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The Masked Dancer

Freitag, den 7. Januar 2022
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DO 06.01.2022 | 20.15 Uhr | ProSieben

Die singen ja gar nicht!
So mancher etwas unaufmerksame Zuschauer wird sich am Donnerstagabend bei ProSieben etwas gewundert haben. Da lief eine Show in der Optik von “The Masked Singer”. Mit den selben Sounds von “The Masked Singer”. Im Studio von “The Masked Singer”. In der Kulisse von “The Masked Singer”. Mit dem Moderator von “The Masked Singer”. Und mit den opulenten Verkleidungen, die wir aus “The Masked Singer” kennen. Aber anders als in “The Masked Singer” hat unter den Kostümen gar keiner gesungen.
Denn am Donnerstagabend lief bei ProSieben die erste Folge von “The Masked Dancer”.

Anders als in der bekannten und beliebten Show müssen die Leute unter der Maske an der Art zu tanzen erkannt werden. Das Problem: Das geht im Grunde gar nicht. In den großen Kostümen ist niemand nur an der Tanzart zu erkennen. Deshalb ist das Rateteam auch auf weitere Tipps angewiesen – zum Beispiel durch Hinweise in den Vorschaufilmen oder durch ein (!) real gesprochenes Wort des Promis unter der Maske.
Das ist das Mitraten noch schwieriger und die Raterei in der Show wirkt noch viel beliebiger als in “The Masked Singer”. Es ist alles ein bisschen egaler, und deshalb funktioniert die Show, trotz aller Mühe und Hingabe, leider nicht so gut.

Aber das größte Problem: “The Masked Dancer” droht den Erfolg von “The Masked Singer” zu verwischen. Es ist einfach nichts Besonderes mehr, wenn die Show nun so oft kommt und durch eine abgewandelte – aber dennoch gleich wirkende – Variante ausgeweitet wird. ProSieben sollte der Versuchung widerstehen, die Schlagzahl der Show all zu arg zu überreizen.

-> Die Show bei Joyn

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Das war 2021!

Freitag, den 31. Dezember 2021
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So ruhig hat ein Jahr noch nie begonnen – selbst vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Das ZDF sendet seine große Silvesterparty ohne Publikum vor Ort. Es muss zu Hause bleiben.
Es beginnt das Corona-Jahr 2.

Corona wird die Menschen und die Medien auch 2021 durchgehend beschäftigen – nur im Sommer gibt es eine kleine Verschnaufpause. Die eigentlich eher ein Wegignorieren ist.
Das Programm ist geprägt von Sondersendungen, vom “ARD extra”, “ZDF spezial”, und auch die Privaten sind dazu übergangen, wieder aktuellen Nachrichten einen höheren Stellenwert zu geben.
Die großen Shows müssen lange ohne Publikum auskommen. Die “Fastnacht in Franken” im BR ist zu einer leise-lahmen Veranstaltung geworden, der Karneval fällt gleich ganz aus. In der “heute show” lacht keiner mehr. Die großen Silbereisen-Shows werden zu Studio-Produktionen, bei denen die Gäste selbst für Stimmung sorgen müssen. Das Dschungelcamp in Australien wird abgesagt, stattdessen ziehen die Stars in ein Tinyhouse in Hürth. Erst später kehrt Publikum zurück, und auch der Eurovision Song Contest kann stattfinden – und wird zu einer großen Wiedersehensparty. Auch wenn Australien zu Hause bleiben muss und Island in Rotterdam in Quarantäne ist – und auch der Vorjahressieger wegen Corona ausfällt.
Laufende Programme werden unterbrochen, um die Pressekonferenzen mit Merkel zur Corona-Lage zu übertragen – nur wenn die Beratungen bis nachts um 2.35 Uhr hinziehen, verzichten die Sender, bis auf tagesschau24.

Corona zerrt an den Nerven – bei allen Leuten. Kritiker der Coronamaßnahmen und überhaupt der Politik der Regierung und der Gesellschaft, die ihr folgt, werfen auch den Medien Einseitigkeit vor. Vom Regierungsfernsehen ist die Rede, von Staatsmedien – ein schwieriger Vorwurf, wenn davon die Rede ist, man werde die Journalisten aus den Medienhäusern jagen, wenn man erst mal, nun ja, an der Macht sei. Was immer das auch heißt. Aber es klingt nicht gut. Bei Demonstrationen werden Journalisten zunehmend angegriffen.

Nicht nur in Deutschland. Auch in den USA. Als im Capitol in Washington die Wahlniederlage von Donald Trump endgültig besiegelt werden soll, stürmen Trumps Anhänger das Gebäude. Und auch dort gehen sie auf Journalisten los. Prügeln und zerstören Technik. Es trifft auch ein Team des ZDF.

Den Hatern in Deutschland passt die Youtube-Kampagne “#allesdichtmachen” gut ins Anti-Corona-Stimmungsmache-Konzept. Mehr als 50 mehr oder viel weniger bekannte Schauspielende sprechen in den Clips über Corona und die Folgen. Ricky Müller atmet in eine Tüte, weil ausatmen gefährlich sei. Jan-Josef Liefers findet, dass man in den Medien nicht so richtig informiert worden sei. Unterschiedliche Meinungen zum Coronavirus und zu dessen Eindämmung würden nicht gehört. Diskussionen fänden nicht statt. Oder erst seit Neuestem wieder. Es heißt, das sei Satire. Weil man Liefers ansonsten ja fragen müsste, wo er in den Monaten davor gelebt habe. Später sagt er in einer Talkshow, er habe alle Zeitungen abbestellt. Einer der Urheber ist der Schauspieler Volker Bruch, dem Verbindungen zu den Querdenkern und zur Partei Die Basis nachgesagt werden.

Auch Michael Wendler dreht in der Coronakrise ab. Von den USA aus hetzt er gegen die Coronamaßnahmen, leugnet das Virus und spricht von einem KZ Deutschland. Laut Wendler: Krisenzentrum. Schon klar. RTL sendet trotzdem die erste Folge der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”, wo der Wendler in der Jury sitzt. Als der ehemalige Schlagerstar weitere Hetze absetzt, schreitet RTL ein – und schneidet das Jurymitglied aus der Sendung. Zunächst sehen die Zuschauer eine abenteuerlich bearbeitete Sendung, in der Wendler überblendet wird, später fehlt er ganz.

Das mag man kaum glauben, aber RTL will seriös werden. Und da passt Dieter Bohlen leider nicht mehr ins Konzept. In den beiden Live-Shows von “DSDS” fehlt nun schon das zweite Jurymitglied. DAS Jurymitglied. Nachdem RTL Bohlen gefeuert hat, meldet der sich krank. Thomas Gottschalk springt ein. Am Ende gewinnt… also, keine Ahnung, wer gewonnen hat. War am Ende auch nicht mehr wichtig. Auch beim “Supertalent” wird Bohlen rausgeschmissen, und RTL bekommt im Herbst dafür die bittere Quittung. Die Show versinkt im Quoten-Nirvana.
Zum neuen RTL gehören mehr Nachrichten. Auch am Nachmittag gibt es nun “RTL aktuell”, im Spätprogramm taucht Jan Hofer wieder auf – mit “RTL direkt”. Vor allem die älteren Zuschauer will RTL wieder erreichen. Was nur sehr schwer gelingt.

Und was ist mit dem Trashfernsehen? Auch da will die RTL-Gruppe seriöser und braver werden. Als sich in der Datingshow “Princess Charming” bei VOX zwei Frauen prügeln, bekommen wir das nicht zu sehen, stattdessen nur einen Hinweis darauf, dass da was passiert sei und beide Damen gehen mussten. Das hätte es bei meinem RTL früher nie gegeben, da hätte man draufgehalten.
Bei Sat.1 ist man da nicht so zimperlich. Bei den “Promis unter Palmen” haben sie wieder alle Krawallschachteln eingeladen, die Trash-Deutschland zu bieten hat. Es gibt ordentlich Zoff, die Kameras halten drauf, auch bei schlimmsten homophoben Entgleisungen. Nur einer schreitet ein: Willi Herren. Sat.1 bekommt trotzdem und zurecht einen Shitstorm, die nächste Folge läuft stark gekürzt – und dann ist nach Folge 2 Schluss. Nach der Nachricht lässt Sat.1 die Ausstrahlung ruhen: Willi Herren ist tot.

In Trauer sind sich Sat.1 und RTL einig: In beiden Frühstücksfernsehsendungen trauern die Teams um Jan Hahn. Er erliegt einem Krebsleiden. Als die Meldung bekannt wird, fließen bei der RTL-“Exclusiv”-Moderatorin am Ende die Tränen, und “RTL aktuell” endet mit einer stummen Trauertafel.
An seinem 100. Geburtstag kündigt die “TV Spielfilm” einen alten DDR-Film mit dem Schauspieler Herbert Köfer an – mit dem Hinweis, dass er heute 100 geworden wäre. Dabei IST er 100 geworden. Aber leider nicht älter – Herbert Köfer stirbt wenige Monate danach.
Mit ihm verlassen 2021 weitere Schauspielende die Bühne: der Komiker Mirco Nontschew, Jean-Paul Belmondo, Heide Keller, Aschenbrödel Libuše Šafránková, “Golden Girl” Betty White, der Lindenstraße-Grieche Kostas Papanastasiou, Arved Birnbaum, “Love Boat”-Käptn Gavin MacLeod, Lindenstraße-Doktor Ludwig Haas, Thomas Fritsch und Christopher Plummer. Die Musiker Françoise Cactus, Volker Lechtenbrink, Baccara-Sängerin Maria Mendiola, Steve Bronski, Ted Herold, Charlie Watts, John Miles, Milva, Mikis Theodorakis, DMX, Barby Kelly, Bill Ramsey, Komponist Siegfried Matthus und Nick Kamen. Die Journalisten und Moderatoren Alfred Biolek, Larry King, Bettina Gaus, Gerd Ruge, Wolf-Dieter Poschmann, Christopher Plass, Hans-Eckart Eckhardt und Jürgen Engert. Peter R. de Vries wird in den Niederlanden ermordet. Die Sportler Horst Eckel und Gerd Müller. Der Youtuber Philipp Mickenbecker. Die Politiker Kurt Biedenkopf, Donald Rumsfeld und Colin Powell. Prinz Philip. Die Zirkusleute Gerd Siemoneit-Barum und Siegfried Fischbacher, der Nobelpreisträger Desmond Tutu. Die Autoren Noah Gordon und Uta Ranke-Heinemann. Comiczeichner Martin Perscheid und Kabarettist Ludger Stratmann.

Sie verkünden ihren Abschied: Petra Gerster verlässt “heute”, Claus Kleber das “heute-journal”. Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich Claus-Erich Boetzkes von den Nachmittagsausgaben der “Tagesschau”. Der rbb streicht sein Vorabendmagazin “zibb”. Aus Geldgründen. Und wegen schlechter Quoten. Außerdem streicht der rbb ausgerechnet die “Abendshow” – ein sehenswertes Satireformat. Nun läuft dort das “Riverboat”. Beim rbb findet man das vermutlich innovativ. Antenne Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht mehr – auf den Frequenzen im Norden dudelt jetzt 80s80s. Und einige Hörer fragen sich vielleicht, wie man das ausspricht. Emotional ist die Übertragung des Großen Zapfenstreiches für Angela Merkel, die sich vom Orchester “Du hast den Farbfilm vergessen” spielen lässt – über zehn Millionen Menschen schauen zu.

2021 wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Eigentlich haben sich die Grünen schon als Wahlsieger gesehen – aber Annalena Baerbock fliegt ihr schnell zusammengeschustertes Buch um die Ohren. Unter anderem. Die Medien sind unerbittlich. Dann wähnt sich die CDU vorn – aber Armin Laschet fliegt sein Gelächter während einer ernsten Rede von Bundespräsident Steinmeier im Hochwassergebiet um die Ohren. Und ein Kinderinterview bei Joko und Klaas, bei dem Laschet gegenüber den Kindern ziemlich patzig wird.
Diesmal gibt es nicht nur ein Duell. Sondern ein Triell. Äh, drei Trielle. Bei RTL, bei ARD und ZDF und bei ProSiebenSat.1. Wobei das Triell bei ARD und ZDF in Wirklichkeit das Duell der beiden Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner ist – die zusammen so gar nicht können und sich ständig gegenseitig ins Wort fallen. Und dissen.

Apropos Hochwasser: Als die Flut über das Ahrtal reinbricht, sendet der WDR – nichts. Also nicht nichts, aber auch keine Sondersendungen. Weil es nachts eben keine Sondersendungen gibt. Auch nicht im Radio. Als in NRW die Katastrophe geschieht, lässt der WDR seine Leute allein. Und der SWR macht es kaum besser. Die reichlichen Sondersendungen beginnen erst am Tag danach.

Bei der Bild sind sie stundenlang auf Sendung – Bild macht nämlich jetzt auch Fernsehen. Genau genommen gibt es die gestreamten Sondersendungen schon sehr lange, aber im August startet die Fernsehversion von Bild auch offiziell. Oft mit dabei: Julian Reichelt, der Chefredakteur. Bis zu seinem Aus. Reichelt steht schon mal im Rampenlicht. Sein Umgang mit Mitarbeiterinnen wird angeprangert, bleibt aber folgenlos. Zunächst. Dann aber gibt es Recherchen von Journalisten der Ippen-Gruppe. Die werden aber zunächst nicht veröffentlicht, Verleger Dirk Ippen will Springer nicht an den Karren fahren. Er lässt die Story zurückziehen. Sie erscheint dann im Spiegel. Aber auch die New York Times berichtet über Springer und Reichelt. Er muss seinen Platz räumen. Und bei Bild im Fernsehen wird geschluchzt.

Gibt es denn über 2021 gar nichts Gutes zu sagen? Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt überraschen die Zuschauer mit einer siebenstündigen Doku über den Klinikalltag einer jungen Krankenschwester. Hautnah erleben wir alles aus ihrer Perspektive mit. Joko unterhält die Leute zudem mit “Wer stiehlt mir die Show”. Eine extrem unterhaltsame Sendung, und am Ende kann jemand aus dem Panel Joko beim nächsten Mal die Showleitung abnehmen. Das gelingt zum Beispiel Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka und Elyas M’Barek, die was ganz Eigenes draus machen.
Kurt Krömer überrascht in seiner rbb-Talkreihe “Chez Krömer” Gast Torsten Sträter mit dem Geständnis, dass er mit Depressionen in der Klinik gewesen sei. Ein ernstes, rührendes Gespräch entwickelt sich.
2021 steht auch für Retro: “Wetten, dass…?” ist zurück, und 14 Millionen schauen zu. “Geh aufs Ganze” auf Sat.1 mit Jörg Draeger und dem Zonk ist wieder da. Ebenso “TV total” auf ProSieben – nicht mit Stefan Raab, dafür mit Sebastian Pufpaff. Und ABBA bringt ein neues Album raus. Thank you for the Music. Aber wäre doch nicht nötig gewesen.
Ganz offenbar immer noch nötig: sich zu positionieren. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung outen sich 185 Schauspieler*innen als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans. Hashtag: #actout. Erstmals wird über Diskriminierung von queeren Menschen in bestimmten Berufen diskutiert.

Und sonst so? Bei ProSieben lernen Thilo Mischke und Katrin Bauerfeind, dass man Politikern in der eigenen Talkshow am Ende nicht beklatscht. Die ARD freut sich über die erste schwule Serie und versendet “All you need” vor Freude im Spätprogramm bei one. Bei “RTL aktuell” gehen die Lichter aus. Also, nur einmalig. Vermutlich. Netflix schafft mit “Squid Game” den Hype über die Streaminggrenzen hinaus. Die Russen starten ihren Propagandasender RT DE und bekommen schnell Gegenwind. Bei ORF1 geht ein beschwipster Nachrichtenmoderator auf Sendung – und wird danach beurlaubt. Die ZDF-Serie “Kommissarin Heller” endet überraschend: Frau Heller wird vom Blitz getroffen.
Und die bitterste Erkenntnis des Jahres: Evelyn Burdecki ist schlauer als ich. Und Anne Will und alle anderen Medienheinis merken sich endlich mal: Reiner Haseloff. Haseloff. Haseloff! David Hasselhoff macht keine Politik. Noch nicht. Man weiß ja nie, heutzutage.

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Surprise! Die Bruce Darnell Show

Samstag, den 4. Dezember 2021
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DO 02.12.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Bruce Darnell hatte Zeit. Beim “Supertalent” ist er raus, und irgendwie war es ein bisschen stiller um ihn geworden. Bei ProSieben bekommt er nun wieder eine Chance. Allerdings: Es wirkt, als wolle sich ProSieben nur mit dem Namen Bruce Darnell schmücken.

Am Donnerstagabend lief dort zum ersten Mal “Surprise! Die Bruce Darnell Show”. Und vermutlich ist Bruce Darnell am meisten darüber überrascht, dass er dieser Sendung seinen Namen gibt. Denn eigentlich steht oder rennt er in seiner angeblich eigenen Show ständig nur rum, oder er weint, oder staunt oder er weint.

Das Konzept der Show: Irgendwer wird überrascht. Auf dem Klo zum Beispiel. Da kommen Frauen aufs Frauenklo und treffen dort auf Nico Santos und Tom Beck, die die Damen erschrecken. Haha, wie lustig.
Oder eine Frau sitzt mit ihrer besten Freundin im Kino, wo dann ein sehr langer Film beginnt, in dem der Freund der Frau zu sehen ist – und am Ende bittet er im Saal um ihre Hand.
Oder eine Karaoke-Sängerin muss plötzlich mit ansehen, wie Bonnie Tyler singt und plötzlich die Karaoke-Version der Frau im Publikum zu hören ist.

Und mittenmang: Bruce Darnell, der alles toll, überraschend und wahnsinnig aufregend und zum Heulen findet. Und uns auch vorher immer mitteilt, dass gleich alles ganz toll, überraschend und wahnsinnig aufregend werde.

Mit dabei ist übrigens Viviane Geppert. Sie moderiert, sie leitet über, die spricht mit Leuten – und eigentlich ist es eine riesige Frechheit von ProSieben, sie in den meisten Ankündigungen nicht mal zu erwähnen. Denn in der angeblichen “Bruce Darnell Show” hat Viviane Geppert meist den größeren Part. Entweder glaubte man bei ProSieben, dass Darnell die Show alleine nicht trägt (was durchaus stimmen könnte) oder man hat Viviane Geppert keine alleinige Show zugetraut. Dafür dass die Show seinen Namen trägt, hat Darnell keine echte Funktion.

Schon sehr oft gab es Überraschungsshows. Rudi Carrell hatte sie mit ihren Emotionen einst perfektioniert. Danach kam Linda de Mol. Später weitere Versionen.
“Surprise! Die Bruce Darnell Show” funktioniert dagegen irgendwie nicht. Dafür sind die Einspieler zu schlecht. Die Kloszenen waren schlicht doof, der Einführungsfilm vom Kino-Heiratsantrag langatmig, und auch sonst bauten sich nicht wirklich Emotionen auf. Vielmehr ist die wieder mal viel zu aufgeblasene Sendung (bis 23 Uhr!) eine Nummernrevue, die schnell in ihrer Gänze langweilt.

-> Die Sendung bei Joyn

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TV total

Freitag, den 12. November 2021
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MI 10.11.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Na, was ist denn da los? Schauen Sie mal bitte!
Es ist das wohl überraschendste und kurzfristigste Comeback seit langem: Am Mittwochabend lief auf ProSieben “TV total”. So kurzfristig, dass keine Fernsehzeitschrift davon wusste.
Wieder gibt es ein Stück TV-Nostalgie: Die Titelmusik ist dieselbe. Die Band ist dieselbe. Die Stimme im Hintergrund ist dieselbe. Das Nippelboard mit den Ausschnitten ist wieder da. Und der fahrende Tisch ist auch wieder da. Die kreischende Zuschauerin, die die Anmoderation von der Pappe abliest, ist ebenfalls wieder da.
Alles ist wieder da. Bis auf einen.

Sebastian Pufpaff ist der Neue bei “TV total”. Der Kabarettist, der schon diverse eigene Sendungen hatte, ist der neue Frontmann in der Fernsehschnipselshow.
In der Auftaktsendung am Mittwochabend sprach er ausführlich über das zweite Comeback der Woche, “Wetten, dass…?”, über das Bild-TV und den Schlagerbooom. Außerdem war er in Nürnberg, um die “Wetten, dass…?”-Halle zu kommen – was ihm nicht gelang.
Das neue “TV total” ist glücklicherweise nicht das runtergekommene, wie es 2015 endete. Als ein lustloser Moderator die Sendung nur noch runtermoderiere und nur noch selten durchblitzen ließ, dass er Bock drauf hatte. Es ist das “TV total”, wie es auch 1999 an den Start gegangen war. Voll aufs Fernsehen konzentriert, und heute kommt noch das Internet-Geschehen dazu.

Onkel Puffi hat Bock – großen Bock sogar. Seine Gags sind witzig, manchmal ein bisschen zotig, und wenn es der Redaktion gelingt, Woche für Woche neue TV-Perlen aufs Tablett zu legen, dann kann “TV total” wieder zu einem wöchentlichen Höhepunkt werden. Ein gelungenes Comeback.

-> Die Show bei bei prosieben.de

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Wer ist das Phantom?

Donnerstag, den 28. Oktober 2021
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DI 26.10.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Wenn eine neue Show-Idee erfolgreich ist, dann ziehen in der Regel irgendwann andere Sender mit ähnlichen Shows nach – und meist sind diese Show-Klone eher lahm.
ProSieben macht das anders: Die klonen einfach ihre eigenen Idee und machen daraus eine schlechte Show. Nicht mal mehr das gönnt man der Konkurrenz.

“Wer ist das Phantom?” Das war die Frage, die am Dienstagabend erstmals bei ProSieben gestellt worden ist. Wie auch bei “The masked Singer” steckt eine prominente Person in einem Kostüm. So auch bei “Wer ist das Phantom?” ProSieben tut allerdings im Laufe der 140 Minuten alles, damit einen das irgendwann gar nicht mehr interessiert und man die Enthüllung schulterzuckend zur Kenntnis nimmt.

Als eine Art Darth Vader verkleidet wurde das Phantom von Moderator Steven Gätjen begrüßt. Nora Tschirner, Karoline Herfurth und Edin Hasanovic mussten rausfinden, wer unter dem Kostüm ist.
Wo sich aber die Musikshow “The masked Singer” ausschließlich auf dieses Ratespiel konzentriert, ist das bei “Wer ist das Phantom?” anders. Denn die Promis bekamen Tipps zum Phantom dann, wenn sie ein Spiel gewonnen haben. Diese Spiele selbst hatten allerdings mit dem eigentlichen Ratespiel nichts zu tun. Sie mussten raten und sortieren – und das war leider schrecklich langatmig. Zwischendurch orakelte das Rateteam, wer denn das Phantom ist und schmiss wahllos irgendwelche Namen in den Raum.

Warum gibt es eigentlich keine Shows mehr, die sich auf eine Stunde beschränken? 140 Minuten lang drehte sich leider zu wenig um die Frage, wer das Phantom ist. Dass am Ende Lothar Matthäus unter dem Kostüm steckte – joa, nett. Aber nach dieser langatmigen Show irgendwie auch nicht mehr spannend. Sie sollte dringend überarbeiten werden.

-> Die Show bei Joyn

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Late Night Berlin: Kinder fragen Kanzler:innen – Armin Laschet

Sonntag, den 19. September 2021
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DI 14.09.2021 | 22.30 Uhr | ProSieben

Pauline und Romeo haben es drauf. Sie bringen Armin Laschet zur Weißglut. Mindestens innerlich. Es war wohl eines der denkwürdigsten Interviews mit dem Kanzlerkandidaten.
Aber das besondere ist: Pauline und Romeo sind Kinder. Schon seit längerem haben die beiden eine Rubrik bei “Late Night Berlin” auf ProSieben. Sido war dort schon zu Gast und auch andere harte Rapper. Dass ihre Fragen schon mal sehr nachbohrend sind, das hätte auch dem Team von Armin Laschet auffallen können.

Am Dienstagabend lief das Interview in der Sendung von Klaas Heufer-Umlauf, später noch eines mit Olaf Scholz. Die Kinder wollten wissen, was es mit Hans-Georg Maaßen auf sich habe – sie hätten da einiges gehört. Und im “Spiegel” gelesen. Durchaus ungewöhnlich für Kinder, und man kann davon ausgehen, dass sie relativ sicher was aufs Ohr bekommen.
Armin Laschet jedenfalls war zunehmend genervt. Um nicht zu sagen: pissig. Er glaube nicht, dass Romeo den “Spiegel” lese und dass sich die beiden mit den von ihnen angesprochenen Themen auskennen würden.

In der Tat ist das ein spannendes Thema, wie die Kinder eigentlich die Infos bekommen. Ein Briefing vorher? Die Fragen aufs Ohr?
Andererseits ist die Reihe nicht neu – das Beraterteam von Laschet hätte wissen müssen, worauf es sich einlässt. Auf Rezo hatte Laschet keinen Bock, aber die Kinder hielt er für harmlos. Falsch gedacht.
Verheerend dabei ist, wie der Kanzlerkandidat mit den Kindern umgegangen ist. Vollgemault hat er sie, als ob sie die Bösen sind, weil er nicht sagen wollte, was er von Maaßen hält – und weil es ja so empörend ist, dass Kinder so was fragen. Da waren die süßen Kleinen plötzlich Spottobjekte Laschets.
Kommt gar nicht gut. Und die Laschet-Blase schäumt, man habe ihren armen Kandidaten aufs Glatteis geführt. Wenn er schon bei Kindern so aus dem Tritt kommt, was passiert dann erst wenn mal ein Treffen mit Putin nicht so verläuft wie geplant?

-> Das Interview auf Youtube

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Zervakis & Opdenhövel. Live.

Samstag, den 18. September 2021
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MO 13.09.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Eine große Enttäuschung für ProSieben. Die neue Informationsoffensive wird von den jungen Leuten verschmäht. Gerade mal 470.000 Menschen haben am Montagabend die Premiere von “Zervakis & Opdenhövel. Live.” eingeschaltet. Das ist sehr wenig, auch für ProSieben.

Dabei ist es schon erstaunlich, wie sehr ProSieben an diesem Abend an der Zielgruppe vorbeigesendet hat. Meilenwelt.
Dabei ist es grundsätzlich gut, dass sich der Sender nun auch journalistisch profilieren will. Ein bisschen Relevanz ins Programm bringen und nicht die ewige Sitcom-Dauerschleife. Allerdings sollten sich die verantwortlichen Leute eines jungen Programms wie ProSieben, wie so ein Magazin aussehen sollte. So wie “Zervakis & Opdenhövel. Live.” jedenfalls nicht.

Mit einem schwer verdaulichen Thema begann die Sendung, es ging um eine afghanische Popsängerin, die nach der Taliban-Machtübernahme ihr Land verlassen musste. Wichtiges Thema, aber auch ein knalliger Einstieg in ein neues Magazin? Das ganz sicher nicht. Ein sehr langer Beitrag, ein extrem langes Interview. Tiefgehend, ja. Erschütternd auch. Aber dennoch: sehr schwere Kost zum Einstieg.
Später ging es noch um die Flutopfer von der Ahr, die wochenlang beobachtet worden sind – es folgte nach einem weiteren sehr langen Beitrag ein sehr langes Studio-Interview.
Zwischendurch gab es immerhin noch die Trend-Meldungen der Woche, und James Blunt war zu Gast, um Bier zu trinken.

Das Magazin hat mehrere Probleme. Der Anspruch ist hoch, aber im Jugendprogramm ist sie eine Nische. Die Themen sind wichtig, aber sie eignen sich – und das in der epischen Länge – kaum dazu, junge Zuschauende zu gewinnen und zu halten. Das James-Blunt-Interview war irgendwie auch … keine Ahnung, ob die Jugend interessiert, wie er einen Bierkrug stemmt, und die Simultan-Übersetzung übertönte selbst die Fragen von Zervakis und Opdenhövel, ein großes Durcheinander.
Diese zwei Stunden sahen zwar optisch ganz gut aus, aber von der Machart wirkte das Magazin dann doch so bieder wie in den 90ern.
Ein weiteres Problem: Wenn es schon nicht die jungen Leute interessiert – auch die älteren schalten kaum ein. Weil sie schlicht nicht ProSieben schauen, um solche Magazine zu sehen. Selbst wenn die Älteren vielleicht was mit dem Namen Zervakis (vorher: Tagesschau) anfangen können, für die Jungen ist sie vermutlich unbekannt.

Es heißt, die Verantwortlichen haben sich einen langen Atem versprochen. Den werden sie brauchen. Was sie aber noch mehr brauchen, sind frische Magazin-Ideen für 2021. Die sind ihnen bislang nicht eingefallen.

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