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Das war 2010!

Freitag, den 31. Dezember 2010
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Was wäre das Medienjahr 2010 bloß ohne Lena gewesen? Und ohne Raab? Ohne Sarrazin, Kachelmann, “DSDS”, “Superlalent” und die Fußball-WM? Ganz genau: ziemlich langweilig.
Die Wirtschaftskrise ist überwunden, und dennoch sparen die Fernsehmacher an allen Ecken. Das Programm wird auch 2010 immer billiger. Die Sender pflastern ihre Nachmittage mit Dokusoaps mit Laiendarstellern zu. Und machen damit Quote, zumindest RTL. Verdachtsfälle. Betrugsfälle. Familien im Brennpunkt. Eigentlich ist es immer das Gleiche.

Der neue Trend: C-Stars quälen. ProSieben sperrt Promimente (oder die sich dafür halten) in kleine, dunkle Kammern und lässt sie permanent von Kameras beobachten. Das Dschungelcamp ist ein Sommerurlaub dagegen. Für “101 Wege aus der härtesten Show der Welt” scheint RTL gar keine Promis mehr zu finden, wenn schon die Mutter von Daniela Katzenberger herhalten muss. Und wenn ihr jetzt fragt: Daniela wer? Dann habt ihr alles richtig gemacht.

Besagte C-Stars holen sich aber auch gern eine Kamera ins Haus, um ihr spannendes Leben zu zeigen. Allerdings war das Interesse am “Wendler-Clan” (Sat.1) gering. Der Schlagermann war den Zuschauern wohl zu langweilig. Auch Jana Ina und Giovanni dachten, dass sich irgendjemand dafür interessieren könnte, dass sie eine Pizzeria eröffnen und umziehen wollen. Sie irrten. Dieter Bohlens Ex Naddel nahm ein RTL-Team gar zum Alkoholentzug mit. Tabus? Kaum.

Politikergattin Stephanie zu Guttenberg geht bei RTL II auf Kinderschänderjagd. Mit versteckter Kamera lauert das Team der Sendung “Tatort Internet” in Chaträumen Männern auf, die mit pubertierenden Mädchen Gespräche beginnen und Treffen vereinbaren. Sie werden in die Fernsehfalle gelockt und von der Moderatorin gestellt. Der Ansatz ist gut, die Umsetzung äußerst umstritten.

Auch die Liste der sonstigen Flops ist lang, sehr lang. “Die Oliver Pocher Show” sendet bei Sat.1 weitgehend ohne Zuschauer vor sich hin. Auch “Kerner” hat schon bessere Zeiten erlebt. “Das Internat – Emma bloggt” ist so dämlich, dass sie Zuschauer panisch abschalten. ProSieben zieht nach zwei Folgen den Stecker.
Bei RTL scheint Oliver Geissen sich schon anzuöden: “18 – Die beste Zeit meines Lebens” wirkt wie seine Chartshow. Nur noch langweilger. Das fällt auch den wenigen Zuschauern auf.
Die Krimiserie “Im Angesicht des Verbrechens” bei arte und im Ersten kommt bei den Kritikern zwar gut an, das Fernsehvolk ignoriert sie jedoch.
Beim kleinen Sender Das 4. machte man sich mit “Das Haus voller Töchter” lächerlich. Die unlustigste Comedyserie seit langem. Die alle drei Sekunden willkürlich reingeschnittenen Lacher machten es nur noch schlimmer.
“Die Vorleser” im ZDF finden kaum Zuhörer – das Aus kommt im Dezember. Peter Hahne talkt am Sonntagmittag. Zu belanglos, um damit Erfolg zu haben.
Betroffen vom Desinteresse der Zuschauer sind auch dramatisch viele US-Serien. Von “24″ über “Lost” und “Vampire Diaries” – alle haben sie miese Quoten.

RTL nimmt seine Zuschauer unterdessen gar nicht mehr ernst. “Das Medium” sagt, wie der Todesfall Uwe Barschel 1987 wirklich ablief. Es war Mord, sagt das Medium. Und im Abspann steht: Alles nur ausgedacht.
In der ProSieben-Sendung “taff” tritt “Sem – Der Clubretter” seinen Dienst an. In einer Disko in Marwitz erneuert er ein paar Lampen und denkt, er habe alles richtig gemacht. Im Fernsehen wirkt es, als sei das Haus die letzte Kaschemme. Die Betreiber sind sauer.

RTL II verspricht im Sommer seinen Zuschauern den besten Montag, “den wir je hatten”. Er besteht aus einer Dokureihe, in der Halbpromis in einen Tierkäfig gesperrt werden. Gefolgt von einer Dokureihe, in der Halbpromis tätowiert werden. Das interessiert glücklicherweise fast niemanden. Und bei RTL II fällt das nun auch auf. Die Unterhaltungschefin Julia Nicolas muss gehen. Wegen mangelder Qualität im Programm. Na so was.

Auf dem Spielesender 9live erscheint eines Tages ein Buchstabenrätsel. Es sieht aus wie ein Hakenkreuz. Ist den Machern angeblich nicht aufgefallen. Wieso auch? Wenn wir Glück haben, schlägt 2011 das letzte Stündlein für 9live.
Vielleicht auch für MTV. Der Musiksender wandert am 1. Januar 2011 ins Pay-TV. Ob MTV die Kultmarke bleibt, ist unklar. Wofür MTV steht, muss der Kanal, der fast nur noch Dokumüll sendet, seinen Zuschauern in einer Videoclipsendung extra verklickern: “M Is For Music” heißt sie.
Für die Spartensender TIMM, e.clips und Focus Gesundheit ist 2010 aus Kostengründen Schluss. Die FHM und den Rheinischen Merkur wird es wohl auch nicht mehr geben.
Neu auf dem Medienmarkt sind hingegen DRadio Wissen, die dritte Welle des Deutschlandradios sowie der Frauensender sixx aus der ProSieben-Sat.1-Gruppe. Aus dem DSF wird Sport 1. Sonst ändert sich dort wenig.

Mangelnde Qualität war das Problem beim Eurovision Song Contest. Bis 2010. Dann kommt alles anders. Lena singt über den “Satellite” und gewinnt mit weitem Abstand. Die junge Frau aus Hannover gehörte zu den 20 Bewerbern der Castingshow “Unser Star für Oslo” auf ProSieben und im Ersten. Stefan Raab sorgte für die ungewöhnliche Allianz. Dass die Suche manchmal ein bisschen langweilig war, ist schnell vergessen. Auch der Nackedei-Skandal, den die “Bild” herbeischreiben wollte, weil Lena in einer RTL-Doku mal oben ohne zu sehen war, verebbte. Noch am Tag des Sieges beschließt Raab, dass Lena 2011 ihren Titel verteidigen soll. Die ARD kann gar nicht anders, als zuzustimmen. Der Wettbewerb wird jedoch nicht in Berlin, sondern in Düsseldorf ausgetragen.

Ein weiterer Lichtblick im Fernseheinerlei: Sternekoch Christian Rach. Seine Reihen “Rach – Der Restauranttester” und “Rachs Resturantschule” werden mit Preisen überhäuft – völlig zurecht. Rach nimmt seine Sache ernst. Eindrucksvoll zeigt er das in der Folge über das “Ludwig’s”. Darin geht es weniger um schlechtes Essen, sondern um die blanke Existenz. Eine tieftraurige Folge, und Rach geht sie besonnen an.
Auch die rbb-Reihe “Kesslers Expedition” über die Spree ist ein Höhepunkt. Michael Kessler paddelt die Spree entlang. Ein kleines, ruhiges, unaufgeregtes Format. Fortsetzung erwünscht. Mit der Serie “Weißensee” beweist die ARD, dass es nicht immer nur seicht sein muss.

Die Fußball-WM beschert uns wieder ein Gemeinschaftserlebnis. Und dieses Geräusch: Öööööööö! Die Vuvuzelas sorgen für Tonstörungen. Die Sender müssen das Signal filtern. Das Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Spanien sehen 31,10 Millionen Menschen. Rekord. Plus die Millionen auf den Fanmeilen. Fußballer und Kommentator Günter Netzer verabschiedet sich von seinen Zuschauern. Er geht in Rente.

Von ihnen müssen wir uns 2010 jedoch wirklich verabschieden: der großartige Theatermann Christoph Schlingensief stirbt, die Schauspieler Ezard Haußmann, Heidi Kabel, die “nackte Kanone” Leslie Nielsen, Traumschiff-Kapitän Heinz Weiss, Tony Curtis, Frank Giering, das “Golden Girl” Rue McClanahan, Dennis Hopper, Corey Haim und Inge Wolffberg. Die Stimmen von Peter Hofmann, Maria Hellwig und Anneliese Rothenberger sind verstummt. Helmut trauert um seine Loki Schmidt. Sexforscher Oswalt Kolle ist tot, Fußballer Jörg Berger, Umfragerin Elisabeth Nölle-Neumann, Autor J.D. Salinger und Moderatorin Petra Schürmann. Abschied nehmen auch Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, Filmemacher Blake Edwards und Olympionike Juan-Antonio Samaranch.

Aber auch sonst gibt’s ein großes Kommen und Gehen. Günther Jauch kommt zur ARD, um den sonntäglichen Polittalk zu moderieren. Die Talkshowschwemme bringt dem Ersten 2011 eine Programmreform. Fünf Gesprächsrunden in vier Tagen. Kai Pflaume kommt auch zur ARD – für ein Quiz. Das will dort Jörg Pilawa nicht mehr – er geht zum ZDF. Und moderiert dort ein Quiz. Harald Schmidt geht 2011 auch – zurück zu Sat.1. Kabarettist Dieter Nuhr wechselt vom ZDF zur ARD. Kultradiomoderator Thommy Wosch wird bei Fritz abgesetzt und geht Monate danach bei Energy auf Sendung. Steffen Seibert verlässt das ZDF, um Regierungssprecher zu werden.

Weil beim “heute journal” nun ein Platz frei ist, darf Maybrit Illner ran. Außer, wenn bei ihrem Mann, dem Telekom-Chef René Obermann, eine Razzia ist, dann lässt sie sich doch lieber vertreten.

Die ewige Soap 2010: Wetteransager Jörg Kachelmann landet im Gefängnis und später vor Gericht. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Ende offen. Als Kachelmann aus dem Knast kommt, senden RTL und n-tv zwei Stunden lang live das geschlossene Gefängnistor. Was für ein Event.

Mehrere Events entwickeln sich 2010 zur Katastrophe: Die WDR-Übertragung der Love Parade in Duisburg ist zunächst ein friedliches Fest – und dann eine Tragödie. Die Moderatoren müssen schlimme Nachrichten verbreiten: Mehr als 20 Tote bei einer Massenpanik.
Das ZDF bricht “Wetten, dass…?” ab, als ein Wettkandidat schwer stürzt. Acht Millionen Menschen erleben den schockieren Moment. Der junge Mann bleibt wohl gelähmt.
Bei “Schlag den Raab” auf ProSieben stürzt Stefan Raab mit dem Rad schwer. Gehirnerschütterung. Die Show steht auf der Kippe, aber Raab will nicht aufgeben.

Und sonst so? Lothar Matthäus und seine zukünftige Ex Liliana tragen ihren Ehekrieg bei Sat.1 aus. Sie: heulend. Er: schmollend.
Fast hätte Menowin Fröhlich die 7. Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen. Für den Bruchteil einer Sekunde hebt er schon die Hand bei der Verkündung. Aber dann, ups: Mehrzad Marashi gewinnt. Und Menowin sieht aus, als ob er gleich um sich schlägt. Der blanke Hass.
Ein 80-Jähriger aber zeigt es allen: Heiner Geißler leitet als Schlichter im Herbst die Gespräche zu “Stuttgart 21″, übertragen vom SWR-Fernsehen und Phoenix. Stundenlange Haarspaltereien.
Als N24 schon mal aktuelle Ereignisse übertragen will, kommt es zur Panne. Bundespräsident Wulff spricht in der Türkeim und beim Ex-Nachrichtenkanal ist die türkische Übersetzung der deutschen Rede zu hören. Aber immerhin war überhaupt was zu sehen: n-tv kündigte stundenlang die Pressekonferenz von der Alkoholfahrerein Margot Käßmann an. Die Übertragung musste dann doch ausfallen. Technische Gründe oder so. Die Zuschauer haben es vorsichtshalber nicht erfahren.
Die Öffentlich-Rechtlichen müssen ihre Online-Angebote einschränken – die Zeitungsverlage setzen sich durch. Archive verschwinden – nicht zum Wohle der Nutzer.
In Berlin verlängert die Medienanstalt die Sendelizenz von Radio Paradiso nicht. Das Gericht ist anderer Meinung, das Paradies bleibt auf Sendung.

2010. Ein Jahr mit Höhen und tiefen Tiefen. Für ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein wird es sicherlich ein innerer Reichsparteitag gewesen sein. Und auch Narumol aus “Bauer sucht Frau” war völlig “fick un fertig”!
Na dann: Auf ein Neues, in 2011!

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Bild kämpft für Radio Paradiso

Donnerstag, den 27. Mai 2010
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MI 26.05.2010 | Bild

Oh. Mein. Gott! Die Kirchenkrise weitet sich aus. Erst die vielen Skandale, und dann auch noch das: Berlins christlicher Sender Radio Paradiso hat seine Sendelizenz verloren.
Allerdings… christlicher Sender? Ist Radio Paradiso nicht vielmehr einer der schlimmsten und ödesten Dudelfunks in Berlin?

Für Radio Paradiso schlägt bald das letzte Stündlein. Wenn sich die Medienanstalt Berlin-Brandenburg nicht doch noch mal umentscheidet, dann bekommt oldiestar am 1. Dezember 2010 die Berliner Paradiso-Frequenz.

So weit, so gut. Nur die Bild-Zeitung tut so, als würde ganz Berlin in tiefe Trauer verfallen. Bild startet eine Kampagne für Radio Paradiso. Nur hat der Zeitung wohl noch niemand erklärt, dass man dafür auch Argumente braucht.

“Er ist ein ganz besonderer Sender”, schreibt der Bild-Autor, der leider vergessen hat, seinen Namen für die Paradiso-Rettungsaktion herzugeben. Aber besonders ist Paradiso tatsächlich. Ganz besonders seicht nämlich.
Besonders beliebt soll er sein, 22000 Berliner schalten den Sender ein. “Pro Stunde!”, schreibt Bild. Dass das extrem miese Quoten sind, verschweigt Bild. BB Radio hat das Zehnfache, weit mehr als 200000 Zuhörer. Und wahrscheinlich glaubt Bild auch noch, dass jede Stunde andere 22000 Hörer einschalten, das wären ja pro Tag 528000! Wahnsinn!

Dann kommen Promis ins Spiel. Die sagen auch irgendwas Nettes über Paradiso. Der Promifriseur (wie kommt Bild darauf, dass jeder Promifriseur auch selbst ein Promi ist?) Shan Rahimkhan habe durch Paradiso die Weihnachtsgeschichte kennengelernt. Als ob Heiligabend nur Paradiso die Story nachbetet und nach dem Sender-Aus die Weihnachtsgeschichte ausstirbe. “Arche”-Gründer Bernd Siggelkow faselt, dass Paradiso der einzige Sender sei, er Werte vermittelt. Das ist natürlich Unsinn. Andere Sender bieten genauso Gottesdienste oder “Worte für den Tag”. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender bieten das an. Und die CDU muss auch ihren Senf dazugeben, nur leider keinen Kompetenten: Paradiso sei eine wichtige Alternative zum herkömmlichen Radioprogramm, sagt Stefanie Bung, CDU-Sprecherin für Stadtentwicklung. Die Frau kann unmöglich Paradiso gemeint haben.

Bild will Paradiso retten, schreibt darüber jedoch nur Murks. Eigentlich verdammt gute Argumente, den Langweilerkanal tatsächlich abzuschalten.

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Trailer: Radio Paradiso klimaneutral

Mittwoch, den 21. März 2007
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MI 21.03.2007, 22.03 Uhr, Radio Paradiso

Wahnsinn! Radio Paradiso sendet jetzt klimaneutral! “Wir halten die Luft sauber!”, wirbt man bei dem Berliner Radiosender.
Bei Produktion und Ausstrahlung wird der CO2-Ausstoß mithilfe des Europäischen Emissionshandels und durch die Unterstützung eines Biomasseprojektes in Nordindien neutralisiert – so der sender auf der Internetseite.
Klimaneutral also: gut und schön! Aber ist das wirklich eine Neuigkeit? Auch ohne diese (durchaus löblichen) maßnahmen sendet doch Paradiso schon lange klimaneutral! Tut schließlich niemandem weh. Beim Dudeln von Balladen kann ja auch recht wenig passieren!
Und dabei sendet Paradiso nicht nur klimaneutral! Nein, auch hirnneutral! Das Hirn wird beim Hören des Softmusikfunks komplett geschont und kann locker für andere Tätigkeiten aufbewahrt werden.
Negativschwingungsneutral ist Paradiso übrigens auch! Ein Sender, bei dem man die Moderatoren nicht mal sehen muss, um zu wissen, dass sie läääääächelnd vorm Mikro sitzen, kann gar keine negativen Schwingungen verbreiten. Oder doch? Immer lächeln? Deprimiert ja auch irgendwie.
Bei Paradiso ist jedenfalls so einiges neutral!

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ZAPPER VOR ORT: PK mit Helge Schneider

Mittwoch, den 18. Oktober 2006
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MI 18.10.2006, Berlin, am Admiralspalast

“Käsebrot ist ein gutes Brot. Sexy, sexy Käsebrot.” Das klingt nach einem Song, den man im Suff auf eine Kassette singt und diese dann vor lauter Peinlichkeit danach verschwinden lässt. Quasi auf den privaten Index setzt.
Nicht so bei Helge Schneider. Bei Helge Schneider wird der Käsebrot-Song bestimmt wieder Kult.
Man könnte es auch als grenzwertig bezeichnen. Das noch um so mehr, wenn man den völlig debil wirkenden Tänzer auf der Bühne beobachtet.
Im Hof des Berliner Admiralspalastes stellte er heute sein neues Programm vor, mit dem er ab Weihnachten in Berlin gastieren wird.
Dabei wirkt Helge Schneider allerdings wesentlich gepflegter als auf den Tourplakaten. Dort macht er eher einen pennerhaften Eindruck. Die Tour trägt den Namen “I Brake Together”. Frei nach Helge übersetzt: Ich breche zusammen. Dass die Übersetzung eigentlich ganz anders lautet – dem Helge ist das schnurz.
Finden ja auch alle total lustig.
Im Interview mit den Radiosendern beantwortet er Fragen, die die Welt bewegen. Ob er mal einen Song über Quark mit Leinöl schreiben wolle (”Nein, ist nicht geplant.”). Ob denn Käsebrot zum Weihnachtsfest passe (”Ja, kann man immer essen.”). Ob er denn selbst Käsebrot mag (”Ja, immer mehr.”). Was er denn zwischen seinen Auftritten in berlin machen werde (”Touristen gucken, spazieren gehen.”). Und so weiter.
Auffallend ist übrigens, dass die Vertreter von Berliner Rundfunk 91!4, rs2, 98.2 Radio Paradiso und Spreeradio 105.5 allesamt aus sehr jungen leuten bestanden. Wie sich später herausstellte: alles Praktikanten. Der Kollege von Antenne Brandenburg war mit Abstand der älteste Radiovertreter.
Was bei den Interviews rausgekommen ist, wird man heute oder bald sicher in den jeweiligen Radiosendern hören dürfen. Oder auch nicht.

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Das ewige Wetter

Sonntag, den 5. September 2004
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SA 04.09.2004, 23.45 Uhr, Radio Paradiso

Mein Auto ist dafür bekannt, dass da so manches nicht hinhaut. Fast wurde am Sonnabendabend meinem Autoradio eine neue Macke zugeschrieben – diesmal lag die Schuld aber bei Radio Paradiso. Dort war nämlich um 23.45 Uhr nicht nur Musik zu hören, sondern auch eine Ansage mit dem Wetterbericht. War die Sprecherin mit dem Verlesen fertig, fing sie einfach noch mal von vorn an. Offensichtlich eine Computerpanne. Kann ja mal passieren. Aber bei Radio Paradiso scheint das niemandem aufgefallen zu sein. Denn die Panne war auch nach einer Stunde (!!) noch nicht behoben. Das Wetter wurde inzwischen sicher zum 97. Mal verlesen, die Musik dudelte auch weiter, die Nachrichten fielen gleich ganz aus. 80 Minuten (um 1.05 Uhr), nachdem uns das merkwürdige Radioprogramm aufgefallen ist, wurde der Fehler endlich behoben. Merke: Nachts scheint bei Paradiso niemand mehr da zu sein. Und: Von den Mitarbeitern scheint niemand den eigenen Sender zu hören, weil sie das Gudel wohl auch nicht ertragen können.