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Wer stiehlt mir die Show?

Donnerstag, den 14. Januar 2021
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DI 12.01.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Ist ja schon irgendwie blöd, wenn man selbst nicht so genau weiß, wie die Sendung eigentlich heißt, in der man da gerade rumsitzt. Stiehl mir nicht die Show! Ich stehe dir die Show! Oder eben so ähnlich.
Dabei heißt die Show ganz genau “Wer stiehlt mir die Show?”. Sie läuft dienstagabends auf ProSieben – und es ein echter Lichtblick in der zunehmend öden Show-Landschaft in Deutschland.

Der Titel ist auch die zentrale Frage der Show. Denn Joko Winterscheidt moderiert die Sendung zwar, es kann aber sein, dass er sie am Ende verliert und am Dienstag danach zum Rateteam gehört und stattdessen der Gewinner beim nächsten Mal vorne steht.
Das ist schon mal ein lustiger Ansatz, der sehr reizvoll ist. Dass es am Ende doch auch nur die x-te Variante eines Quiz’ ist, ist in diesem Fall alles andere als schlimm.

Das liegt auch am Rateteam. Dazu gehören Palina Rojinski, Elyas M’Barek und Thomas Gottschalk. Die sorgen für gute Unterhaltung, weil sie alle auf ihre Art einen guten Humor haben. Hinzu kommt pro Show ein(e) Kandidat(in) aus dem “normalen Leben” – heißt: Theoretisch könnte nächste Woche ein No-Name moderieren.

Die Quiz-Runden sind abwechslungsreich, den Machern sind viele skurrile Ideen eingefallen – und wenn es mal um ganz einfache Fragen geht, wie denn die, wie diese Show hier eigentlich heißt, dann entstehen daraus sehr, sehr lustige Momente, wenn rauskommt, dass die Kandidaten da mächtig ins Schleudern kommen.
Und auch für Joko Winterscheidt gehört diese Show zu den besten, die er solo moderiert hat. Man merkt ihm den Spaß an, das Zusammenspiel mit den anderen drei ist hervorragend.

Nach zwei Shows gehört die Show immer noch Joko Winterscheidt. Es wird spannend, was passiert, wenn er sie wirklich mal verliert.

-> Die Show bei Joyn

Hits: 122

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Das war 2020!

Donnerstag, den 31. Dezember 2020
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Weißt du noch, damals? Als Shows in großen Hallen mit tausenden Menschen aufgezeichnet worden sind? Als in der “heute show” noch Menschen im Studio saßen und gelacht und geklatscht haben? Das war alles davor. Vor Corona.
Kein anderes Thema hat die Menschheit und somit auch das Mediengeschehen 2020 so beeinflusst wie das Coronavirus.

Okay, davor gab es noch die Umweltsau. Corona war noch weit weg. 2020 begann mit einem Skandal, der noch von 2019 ins neue Jahr rüberschwappte. Der WDR-Kinderchor und die Oma, die alte Umweltsau. Satire und so. Die führte jedoch zu einem heftigen Streit. Einerseits der Shitstorm, angeführt von rechten Kreisen. Andererseits beim WDR selbst. Dass sich Intendant Tom Buhrow für eine Satire entschuldigte, anstatt sich näher damit zu befassen oder sich vor seine Leute zu stellen, kam nicht gut an.
Apropos Shitstorm: Der rollt auch 2020 wieder zigfach durchs Land. Weil das RTL-Dschungelcamp in Australien live auf Sendung ging, obwohl es im Land riesige Waldbrände gab, sorgte bei denen, die sich schnell empören, für Empörung. Dass die Brände so weit weg waren, dass es für die Show nicht relevant war – egal. RTL rief stattdessen in den Sendungen zu Spenden auf. Ach, und wer hat eigentlich gewonnen? Kann das mal jemand googlen?
Empörung herrschte auch über den vom mdr übertragenen Semperopernball. Zuvor vergaben die Ausrichter des Balls den St.-Georg-Orden an Abd el Fatah al-Sisi, dem Präsidenten von Ägypten. Menschenrechtsverletzungen stehen bei ihm auf der Tagesordnung, und wie es zur Preisvergabe kam, ist unklar. Es heißt, man wollte einen Ball-Ableger in Ägypten etablieren. Die Wellen schlugen hoch, als Moderatorin Judith Rakers beschloss, die Moderation abzugeben. Mareile Höppner wollte einspringen, wurde aber vom Shitstorm weggefegt – am Ende moderierte Roland Kaiser allein, nicht ohne heftige Kritik zu üben.

Corona trat spätestens am 28. Januar in das Leben der Deutschen. Der erste Fall im Land. In einem “Tagesthemen extra” auf Youtube ist diese Meldung verbreitet worden. Und dann ging alles ganz schnell.
Die Fallzahlen stiegen, Mitte März gab es Einschränkungen und schließlich den ersten Lockdown. Fernsehshows mussten auf Publikum verzichten. Weil Kinos und Theater schließen mussten, zeigte der rbb diverse Aufführungen wie “Carmen”. Musiker gaben Online-Konzerte, viele Theater zeigten Stücke oder Ausschnitte davon live bei Facebook oder Youtube. Die Fußball-Bundesliga pausierte zwei Monate lang, stattdessen liefen am Sonnabend alte Länderspiele. Der Charité-Virologe Christian Drosten stieg zum Star auf, NDR Info bat ihn regelmäßig zum Coronavirus-Update, und Hunderttausende lauschten den Ausführungen. Mangels bewegter Bilder zeigte tagesschau24 den Podcast mit einem Standbild. Die Tagesschau selbst hatte plötzlich jeden Tag fast 20 Millionen Zuschauer. Alle wollten wissen, was los ist in diesem Land. Angela Merkel spricht zu den Deutschen: “Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.” Die Ansprache sehen auf verschiedenen Sendern gut 25 Millionen Menschen.

Medien im Ausnahmezustand. Und Fernsehsender, die plötzlich spontan umplanen müssen oder in Windeseile neue Formate schaffen. Bei RTL gehen Pocher, Jauch und Gottschalk zur Primetime live per Schaltkonferenz mit der “Quarantäne-WG” auf Sendung. Leider irgendwie ohne Konzept, und nach drei Sendungen ist Schluss. Auf Sat.1 bekommt Luke Mockridge eine einstündige Show, bei VOX sendet Mark Forster aus seinem Studio und holt sich übers Netz Gäste zu sich. Matze Knop witzelt jeden Tag bei Sky Sport News. Alles sehr kurzlebig. Nur Sebastian Puffpaff ist mit seiner täglichen Coronasendung bei 3sat langlebig. Es gibt Comedy-Konferenzen mit langweiligen oder gelangweilten Komikern, die zu Hause in die Kamera starren. “NDR Talk Show” und Co. wandeln sich ebenfalls zu Konferenzschaltungen – und alle zeigen, wie mies das Internet in Deutschland ist.
Kreativ wird Sido. Er meldet sich freitags zwölf Stunden lang live aus einem Berliner Loft – “Zuhause mit Sido” läuft elfmal auf Youtube. Später meldet er sich mit Knossi und weiteren Freunden live auf Twitch aus dem mehrtägigen Angelcamp. Jan Böhmermann und Olli Schulz senden mit ihrem Spotify-Podcast “Fest & flauschig” im Frühjahr fünfmal pro Woche und sorgen für Zerstreuung im Homeoffice. Klaas Heufer-Umlauf sorgt in “Late Night Berlin” für rührende Augenblicke, als er Supermarkt-Angestellten was Gutes tut und im Innenhof eines Altersheims ein Konzert veranstaltet.
Unterdessen gibt es in den Nachrichten jeden Tag die neuen Coronazahlen – und es gibt die, die alles anzweifeln. Lügenpresse. Mainstreammedien. Und andere Kampfbegriffe.
Ein Verlierer sind die Kinos. Diverse Filme verlieren ihren Leinwandauftritt – “Berlin Berlin” läuft nur auf Netflix, “Mulan” für viel Geld nur auf Disney+, auch auf Amazon Prime Video gibt es Filme zu sehen, die 2020 eigentlich hätten im Kino laufen sollen.

Und sonst? Fußball-EM: ausgefallen. Olympia? Ausgefallen. Viele, viele Events sind: ausgefallen. Es ist ein tristes, trauriges, ruhiges Jahr. Als die Bundesliga wieder läuft, ist es immer noch ruhig – in die Stadien darf weiter kein Publikum. Geisterspiele werden zur Normalität.
Auch der Eurovision Song Contest in Rotterdam: ausgefallen. Aus Versicherungsgründen konnte es offenbar auch keinen Ersatz geben. Stattdessen machte jedes Land einirgendein eigenes Finale. Unser deutscher Teilnehmer Ben Dolic – im deutschen Finale in der Hamburger Elbphilharmonie im Ersten war zu erahnen: Wir wären nicht weit gekommen. Bitte nicht wiederwählen.
Der Junior Eurovision Song Contest 2020 in Warschau: zum Glück nicht ausgefallen. Und erstmals nahm Deutschland teil und wurde: Letzter. Glück auf!

Am besten haben es im ersten Lockdown wohl die Bewohner des “Big Brother”-Hauses auf Sat.1 gehabt. Im Februar ziehen sie ein. Als sie später erfahren, was draußen los ist, ist das eine Live-Sondersendung. Experten erklären den Bewohnern, die Pandemie, die draußen herrscht. Die Show geht es – im Gegensatz zu Kanada, wo “Big Brother” abgebrochen werden muss. Am Ende gewinnt übrigens… kann das bitte auch mal jemand googeln? War übrigens ein Flop – leider. Das Publikum will mehr Zoff, mehr Trash – da war “Big Brother” fast erfreulich normal.

Trash, Zoff – da ragen zwei Formate 2020 heraus. In “Promis unter Palmen” auf Sat.1 und im “Sommerhaus der Stars” bei RTL kommt es zu heftigsten Mobbing-Attacken, die beim Zuschauen weh tun und wütend machen – aber eben auch für Quoten sorgen. Der Streamingdienst TV Now und RTL fluten das Land mit Promi-Trash-Formaten – sinnlos, die hier alle aufzuzählen, so schnell, wie sie vergessen werden. In “Kampf der Realitystars” auf RTL zwei regt sich Jürgen Milski über ein Spiel auf, das unter seinem Niveau sei. Lustig. Vor ein paar Jahren hat er bei 9Live noch ganz niveauvoll Zuschauer verarscht. Aber echt.
Und wenn ein Trash-Format plötzlich nicht mehr so richtig trashig ist, ist’s auch falsch: “Schwiegertochter gesucht” kommt 2020 mit ziemlichen Normalos daher – und schon weht auch deshalb wieder ein Shitstörmchen.

Pech hat RTL auch mit “Deutschland sucht den Superstar”. Wobei: Was heißt Pech? RTL rannte mit offenen Augen ins PR-Desaster. Jurymitglied Xavier Naidoo macht mit Corona-Leugner-Videos und wirren Aussagen von sich Reden. Vor den Live-Shows im Frühjahr wird er gefeuert. Dieter Bohlen macht sich lächerlich, weil er stundenlang rumeiert, anstatt um zu erklären, was Sache ist. Für Naidoo kommt Florian Silbereisen in die Jury, und am Ende gewinnt der Schlager: Ramon Roselly kann sich in der Schlagerbranche schnell etablieren. Im Herbst kommt Michael Wendler ins Spiel. Als Jurymitglied soll er für Quote sorgen, aber auch er gleitet in die irre Welt der sogenannten Querdenker ab. Die Medien seien gelenkt, sagt er, auch RTL – und weiteren Stuss. RTL reagiert. Wendler ist raus. Blöd nur: Die Castings sind im Kasten. Im Januar 2021 ist Wendlerzeit bei RTL – bis zum Recall.
Aber warum eigentlich der Wendler? Es war nämlich auch das Jahr von Oliver Pocher. Auch er hatte Corona, und zu Hause begann er, Instagram und Co. zu durchforsten, um den dortigen Irrsinn freizulegen. Seine Videos finden riesigen Anklang, und dabei stößt er auch auf Wendler-Aktionen. Das schaukelt sich hoch bis zu einer gemeinsamen Battle-Show bei RTL. Wendler bekommt Dokusoaps und weitere Angebote. Bis zum Aus.
Und Pocher ist bei RTL omnipräsent. Moderationen, Auftritte und eine eigene Late Night mit Ehefrau Amira.

Wer immer noch fehlt in der Medienlandschaft: Stefan Raab. Vor fünf Jahren stand er das letzte Mal vor der Kamera. Jetzt produziert er nur noch Shows, sitzt in der Regie und frisst Chips. So wird das dem Zuschauer vor jeder seiner Sendungen mitgeteilt, als ob es ein Qualitätsmerkmal sei, dass Raab irgendwie anwesend ist. Doch es herrscht Götterdämmerung. Sein “Free European Song Contest” ist nett, wirkt aber altbacken, wie seine Shows vor zehn Jahren. “Fame Maker”, wo man die Sänger nicht hören kann, ist eine nette Idee, trägt aber nicht ewig. Und die Möchtegern-Late-Night “Täglich frisch geröstet” bei TV Now ist wohl die Enttäuschung des Jahres: nicht täglich, nicht frisch, nicht geröstet, eigentlich nicht mal eine Late Night.

Der Sender Tele 5 steht vor einer ungewissen Zukunft. 2020 erfolgte die Übernahme durch Discovery, die eigentlich durch Dokuformate bekannt sind. Senderchef Kai Blasberg nimmt den Hut.
2020 mussten wir aber noch weitere Abschiede nehmen. Jan Hofer verlässt nach mehr als 35 Jahren die Tagesschau. Die Moderatorin Sabine Sauer geht nach ebenso vielen Jahren in den Ruhestand, ebenso wie ZDF-Wettermann Gunther Tiersch. Hans-Ulrich Jörges verabschiedet sich vom “stern”. Mit Zee.One hat sich ein ganzer Sender verabschiedet – wobei ihn wohl kaum jemand vermissen wird. Und nach fast 35 Jahren endete die “Lindenstraße”. Mit Helga Beimers 80. Geburtstag mussten die Fans sich von der Dauerserie trennen. Das Fernsehballett wird aufgelöst. Die Formel 1 läuft letztmals bei RTL, wandert zu Sky. Eine Ära endete Ende Dezember bei radioeins: Nach 33 Jahren und 1627 Sendungen lief letztmals die Musiksendung “Roots”. Moderator Wolfgang Doebeling geht mit 70 Jahren in Rente.

Sie werden uns fehlen. Die Schauspieler Sean Connery, Michael Gwisdek, Claude Brasseur, Irm Hermann, Kirk Douglas, Renate Krößner, Otto Mellies, Burkhart Driest, Sonja Ziemann, Thilo Prückner, Michel Piccoli und Birol Ünel. Die Komiker Karl Dall, Herbert Feuerstein und Fips Asmussen. Die Comiczeichner Albert Uderzo und Uli Stein. Künstler Christo. Promifriseur Udo Walz. Die Musikschaffenden Gotthilf Fischer, Little Richard, Ennio Morricone, Werner Böhm (Gottlieb Wendehals), Kenny Rogers, Harry Jeske und Trini Lopez. Die Journalisten Gert Müller-Gerbes, Horst Schättle, Mathias Puddig, Hermann Schreiber, Ulrich Kienzle, Geri Nasarski, Sabine Zimmermann, Volker Panzer und Julitta Münch. “Bummi”-Gründerin Ursula Böhnke-Kuckhoff. Fußballer Diego Maradona. Die Politiker Norbert Blüm, Hans-Jochen Vogel, Thomas Oppermann, Wolfgang Clement, Ingrid Stahmer und Barbara Rütting. Die Unterhalter Roy Horn und Mike Shiva. Der Filmemacher Joseph Vilsmeier. Dramatiker Rolf Hochhuth. Der Autor Carlos Ruiz Zafón.

Immer noch da ist die AfD. Da wird von Ermächtigungsgesetzen gefaselt, es werden rechte Youtuber in den Reichstag eingeschleust, und die Querdenker-Bewegung findet man dort auch irgendwie sehr gut. Nicht gut findet die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Lieber setzt man auf sogenannte alternative Medien oder sorgt gleich selbst für den Content.
Dass die CDU in Sachsen-Anhalt vorsichtshalber nicht über die Erhöhung des Rundfunkbeitrages abstimmen lässt – im Fall dessen, dass die CDU selbst ablehnt, sitzt man in einem Boot mit der AfD und riskiert einen Koalitionsbruch -, und so die geplante Erhöhung vorerst kippt, gefällt der AfD.
Immerhin gibt es bei ARD und ZDF nicht Sendungen bei wie BILD, wo die Moderatoren aus Sponsoringgründen Milchflaschen ins Bild halten und schütteln müssen. “Reif ist Live” war mehr Milchreklame als Fußball-Analyse.

Überhaupt, die BILD. Nach dem Anschlag von Hanau geht “Bild live” auf Sendung, und es werden krude Theorien on Air geschickt. Fakten prüfen? Ach was. Wozu denn?
Nach einem Familiendrama in Solingen veröffentlicht die BILD einen Chat zwischen einem Jungen, dessen Mutter und Brüder tot sind, und dessen Freund. RTL zerrt den Freund vor die Kamera. Die Sensationsgeilheit kennt keine Grenzen. Die Öffentlich-Rechtlichen machen es nicht immer besser: Nach einem Anschlag im hessischen Volkmarsen wird auch in einer hr-Sondersendung rumorakelt.

Und sonst so? Die Ärzte rocken die Tagesthemen. Joko und Klaas müssen sich für Fake-Beiträge entschuldigen – sorgen aber auch für Begeisterung, als sie ihre 15-Minuten-Live-Sendung auf ProSieben für Hinweise auf Frauenrechte und Flüchtlinge nutzen. Die CSU kann ihren Parteitag nur virtuell abhalten. Mal was anderes live auf phoenix: Angelika Niebler hat echt wenige Bücher in ihrem Regal – hätte man sonst gar nicht erfahren. Rezo hat mal wieder zerstört: diesmal die Presse, vor allem die Lügen der Klatschpresse. Der rbb kuschelte im Sommerinterview mit dem Neonazi Andreas Kalbitz (Ex-AfD) an einem lauschigen See. Blöd: Die Recherchen aus dem eigenen Haus haben die Redaktion irgendwie nicht erreicht. Und dann war da noch der Bachelor bei RTL, der am Ende einfach gar keiner Frau eine Rose schenkte. Single zu sein ist doch auch was Schönes.

2021. Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund. Alles wird gut. Hoffentlich.

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The Masked Singer

Donnerstag, den 26. November 2020
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DI 24.11.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Sarah Lombardi gewinnt Staffel 3 von “The Masked Singer” auf ProSieben. Sie steckte hinter der Skelett-Maske und war die Letzte, die sich am Dienstagabend entblättern durfte.
Das heißt, eigentlich war genaugenommen schon Mittwochmorgen.
Wieso, um Himmels Willen, musste das Finale der Show dermaßen aufgebläht werden, dass es inklusive Werbung gut 260 Minuten – abzüglich Werbung etwa 187 Minuten – lang dauern musste? Erst nach 0.30 Uhr war Schluss, und das mitten in der Woche.

Ansonsten aber hatte die 3. Staffel viele schöne Momente. Sonja Zietlow, die Ruth Moschner in der Jury diesmal ersetzte, und Bülent Ceylan machten sehr viel Spaß. Dass eine Künstlerin wie Vicky Leandros als Katze dabei war, spricht dafür, dass “The Masked Singer” ein hohes Ansehen in der Branche hat und die Leute daran große Freude haben. Auch Jochen Schropp war dabei, Veronica Ferres, Wigald Boning, Nelson Müller und Daniela Katzenberger & Lucas Cordalis.
Dass Boning und Leandros letztlich schnell zu erkennen waren, war nicht schlimm. Denn selbst wenn die Promis an der Stimme zu erkennen waren, machte es dennoch Spaß, zu sehen, was sie in ihren Kostümen so trieben.

Dennoch könnte die Show ein bisschen mehr Tempo bekommen, damit die Sause spätestens um 23 Uhr zu Ende ist. Was ProSieben nicht tun wird – Stichwort: Marktanteile. Staffel 4 endet dann vor dem Frühstücksfernsehen.

-> Die Sendung auf Joyn

Hits: 133

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ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal.

Donnerstag, den 1. Oktober 2020
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MO 28.09.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Schock. So schlimm ist also der Rechtsextremismus in Deutschland. So denkt man in der AfD über Deutschland.
Ja, ja, es stimmt schon, dass die Doku über den Rechtsradikalismus in Deutschland nur wenig ganz neue Erkenntnisse brachte. Es ist wahr, dass solche Dokus bei ARD und ZDF schon öfter gelaufen sind.
Dennoch ist es sehr bemerkenswert, sehr gut und extrem wichtig, dass ProSieben diesem Thema so viel Raum gegeben hat.

Am Montagabend zeigte ProSieben zur besten Sendezeit die Doku “Rechts. Deutsch. Radikal.”. Mehr als zwei Stunden und komplett werbefrei.
Schon diese beiden Faktoren sorgten dafür, dass der Film eine sehr viel höhere Aufmerksamkeit bekommen hat als alle anderen Neonazidokus, die auf anderen Sendern schon gelaufen sind. Denn ein Sender wie ProSieben erreicht eine sehr viel jüngere Zielgruppe als die anderen. Es sind Leute, die sich vermutlich mit diesem gesellschaftlich wichtigen Thema sonst kaum befassen. Sie werden sehr viel Neues erfahren haben.

Reporter Thilo Mischke hat anderthalb Jahre lang für diese Doku recherchiert. Er hat sich mit Rechtsextremen unterhalten, er traf einen AfD-Jungpolitiker, der davon sprach, dass er nicht dulde, dass Leute in seine Partei kämen, die irgendwie extrem seien. Später zeigte die Doku mit versteckter Kamera, wie man in der AfD tatsächlich tickt: Gehe es Deutschland schlecht, gehe es der AfD gut. Die Erkenntnis ist nicht neu, dass sie jemand ausspricht, der auch vertraut ist mit Größen wie Gauland, das ist aber dann doch bemerkenswert. Dass der Chef des Verfassungsschutzes in Thüringen sagt, dass die Lage schon kritisch sei und die Demokratie in Gefahr sei, dann macht das nachdenklich.

Es ist gut, wenn Journalisten den brauen Sumpf aufzeigen, die Gefahr, die von ihnen für die Demokratie ausgeht deutlich machen. Wenn ein Sender das seinen jungen Zusehern bewusst macht und einige zum Umdenken oder Handeln bewegt, dann hat der Sender einen guten Job gemacht.

Und übrigens zeigt die Doku auch, dass auch solche Formate Interesse hervorruft. Dass nicht nur Unterhaltung die Menschen anzieht. ARD und ZDF bieten viele spannende Doku, und es ist ihre Aufgabe, zu überlegen, wie man sie an die junge Zielgruppe bringt.

-> Die Doku auf prosieben.de

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FameMaker

Montag, den 21. September 2020
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DO 17.09.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Langsam wird es albern. Stefan Raab ist seit Jahren nicht mehr im Fernsehen präsent, und bei ProSieben muss man zu Beginn der neuen Show “FakeMaker” nun raunen, Stefan Raab sitze wahrhaftig in der Regie und fresse Chips.
Ist ja ‘n Ding.
Was will uns ProSieben damit sagen? Dass “FameMaker” gut sein muss, weil sich Stefan Raab auf dem Studiogelände befindet?
Raab ist Produzent der Show, und vermutlich hat er sie sich auch mehr oder weniger ausgedacht. Aber dieses Raab-ist-da-aber-nicht-vor-der-Kamera-aber-in-der-Regie-Geraune ist langsam peinlich.

Das Besondere an “FameMaker”: Leute behaupten, sie können singen. Ob sie es wirklich können, wissen wir aber erstmal nicht, weil sie schalldicht unter einer Haube singen. Keiner kann sie hören.
Die Juroren Luke Mockridge, Carolin Kebekus und Teddy Teclebrhan müssen anhand der Bewegungen urteilen, ob der- oder diejenige singen kann.
Kommt dir bekannt vor? Vor gerade mal einem Monat lief bei RTL eine ganz ähnliche Show: “I can see your Voice”, und diesmal ist es ProSieben, die mit einer ganz ähnlichen Show nachkleckern. Die erste Folge lief am Donnerstagabend.

Und sie ist sehr still. Weil wir ja keinen singen hören. Dafür muss die Jury eben ein bisschen mehr rumkaspern, und wenn sie jemanden weiterwählen, wer eigentlich nicht singen kann, ist das Geschrei groß.

Eigentlich ist das ja eine witzige Idee. Die Frage ist nur: Was passiert nach dem Casting? Jeder, der weiter gekommen ist – egal, ob er/sie singen kann oder nicht – präsentiert in den weiteren Runden Songs. Die wir dann aber hören können. Wo ist da dann aber der Reiz? Ist “FameMaker” dann nicht wie jede andere Castingshow?
Das macht “FameMaker” einmalig zu einem netten Ereignis, trägt aber nicht für fünf Shows, weil das Konzept dann doch schneller unspannend ist, als es sich die Macher wünschen. Dass dort ein Fame rauskommt – wohl eher nicht.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 194

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Joko & Klaas live: A short Story of Moria

Freitag, den 18. September 2020
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MI 16.09.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Dass die Situation im griechischen Flüchtlingslager Moria schlimmer sein muss, war uns klar denkenden Menschen ziemlich klar. Wie furchtbar es ist, wie dramatisch, wie grauenvoll – das haben uns am Mittwochabend Joko und Klaas gezeigt. Auf ProSieben. Am Mittwochabend. Zur Primetime.

Derzeit läuft dienstagabends wieder “Joko & Klaas gegen ProSieben”. Wenn sie gewinnen, dann bekommen sie am nächsten Tag um 20.15 Uhr genau 15 Minuten Zeit, in denen die beiden machen können was sie wollen. In “Joko & Klaas live” gab es schon Quatschaktionen und bemerkenswerte Momente.
Und diesmal: Moria.

Schon nach der Aufzeichnung der Show vor einem Monat war klar, dass man für die 15 Minuten etwas zu Moria machen wolle. Das Ziel: mehr Aufmerksamkeit. Das Großfeuer sorgte dafür bereits, dennoch sei diese Doku wichtig, so Joko Winterscheidt. “Wir wollen, dass künftig jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren. Nur zwei Flugstunden entfernt.”
In der #MoriaStory geht es um Milad Ebrahimi (21), er kam aus Afghanistan. Er erzählt davon, wie sein Boot nicht an die Küste durfte. Wie es im Wasser trieb. Tagelang. Ohne essen und trinken. Wir sehen die schlimmen Zustände. Tausende Menschen, viel, viel, viel mehr eigentlich ins Camp passen. Wir sehen Polizisten, die mit Tränengas auf Menschen schießen, die auf der Flucht vor dem Feuer sind. Tränengas gegen Kinder.
Das ist Europa. Unweit davon machen Touristen Urlaub.

Es sind Bilder, die aufrütteln. Vielleicht können sie etwas bewegen, und wenn es nur im Denken der Menschen ist.
Das Besondere an dieser Doku: Keiner hat mit ihr gerechnet. Es gibt solche Bilder sicherlich schon. Aber niemand aus der jungen Zielgruppe wird dafür Politmagazine einschalten. Dass sie nun damit überraschenderweise konfrontiert werden, das ist gut und richtig.
Und wenn die Politik dadurch und durch mehr Druck aufgerüttelt wird, wenn dadurch eventuell in Europa doch mehr Flüchtlinge aufgenommen werden, dann hat diese Doku ihren Sinn erfüllt.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 179

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Big Performance – Wer ist der Star im Star?

Montag, den 14. September 2020
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SA 12.09.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Stars verstecken sich hinter und unter Masken und Kostüme, treten auf einer Bühne auf, um zu singen, und eine Jury muss raten, wer sich denn hinter der Maske verbirgt.
Meeeensch, da hat sich RTL ja was echt Innovatives… ähm…
Also, eigentlich hat sich RTL viel mehr ein bisschen über den Erfolg von “The Masked Singer” bei ProSieben geärgert und jetzt eine eigene Version davon an den Start gebracht.
Am Sonnabendabend lief Folge 1 von “Big Performance – Wer ist der Star im Star?”.

Na gut, RTL hat schon noch ein bisschen was anders gemacht. In “Big Performance” sind die Stars nicht hinter aufwändigen Kostümen versteckt, sondern hinter aufwändigen Masken. Die Stars treten als andere Stars auf.
Und dennoch: Die Show wirkt wirkt abgekupfert und kommt im typischen RTL-Style daher. Die Stimme aus dem Off scheint inzwischen in jeder Sendung dieselbe zu sein. Daniel Hartwich hatte scheinbar auch noch nichts vor, um die 12. RTL-Show zu moderieren, und die Jury rätselte wie die bei ProSieben – nur nicht so lustig.

Das ist das Stichwort. Nicht so lustig. Nicht so frisch. Nicht so spritzig. Der RTL-Abklatsch wirkt stattdessen routiniert, und insbesondere bei der Enthüllung gibt es Längen, weil das Abnahmen der Maske ewig dauert.
Hinter der Maske von Prince versteckte sich Prince Damian. Ach, guck.
Da schaut man letztlich dann doch lieber das Original, und von “The Masked Singer” gibt es auf ProSieben ja wohl auch noch in diesem Herbst neue Folgen.

-> Die Sendung bei TV Now

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