte unter freien Wahlbedingungen um die 15 Prozent erreichen würde – und auch das traf im März 1990 ungefähr so ein.

Am 10. November 1989 wurde Löwenthal dafür ausgelacht, verhöhnt hat man ihn. 30 Jahre später wissen wir: Der Mann sollte Recht behalten, und auch deshalb ist es 2019 hochinteressant, sich diese 1989er-Sendung noch mal anzusehen.

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Abendshow

Sonntag, den 27. Oktober 2019
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DO 24.10.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Schöner scheitern!
Vermutlich wäre das der bessere Titel für den Neustart der “Abendshow” im rbb am Donnerstagabend gewesen. Denn die Zuschauer konnten dort zur Primetime live einem Desaster beiwohnen.

Seit zwei Jahren ist die “Abendshow” im rbb auf Sendung. Satire soll es sein. Ein freches Magazin aus Berlin. Aber irgendwie auch ernst, und eigentlich wusste gar keiner so genau, was die Sendung überhaupt sein sollte.
Britta Steffenhagen und Marco Seiffert haben die Moderation nun abgegeben, stattdessen führt Ingmar Stadelmann durch die Show. Die hat sich durchaus verändert.

Ingmar Stadelmann, Comedian und Stand-Uper, beginnt dann die neue “Abendshow” auch mit einem Stand-Up. Später sitzt er an einem Tisch, redet ein bisschen mit seinem Sidekick Carsten van Ryssen, es gibt Einspieler und zwei Gäste.
Das erinnert an Late Night. Das ist an sich nichts Schlechtes, gute Late-Night-Shows sind immer eine Bereicherung, auch wenn sie grundsätzlich immer ähnliches Konzepte haben. So erinnert die neue “Abendshow” stark an das “Neo Magazin Royale” – und an “Die Florian Schroeder Satire Show”, die so ähnlich funktioniert. Ebenfalls im rbb, womit man sich im eigenen Haus mit fast selbem Konzept Konkurrenz macht.
Ob das aber das richtige Format für die Primetime ist, ist fraglich.

Aber wie gesagt: Ist eine Late Night gut gemacht, kann man sich freuen. Und eigentlich gehe ich davon aus, dass Ingmar Stadelmann das auch grundsätzlich könnte, durchaus sympathisch ist er auch.
Jedoch: Das ganze Ding gegen mit Kawumm gegen die Wand. Gags funktionierten nicht, das Publikum blieb ruhig, Pointen wurden versemmelt, und so richtig mit seinen Gästen konnte Stadelmann auch nichts anfangen. Das Gespräch mit Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz kratzte sanft an der Oberfläche.
Relativ schnell ging Stadelmann mit dem Scheitern ganz offen um, inklusive Autorenbeschimpfung, Publikumsbeschimpfung, Selbstbeschimpfung und Kapitulation. Es wirkte, als ob Stadelmann entweder schnellstens flüchten, im Boden versinken oder sich fix besaufen will.
Woran es lag, dass diese Sendung so grandios gegen die Wand gefahren worden ist, ist übrigens nicht ganz klar: Denn rein vom Gagmaterial her, war es zumindest schmunzelig. Aber irgendwie hat die Stimmung im Studio nicht gepasst, und die allgemeine Verunsicherung tat dann ihr Übriges.

Es war spannend, wie die “Abendshow” doch noch aus dem tiefen, tiefen Tal geholt werden kann. Der Weg wird lang. Sehr lang. Denn am Donnerstag hat der rbb sicherlich die wenigen Stammzuschauer der Sendung vergrault.

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Hier spricht Berlin

Sonntag, den 6. Oktober 2019
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FR 04.10.2019 | 22.00 Uhr | rbb

Huijuijui, fast wäre in einer Promi-Talkshow noch ein wirklich relevantes Thema länger diskutiert worden. Leider war aber dafür keine Zeit, weil Sidos Promovideo eingespielt werden musste. Denn deshalb war er ja da. Eigentlich.
Am Dienstagabend lief im Ersten die Premiere der neuen rbb-Talkshow “Hier spricht Berlin”. Am Freitagabend zeigte der rbb die Wiederholung und hat damit auch wieder so etwas wie einen eigenen Freitagtalk im Programm.

Damit war man bislang nie erfolgreich. Zuletzt versuchte man es mit “Dickes B”, einem Showtalk, der aber zum Langweiler geriet.
“Hier spricht Berlin” machte sich gleich mal einen Namen mit etwas, das es dort nicht gibt. Rauchen nämlich darf man auch beim rbb nicht. Das sollte nämlich das total aufregende Alleinstellungsmerkmal von “Hier spricht Berlin” sein. Dass, wer will, auch qualmen darf. Dabei ist das erstens uncool, zweitens widerlich anzusehen und drittens schlicht nicht erlaubt. Denn Rauchverbote gelten auch für Fernsehstudios.

Die Kulisse ist seltsam steril und ungemütlich. Alle sitzen um einen Tisch herum. Was bei “Schulz & Böhmermann” stylisch war, wirkte hier nur hemmend. Zumal sich die ein bisschen sehr aufgekratzte Moderatorin Eva-Maria Lemke in ihre schickste Kleid geschmissen hat, das hinterm Tisch aber nicht zur Geltung kam und deplatziert wirkte.

Und ganz am Ende kam Sido dran. Das Gespräch kam schnell auf die deutsche Geschichte und auf Sidos Ansicht, man solle den 9. November nicht feiern, weil man damit auch an die Mauer erinnere. Das solle man nicht mehr tun. Überhaupt solle niemand gezwungen werden, sich mit deutscher Geschichte zu befassen.
Das sah Günther Jauch völlig zurecht ganz anders und konnte das auch gut begründen in dem sagte, das Wissen über die Geschichte führe auch dazu, dass man heutige Errungenschaften wie die Demokratie oder das Wahlrecht zu würdigen wisse.
Aber an dem Punkt musste dann eben leider doch der Ausschnitt von Sidos neuestem Videoclip gezeigt werden, und das zeigte ein wenig das Dilemma von solchen Sendungen: Sie liegen zu sehr im Korsett, sind zu sehr auf PR für die Gäste ausgelegt, und wenn es wirklich mal spannend wird, muss man leider leider leider das Ganze abwürgen. Da gilt dann halt nicht mehr: “Hier spricht Berlin”.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 1. Oktober 2020)

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Hoch soll er leben – Der Fernsehturm wird 50!

Freitag, den 4. Oktober 2019
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DO 03.10.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Der hat das verdient! Der Fernsehturm in Berlin ist am 3. Oktober 1969 eröffnet worden, und weil das jetzt 50 Jahre her ist, widmete der rbb ihm eine Primetime-Show, die auch noch volle 90 Minuten dauern sollte.
Gute Idee, dachte die sich beim rbb, aber gleich danach scheinen sie ins Schwitzen gekommen zu sein. Wie sollen wir denn bitteschön 90 Minuten füllen? Die Antwort: Ach, irgendwas werden wir da schon finden.

In “Hoch soll er leben – Der Fernsehturm wird 50!” am Abend des Tages der Deutschen Einheit stand Maximilian arland auf dem Alexanderplatz, um über den Fernsehturm zu reden.
Das heißt, zunächst zeigte er einen Musikclip aus den 80ern: Helga Hahnemanns “Berlin”-Lied. Das passte, zumal es historische Aufnahmen von damals zu sehen gab.

Es blieb nicht bei diesem einen Clip. Die Sendung war durchzogen von Clips, die meist unter dem Fernsehturm aufgenommen worden sind. Weil man damit aber offenbar immer noch nciht die ganze Sendung füllen konnte, griff man beim rbb auch noch zu Archivausschnitten aus dem “Kessel Buntes”. Der wurde zwar im Friedrichstadtpalast aufgenommen, hat also wenig bis nichts mit dem Jubilar zu tun, aber mit viel Glück kann man von dort aus ja auch den Fernsehturm sehen.

Maximilian Arland durfte dann mit dem Fahrstuhl nach oben. Wir erfuhren, dass das Panoramacafé nicht mehr Panoramacafé heißt, sondern Café Sphere. Dass man bleiben kann, so lange man will. Dass man es mieten kann. Fast gar keine Schleichwerbung. Das Café, dass – haben wir es schon erwähnt – nicht mehr Panoramacafé heißt, hat jedenfalls eine gute Promotion vom rbb bekommen.
Wir durften aber auch ins Innere des Turmes blicken, Maxi auf eine besondere Plattform begleiten – spannend war das alles schon.
Leider fehlte jedoch völlig ein Rückblick auf die Bauzeit, denn es wäre ja schon mal interessant gewesen, wie man einen 365 Meter hohen Turm baut, noch dazu 1969 in der DDR.
Und dass da ständig irgendwelche Musikclips laufen mussten, die teilweise nicht mal was mit dem Fernsehturm zu tun hatten, wirkte dann leider doch wie der verzweifelte Versuch, um mit wahllosem Füllmaterial auf die 90 Minuten zu kommen.

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Chez Krömer

Samstag, den 7. September 2019
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DI 03.09.2019 | 22.00 Uhr | rbb

Es heißt, dem Motivationstrainer sei die Motivation flöten gegangen. Zumindest soll Jürgen Höller wortlos das Studio verlassen haben. Weil es irgendwie, nun ja, anders lief, wie er es vielleicht erwartet hatte. Irgendwie unnett.
Aber er hätte es eventuell ahnen können, denn er war zu Gast bei Kurt Krömer.

Nach fünf Jahren Fernseh-Auszeit hat Kurt Krömer im rbb wieder eine eigene Sendung. Sie ist allerdings ganz anders als die Shows davor. Bislang schien es Konzept zu sein, dass sich Krömer nicht für seine Gäste interessiert, sich nicht auf sie vorbereitet.
In “Chez Krömer” – Bei Krömer ist das anders. Er hat sich sehr gut auf seinen Gast vorbereitet. Das aber muss diesem Gast nicht zwingend gefallen.

In der Premierensendung war besagter Motivationstrainer Jürgen Höller zu Gast. Kulisse ist ein Verhörraum. Krömer blättert in Akten, raucht und kommt dann in den Raum, wo der Gefa…, äh, Gast schon wartet.
Es folgt Gerede, und ehrlich gesagt erscheint der Gast nicht wirklich spannend. Er erzählt über Motivation, dies und das. Und dann: bäm! Krömer zeigt einen Ausschnitt, in dem eine Psychologin so ein Coaching mit einer Sucht vergleicht. Und dann zeigt er einen Ausschnitt, in dem es darum geht, dass Höller schon mal in den Knast musste.
Und, schwupp, wird es ungemütlich für den Gast.

Krömer hört zu und hakt plötzlich ein, wenn ihm was auffällt oder wo er das Gefühl hat, da stimmt irgendwas nicht. Er ist unhöflich, sehr direkt, hart, und plötzlich ist dieses Gespräch wirklich spannend und fast schon relevant.

Am Dienstagabend lief die erste von vier geplanten Folgen. Kevin Kühnert und Philipp Amthor werden noch vorbeikommen, und es wird spannend, wie die sich schlagen und was Krömer ihnen eventuell um die Ohren haut.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (verfügbar bis 2. September 2020)

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Showtime, Herr Kessler!

Samstag, den 31. August 2019
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FR 30.08.2019 | 20.15 Uhr | rbb

In “Kesslers Expeditionen” war es immer der Running-Gag. Michael Kessler fragte bei der rbb-Intendantin nach, wann er denn endlich seine eigene Samstagabendshow bekommen würde. Und immer sagte sie Nein.
“Kesslers Expeditionen” lebte davon, dass Michael Kessler im Land unterwegs war – je nach Staffel immer mit anderen “Verkehrsmitteln” – und spontan Leute traf, um sich mit ihnen zu unterhalten. Wie überhaupt Kessler für seine tollen TV-Formate bekannt ist.
Die Expeditionen endeten fast unbemerkt. Nun hat er im rbb eine neue Sendung.

Es ist die Abendshow! Die Samstagabendshow! Allerdings läuft sie am Freitagabend – und, nun ja, es ist auch nicht wirklich eine Show.
“Showtime, Herr Kessler!” lief am Freitagabend erstmals im rbb. Und im Grunde ähnelt die Sendung den Expeditionen. Denn sie handelt von Kessler, der Leute trifft. Den Koch in einer Markthalle. Eine Frauengruppe, die im Schlamm Wettbewerbe macht. Schlagerfans, die er zur Waldbühne mitnimmt, wo er wiederum Howard Carpendale trifft.
Das alles moderiert er im Smoking an, um auch eine Art Rahmen zu schaffen.

Das ist meist relativ kurzweilig, hat aber lange nicht den Charme der Expeditionen. Denn spontan ist in “Showtime” ganz sicher nichts mehr. Denn eigentlich ist die Sendung die bloße Abfolge von verschiedenen Beiträgen. Der Name “Showtime” eigentlich nur die Fortsetzung des Running Gags. Das ist dann doch wieder sympathisch, zumal Kessler durch seine witzigen Gespräche und Einlagen für Stimmung sorgt.
Und der rbb kann sowieso abseits der ziemlich piefigen Vorabendschiene ein bisschen Lokalkolorit gebrauchen.

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