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Check Check

Mittwoch, den 1. April 2020
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MI 01.04.2020 | 21.20 Uhr | ProSieben

Jan Rothe (Klaas Heufer-Umlauf) liebt Berlin, und eigentlich will er da auch nicht weg. Jetzt aber wird es Zeit, mal seinen Vater in der alten Heimat zu besuchen. Er war schon ziemlich lange nicht mehr in seinem Dorf Simmering. Aber Jan muss feststellen, dass sein Vater Udo (Uwe Preuss) alt geworden ist – und vergesslich. Udo leidet an Demenz. Er soll in ein Altersheim. Als Jan aber sieht, wie schlecht es seinem Vater dort geht, entscheidet er sich, zu ihm zu ziehen. Raus aus der Großstadt, rein in die Provinz.
Nun muss sich Jan dort natürlich auch noch einen Job suchen – und findet ihn auf dem Kleinflughafen Simmering – von dem am Tag nur wenige Flüge gehen. So richtig Bock hat er auf den Job auch nicht – das ändert sich, als die Schließung des Mini-Airports droht.

“Check Check” heißt die zehnteilige Serie, die bereits 2019 auf Joyn zu sehen war und nun auch bei ProSieben startet. Klaas Heufer-Umlauf zeigt hier, dass er mehr kann als nur Gags zu machen. Denn “Check Check” ist, anders als an vielen Stellen angekündigt, nicht nur eine Comedyserie. Sie schafft den interessanten Spagat zwischen Humor und Ernst. Denn wenn auch zwischen Jan und seinem Vater Udo durchaus lustige Dialoge und Momente aufkommen, so ist Udos Demenz sehr einfühlsam dargestellt worden.
Die Geschichte von Vater und Sohn ist von den Autoren ernstgenommen worden, es ging aber darum, diesem Schicksal auch etwas Lustiges abzugewinnen. Und das macht diese sehr sehenswerte Serie aus.

-> Die Serie bei Joyn

Hits: 91

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The Mandalorian

Dienstag, den 24. März 2020
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SO 22.03.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Zur besten Sendezeit: ProSieben hat am Sonntagabend eine 35 Minuten lange Dauerwerbesendung ausgestrahlt. Sie trug den aufregenden Namen “The Mandalorian”.
Diese Dauerwerbung kam in Verkleidung einer Serie daher. “Star Wars”-Fans haben sich gefreut, denn die Serie spielt fünf Jahre nach “Die Rückkehr der Jedi-Ritter”. Es geht um einen Auftagskiller, der sich durch die Galaxie bewegt und mordet.
Sehr, sehr spannend, diese erste Folge.

ProSieben zeigt Folge 2 übrigens: nicht.
“The Mandalorian” hat zwar acht Folgen, aber nur Folge 1 lief auf ProSieben. Den ganzen Rest gibt es nur beim neuen Streamingdienst Disney+. Wer den abonniert, kann auch sehen, wie es weitergeht.

Für ProSieben und Disney+ war das ein Megaerfolg. 3,53 Millionen Menschen sahen zu – wenn ein Zehntel davon Disney+ abonnieren, ist das vermutlich gut.
Dass diese Sendung aber als normaler Serienstart durchging, ist erstaunlich.

Hits: 112

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9 Tage wach

Donnerstag, den 19. März 2020
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SO 15.03.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Ohne seine Drogen geht nichts mehr. Schon mit 14 hat Eric (Jannik Schümann) begonnen, Crystal Meth zu konsumieren. Er lebt bei seiner Mutter (Heike Makatsch) und seinem Stiefvater (Benno Fürmann) in einer sächsischen Kleinstadt. Er tanzt in den Clubs, ganze Nächte lang. Und irgendwann steht er vor Gericht, nachdem er geklaut hat und gewalttätig wurde. Das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als er auf einer Schauspielschule angenommen wird. Er ist auf Bewährung frei, aber seine Drogensucht macht ihm sowohl mit seiner Freundin (Peri Baumeister) als auch auf der Schule immer mehr Schwierigkeiten. Er hat sich kaum noch im Griff.

Es geht bei “9 Tage wach” gar nicht mal darum, dass man gespannt ist, was kommt. Irgendwie weiß man, was kommt, wenn einen die Drogen im Griff haben. Aber dieser dramatische Film von Damian John Harper zeigt durchaus deutlich, was passiert, wenn man sich dermaßen abschießt. Eric wird aggressiv, sein Leben droht aus den Fugen zu geraten. Probleme zu Hause, Probleme auf der Schauspielschule, Probleme in seiner Beziehung.
Wie Jannik Schümann diesen von der Sucht durchfressenen jungen Mann spielt, ist fesselnd. Denn der Film ist relativ schonungslos – ob ein ein Happy End gibt, bleibt unklar.
“9 Tage wach” ist die filmische Umsetzung des Buches von Eric Steinfest. Der Schauspieler (“Gute Zeiten, schlechte Zeiten”) litt tatsächlich jahrelang unter seiner Drogensucht, und dieses Buch war gewissermaßen seine Lebensbeichte.

-> Der Film bei Joyn

Hits: 123

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Wer schläft, verliert!

Dienstag, den 17. März 2020
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SA 14.03.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Das hat man bei ProSieben wohl nicht ganz zu Ende gedacht, obwohl die Idee spannend klingt. Acht Promis durften 60 Stunden nicht schlafen. Nach diesen 60 Stunden mussten durften sie dann in die Fernsehshow “Wer schläft, verliert!” live am Sonnabendabend bei ProSieben.

In der Show ging es einerseits darum, zu schauen, wie gut es ihnen nach diesen 60 Stunden wach geht, was sie noch können, was schwierig für sie ist oder ob sie gar einschlafen.
Und da saßen sie nun: Simon Gosejohann, Wayne Carpendale, Paula Lambert, Candy Crash, David Odonkor, Manuel Cortez, Natascha Ochsenknecht und Cheyenne Ochsenknecht. Alle müde. Alle matt. Alle dösig.
Das kann lustig sein. Was man aber offenbar nicht bedachte: Das kann auch extrem, nun ja, ermüdend sein.
Wenn man drei Stunden Stars ansehen darf, die wie ein Schluck Wasser auf den Stühlen rumlümmeln, dann ist das nicht gerade aufbauend. Und das alles – aber dafür konnte ja ProSieben nichts – ohne Publikum, weil das in der Coronakrise nicht mehr erlaubt ist. Es herrschte somit drei Stunden lang eine dösige Ruhe.

Die Promis durften Federn von A nach B pusten, sie mussten sich Dinge merken und andere ganz spannende Dinge. Nach 60 Stunden wach reagierte der eine oder die andere schon leicht gereizt: „Ich dachte, wir nehmen hier an einem wissenschaftlichen Experiment teil! Was soll das denn?“, nölte Paula Lambert, und eigentlich war das viel spannender als die Spiele selbst.
Wer verlor, der musste sich in ein Bett legen – und durfte auch dort nicht einschlafen. Denn wer einschlief, sollte verlieren. Das Problem: Es schlief keiner ein.
Als alle Spiele gespielt waren, mussten deshalb alle Kandidaten ins Bett. Das war der interessanteste Augenblick der Show, denn sie drohte zu eskalieren. Denn die Promis hatten eigentlich keine Lust, sich im Studio schlafen zu legen. Die Show war schon am Überziehen, und wie lange die Promis ins Bett müssen, mit Tuch überm Kopf und Kopfhörer, konnte oder wollte Moderator Thore Schölermann nicht sagen. Stundenlang könne das dauern. Woraufhin Wayne Carpendale genervt mitteilte, er würde jetzt nach Hause gehen. Schölermann – sehr verdutzt- musste ihn ziehen lassen, und als auch Candy Crush gehen wollte, ging es erst mal in die Werbung.

Dabei war der Clou ein anderer, und Thore Schölermann hatte es auch in der Show erwähnt. Denn wenn er “La Le Lu” singt, müssen die Promis aufspringen und einen Buzzer drücken. Daran müssen sie sich aber erinnern, und offenbar hat der Moderator das an der Stell extra nicht erwähnt.
Als die sechs restlichen Promis dann wirklich ins Bett gingen, pennte Simon Gosejohann auch gleich ein und wach auch nicht auf, als Thore Schölermann tatsächlich begann, zu singen.
Natascha Ochsenknecht war es, die aufsprang – und dann gewann. Und das, obwohl sie zwei Stunden verdunkelt im Bett lag und auch nach 63 Stunden nicht einschlaf. Eine echte Konzentrationsleistung.

“Wer schläft, verliert!” war die vermutlich wunderlichste Show des Jahres, und es wirkte am Ende, als ob alle Beteiligten – auch der Moderator – froh waren, dass sie endlich nach Hause gehen dürfen.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 112

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Late Night Berlin

Dienstag, den 10. März 2020
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MO 09.03.2020 | 23.10 Uhr | ProSieben

“Natürlich war unser erster Reflex zu sagen: ‘Ja, wir machen wir hier ja nur Quatschfernsehen. Um Gottes Willen, wir sind ja keine Journalisten, die ausschließlich der Wahrheit verpflichtet sind.”

Nach der Recherche des Funk-Magazins “STRG_F”, dass bei Joko und Klaas Beiträge gefaked worden sind, dass bei “Late Night Berlin” der Fahrraddieb gar kein Fahrraddieb war, obwohl behauptet worden ist, dass alles so abgelaufen sei.
Die Aufregung war – völlig zurecht – groß. Auch in einem Unterhaltungsformat sollte man schauen, wie weit man die Wahrheit sich hinbiegen darf. An welcher Stelle die Wahrheit vielleicht doch eine Rolle spielen könnte.
Deshalb ist mit Spannung erwartet worden, ob Klaas Heufer-Umlauf am Montagabend in der neuen Ausgabe von “Late Night Berlin” ein Statement abgeben wird.

Und tatsächlich frotzelte er ein wenig rum, aber im Kern hatte er dennoch ernte Worte zu sagen.
“Trotzdem – und das will ich hier klar und deutlich sagen – sind wir in einzelnen Fällen über dieses Ziel hinausgeschossen. So zum Beispiel beim Fahrraddieb. Alles war so schön geplant, so schön vorbereitet. Nur eines, das konnten wir wirklich nicht ahnen, dass ausgerechnet in dieser Nacht in Berlin keiner kommt, um ein Fahrrad zu klauen. (…) In dem Fall haben wir deutlich so anders dargestellt, dass man es auch nicht so einfach mit einem ‘Ist ja nur Unterhaltung’ wegwischen kann. Ich kann auch jeden verstehen, der davon enttäuscht wurde. Dafür möchte ich mich – ernst gemeint und ohne jede Ironie – entschuldigen. Das war ohne Wenn und Aber ein Fehler und wird so auch nicht mehr vorkommen.”

Zum “Duell um die Welt” hat er nichts gesagt. Und Klaas Heufer-Umlauf hat auch deutlich gemacht, dass man unterhalten wolle, es sei Entertainment, dass er und seine Leute das Fernsehen lieben.
Dass er den Fake so zugegeben hat, dass er deutlich macht, dass es so nicht in Ordnung war, das ist gut.
So gut und richtig es ist, dass Medien so etwas aufdecken, so gut und richtig ist es auch, um Entschuldigung zu bitten und es danach besser zu machen.

Hits: 141

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STRG_F: Joko und Klaas – So faken sie ihre Videos

Freitag, den 6. März 2020
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DI 03.03.2020 | 17.00 Uhr | Funk

“Late Night Berlin” und “Duell um die Welt” mit Joko und Klaas sind Unterhaltungsshows. Ganz klar. Aber wie wahrhaftig muss so eine Unterhaltungsshow sein? Wenn man den Zuschauern sagt, dies und das sei genau so geschehen – ist es dann nicht schlimm, wenn dies und das eben nicht so geschehen ist, wie man es den Zuschauern weismachen will?

Das Recherchemagazin “STRG_F” der ARD/ZDF-Jugendplattform Funk hat am Dienstagnachmittag für Wirbel gesorgt. “Joko und Klaas: So faken sie ihre Videos” ist der Titel eines Beitrages, der es in sich hat.

Die Vorwürfe: In “Late Night Berlin” gab es einen Beitrag, wo ein Fahrraddieb auf frischer Tat erwischt und ihm durch aufwendige Aktionen sein Tun verdeutlicht worden ist. Die Szene ist mindestens zweimal gedreht worden, der Dieb war somit nicht echt, eingeweiht oder ein Schauspieler.
Ein Tinder-Date in “Late Night Berlin”, das sehr außergewöhnlich verlief, soll unecht gewesen sein, die überraschte Frau sei eine Schauspielerin gewesen. Zeugen berichteten von den Dreharbeiten.
Ein Ballonflug im “Duell um die Welt” kann so nicht stattgefunden haben. Schauspieler Edin Hasanović soll angeblich hoch oben alleine gelassen worden sein. Aber war das wirklich so? War seine Panik nicht echt? Es gibt großen Zweifel.
Sophia Tomallas “Entführung” quer durch Europa hat so nicht stattgefunden, die wurde an mehreren Tagen gedreht. Dass sie vom blinden Fallschirmsprung nichts wusste, darf bezweifelt werden.

Das sind harte Vorwürfe gegen Joko und Klaas, gegen die Produktionsfirma Florida TV und gegen ProSieben, wo das alles lief.
Man gibt sich verschnupft, räumt dies und das kleinmütig ein, aber es wirkt, als sei man verwundert, dass man sich darüber aufrege, dass in Unterhaltungssendungen nicht alles so verläuft, wie man das weismacht. Ist doch nur Unterhaltung!

Nein!
Darf Unterhaltung nicht wahrhaftig sein? Darf man die ganze Zeit so tun, als sei das alles wirklich so geschehen, wenn es so gar nicht war?
Die Antwort ist klar.
Denn ein Einspielfilm wie der mit dem Fahrraddieb in “Late Night Berlin” wäre nicht mehr halb so lustig, wenn man wüsste, dass das alles gefaked ist. Im Grunde ist das alles dann nur noch Theater.
Dasselbe gilt beim “Duell um die Welt”. Der Film mit dem Heißluftballon wäre nicht weniger lustig gewesen, wenn man am Ende aufgeklärt hätte, dass Edin Hasanović hätte gar keine Angst haben müssen, weil man diese und jede Maßnahmen getroffen hätte. So hätte man die Zuschauer unterhalten, es wäre immer noch spannend gewesen, und am Ende hätte man augenzwinkernd Fakten geschaffen.
Mätzchen wie die Entführungs-Europatour kann man sich dann dagegen sparen, denn wenn sie so nicht stattgefunden haben, funktionieren sie eben nicht.

Hier geht es um Glaubwürdigkeit, und da ist es schlicht egal, ob es sich um Unterhaltungsfernsehen handelt. Und da geht es auch nicht um Schnittbilder, die auch in gewisser Hinsicht “unecht”, aber eben nicht grundsätzlich eine Lüge sind. Wenn man einen Fahrraddieb auf den Arm nehmen will, dann muss das eben echt sein. Ist es nicht echt, kriegt man es auf echtem Weg nicht hin, dann muss man es halt lassen. Oder am Ende sagen: “So hätte das ablaufen können, wenn…”
Joko und Klaas stehen für gute Unterhaltung, sie stehen aber auch für Glaubwürdigkeit. Nun aber stehen alle ihre Aktionen unter einem anderen Eindruck.
War neulich die Bestrafungsaktion für den Schlüsseldienst echt? War der Typ echt? Ist Charlotte Roche wirklich mit bloßer Haut Bungee gesprungen?
Am Montag war Kurt Krömer zu Gast bei “Late Night Berlin”. Krömer und Klaas zofften sich, Krömer schlug um sich und zerstörte Studiomobilar. Wirkte wie Fake. War sicherlich Fake. Aber auch diese Aktion ist am Ende nicht aufgelöst worden. In diesem Fall war die Aktion eh absurd und übertrieben – und auch typisch Krömer – aber in irgendeiner Art und Weise hätte man das am Ende ja dennoch auflösen können. Alles davor wäre nicht weniger lustig gewesen.

Es ist spannend, ob und wie Joko und Klaas auf die Fakevorwürfe reagieren. Sie müssen reagieren. Und sie müssen Konsequenzen ziehen.
Ich bin großer Fan von ihren Aktionen und Sendungen. Wenn da jetzt ein großer Schatten drauf läge, dann wäre das unglaublich schade. Aber so kann das jedenfalls nicht weitergehen, wenn alle “STRG_F”-Vorwürfe stimmen.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 178

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Werbung: Parship

Dienstag, den 4. Februar 2020
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SO 02.02.2020 | 4.20 Uhr (Mo.) | ProSieben

Wenn in Deutschland der SuperBowl übertragen wird, dann ist Parship nicht weit. Die Partnervermittlung verstopft seit Jahren die vielen Werbeblöcke während dieser Nacht.
Der SuperBowl ist auch in Deutschland immer erfolgreicher. Am Sonntag waren bei ProSieben weit nach Mitternacht mehr als 2 Millionen Menschen dabei. Das ist auch Ergebnis dessen, dass man bei ProSieben und ProSieben Maxx erkannt hat, dass Football eine lukrative Sportart ist und jeden Sonntag live überträgt. Das Finale ist dadurch auch hierzulande ein echtes Finale.

Die Spots der Partnervermittlung haben in den vergangenen Jahren immer ziemlich genervt. Aber auch bei Parship scheint man gemerkt zu haben, dass man es auch anders machen kann. Und so gab es diverse Spots, in denen im Vordergrund ein Mann oder eine Frau irgendwas Tolles über das Portal erzählt hat, während hinten ein Footballer rumturnte.
Als um 4.20 Uhr der (vermutlich) letzte Spot über den Bildschirm lief, deckte der Footballer die Frau zu, die sich inzwischen nach dem langen Spiel auch schlafen gelegt hatte.
Ich melde mich da trotzdem nicht an. Auch wenn’s lustig war…

Hits: 94