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FameMaker

Montag, den 21. September 2020
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DO 17.09.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Langsam wird es albern. Stefan Raab ist seit Jahren nicht mehr im Fernsehen präsent, und bei ProSieben muss man zu Beginn der neuen Show “FakeMaker” nun raunen, Stefan Raab sitze wahrhaftig in der Regie und fresse Chips.
Ist ja ‘n Ding.
Was will uns ProSieben damit sagen? Dass “FameMaker” gut sein muss, weil sich Stefan Raab auf dem Studiogelände befindet?
Raab ist Produzent der Show, und vermutlich hat er sie sich auch mehr oder weniger ausgedacht. Aber dieses Raab-ist-da-aber-nicht-vor-der-Kamera-aber-in-der-Regie-Geraune ist langsam peinlich.

Das Besondere an “FameMaker”: Leute behaupten, sie können singen. Ob sie es wirklich können, wissen wir aber erstmal nicht, weil sie schalldicht unter einer Haube singen. Keiner kann sie hören.
Die Juroren Luke Mockridge, Carolin Kebekus und Teddy Teclebrhan müssen anhand der Bewegungen urteilen, ob der- oder diejenige singen kann.
Kommt dir bekannt vor? Vor gerade mal einem Monat lief bei RTL eine ganz ähnliche Show: “I can see your Voice”, und diesmal ist es ProSieben, die mit einer ganz ähnlichen Show nachkleckern. Die erste Folge lief am Donnerstagabend.

Und sie ist sehr still. Weil wir ja keinen singen hören. Dafür muss die Jury eben ein bisschen mehr rumkaspern, und wenn sie jemanden weiterwählen, wer eigentlich nicht singen kann, ist das Geschrei groß.

Eigentlich ist das ja eine witzige Idee. Die Frage ist nur: Was passiert nach dem Casting? Jeder, der weiter gekommen ist – egal, ob er/sie singen kann oder nicht – präsentiert in den weiteren Runden Songs. Die wir dann aber hören können. Wo ist da dann aber der Reiz? Ist “FameMaker” dann nicht wie jede andere Castingshow?
Das macht “FameMaker” einmalig zu einem netten Ereignis, trägt aber nicht für fünf Shows, weil das Konzept dann doch schneller unspannend ist, als es sich die Macher wünschen. Dass dort ein Fame rauskommt – wohl eher nicht.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 145

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Joko & Klaas live: A short Story of Moria

Freitag, den 18. September 2020
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MI 16.09.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Dass die Situation im griechischen Flüchtlingslager Moria schlimmer sein muss, war uns klar denkenden Menschen ziemlich klar. Wie furchtbar es ist, wie dramatisch, wie grauenvoll – das haben uns am Mittwochabend Joko und Klaas gezeigt. Auf ProSieben. Am Mittwochabend. Zur Primetime.

Derzeit läuft dienstagabends wieder “Joko & Klaas gegen ProSieben”. Wenn sie gewinnen, dann bekommen sie am nächsten Tag um 20.15 Uhr genau 15 Minuten Zeit, in denen die beiden machen können was sie wollen. In “Joko & Klaas live” gab es schon Quatschaktionen und bemerkenswerte Momente.
Und diesmal: Moria.

Schon nach der Aufzeichnung der Show vor einem Monat war klar, dass man für die 15 Minuten etwas zu Moria machen wolle. Das Ziel: mehr Aufmerksamkeit. Das Großfeuer sorgte dafür bereits, dennoch sei diese Doku wichtig, so Joko Winterscheidt. “Wir wollen, dass künftig jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren. Nur zwei Flugstunden entfernt.”
In der #MoriaStory geht es um Milad Ebrahimi (21), er kam aus Afghanistan. Er erzählt davon, wie sein Boot nicht an die Küste durfte. Wie es im Wasser trieb. Tagelang. Ohne essen und trinken. Wir sehen die schlimmen Zustände. Tausende Menschen, viel, viel, viel mehr eigentlich ins Camp passen. Wir sehen Polizisten, die mit Tränengas auf Menschen schießen, die auf der Flucht vor dem Feuer sind. Tränengas gegen Kinder.
Das ist Europa. Unweit davon machen Touristen Urlaub.

Es sind Bilder, die aufrütteln. Vielleicht können sie etwas bewegen, und wenn es nur im Denken der Menschen ist.
Das Besondere an dieser Doku: Keiner hat mit ihr gerechnet. Es gibt solche Bilder sicherlich schon. Aber niemand aus der jungen Zielgruppe wird dafür Politmagazine einschalten. Dass sie nun damit überraschenderweise konfrontiert werden, das ist gut und richtig.
Und wenn die Politik dadurch und durch mehr Druck aufgerüttelt wird, wenn dadurch eventuell in Europa doch mehr Flüchtlinge aufgenommen werden, dann hat diese Doku ihren Sinn erfüllt.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 146

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Big Performance – Wer ist der Star im Star?

Montag, den 14. September 2020
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SA 12.09.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Stars verstecken sich hinter und unter Masken und Kostüme, treten auf einer Bühne auf, um zu singen, und eine Jury muss raten, wer sich denn hinter der Maske verbirgt.
Meeeensch, da hat sich RTL ja was echt Innovatives… ähm…
Also, eigentlich hat sich RTL viel mehr ein bisschen über den Erfolg von “The Masked Singer” bei ProSieben geärgert und jetzt eine eigene Version davon an den Start gebracht.
Am Sonnabendabend lief Folge 1 von “Big Performance – Wer ist der Star im Star?”.

Na gut, RTL hat schon noch ein bisschen was anders gemacht. In “Big Performance” sind die Stars nicht hinter aufwändigen Kostümen versteckt, sondern hinter aufwändigen Masken. Die Stars treten als andere Stars auf.
Und dennoch: Die Show wirkt wirkt abgekupfert und kommt im typischen RTL-Style daher. Die Stimme aus dem Off scheint inzwischen in jeder Sendung dieselbe zu sein. Daniel Hartwich hatte scheinbar auch noch nichts vor, um die 12. RTL-Show zu moderieren, und die Jury rätselte wie die bei ProSieben – nur nicht so lustig.

Das ist das Stichwort. Nicht so lustig. Nicht so frisch. Nicht so spritzig. Der RTL-Abklatsch wirkt stattdessen routiniert, und insbesondere bei der Enthüllung gibt es Längen, weil das Abnahmen der Maske ewig dauert.
Hinter der Maske von Prince versteckte sich Prince Damian. Ach, guck.
Da schaut man letztlich dann doch lieber das Original, und von “The Masked Singer” gibt es auf ProSieben ja wohl auch noch in diesem Herbst neue Folgen.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 120

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Grimme-Preis 2020

Dienstag, den 25. August 2020
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FR 21.08.2020 | 22.25 Uhr | 3sat

Normalerweise wird der Grimme-Preis immer im März vergeben. Doch in diesem Jahr ist nichts normal. Coronavirus. Auch der Ersatztermin im August ist gestrichen worden.
Deshalb gab es die Verleihung am Freitagabend bei 3sat als Doku. Moderator Jo Schück reiste zu den Preisträgern überreichte ihnen den Grimme-Preis und redeten ein wenig über die Werke, für die sie ausgezeichnet worden sind.

Klaas Heufer-Umlauf empfing Jo Schück auf einem Steg irgendwo in Brandenburg. Er (und sein Team) bekam den Preis für “Joko & Klaas live”, die 15-Minuten-Sendung bei ProSieben, die sie für Aktionen aller Art nutzen. Nicolas Puschmann, der Prince Charming, empfing Jo Schück in einer Hotelbar. Für die erste schwule Datingshow gab es auch den Grimme-Preis – völlig zurecht, denn in der Reihe ging es nicht nur ums Verkuppeln, sondern auch um Toleranz – und auch um Liebe. Bürger Lars Dietrich traf Jo Schück auf einer Art Lagerhalle, er bekam den Preis für die Kinder-Musiksendung “Leider laut” im KiKA.
Preise gingen auch an die Serien “Skyline”, “How to sell Drugs online (fast)”, “Der Pass”, den Film “Hanne”, an “Chez Krömer” und viele andere.

Dass die Verleihung diesmal nicht im Rahmen einer Gala geschah, ist natürlich schade. Das aber vor allem für die Ausgezeichneten. Denn natürlich ist es festlich, wenn man irgendwo zusammenkommt und feiert.
Für den Zuschauer war die Doku aber vielleicht sogar unterhaltsamer. Denn Jo Schück reiste dafür durch Deutschland, traf verschiedene Leute und führte spannende Gespräche in abwechslungsreichen Kulissen.

Hits: 143

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Die! Herz! Schlag! Show!

Mittwoch, den 15. Juli 2020
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MO 13.07.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Bloß! Nicht! Außer! Atem! Kommen! Darum! Geht! Es! In! Der! Neuen! Show! Von! Pro! Sieben! Die! Am! Montag! Abend! Erstmals! Zu! Sehen! War!
Und bist du jetzt auch schon vom bloßen Lesen so fertig wie ich?

“Die! Herz! Schlag! Show!” heißt die neue Idee, bei der es darum geht, den Puls so niedrig wie möglich zu halten. Nun könnte man ja denken, dass dabei genau so eine langweilige Sause rauskommt, wie in “Wer schläft, verliert!”, wo alle Kandidaten die ganze Zeit total dröge, weil sie ja auch wirklich total müde waren.
Ganz anders am Montagabend. Denn die Spiele sorgten dafür, dass es für die Kandidaten gar nicht so einfach war, den Puls niedrig zu halten.

Zu Gast waren u.a Simon Gosejohann, Nico Santos und Lilly Becker, und sie hatten ganz schön zu tun, um nach den Spielen nicht zu pumpen wie ein Maikäfer oder einen Herzschlag zu bekommen, der sie rasend machte.
Es ging um das Rückwärtsbuchstaben, sie mussten Dinge so leise wie möglich machen, sie mussten ihren Puls den Beats eines Songs anpassen – also durchaus auch mal beschleunigen -, oder sie mussten ihren Puls den der Mitspieler anpassen.
So ging es mal um Schnelligkeit, mal um Langsamkeit oder auch um Genauigkeit. Eine schöne Abwechslung, und schön, dass es im Abendprogramm bei ProSieben nicht nur Sommerloch-Wiederholungen gibt.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 175

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Galileo Big Pictures: No Limits – 50 Bilder, die Grenzen überschreiten

Montag, den 15. Juni 2020
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SA 13.06.2020 | 23.25 Uhr | ProSieben

Das Foto eines jungen Mannes, der wochenlang auf hoher See mit seinem Schiff umhertrieb, bis man ihn irgendwann doch retten konnte. Das Bild eines Mannes, der im Garten Rasen mäht, während hinter ihm ein Tornado zu sehen ist. Das Bild eines Hundes, der eine große Radtour in China begleitete.

Auf ProSieben lief am späten Sonnabendabend ein Top-50-Ranking mit Fotos und deren Geschichten. “50 Bilder, die Grenzen überschreiten” hieß das Thema der Sendung “Galileo Big Pictures”.
Dabei handelte es sich aber eigentlich um ein ziemlich willkürliches Sammelsurium von 50 mehr oder weniger aufregenden Storys. Wieso jetzt die eine Geschichte auf Platz 41 landete und die andere auf Platz 25 ist vermutlich eher dem Zufall geschuldet.

Denn eigentlich ist “Galileo Big Pictures” eine mäßig kreative Möglichkeit, preiswert Sendezeit mit irgendwelchen Rankings zu füllen, die nicht so wirklich Rankings sind. Denn angesichts der Wahllosigkeit der Storys ist es auch nicht wirklich weltbewegend, welche Story denn nun auf Platz 1 liegen könnte. Deshalb sind viele der Geschichten selbst durchaus interessant, aber in der Gesamtheit ist diese drei Stunden lange Sendung dann doch belanglos.

Hits: 217

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CashDay

Samstag, den 13. Juni 2020
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MI 10.06.2020 | 18.10 Uhr | ProSieben

Irgendwelche Lockvögel mit irgendwelchen Moderatoren im Hintergrund versuchen irgendwelche Leute in irgendwelchen Geschäften irgendwo in Deutschland reinzulegen. Und lassen sie sich reinlegen, können sie am Ende mit Quizfragen 500 Euro gewinnen.
Was wirklich sehr belanglos klingt und wie ein Format im Lokalfernsehen anmutet, war in Wirklichkeit eine Vorabend-Gewinnshow auf ProSieben. Allerdings sind vorsichtshalber nur drei Folgen mit je 25 Minuten produziert worden – und beim Start am Montag hatte man nicht mal in der Nachrichtenredaktion Bescheid gesagt, dass im Anschluss nicht “Die Simpsons” laufen, sondern “CashDay”. So was nennt man vermutlich heimlich versenden.

Was anderes hat dieses Sehr-Billig-Format aber auch nicht verdient. Die Sendung am Mittwoch bestand aus zwei Teilen. Eine Frau musste an einem Drive-In irgendwo in Deutschland (wo und was wollte man nicht verraten) sehr lang auf ihre Bestellung warten und bekam es mit einer extrem nervigen Bedienung zu tun. Weil die Frau dennoch durchhielt, durfte sie dann mit dem Moderator (Name vergessen) um 500 Euro (!) spielen. 500 Euro, das ist heutzutage im Fernsehshow-Business ja eher ein Trinkgeld.
Im zweiten Teil musste sich eine Dame von einem Lockvogel in irgendeinem Klamottenladen irgendwo in Deutschland reinlegen lassen. Sie durfte sich dann von irgendeiner anderen Moderatorin Fragen stellen lassen, um 500 Euro zu gewinnen.

Sind die Elemente mit der versteckten Kamera schon unlustig, so wahnsinnig uninteressant ist das Quiz danach. “CashDay” ist unfassbar belanglos. Weil Lockvogel und Moderation scheinbar vollkommen wahl- und konzeptlos wechseln, kann man als Zuschauer nicht mal eine Bindung aufbauen.
In den 80ern wäre das vielleicht ein harmloser Spaß im trutschigen ARD-Vorabendprogramm gewesen. Dass ProSieben die drei Sendungen ein bisschen beschämt im Vorabendprogramm versendete ist da nur folgerichtig.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 185