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Sportschau live: Tour de France 2019, 21. Etappe

Mittwoch, den 31. Juli 2019
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SO 28.07.2019 | 17.55 Uhr | one

Das ist ja wirklich blöd. Da wird drei Wochen lang die Tour de France übertragen – über weite Strecken bei one, und der Zieleinlauf lief immer live im Ersten. Und dann ist endlich die finale 21. Etappe, die große Einfahrt nach Paris, und dann kann Das Erste leider nicht live dabei sein.
Und das muss man wirklich verstehen. Denn es ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, auf die Wiederholung einer zwei Jahre alten “Tatort”-Folge zu verzichten.

Erstmals haben sich die Veranstalter der Tour de France für die große Pariser Zieleinfahrt ein Abend-Event überlegt. Weil es am Abend einfach schöner aussehen soll.
Da hat man aber leider die Rechnung ohne die ARD gemacht. Den alten “Tatort” lässt man sich am Sonntag zur Primetime nicht kaputtmachen. Der ist ein Muss.
Stattdessen gab es die Live-Übertragung nur bei one, wo sie keine halbe Million Menschen erreichten. Im Ersten lief ab 21.45 Uhr nur eine gut 15-minütige Zusammenfassung, zu der man sich immerhin durchringen konnte. Aber auch nur, weil ein deutscher Fahrer auf Platz 4 landete.

Das Motto der ARD scheint zu sein: Wir lassen uns das Sommerloch nicht stopfen! Da sind sie wenigstens mal konsequent.

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Werbung: Alpecin

Samstag, den 11. Juli 2015
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FR 10.07.2015 | 22.52 Uhr | Tele 5

Ganz ehrlich: Ich hielt es für einen Scherz, als die Leute von Alpecin in großen Anzeigen verkündeten, man werde während der Tour de France auf den Werbeslogan “Doping für die Haare” verzichten.
Immerhin sei man ja Sponsor eines Radsportteams, und da hätte es ja ein, nun ja, Geschmäckle gehabt, wenn man ausgerechnet bei der Sportart mit “DOOOOOPING für die Haare” wirbt.

Und tatsächlich: Der Slogan fehlt in den aktuellen Spots – wie zum Beispiel am Freitagabend bei Tele 5 zu sehen war und immer wieder in den Tour-de-France-Werbepausen bei Eurosport.
Stattdessen lächelt im aktuellen Spot der Radler John Degenkolb in die Kamera und erzählt, wie durfte Alpecin sei. Schließlich war das ja nur früher (und vermutlich auch wieder nach der Tour) Doping. Also, Doping für die Haare.
Bemerkenswert ist es aber so oder so, dass angesichts der vielen Dopingvorwürfe gegenüber dem Radsport ausgerechnet eine Firma zum Sponsor erkoren wird, die mit Doping (ja, auch wenn nur für die Haare) wirbt.

Jetzt also gerade kein Doping. So richtig dahinter scheinen sie bei Alpecin aber nicht zu stehen. Mir zumindest ist es nicht gelungen, den Spot im Internet zu finden. Auf der Alpecin-Seite gibt es ihn nicht (stattdessen lauter Doping-für-die-Haare-Reklame) und bei Youtube auch nicht. Erstaunlich!
Schade eigentlich, dass man bei Alpecin und bei den Tour-Veranstaltern nicht den Arsch in der Hose hatte, die Shampooleute einfach weiter mit dem Doping-Spruch werben zu lassen. Wäre ehrlicher gewesen – und irgendwie ja auch selbstironisch. Irgendwie.

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Olympia live: Tennis / Rad

Dienstag, den 31. Juli 2012
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SO 29.07.2012 | 14.30 Uhr | Das Erste

In London bahnte sich am Sonntagnachmittag eine Sensation an: Julia Görges traf beim olympischen Tennisturnier auf dem Centre Court in Wimbledon auf die Weltranglisten-Zweite Agnieszka Radwanska aus Polen – und sorgte für Spannung: Die Deutsche gewann überraschend den ersten Satz, die Polin den zweiten. Die ARD war live dabei – bis zum Ende des zweiten Satzes. Dann ging es weiter mit einem eher unspannenden Radrennen, das erst zwei Stunden später zu Ende sein würde.

Tatsächlich gewann Julia Görges das Tennismtach und warf die Favoritin (und Fahnenträgerin) aus Polen raus. Live zu sehen war das im Ersten jedoch nicht. im Ersten lief weiterhin ein Radrennen, das zu diesem Zeitpunkt völlig unspektakulär war. Der noch ausstehende Satz wurde später als Aufzeichnung nachgereicht.

Die Kritik an der Olympia-Übertragung von ARD und ZDF wächst. Im Gegensatz zu den Jahren davor, verzichten die Sender auf zusätzliche Übertragungen auf den Digitalkanälen. Stattdessen schoben die Sender das Zusatzangebot ins Internet ab – was nichts anderes ist als mieser Service. Wer will sich Olympia schon auf einem PC-Bildschirm anstatt auf dem Fernsehmonitor ansehen? Glücklicherweise gibt es wenigstens Eurosport, wo öfter Alternativen zu sehen sind.
Auch wissen Zufallszapper nie, ob ARD und ZDF live berichten oder eine Konserve zeigen. Auf eine “live”-Einblendung verzichten beide Sender. Eurosport macht das besser.

Dass Belanglosigkeiten oft wichtiger sind als der Sport, passt auch einigen Zusehern nicht. Da wird über die Royals getratscht, anstatt Live-Sport zu zeigen. Da muss erst ein Moderator ansagen, dass jetzt zu Sportart X geschaltet wird, anstatt einfach fix rüberzugeben.
Ein bisschen mehr Flexibilität wäre schön.

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Sportschau live: Tour de France 2010, 3. Etappe

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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DI 06.07.2010 | 15.55 Uhr | Das Erste

Herrlich, Frankreich bekommt wieder seine Sightseeingshow. Lange fliegt der Hubschrauber mit der Fernsehkamera über ein Schloss. Da könnte man ja mal hinreisen.
Aber eigentlich geht es in der Live-Übertragung am Dienstagnachmittag im Ersten eher im den Radsport. Diese blöde Sache mit dem Doping bei der Tour de France scheint vergessen zu sein, denn ARD und ZDF übertragen wieder einen großen Teil der Etappen.

Und die Organisatoren wollten es in der 3. Etappe so richtig wissen. Da musste Action her. Schmale Straßen, holpriges Kopfsteinpflaster, enge Sandpfade. Tja, da nimmt man einen Sturz oder viele Ausfälle oder gar einen Schlüsselbeinbruch gern mal hin. Unfälle lenken vom Doping ab, denken sich vielleicht die Tour-Planer. Und es hat ja sogar funktioniert.
Das Spiel mit der Gesundheit der Sportler geht also weiter. Und das muss man sich als Zuschauer nun wirklich nicht antun.

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BMX live: Olympische Spiele

Mittwoch, den 20. August 2008
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DI 19.08.2008 | 3.00 Uhr (Mi.) | Eurosport

Wieder mal ein Hoch auf die Olympischen Spiele: Selbst wenn irgendwo irgendwann mal ein BMX-Rennen übertragen wird: Wann sieht man sich das schon mal an? Richtig, wenn Olympia ist.
Eurosport zeigte heute Nacht, wie junge leute mit den ihren BMX-Rädern über Hügel donnerten und irre Flüge und Stunts absolvierten.
Deutsche Sportler waren nicht vertreten, was das ganze nicht weniger interessant machte. Der BMX-Sport ist in Deutschland nicht wirklich verbreitet.
Dabei fällt mir auch nur eine einzige Begegnung mit BMX ein. Es war eine filmische. Der australische Spielfilm “Die BMX-Bande” war 1989 der große Kinohit in der DDR. Ich habe den Film im (heute nicht mehr existierenden) Kino in Sassnitz auf Rügen gesehen. Damals war Nicole Kidman in einer ihrer ersten Rollen zu bewundern.
Der Zauber von Olympia. Ich wage zu behaupten, dass ich mein nächstes BMX-Rennen im Fernsehen frühestens 2012 sehen werde.

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Das war 2007!

Montag, den 31. Dezember 2007
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Das Fernsehen verkommt immer mehr. 2007 wurde das mitunter sehr eindrucksvoll bewiesen.

Fernsehen scheint nicht mehr dazu da zu sein, die Leute zu unterhalten, sondern um ihnen Geld abzunehmen. Beim „Money Express“ auf VIVA zahlen die Zuschauer 50 Cent pro Anruf. In die Sendung durchgestellt werden nur die wenigsten. Alle, die kritisch berichten, werden von der Betreiberfirma abgemahnt. In den diversen Astroshows ist das Anrufprinzip ähnlich. Und die Aussagen sind, nun ja, beliebig.
Und bei 9live wäre alles fast rausgekommen. In einer der Anrufsendungen meint Moderatorin Alida Kurras im Off u.a.: “Bei solchen Peaks schlagt doch später zu.” Soll heißen: Die Sache mit dem Zufallsgenerator stinkt doch nicht etwa?!

Radler Jan Ullrich hat nicht gedopt. Nein! Niemals! Eine böse Medienkampagne sei das, beteuert „Ulle“ bei Beckmann. An der Tour de France darf er nicht teilnehmen. Die wird sowieso zur Farce. Neue Dopingenthüllungen. ARD und ZDF setzen die Live-Übertragungen ab. Sat.1 übernimmt und landet einen Quotenflop. Die wenigsten wollen den Skandalsport noch sehen.

Apropos Sat.1: Der Sender gerät in die Schlagzeilen, weil Leute entlassen und Infomagazine abgesetzt werden. Obwohl: „Sat.1 am Mittag“ bot mehr Entertainment als Infos.

Jauch kommt. Jauch kommt nicht. Nach ewigen ARD-internen Streitereien verzichtet Günther Jauch auf die sonntägliche Talkshow. Anne Will übernimmt stattdessen den Sendeplatz von Sabine Christiansen.

Der BR meldet in einer “Rundschau Extra” irrtümlich, dass Edmund Stoiber zurückgetreten ist. Das war der Sender ein bisschen früh dran.

In St. Petersburg in Russland werden Journalisten angegriffen. Sie wollten über Demonstrationen berichten, die sich gegen die russische Politik richteten. Wo bleibt die Pressefreiheit in Russland?

Roger Cicero gewinnt nicht den Eurovision Song Contest. Weil der böse Ostblock nur den Ostblock wählt. Oder so. Der Westen ist bockig. Wie jedes Jahr.

Knut. Überall Knut. Der Eisbär aus dem Berliner Zoo war allgegenwärtig. Als er seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte, sendeten n-tv und N24 in Sondersendungen live.

Und auch als angeblich Deutschland für das Klima das Licht ausknippste, übertrug N24 die Dunkelheit live. Und weil man das nicht so richtig sah, musste der Reporter mit einem Scheinwerfer beleuchtet werden. Wie war das noch mal? Licht aus?

Oliver Pocher ist nun ein Öffentlich-Rechtlicher. Mit Harald Schmidt will er die ARD verjüngen. Mit bisher durchwachsenem Ergebnis. Kann nur besser werden.
Harald Schmidt, der in diesem Jahr 50 wurde, hat seine Late Night für “Schmidt & Pocher” beerdigt. Zwischendurch machte er auch noch einen Ausflug zum “heute-journal”.

Das Sportereignis des Jahres: die Handball-WM der Männer in Deutschland. Wir bekamen das Wintermärchen. Diesmal sogar mit Happy End. Die Handballer bescherten uns mehrere Psychothriller. Das Halbfinale mit Verlängerung. Und dann das Finale – und der Titel. 16,16 Millionen Zuschauer waren dabei. Zuschauerrekord 2007.

Und noch ein WM-Titel: Auch die Fußballfrauen holten sich den Titel. In China hatten sie dabei jedoch auch kaum Mühe.

„Fernsehgärtnerin“ Andrea Kiewel hat in diversen Sendungen ein paar Mal zu oft über die Weight Watchers gesprochen. Und dafür Geld kassiert. Schleichwerbung. Die Kündigungen vom ZDF und MDR kamen prompt.

Ein Oscar für Deutschland: Das Stasidrama “Das Leben der anderen” gewann den US-Filmpreis. Ein Triumph für Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck (der danach leider nur noch nervte mit seinem Gehabe) – und für Schauspieler Ulrich Mühe. Es war sein letzter Triumph. Wenige Monate später starb er an Krebs.

Noch mehr Abschiede: Schauspielerin Evelyn Hamann, Luciano Pavarotti, “Professor Brinkmann” Klausjürgen Wussow. Autor Ulrich Plenzdorf (“Die neuen Leiden des jungen W.”), Regisseur Ingmar Bergmann und Schauspielerlegende Hansjörg Felmy. Fußballer Jupp Derwall und Skisprungtrainer Reinhard Heß. Russlands Ex-Chef Boris Jelzin. Maler Jörg Immendorff und Autor Walter Kempowski. Die Schauspielerin Gisela Uhlen. Die Fernsehautoren Herbert Reinecker (“Derrick”) und Jürgen Roland (“Großstadtrevier”) und der Schriftsteller Otto Häuser (Ottokar Domma) gingen für immer.

Ewiger Disput um Eva Herman. Bei Johannes B. Kerner saßen lauter Leute, die ihr Buch nicht kannten, aber dennoch mitquatschten. Am Ende wurde Eva Herman rausgeschmissen. Und Kerner feierte sich. Wofür ist unklar.
Unterdessen verlor Herman ihre NDR-Sendung “Herman & Tietjen”. Grund sind umstrittene Aussagen über das Familienbild im Dritten Reich.

Auch TV-Wissenschaftler Joachim Bublath verließ 2007 eine Talkshow. Jedoch freiwillig. Nachdem Nina Hagen in “Menschen bei Maischberger” nur noch wirr redete und Bublath angriff, zog er es vor, zu gehen. Richtig so.

Courage-Bambi für Tom Cruise. Dafür, dass er in “Walküre” Stauffenberg spielt. In einem Film, den noch niemand kennt. Mit einem Stoff, der schon verfilmt wurde, also nicht neu ist. Mut ist was anderes.

Für 2008 merkt euch bitte eines: Autobahn geht gar nicht! Guten Rutsch!

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Blut und Spiele

Donnerstag, den 9. August 2007
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MI 08.08.2007, 22.45 Uhr, Das Erste

Das Doping im Radsport ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Eine Dokumentation im Ersten zeigte u.a. was in der Leichtathletik oder im Schwimmen abging und wohl noch abgeht. Da wurde gedopt auf Teufel komm raus. Und getrickst.
So wurden während der Olymüischen Spiele 1988 in Soul angeblich rund 20 US-Sportler positiv getestet. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse nicht, suspendiert wurden die Sportler schon gar nicht. Nur einzelne Fälle wurden geahndet.
Stellt sich die Frage: Wie glaubhaft ist der Sport überhaupt (noch)? Und: Wenn ARD und ZDF beim Radsport ausgestiegen sind, wäre es dann nicht sinnvoll weitere Konsequenzen zu überlegen?
Wie auch immer: Es scheint, was das Thema Sport und Doping angeht, eine spannende Zeit zu werden.
Teil 2 der Doku am kommenden Mittwoch.

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