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About You Awards – Die größten Social Media Stars 2019

Sonntag, den 21. April 2019
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DO 18.04.2019 | 22.50 Uhr | ProSieben

Ein bisschen cool ist dieser Paul Ripke ja schon. Da wird von einem Modeshop ein Preis für Influencer ausgelobt, er darf die Sause mitmoderieren, und er kommt in Schlabberhose und Sandalen – vermutlich direkt von seiner vollpupten Couch. Vielleicht hatte der Modeshop ja geschlossen, der ihn hätte ausstatten können. Vielleicht hat Paul auch erst zwei Minuten vor Showbeginn erfahren, dass er ja einer der Moderatoren ist. Man weiß es nicht genau. Sah auf jeden Fall bemerkenswert schlumpimäßig aus, und es hat bestimmt jemanden gegeben, der das cool fand. Mindestens er selbst. So stand er also in Sandalen und kurzer Hose vor Bill Kaulitz, um ihn zum Thema Style zu befragen.

ProSieben hat am Donnerstagabend die “About You Awards” übertragen. Warum ProSieben das getan hat, ist unbekannt. Denn die Social-Media-Leute und die Stars der Szene, die dort ausgezeichnet worden sind, haben vermutlich das letzte Mal herkömmlich ferngesehen, als Stefan Raab noch stundenlang live Sport trieb. Ob die überhaupt noch wissen, was ProSieben ist?

Wer schon etwas älter ist, wird damit vielleicht gar nichts anfangen können. Auf Youtube, Instagram (Facebook ist ja eher schon wieder out), Snapchat oder anderen Plattformen gibt es Leute, die dort ihr Leben inszenieren. Sie erzählen von sich, geben Stylingtipp und anderen sicherlich hochspannenden Kram.
In der Style-Kategorie war eine junge Frau nominiert, weil sie so gut aussieht und sich so toll anzieht. Muss ein schönes Leben sein, von Klamottenfirmen dafür bezahlt zu werden, dass man im Netz so tut, als fände man die Sachen alle total nice.

Total umweltfreundlich gurkte in einem Einspielfilm der kurzhosige Paul mit einem fetten Auto durch Santa Monica. Die Nominierte redet über ihr Outfit, das sich eng und spärlich um ihre Brüste schmiegt. Und sie zeigt ihre teure Lieblingsperücke, nicht ohne zu erwähnen, wie teuer sie war (sehr teuer).
Das ist so aufregend, dass die junge Frau, dessen Namen ich schon nach einer Minute wieder vergessen habe, den Preis gewonnen hat.

Greta Thunberg hat übrigens den Preis für Empowerment bekommen. Und vielleicht hat sie ja, im Gegensatz zu mir, dieses Wort wenigstens schon mal gehört. Andererseits wird sie sich bereits übergeben haben, als sie den Einspielfilm mit dem fetten Auto gesehen haben, das Paul Ripke grisend durch Santa Monica gesteuert hatte. Die “About You Awards” sind also genauso heuchlerisch wie die “Goldene Kamera”.

Was man diesem Preis zugute halten kann: Das Ding heißt “About You Award”. Und diese Influcencer reden ja meist tatsächlich über sich. Das ist übrigens total “lit”. Was “lit” ist, weiß ich zwar nicht, aber laut Paul Ripke habe eine der Influencerin einen litten Instagram-Account. Ich hätte vielleicht mal googeln sollen. Oder die Sendung gemeinsam mit einer 13-Jährigen ansehen sollen, die mir die wichtigsten Momente hätte dolmetschen können.

PS: 2020 wünsche ich mir den “About You Award” für “KeineWochenShow”. Diese wöchentliche Youtube-Show ist nämlich auch total, ähm, lit.

PPS: Enissa Amani ist eine Komikerin. Und ich habe gehört, sie zieht bald nach Nicaragua.

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Mein bester Streich. Prominent & Reingelegt

Dienstag, den 16. April 2019
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SA 13.04.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Da weiß man gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Ob man sich im Kinderprogramm befindet oder in der Primetime am Sonnabend.
Wir sehen den Gang eines Einkaufszentrums. Joey Heindler – DSDS-Kandidat und Dschungelkönig – hat sich als Busch verkleidet. Vielleicht ist es auch eine voluminöse Topfpflanze. Wer weiß das schon so genau. So verkleidet steht er jedenfalls in der Ecke dieses Gangs, und immer wenn jemand vorbei kommt, macht er: Wuuuh! Er erschreckt die Leute.
Ein paar zucken zusammen. Ein paar gucken blöd. Ein paar fragen sich, was das für eine Kinderei ist. Einer verliert seinen Kaffeebecher.
Joey Heindle sagt, das sei sein bester Streich, und fast möchte man ihn in den Arm nehmen, trösten und sagen: Ach, das ist doch nicht so schlimm.
Das Blöde ist nur: Es ist schlimm.

“Mein bester Streich. Prominent & Reingelegt” hieß die neue ProSieben-Show am Sonnabendabend. Allerdings muss man beim Wort “Show” schon zweifeln. Denn diese Sendung war nichts anderes als eine lieblos aneinandergereihte Clip-Parade mit mehr oder weniger bekannten Promis, die Unsinn machten.
Da war Joey Heindle – so nett er auch ist – zwar noch der Unlustigste, aber sehr viel besser wurde es bei den anderen auch nicht.

Andererseits gut für ProSieben: Es wurden sehr preiswerte Primetime-Sendeminuten gefüllt. Mein Langeweile-Konto allerdings auch.

Hits: 113

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Leaving Neverland

Sonntag, den 7. April 2019
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SA 06.04.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Sagen Sie die Wahrheit?
Ist alles Lüge?
Will man nur den Ruhm vom King of Pop zerstören?

Die Vorwürfe sind nicht neu. Es gibt sie schon lange. Dass mit Michael Jackson irgendwas nicht stimmte, wussten wir schon länger. Dass er merkwürdige Beziehungen zu Kindern pflegte, war bekannt. Ob mehr dahintersteckte, blieb immer im Dunkeln. Aber gemunkelt wurde schon lange. Auch wenn ein Gerichtsprozess zugunsten von Jackson ausging.
Nun aber gibt eine Doku, 236 Minuten lang. Darin erzählen zwei Männer davon, was Michael Jackson (angeblich) mit ihnen gemacht hat. “Leaving Neverland” sorgt für Aufsehen.
Am Sonnabend lief der Film auf ProSieben.
Ein Film, der erschüttert.

James Safechuck, jetzt 40 Jahre alt, und Wade Robson, inzwischen 37, erzählen in dieser Doku, wie sie Jackson kennengelernt haben. Es war Liebe, sagen sie. Und im Grunde lieben sie ihn heute noch. Michael gab sich als Freund, und diese Freundschaft wurde immer enger. Bis zum Sex, wie die Männer sagen. Sie schildern, was er mit ihnen gemacht hat. Und wie er dafür sorgte, dass nichts ans Licht kommen sollte.
Der Film erzählt aber auch davon, wie auch die Mütter der Jungen hineingezogen – oder eher: hineingesogen wurden. Man fragt sich ja, wie es sein kann, dass sie das alles zuließen. Dass sie es zuließen, dass ihre Jungs zu Michael durften. Dass sie stundenlang telefonierten.
Aber dieser Michael Jackson war eben nicht irgendwer, sondern ein großer Star. Und natürlich ging man davon aus, dass auch die Jungs was davon haben würden.
Die Doku erzählt aber auch, warum die Männer später geschwiegen haben, warum sie Falschaussagen machten.

Stundenlang müssen wir diese intimen Details hören. Und, ja, wir müssen. Es ist richtig, wir wissen nicht, was im Detail alles stimmt und was eventuell nicht. Dass die Männer vielleicht etwas zu ihren Gunsten ausschmücken, kann auch sein. Aber kann es sein, dass die ganze Story eine Lüge ist? Das zumindest versuchen Michael-Jackson-Fans den anderen weiszumachen.
Es ist jedoch kaum zu glauben, dass man sich das alles so ausdenkt. Dass dem Regisseur inzwischen Fehler nachgewiesen worden sind, sei dahingestellt – aber dass es den kompletten Film in Frage stellt, erscheint übertrieben.

Es ist wichtig, Opfern eine Stimme zu geben. Dass ProSieben dafür am Sonnabend vier Stunden lang die Primetime frei räumt (in vier Stunden nur drei kurze Werbeblöcke, den ersten nach 103 Minuten), ist bemerkenswert und gut. Auch wenn natürlich Quoten auch eine Rolle spielen.
Wir Zuschauer müssen jetzt selbst überlegen: Glauben wir den Männern? Und vor allem: Was macht das mit unserem Andenken an Michael Jackson? Können wir noch ohne Ekel seine Songs hören? Auf die Fragen werden wir irgendwann Antworten finden (müssen).

Hits: 144

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Die 1. Headis Team WM

Sonntag, den 24. März 2019
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SA 23.03.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Vermisst: Stefan Raab. Immer noch.
Am Sonnabend zeigte ProSieben “Die 1. Headis Team WM”. Wieder eine neue abendfüllende Show mit einem Sportevent, bei dem Promis gegeneinander antreten.
Headis ist Kopfballtischtennis, ein Sport, der mehr und mehr in Mode kommt und bereits bei “TV total” ausprobiert worden ist. Da war auch noch Stefan Raab mit dabei.

Wie sehr er fehlt, sieht man bei all diesen Sportevents, die ProSieben immer noch im Programm hat. Der Sport ist irgendwie sehenswert. Headis ist durchaus cool. Aber er trägt keine drei Stunden. Es ist letztlich nicht interessant genug, einfach nur die Leute spielen zu sehen.
Es fehlt an einer Figur, die die Show auch in Sachen Entertainment durch den Abend trägt. Einer eben wie Stefan Raab.

Daran krankt übrigens auch “Catch! Die Deutsche Meisterschaft im Fangen” am Freitag auf Sat.1. Einfach nur Leuten beim Fangespielen zuzusehen, ist einfach nicht abendfüllend.

Hits: 182

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Oscar 2019

Dienstag, den 26. Februar 2019
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SO 24.02.2019 | 2.00 Uhr (Mo.) | ProSieben

5.17 Uhr in Deutschland. Die Oscar-Verleihung 2019 ist zu Ende, und vermutlich war sie noch nie so früh für beendet erklärt worden. Weil die Einschaltquoten in den USA rapide abwärts gehen, dachten sich die Veranstalter, dass sie das Ganze straffen müssen – das haben sie auch geschafft. Nach etwas mehr als drei Stunden war die Show gelaufen.

Einer aber scheint ein schlechter Verlierer zu sein: Spike Lee. Er hat zwar den Oscar für das beste Drehbuch für seinen Film “BlacKkKlansman” bekommen – nicht aber den für den besten Film. Wenn man “Spiegel online” glauben darf, war er darüber so richtig sauer. Als Julia Roberts verkündete, dass “Green Book” den Oscar bekommt, soll Spike Lee rausgelaufen sein.
In “BlacKkKlansman” geht es um einen Afroamerikaner und einen Juden, die verdeckt gegen den Ku-Klux-Klan ermitteln. In “Green Book” geht es um einen Weißen, der für einen Schwarzen arbeitet und dort den Rassismus miterlebt, den der Schwarze erleben muss.

Nun ist es ja immer Geschmackssache, zu entscheiden, welcher der bessere Film ist. Aus meiner Sicht ist “Green Book” die bessere Entscheidung (wobei auch “Bohemian Rhapsody” hätte gewinnen können). Denn dort bekommt ein Weißer, latenter Rassist, mit, was Schwarze erdulden müssen – es geht aber eben auch um seinen Boss. Beide entwickeln sich – ein fesselnder Film.
“BlacKkKlansman” dagegen kommt mitunter ein wenig wirr daher. Dass einer mit den Rassisten telefoniert, der andere aber Kontakt aufnimmt, ist unlogisch. Dass es dafür den Drehbuch-Oscar gab, auch.
Sicherlich kann man enttäuscht sein, wenn man nicht das bekommt, was man sich erhofft hatte, aber Spike Lee ist ein sehr schlechter Verlierer.

Was soll denn Glenn Close sagen? Zum x-ten Mal nominiert, diesmal für “Die Frau des Nobelpreisträgers”, wäre sie eigentlich dran gewesen – vor allem, weil sie in diesem Film unfassbar gut spielt. Aber es hatte wieder nicht sein sollen.

Dass alle Welt die Moderation vermisste, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Präsentatoren machten ihre Sache meist gut, eine Moderation hätte alles wieder in die Länge gezogen.
Der Höhepunkt der Nacht waren jedoch Lady Gaga und Bradley Cooper, die auf der Bühne ihren Filmhit “Shallow” sangen – während des Auftrittes gab es keinen einzigen Schnitt, die Kamera näherte sich zunächst von hinten und b,lieb dann ganz nah dran. Wahnsinnig schön. Der Song hat zurecht den Oscar gewonnen.

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Oscar 2019: red. Carpet Live

Montag, den 25. Februar 2019
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SO 24.02.2019 | 23.55 Uhr | ProSieben

Es war nicht immer ein guter Abend für Steven Gätjen. Mal wieder stand er am späten Sonntagabend für ProSieben und “red.” am Roten Teppich der Oscar-Verleihung, aber diesmal haben ihn seine Nachbarn mächtig geärgert.
Es ist aber auch ein schwieriger Job. Die Promis flanieren auf dem Roten Teppich – an den vielen Fernsehleuten vorbei. Und alle wollen die Promis für Interviews haben. Die Manager laufen vorneweg und schauen schon mal, wo der jeweilige Promi stehen bleiben könnte.

Aber, ach: Die Kollegen, die neben dem kleinen ProSieben-Team standen, die waren einfach viel zu egoistisch. Viel zu lange führten sie die Promi-Interviews, und dann wollten sie auch noch Selfies machen.
Da wurde Steven aber mal richtig sauer. Er meckerte über seine Kollegen, und die Kamera schwenkte auf die Moderatorin, die offenbar gerade ihr Selfie auf Instagram postete.
So viel Frust war wohl selten, und Steven Gätjen kündigte schon mal an, dass das im nächsten Jahr wieder anders laufen würde.

Am Roten Teppich hat ProSieben übrigens ganz nebenbei ein neues Talent entdeckt: Bill Kaulitz! Eigentlich sollten Annemarie Carpendale und Viviane Geppert die Klamotten der Promis kommentieren – sie hatten sich offenbar Bill Kaulitz dazu geholt, und ausgerechnet er sorgte dafür, dass noch ein bisschen mehr Lockerheit in die Sache kam. Er hatte sichtlich Spaß dabei, zu beobachten und zu erzählen, was da so los ist und wie er das findet.
Bill Kaulitz sollte öfter so was machen, das scheint er gut zu können. Vielleicht ja eine Zweitkarriere neben der Musik: irgendwas mit Fernsehen.

Hits: 213

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Schlag den Star: Sasha vs. Tim Mälzer

Donnerstag, den 14. Februar 2019
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SA 09.02.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Ein gutes Konzept allein macht noch keine gute Show. Man braucht Leute, die dieses Konzept mit Leben füllen. Das haben wir sehr eindrucksvoll am Sonnabendabend auf ProSieben erleben dürfen.
Nachdem Steffen Henssler keine Lust mehr auf den Wettbewerb hatte, den einst Stefan Raab ins Leben gerufen hatte, zeigt ProSieben nun stattdessen wieder “Schlag den Star”.
Zwei Stars treten in bis zu 15 Spielen live gegeneinander an. Ende offen. Verlauf sowieso.

Das Konzept funktioniert. Auch deshalb, weil es ja eigentlich nur ein Grundgerüst ist. Die 15 Spiele sind immer andere, keine Show gleicht der anderen.
Aber was ist, wenn die Promis lahm sind? Wenn Sarah Lombardi in Wirklichkeit gegen Eko Fresh keine Chance hat? Oder wenn die Stars an sich langweilig sind? Dann hilft auch das beste Showkonzept nichts. Lahm bleibt lahm.

Am Sonnabend aber traten Sasha und Tim Mälzer gegeneinander an. Und insbesondere der Fernsehkoch Mälzer hat an diesem Abend bewiesen, was für ein phantastischer Entertainer er ist. Er hat ein bisschen mit den Pfunden zu kämpfen, und deshalb hatte er hier und da ordentlich zu pumpen. Aber das war es nicht, was es so spannend machte: Er nahm die Show ernst, er wollte gewinnen – aber das immer mit sehr viel Humor und Ironie. Er wollte den Sieg, blieb dabei aber immer sympathisch. Flüche, kleine Wutausbrüche – alles blieb im Rahmen des Guten.
Sasha war der ruhigere Gegenpool, derjenige, der besonnener sein Ding durchzog – im Gegenspiel zu Mälzer geradezu perfekt.

Bis nach 1 Uhr dauerte die Show. Wirklich langweilig geworden ist es aber nie, und fast ist es ein bisschen schade, dass Tim Mälzer schon abgewunken hat, dass er der nächste Raab werden möchte.

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