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Will & Grace

Samstag, den 12. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | 22.45 Uhr | ProSieben

Sagen wir mal so: Es lief nicht gut für “Will & Grace” auf ProSieben.
Allerdings: Man hätte sich das denken können.

Dabei gehört die US-Sitcom zu den wirklich guten. Der schwule Anwalt Will Truman wohnt mit seiner besten Freundin Grace Adler in einer Wohnung. Acht Staffeln lang gab es Irrungen und Wirrungen, neue Partner, Trennungen und Liebeleien. Und natürlich viele gute Gags.
2006 war Schluss – und elf Jahre danach gab es plötzlich eine 9. Staffel.
Dass ProSieben sie zur Primetime ausstrahlt, ist zwar erfreulich, verwundert aber dennoch. Immerhin hat ProSieben 2005 schon mal mit der Serie Schluss gemacht, wirklich prominente Sendeplätze gab es nie wirklich. Der Tiefpunkt war erreicht, als die 8. Staffel 2008 erst bei Sat.1 Premiere feierte – in der Nacht zum Sonntag um 4.30 Uhr. Da lief auch die letzte Folge.

Am Mittwochabend lief bei ProSieben also die 9. Staffel an – zum Start ab 21.15 Uhr vier Folgen am Stück. Die Quoten sind ein Desaster – was aber kein Wunder ist. Die 9. Staffel kommt aus dem Nichts, Wiederholungen gab es nicht, ein Hype konnte nicht entstehen.
Und weil die Quoten mit teilweise nicht mal 400.000 Zuschauern extrem grottig waren, könnte es sein, dass “Will & Grace” ihren tollen Sendeplatz bald wieder verlieren. Schade eigentlich.

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Raritäten des Grauens: Regina Z. und die Knallerbsen – Frieden am Zaun

Samstag, den 5. Mai 2018
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FR 04.05.2018 | 10.35 Uhr | radioeins

Normalerweise schaltet das Ohr bei miesen Songs ja auf Durchzug. Oder die Hand wandert zur Sendertaste des Autoradios, um schnell umzuschalten. Nicht so bei radioeins. Da gibt es immer am Freitagvormittag die “Raritäten des Grauens”.

Diesmal ist die Geschichte von Regina Zindler aufgerollt worden. Die saß im Herbst 1999 bei “Richterin Barbara Salesch” auf Sat.1. Wegen eines Knallerbsenstrauchs des Nachbarn, der den Maschendrahtzaun kaputt machte. Oder so.
Kurz danach wurde Stefan Raab in “TV total” auf sie aufmerksam – und fand das alles so toll, dass er einen Song aus den Satzfetzen aufnahm, die Regina Zindler so zu sagen hatte. “Maschen-Droaht-Zaun” ist zum Megahit geworden. Und Regina Zindler wurde zum unfreiwilligen Star. Hunderte Schaulustige belagerten ihr Grundstück und das des Nachbarn, der wiederum einen Exclusivvertrag mit Sat.1 hatte. Um da irgendwie wieder raus zu kommen, nahm Zindler später einen zweiten Song auf, um Frieden zu machen.
Brachte nur leider nichts. Die Massen blieben, und Regina Zindler zog mit Ehemann nach Berlin.

Sie war wohl eines der ersten Opfer eines neuen Typs von Fernsehshows. “TV total” war 1999 noch neu am Markt. Stefan Raab war genial, aber er bedachte nicht, was mit Regina Zindler passieren würde, wenn er sie auf diese Weise noch weiter in die Öffentlichkeit drängt. Auch wenn die Zindler eventuell ein bisschen Kohle machen konnte – die wurde ihres Lebens nicht mehr froh.

So spielte radioeins mit “Frieden am Zaun” am Freitag zwar gewollt furchtbare Musik, aber erzählte auch ein Stück Mediengeschichte der Jahrtausendwende.

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Werbung: Sixt

Mittwoch, den 14. März 2018
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MO 12.03.2018 | 0.01 Uhr (Di.) | ProSieben

Jan Böhmermann vs. Klaas Heufer-Umlauf. Während der Premiere von „Late Night Berlin“ am Montagabend auf ProSieben, gab es den besten Gag ausgerechnet in der Werbepause. Böhmermann hat sich gewissermaßen ins ProSieben-Programm gehackt.

Im Spot fragte er, warum er niemals eine Late-Night-Show im Privatfernsehen moderieren würde. Wegen der Werbeunterbrechungen, bei denen man als Moderator ja auch nicht beeinflussen könne, was denn da für Spots laufen. Aber so laufe es nun mal im Kapitalismus. Aber wenn Klaas das so wolle – und dabei macht Böhmermann die „Mit dem Zweiten sieht man besser“-Geste. Böhmermann würde sich nie verkaufen – woraufhin mehrere Schilder der Firma Sixt ins Bild gehalten werden.

Ein gelungener Gag und eine riesige Überraschung. Zum einen, weil sich Böhmermann indirekt mit seiner Show bei zdf neo ins Gespräch bringen konnte. Zum anderen schlicht, um mal den geschätzten Kollegen ein bisschen zu ärgern.

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Late Night Berlin

Mittwoch, den 14. März 2018
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MO 12.03.2018 | 23.00 Uhr | ProSieben

Dieser Druck. Der war Klaas Heufer-Umlauf am Montagabend deutlich anzumerken. Schluss mit Hallgalli. Dafür nun Late Night. Die Königsdisizplin. Auf ProSieben lief erstmals die “Late Night Berlin” aus Potsdam. Und die Erwartungen waren riesig.

Dabei hat Late Night ein relativ starres Konzept. Monolog zum aktuellen Geschehen. Einspieler und Aktion. Gast, vielleicht zwei Gäste, vielleicht Live-Musik.
Der erste, es er in Deutschland probiert hat, war einst Thomas Gottschalk bei RTL, wobei seine Late Night am Ende mehr eine Talkshow wie Markus Lanz war. Dann kam Thomas Koschwitz, auch bei RTL, mit der ersten echten klassischen Late Night. Es folgte Harald Schmidt, der sich das Konzept am besten zu eigen gemacht hatte. Stefan Raab wandelte es leicht ab, Anke Engelke scheiterte damit. Inzwischen gibt es mit Jan Böhmermann und Pierre M. Krause mehrere wöchentliche Shows. Nun also Klaas Heufer-Umlauf.

Das Studio ist edel. Viel Holz, viele Spiegel, viele Effekte. Letztere sind leider etwas störend, weil ständig irgendwelche Schriften durchs Bild flattern. Diese Unruhe tut der Show nicht gut.
In seinem Stand-up sprach Klaas über Trump, über Detlef Soost, über die GroKo. Eine gute Mischung aus Politik und Entertainment. Es folgte ein viel zu langer und dann auch noch zweiteiliger Einspielfilm darüber, wie die GroKo entstanden sein könnte – gespielt von Laien-Darstellern. Erinnerte stark an Halligalli-Zeiten. Der Talk mit Anne Will war nett, aber belanglos, der Auftritt von Casper okay.

Ein bisschen enttäuschend ist es schon, dass die 1. Ausgabe von “Late Night Berlin” ohne echten Knaller auskam. Andererseits war auch Ausgabe 1 der “Harald Schmidt Show” nicht mehr als solide. Klaas Heufer-Umlauf muss auch noch seinen Stil finden, das Team mehr Ideen haben. Eine Late Night braucht außerdem dringend mehr als einen Ausstrahlungstermin pro Woche. Sie braucht Routine. Und auch einen besseren Sidekick. Abgesehen davon, dass Jacob Lunds Lache nervt – die Idee, dass er als Bandleader gar kein Instrument spielen kann, ist irgendwie doof

Merkwürdigerweise wird übrigens das Publikum nur ganz am Anfang einmal gezeigt und ganz kurz während des Casper-Auftrittes. Das sollte überdacht werden. Wenn in einer Show schon Publikum sitzt, muss man es ab und zu auch mal zeigen. Sonst könnte man auch einfach Lacher einspielen – und das Ganze wirkt weniger steif.

Wirklich albern sind übrigens die Kritiken, die Heufer-Umlauf vorwerfen, er hätte bei Böhmermann abgekupfert. Dabei ist Late Night ein festes Konzept aus den USA. Hier ein bisschen Politik, da ein wenig Gesellschaftskritik, Entertainment und Musik. Schmidt hat sich da bedient, Böhmermann auch und nun eben Klaas. Das kann man keinem vorwerfen.

Fazit am Ende: An die Show könnte man sich gewöhnen. Aber es ist noch viel Luft nach oben. Um sich unverzichtbar zu machen, ist es noch ein Stückchen Weg.

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Oscar 2018

Mittwoch, den 7. März 2018
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SO 04.03.2018 | 2.00 Uhr (Mo.) | ProSieben

Eigentlich ist es ja ein bisschen unfair. Aber denkt man an den wunderbaren Film “La la Land”, dann fällt einem sofort die missglückte Oscar-Verleihung von 2017 ein. Wie Warren Beatty seine Kollegin Faye Dunaway ins offene Messer rennen ließ und sie den falschen Filmtitel vorlesen ließ.
2018 durfte das nicht noch mal passieren, und deshalb war es in der Nacht zum Montag durchaus spannend, wie dieser peinliche Fehler ausgebügelt werden sollte.

Im Großen und ganzen war die von ProSieben übertragene 90. Oscar-Verleihung eher nicht so aufregend, von wenigen unterhaltsamen Danksagungen der Preisträger mal abgesehen.
Wer aber würde diesmal den Oscar für den besten Film überreichen? Die Lösung war total logisch: Warren Beatty und Faye Dunaway bekamen eine zweite Chance, diesmal alles richtig zu machen. Das ist irgendwie putzig – aber auch sehr anständig, denn letztlich wird der Makel auf immer auf den beiden liegen.
Nun machten sie alles richtig, und ihnen wurde auch der richtige Umschlag in die Hand gedrückt. “Shape of Water” hat gewonnen. Aber wirklich.

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Akte X: Der Kampf (3)

Freitag, den 2. März 2018
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MI 28.02.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Alles hat seine Zeit. Die von “Akte X” war schon Ende der 90er-Jahre vorbei. Gemerkt wurde das aber erst 2002, als die Serie das erste mal eingestellt worden ist.
Vor zwei Jahren gab es dann nach langer Pause eine 10. Staffel – am Mittwochabend lief Staffel 11 bei ProSieben an – mit sehr enttäuschenden Quoten.

Aber irgendwie ist das Gefühl flöten gegangen. “Akte X” hatte, als die Serie 1994 startete, noch ein Alleinstellungsmerkmal. Es gab den Spuk der Woche, übersinnliche Geschichten und dazu die Storys, die sich zwischen Mulder und Scully und dem gesamten FBI abspielten.
Inzwischen sind Mulder und Scully ein Paar, was den Kitzel zunichte gemacht hat. Wirklich gespukt hat es in den beiden Auftaktfolgen auch nicht – beziehungsweise gibt es heutzutage keinen Spuk mehr, den “Akte X” exclusiv haben könnte. Das Aufrollen der alten FBI-internen Geschichten wirkt auf eine seltsame Art weit hergeholt.

Während die erste Staffel nach der langen Pause doch noch einen gewissen Revival-Bonus hatte, ist der nun verflogen. “Akte X” ist somit ein gutes Beispiel dafür, einen Kult einfach mal ruhen zu lassen.

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The Orville

Mittwoch, den 28. Februar 2018
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DI 27.02.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Seth MacFarlane steht für ziemlich brachialen, aber guten Humor. Auch in der zigsten Staffel von “Family Guy” gehen ihm und seinem Team nicht die guten Ideen aus.
Am Dienstagabend zeigte ProSieben die ersten beiden Folgen seiner neuen Serie “The Orville”. Sie nennt sich Sci-fi-Comedy, zumindest will uns das die “TV Spielfilm” erzählen.

“The Orville” wirkt wie die Wiederkehr des ganz alten Raumschiffs Enterprise. Ein Raumschiff ist unterwegs, es gibt altbackene Kulissen und eine Crew, die darin herum latscht.
Aber was genau soll diese Serie eigentlich sein? Retro? Will man an alte Zeiten anknüpfen? Wenn ja, aber wieso? Und wenn das Comedy sein soll, wo ist dann da der Humor? Gerade Folge 2 war kaum noch lustig – wenn die Serie den lustig sein soll.
Wenn aber “The Orville” keine Parodie ist und Comedy mit wenigen Gags – was soll uns das dann alles sagen? Leider hat sich dieser Serienstart als Enttäuschung erwiesen.