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Rügen 2012 (6): Die neue B96 – die Enttäuschung des Jahres

Sonntag, den 30. Dezember 2012
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(5) -> 21.5.2012

Der Rügentrip begann diesmal mit einer Premiere. Vor kurzem wurde das erste Teilstück der neuen B96 eröffnet, die einmal die Rügenbrücke mit Bergen auf Rügen verbinden soll. Die Hoffnung ist groß, dass die Staus der vergangenen Jahre Vergangenheit sein werden, wenn erst mal alles fertig ist.
Inzwischen habe ich da keine Hoffnung mehr, denn auch die neue B96 ist völliger Murks.

Bislang ist das Teilstück zwischen Altefähr und Rambin fertig – viel mehr ist allerdings auch noch nicht von der neuen Trasse zu sehen.
Als wir Rügen erreichten, standen wir dort allerdings im Stau. Es wollten zu viele Leute auf die Insel.
Aber schon an dem kurzen, neuen Teilstück ist zu sehen: Der Stau wird immer zum Rügen-Urlaub gehören. Die neue B96 ist nur dreispurig. Von der Rügenbrücke bei Altefähr aus ist die Strecke inselwärts zweispurig, in der Gegenrichtung einspurig. Einen guten Kilometer später wechselt die Aufteilung. Von Stralsund kommend wirds nur noch einspurig.
Offenbar handelt es sich auf dem neuen Teilstück schon um die endgültige Verkehrsführung, sie sieht nicht provisorisch aus.

Heißt: Wer auf die Insel Rügen fährt, wird dort im Stau stehen. Und das heißt auch: Wer von Rügen runter will, wird in der Gegendrichtung dort ebenfalls im Stau stehen.
Wer denkt sich so einen Murks aus? Nur eine vierspurige B96 hätte dort Sinn gemacht. Oder wenn schon nur dreispurig, dann wenigstens eine wechselseitige zweite Spur – je nachdem, in welcher Richtung gerade mehr Bedarf besteht. Ampeln hätten das regeln müssen, wie auch auf der Rügenbrücke.

Mit dieser Streckenführung wird es immer Stockungen geben – und das ist ohne Zweifel die Enttäuschung des zu Ende gehenden Jahres.

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Rügen 2009 (5): Feuer, Fliegen, Sowieso

Sonntag, den 16. August 2009
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(4) -> 19.4.2009

Knappe drei Stunden, und wir erreichten Baabe. Von wegen Stau hinter der Rügenbrücke. Ganz geschmeidig fuhren wir über den Strelasund und gelangten ohne Störungen auf die Insel Rügen.
Der Stau war dafür auf der Gegenseite. Es scheint das Gesetz zu geben, dass ab 10 Uhr der Rückreiseverkehr beginnt. Denn das Seltsame war: Der gewaltige Stau hatte nichts mit der Rügenbrücke und den dortigen Verkehrswidrigkeiten zu tun. Erst ab Rambin, dem letzten Ort vor der Brücke, war die Spur dicht. Es waren einfach zu viele Leute in Richtung Stralsund unterwegs. Bis Bergen ging gar nichts mehr. Gut, dass wir damit nichts zu tun hatten.

Auch die Marienkäferplage scheint zu Ende zu sein. Ein einziger „Mariechenkäfer“ landete auf dem Arm des kleinen Mädchens neben uns – und die war schwer begeistert. Dafür nerven kleine Fliegen, die überall und nirgends landen und jucken. Aber am Strand war das noch erträglich. Eklig wurde das erst, als wir am Abend zum Baaber Bollwerk liefen – dort schwirrten sie in Scharen herum und wurden zur Plage.

Am Hafen feierten die Leute das Bollwerkfest. Und ich traf alte Bekannte: Die Band Sowieso spielte die besten Gassenhauer der 60er, 70er, 80er, 90er und 00er-Jahre (Sagt man das so? 00er-Jahre? Oder auch Nullerjahre? Oder 2000er? Es wird Zeit, dass wir einen Name finden für das Jahrzehnt, das in viereinhalb Monaten zu Ende ist.) Und ich überlegte schon vorher: Der Name Sowieso sagte mir was. Und tatsächlich: Ich habe sie schon einmal in Baabe erlebt, 2006 auf der Kurbühne. Es war toll. Und es war auch heute toll. Oder, sagen wir mal: Es war okay. Ich habe mitgewippt. Und mitgesungen. Und mitgeschunkelt. Was man nicht von jedem behaupten kann.
Eigentlich warteten wir auf das für 23 Uhr angekündigte Feuerwerk. Hinter der Bratwurstbude war eine Absperrung, dahinter ein paar Ständer und Gerüste. Da sollte das Feuerwerk sein. Um Punkt 22.58 Uhr begann dann das… nun ja, sagen wir mal… also… das Feuerdings. Es war im Grunde nur eine Abfolge von brennenden und qualmenden Lichtern. Gingen die einen aus, war die nächste Reihe dran. Lustlos, einfallslos, öde und nach acht Minuten vorbei. Es war das beknackteste und überflüssigste Feuerwerk, das ich je gesehen habe. Das Geld hätten sie auch gleich in den Bodden werfen können. Oder Freibier spendieren können, dann hätten alle was von gehabt.
Diesen Feuerwerksversuch muss ich erst mal verkraften.