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Blamieren oder kassieren XL

Samstag, den 25. Juni 2022
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MI 22.06.2022 | 21.25 Uhr | ProSieben

Dass man bei ProSieben sehr flexibel sein kann, hat der Sender schon oft bewiesen. So auch am Mittwoch. Denn eigentlich sollte “TV total” Mitte Juni in die Sommerpause geschickt werden, gemeinsam mit “Zervakis & Opdenhövel live”. Doch die hat man offenbar verschoben, zumindest für “TV total” – denn nun soll die Comedyshow bis Ende Juli weiterlaufen. Und nicht nur das.

Während das aktuelle Magazin also in der Sommerpause ist, läuft stattdessen nun “Blamieren oder kassieren XL”. Man kennt die Show mit Elton schon sehr lange. Schon zu Raab-Zeiten war sie hin und wieder Teil von “TV total” – und ist auch eines der “Schlag den Star”-Spiele.
Nun in einer eigenen Show als XL-Variante. Und damit das alles nicht all zu aufwendig ist, wurde sie im “TV total”-Studio aufgezeichnet. Ob auch mit demselben Publikum ist unklar.

Zwar hat die ausgedehnte Variante nicht ganz so viel Tempo, aber natürlich funktioniert die Show, die ein reines Frage-Antwort-Spiel ist.
Da zeigt uns: Manchmal kann man auch mit simplen Ideen eine Stunde Sendezeit füllen. Und man kann ja schon dankbar sein, dass es sich nicht um eine dreistündige Show handelt…

-> Die Sendung bei Joyn

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The Kids are allright

Sonntag, den 29. Mai 2022
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SA 28.05.2022 | 17.00 Uhr | ProSieben

Hach ja, die 70er. Alles war noch ein bisschen beschaulicher. Das Leben war viel übersichtlicher, und es herrschen auch noch ganz andere gesellschaftliche Normen, die es noch aufzubrechen galt.
Die traditionelle irisch-katholische Familie Cleary lebt in einem kleinen Örtchen. Natürlich sind die Eltern in der Kirche engagiert, und da gibt es auch gewisse Erwartungen an die Kinder. Davon haben sie gleich acht – und alles Jungs. Als Lawrence, der älteste Sohn der Clearys, sein Priesterseminar abbricht, gerät das Familiengefüge ordentlich ins Wanken.

“The Kids are allright” heißt die kleine, aber feine US-Sitcom, die derzeit am Sonnabendnachmittag in Doppelfolgen bei ProSieben zu sehen ist. In 23 Episoden wird das Familienleben der Clearys aufgedröselt. Mit acht Jungs, die vollkommen unterschiedlich sind – vom knapp über 20-Jährigen bis zum Baby – kann man einiges erleben. Der junge Mann, der kein Priester werden will. Der Pubertierende, der den Mädels hinterher jagt. Der ältere Bruder, der seit Ewigkeiten eine Freundin hat. Der jüngere Bruder, der gern auf die Bühne will. Und so weiter.
Dazu eine Mutter, die gar nicht so verbissen und prüde ist, wie es scheint und ein Vater der es auch gern mal schleifen lassen will.
All das wird tagebuchmäßig von einem der Jungen aus heutiger Sicht erzählt. Das ist in vielen Momenten heiter bis lustig, und gleichzeitig gibt es einen Blick darauf, wie damals versucht wurde, verstaubte Rituale über Bord zu schmeißen.
Leider kam die Serie nicht über eine Staffel hinaus – und das ist schade.

-> Die Sendung bei Joyn (bis 4.6.2022)

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Oscars 2022

Samstag, den 2. April 2022
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SO 27.03.2022 | 2.00 Uhr (Mo.) | ProSieben

Der Gag war unterirdisch. Was dem aber folgte, war ein Totalausfall.
Als Komiker Chris Rock den Preis für die beste Dokumentation vergeben sollte, machte er sich in seiner Vorrede über die Frau von Will Smith lustig. ER zeigte zu ihr, und meinte, er freue sich auf “G.I.Jane 2”. Der Film hieß in Deutschland “Die Akte Jane”, und Hauptdarstellerin Demi Moore hatte dort eine Glatze. Jada Pinkett Smith hat sehr kurze Haare – aber nicht als modisches Statement, sondern weil sie eine Krankheit hat.
Will Smith lachte erst, seine Frau rollte mit den Augen. Umschnitt: Chris Rock witzelte weiter, und plötzlich lief Will Smith auf ihn zu und scheuerte ihm eine. Daraufhin lief Will Smith lächeln zurück, setzte sich, und als Chris Rock noch mal ansetzte, schrie Smith auf die Bühne, Chris Rock solle den Namen seiner Frau nicht in den Mund nehmen.
Anfangs dachten alle noch an eine Inszenierung. Aber spätestens als Will Smith dann von seinem Platz aus wütend gepöbelt hat (in den USA wurde der Ton ausgeblendet), war klar: Das war ernst.

Denkt man an die Oscar-Verleihung 2022 zurück, dann wird davon nicht viel bleiben. Nach dem 2021er-Oscar-Desaster wollten die Organisatoren diesmal wieder alles besser machen und eine vernünftige Gala aufs Parkett legen, aber dann kam der Will-Smith-Moment.
Und es wurde noch spannender, denn Minuten später gewann eben jener Schläger den Oscar für die beste Hauptrolle in “King Richard”. Mit Tränen in den Augen dankte er allen und sprach davon, dass er sich schützend vor die Familie stelle, und er entschuldigte sich auch bei den Nominierten, der Akademie und den Zusehenden – nicht aber bei Chris Rock. Das Sorry folgte erst einen Tag später.

Was Will Smith getan hat, ist nicht zu entschuldigen. Der Ga von Chris Rock war besch…, aber hingehen und ihm eine reindonnern, live im Fernsehen? Hätte Will Smith nicht andere Möglichkeiten gehabt? Selbst wenn er nur zu Rock auf die Bühne gegangen wäre und eine Entschuldigung gefordert hätte, wäre das zwar sicherlich auch ein Skandal gewesen, aber es hätte für Will Smith ganz anders ausgesehen. Aber nein, er musste zuschlagen. Vielleicht musste er sich seine Männlichkeit beweisen – aber diese kam ganz schnell wie ein Bumerang zurück.

Und sonst so? Im Vorfeld der Oscar-Verleihung gab es Forderungen, mehr auf den Ukraine-Krieg einzugehen. Einige wollten sogar, dass Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine, bei der Gala spreche. Das ist zwar übertrieben und, ja, auch unpassend – aber die Veranstalter haben sich dann dafür entschieden, einfach gar nicht auf den Krieg einzugehen. Ach nein, vor einer der Werbepausen war kurz eine Schrifttafel eingeblendet, dass man an die Ukraine denke. Toll. Das hätte man sich dann auch sparen können – und zeigt auch, dass die USA dann doch sehr weit weg von der Ukraine sind, als dass es Hollywood interessieren könnte, was da abgeht. Dort ist’s dann doch nur eines von vielen Ländern im Krieg.

Beeindruckend war auch, wie in diesem Jahr den Verstorbenen gedacht wurde – nämlich in dem irgendwelche Leute einen fröhlichen Tanz aufführten, während im Hintergrund die Verstorben zu sehen waren.
Joa, darauf muss man auch erst mal kommen.

-> Die Rock-Smith-Szene auf Youtube

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Let’s Dance

Sonntag, den 27. März 2022
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FR 25.03.2022 | 20.30 Uhr | RTL

Daniel Hartwich hat Corona.
Es gab ja mal Zeiten, da war das quasi eine Eilmeldung wert, wenn ein Promi sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Heute sorgt das fast schon für ein Schulterzucken.
Bei Fernsehproduktionen kommen sie allerdings in dieser Saison ordentlich ins Schwitzen. Insbesondere bei der RTL-Tanzshow “Let’s Dance” kann man in diesem Jahr nicht wirklich wirklich von einem geordneten Ablauf sprechen.
Gleich in Folge 1 war Juror Joachim Llambi wegen Corona ausgefallen. In Laufe der nächsten Wochen mussten ständig Profitänzer ausgewechselt werden, und auch diverse Promitänzer fielen aus. Mal wurde dementsprechend niemand am Ende der Show rausgewählt, mal dann plötzlich zwei – um irgendwie noch so etwas wie eine regelkonforme Show abliefern zu können. Aber im Grunde genommen ist in dieser Staffel scheinbar eh schon alles wurscht.
Und in dieser Woche dann auch noch der Moderator: Jan Köppen sprang ein und machte seine Sache gut. Und vielleicht ist das ja schon ein Signal in Richtung Dschungelcamp-Nachfolge für Hartwich?

Aber die Liste der Corona-Ausfälle ist inzwischen schon sehr lang. Kein Wunder, wenn sich inzwischen pro Woche 1,5 Millionen Menschen (!) in Deutschland anstecken.
Maybrit Illner konnte ihre ZDF-Talkshow nicht moderieren. Matthias Opdenhövel fiel bei ProSieben in gleich zwei Shows aus, den Auftakt von “The Masked Singer” durfte stattdessen in der vergangenen Wochen Thore Schölermann moderieren. Und in dieser Woche der nächste Ausfall: Einer der Promis unter einer Maske ist krank.
Katja Burkard bei “Punkt 12” von RTL fällt ebenfalls aus. Jan Böhmermann musste seine ZDF-Show neulich von zu Hause aus moderieren. Thea Dorn musste im “Literarischen Quartett” im ZDF neulich auch passen. Sebastian Pufpaff musste bei “TV total” auf ProSieben auch einmal an Elton abgeben. Birgit Schrowange musste gleich komplett den Start ihrer neuen Sat.1-Sendung um Wochen verschieben. Kim Fisher durfte am Freitag im rbb nicht das “Riverboat” betreten.
Und so weiter, und so weiter…

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Sound of Peace – Das große Friedensevent vor dem Brandenburger Tor

Montag, den 21. März 2022
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SO 20.03.2022 | 15.00 Uhr | ProSieben

Und plötzlich bekommt ein Lied wie “Freiheit” von Marius Müller-Westernhagen eine ganz neue Bedeutung. Wenn man sich der Freiheit plötzlich bewusst wird. Wenn man sieht, dass anderswo Krieg herrscht und die Menschen von der Freiheit nur träumen können.
Westernhagen sang seinen Song am Sonntagabend auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Dort fand das Event “Sound of Peace” statt, ein Konzert für den Frieden. Innerhalb weniger Tage ist es auf die Beine gestellt worden, ProSieben und Sat.1 übertrugen am Nachmittag, ProSieben und der rbb am Abend live.
War eine Demonstration mit viel Musik, aber auch mit Gesprächen, Reden und Gedanken rund um den Krieg in der Ukraine. Und den vielen anderen Kriegen auf der Welt, die am Sonntag auch nicht vergessen worden sind.

Silbermond präsentierten einen emotionalen Auftritt, Oliver Kalkofe mahnte, das es Frieden geben müsse, Sarah Connor berichtete von ihrem Einsatz für Flüchtlinge, Peter Maffay sang von den sieben Brücken, über die du gehen müsstest. Clueso sang gemeinsamen mit einer Lehrerin aus der Ukraine.
Ein Tag voller Emotionen. Dazu sind mehr als 12 Millionen Euro gespendet worden.

Natürlich beendet ein Konzert keinen Krieg. Und auch Appelle und eine Demonstration nicht. Dafür aber den Zusammenhalt unter Menschen, die zeigen, dass sie zusammenstehen und Flagge zeigen. 15.000 waren laut Polizei gekommen, was zunächst für die Straße des 17. Juni fast schon wenig erscheint. Andererseits waren über das Fernsehen sicherlich noch sehr, sehr viel mehr Menschen dabei. Es sind Bilder, die in die Welt getragen worden sind.

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Unser Land in den 90ern

Freitag, den 4. März 2022
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MO 28.02.2022 | 13.45 Uhr | WDR

Rosenmontag im WDR. Das Dritte aus dem Westen zeigt einen Rückblick aus den 90ern. Was da so los war in NRW. Sehr spannend. Waren ja immerhin noch ganz andere Zeiten.
Aber, Moment: Rosenmontag im WDR? “Unser Land in den 90ern”? Müsste da nicht ein erbauliches Karnevalsprogramm laufen? Mit fröhlichen Schunkelliedern?

Aber es hat sich ausgeschunkelt. Der WDR hat sein komplettes Karnevalsprogramm gecancelt. Der Ukraine-Krieg lässt solche Schunkeleien momentan nicht zu.
Als an Weiberfastnacht am Donnerstag davor “Weiber live” vorzeitig beendet wurde, war auch klar, dass der WDR sein Programm umstellen wird.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil der WDR normalerweise sechs Tage lang – von Weiberfastnacht bis zum Fastnachtsdienstag – komplett auf Karneval ausgerichtet ist. Heißt: Riesige Programmflächen mussten neu bestückt werden. Allein am Sonntag und Rosenmontag quasi das komplette Programm.
Vermutlich sind einige Leute in der Programmplanung da ordentlich ins Schwitzen geraten, als klar war, dass man über Tage sich ein neues Programm ausdenken musste.
Man behalf sich mit der Rückblickreihe des WDR: “Unser Land in den ..ern”, die quasi von vorn bis hinten und auf den verschiedensten Programmplätzen lief – vom Vormittag bis in die Nacht.

Ähnlich traf es auch das SWR-Fernsehen und auch das hr fernsehen, an Fastnacht auch das BR-Fernsehen – überall, wo Karneval oder Fasching gefeiert wird.

Aber nicht nur das: Auch zahlreiche Unterhaltungssendungen sind angesichts des Ukraine-Krieges ausgefallen. Das SWR-Fernsehen verzichtete auf den “Schlagerspaß”, das mdr-Fernsehen auf ein Schlagerquiz mit Florian Silbereisen.
Bei den Privatsendern fielen dagegen kaum Unterhaltungsshow aus – was vielleicht daran liegt, dass sie viel zeitloser sind. “DSDS” bei RTL ist eh vorproduziert und lässt sich auch in einer Krise senden. Ebenso die Topmodelsuche und die Stapelshow bei ProSieben.

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Wer stiehlt Anke Engelke die Show?

Freitag, den 28. Januar 2022
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DI 25.01.2022 | 20.15 Uhr | ProSieben

Wieder mal hat Joko Winterscheidt seine Show verloren – diesmal an Anke Engelke.
Das macht “Wer stiehlt mir die Show” so genial. Nicht nur dass in jeder Staffel ein guter Cast zusammengeholt wird, der um Jokos Show kämpft. In der laufenden Staffel hat auch schon Mark Foster gewonnen und in seiner Show voll auf den Fußball gesetzt, er kam mit einem Mannschaftsbus zur Show. Es sind auch die tollen Spiel- und Fragenideen, die das Ganze jeden Dienstag auf ProSieben so sehenswert machen.

Nun also Anke Engelke – sie machte eine große ESC-Show. Und es ist schön, anzusehen, wie viel Mühe sich das ganze Team macht, damit das dann auch ein Erlebnis ist. Das fing am Dienstag damit an, dass es einen Vorspann gab, der an den Eurovision Song Contest 2011 in Deutschland erinnerte. ESC-Kommentatoren-Legende Peter Urban kommentierte den kurzen Einführungsfilm, dann sang Anke Engelke ihren persönlichen ESC-Song, eine deutsche Version von “Rise like a Phoenix” – und am Ende der Nummer stieß dann auch Conchita dazu.
Zwischendurch ging es zur Punktevergabe wie beim ESC, es wurde nach Polen geschaltet, wo die Jury (Anke) ihre Punkte vorlas.

Anke war die strenge Quizmasterin, las aus einem alten Mathebuch Fragen vor, las mit ihrer Marge-Simpson-Stimme eine Frage vor, die sich um die Simpsons drehte – und so weiter.
Diese Show zeigte nicht nur, dass Anke Engelke eine phantastische Entertainerin ist, sondern auch dass es wohl kaum eine wandlungsfähigere Show gibt wie die von Joko.

-> Die Show bei Joyn

Hits: 208