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Late Night Berlin: The Voice of Germany

Samstag, den 3. November 2018
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DO 01.11.2018 | 22.40 Uhr | ProSieben

Ist eigentlich “The Voice of Germany” eine gute Show?
Donnerstags läuft neuerdings auch Klaas Heufer-Unmlaufs “Late Night Berlin” auf ProSieben – direkt nach “The Voice of Germany”. Die Late Night soll vom starken Quotenvorlauf profitieren – und deshalb sind auch immer Jurymitglieder der Castingshow zu Gast.

Allerdings: Es wird nicht gerade gute Werbung für “The Voice” gemacht. Kann es sein, dass die Kandidaten eigentlich gar keine Rolle spielen? Denn wenn Ausschnitte davon gezeigt werden, dann geht es immer nur darum, wie sich die Jurymitglieder humorvoll zoffen.
Wenn es darum geht, wer wen coachen darf, dann necken und streiten sich die Juryleute, sie springen auf, leisten sich total witzige Wortgefechte – und sorgen bei mir leider für einen Würgereiz.
Denn diese Scharmützel wirken zurecht geschnitten, einstudiert und einfach nur bescheuert. Und weil genau das immer wieder ausschnittweise bei “Late Night Berlin” gezeigt wird, ist das für mich das Signal: Ich muss diese Show nicht sehen. Ist mir zu blöd.

Insofern kann ich dem Team der “Late Night Berlin” nur dankbar sein, dass ich für “The Voice” keine Zeit verschwenden muss. Aber war diese Show schon immer so blöd-albern?

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Alle gegen 1

Dienstag, den 23. Oktober 2018
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SA 20.10.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Die ProSieben halten sie stoisch daran fest, dass Spielshows weit mehr als dreieinhalb Stunden dauern müssen. Am Sonnabend startete “Alle gegen 1”. Es ist der nächste Versuch, am Sonnabend live etwas auf die Beine zu stellen.
Elton hat einen Kandidaten, der einen Abend lang gegen Deutschland spielt. Das klingt aufregender als es ist. Es geht nämlich nur darum, dass der Kandidat etwas schätzen muss. Und die Zuschauer per App auch.

Dazu gibt es Einspieler oder Aktionen. Bastian Bielendorfer fährt Achterbahn mit einem Popcorneimer im Arm – und der Kandidaten sollte schätzen, wie viel von den 5000 Popcörnern übrig bleiben. Oder wie viele Luftballons nötig sind, ein Mädchen zum Schweben zu bringen.
Das ist irgendwie nett und nicht uninteressant – rein vom Konzept her aber nun wirklich nicht neu. Und dass man so etwas bis Mitternacht sehen sollte, erschließt sich auch nicht.

Gerade ProSieben leidet darunter, dass die junge Zielgruppe immer seltener Fernsehen schaut – also das klassische Live-Fernsehen. Aber dass der Sender nun Formate entwickelt, die Streaming-tauglicher sind – und entsprechend nicht ganz so lang – ist immer noch nicht zu merken. Und wenn eine Show schon so lange dauert, dann muss es auch einen entsprechenden Spannungsbogen geben. “Schlag den Raab” hatte den. “Alle gegen 1” nicht.

Eine interessante Erkenntnis brachte dieser überlange Showabend aber doch: Bastian Bielendorfer – bekannt geworden als Lehrerkind-Autor und Stand-up-Comedian – empfiehlt sich für mehr. Er hat eine gute Präsenz, kann recht gut moderieren und könnte für frischen Wind im ProSieben-Einerlei sorgen. Nur Mut!

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Late Night Berlin

Donnerstag, den 27. September 2018
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MO 24.09.2018 | 23.10 Uhr | ProSieben

Dass diese bewegten Zeiten auch viel Stoff für gute Satire bieten, das zeigen Sendungen wie “heute show”, “extra 3” oder das “Neo Magazin Royale” jede Woche.
“Late Night Berlin” auf ProSieben wirkt dagegen wie ein kreativer Bankrott. Dass das allein am Moderator Klaas Heufer-Umlauf liegt, kann man allerdings nicht sagen. Es liegt sicher auch am Autorenteam dahinter.

Am Montagabend gab es einen Beitrag, in dem Sidekick Jakob Lundt Leute in einer Art Museum auf den Arm nehmen musste. Klaas Heufer-Umlauf sagte ihm per Knopf im Ohr, was er sagen sollte. Mal abgesehen davon, dass die Idee inzwischen sehr alt und verbraucht ist – Jakob Lundt ist leider nicht derjenige, der das besonders witzig umsetzen kann. Zu steif und schüchtern ist er – und letztlich schlicht nur wenig lustig. Ein netter Typ, aber nicht der richtige Mann für diese Stelle. Auch als Sidekick wirkt er nicht gerade präsent, dass er bei der Band sitzt, aber nicht spielen kann, ist albern und uncool.

In einem zweiten Beitrag gab es eine Umfrage unter Passanten, die ihre abgedrehten Antworten aber abgelesen haben. Das war natürlich der Gag, aber die Leute lasen ihre Antwort so mies ab, dass der Witz leider auch da auf der Strecke blieb.

“Late Night Berlin” wirkt wie die Fortsetzung vom “Circus Halligalli”. Der hat aber nur im Zweiergespann mit Joko und Klaas funktioniert. Eine Late Night sollte aber anders laufen als eine einstmals gute Comedy- und Personalityshow.
Die Sendung von Montag hat leider gezeigt, dass es an neuen Einfällen mangelt – und auch noch an der guten Umsetzung der aufgewärmten Ideen.

Klaas Heufer-Umlauf hat Potenzial, und “Late Night Berlin” hat sowieso viel Potenzial. Umgesetzt wurde das Montagabend in eklatanter Weise überhaupt nicht.

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This is us – Das ist Leben

Mittwoch, den 18. Juli 2018
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MO 16.07.2018 | 20.15 Uhr | sixx

“This is us” ist eine in den USA gefeierte Serie. Endlich mal wieder ein großer Erfolg, heißt es. Kein Wunder, dass ProSieben die 1. Staffel auch in Deutschland sehr groß bewarb – um dann eine Bruchlandung hinzulegen. Die Quoten dümpelten weit unter einer Million Zuschauer, dennoch ist die Serie erstaunlicherweise zu Ende gesendet worden. Für Staffel 2 jedoch war auf ProSieben kein Platz mehr, sie läuft stattdessen bei sixx. Dort blieben am Montag, beim Staffelstart gerade mal noch 200.000 Zuschauer übrig.

Die Serie wird von den Kritikern gefeiert, und der Flop in Deutschland führt mal wieder zu den Diskussionen, dass die Deutschen einfach zu doof für solche Serien seien. Dass sie keine fortlaufenden Geschichten sehen wollen und können, weil sie es angeblich einfach nicht schnallen.
Dabei ist dieser Vorwurf schlicht falsch. Auch in Deutschjland gab und gibt es schon immer fortlaufend erzählte Serien. Selbst “Die Schwarzwaldklinik” in den 80ern war eine Mischung aus Episodengeschichten und fortlaufender Handlung. Die “Lindenstraße” erzählt nun seit 33 Jahren fortlaufende Geschichten, von den Daily Soaps nicht zu reden.

Ich muss gestehen: Das Fieber hat mich bei der Serie auch nie gepackt. Ich habe ihr drei Chancen gegeben. Bei ProSieben bin ich irgendwann nach Folge 5 oder 6 ausgestiegen, es hat mich nicht gepackt. Später habe ich dann doch alle Folgen bei Amazon Prime gesehen, aber auch da nur halbherzig. Irgendwie interessant waren nur die letzten drei Folgen von Staffel 1. Ein Zeitpunkt, den man ja normalerweise gar nicht mehr mitbekommt. Auch auf sixx war ich noch mal dabei, um während der 2. Folge zu beschließen, dass es das nun war. Ausstieg.

Sicherlich ist der Ansatz einer Familiengeschichte bei “This is us” reizvoll. Aber es gibt selbst im US-Serienbereich sehr viel spannendere Familienserien – wie zum Beispiel die hierzulande aber auch kaum beachtete Serie “Parenthood”.
Dass “This is us” auf verschiedenen zeitlichen Ebenen spielt – also die Familie parallel in verschiedenen Zeiten beobachtet, das war am Anfang interessant. Aber später hatte man immer mehr den Eindruck, die Handlung tritt auf der Stelle. Ich habe auch immer mal wieder den Überblick verloren, wer wann was gerade macht. Der Großvater stirbt am Ende von Staffel 1 und taucht in Staffel 2 wieder auf, weil die Story zeitlich wieder weiter vorne ansetzt. Das ödet mich leider an. Immer wieder dieselben Probleme, nichts kommt voran, zumindest hat man den Eindruck. Spannungsbögen fehlen oft komplett, Cliffhanger, die dafür sorgen könnten, dass man nächstes Mal unbedingt wieder einschalten sollte, fehlen oft.

“This is us” ist schlicht nicht fesselnd, und dass es noch mehr Leuten so geht wie mehr, zeigt die Quotenentwicklung, die nach Folge 1 zurückging und sich dann auf niedrigem Niveau einpendelte. Nun wird es spannend, ob bei sixx wenigstens die wenigen 200.000 Zuschauer gehalten werden.

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The Big Bang Theory

Dienstag, den 19. Juni 2018
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MO 18.06.2018 | 20.15 Uhr | ProSieben

Sommer und Fußball-WM. Das ist bei ProSieben eine Kombination, wo Resignation herrscht. Wo sie überlegen, ob sie einfach den Sendebetrieb einstellen oder eben tagelang irgendwas senden.
Sie haben sich für Letzteres entschieden. In diesen Tagen ist ProSieben ins Sommerloch gefallen. Man versucht erst gar nicht, über überstarken Fußball-Konkurrenz irgendwas entgegenzusetzen.

Deshalb gab es am Montag ab 20.15 Uhr einfach mal acht Folgen am Stück von “The Big Bang Theory”, einer Sitcom, die da sowieso schon leiern muss, so oft, wie das dort gesendet wird. Und damit der Zuschauer nicht irritiert oder überfordert wird, gibt es ab 0.05 Uhr einfach alle acht Folgen noch einmal, so dass von 20.15 bis 3.15 Uhr nichts anderes als “Big bang” läuft.

Gott sei Dank übertreibt man es aber nicht bei ProSieben. So laufen am Dienstag dann “Die Simpsons” nur von 20.15 Uhr bis 1.50 Uhr. Und es gibt zwölf Folgen am Stück, auf Wiederholungsblöcke wird verzichtet – aber natürlich ist unter den zwölf Folgen keine neue.
Richtig crazy gibt sich ProSieben aber am Mittwoch: Da laufen erst zwei alte Folgen von “Grey’s Anatomy”, bevor ab 22.15 Uhr sieben Folgen von “Two and a half Men” laufen, von denen drei aber schon mal im Nachmittagsprogramm zu sehen waren.

Und da wundern sie sich ernsthaft, warum die Einschaltquoten der deutschen Privatsender im Sinkflug sind. Vielleicht müssten sie einfach mal wieder Programm anbieten.

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Werbung: Samsung

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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MO 04.06.2018 | 23.59 Uhr | ProSieben

Verlieren ist keine schöne Sache. Eine Niederlage kann sehr schmerzlich sein. Aber in einer solchen Niederlage ist es ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass trotzdem viele Leute hinter einem stehen.

In der Werbepause der “Late Night Berlin” am späten Montagabend auf ProSieben war ein etwas anderer Spot zu sehen, und fast möchte man denken, dass die eigentliche Reklame für das Unternehmen gar keine so große Rolle spielte.
Zu sehen ist der Fußballer Mario Götze. Er steht vor einer Monitorwand, auf der Jogi Löw gerade erzählt, dass Götze nicht mit zur WM fahre. Es habe einfach nicht gereicht. Dazu hört man einen Song von Johnny Cash. Das Trikot mit der Nummer 19 geht in Flammen auf. Ganz allein ist er und kickt ein wenig – und erinnert sich an seine Verletzungen der vergangenen Zeit.

Aber dann: Die Musik dreht auf. Jubel. Der Schriftzug auf dem Handy: “Jungs, holt den Titel! 2020 wieder zusammen!” Man sieht ihn wieder spielen und das erfolgreich.
Es ist eine schöne Art, Mut zu machen. Vielleicht Trost. Auf jeden Fall Hoffnung und vor allem Rückhalt. Von den Menschen, und in diesem Fall von seinem Sponsor, dessen Schriftzug am Ende eingeblendet wird.
Manchmal erzeugt Werbung echte Gänsehaut.

-> Der Spot auf YouTube.

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Will & Grace

Samstag, den 12. Mai 2018
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MI 09.05.2018 | 22.45 Uhr | ProSieben

Sagen wir mal so: Es lief nicht gut für “Will & Grace” auf ProSieben.
Allerdings: Man hätte sich das denken können.

Dabei gehört die US-Sitcom zu den wirklich guten. Der schwule Anwalt Will Truman wohnt mit seiner besten Freundin Grace Adler in einer Wohnung. Acht Staffeln lang gab es Irrungen und Wirrungen, neue Partner, Trennungen und Liebeleien. Und natürlich viele gute Gags.
2006 war Schluss – und elf Jahre danach gab es plötzlich eine 9. Staffel.
Dass ProSieben sie zur Primetime ausstrahlt, ist zwar erfreulich, verwundert aber dennoch. Immerhin hat ProSieben 2005 schon mal mit der Serie Schluss gemacht, wirklich prominente Sendeplätze gab es nie wirklich. Der Tiefpunkt war erreicht, als die 8. Staffel 2008 erst bei Sat.1 Premiere feierte – in der Nacht zum Sonntag um 4.30 Uhr. Da lief auch die letzte Folge.

Am Mittwochabend lief bei ProSieben also die 9. Staffel an – zum Start ab 21.15 Uhr vier Folgen am Stück. Die Quoten sind ein Desaster – was aber kein Wunder ist. Die 9. Staffel kommt aus dem Nichts, Wiederholungen gab es nicht, ein Hype konnte nicht entstehen.
Und weil die Quoten mit teilweise nicht mal 400.000 Zuschauern extrem grottig waren, könnte es sein, dass “Will & Grace” ihren tollen Sendeplatz bald wieder verlieren. Schade eigentlich.