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Galileo Big Pictures: No Limits – 50 Bilder, die Grenzen überschreiten

Montag, den 15. Juni 2020
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SA 13.06.2020 | 23.25 Uhr | ProSieben

Das Foto eines jungen Mannes, der wochenlang auf hoher See mit seinem Schiff umhertrieb, bis man ihn irgendwann doch retten konnte. Das Bild eines Mannes, der im Garten Rasen mäht, während hinter ihm ein Tornado zu sehen ist. Das Bild eines Hundes, der eine große Radtour in China begleitete.

Auf ProSieben lief am späten Sonnabendabend ein Top-50-Ranking mit Fotos und deren Geschichten. “50 Bilder, die Grenzen überschreiten” hieß das Thema der Sendung “Galileo Big Pictures”.
Dabei handelte es sich aber eigentlich um ein ziemlich willkürliches Sammelsurium von 50 mehr oder weniger aufregenden Storys. Wieso jetzt die eine Geschichte auf Platz 41 landete und die andere auf Platz 25 ist vermutlich eher dem Zufall geschuldet.

Denn eigentlich ist “Galileo Big Pictures” eine mäßig kreative Möglichkeit, preiswert Sendezeit mit irgendwelchen Rankings zu füllen, die nicht so wirklich Rankings sind. Denn angesichts der Wahllosigkeit der Storys ist es auch nicht wirklich weltbewegend, welche Story denn nun auf Platz 1 liegen könnte. Deshalb sind viele der Geschichten selbst durchaus interessant, aber in der Gesamtheit ist diese drei Stunden lange Sendung dann doch belanglos.

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CashDay

Samstag, den 13. Juni 2020
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MI 10.06.2020 | 18.10 Uhr | ProSieben

Irgendwelche Lockvögel mit irgendwelchen Moderatoren im Hintergrund versuchen irgendwelche Leute in irgendwelchen Geschäften irgendwo in Deutschland reinzulegen. Und lassen sie sich reinlegen, können sie am Ende mit Quizfragen 500 Euro gewinnen.
Was wirklich sehr belanglos klingt und wie ein Format im Lokalfernsehen anmutet, war in Wirklichkeit eine Vorabend-Gewinnshow auf ProSieben. Allerdings sind vorsichtshalber nur drei Folgen mit je 25 Minuten produziert worden – und beim Start am Montag hatte man nicht mal in der Nachrichtenredaktion Bescheid gesagt, dass im Anschluss nicht “Die Simpsons” laufen, sondern “CashDay”. So was nennt man vermutlich heimlich versenden.

Was anderes hat dieses Sehr-Billig-Format aber auch nicht verdient. Die Sendung am Mittwoch bestand aus zwei Teilen. Eine Frau musste an einem Drive-In irgendwo in Deutschland (wo und was wollte man nicht verraten) sehr lang auf ihre Bestellung warten und bekam es mit einer extrem nervigen Bedienung zu tun. Weil die Frau dennoch durchhielt, durfte sie dann mit dem Moderator (Name vergessen) um 500 Euro (!) spielen. 500 Euro, das ist heutzutage im Fernsehshow-Business ja eher ein Trinkgeld.
Im zweiten Teil musste sich eine Dame von einem Lockvogel in irgendeinem Klamottenladen irgendwo in Deutschland reinlegen lassen. Sie durfte sich dann von irgendeiner anderen Moderatorin Fragen stellen lassen, um 500 Euro zu gewinnen.

Sind die Elemente mit der versteckten Kamera schon unlustig, so wahnsinnig uninteressant ist das Quiz danach. “CashDay” ist unfassbar belanglos. Weil Lockvogel und Moderation scheinbar vollkommen wahl- und konzeptlos wechseln, kann man als Zuschauer nicht mal eine Bindung aufbauen.
In den 80ern wäre das vielleicht ein harmloser Spaß im trutschigen ARD-Vorabendprogramm gewesen. Dass ProSieben die drei Sendungen ein bisschen beschämt im Vorabendprogramm versendete ist da nur folgerichtig.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 163

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Free European Song Contest 2020

Montag, den 18. Mai 2020
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SA 16.05.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Am Sonnabend wehte ein Hauch “TV total” durch Fernsehdeutschland.Da ist einerseits irgendwie nett. Aber andererseits fühlte man sich leicht in die Nuller-Jahre zurückversetzt.
Nur wenige Tage, nachdem klar war, dass der Eurovision Song Contest 2020 ausfallen wird, da tauchte Stefan Raab plötzlich wieder auf. Zumindest indirekt. ProSieben verkündete, dass am ursprünglichen ESC-Abend erstmals der Free European Song Contest stattfinden wird.
Blöd nur, dass die ARD als ESC-Rechteinhaberin ihren geplanten Sendeplatz natürlich trotzdem mit Inhalten füllen wollte, die für einen Ersatz sorgen sollte. So sendete ProSieben den FreeESC gegen den ErsatzESC der ARD.

ProSieben und Stefan Raab sorgen im Vorfeld der Show dafür, dass man über sie sprach, in dem darüber geschwurbelt wurde, wer denn für Deutschland antreten werde. Sollte etwa Stefan Raab sein Fernseh-Comeback feiern? Doch nachdem diese Gerüchte schon bei “The Masked Singer” schon falsch waren, war es auch beim FreeESC eher unwahrscheinlich, dass Raab dabei ist.
War er dann doch, aber nur kurz. Er trat in einem Spot als Nicole auf, wobei eigentlich gar nicht klar ist, ob dieser kleine Spot neu war oder aus dem “TV total”-Archiv stammt. Kam mir jedenfalls bekannt vor.

Am FreeESC nahmen 16 Künstler aus 16 Ländern teil. Also, irgendwie. Viel mehr handelte es sich bei den meisten Teilnehmern um deutsche Künstler mit Wurzeln in anderen Ländern. So trat unter anderem Nico Santos für Spanien an, Glasperlenspiel für Polen, Eko Fresh für die Türkei, Vanessa Mai für Kroatien oder Mike Singer für Kasachstan.
Ansonsten erinnerte das Konzept an den längst (und leider) eingestellten Bundesvision Song Contest, und die Einspieler, in denen die Länder vorgestellt wurden, waren uralt-witzige Filmchen im “TV total”-Stil, auch mit der Off-Stimme von damals. Ein bisschen plump.

Conchita Wurst und Steven Gätjen moderieren, wirkten dafür aber eher steif, Steven mehr als Conchina. Aber immerhin kam wenig Langeweile auf, die 16 Beiträge waren nach nicht mal ganz zwei Stunden gespielt. Für Deutschland trat erwartungsgemäß nicht Stefan Raab, sondern Helge Schneider auf.

Mit der Punktevergabe kam dann sogar wirklich noch ESC-Feeling auf. Allerdings hatte die einen großen Haken. Nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz gab es ein Televoting. Nur die Stimmen aus den drei Ländern kamen vom Publikum. Für die anderen 13 Länder stimmten einzelne Personen oder Familien ab. So meldete sich Lukas Poldolski für Polen aus der Türkei.
So hatte das Endergebnis einen Haken: Es gewann Nico Santos für Spanien. Das aber nur durch die vielen Einzelwertungen. In den drei Ländern mit Televoting gab es nämlich dreimal einen anderen Sieger. Immer gewann dort der Mond. Der Mond war nämlich auch vertreten, der aus der “The Masked Singer”-Show bekannte Astronaut gewann bei den Zuschauern. Dass sich hinter der Maske Max Mutzke verbarg, wurde seltsamerweise nicht aufgelöst und war schade für Mutzke.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder einen FreeESC geben. Wobei nicht klar ist, was den Wettbewerb denn nun “free” macht. Vielleicht: ohne feste Regeln. Schön wäre, wenn die Show 2021 nicht am selben Tag wie der echte Eurovision Song Contest laufen würde. Und noch schöner wäre, wenn es wieder den Bundesvision Song Contest gäbe. Und vielleicht könnte man ja daraus den ESC-Vorentscheid machen…

-> Die Show auf prosieben.de

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Joko & Klaas live: Männerwelten

Freitag, den 15. Mai 2020
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MI 13.05.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Joko und Klaas haben mal wieder für einen besonderen Moment im deutschen Fernsehen und im Netz gesorgt. Wieder haben sie es geschafft, mit ihrer Sendung “Joko & Klaas live” ins Gespräch zu kommen.

Wenn sie die Spiele in “Joko & Klaas gegen ProSieben” am Ende gewinnen, dann bekommen sie am Mittwochabend um 20.15 Uhr eine Viertelstunde Sendezeit, in der sie machen können, was sie wollen.
Am vergangenen Mittwoch schauten die beiden einfach das “RTL aktuell spezial” zur Coronakrise, das somit auch gleichzeitig bei ProSieben lief. Ein Klaumauk.

Doch diesmal wurde es ernst, und Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf traten in ihrer eigenen Sendung diesmal gar nicht auf. Vorher hieß es nur, dass sie nichts für schwache Nerven sei, dass man sich auf was gefasst machen solle.
Die Moderatorin und Autorin Sophie Passmann führte stattdessen durch eine Ausstellung namens “Männerwelten”. Thema: Wie Männer mit Frauen umgehen.
Zunächst zeigte Schauspielerin und Moderatorin Palina Rojinski Schwanzbilder. Sie erzählte davon, wie Männer ihr unaufgefordert Fotos von ihrem Penis schicken. Frauen, die in der Medien- und Entertainmentbranche arbeiten, lasen vor, mit welchen Äußerungen sie im Social Media mitunter konfrontiert werden. Wenn User sie aufs Übelste beschimpfen, dabei unter die Gürtellinie gehen, hochgradig beleidigend sind.
Später sind Chatverläufe vorgelesen worden, in denen Männer Frauen anmachen und ausfallend werden, wenn ihre Anmache erfolglos bleibt. Wobei: Ausfallend ist da ein sehr wohlwollendes Wort.
Später wandelte die Kamera an Frauen vorbei, die in einem Raum standen. Aus dem Off erzählten Stimmen, was ihnen widerfahren ist. Von Männern, die im Restaurant im Gespräch den Schwanz rausgeholt haben. Von ekeligen Belästigungen eines Taxifahrers. Von sexueller Belästigung beim Abiball. Von mehrfachen Vergewaltigungen.

In den 15 Minuten – eigentlich waren es sogar fast 17 – ging es um Männerwelten, die einfach nur widerlich sind. Es ging um eine Welt, in der Männer meinen, sie könnten mit Frauen alles machen. Diese 17 Minuten legten den Finger in eine Wunde, die immer noch klaffend ist. Denn immer noch werden Frauen belästigt. Sexuell, verbal, virtuell.
Diese 17 Minuten waren erschütternd. Sie waren drastisch, und zwar deshalb, weil diese drastischen Aussagen alle genauso geschehen sind.
Diese 17 Minuten führten uns vor Augen, dass es in unserer Gesellschaft noch viel zu tun gibt, wenn es um das Miteinander der Menschen geht.

Dass Joko und Klaas diese Primetime-Minuten dafür nutzten, ohne selbst aufzutreten, ist ein großer Verdienst. Mehr als zwei Millionen schauten live bei ProSieben zu. 2,7 Millionen Klicks hat das Youtube-Video bis zum späten Donnerstagabend erreicht, und auch auf anderen Social-Media-Kanälen wurde es geteilt.
So bekommt dieses Thema ein Aufmerksamkeit, die wichtig ist. Diese Sendung wird vielleicht nicht unmittelbar was verändern, aber es reicht schon, das Bewusstsein dafür in den Köpfen der Menschen einzupflanzen.

-> Die Sendung auf Youtube

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The Masked Singer

Mittwoch, den 29. April 2020
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DI 28.04.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Doch nicht Stefan Raab. Der seit 2015 vom Bildschirm verschwundene Moderator und Musiker steckte auch nicht im “Fauli Faultier”-Kostüm in der ProSieben-Show “The Masked Singer”.
Ich habe zwar nie wirklich dran geglaubt, dass Stefan Raab im Kostüm steckt, dafür klang seine Stimme viel zu selten nach dem Entertainer, aber immer wieder wurde mit dem Namen für die Show geworben. ProSieben konnte es nur recht sein.
Am Ende war es aber der Schauspieler und Musiker Tom Beck, der in Staffel 2 von “The Masked Singer” das Faultier spielte – und die Show gewann.
Auch Mike Singer war dabei, Gregor Meyle und Sonja Zietlow. In der Vorwoche schied Dieter Hallervorden aus. Angelo Kelly war auch dabei, musste aber wegen der Coronakrise passen. Viele große Namen, die ein paar Wochen Freude in die Wohnzimmer brachten.

In Zeiten des Coronavirus, wo es scheinbar kaum noch andere Themen gibt, wo zur besten Sendezeit zig Sondersendungen zur Krise laufen – da hatte ProSieben ein wunderbares Gegenmittel: Ablenkung und gutes Entertainment. Jeden Dienstag konnten sich die Zuschauer fallen lassen und drei Stunden mitraten, wer unter den aufwendigen Masken steckte. Promis machten sich wochenlang die Mühe, ihr Engagement geheim zu halten und unter den Kostümen große Shows zu bieten. ProSieben ist es zudem gelungen, viele hochkarätige Promis zu gewinnen. Am erstaunlichsten war natürlich die Leistung von Dieter Hallervorden, der mit Mitte Achtzig im Chamäleon-Kostüm wie ein junger Hüpfer wirkte – durch seine prägnante Stimme aber leicht zu erraten war. Worauf es da aber nicht ankam.

Dass auch diese Show ab der zweiten Sendung ohne Publikum auskommen musste, tat der Stimmung erstaunlicherweise keinen Abbruch. Mehr und mehr wurde der Einsatz von eingespieltem Applaus perfektioniert. Es wirkte, als ob wirklich Publikum im Studio ist. Normalerweise wäre eingespielter Applaus ein No-go, hier war er eine gute Entscheidung, weil auch nicht ganz übertrieben eingesetzt.
Zwischendurch musste die Show mehrere Wochen pausieren – wegen eines Coronafalls im Team, und wie sich jetzt herausstellte, war es Gregor Meyle, der sich das Virus eingefangen hatte.
Eine Show wie “The Masked Singer” ist sicherlich am Ende nicht systemrelevant. Andererseits sind auch solche SHows wichtig. Gute Stimmung, ein bisschen Ablenkung, können wir gerade immer gebrauchen.
Und deshalb: Danke für diese tolle Show!

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Late Night Berlin

Dienstag, den 7. April 2020
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MO 06.04.2020 | 23.10 Uhr | ProSieben

Die Bewohner der Alten- und Pflegeheime sind momentan besonders gefährdet, und deshalb dürfen sie momentan keinen Besuch bekommen. Man kann aber trotzdem an sie denken und etwas für sie tun.
Überraschenderweise kommt eine entsprechende Aktion von “Late Night Berlin” auf ProSieben.

Klaas Heufer-Umlauf stellt sich mit dem “Musikantenbus” auf eine Straße vor einem Altersheim. Auf dem Dach stehend spricht er per Mikrofon mit den Bewohnern, die am Fenster stehen. Ob ihn denn jemand kenne, der oder solle solle mit der Hand aufzeigen. Niemand hob die Hand.
Aber er hatte noch ein Ass im Ärmel, denn Stefanie Hertel kletterte nun aufs Dach, und sie sang ein Ständchen für die Bewohner. Die bekamen plötzlich ein exklusives Stefanie-Hertel-Konzert direkt vor ihrem Fenster. Sie lachten, sie tanzten und hatten ein paar Minuten Spaß.

Ganz ohne Ironie oder Sarkasmus. In einer Show, die sich eigentlich an die Jugend richtet, sang Stefanie Hertel ihren Song für die Senioren. Und der Jugend wurde so auch noch mal gezeigt, was denn alles möglich ist, um den Senioren eine Freude zu machen – und um überhaupt an die Lage der Senioren zu erinnern.
Eine wirklich schöne Aktion!

-> Der Beitrag auf Youtube

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Check Check

Mittwoch, den 1. April 2020
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MI 01.04.2020 | 21.20 Uhr | ProSieben

Jan Rothe (Klaas Heufer-Umlauf) liebt Berlin, und eigentlich will er da auch nicht weg. Jetzt aber wird es Zeit, mal seinen Vater in der alten Heimat zu besuchen. Er war schon ziemlich lange nicht mehr in seinem Dorf Simmering. Aber Jan muss feststellen, dass sein Vater Udo (Uwe Preuss) alt geworden ist – und vergesslich. Udo leidet an Demenz. Er soll in ein Altersheim. Als Jan aber sieht, wie schlecht es seinem Vater dort geht, entscheidet er sich, zu ihm zu ziehen. Raus aus der Großstadt, rein in die Provinz.
Nun muss sich Jan dort natürlich auch noch einen Job suchen – und findet ihn auf dem Kleinflughafen Simmering – von dem am Tag nur wenige Flüge gehen. So richtig Bock hat er auf den Job auch nicht – das ändert sich, als die Schließung des Mini-Airports droht.

“Check Check” heißt die zehnteilige Serie, die bereits 2019 auf Joyn zu sehen war und nun auch bei ProSieben startet. Klaas Heufer-Umlauf zeigt hier, dass er mehr kann als nur Gags zu machen. Denn “Check Check” ist, anders als an vielen Stellen angekündigt, nicht nur eine Comedyserie. Sie schafft den interessanten Spagat zwischen Humor und Ernst. Denn wenn auch zwischen Jan und seinem Vater Udo durchaus lustige Dialoge und Momente aufkommen, so ist Udos Demenz sehr einfühlsam dargestellt worden.
Die Geschichte von Vater und Sohn ist von den Autoren ernstgenommen worden, es ging aber darum, diesem Schicksal auch etwas Lustiges abzugewinnen. Und das macht diese sehr sehenswerte Serie aus.

-> Die Serie bei Joyn

Hits: 281