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3 nach 9 Classics: Am Tag, als die Mauer fiel

Samstag, den 9. November 2019
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FR 08.11.2019 | 0.25 Uhr (Sa.) | rbb

Es war am 10. November 1989, und schon damals gab es in den Dritten Programmen die Freitagabend-Talkshows. Am Abend nach dem Mauerfall lief auf N3 die Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9”, und sie stand ganz im Zeichen dieses historischen Ereignisses. Aus Anlass des 30. Mauerfall-Jubiläums zeigte der rbb in der Nacht zum Sonnabend in der Reihe “3 nach 9 Classics” Ausschnitte.

Und sie waren interessant und aus heutiger Sicht erstaunlich. Denn fast alle in dieser Sendung reden auf Gerhard Löwenthal ein. Löwenthal moderierte lange das “ZDF-Magazin”, trat dort antikommunistische Positionen und galt als Konservativ.
Und bei “3 nach 9” am 10. November 1989 war er ein Prophet, und er hatte recht. Schon an diesem Tag in dieser Sendung sagte er voraus, dass die deutsche Einheit kommen würde. Der Sozialismus würde sich nicht halten, er würde nicht funktionieren, und die Leute wollen Freiheit. Und Freiheit bedeute: ein deutsches Land.
Fast alle anderen waren empört. Man müsse das doch die Leute entscheiden lassen, und von einer deutschen Einheit sei doch noch nie die Rede gewesen. Man wolle doch mal sehen, wie ein anderer Sozialismus funktioniere.
Löwenthal sagte, die Wahlen würden das entscheiden, und er prophezeite, dass eine Partei wie die SED, die damals noch in der DDR herrschte unter freien Wahlbedingungen um die 15 Prozent erreichen würde – und auch das traf im März 1990 ungefähr so ein.

Am 10. November 1989 wurde Löwenthal dafür ausgelacht, verhöhnt hat man ihn. 30 Jahre später wissen wir: Der Mann sollte Recht behalten, und auch deshalb ist es 2019 hochinteressant, sich diese 1989er-Sendung noch mal anzusehen.

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Markus Lanz: Hinrich Lührssen

Freitag, den 7. September 2018
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DI 04.09.2018 | 22.45 Uhr | ZDF

Ob Journalisten wirklich Mitglied in einer Partei sein müssen, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Dass ein Journalist aber im Vorstand einer Partei sitzt – das ist schwierig.
Hinrich Lührssen kennt man von vielen “Stern TV”-Reportagen, zuletzt war er für das Magazin “Buten un Binnen” von Radio Bremen unterwegs.
Lührssen ist nun im Vorstand der Bremer AfD, und das ist mit der aktiven Arbeit eines Journalisten nicht vereinbar. Dass man da beim RB kurz oder länger mal drüber nachdenkt, wie man damit umgeht, ist selbstverständlich.
AfD-Freunde mögen nun motzen, dass ja ganz sicher auch Mitglieder von SPD oder Grüne in den Sendern sitzen. Und dass da keiner drüber berichtet. Aber vermutlich wäre das anders, wenn eine Fernsehnase plötzlich im Vorstand eines SPD-Landesvorstandes sitzen würde. Und was ist mit Steffen Seibert, wird dann auch gerne mal gefragt. Dabei ist die Frage einfach: Seibert hat einen neuen Job und arbeitet derzeit nicht mehr als Journalist.

Am Dienstagabend war Hinrich Lührssen zu Gast bei Markus Lanz im ZDF. Lanz und Lührssen kennen sich lange, und Lanz wollte wissen, was seinen Kollegen zur AfD getrieben habe. Immerhin sei das doch die Partei, die gern mal von der
Lügenpresse reden, bei der Lührssen (und dann noch für einen öffentlich-rechtlichen Sender) ja arbeitet.
Von Lührssen kommt dazu nicht wirklich Stichhaltiges. Er sage ja so was nicht, meint er. Deshalb habe das gar keine Bedeutung.
Er finde die Flüchtlingspolitik von Merkel furchtbar. Viele hätten Angst, und dass jeder seine Familie beschützen will, erwarte er auch von der Regierung. Der Druck werde auf alle immer größer, Stichwort Digitalisierung. Ob man noch Diesel fahren dürfe, sei unklar, und Elektroautos könne sich keiner leisten.

Warum er nun aber der AfD beigetreten sei, was denn die AfD zu diesen Themen sage – Diesel und auch Wohnungsnot -, wollte Lanz von Lührssen wissen.
Mehr als Gestotter und Inhaltsleere kam da allerdings nicht, und für einen gestandenen Journalisten war es durchaus peinlich, wie wenig Gehaltvolles außer das übliche Geblubber Lührssen zu sagen hatte.
Natürlich kann sich jeder die Partei aussuchen, der er beitreten möchte (oder auch nicht), dass Lührssens Begründungen aber so schlicht ausfielen, das war dann schon mehr als bemerkenswert. Da war nicht nur Markus Lanz verwundert.

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3 nach 9 wird 40!

Montag, den 17. November 2014
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FR 14.11.2014 | 22.00 Uhr | radiobremen tv

Du, Uschi, könntest du bitte für mehr Gerechtigkeit sorgen? Das wäre ja so schön!
Die Interview in der Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9” waren auch schon mal bissiger. Aber am Freitag durfte Schauspielerin Maria Furtwängler Moderatorin spielen und unter anderen die Bundesverteidigungsministerin Ursula von den Leyen interviewen. Und offensichtlich kannten sich die beiden näher, denn Furtwängler und Leyen dutzten sich – was sehr seltsam wirkte, weil man sich natürlich schon fragen musste: Was soll bei so einem Schmuseinterview eigentlich herauskommen? Oder wollte man mal das ganz intime Gespräch, und will das irgendjemand wirklich?

“3 nach 9” gilt als die älteste Fernsehquasselbude Deutschlands, am Freitag feierte sie ihren 40. Geburtstag. Alle vier Wochen läuft sie im radiobremen tv, im NDR, beim rbb und beim hr.
Diesmal aber war einiges anders, denn man verzichtete auf eine große Runde, in der nach und nach alle befragt werden. Stattdessen gab es in den zweieinhalb Stunden Themen- und Interviewblöcke. Die Gesprächspartner Spaß an kleinen Tischen, das Ganze fand in vielen Ecken des Studios statt.
Offenbar funktionierte die Sendung in den Anfangsjahren auch so, und der Test am Freitag zeigte, dass “3 nach 9” auch wieder dorthin zurückkehren sollte. Denn bislang hebt sich die Sendung nciht aus dem Freitagstalkeinierlei hervor. Bis auf Moderatoren und Studio ist das Konzept von “3 nach 9”, dem “Riverboat”, der “NDR Talk Show” und den anderen Sendungen gleich. Dabei würde ein bisschen frischer Wind ganz gut tun.

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heute-journal: Gabriel vs. Slomka

Samstag, den 30. November 2013
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DO 28.11.2013 | 21.45 Uhr | ZDF

Endlich ist mal Leben in der polischen Bude! In einer Zeit, in der die SPD-Spitze Friede, Freude und auch Eierkuchen rund um die geplante Große Koalition propagiert, es in vielen Ortsvereinen davon aber nicht viel gibt, kam das Streitgespräch zwischen Sigmar Gabriel und Marietta Slomka im “heute-journal” ganz recht.

Der Schlagabtausch am Donnerstagabend stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Slomka wollte wissen, ob denn die Stimmung in der SPD tatsächlich pro Große Koalition sei, wo man doch immer so viel anderes höre. Gabriel gab den Unwissenden und teilte Slomka mit, dass doch alles tuttipaletti sei.
Die ZDF-Frau ging daraufhin zum Angriff über, brachte einen Staatsrechtler ins Spiel, der anmerkt, dass es widerrechtlich sein könnte, die Abgeordneten so zu beeinflussen. Gabriel fand das Quatsch, und er konnte auch knallhart sagen, warum – weil es nicht um die Abgeordneten ginge, sondern um die Parteispitze.

Dummerweise war es da aber mit Marietta Slomkas Gelassenheit dahin, und der Talk steuerte in eine Richtung, die in jedem Interviewseminar an Journalistenschulen für Kopfschütteln sorgen wird. Zickig bestand sie darauf, dass doch Gabriel diese Vorwürfe nicht wegwischen könne – obwohl er zu diesem Zeitpunkt ruhig und recht präzise erklärt hat, warum er so denkt, wie er denkt.

Das Gespräch im “heute-journal” sorgte für Wirbel. CSU-Chef Seehofer fühlt sich mal wieder bemüßigt, sich beim ZDF zu beschwereren, weil man seinem armem Koalitionspartner Böses getan hat, weil ein Journalist mal keine lieben Fragen gestellt hat.
Dabei muss sich ein Politiker auch das mal gefallen lassen, oder beschwert sich Seehofer auch jedes mal über die schroffe Art von CDU-Mann und Journalist Michel Friedman?
Nichtsdestotrotz muss sich auch Marietta Slomka sagen lassen, dass das Interview nicht gerade eine Glanzstunde von ihr war. So unbeholfen und leicht zickig auf Gabriel zu reagieren, hätte nicht sein müssen. Das darf schon alles ein bisschen souveräner zugehen.

Siegmar Gabriel sieht das Ganze – nach außen hin – übrigens schon wieder gelassener. In der Talkshow “3 nach 9” im radiobremen tv sagte, so was komme schon mal vor, und man müsse das nicht überbewerten. Vielleicht sollte er das auch mal dem Seehofer sagen…

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3 nach 9 classics: Am Tag, als die Mauer fiel

Samstag, den 10. November 2012
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FR 09.11.2012 | 0.00 Uhr (Sa.) | rbb

Die Berliner Mauer war noch nicht mal 24 Stunden durchgängig, da ging am Abend des Freitag, 10. November 1989, in Bremen die Talkshow “III nach 9” im damaligen Nord III auf Sendung. Es war eine spannende Ausgabe, weil auch viele DDR-Bürger spontan dorthin gedüst sind und sich in der Live-Show mitunter heftige Schlagabtausche leisteten.
23 Jahre danach zeigte der rbb noch einmal einen einstündigen Zusammenschnitt.

Der streitbare Journalist Gerhard Löwenthal, der Jahrzehnte lang das DDR-kritische “ZDF-Magazin” moderierte, sorgte dort für ordentlichen Zoff. Keiner wollte ihm glauben, dass der Sozialismus in der DDR am Ende sei, dass die Wiedervereinigung schon bald kommen werde.
Ein DDR-Musikjournalist schwadronierte vom demokratischen Sozialismus, der doch nun in der DDR Einzug halten könne. Ein Flüchtling hielt dagegen, dass doch in der DDR sowieso niemand arbeite, dass die Wirtschaft am Ende sei, und ein Sozialismus mit Marktwirtschaft doch sowieso ebenfalls zum Kapitalismus führe.
Wolfgang Lippert, 1989 in Ost und West ein Star – er hatte Shows sowohl im Fernsehen der DDR als auch in der ARD -, regte an, doch nun erst mal das Glücksgefühl zu genießen.

Aus heutiger Sicht ist diese Talkshow hochspannend. Sie zeigt, wie brisant die damalige Zeit war, wie unklar und wie falsch viele Zeitgenossen die Zukunft eingeschätzt haben.

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3 nach 9: Oliver Pocher

Sonntag, den 4. September 2011
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FR 02.09.2011 | 22.45 Uhr | radiobremen tv

“3 nach 9” gilt als eine der ältesten deutschen Fernsehtalkshows. Aber bedeutet alt auch altbacken?
Moderator Giovanni di Lorenzo hat am Freitagabend bei radiobremen tv die Frage eindeutig beantwortet: Ja, die Show ist altbacken. Und wenn es nicht die Show ist, dann wenigstens Giovanni di Lorenzo. Er hat es eindrucksvoll beim Interview mit Oliver Pocher bewiesen.

Der Comedian macht momentan eine spannende Wandlung durch: Vom Witzemacher, der andere Leute verarscht hat, über den gefloppten Late-Night-Moderator zum ernsthaften Sportmoderator und dreifachen Vater. Zwar wird er bei RTL auch weiterhin die Comedyschiene bedienen, aber dennoch könnte man da doch mal nachfragen.
Aber entweder hat sich di Lorenzo mies vorbereitet oder er hatte keine Lust auf Pocher. Oder er findet ihn blöd. Er konfrontierte den 33-Jährigen mit ollen Kamellen. Sein missglückter Auftritt bei “Wetten, dass…?”. Sein verbaler Ausrutscher in einer Talkrunde mit Mariah Carrey. Und und und. Di Lorenzo blickte zurück und interessierte sich kaum für den Blick nach vorn. Nein, er wollte Pocher wohl irgendwie grillen. Leider wirkte das peinlich, sehr opamäßig. Ein völlig missglücktes Interview.

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3 nach 9: Etikette

Mittwoch, den 11. August 2010
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DI 10.08.2010 | 0.45 Uhr (Mi.) | radiobremen tv

Entschuldigung, Sie haben da einen Toilettenfehler!
Einen was?

Tja, da ist guter Rat teuer. Dabei ist es ein wichtiger Hinweis, wenn uns jemand auf einen Toilettenfehler aufmerksam macht. In der radiobremen-Talkshow “3 nach 9” sprach in der Nacht zu Mittwoch eine Etikette-Expertin zu diesem Thema.
Toilettenfehler bedeutet nichts anderes als: Der Hosenstall ist offen.
Okay, da klingt Toilettenfehler natürlich einen Tick vornehmer.
Man lernt ja nie aus.

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