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Alexander Kulpok: SFB mon amour. Die Geschichte des Senders Freies Berlin

Donnerstag, den 28. Januar 2021
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Der SFB war die “Berliner Abendschau”.
Der SFB war “Wolff und Rüffel”.
Der SFB war “Drei Damen vom Grill”.
Der SFB war “Nickel und Herr Siemon hinter der Wand”.
Der SFB war der ARD-Sender für West-Berlin – aber eigentlich auch schon zu DDR-Zeiten unser Sender. Und nach dem Mauerfall sowieso.
Aber was war der Sender Freies Berlin eigentlich so wirklich?

Erstmals gibt es ein Buch, das sich mit der Geschichte des SFB beschäftigt – aus Sicht von Alexander Kulpok, der die Rundfunkanstalt von Anfang bis Ende – 1954 bis 2003 – begleitet hat. Als Redakteur, Moderator, Reporter, Chef beim ARD/ZDF-Videotext oder Leiter des Berlin-Büros von ARD-aktuell.
Sein Buch heißt “SFB mon amour.”, und Kulpok erzählt die SFB-Story aus seiner Sicht.
Er erzählt davon, wie der SFB in den 50ern aus dem NWDR hervorgegangen war. Vom Haus des Rundfunks und seiner Geschichte. Um einst bekannte Radiosendungen wie “Rund um die Berolina” oder “Freundschaft mit Tieren”. Es geht um Hörspiele und Fernseh-Höhepunkte. Um Menschen, die den Sender prägten und um technische Fortschritte.

Manchmal schweift Alexander Kulpok in seinem Buch ein bisschen zu sehr in seine eigene Geschichte ab, wenn er von eigenen Reporterreisen erzählt, und überhaupt ist das Buch vermutlich vor allem für Medien-Nerds geeignet. Dabei ist es an vielen Stellen erstaunlich oberflächlich.
Während einige Kapitel mit Personalien aus der Führungsetage für Außenstehende nicht so wirklich spannend sind, werden viele Themen nur gestreift. Vor allem ist der Schwerpunkt des Buches die frühe SFB-Zeit. Alles, was ab den 80ern passiert, wird nur noch am Rande erzählt. Wie sich der SFB rund um den Mauerfall positionierte und was nach der Wende passierte, wird gar nicht mehr erzählt. Dazu finden sich nur Stichpunkte ganz am Ende in einer auch seltsam lückenhaften (und andererseits stellenweise wiederholenden) Chronik.
Man hätte – und das interessiert das ja die Fans des SFB – viel mehr auf einzelne Sendungen eingehen können. Auch der Umbau des SFB-Hörfunks hätte eine spannende Angelegenheit sein können, die Gründung des eigenen Dritten Programms, B1, ist Kulpok eine halbherzige Erwähnung wert.
Dafür nervt er mit sich oft wiederholenden Erklärungen und wortgleichen Funktionsnennungen, wie die “ARD/ZDF-Videotextzentrale” und andere Begriffe, werden so fast zu öden Floskeln.
“SFB mon amour.” ist oft interessant, aber manches lädt zum Überfliegen und Überblättern ein. Der Untertitel “Die Geschichte des SFB” ist zutreffend, aber es sind dann doch nur Ausschnitte.

Alexander Kulpok: SFB mon amour. Die Geschichte des Senders Freies Berlin
Vergangenheitsverlag, 288 Seiten
6/10

Hits: 156

RTelenovela

2020

Donnerstag, den 31. Dezember 2020
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DIE BESTE PARTY
Abi98-Treffen in Germendorf

DAS BESTE KONZERT/EVENT
Sido in der Waldbühne in Berlin

DER BESTE SONG
Diodato: Fai Rumore
außerdem:
AnnenMayKantereit: Ausgehen
Provinz: Diego Maradona
Neelix & Durs: The Day we meet
NF: Paid my Dues
Mahmood: Rapide
AaRON: Ultrarêve
AnnenMayKantereit & Rundfunktanzorchester Ehrenfeld: Vergangenheit &
Gegenwart

Kicker Dibs: Draußen regnet’s
Clueso: Flugmodus

DAS BESTE ALBUM
Provinz: Wir bauten uns Amerika

DER BESTE FILM
1917
außerdem:
Narziss und Goldmund
Corpus Christi

DER SCHLECHTESTE FILM
Ein verborgenes Leben
außerdem:
Einsam Zweisam
7 Minutes

BESTE TV-SENDUNG
Tatort: Das fleißige Lieschen, Das Erste
außerdem
Rita, Netflix
Sex Education – Staffel 2, Netflix
Tennis live: US Open 2020, Finale: Zverev – Thiem, Eurosport 1
Sandmann für Erwachsene, rbb
Sløborn, zdf neo

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Balls – Für Geld mach ich alles, ProSieben
außerdem
Deine Hochzeit – Live!, RTL zwei
MTV EMA 2020, MTV
Das große Sat.1 Promiboxen, Sat.1
Täglich frisch geröstet, TV Now
Eurovision Song Contest 2020: Unser Lied für Rotterdam, one

BESTER RADIOSENDER
radioeins

BESTES BUCH
Axel Ranisch: Nackt über Berlin
außerdem:
Katharina Peters: Fischermord
Ángel Herygar: Sag allen, dass du mich liebst

BESTER AUGENBLICK
Neujahr in Travemünde

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Lindenstraße: Abschied nach fast 35 Jahren

Hits: 235

aRTikel

Chronik Kremmen 2020

Donnerstag, den 24. Dezember 2020
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MAZ Oberhavel, 24.12.2020

Januar:
Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche verabschiedet sich Anfang Januar von seiner Aufgabe. Doch so ohne Weiteres wollen ihn die Kameraden nicht „entlassen“. Der Einsatz auf dem Sommerfelder Sportplatz entpuppt sich für Gerd Lerche dann als Abschieds- Überraschungsparty. +++ Zu wenig Platz in der Stadtparkhalle: An der Kremmener Goethe-Grundschule werden die Sportstunden gekürzt. +++Marcel Steinke ist neuer Jugendbeauftragter. +++ An der Goethe-Oberschule gibt es einen Krätze-Fall. +++ Familie Glanzer wird im eigenen Lokal in Staffelde überrascht. Denn die Freunde der Gaststätte und der Familie wollen zum Abschied ein zünftiges Überraschungsfest veranstalten. Nach 23 Jahren geben Glanzers die „Tenne“ auf, einen Nachfolger haben sie nicht finden können. +++ Zum Neujahrsempfang kommen 300 Gäste. +++ Hauptamtsleiterin Bianca Haak verlässt die Verwaltung.

Februar:
Um die Sirene in Groß-Ziethen gibt es eine Diskussion. Sie schallt direkt auf den Hof einer Anwohnerin. +++ Simone Bahr und Wolfgang Engel sind die neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirates. +++ Bei Hohenbruch stirbt ein Mann bei einem Autounfall. +++ Der langjähriger Flatower Wehrführer Ewald Werder ist gestorben. +++ In der Kremmener Spargelscheune feiern die Treckerkerls ihr zehnjähriges Bestehen. Aus einer Bierlaune heraus wird die Spaßgruppe 2010 gegründet.

März:
Vom Sommerfelder Klinik-Gelände werden 16 Bienenvölker gestohlen. +++ Heidi Sommer ist neue Gleichstellungsbeauftragte. +++ Musiklehrer und Musiker Ulf Gruber aus Beetz ist gestorben. +++ Frank Bommert (CDU) tritt als Stadtverordneter zurück. +++ Die Poststelle wird geschlossen, weil die Kunden die Corona-Regeln nicht einhalten. +++ Die Staffelder Naturkita schließt. +++ Das Coronavirus sorgt für Einschränkungen. Schulen und Kitas müssen schließen. Das Seniorenfest wird abgesagt.

April:
Am Rathaus ist ein Banner befestigt worden: „Kremmen ist diszipliniert, motiviert, dankbar … und hält Abstand“. +++ Am Spargelhof Kremmen öffnet ein Spargel-Drive-In. Wegen der Pandemie darf das Restaurant nicht öffnen. +++ Das Erntefest wird abgesagt – Corona. +++ Der Jugendclub verlagert seine Aktivitäten ins Internet. +++ Es gibt keine Osterfeuer.

Mai:
Die Sommerfelder Badestelle ist saniert worden. +++ Vier tote Storchenbabys in Kremmen sorgen für Trauer. +++ Katharina Neumann ist neue Betreiberin der „Alten Lebkuchenfabrik“ in Kremmen.

Juni:
Diskussion um die Badestelle am Kremmener See. Der Steg darf nicht mehr benutzt werden, die Öffnungszeiten werden stark eingeschränkt – der Betreiber muss Rettungsschwimmer bereitstellen. +++ Ministerin Julia Klöckner kommt auf den Spargelhof.

Juli:
Der FC Kremmen wird 100 – kann aber nicht feiern. +++ Die Sommerfelder Kitaleiterin Elke Schilling und ihre Beetzer Kollegin Anita Hahn gehen in den Ruhestand. +++ Der Heimatverein Groß-Ziethen löst sich auf. +++ Der Grundstein für den Kremmener Kita-Anbau wird gelegt.

August:
Im alten Aldi-Markt öffnen die Beekeepers. +++ Tina Tischendorf ist neue Pächterin im Sommerfelder Café Hofkultur. +++ Der ehemaliger Groß-Ziethener Ortsvorsteher Lutz Dubrow ist gestorben. +++ Bei Flatow stirbt ein Mann bei einem Verkehrsunfall.

September:
In Flatow herrscht Unzufriedenheit über die Qualität der Denkmal-Sanierung. +++ Bei Kremmen wird ein Teilstück der sanierten A 24 freigegeben.

Oktober:
Auf dem ehemaligen NVA-Gelände im Beetzer Wald findet im Bunker eine illegale Partys statt. Daraufhin wird beschlossen, den Bunker zu sichern, so dass er nicht mehr betretbar ist. +++ Das Asylbewerberheim in Kremmen ist leergezogen. Nun beginnt der Umbau zu Mietwohnungen. +++ Jan Rawitzer (14)aus Sommerfeld hat es ins Radio geschafft. Der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums hat sich ein ganz besonderes Praktikum rausgesucht. Er schickt eine Bewerbung zum Berliner Radiosender Star FM – und bekommt den Zuschlag dafür. Er darf sich zwei Wochen lang nicht nur in der Redaktion umsehen und an vielen Stellen mithelfen. Er geht auch on Air, ist mehrfach im Radio zu hören. +++ Der Gehweg in der Kremmener Straße der Einheit ist saniert. +++ Das Beetzer Kirchenbüro schließt.

November:
Die evangelische Gemeinde eröffnet das neue Gemeindehaus. +++ Zwei Klassen der Goethe-Grundschule lernen jetzt im Container. +++ Die Feuerwehr bekommt ein neues Drehleiterfahrzeug gesponsert.

Dezember:
Der musikalische Adventskalender der Goethe-Grundschule wird online veranstaltet. +++ In Kremmen wird der neue Lidl-Markt eröffnet.

Hits: 131

aRTikel

Praktikant am Radio-Mikrofon

Samstag, den 10. Oktober 2020
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Jan Rawitzer (14) aus Sommerfeld durfte für zwei Wochen bei Star FM arbeiten

MAZ Oberhavel, 10.10.2020

Sommerfeld.
Seit er acht Jahre war, hört Jan Rawitzer den Sender Star FM. Zum Einschlafen hörte er oft die „Heavy Hour“, die Heavy-Metal-Sendung des Berliner Radiosenders, wie er erzählte. Inzwischen ist der Sommerfelder 14, und in den vergangenen zwei Wochen konnte er bei Star FM sein Schülerpraktikum absolvieren – und war sogar mehrfach on Air, also am Mikrofon im Radio zu hören.
„Es hat mir super gut gefallen“, sagte der Schüler des Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums am Freitag. Bei einem „Tag der offenen Tür“ hatte er erfahren, dass beim Sender auch Praktika möglich sind. Daraufhin hatte er sich dort beworben – und wurde angenommen. Für zwei Wochen durfte er dort arbeiten, am Freitag war sein letzter Tag.

Los ging es für ihn immer gegen 8 Uhr, dafür musste er in Sommerfeld das Haus um 6.30 Uhr verlassen, um die Bahn in Sommerfeld zu bekommen. Am ersten Tag bekam er einen Einarbeitungszettel und lernte die Kollegen kennen – und durfte schon gleich ans Mikro. In der Sendung „@Work“ ging es um die Ausbildungsinitiative, „da wurde ich gefragt, was ich später mal machen möchte“, erzählt Jan Rawitzer. Im „Breakfast Club“ durfte er in den folgenden Tagen auch öfter ans Mikro. Auch konnte er das Wetter moderieren.

Er war nach den Radioauftritten mit sich selbst sehr zufrieden, sagt er. „Ich fand mein Auftreten nicht aufgeregt.“ Auch Programmdirektor Jan Seifert ist zufrieden mit seinem Praktikanten. „Er war in der Redaktion, hat sich um Themen gekümmert, hat sie recherchiert, mit Hörern telefoniert und sich auch um die Gewinnspiel-Abwicklung mitgekümmert.“
Jan Rawitzer findet es schade, dass das Praktikum jetzt vorbei ist. Im Laufe der zwei Wochen konnte er sich in den verschiedenen Bereichen des Radiosenders umsehen – aber die unmittelbaren Sendungen, die fand er am spannendsten.

Seine Mutter, Andrea Rawitzer, ist stolz auf ihren Sohn. „Er hat da angerufen und sich beworben.“ Das habe ihr imponiert. Es sei gut gewesen, dass das Praktikum auch in Coronazeiten stattgefunden habe, immerhin sei die Jugendweihe-Feier wegen Corona ausgefallen, auch die geplante Englandfahrt musste gecancelt werden. Ihren Sohn im Radio zu hören, „ist drollig“.
Von seinen Mitschülern hat der 14-Jährige bislang keine Rückmeldung bekommen. „Aber die sind ja am Vormittag auch unterwegs im Praktikum“, sagte er. Um seine zwei Wochen zu dokumentieren, muss er für die Schule nun eine Belegarbeit schreiben.

Was er später mal machen möchte, weiß er noch nicht. „Da habe ich noch keinen richtigen Plan, Spaß gemacht hat es hier beim Sender aber auf jeden Fall.“ Seine Lieblingsfächer in der Schule: Mathematik, Physik, Informatik.

Hits: 164

RTelenovela

2019

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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DIE BESTE PARTY
Thommis 40.

DAS BESTE KONZERT/EVENT
AnnenMayKantereit in Hannover
“Die Hand ist ein einsamer Jäger” in Berlin

DER BESTE SONG
Juju feat. Henning May: Vermissen
außerdem:
Bosse: Ich warte auf dich
NF: The Search
Provinz: Reicht dir das
8kids: Wir bleiben Kids
Tim Bendzko: Hoch
White Lies: Tokyo
Sarah Connor: Vincent
Max Herre feat. Veronika Fischer: Nachts
Kate Miller-Heidke: Zero Gravity

DAS BESTE ALBUM

DER BESTE FILM
Midsommar
außerdem:
Systemsprenger
Der Fall Collini

DER SCHLECHTESTE FILM
Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu
außerdem:
Glass
Mein Bester & ich

BESTE TV-SENDUNG
Sense 8, Netflix
außerdem
Prince Charming, TV Now
Eurovision Song Contest 2019, Das Erste
Käthe und ich: Dornröschen, Das Erste
Druck – Staffel 3, Funk
Die Geschichte eines Abends, NDR

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Tatort: Der höllische Heinz, Das Erste
außerdem
About you Awards – Die größten Social Media Stars 2019, ProSieben
Mein bester Streich: Prominent & reingelegt, ProSieben
Sorry für alles, ZDF
Goodbye Deutschland – Die Auswanderer: Laura und der Wendler, VOX
Der Bulle und das Biest, Sat.1

BESTER RADIOSENDER
radioeins

BESTES BUCH
Jan Weiler: Kühn hat Ärger
außerdem:
Ulrike Herwig: Das Leben ist manchmal woanders
Juan Moreno: Tausend Zeilen Lüge – Das System Relotius und der deutsche Journalismus

BESTER AUGENBLICK
Spaziergang durch die Lindenstraße (Video)

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Bad Segeberg: Auto kaputt.

Hits: 340

RTZapper

London Calling – Briefe aus dem Kalten Krieg

Donnerstag, den 21. November 2019
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MO 18.11.2019 | 23.30 Uhr | Das Erste

In den ersten Jahren der DDR hörten viele Leute dort die britische BBC. Sie durften das nicht, es stand wohl sogar unter Strafe, wenn sie dabei erwischt worden wären. Aber es war ein Stück Freiheit, das sich die Leute nahmen. Der Blick von außen und die Möglichkeit, Nachrichten zu hören, die nicht von der SED diktiert worden sind.
Viele schrieben sogar Briefe an die BBC. Von dieser erstaunlichen und mir weitgehend unbekannten Geschichte berichtete am späten Montagabend eine Doku im Ersten: “London Calling – Briefe aus dem Kalten Krieg”.

Bei der BBC gab es eine Sendung namens “Briefe ohne Unterschrift”. Dort sind Hörerbriefe aus der DDR verlesen worden, die aus guten Gründen nicht unterschrieben waren. Ein Stichwort reichte, und die Hörer wussten, wenn ihr Brief dran war. Denn er wurde nicht nur verlesen, sondern auch von der BBC kommentiert.
Die Briefe sind aber nicht nach London geschickt worden, sondern nach West-Berlin. Die BBC gab immer wieder andere Tarnadressen an, an die die DDR-Bürger ihre Briefe schicken konnten.

Verwunderlich daran ist, dass man davon ausging, dass die DDR-Stasi das nicht mitbekommt. Natürlich notierten die die West-Berliner Adressen ebenfalls, und viele Briefe sind schon in den Briefzentren rausgefischt worden.
Akribisch ging man in der DDR den Briefschreibern auf den Grund. Als ob es nichts Schlimmeres gäbe, untersuchte man die Schrift, das Piper nach Spuren, sogar Speichelproben vom Umschlag nahm man – was für ein wahnsinniger Aufwand! Ein Jugendlicher, der an die BBC schrieb und erwischt worden ist, musste jahrelang in den Knast. Dieser junge Mann ist es, der ein Lied von nicht vorhandener Meinungsfreiheit singen kann – im Gegensatz zu heute.

In den 70ern stellte die BBC ihre Briefesendung ein – weil kaum noch was ankam, weil die DDR die Briefe zurückhielt.
Später gab es auch beim RIAS in West-Berlin Tarnadressen, auch dorthin gingen immer wieder Briefe.
Die Doku am Montagabend erinnerte an den Kontrollwahn in der DDR, in der nun wirklich längst nicht alles besser war als heute.

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aRTikel

Überflieger: Vor und hinter den Kulissen

Samstag, den 28. September 2019
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Fabian Lindemann (26) aus Schildow ist Redakteur bei Shows wie “The Voice” und steht als Moderator von “Wer besiegt Paul?” auf der Bühne

MAZ Oberhavel, 28.9.2019

Schildow
Sechs Länder in 35 Tagen: Kuba, Peru, Kanada, Japan, Kambodscha, Thailand. Fabian Lindemann ist viel rumgekommen in den vergangenen Monaten. Gemeinsam mit einer Gruppe Senioren reiste er um die Welt. Der 26-Jährige aus Schildow arbeitet als Redakteur bei der Fernsehproduktionsfirma Talpa.

Kürzlich lief im ZDF die zweite Staffel der Dokureihe „Mit 80 Jahren um die Welt“. Darin ging es um sechs Senioren, die auf ihrer ersten großen Weltreise waren, und alle zusammen besuchten sie die jeweiligen Traumreiseziele der einzelnen. Fabian Lindemann war als Redakteur dabei und betreute die sechsköpfige Senioren-Reisegruppe.
„Das ist eine große Verantwortung“, sagt er. „Arbeit verschwimmt da auch mit dem Privaten.“ Er war bei der Castingphase dabei, an der Routenplanung beteiligt, beim Dreh für die Homestorys. Er war der Kontaktmann für die Senioren. „Das Projekt ist eine echte Herzensangelegenheit und ich bin als komplett neuer Mensch zurückgekommen.“ Nach dieser Weltreise hat er so viele Menschen gesehen, und alle haben sie – zurück in Deutschland – festgestellt, wie unzufrieden die Menschen hierzulande sind. Das könne er nicht verstehen, wenn er die Zustände in einigen der bereisten Länder sehe.

Die Medien sind schon lange ein Thema – im Rampenlicht und dahinter. 2012 machte er sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium. Schon dort stand er öfter moderierend auf der Bühne. 2011 gab es dort erstmals „Schlag den Paul“. Nach dem Abi machte er ein Praktikum in der Redaktion von 104.6 RTL. Danach arbeitete er bei Strandgut-Media für die ZDF-Talkshow „Inka“, später bei der Ufa unter anderen für „Das Supertalent“.
Inzwischen ist er bei Talpa. Zu seinen Aufgaben zählte dort bereits die redaktionelle Mitarbeit bei den „Puppenstars“, „The Story of my Life“ und der 2018er-Staffel von „The Voice of Germany“. Im Oktober zeigt das ZDF zwei Folgen der neuen Show „Mein Lied für dich“, dort war er in einer der Shows unter anderem für die Betreuung der Gäste zuständig.

Am Sonnabend steht er aber erstmal wieder bei „Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Neuendorfer Stadthalle als Moderator auf der Bühne. Am Freitag begann er, seine Moderationen zu proben. „Ich bin vorher eigentlich immer aufgeregt, nicht nur vor der Moderation“, sagt er. „Ich habe ja auch den ganzen Apparat im Hinterkopf, der da dahintersteckt. Ich weiß, was jeder einzelne im Saal zu tun hat.“ Jede Einzelheit die Produktion der Show betreffend interessiere ihn. „Ich will auch wissen, ob der Aufbau der Tribüne im Zeitplan ist.“ Wenn die Show aber erst mal läuft und die Spiele nach und nach geschafft sind, „dann bin ich eigentlich beruhigt“, sagt er.
Die Angst vor Pannen sei zwar da, „aber andererseits ist das ja das Geile an Live-Shows, und dann beginnt meine eigentliche Arbeit.“ dann gehe es auch darum, den Leuten im Saal klarzumachen, dass ja trotz aller Professionalität alle Laien seien. „Obwohl, das wissen die Leute ja eigentlich.“

Das Moderieren sieht er als sein Hobby an. Hin und wieder moderiert er auch andere Veranstaltungen. Bis 2018 stand er auch bei der Poetry-Slam-Show „Jedes Wort zählt“ auf der Borgsdorfer Bühne. 2015 moderierte er das Hipster Cup Festival und mehrfach ein Chortreffen Zudem ist er Stadionsprecher bei den Fußballern vom Frohnauer SC in Berlin. In seiner Freizeit kümmert er sich zudem um die Webseite des Vereins.
Seine Zukunft sieht er aber weiter eher hinter den Kulissen. „Der Weg hin zur Show, der macht mir am meisten Spaß“, sagt Fabian Lindemann. Das Organisieren und Recherchieren, die Verantwortung für Menschen während einer Fernsehproduktion. „Ich kann allgemein ganz gut mit anderen Menschen“, sagt er.

„Wer besiegt Paul?“ in der Hohen Heuendorfer Stadthalle wird sicherlich wieder bis in die Nacht dauern. Dann fällt auch von ihm die Anspannung ab. Zeit für Urlaub – ohne Kameras und TV-Team.

Hits: 245