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Late Night Berlin: Kinder fragen Kanzler:innen – Armin Laschet

Sonntag, den 19. September 2021
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DI 14.09.2021 | 22.30 Uhr | ProSieben

Pauline und Romeo haben es drauf. Sie bringen Armin Laschet zur Weißglut. Mindestens innerlich. Es war wohl eines der denkwürdigsten Interviews mit dem Kanzlerkandidaten.
Aber das besondere ist: Pauline und Romeo sind Kinder. Schon seit längerem haben die beiden eine Rubrik bei “Late Night Berlin” auf ProSieben. Sido war dort schon zu Gast und auch andere harte Rapper. Dass ihre Fragen schon mal sehr nachbohrend sind, das hätte auch dem Team von Armin Laschet auffallen können.

Am Dienstagabend lief das Interview in der Sendung von Klaas Heufer-Umlauf, später noch eines mit Olaf Scholz. Die Kinder wollten wissen, was es mit Hans-Georg Maaßen auf sich habe – sie hätten da einiges gehört. Und im “Spiegel” gelesen. Durchaus ungewöhnlich für Kinder, und man kann davon ausgehen, dass sie relativ sicher was aufs Ohr bekommen.
Armin Laschet jedenfalls war zunehmend genervt. Um nicht zu sagen: pissig. Er glaube nicht, dass Romeo den “Spiegel” lese und dass sich die beiden mit den von ihnen angesprochenen Themen auskennen würden.

In der Tat ist das ein spannendes Thema, wie die Kinder eigentlich die Infos bekommen. Ein Briefing vorher? Die Fragen aufs Ohr?
Andererseits ist die Reihe nicht neu – das Beraterteam von Laschet hätte wissen müssen, worauf es sich einlässt. Auf Rezo hatte Laschet keinen Bock, aber die Kinder hielt er für harmlos. Falsch gedacht.
Verheerend dabei ist, wie der Kanzlerkandidat mit den Kindern umgegangen ist. Vollgemault hat er sie, als ob sie die Bösen sind, weil er nicht sagen wollte, was er von Maaßen hält – und weil es ja so empörend ist, dass Kinder so was fragen. Da waren die süßen Kleinen plötzlich Spottobjekte Laschets.
Kommt gar nicht gut. Und die Laschet-Blase schäumt, man habe ihren armen Kandidaten aufs Glatteis geführt. Wenn er schon bei Kindern so aus dem Tritt kommt, was passiert dann erst wenn mal ein Treffen mit Putin nicht so verläuft wie geplant?

-> Das Interview auf Youtube

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Zervakis & Opdenhövel. Live.

Samstag, den 18. September 2021
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MO 13.09.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Eine große Enttäuschung für ProSieben. Die neue Informationsoffensive wird von den jungen Leuten verschmäht. Gerade mal 470.000 Menschen haben am Montagabend die Premiere von “Zervakis & Opdenhövel. Live.” eingeschaltet. Das ist sehr wenig, auch für ProSieben.

Dabei ist es schon erstaunlich, wie sehr ProSieben an diesem Abend an der Zielgruppe vorbeigesendet hat. Meilenwelt.
Dabei ist es grundsätzlich gut, dass sich der Sender nun auch journalistisch profilieren will. Ein bisschen Relevanz ins Programm bringen und nicht die ewige Sitcom-Dauerschleife. Allerdings sollten sich die verantwortlichen Leute eines jungen Programms wie ProSieben, wie so ein Magazin aussehen sollte. So wie “Zervakis & Opdenhövel. Live.” jedenfalls nicht.

Mit einem schwer verdaulichen Thema begann die Sendung, es ging um eine afghanische Popsängerin, die nach der Taliban-Machtübernahme ihr Land verlassen musste. Wichtiges Thema, aber auch ein knalliger Einstieg in ein neues Magazin? Das ganz sicher nicht. Ein sehr langer Beitrag, ein extrem langes Interview. Tiefgehend, ja. Erschütternd auch. Aber dennoch: sehr schwere Kost zum Einstieg.
Später ging es noch um die Flutopfer von der Ahr, die wochenlang beobachtet worden sind – es folgte nach einem weiteren sehr langen Beitrag ein sehr langes Studio-Interview.
Zwischendurch gab es immerhin noch die Trend-Meldungen der Woche, und James Blunt war zu Gast, um Bier zu trinken.

Das Magazin hat mehrere Probleme. Der Anspruch ist hoch, aber im Jugendprogramm ist sie eine Nische. Die Themen sind wichtig, aber sie eignen sich – und das in der epischen Länge – kaum dazu, junge Zuschauende zu gewinnen und zu halten. Das James-Blunt-Interview war irgendwie auch … keine Ahnung, ob die Jugend interessiert, wie er einen Bierkrug stemmt, und die Simultan-Übersetzung übertönte selbst die Fragen von Zervakis und Opdenhövel, ein großes Durcheinander.
Diese zwei Stunden sahen zwar optisch ganz gut aus, aber von der Machart wirkte das Magazin dann doch so bieder wie in den 90ern.
Ein weiteres Problem: Wenn es schon nicht die jungen Leute interessiert – auch die älteren schalten kaum ein. Weil sie schlicht nicht ProSieben schauen, um solche Magazine zu sehen. Selbst wenn die Älteren vielleicht was mit dem Namen Zervakis (vorher: Tagesschau) anfangen können, für die Jungen ist sie vermutlich unbekannt.

Es heißt, die Verantwortlichen haben sich einen langen Atem versprochen. Den werden sie brauchen. Was sie aber noch mehr brauchen, sind frische Magazin-Ideen für 2021. Die sind ihnen bislang nicht eingefallen.

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How fake is your Love?

Donnerstag, den 9. September 2021
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DI 07.09.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Wieder ziehen irgendwelche Leute in ein großes Haus mit Garten, irgendwo wo es sonnig und warm ist. Wieder sitzen sie da, unterhalten sich, beäugen sich, müssen dann was spielen, und am Ende müssen die Kandidaten andere Kandidaten wählen, die ausziehen sollen.
ProSieben hat in diesem Spielchen mal wieder eine neue Variante gefunden: Das neue Reality-Format, das am Dienstagabend gestartet ist, heißt “How fake is your love?” Und man merkt schon am supereinfallsreichen Titel, der an “How deep is your Love?” erinnert: Hier geht es mal wieder darum, möglichst einfach Misstrauen und Zoff zu erzeugen.

Acht Paare ziehen in eine Villa ein, und alle Paare müssen rausfinden, welche(s) Paar(e) gar keine sind. Da ist der Bademeister und seine Schwimmerin. Eine ältere Dame und ihr sehr junger Freund, ein schwules und ein lesbisches Paar. Es ist eine Ansammlung aus lauter mehr oder weniger auffälligen Paaren.
Nach und nach ziehen sie ein und beginnen zu reden. Dann reden sie. Sie reden miteinander und übereinander. Dann reden sie ein bisschen. Und rätseln. Und reden wieder.
Das ist leider nur so mittelinteressant. Warum sollte man es auch spannend finden, welche dieser völlig fremden Leute kein Paar sind? Noch dazu, wenn das sympathischste Pärchen gleich in Folge 1 ausscheidet, ob die echt sind.

Wie fakig die Liebe von irgendwelchen Leuten ist – ich muss das nun wirklich nicht wissen und damit fünf weitere Dienstage verbringen. Falls die öde Sause nicht eh vorher abgesetzt wird.

-> Die Sendung bei Joyn

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ProSieben. Das Thema: Deutschland radikal – Wie Hass unsere Gesellschaft spaltet

Mittwoch, den 8. September 2021
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MO 06.09.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Verblendung und Hass. Jagd auf Andersdenkende. Bedrohungen. Gewaltbereitschaft. Eine gefährliche Mischung.
Deutschland ist in den vergangenen beiden Jahren nicht nur von einem Virus bedroht worden, sondern von mindestens zwei. Auf der einen Seite das Coronavirus und die Folgen und Gegenmaßnahmen. Auf der anderen Seite diejenigen, die das alles nicht glauben und überall Verrat wittern.

ProSieben widmete sich am Montagabend zur besten Sendezeit einem explosiven Thema: dem Hass. Wo kommt der Hass her? Und wer schürt diesen Hass? “Deutschland radikal – Wie Hass unsere Gesellschaft spaltet”.
Zum Beispiel die Bild-Zeitung. Chefredakteur Julian Reichelt sagt im Interview mit Thilo Mischke, dass es ihm egal sei, was die Berichterstattung auslöse. Er wolle berichten, welche Folgen das habe, sei ihm egal. Verantwortungsvoller Journalismus geht anders, und Reichelt und seine Leute erweisen sich mehr und mehr als geistige Brandstifter – wie Reichelt in dieser Doku bewies.
Zum Beispiel der Sender, der von der russischen Regierung bezahlt wird. In einem Livestream von einer Demo werden Lügen verbreitet, und man tut so, als vermute man nur, stellt die Lügen dann aber doch als Fakten dar – und die verbreiten sich. Mischke und die Antifa würden zusammenarbeitet, sagt der Journalist des Propagandasenders. Das ist falsch.

Anhänger einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen wollen nicht gefilmt werden. Dafür filmen sie die unliebsamen Journalisten, bedrängen sie. Sie fordern Grundrechte – aber nur für sich, nicht für die anderen. Demoteilnehmer schreien Journalisten an, bedrängen sie, schlagen sie – und beschweren sich, sie würden provoziert, und man würde sie bedrängen. Leute, die von einer Diktatur faseln und in einer Diktatur längst weg vom Fenster wären.
Man fragt sich, was in diesen Leuten vor sich geht. Ist das die totale Verblendung? Ist es Dummheit? Oder die schlichte Angst, in einer komplizierten Welt nicht mehr die einfachen Antworten finden zu können?

Es ist eine Doku, die nachdenklich macht – und auch wütend. Und es stellt sich die Frage, wie man mit solchen Menschen eigentlich noch diskutieren kann, die sich ja eh nichts mehr sagen lassen. Das macht ratlos.

-> Die Doku bei Joyn

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Wer stiehlt Bastian Pastewka die Show?

Freitag, den 6. August 2021
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DI 03.08.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Joko Winterscheidt hat seine Show verloren. Bastian Pastewka hat sie ihm weggenommen. Oder besser gesagt: Pastewka hat Joko abgezockt.
Momentan läuft auf ProSieben jeden Dienstagabend die zweite Staffel von “Wer stiehlt mir die Show?”. Ursprünglich saßen Bastian Pastewka, Shirin David und Teddy Teclebrhan im Rateteam – plus ein Wildcard-Kandidat. Am Ende bleibt ein Kandidat übrig, und dann wird gegen Joko um die Show gespielt. Wer gewinnt, darf beim nächsten Mal moderieren.

Diese Show ist definitiv eines der Unterhaltungshighlights 2021. Nicht nur, weil die Idee so nett ist, dass jemand dem eigentlichen Moderator die Show abzocken kann. Sie ist witzig, was am guten Zusammenspiel von Winterscheidt und den Kandidaten liegt. Die Spiele sind extrem unterhaltsam, manchmal etwas irrsinnig.
Und dann hat Pastewka in der Vorwoche Winterscheidt die Show abgenommen.

Pastewka trat am Dienstag im Smoking auf und erinnerte mit seinem Auftritt an Showgrößen wie Peter Alexander oder Rudi Carrell oder Karl Moik. Für lustige Gags gab es schon mal 5 Mark ins Schweinderl – Robert Lembke lässt grüßen. Am Ende gab er den Dieter Thomas Heck und lass einen Abspann vor – wenn auch nicht den richtigen.
Pastewka gab der Show seine eigene Note, und die machte richtig Spaß. Am Ende gewann Shirin David, und sie wird am kommenden Dienstag vermutlich wieder was ganz anders mit “ihrer” Show anstellen.

-> Die Show bei Joyn

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Die Alm

Samstag, den 26. Juni 2021
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DO 24.06.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Als ob da jemand drauf gewartet hat, schickt ProSieben nach Staffel 1 vor 17 Jahren und Staffel 2 vor 10 Jahren nun wieder Prom…, äh, Leute auf “Die Alm”. Immer am Donnerstag heißt es in den nächsten Wochen “Promischweiß und Edelweiß”. Es heißt, die Prom, äh, Leute würden leben wie vor 100 Jahren auf dem Land.

Nun lebt so ein Format natürlich von Leuten, die man irgendwie kennt oder die irgendwie spannend sind. Das fing das Problem mit dieser Möchtegern-Trashshow schon an. Mirja du Mont kam als erstes auf die Alm, sie ist die Ex-Frau von Sky du Munt, ist nun aber froh, was Eigenes zu machen. Wirklich aufregend. Dann kam Hollywood-Matze. Ja, genau der! Der Bodybuilder-Typ macht Youtube-Videos, die offenbar ein paar Leute gucken. Nie von ihm gehört. Dann kam Katharina Eisenblut, die mal Kandidatin bei DSDS war – du weißt schon, wer: Die, die mit diesem Dings jetzt zusammen ist, der auch bei DSDS war. Vivian Schmitt, ein bisschen über 40, war, äh, ist Erotikdarstellerin. Früher in Filmchen, jetzt sitzt sie vor Webcams und spielt vor der Kamera an sich rum.

Waren die Erwartungen an “Die Alm” vorher schon nicht all zu hoch, ging das Interesse nach Auftauchen dieser vier Menschen so ziemlich in den Minusbereich zurück. Menschen, die sich für wichtige Promis halten, ziehen in ein Landhaus, um da irgendwelche mehr oder weniger eklige und total aufregende Dinge zu machen.
Nur leider habe ich überhaupt keine Lust, einem gewissen Hollywood-Matze bei irgendwas zuzusehen. Oder mit mit Mirja du Mont zu langweilen.
“Die Alm” ist sogar zu öde, um es nebenher laufen zu lassen. Manchmal tut Langeweile einfach zu weh, um sie weiter ertragen zu können.

-> Die Sendung bei Joyn

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live ran – Fußball-U21-EM 2021 – Finale: Deutschland – Portugal

Montag, den 7. Juni 2021
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SO 06.06.2021 | 20.15 Uhr | ProSieben

Deutschland ist Europameister.
Und dabei hat die EM noch gar nicht begonnen – könnte man jetzt sagen, wenn man nicht ganz in der Fußball-Materie steckt. Aber die deutsche U21-Mannschaft hat am Sonntagabend im Finale der EM 2021 in Ljubljana gegen Portugal gespielt – und gewonnen.
Normalerweise hätte ProSieben Maxx dieses Event übertragen, aber weil sich Deutschland für das Finale qualifiziert hat, wanderte die Live-Übertragung zur großen Senderschwester ProSieben.

Am Freitag beginnt die eigentliche Fußball-EM 2021, die ja in Wirklichkeit die verschobene EM 2020 ist. Da werden wieder Das Erste und das ZDF die Platzhirsche im Free-TV sein, aber ProSieben hat schon mal gezeigt, wie man heute so eine Übertragung wuppen kann, ohne dass sich der Sender den Aufwand macht, nach Slowenien zu reisen – was in Zeiten des Coronavirus vermutlich auch nicht so einfach gewesen wäre.
Da gab es nicht nur den Kommentator, sondern auch den vom Football bei ProSieben bekannten Christoph “Icke” Dommisch, der zwischendurch dafür sorgt, dass Zuschauerfragen beantwortet werden. Die Atmosphäre war locker, fröhlich. Es macht Spaß, zuzuhören und zuzusehen.

Am Ende stand es 1:0 für die Deutschen, und als die Mannschaft den Pokal in Empfang nahm, war der Jubel groß. Nur den Autokorso in unserer Innenstadt habe ich irgendwie vermisst.
Auf den müssen wir wohl bis zur “erwachsenen” EM warten. In der Hoffnung, dass es dann auch einen Anlass für Autokorsos gibt…

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