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Rügen 2021 (4): Prora – Huch, ein Supermarkt!

Montag, den 16. August 2021
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(3) -> 15.8.2021

Und plötzlich steht in Prora ein Supermarkt.
Der große Nachteil am Ostseebad Prora war bislang, dass der Ort quasi keine Infrastruktur hatte. Man konnte nichts einkaufen, man musste dazu nach Binz. Und das, obwohl in den sanierten KdF-Blöcken schon ordentlich was los ist.

Die Bücherhalle mit den Restbeständen ist in Binz und Prora schon mehrfach umgezogen. Doch diesmal war die Überraschung groß. Denn das freie Gelände, auf dem das Zelt mit der Bücherhalle stand, ist nun ein bebautes Gebiet. Dort steht jetzt ein großer Edeka-Markt. Er muss noch recht neu sein.
Dahinter befindet sich der sogenannte Glaspalast. Ob es sich dabei um ein neues Gebäude handelt oder um einen umgebauten Altbau, kann ich nicht beurteilen. Und ein Glaspalast ist es auch nicht wirklich. Dort jedenfalls ist jetzt der “Bücherzirkus” wie der Restposten-Handel jetzt heißt. Übrigens in der Vierten Straßen 4. Eine nette Adresse.

2017 war ich in Prora an der Poststraße in einer anderen Bücherhalle. Es war ein Mekka der alten Taschenbücher und Schallplatten – ein wahnsinnig spannender Kramladen in einem kleinen Altbau. Inzwischen scheint aber das komplette Gebäude schlicht nicht mehr da zu sein – ich habe das Haus nicht mehr entdecken können. Es wird also nicht nur gebaut und saniert, sondern auch abgerissen.

Richtig viel getan hat sich auch am sogenannten KdF-Komplex. Am Nordstrand ist das Gebäude-Ensemble fast komplett saniert. Nur am ganz nördlichen Ende gibt es noch ein paar verfallene Gebäudeteile.
Mitunter ist erstaunlich, was oder wer dort eingezogen ist: zum Beispiel das “Mariandl am Meer”. Dabei scheint es sich um eine bayerische oder österreichische Kette zu handeln, denn auf Schildern gibt es verschiedene Begriffe wie “Hütte”, die auf Orte im Hotel hinweisen. Dabei wirkt dieser Ort so gar nicht mariandlig.
Denn egal, wer sich dort ansiedelt – nebenan ist eine Tagespflege -, es bleibt der einfarbige, nicht enden wollende Koloss. Bedrückend. Trotz der Belebung. Nur die Seeseite ist durch die Balkone etwas netter gestaltet.

Auch am Südstrand tut sich was. Der bislang unsanierte Teil, wo auch das NVA-Museum war, wird momentan umgebaut. Ist auch das Teilstück fertig, dann ist – zumindest in Sichtweite – erst mal alles saniert.
Manchmal ergibt sich aber ein merkwürdiges Bild. Denn direkt neben einem bewohnten teil, befindet sich der alte Tunnel zum Strand. Das Gebäudeteil ist nicht saniert. Die Bewohner können sich also schon freuen, dass hinter der Wand irgendwann noch kräftig gebaut wird.

-> Beitrag aus Prora in KeineWochenShow #241 auf Youtube

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KeineWochenShow

#241 – Koloss bleibt Koloss

Sonntag, den 15. August 2021
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Urlaub! KeineWochenShow kommt diesmal aus dem Studio in Oranienburg-Ost und aus Binz. Dazu gib es Impressionen von der Rügen-Fähre zwischen Stahlbrode und Glewitz und aus Binz. Außerdem schauen wir uns in Prora um. Was hat sich inzwischen an den ehemaligen KdF-Blöcken getan? Ziemlich viel, und das werden wir in diesem Beitrag sehen.

Außerdem sprechen wir über die steigenden Coronazahlen, über die Tests, die bald was kosten und über eine von der Polizei beendete Party in Borgsdorf. Es geht um den (Un)modernen Fünfkampf bei Olympia und um einen Landratskandidaten für Oberhavel.
Das und mehr in KeineWochenShow #241 auf Youtube.

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KeineWochenShow

#66 – Geschichte wird verbannt

Sonntag, den 8. April 2018
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Geschichte wird verbannt! In der neuesten Folge der “KeineWochenShow” sprechen wir darüber, wie wir mit Geschichte und mit der Vergangenheit umgehen. Vor allem mit der sichtbaren Vergangenheit. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Museum für die Geschichte des KdF-Bades, der NVA und der DDR in Prora. Es fällt der Sanierung des Ex-KdF-Gebäudes zum Opfer. Es wird damit wohl keine Stelle mehr dort geben, an der man sehen konnte, wie das Gebäude mal ausgesehen hat.

Außerdem geht es um diverse Krisen: um die bei der Feuerwehr in Berlin, die unter dem Motto #Berlinbrennt momentan für bessere Bedingungen kämpft. Um die Krise rund um den UKW-Radioempfang, der in der kommenden Woche in Gefahr sein könnte. Um die Grippe-Krise und die Entscheidung der Krankenkassen, nun doch den Vierfachimpfschutz zu bezahlen. Um einen Kampfhund in Hannover, der zwei Menschen totgebissen hat.

Das alles und noch mehr in KeineWochenShow #66 auf YouTube.

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Rügen 2018 (5): KdF – Geschichte wird ausgelöscht

Samstag, den 31. März 2018
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(4) -> 30.3.2018

Viele Jahre lag der Komplex des ehemaligen KdF-Bades in Prora im Dornröschen-Schlaf. Immer da war in den vergangenen Jahren das Museum mit Erinnerungen an die DDR-Zeit, die NVA und die NS-Zeit, als der Megabau tatsächlich ein Koloss für Urlauber werden sollte.

Inzwischen wird das Gelände entwickelt und saniert. Investoren haben dort schon ein Luxushotel eröffnet, man kann dort Wohnungen kaufen oder Apartments mieten.
Der Komplex wird nach und nach saniert – und mittendrin ist immer noch das Museum. Und der nichtsanierte Teil des Kolosses.
Das scheint den Investoren ein Dorn im Auge zu sein.

Am 30. September 2018 schließt das Museum, und ich halte das für einen Skandal. Petionen haben nichts gebracht, Verhandlungen liefen ins Leere. Man will das Museum da nicht haben. Wieder will man Geschichte auslöschen.
Wir brauchen dieses Museum, und wir brauchen es genau dort, wo es jetzt ist. Man kann Prora umbauen, man kann die Fassaden aufhübschen – aber es wird immer der KdF-Koloss bleiben. Und wir brauchen dort eine Stelle, die an das Original erinnert. Einen Gebäudetrakt, in dem an das Alte erinnert wird, der so bleibt, wieder war. Der erzählt, was diesen Ort mal ausgemacht hat und auch immer ausmachen wird. Es ist ein Fehler, diese Geschichte auslöschen zu wollen. Es darf nicht immer nur darum gehen, jeden Zentimeter dort zu Geld zu machen. In Prora ist vom Betongold die Rede.
Dass in der Politik in Binz, im Landkreis Vorpommern-Rügen, in Schwerin und Berlin darauf niemand wert zu legen scheint, ist ein echter Frevel.

Wir haben uns in diesem Museum noch mal umgesehen, auch weil ein Teil unserer kleinen Reisegruppe in den 80ern in Prora bei der NVA war. Der sich erinnerte, wo der Appellplatz war, wie es drinnen in den Fluren aussah (und im Museum sind Teile der Flure und Räume im Originalzustand), der sich den Waschraum ansah und erzählte, wie sich Soldaten damals “schüsselten”. Diese Erinnerungen wird es bald in dieser Form nicht mehr geben.

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Rügen 2018 (2): Verlangsamte Rückreise

Samstag, den 6. Januar 2018
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(1) -> 5.1.2018

2. Januar. Für viele Rügen-Touristen bedeutete das, Abschied zu nehmen. Und: im Stau zu stehen. Da die B96 nördlich von Bergen gesperrt ist, rollt der Verkehr über Prora und Karow. Deshalb staute es sich kilometerlang – am Impro-Kreisel in Karow, später noch mal in Bergen und auf der neuen B96 kurz vor der Rügenbrücke.
Letzteres ist ein regelrechter Schildbürgerstreich, wie am Tag danach aus der “Ostsee-Zeitung” zu erfahren war. Im Bereich Rambin entstand nämlich ein Stau, weil auf der Rügenbrücke nur eine der beiden Fahrstreifen freigegeben war. Das änderte sich erst, als ein Mitarbeiter des Straßenbetriebes privat dort langfuhr und in der Leitstelle in Malchin anrief – erst da wurde die Spur freigegeben. Kann das wirklich sein, dass Staus hingenommen werden, weil man irgendwie nicht so genau drauf achtet, wie der Verkehr rollt? Und sitzen die Menschen, die da dafür verantwortlich sind, wirklich auf dem richtigen Stuhl?

Wir haben das geahnt und sind am 2. Januar noch auf der Insel geblieben – stattdessen fuhren wir mit der Bäderbahn von Binz nach Prora. Auf dem Binzer Kurplatz beginnt die Fahrt, für 5 Euro (ohne Rückfahrt) geht es durch den Ort bis nach Prora – zum ehemaligen KdF-Gelände.
Dort wandelt sich die Gegend zum Urlauberzentrum mit Hotel, Ferienappartments, Jugendherberge und Mietwohnungen für Einheimische. Das lange Gebäude direkt am Ostseestrand ist teilweise schon saniert und neu in Betrieb, an anderen Stellen liegt es noch brach. Mittendrin liegt das NVA-Museum, in dem man auch viel Insel- und DDR-Geschichte erfahren kann. Was aus dem Teil des Blockes wird, ist wohl immer noch unklar. Ich finde, es muss erhalten bleiben! In welchem Zustand ist dann eine andere Frage – auch, wer sich um eine eventuelle Sanierung kümmert. Aber in Prora, in diesem Block, muss an die Geschichte erinnert werden. Alles andere wäre Frevel!

Am Tag danach: unsere Rückreise. Und wieder Stau vor Bergen. Die Unfähigkeit oder Untätigkeit der Verantwortlichen im Landesbetrieb zeigt sich insbesondere auf der B196 in der Inselhauptstadt. Wieder sorgte die Ampel auf der B196 an der Ringstraße für einen Megastau. Die Grünphasen waren zu kurz, die Rotphasen sehr lang, obwohl aus den Nebenstraßen oft kaum Verkehr kam. Eine andere Schaltung hätte vieles verhindert.
Ebenso am Knotenpunkt B96/B196. Während auf der gesperrten B96 aus Richtung Norden kommend die Ampel 35 Sekunden völlig umsonst auf Grün steht, dauern die Grünphasen auf der zugestauten B196 nur gute 20 Sekunden. Im Stau hat man genug Zeit, dies zu beobachten.

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Rügen 2017 (13): Büchertour im Regen

Donnerstag, den 20. Juli 2017
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(12) -> 19.7.2017

Regentag. Nun hat es Binz und die Region doch erwischt. Aber einen Regentag kann man schon mal ab, und es gibt ja auch bei Regen einiges, was man unternehmen kann.

In Prora steht auch in diesem Jahr wieder das riesige Zelt mit dem Bücher-Outlet. Der Regen pladdert auf die Zeltplanen. Drinnen stöbern die Menschen an den vielen Tischen, auf denen Tausende Bücher liegen. Zwar ist die Zahl der Krimis überpropotional hoch, aber es ist interessant zu sehen, dass von einigen Romanen riesige Stapel im Outlet rumliegen. vermutlich sind das die Romane, die wie Blei in den Läden lagen und nun als Mangelexemplar eine zweite Chance bekommen.
Tatsächlich gibt es Leute, die mit übervollen Körben aus dem Outlet rauskommen. Wahrscheinlich der Lesetoff für die komplette Jahr – bis sie 2018 nach Prora zurückkehren.

Und wenn wir schon bei Büchern sind: Weiter ging es an diesem Regennachmittag nach Gingst zum Buchladen namens “Der Buchladen”. Ein kleines, niedliches Geschäft mit zwei Räumen und einem Flur.
Die Ladenbesitzerin soll ihre Kunden fast alle kennen, denn plötzlich stand eine Kundin vor ihr, die meinte, ob sie denn wisse, was Frau XY für Bücher mag. Vielleicht ist es ja auch nur ein Gerücht, dass die Frau alle kennt, denn sie konnte der Kundin nicht weiterhelfen, sie kenne Frau XY nicht.
Der Laden ist ein wenig auf Katzen spezialisiert, und ich erfuhr auch gleich, dass die Besitzerin einen Kater namens Oscar hat. Worauf ich gleich erwähnte, dass wir ja auch mal so einen Kater hatten.

Sowohl im Proraer Outlet als auch im Gingster Buchladen fand ich was für meinen Bücherschrank. Der regnerische Ausflug hat sich also gelohnt.

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Praxis mit Meerblick: Willkommen auf Rügen

Montag, den 24. April 2017
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FR 21.04.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Liebe ARD-Fernsehfilmemacher: Wenn Sie schon Reklame in Ihren Filmen verstecken, dann doch bitte so, dass es nicht ganz schlimm auffällt. Im Ersten lief am Freitagabend die “Praxis mit Meerblick: Willkommen auf Rügen”.
Eine junge Ärztin kommt auf die Insel und hat natürlich gleich viel zu tun.

Niemand weiß genau warum, aber eine Szene spielt an den ehemaligen KdF-Blöcken in Prora, die gerade ausgebaut werden zu Hotelzimmern, Eigentumswohnungen oder Ferienwohnungen. Die Ärztin will – auch da weiß niemand genau warum – aufs Dach, um jemand Bestimmtes zu sprechen. Der Bauarbeiter bittet sie in den Hebekran. Die Kamera begleitet die Kran nach oben – und stoppt genau da, wo das Baustellenschild steht, auf dem Informationen zum Prora-Objekt stehen.
Das Schild ist nicht ganz einfach zu lesen, aber die Kamera kann einfach nicht ganz zufällig genau an dieser Stelle stehen geblieben sein. Geradezu atemberaubende Schleichwerbung?
Immerhin gibt es danach eine Szene, die auf dem Dach des Blocks spielt. Man sieht den Blick über die Bäume hinweg auf die Ostsee – und als Zuschauer denkt man: Da muss ich hin! Da muss ich mir eine Eigentumswohnung kaufen!
Kann so eine Sequenz wirklich keine Schleichwerbung sein?

Davon abgesehen: Ich werde mich nie dran gewöhnen können, dass Filmemacher ihre Drehorte ausschließlich nach Wasweißich aussuchen. Völlig wahllos und ortstechnisch schlicht wurstig. Da kommt die Ärztin in Neu-Mukran an, dann gibt es eine Einstellung aus Sassnitz, die nächste aus einem ganz anderen Ort.
Wenn es wurscht wäre, wo ein Film spielt, dann wäre auch wurscht, wo bestimmte Szenen entstehen. Wenn man aber explizit eine Rügen-Geschichte erzählt, dann sollten auch die Drehorte irgendwie logisch sein.

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