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3 nach 9 classics: Am Tag, als die Mauer fiel

Samstag, den 10. November 2012
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FR 09.11.2012 | 0.00 Uhr (Sa.) | rbb

Die Berliner Mauer war noch nicht mal 24 Stunden durchgängig, da ging am Abend des Freitag, 10. November 1989, in Bremen die Talkshow “III nach 9″ im damaligen Nord III auf Sendung. Es war eine spannende Ausgabe, weil auch viele DDR-Bürger spontan dorthin gedüst sind und sich in der Live-Show mitunter heftige Schlagabtausche leisteten.
23 Jahre danach zeigte der rbb noch einmal einen einstündigen Zusammenschnitt.

Der streitbare Journalist Gerhard Löwenthal, der Jahrzehnte lang das DDR-kritische “ZDF-Magazin” moderierte, sorgte dort für ordentlichen Zoff. Keiner wollte ihm glauben, dass der Sozialismus in der DDR am Ende sei, dass die Wiedervereinigung schon bald kommen werde.
Ein DDR-Musikjournalist schwadronierte vom demokratischen Sozialismus, der doch nun in der DDR Einzug halten könne. Ein Flüchtling hielt dagegen, dass doch in der DDR sowieso niemand arbeite, dass die Wirtschaft am Ende sei, und ein Sozialismus mit Marktwirtschaft doch sowieso ebenfalls zum Kapitalismus führe.
Wolfgang Lippert, 1989 in Ost und West ein Star – er hatte Shows sowohl im Fernsehen der DDR als auch in der ARD -, regte an, doch nun erst mal das Glücksgefühl zu genießen.

Aus heutiger Sicht ist diese Talkshow hochspannend. Sie zeigt, wie brisant die damalige Zeit war, wie unklar und wie falsch viele Zeitgenossen die Zukunft eingeschätzt haben.

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3 nach 9: Oliver Pocher

Sonntag, den 4. September 2011
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FR 02.09.2011 | 22.45 Uhr | radiobremen tv

“3 nach 9″ gilt als eine der ältesten deutschen Fernsehtalkshows. Aber bedeutet alt auch altbacken?
Moderator Giovanni di Lorenzo hat am Freitagabend bei radiobremen tv die Frage eindeutig beantwortet: Ja, die Show ist altbacken. Und wenn es nicht die Show ist, dann wenigstens Giovanni di Lorenzo. Er hat es eindrucksvoll beim Interview mit Oliver Pocher bewiesen.

Der Comedian macht momentan eine spannende Wandlung durch: Vom Witzemacher, der andere Leute verarscht hat, über den gefloppten Late-Night-Moderator zum ernsthaften Sportmoderator und dreifachen Vater. Zwar wird er bei RTL auch weiterhin die Comedyschiene bedienen, aber dennoch könnte man da doch mal nachfragen.
Aber entweder hat sich di Lorenzo mies vorbereitet oder er hatte keine Lust auf Pocher. Oder er findet ihn blöd. Er konfrontierte den 33-Jährigen mit ollen Kamellen. Sein missglückter Auftritt bei “Wetten, dass…?”. Sein verbaler Ausrutscher in einer Talkrunde mit Mariah Carrey. Und und und. Di Lorenzo blickte zurück und interessierte sich kaum für den Blick nach vorn. Nein, er wollte Pocher wohl irgendwie grillen. Leider wirkte das peinlich, sehr opamäßig. Ein völlig missglücktes Interview.

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3 nach 9: Etikette

Mittwoch, den 11. August 2010
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DI 10.08.2010 | 0.45 Uhr (Mi.) | radiobremen tv

Entschuldigung, Sie haben da einen Toilettenfehler!
Einen was?

Tja, da ist guter Rat teuer. Dabei ist es ein wichtiger Hinweis, wenn uns jemand auf einen Toilettenfehler aufmerksam macht. In der radiobremen-Talkshow “3 nach 9″ sprach in der Nacht zu Mittwoch eine Etikette-Expertin zu diesem Thema.
Toilettenfehler bedeutet nichts anderes als: Der Hosenstall ist offen.
Okay, da klingt Toilettenfehler natürlich einen Tick vornehmer.
Man lernt ja nie aus.

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60 Jahre ARD – Lange Nacht: Unterhaltung & Talk

Sonntag, den 18. April 2010
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SA 17.04.2010 | 23.50 Uhr | Das Erste

Irgendwie hat die ARD bei der Auswahl ihrer Höhepunkte aus 60 Jahren Fernsehschaffen nicht immer ein gutes Händchen. Und manchmal waren die redakteure auch einfach nur faul. Im Fall von “Verstehen Sie Spaß?” zeigte sie statt echter Highlights lieber eine der billigen Best-of-Sendungen, die irgendwann mal im Vorabendprogramm lief. Die wirklich herrlichen Promi-Aktionen entgingen uns. Nicht anders bei “Einer wird gewinnen”: Zu sehen gab es Ausschnitte einer alten Show von 1966, obwohl die späteren Sendungen in den 80ern besser waren. Und so weiter.
Aber die ARD begeht ihren 60. ja sowieso recht lieblos. Insofern passt das schon.

Und meine Unterhaltungshöhepunkte? Zu meinen frühen Erinnerungen zählen natürlich die großen Sonnabendabendshows. Da wäre bespielsweise “Die verflixte 7″ mit Rudi Carrell und dem Satz: “Das wäre Ihr Preis gewesen!” Auch Blacky Fuchsbergers “Auf los geht’s los” war immer gute Unterhaltung – auch heute noch, wenn die Sendung wiederholt wird. Gleiches gilt für “Einer wird gewinnen”. Für damalige Verhältnisse Mitte der 80er war “Vier gegen Willi” fast schon subversiv. Die Show mit Mike Krüger brach so manches Tabu. So wurde mal die Wohnzimmereinrichtung von Leuten, die im Publikum saßen, zerdeppert. “Verstehen Sie Spaß” liebte ich auch, besonders in Zeiten von Paola und Kurt Felix. Auch als Harald schmidt die Show übernahm, war sie sehenswert. Mit Dieter Hallervorden ging’s bergab, mit Cherno Jobaytey erst recht. Genannt werden muss auch Michael Schanzes “Flitterabend”, das Spiel mit den Hochzeitspaaren. Jürgen von der Lippes “Geld oder Liebe” war auch sehr lange sehr angesagt. “Die Rudi Carrell Show” war zwar schleimig, wir sahen sie trotzdem (”Lass dich überraschen!”).
Shhows gab es aber nicht nur am Sonnabend. Zu meinen ganz frühen Erinnerungen zählen das Beruferaten “Was bin ich?” und der Nachfolger “Ja oder nein”. Ebenso “MAZ ab!” mit Harald Schmidt, Ende der 80er, ein Spiel so ziemlich ohne Regeln. Jedenfalls gab Harald Schmidt die Punkte relativ wahllos. Tränen gelacht haben wir bei “Donnerlippchen”, einer sehr abgefahrenen Show mit Jürgen von der Lippe, “Pleiten, Pech und Pannen”, bei Hape Kerkelings “Total normal”, Harald Schmidts “Gala” und “Schmidteinander” sowie bei “Sketchup” und “Voll daneben” mit Diether Krebs.
Aber auch die Dritten spielen bei der Unterhaltung einer große Rolle. Im damaligen N3 sorgte ab 1990 einmal im Monat sonnabends eine Show von der Hamburger Reeperbahn für Furore: die “Schmidt”-Mitternachtsshow. Kabarett, Varieté, Musik – und der Karrierestart von Lilo Wanders und Marlene Jaschke. Auf West 3 – und übernommen von N3 – habe ich sonntags Jürgend von der Lippes Show “Stimmt’s” gesehen. 1996 startete der WDR seine WG-Suche “Zimmer frei!”. Die Show läuft heute noch, auch wenn sie stark abgenutzt ist.
Im Talkbereich gehören die “NDR Talk Show” und “3 nach 9″ schon zum Inventar, auch der MDR konnte mit dem “Riverboat” ein Erfolgsformat dazusetzen. Die eine oder andere Ausgabe von “Boulevard Bio” war ebenfalls sehr sehenswert.

Und heute? Reinhold Beckmann sorgt für meist weichgespülte Talks. Seine Kollegin Sandra Maischberger macht es spannender. Harald Schmidt hat seine (fast) wöchentliche Show, “Krömer – Die internationale Show” ist meist sehr komisch. Der Sonnabend dümpelt dagegen hin. “Musikantenstadl” und die “Feste der Volksmusik” laufen noch ganz gut, haben jedoch keine jungen Zuschauer. “Verstehen Sie Spaß?” soll mit Guido Cantz verjüngt werden. Am Vorabend wird gequizzt. Perlen muss man suchen: “Inas Nacht” zum Beispiel, erprobt im NDR fernsehen, im Ersten im tiefsten Nachtprogramm. Etwas anders ist auch “Die Thomas und Helga Show” im NDR fernsehen oder “Dittsche” im WDR.
Es wird Zeit für weitere Innovationen.

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3 nach 9: Anna Fischer

Samstag, den 22. März 2008
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FR 21.03.2008 | 22.00 Uhr | rb tv

Die Anna Fischer ja, die findet die aktuelle Popkultur ja voll kacke. Hat se jesacht, bei “3 nach 9″, der Bremer Talkshow. Die Bravo zum Beispiel, die findet sie voll doof, weil die ja die Jugend voll verdummt. Kann man doch keenem zumuten. Deshalb will sie eigentlich auch nicht, dass da was über ihre Band Panda drinnesteht. Steht ja auch nicht, weil sich so richtig niemand für ihre Band interessiert. Und dass sich die Bravo eigentlich, abgesehen vom Design wenig verändert hat, nun ja, dit is der Anna ooch voll ejal. Aba so Texte wie “Für dich schieb ich die Wolken weiter”, die findet se voll zum kotzen, wa. “Jeht kacken!” klingt da ja schon ville bessa, wa? Nich so schleimig wie der andere Schleim, den die anderen fabrizieren, der sich leider aba ooch ville mehr verkooft, als wie det, wat Panda da singen.

Die Berliner Kodderschnauze wirkte dann auch wie ein komischer Exot in der Talkshow. Antihaltung gut und schön, aber fundiert darf sie ruhig sein.
Danach durfte sie mit Panda auch noch ein Lied trällern. Das Album “Tretmiene” schaffte es innerhalb des vergangenen Jahres nicht einmal in die Charts – womit man von einem Flop sprechen darf. Vielleicht bringt der Auftritt bei “3 nach 9″ aber vielleicht ein paar Verkäufe, denn der Song “Hierbleiben”, der recht ruhig daherkam, ist sogar ganz nett.
Wenn doch nur dit Jeplapper nich wär…

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3 nach 9: Bushido

Samstag, den 26. Januar 2008
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FR 25.01.2008, 22.00 Uhr, rb tv

Niedlich: Endlich nimmt sich mal eine Gesprächsrunde dem Rüpelrapper Bushido an. Um mal mit ihm über seine bösen, bösen Texte zu sprechen. Und um an zu fragen, ob er denn ds alles ernst meine. Und so.
Doch der Typ, der da gestern Abend in der Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9″ zu Gast war, machte einen geradezu normalen, ja, man will es fast gar nicht sagen, seriösen Eindruck. Erzählt, dass er in Berlin viel Gutes tue und er ja nur das in seinen Texten sage, was Alltag sei in den Städten in Deutschlands. Und nicht nur da.
Da waren alle beeindruckt und nahmen Busihio in ihr Herz auf. Na ja, dass er da diese Texte singt, die in dem gezeigten Ausschnitt sowieso niemand so genau verstanden hat, ist nicht schön. Aber eigentlich ist er doch eigentlich ein ganz Guter, oder? Dann hat Bushido ja alles richtig gemacht.

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Bremer Wahl 07: Eine Bahn, sechs Kandidaten, 1000 Fragen

Donnerstag, den 10. Mai 2007
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MI 09.05.2007, 21.10 Uhr, rb tv

Kleine Quizfrage: Wer ist der aktuelle Ministerpräsident von Bremen? Na? Henning Scherf? Nein, nein, der ist Geschichte. Es gibt einen neuen. Und der heißt? Also? Keine Ahnung? Keinen blassen Schimmer? Okay: Es ist Jens Böhrnsen von der SPD. In Bremen sicherlich bekannt, bundesweit ein unbeschriebenes Blatt.
Er selbst sieht das natürlich anders, als er auf diesen Umstand angesprochen wurde. Was soll er auch anderes sagen in einer Sendung, in der es um seine Wiederwahl geht?
Radio Bremen ging bei der Vorstellung der Wahlkandidaten neue Wege. Kein Studio. Keine langweiligen Kulissen. Nein, rb tv lud die Kandidaten ein, Straßenbahn zu fahren: “Eine Bahn, sechs Kandidaten, 1000 Fragen” hieß eine Sendung im rb tv am Mittwochabend.
So tuckerten alle durch Bremen, während weltbewegende Fragen gestellt wurden. Der Bahnführer sagte die Eckdaten der jeweils einsteigenden Politiker an. Die Bahn war übrigens realtiv leer. Interessiert sich wohl niemand für die Wahl. Oder Radio Bremen mags lieber ohne Publikum.
Aber immerhin: eine nette Idee. Die Redakeure dachten sich bestimmt schon, dass das eine öde Sache wird: Also wurden während der Statements ganz viele Bremen-Bilder aus der fahrenden Bahn gezeigt. Damit sich niemand so genau auf die wahlaussagen konzentrieren muss. Bremen ist ja auch nicht so oft im NDR-weiten Programm zu sehen…
Sonntag wird in Bremen gewählt. Und wir werden uns wieder fragen: Jens… wer?