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Trailer: radio B2

Sonntag, den 7. Juli 2019
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FR 05.07.2019 | 22.37 Uhr | radio B2

Der Schlagerradiosender radio B2 in Berlin-Brandenburg sorgt seit einiger Zeit für einen Nostalgieschub. Mit einem Eigenwerbungssong, der älteren Radiohörern – zumindest von der Melodie her – sehr bekannt vorkommen dürfte.

Im April 1987 startete im damaligen West-Berlin das erste dortige Privatradio, Hundert,6. Schnell wurde der Sender sehr beliebt und erfolgreich, und viele der damaligen Jingles und Sendersongs bleiben bis heute im Gedächtnis.
Zu den damaligen Radioleuten gehört Oliver Dunk – der ist heute Chef von radio B2.
Seit einiger Zeit wird immer mal wieder ein Trailer für den eigenen Sender gespielt, so auch am Freitagabend. Die Melodie ist die vom damaligen Hundert,6 – nur mit neuem Text.

Das ist sehr clever. Denn Hörer des damaligen beliebten Senders werden an dieser Stelle sicherlich hellhörig sein – und vermutlich eines dieser schönen Nostalgiegefühle schenken.

-> Der Song in der Hundert,6-Version auf Youtube
-> Der Song in der radio B2-Version auf Youtube

Hits: 126

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radio B2 spezial: 30 Jahre Hundert,6

Mittwoch, den 12. April 2017
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MO 10.04.2017 | 20.05 Uhr | radio B2

Als am 10. April 1987 in Berlin einer der ersten privaten Radiosender Hundert,6 auf Sendung ging – da hörten wir noch öffentlich-rechtlich. Als vernünftige DDR-Bürger hörten wir natürlich kein DDR-Radio, sondern den SFB. Und am Sonntagvormittag das “Klingende Sonntagsrätsel” beim RIAS.
Doch Hundert,6 war eine kleine Radiorevolution, und bald wechselten auch wir den Sender.

30 Jahre sind seit der Sendergründung vergangen. 2005 endete die Geschichte nach mehreren Verkäufen und einer Insolvenz. Einer der damaligen Radiomacher, Oliver Dunk, gründete vor einigen Jahren 104|9 Oldiestar Radio – und wandelte es inzwischen zum deutschlandweiten Schlagersender radio B2 um. Dort ist am Montagabend in einer Spezialsendung an Hundert,6 erinnert worden.
Moderatoren erzählen von damals, auch sind Ausschnitte aus dem Radiosender gespielt worden.
Wenn man so lange die Jingles und Stimmen nicht mehr gehört hat, sorgte das für kleine Schauer der Erinnerung.

Damals hörte man noch viel offensiver Radio. Man hörte bestimmte Sendungen, die mehr boten als reine Musik und ein paar Comedys. ich mochte sehr den “Night Talk” mit Jürgen Rummel. Dreimal pro Woche ging es zwischen 0 und 3 Uhr schon mal hoch her. Zweimal pro Woche gab es erotische Bettgeschichten – sicherlich nichts, was man als Jugendlicher hören sollte. Nachts um 3 Uhr begann der “Berlin-Wecker”, in dem Leute zum Sender schreiben konnten, um on Air geweckt zu werden.
Hundert,6 war ein paar Jahre echter Kult – man reiste in den frühen 90ern nach Berlin – um in Mitte zu Live-Sendungen zu pilgern, die im gläsernen Studio produziert worden sind.
Dass ein einst so erfolgreicher Sender durch diverse Verkäufe und Krisen ins Aus geriet – das ist bemerkenswert. Hundert,6 war Anfang der 90er der Renner – nun ist er nur noch Erinnerung.

Hits: 34

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Ewig: Wahre Helden

Samstag, den 13. Juni 2015
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FR 12.06.2015 | 20.52 Uhr | radio B2

2005 lieferte Nena mit “Liebe ist…” nicht nur einen Hit, sondern auch die Titelmusik für die Sat.1-Telenovela “Verliebt in Berlin”.
Hat sie nun eine stark abgekupferte Fortsetzung an den Start gebracht?

Nein, hat sie nicht. Allerdings hat Jeanette Biedermanns Band “Ewig” einen Song auf den Markt geschmissen, der sich “Wahre Helden” nennt. Er klingt jedoch wie “Liebe ist 2”. Ähnliche Melodie, gleiche Rhythmusabfolge. Es wirkt, es seien nur ein paar Noten von Ab nach B sanft verschoben worden, und fertig war der Melodielack.
Am Freitagabend lief das Lied bei radio B2, und Moderator Ecki Göpelt war total begeistert. Und natürlich hat er nicht aus Versehen Nena angesagt, sondern die Band “Ewig”.

Diese Ähnlichkeit zwischen den Songs ist aber bestimmt nur Zufall. Anders kann ich mir das wirklich nicht vorstellen.
Wirkt jedenfalls ganz schön billig.

Hits: 1978

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Klartext!: Die Bundeswehr – unsere ungeliebte Armee!

Dienstag, den 17. März 2015
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SO 15.03.2015 | 22.05 Uhr | radio B2

Es gibt Augenblicke, da muss man an der Ernsthaftigkeit von Radioredakteuren zweifeln. Am Sonntagabend gab es so einen Moment – bei radio B2.
In der Hörertalk-Sendung “Klartext!” ging es um die Bundeswehr und ihr Ansehen. Gerade erzählte ein junger Mann davon, wie er vor einigen Jahren bei der Bundeswehr diente, und dass er sich dafür auch mal verspotten lassen musste. Und er erzählte von seinem S-For-Einsatz in Bosnien. Er war stationiert in Banja Luka.

Genau auf das Stichwort “Banja Luka” wurde das Gespräch extrem rüde abgewürgt. Es folgte ein radio-B2-Jingle und dann: “Palma… Palma… Palma de Mallorca!”
Mitten im Satz, als ein Bundeswehrsoldat über den nicht immer einfachen Einsatz in Bosnien spricht, knallt man bei radio B2 einen Urlaubsstimmungshit rein: “Palma de Mallorca” von Chris Wolff. Und man muss sich wirklich fragen, ob die bei radio B2 eigentlich noch irgendwas mitbekommen.
Selten habe ich so einen miesen Übergang gehört und einen so unpassenden Musikstil und -titel. Hätte noch gefehlt, dass so ein Knaller wie “Geh doch zu Hause, du alte Scheiße” kommt. Würde mich inzwischen aber nicht wundern.

Wäre ich noch überlegte, ob es sich vielleicht um eine Sendepanne handelte und der Hörertalk an der Stelle gar nicht geplant war, dudelte immer noch “Palma de Mallorca”.
Der Malle-Hit war vorbei, und dann ging es nahtlos mit dem Hörer weiter, der von seinem Einsatz beim Bund erzählte. Vom Terror. Von der Angst. Von Selbstmorden, die Soldaten nach dem Einsatz verübt haben. Und ich hatte noch den Malle-Stimmungskracher im Ohr.

Wenn man schon so eine Sendung macht, dann sollte man auch die Musik danach aussuchen, wie so die Stimmung gerade ist – und nicht stur einem Sendefahrplan folgen.
Nach diesem eher traurigen Gespräch folgte übrigens Alexa Feser mit “Glück”. Nun ja.

Hits: 0

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Bild kämpft für Radio Paradiso

Donnerstag, den 27. Mai 2010
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MI 26.05.2010 | Bild

Oh. Mein. Gott! Die Kirchenkrise weitet sich aus. Erst die vielen Skandale, und dann auch noch das: Berlins christlicher Sender Radio Paradiso hat seine Sendelizenz verloren.
Allerdings… christlicher Sender? Ist Radio Paradiso nicht vielmehr einer der schlimmsten und ödesten Dudelfunks in Berlin?

Für Radio Paradiso schlägt bald das letzte Stündlein. Wenn sich die Medienanstalt Berlin-Brandenburg nicht doch noch mal umentscheidet, dann bekommt oldiestar am 1. Dezember 2010 die Berliner Paradiso-Frequenz.

So weit, so gut. Nur die Bild-Zeitung tut so, als würde ganz Berlin in tiefe Trauer verfallen. Bild startet eine Kampagne für Radio Paradiso. Nur hat der Zeitung wohl noch niemand erklärt, dass man dafür auch Argumente braucht.

“Er ist ein ganz besonderer Sender”, schreibt der Bild-Autor, der leider vergessen hat, seinen Namen für die Paradiso-Rettungsaktion herzugeben. Aber besonders ist Paradiso tatsächlich. Ganz besonders seicht nämlich.
Besonders beliebt soll er sein, 22000 Berliner schalten den Sender ein. “Pro Stunde!”, schreibt Bild. Dass das extrem miese Quoten sind, verschweigt Bild. BB Radio hat das Zehnfache, weit mehr als 200000 Zuhörer. Und wahrscheinlich glaubt Bild auch noch, dass jede Stunde andere 22000 Hörer einschalten, das wären ja pro Tag 528000! Wahnsinn!

Dann kommen Promis ins Spiel. Die sagen auch irgendwas Nettes über Paradiso. Der Promifriseur (wie kommt Bild darauf, dass jeder Promifriseur auch selbst ein Promi ist?) Shan Rahimkhan habe durch Paradiso die Weihnachtsgeschichte kennengelernt. Als ob Heiligabend nur Paradiso die Story nachbetet und nach dem Sender-Aus die Weihnachtsgeschichte ausstirbe. “Arche”-Gründer Bernd Siggelkow faselt, dass Paradiso der einzige Sender sei, er Werte vermittelt. Das ist natürlich Unsinn. Andere Sender bieten genauso Gottesdienste oder “Worte für den Tag”. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender bieten das an. Und die CDU muss auch ihren Senf dazugeben, nur leider keinen Kompetenten: Paradiso sei eine wichtige Alternative zum herkömmlichen Radioprogramm, sagt Stefanie Bung, CDU-Sprecherin für Stadtentwicklung. Die Frau kann unmöglich Paradiso gemeint haben.

Bild will Paradiso retten, schreibt darüber jedoch nur Murks. Eigentlich verdammt gute Argumente, den Langweilerkanal tatsächlich abzuschalten.

Hits: 2316

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Werbung: Berliner Kurier

Mittwoch, den 28. Oktober 2009
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MI 28.10.2009 | 19.29 Uhr | oldiestar

Der Berliner Kurier ruft einen Skandal aus. Morgen wird die Zeitung darüber berichten, dass Sat.1, ProSieben und kabeleins ihre Programme verschlüsselt werden und nennt dies “überraschende Pläne”.
Ein entsprechender Werbespot als Vorschau auf die morgige Ausgabe des Boulevardbälttchens lief am Mittwochabend bei oldiestar.

Allerdings: So ganz stimmt die Geschichte nicht. Und ist auch noch uralt.
Erstens: Ja, die Privaten wollen Extra-Gebühren. Allerdings für die geplanten HD-Programme, also für die Leute, die Sat.1 und Co. in hochauflösender Qualität sehen wollen.
Zweitens: Diese Pläne sind schon lange bekannt.

Das alles verschweigt der Berliner Kurier seinen Lesern. Stattdessen drücken die Krawalljournalisten auf die Skandaltube.
Denn Fakt ist: Auf den herkömmlichen Übertragungswegen werden die Sender nicht verschlüsselt. Zumindest gibt es zurzeit keine solchen Pläne. Bisher ist ja in Deutschland noch nicht mal der Schritt vom analogen zum digitalen Fernsehen komplett vollzogen.

Der Bericht und die Werbung dazu sind also einfach nur dämliche Panikmache.

Hits: 2044

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Wochenendclub: Digitales Kabel

Samstag, den 10. Oktober 2009
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SA 10.10.2009 | 13.05 Uhr | oldiestar

Nein, nein, mit Werbung oder gar Schleichwerbung hat das gar nichts zu tun. Im Lokalradio oder -fernsehen nennt sich das Service, wenn sich Firmen minuten- oder gar stundenlang darstellen dürfen.
oldiestar stand mit seinem Übertragungswagen am Sonnabend mehrere Stunden in Oranienburgs Zentrum – daneben ein Werbestand eines Kabelfernsehanbieters. Im Programm der Sendung “Wochenendclub” durfte ein Vertreter der Firma über das digitale Kabel sprechen und welche Programmpakete es gibt – und was sie kosten.

Dabei sind es insbesonders die Kabelnetzbetreiber, die das digitale Kabel blockieren. Die Damen und Herren am Stand konnten beispielsweise nicht die Frage beantworten, warum ich für das digitale Kabel mehr zahlen will, wenn ich die gleichen Sender empfangen will, die ich jetzt auch schon analog bekomme. Ich finde das unlogisch, zumal der Empfang technisch umständlicher wird. So ein zusätzlicher Receiver muss ja auch erst mal angeschlossen und der Festplattenrecorder dazwischen geschaltet werden.
Ich habe schon eine Digitalbox, empfange damit aber nur die Öffentlich-Rechtlichen Sender. Aber so lange ich für die Standard-Programme mehr bezahlen muss und mir niemand ein Argument liefert, warum das so ist, werde ich nicht komplett umstellen.
Da kann oldiestar noch so lange (schleich)werben.

Hits: 25