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Die Schönste im ganzen Land gibt heute ihren Titel ab

Freitag, den 15. Januar 2010
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Wettbewerb: Lisa Wargulski erlebt ihre letzten Stunden als Miss Brandenburg / Ihre Nachfolgerin wird in einer Fürstenwalder Disko gewählt

MAZ, 15.1.2010

FÜRSTENWALDE
Heute Nacht ist alles vorbei. Dann muss Miss Brandenburg, Lisa Wargulski, ihren Titel abgeben. In Fürstenwalde (Oder-Spree) wird die Schönste des Landes im Jahr 2010 gewählt. Gleichzeitig endet damit für die 20-Jährige aus Frankfurt (Oder) eine aufregende Zeit. „Es war ein tolles Erlebnis“, sagt Lisa Wargulski. „Das vergangene Jahr hat mich wirklich weitergebracht.“

Bevor sie im Januar 2009 in Putlitz (Prignitz) den Titel der Miss Brandenburg gewann, konnte sich die Frankfurterin bereits die Krone als Miss Potsdam und Miss Brandenburg an der Havel aufsetzen. Aber als Schönste des ganzen Landes begann das echte Erlebnis: zwei Wochen Dubai als Vorbereitung für den Deutschlandausscheid. „Dort im Camp hatten wir Fotoshootings, und von unseren Personaltrainern wurden wir auch noch ein bisschen gedrillt, damit es bei der Wahl gut läuft.“
Beim Wettbewerb zur Miss Germany im baden-württembergischen Rust belegte Lisa unter 23 Bewerberinnen den siebten Platz. Danach hat sie in diversen Jurys gesessen, durfte mitentscheiden, wer Miss wird und wer nicht. Bei der Fashion Week in Berlin arbeitete sie auf dem Laufsteg und als Hostess. „Für einen Pralinenhersteller habe ich an Promis Schokolade verteilt“, erzählt die 20-Jährige. Dennoch hatte ihre Lehre immer Priorität. „Ich bin in einer Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten.“ Dafür zog sie von Frankfurt (Oder) nach Stralsund. Wie es im Modelbereich weitergeht, weiß sie noch nicht. „Ich bin eventuell bei der nächsten Fashion Week dabei“, sagt sie.
Heute hat Lisa Wargulski um 13 Uhr Feierabend, reist von Stralsund nach Frankfurt, macht sich schick und fährt weiter zur Diskothek „Julius“ nach Fürstenwalde. Dort sitzt sie in der Jury für die Miss Brandenburg 2010. Elf junge Damen aus ganz Brandenburg beteiligen sich.

Eine von ihnen ist Ludmilla Ismailow aus Oranienburg (Oberhavel). Die 22-Jährige arbeitet seit sechs Jahren als Model. „Ich bin auf Laufstegen unterwegs, mache Fotoshootings und bin Haar- und Handmodel“, erzählt sie. Auch im Kinofilm „Speed Racer“ war Ludmilla bereits zu sehen. „Die Schauspielerei hat mir Spaß gemacht, vielleicht wird ja mehr daraus“, sagt die Oranienburgerin.

Die Bedingungen, um an der Wahl teilnehmen zu dürfen, sind streng: Die Frauen müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, dürfen keine Oben-Ohne- oder Nacktaufnahmen gemacht und nicht in Stripshows mitgewirkt haben. Verheiratete oder Mütter sind ebenfalls ausgeschlossen. Wer die heutige Wahl gewinnt, darf im Februar bei der Miss-Germany-Wahl 2010 dabei sein – nebst Dubai-Trip.
„Die Teilnehmerzahlen sind relativ konstant“, sagt Torsten Krüger von der Miss-Germany-Corporation in Berlin im Gespräch mit der MAZ. Die Vorentscheide in den verschiedenen Regionen Brandenburgs würden recht gut angenommen.
Männer dürfen übrigens auch bald antreten: Mister Brandenburg 2010 wird am 19. Februar in Fürstenwalde gekürt.

RTelenovela

Der erste Schnee 2009: Darauf war ich doch gar nicht vorbereitet

Mittwoch, den 4. November 2009
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Mehr als acht Zentimeter Schnee fielen allein in Neuruppin. Der Winter kam so plötzlich, dass eigentlich noch niemand darauf eingestellt war. Und weil selbst der Wetterdienst nichts davon ahnte.

Der Morgen begann mit Graupel. Als ich in Oranienburg mein Haus verließ, kam schon leichter Schneeregen vom Himmel.
Auf der Fahrt nach Rheinsberg dachte ich noch: Die Sache mit den Winterreifen müssen wir bis spätestens Anfang Dezember hinbekommen.
Kurz vor Löwenberg war die B 96 schon ganz leicht weiß angehaucht. Die Felder nebenan schon sanft schneebedeckt. Aber immer noch im gelben Bereich.
In Gransee machte ich das erste Mal einen Bremstest. Er funktionierte, alles war immer noch schick. Doch der Winter rückte immer näher.
Es begann zu schneien. Als ich gerade Köpernitz bei Rheinsberg erreichte, rief mich mein Bruder an – wegen der Winterreifen, die nun bald kommen. Als ich mich aber umsah, wusste ich: Eigentlich bräcuhte ich sie genau jetzt. Denn in Köpernitz war Winter, die Straßen weiß – und glatt.
Ich schlich bis nach Rheinsberg rein, der Schneefall wurde heftiger.
Auf radioeins sagten sie immer noch unverdrossenheit Regen und Graupel voraus. Von starkem Schneefall war nicht die Rede.

Die Lesung, die ich besuchte, begann später. Die Autorin kam zu spät. Auch sie brauchte wohl auf den winterlichen Straßen einen Tick länger.
Dennoch war ich zu dem Zeitpunkt, am Vormittag, immer noch entspannt. Der Wetterdienst wusste sowieso nicht, dass es schneit und kündigte 3 bis 8 Grad an. Wird also bis nachher wieder tauen, dachte ich.

Es taute aber nicht. Es schneite weiter. Dicke Flocken. Die Schneeschicht auf meinem Auto war schon zentimeterdick.
Im langsamen Tempo von 40 km/h verließ ich Rheinsberg.
Ostprignitz-Ruppin – ein Wintertraum. Das wäre es zumindest, wenn ich erstens Winterreifen am Auto hätte und zweitens vernünftige Winterschuhe.
So tuckerte ich also durch den Wald und durch die engen Kurven von Zippelsförde. Glücklicherweise gibt es dort aber keine größeren Berge.
Alt Ruppin war dann jedoch eine Herausforderung. Bergab, Kurven, Kopfsteinpflaster, bergauf. Das ging gerade noch, war aber nicht mehr schön.
Auf den Straßen von Neuruppin war die Situation jedoch am gefährlichsten. Die Straßen waren nicht nur schneebedeckt, sondern auch spiegelglatt.
Als ich das Büro erreichte, war ich fertig – und brauchte erst mal eine Pause…

Irgendwas muss da bei den Wetterläuten schiefgegangen sein. Oder wir hatten eine besonders ungewöhnliche Wetterlage. Denn erst der Neuruppiner Bauhof musste die Leute vom Wetterdienst darüber informieren, dass Schnee liegt. Bei uns vor der Tür bis zu 8,5 Zentimeter.
Anfang November haben zudem die wenigsten wohl schon Winterreifen auf dem Auto. So ging in den Bergen von Kunsterspring zeitweise gar nichts mehr. Auf der Autobahn bei Putlitz kam ein Sattelschlepper von der Strecke ab. Er hatte Ferraris und Oldtimer geladen. Die sind nun Schrott. Schaden: mehr als eine Million Euro.
Der erste Schnee wurde für einige Leute somit verdammt teuer…