RTZapper

50 Jahre Hey Music: Danke Jürgen Jürgens – Die große Abschiedsgala mit vielen Freunden und Wegbegleitern

Dienstag, den 5. Dezember 2017
Tags: ,

FR 01.12.2017 | 0.25 Uhr (Sa.) | rbb

Manche Jubiläen sind dem rbb einfach zu wichtig, als dass man sie unter den Tisch fallen lassen könnte. Für die große Show zum 50. Geburtstag der Radiohitparade “Hey Music” räumte der Sender sein Programm frei. Also, nicht gerade die Primetime, aber immerhin um 0.25 Uhr hat man ein Plätzchen gefunden, um die Show auszustrahlen. Das scheint dann wohl gleichzeitig ein Glückwunsch und ein Arschtritt gewesen zu sein.
Allerdings handelte es sich scheinbar auch um eine Beerdigung. Denn “Hey Music”, 1967 beim damaligen SFB1 gestartet, wird es in dieser Form wohl nicht mehr geben, so heißt es. Jürgen Jürgens moderierte die Charts 45 Jahre lang, nun geht er in Rente und ist zudem wohl krank. Zwar gibt es weiterhin eine Sendung unter diesem Namen bei radioBerlin 88.8, aber am Sonntagnachmittag läuft sie als verwässerte Hörerhitparade, vermengt mit irgendwelchen Oldies.

Also eine Party voller Wehmut. Glückwünsche zum 50. Aber Abschied von Jürgen Jürgens. Wegen Krankheit war nicht leider nicht mal da, als die Show über die Bühne ging. So wirkte das Ganze tatsächlich wie ein trauriger Abgesang. Und das wollte der rbb vermutlich einer größeren Zuschauerschaft auch nicht zumuten – ganz abgesehen von der verpassten Chance, die “Hey Music”-Sendung einem größeren Publikum wieder mal ins Gedächtnis zu rufen.

RTZapper

Klee: Immer wieder geht die Sonne auf

Freitag, den 31. März 2017
Tags: ,

MI 29.03.2017 | radioBerlin 88.8 | 20.36 Uhr

Und wieder ein Coversong, der irgendwie nicht funktioniert. Zugegeben, der Song ist bereits 2015 veröffentlicht worden, aber am Mittwochabend lief er bei radioBerlin 88.8, wo ich ihn zum ersten Mal gehört habe: Klee hat Udo Jürgens’ “Immer wieder geht die Sonne auf” gecovert. Es ist wieder mal ein guter Beweis, wie genial Udo Jürgens war. Denn Klee hat sich an diesem Song ordentlich verhoben.

In dem Lied geht es um eine gescheiterte Liebe, um einen Traum, der zu Ende geht, um Einsamkeit. Und dann der Refrain: “Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf. Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht.”
Udo Jürgens singt von der Hoffnung trotz aller Trübsal, trotz der Trauer. Er singt vom Silberstreif am Horizont, und beim Refrain – wenn das Orchester und der Backgroundgesang so richtig loslegt – möchte man fast aufatmen, man spürt die Positivität regelrecht.
Nicht so bei Klee. Die Band hat einen seltsamen Sommerklang-Rhythmus mit Percussions draufgelegt, dazu die Stimme der Sängerin, die seltsam verträumt ihren Text runtersingt. Im Refrain kommt da vom Aufatmen, vom “Jawoll” nichts mehr rüber.

Es ist eines dieser Coversongs, die die Welt nicht gebraucht hat. Da sehnt man sich regelrecht danach, dass im Radio stattdessen das wundervolle Original läuft.

RTZapper

Elif: Als ich fortging

Mittwoch, den 14. Oktober 2015
Tags: ,

MO 12.10.2015 | 21.31 Uhr | radioBerlin 88.8

RTL II ging in diesem Jahr mit den “Popstars” – sehr, sehr vorsichtig ausgedrückt – baden. Die Staffel verfolgten so wenige Leute, dass der Titel “Popstars” eine blanke Lüge ist, und dass es zweitens wohl erst mal keine weitere Staffel davon gibt.

2009 ist eine gewisse Elif Zweite geworden. Danach war es erst mal still (also noch stiller) um sie, 2013 hatte sie eine Single, die in den Charts auf Platz 80 landete.
Und nun das.

Es gibt Lieder, die bleiben für immer. Die sind mit Erinnerungen verbunden, mit traurigen Ereignissen, mit bestimmten Leuten und Begebenheiten. “Als ich fortging” von Karussell ist so ein Lied. Das hört man nicht oft, aber wenn, dann geht es unter die Haut.
Und jetzt kommt Elif und trällert das Ding nach, macht ein Cover draus. Am Montagabend lief er in der Hitparade “Hey Music!” auf radioBerlin 88.8 vom rbb.
Und ganz ehrlich: In diesem Fall ärgert es mich wirklich. Wenn man nur wenig Erfolg hatte, dann muss man offenbar zwingend einen wunderschönen Klassiker hervorkramen und daraus eine neue Nummer machen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Ja, sicher, Elif wird sagen, sie liebe diesen Song und wollte ihn schon immer mal nachsingen. Kann sie ja auch machen, aber da, wo das keiner mitbekommt. Denn klar ist auch: Wer einen Song wie “Als ich fortging” nochmal neu runternudelt, der beschädigt auch das Original.
Gut, dass man in solchen Fällen ganz schnell umschalten kann.

RTZapper

SWR3 Luna in der ARD-Popnacht

Donnerstag, den 25. Juni 2015
Tags: ,

DI 23.06.2015 | 0.05 Uhr (Mi.) | radioBerlin 88.8

Irgendwo ist jemand eingebrochen, und der Sicherheitsdienst und die Polizei müssen kommen. Ein Sicherheitsmitarbeiter musste in seinem Nachtdienst kurz ausrücken.
Und das alles live im Radio. Mitten in der Nacht.

Das hat Tradition bei der ARD: In der Nacht schalten sich viele Radiosender zusammen. Das hat den Vorteil, dass auch in der Nacht ein moderiertes Nachtprogramm über den Sender geht: Dass die Regionalität nachts flöten geht, kann man so dann doch ganz gut verschmerzen: Besser als sechs Stunden blanke Musik aus dem Computer.

Auf radioBerlin 88.8 vom rbb läuft in der Nacht “SWR3 Luna”. Der SWR sendet seine Nachtshow für die ganze ARD.
Und während einer Musikwunschaktion in der Nacht zum Mittwoch kam es zur oben beschrieben Szene. Zwei Hörer konnten Musikwünsche äußern, das Zuhörervolk entschied, welcher Song gespielt werden sollte.
Blöd nur: Einer der Anrufer war plötzlich nicht mehr da. Zunächst sprachen der Moderator und der zweite Kandidat dem anderen auf die Mailbox – live im Radio. Später war der Vermisste wieder da – und erzählt die oben aufgeführte Story. Er war noch mitten im Einsatz, irgendwo in Norddeutschland, und wirkte ein wenig atemlos. Ganz genau konnte er natürlich nicht erzählen, wo und was da los war. Spannend klang das alles trotzdem, und es wirkte, als hätte auch der Moderator Spaß an der überraschenden Wendung gehabt.

Auf den meisten Privatradiosendern wäre so eine Live-Story weit nach 1 Uhr gar nicht möglich gewesen.

RTZapper

Ohrenbär

Dienstag, den 9. Oktober 2012
Tags: ,

MO 08.10.2012 | 19.05 Uhr | radioBerlin 88.8

Kinder in Berlin und Umgebung brauchen keine Mama, die ihnen etwas vorliest. Sie können seit 25 Jahren im Radio den “Ohrenbär” einschalten. Auf radioBerlin 88.8 vom rbb bekommen sie jeden Tag um 19.05 Uhr zehn Minuten lang eine Geschichte vorgelesen.
Und eigentlich ist diese Sendung dazu da, dass die Kleinen nach der Gute-Nacht-Geschichte einschlummern. Deshalb sagt der Ohrenbär ganz am Ende auch “Gute Nacht für heute!” Dann endet auch die Musik, die Kinder können die Augen zumachen.

Aber wie das immer so ist: Die Medienheinis denken nicht darüber nach, was sie da tun. Nachdem der “Ohrenbär” eine gute Nacht gewünscht hat, ruft ein Kind “Halt!” Man solle doch noch dranbleiben. Dann folgt eine Reklame für eine Kinderveranstaltung, für CDs oder die Internetseite.
Liebes “Ohrenbär”-Team: Kann man das nicht an den Anfang stellen? Heißt “Gute Nacht” nicht: das war’s?
Das wäre ja wie wenn das Sandmännchen erst den Traumsand wirft, um gleich danach zu schreien: “Aber noch nicht einpennen!!”

PS: Lieber rbb! Ihr habt genau zwei regelmäßige Kindersendungen mit Gute-Nacht-Geschichten im Programm. Gibt es eine vernünftige Begründung dafür, dass der “Ohrenbär” bei radioBerlin 88.8 und “Zappelduster” auf Antenne Brandenburg gleichzeitig laufen? Nein, ganz sicher nicht! Bitte mal ändern, danke!

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Preview der 1300. Lindenstraßen-Folge

Sonntag, den 31. Oktober 2010
Tags: , ,

SA 30.10.2010 | Berlin, ARD-Hauptstadtstudio

Fast hätte es Klausi Beimer nicht rechtzeitig nach Berlin geschafft. Er stand auf dem Berliner Ring im Stau, an der Brückenbaustelle bei Michendorf.
Das wäre schade gewesen, haben doch die Lindenstraßen-Fans im Berliner Hauptstadtstudio der ARD auch auf ihn gewartet. Gemeinsam mit Joachim Hermann Luger (Hans Beimer) und Sybille Waury (Tanja Schildknecht) nahm Moritz Sachs an der Preview der 1300. Folge der “Lindenstraße” teil. Die Folge läuft am Sonntagabend im Ersten.

Marion Pinkpank von radioBerlin 88.8 führte durch das Programm und machte nicht gerade Werbung für sich und ihren Radiosender. Etwas stammelnd sagte sie die Promis an, schleimte sie an und stellte mitunter peinlich-blöde Fragen.
Und überhaupt scheint man die Fans der Serie, die im Dezember 25 Jahre alt wird, für ein bisschen dämlich zu halten. Drei Leute konnten an einem Quiz teilnehmen mit Fragen wie: In welchem Jahr startete die Serie? Drei Antworten wurden vorgeben, 1984, 1985 und 1986, und die drei Frauen (ja, nur Frauen) durften sie nacheinander beantworten. 1985. Klar. Ganz schön sinnfrei.

Die 1300. Folge der “Lindenstraße” kommt mit daher mit einem fallenden Schlüpfer, mehreren Heiratsanträgen und einem WG-Casting. Eine tatsächlich ganz schöne Folge.
Das Publikum wollte danach wissen, ob denn die Folgen nicht doppelt so lang dauern könnten (nein), ob denn Wiederholungen alter Folgen laufen (ja, bei einsfestival), ob es Kneipen gibt, wo man gemeinsam “Lindenstraße” gucken kann (keine Ahnung) – und so weiter, und so weiter.

Erstaunlich ist das schon: Die drei Darsteller, die in berlin dabei waren, sind bereits seit Anfang an in den “Lindenstraße” – 25 Jahre. Im Fall von Moritz Sachs fast ein ganzes Leben. Unterschrieben haben sie 1985 für ein Jahr. Dann für noch eins. Und für noch eins. Inzwischen drehen sie die Folgen, die im Januar 2011 laufen werden.

Ein Bekannter fragte mich vorher, ob ich denn Lindenstraßen-Fan sei. Mein Ja beantwortete er mit: Tut mir Leid. Muss es nicht.

RTZapper

ARD-Popnacht auf bremen vier

Donnerstag, den 17. Juni 2010
Tags: , ,

MI 16.06.2010 | 0.05 Uhr (Do.) | radioBerlin 88.8

Nachts greift der rbb auf das ARD-Gemeinschaftsprogramm zurück. Das ist auch gut so, denn das spart Geld.
So wurde in der Nacht zum Donnerstag um 0 Uhr vom rbb zum SWR geschaltet. Von dort kamen die Nachrichten. Nur leider scheint denen niemand Bescheid gesagt zu haben, dass sie um diese Zeit nicht mehr nur für die SWR-Hörer senden. Als Brandenburger interessiert mich die Wettervorhersage für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz jedenfalls herzlich wenig. Besser wäre wohl eine deutschlandweite Info.

Vom SWR ging es gleich weiter zu radiobremen: die “ARD-Popnacht auf bremen vier”. Ein Kulturschock, denn irgendwie scheint dieser Sender nicht mehr zu sein als eine Kopie der Privatradio-Dudelsender. Nachdem die Moderatorin um 0.05 Uhr ihre Hörer begrüßte, spielte sie kommentarlos erstmal fast 20 Minuten lang diverse Musiktitel. Nur unterbrochen durch die Hinweise, dass wir gerade bei bremen vier sind und welche Hits denn als Nächstes kommen. Ganz schön billig. Für den Mist brauchen wir keine “ARD-Popnacht”, dann könnte der rbb nach Mitternacht auch selbst seinen Musikcomputer anschmeißen. Wenn die Kollegen von SWR3 oder von Bayern 3 deutschlandweit senden, ist jedenfalls mehr los.