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Rügen 2016 (1): Schneller (und lauter) auf die Insel

Sonntag, den 3. April 2016
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2015 -> 1.12.2015

Mit der ausgebauten B96 sollen die Autofahrer schneller auf die Insel Rügen kommen. Deshalb wird sie zwischen der Rügenbrücke in Stralsund und Bergen auf Rügen dreispurig ausgebaut. Bis hinter Samtens ist die Strecke inzwischen fertig.

Normalerweise nutze ich die B96 nicht. Ich finde es viel schöner, mit der Fähre überzusetzen. Aber diesmal wollte ich mir ansehen, wie das nun funktioniert (und ich glaube, die Fähre war auch noch in der Winterpause).
Schon als ich Ende 2012 erstmals auf dem ersten Teilstück der B96 unterwegs war, regte ich mich auf. Dreispurig, so ein Stuss. Immer abwechselnd sind zwei Streifen pro Richtung freigegeben.
Ich frage mich aber, wenn mal die richtige Rückreisewelle kommt – ob das dann funktioniert mit den ständigen Spur-Einengungen?

Eines stimmt: Als Autofahrer ist man nun fix am B196-Abzweig kurz vor Bergen. Die Staugefahr an der Kreuzung mit dem Bahnübergang in Samtens fällt weg. Nur die noch vorhandene Ampel bei Teschenhagen bei McDonald’s sorgte für dann einen Ministau.
Eines stimmt aber auch: Die Bau-Ausführung der Straße ist nicht wirklich gelungen. Darum gibt es momentan richtig Zoff auf der Insel.
Besonders die Bewohner von Rambin beschweren sich, dass die neue B96 schrecklich laut sei. Von Brüllasphalt ist die Rede.
Da ist was dran, wer dort unterwegs ist, wird merken, dass die Straße laut ist, dass sie sich relativ unruhig fährt. Der verwendete Belag ist ziemlich rau und sorgt für laute Fahrgeräusche. Auch Lärmschutzwände fehlen.

Für die Rambiner ist das bitter. Erst wollten sie, dass die B96 raus kommt aus ihrem Dorf. Nun ist sie raus. Besser geworden ist es nun aber scheinbar nicht. Ironie des Schicksals.

Nun fehlt noch der letzte Bauabschnitt der neuen B96 – bis Bergen.
Allerdings frage ich mich ernsthaft, ob das überhaupt nötig ist. Zwischen dem ausgebauten Teil und der Kreuzung nach Bergen gibt es gerade mal eine Ampel, dafür ließe sich sicher eine andere Lösung finden.
Verkehrsexperten hatte sowieso vorgeschlagen, die vorhandene Trasse in dem Bereich schlicht zu sanieren und auszubauen. Es soll dennoch für viel Geld eine ganz neue Trasse gebaut werden.
Man muss nicht alles verstehen.

Nächstes Mal nahme ich wieder die Fähre.

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Rügen: Das B-96-Desaster

Montag, den 27. April 2015
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Es ist der blanke Wahnsinn, was da auf Rügen passiert. Weil die alte B96 hoffnungslos überlastet ist, soll zwischen der Rügenbrücke und Bergen eine neue Trasse gebaut werden. Ein paar Kilometer sind auch schon fertig. Die neue Strecke wird dreispurig, was natürlich völlig bekloppt ist, weil dadurch zu Stoßzeiten keine Entlastung erreicht wird und der Straßenneubau somit völlig absurd ist. Der Stau auf Rügen vor der Rügenbrücke in Stralsund wird bleiben. Nur die Leute in Rambin freuen sich, wenn denn irgendwann mal der Verkehr nicht mehr durch ihr Dorf rauscht.

Nun ist aber der Bau sehr viel teurer als geplant. 80 Millionen Euro sollte die 20 Kilometer lange Straße kosten. Die sind aber schon beim ersten Abschnitt ausgegeben. Nun fordert der Bundesrechnungshof, auf den zweiten Abschnitt zu verzichten, stattdessen soll zwischen Samtens und Bergen die alte B96 nur ausgebaut werden.
So wird dann vielleicht wenigstens das Nadelöhr Samtens umfahren, dann aber geht es zurück auf die alte Trasse.

Die Rüganer diskutieren sowieso sehr verbissen über die neue B96, dass sie geliebt wird kann man nun nicht gerade sagen. Dass das, was da gerade gebaut wird, völliger Murks ist, ist auch klar. Dass nun aber eventuell nicht mal zu Ende gebaut werden wird – da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Mecklenburgs Verkehrsminister will am Vorhaben festhalten, so berichtet die Ostsee-Zeitung. Dabei möchte man fast sagen: Reißt den Mist einfach wieder weg!

Der Bau der B96 auf Rügen – ein echter Reinfall!

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Rügen 2012 (6): Die neue B96 – die Enttäuschung des Jahres

Sonntag, den 30. Dezember 2012
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(5) -> 21.5.2012

Der Rügentrip begann diesmal mit einer Premiere. Vor kurzem wurde das erste Teilstück der neuen B96 eröffnet, die einmal die Rügenbrücke mit Bergen auf Rügen verbinden soll. Die Hoffnung ist groß, dass die Staus der vergangenen Jahre Vergangenheit sein werden, wenn erst mal alles fertig ist.
Inzwischen habe ich da keine Hoffnung mehr, denn auch die neue B96 ist völliger Murks.

Bislang ist das Teilstück zwischen Altefähr und Rambin fertig – viel mehr ist allerdings auch noch nicht von der neuen Trasse zu sehen.
Als wir Rügen erreichten, standen wir dort allerdings im Stau. Es wollten zu viele Leute auf die Insel.
Aber schon an dem kurzen, neuen Teilstück ist zu sehen: Der Stau wird immer zum Rügen-Urlaub gehören. Die neue B96 ist nur dreispurig. Von der Rügenbrücke bei Altefähr aus ist die Strecke inselwärts zweispurig, in der Gegenrichtung einspurig. Einen guten Kilometer später wechselt die Aufteilung. Von Stralsund kommend wirds nur noch einspurig.
Offenbar handelt es sich auf dem neuen Teilstück schon um die endgültige Verkehrsführung, sie sieht nicht provisorisch aus.

Heißt: Wer auf die Insel Rügen fährt, wird dort im Stau stehen. Und das heißt auch: Wer von Rügen runter will, wird in der Gegendrichtung dort ebenfalls im Stau stehen.
Wer denkt sich so einen Murks aus? Nur eine vierspurige B96 hätte dort Sinn gemacht. Oder wenn schon nur dreispurig, dann wenigstens eine wechselseitige zweite Spur – je nachdem, in welcher Richtung gerade mehr Bedarf besteht. Ampeln hätten das regeln müssen, wie auch auf der Rügenbrücke.

Mit dieser Streckenführung wird es immer Stockungen geben – und das ist ohne Zweifel die Enttäuschung des zu Ende gehenden Jahres.

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Rügen 2009 (5): Feuer, Fliegen, Sowieso

Sonntag, den 16. August 2009
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(4) -> 19.4.2009

Knappe drei Stunden, und wir erreichten Baabe. Von wegen Stau hinter der Rügenbrücke. Ganz geschmeidig fuhren wir über den Strelasund und gelangten ohne Störungen auf die Insel Rügen.
Der Stau war dafür auf der Gegenseite. Es scheint das Gesetz zu geben, dass ab 10 Uhr der Rückreiseverkehr beginnt. Denn das Seltsame war: Der gewaltige Stau hatte nichts mit der Rügenbrücke und den dortigen Verkehrswidrigkeiten zu tun. Erst ab Rambin, dem letzten Ort vor der Brücke, war die Spur dicht. Es waren einfach zu viele Leute in Richtung Stralsund unterwegs. Bis Bergen ging gar nichts mehr. Gut, dass wir damit nichts zu tun hatten.

Auch die Marienkäferplage scheint zu Ende zu sein. Ein einziger „Mariechenkäfer“ landete auf dem Arm des kleinen Mädchens neben uns – und die war schwer begeistert. Dafür nerven kleine Fliegen, die überall und nirgends landen und jucken. Aber am Strand war das noch erträglich. Eklig wurde das erst, als wir am Abend zum Baaber Bollwerk liefen – dort schwirrten sie in Scharen herum und wurden zur Plage.

Am Hafen feierten die Leute das Bollwerkfest. Und ich traf alte Bekannte: Die Band Sowieso spielte die besten Gassenhauer der 60er, 70er, 80er, 90er und 00er-Jahre (Sagt man das so? 00er-Jahre? Oder auch Nullerjahre? Oder 2000er? Es wird Zeit, dass wir einen Name finden für das Jahrzehnt, das in viereinhalb Monaten zu Ende ist.) Und ich überlegte schon vorher: Der Name Sowieso sagte mir was. Und tatsächlich: Ich habe sie schon einmal in Baabe erlebt, 2006 auf der Kurbühne. Es war toll. Und es war auch heute toll. Oder, sagen wir mal: Es war okay. Ich habe mitgewippt. Und mitgesungen. Und mitgeschunkelt. Was man nicht von jedem behaupten kann.
Eigentlich warteten wir auf das für 23 Uhr angekündigte Feuerwerk. Hinter der Bratwurstbude war eine Absperrung, dahinter ein paar Ständer und Gerüste. Da sollte das Feuerwerk sein. Um Punkt 22.58 Uhr begann dann das… nun ja, sagen wir mal… also… das Feuerdings. Es war im Grunde nur eine Abfolge von brennenden und qualmenden Lichtern. Gingen die einen aus, war die nächste Reihe dran. Lustlos, einfallslos, öde und nach acht Minuten vorbei. Es war das beknackteste und überflüssigste Feuerwerk, das ich je gesehen habe. Das Geld hätten sie auch gleich in den Bodden werfen können. Oder Freibier spendieren können, dann hätten alle was von gehabt.
Diesen Feuerwerksversuch muss ich erst mal verkraften.