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Protzener Märchenland

Dienstag, den 18. Januar 2011
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Das Märchenland liegt nicht irgendwo, sondern in Protzen.
Ich habe von dem Dorf in der Nähe von Neuruppin bislang wenig gehört – umso mehr war ich beeindruckt, als ich mir das Gelände der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) angesehen habe. Dort gibt es nicht nur einen Kostümfundus, in dem der Faschingsfeierwillige alles findet, wonach er sucht.
Eine der Angestellten führte mich gleich noch über das ganze Gelände.

Wenn sich die Kinder, die auf das GAB-Gelände nach Protzen kommen, verkleiden, dann können sie damit auch gleich in die richtigen Märchenkulissen. In den vergangenen Jahren haben die Leute dort mit sehr viel Liebe sehr viel aufgebaut.
In einer Halle befindet man sich plötzlich mitten auf dem Marktplatz von Neuruppin. Das sind die Kulissen für Pinocchio. Der amüsiert sich auf dem Rummel. In der Mitte des Raumes steht ein Karussell, drumherum stehen Kulissen. Die Kinder können spielen, es gibt Zuckerwatte, Getränke, nebenan sind Höhlen und Klettertürme.
Ein Paradies für Kinder.

Auf dem Gelände gibt es weitere dargestellte Märchen. “Der Fischer und seine Frau” mit einem Teich und einer Bank, an der man angeln kann. Aschenputtel, Pippi Langstrumpf, Hans im Glück. Und, und, und.
Wer auf dem Hof spazieren geht, kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Das alles ist nicht mit großen Mitteln entstanden. Die Mitarbeiter basteln, bauen, richten her. Auf einem Verkehrsplatz können sie etwas lernen oder einfach nur auf dem Spielplatz tollen. Auch ein Märchenhaus darf nicht fehlen. Oder eine Backstube, in der die Kinder auch selbst Hand an den Teig anlegen dürfen.

Wie in 1000 und einer Nacht fühlt man sich dort nicht, aber für Kinder ist das ein wahnsinnig schöner und liebevoller Ort.

aRTikel

Für die Männer das Kreuzrittergewand, für die Frauen ein Dirndl

Freitag, den 14. Januar 2011
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Freizeit: Bald ist Fasching: Im Kostümverleih auf dem Gelände der Gab in Protzen hängen mehr als 500 Kleider, Röcke, Hosen und Hüte

MAZ Neuruppin, 14.1.2011

PROTZEN
Der Traum aller Mädchen: Einmal eine Prinzessin sein! Nicht so die Jungs: Die spielen lieber Cowboy und Indianer.
Was klischeehaft klingt, bewahrheitet sich beim Kostümverleih in Protzen immer wieder. Auf dem Gelände der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (Gab) können sich Kinder und Erwachsene Kleider, Hosen, Hüte oder Schuhe ausleihen, um für einige Stunden in fremde Rollen zu schlüpfen.

„Wir haben etwa 500 Kostüme bei uns zu hängen“, sagt Mitarbeiterin Sabine Ristau und blickt sich in den kleinen Räumen um. „Der Platz reicht kaum noch aus, wir müssen uns bald etwas einfallen lassen.“ Die Auswahl ist riesig. Kinder können sich als Märchenfiguren verkleiden, als das tapfere Schneiderlein oder den gestiefelten Kater – oder eben als Prinzessin. „Viele Kinder kennen heutzutage ja keine Märchen mehr“, erzählt Sabine Ristau und schüttelt ein wenig den Kopf. „Sie bekommen immer seltener vorgelesen und finden dann auch keinen Zugang.“ Das ändert sich, wenn sie auf das Gelände der Gab kommen. Wenn sie verkleidet sind, können sie sich im Märchengarten umsehen, in einer großen Halle toben – überall begegnen ihnen die verschiedenen Geschichten und Gestalten.

Etwa 3000 Kinder kamen allein im vergangenen Jahr nach Protzen. Im November 2010 begrüßten die Mitarbeiter den 10.000. Besucher. „Das ist immer total niedlich und süß, wenn sie dann verkleidet sind“, sagt Sabine Ristau. „Sie sind meist doll zu begeistern, hören zu, sehen sich um.“

Die Kleider bekommen die Mitarbeiter oft gespendet. „Angefangen haben wir mit wenigen Kartons.“ Inzwischen ist das Haus voller Sachen. Einige der Kostüme werden vor Ort genäht, ergänzt oder repariert. Die Ausleihe ist nahezu kostenlos. Wer sich Kleider für Faschingsbälle mitnehmen möchte, muss einen Unkostenbeitrag fürs Waschen zahlen.
Besonders Erwachsene nutzen diesen Service und sehen sich im Protzener Kostümfundus um. Und kommen zum Beispiel als Spanierin wieder raus – mit dunkler Bluse mit Rüschen. Oder als rote Zora mit einem Kleid in eben jener Farbe. „Ganz beliebt ist der Bayer“, so Sabine Ristau. „Dafür haben wir richtige Lederhosen und ein grünes Hemd.“ Der passende Hut darf natürlich auch nicht fehlen – und für die Dame ein zünftiges Dirndl. Auf die Männer wartet in Protzen sogar ein Clownskostüm. „Aber Herren verkleiden sich nicht so gern als Clown. Eher historisch, als Kreuzritter.“ Armee- und Polizeiklamotten gehören ebenfalls zum Sortiment.
„Wir haben Kunden, die kommen extra aus Wandlitz zu uns nach Protzen“, erzählt Sabine Ristau. Wenn die heiße Faschingsphase beginnt, wird der Andrang bei der Gab sicherlich größer.