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Praxis mit Meerblick: Willkommen auf Rügen

Montag, den 24. April 2017
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FR 21.04.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Liebe ARD-Fernsehfilmemacher: Wenn Sie schon Reklame in Ihren Filmen verstecken, dann doch bitte so, dass es nicht ganz schlimm auffällt. Im Ersten lief am Freitagabend die “Praxis mit Meerblick: Willkommen auf Rügen”.
Eine junge Ärztin kommt auf die Insel und hat natürlich gleich viel zu tun.

Niemand weiß genau warum, aber eine Szene spielt an den ehemaligen KdF-Blöcken in Prora, die gerade ausgebaut werden zu Hotelzimmern, Eigentumswohnungen oder Ferienwohnungen. Die Ärztin will – auch da weiß niemand genau warum – aufs Dach, um jemand Bestimmtes zu sprechen. Der Bauarbeiter bittet sie in den Hebekran. Die Kamera begleitet die Kran nach oben – und stoppt genau da, wo das Baustellenschild steht, auf dem Informationen zum Prora-Objekt stehen.
Das Schild ist nicht ganz einfach zu lesen, aber die Kamera kann einfach nicht ganz zufällig genau an dieser Stelle stehen geblieben sein. Geradezu atemberaubende Schleichwerbung?
Immerhin gibt es danach eine Szene, die auf dem Dach des Blocks spielt. Man sieht den Blick über die Bäume hinweg auf die Ostsee – und als Zuschauer denkt man: Da muss ich hin! Da muss ich mir eine Eigentumswohnung kaufen!
Kann so eine Sequenz wirklich keine Schleichwerbung sein?

Davon abgesehen: Ich werde mich nie dran gewöhnen können, dass Filmemacher ihre Drehorte ausschließlich nach Wasweißich aussuchen. Völlig wahllos und ortstechnisch schlicht wurstig. Da kommt die Ärztin in Neu-Mukran an, dann gibt es eine Einstellung aus Sassnitz, die nächste aus einem ganz anderen Ort.
Wenn es wurscht wäre, wo ein Film spielt, dann wäre auch wurscht, wo bestimmte Szenen entstehen. Wenn man aber explizit eine Rügen-Geschichte erzählt, dann sollten auch die Drehorte irgendwie logisch sein.

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Rügen 2017 (6): Im Paradies der Schallplatten und Mosaiks

Dienstag, den 11. April 2017
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(5) -> 10.4.2017

Es ist ein Paradies für Nostalgiker: die Bücherhalle an der Poststraße in Prora. Von außen sieht sie zwar nicht unscheinbar aus – die Wand ist mit mehreren bunten Graffiti-Bildern mit Motiven aus der Binzer Region verziert -, aber wenn man davor steht, erwartet man nicht, was drin ist.

Geht man rein, kommt einem gleich der Duft von altem Papier entgegen. Man kann diesen Geruch kaum beschreiben, aber es ist ein Geruch, bei dem man gleich mehrere Gedankenflashs an vergangene Zeiten bekommt.
Unzählige ältere Taschenbücher liegen in dem werkstattähnlichen Raum herum, hier und da auch Sachbücher, die völlig zurecht ziemlich vergessen sind.
Irgendwo im Hintergrund sitzt ein Herr, der den kleinen Laden offenbar verwaltet, er hat sich verschanzt hinter einer Theke mit lauter Nippes. Altes Spielzeug, DDR-Abzeichen und so weiter.

Extrem spannend ist aber die umfangreiche Schallplatten-Sammlung, und das, obwohl ich gar keinen Plattenspieler habe. Aber wenn man sich da durchwühlt, ist man kurz davor, sich einen anzuschaffen. Uralte Schlagerplatten aus Ost und West. Diverse Hörspielplatten aus der DDR, teilweise noch im Original.
Ein Knaller ist die fast komplette Sammlung von Mosaik-Comics. Wenn man möchte und 2 Euro pro Heft dabei hat, könnte man auf einen Schlag fast die komplette DDR-Sammlung kaufen. Musste ich natürlich gleich durchsuchen, denn mir fehlt genau ein Mosaik-Heft von 1991. Aber genau diese rare Ausgabe gab es auch in Prora nicht.

Hinzu kommen sehr alte “Eulenspiegel”-Satirezeitschriften aus den 70ern, irgendwelche Autozeitungen oder auch Kinderbücher. Auch alte Sammeltassen und Teller kann man dort kaufen.
Letztlich gab es nichts, was ich gekauft habe. Spannend war der Besuch der Bücherhalle aber trotzdem, und gerade wer alte Platten sucht, wird dort auf jeden Fall fündig.

RTelenovela

Rügen 2017 (5): Trabi, Wartburg, Eisenbahn

Montag, den 10. April 2017
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(4) -> 8.4.2017

Es gibt sie noch die Momente, in denen selbst ich in Binz und Umgebung etwas Neues entdecke.
Den Flyer vom Eisenbahn- und Technikmuseum in Prora habe ich in meinem Hotel entdeckt, in der Auslage mit den vielen Rügen-Tourismus-Flyern. Und wie ich später erst gelesen habe, gibt es das Museum bereits seit 1994.
Es befindet sich in Prora, direkt gegenüber vom gleichnamigen Bahnhof.

Schon der Eingang zum Museum ist speziell. Man muss nämlich in einen alten Straßenbahnwaggon einsteigen. Dort werden die Tickets verkauft. Dann geht man durch den Waggon und steigt auf der anderen Seite wieder aus. Schöne Idee!

Das Museum selbst ist in einer großen Halle untergebracht. Fans alter Autos, Motorräder und Eisenbahnen werden an dieser Stelle schon mal schlucken. Denn für sie gibt es viel zu sehen.
Ausgestellt sind allerlei Autos aus der vergangenen Zeit. Verschiedene Trabi-Typen, ein Polizei-Wartburg, ein alter VW Käfer.
Und natürlich viele Oldtimer. An der Stelle habe ich mal wieder gemerkt, wie sehr ich in der Hinsicht doch von meinem Vater geprägt bin. Er war Oldtimer-Fan und Sammler. Ich wurde nie Sammler, eher ein Beobachter, gern bin ich auch mal mitgefahren, und vieles ist mir daher auch geläufig. Den IFA F9 habe ich erkannt, ohne aufs Schild zu sehen. Natürlich auch den F8, den 340er EMW – und vieles mehr. Spannend ist aber zu lesen, wie sie die Autoindustrie in den späten 40ern umstellen musste. Wie sich BMW aus der DDR zurückziehen musste, erst wurde EMW daraus, und auch IFA entstand nach dem Krieg. Neu war mir, dass der F9 der Wartburg-Vorläufer war.

Weiter hinten stehen noch diverse Mopeds (Simson und Co.) und Motorräder sowie ein DDR-Regierungs-Volvo. Interessant ist auch die Schau der riesigen alten Loks und Waggons. Schade ist, dass man in die alten Waggons der Berliner S- oder Straßenbahn nicht einsteigen und durchlaufen kann.
Auch alte Feuerwehren kann man sich in dem Museum ansehen.

Geöffnet ist die Ausstellung immer von April bis Oktober. Für Autofans auf jeden Fall ein sehr lohnendes Ziel auf der Insel Rügen.

RTelenovela

Rügen 2017 (3): Außerplanmäßig zu viel gewandert

Freitag, den 7. April 2017
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(2) -> 6.4.2017

Ich bin etwa 10 bis 12 Kilometer gewandert. Aber eigentlich war das so nicht geplant. Vielmehr handelt es sich um eine Geschichte voller erschütternder Missverständnisse.

Der Plan war: Ich laufe vom Kurplatz in Binz nach Prora. Um zu sehen, wie denn in Prora die Strandpromenade weitergebaut worden ist. Und um zu sehen, was sich am ehemaligen KdF-Bad alles schon getan hat. Dann wollte ich eigentlich mit der Bäderbahn zurückfahren, und ich hatte extra in Binz auf einen Fahrplan geschaut, um zu sehen, wann das Ding von Prora nach Binz fährt.
Der Plan ging schief.

Zunächst war ich noch gut drauf. Ich lief in Binz die Strandpromenade entlang – bei merkwürdig nebligem Wetter. Keine Wolke am Himmel – aber Nebel.
Bislang endete die Promenade am Ortsende, nun wurde sie für viel Geld weitergebaut – und so sieht der Weg in Prora auch aus. Edles Pflaster, sehr viel besser als das kleinteilige Pflaster in Binz. Der Weg endet dort, wo der “Koloss von Prora” beginnt. Dazu ist ja hier schon alles erzählt worden.
Nachdem ich dort alles gesehen habe, lief ich zum Parkplatz, auf dem die Bäderbahn losfahren sollte.

Doch der Blick auf den Fahrplan war ernüchternd. Demnach war die letzte Bahn des Tages vor einer guten Viertelstunde weg. Anders als ich das vorher in Binz gelesen hatte.
Und nun?
Ich hatte auf dem Weg zu den Prora-Blöcken schon einen Blick auf den Busfahrplan geworfen, aus reinem Interesse. Aber so wusste ich, dass bald ein Bus von Prora nach Binz fahren würde. Eigentlich innerhalb kurzer Zeit sogar zwei.
Also lief ich zur Bushaltestelle in Höhe der großen Kreuzung in Prora, an der man in Richtung Sassnitz oder Bergen abbiegt.

Da der Schock: Auf einem Zettel an der Haltestelle stand, dass es dort keinen Busverkehr gebe. Wegen der Baustelle am Kreisel hinter Binz. Tatsächlich sah ich vorhin aus der Ferne einen Bus vorher abbiegen, ohne die Haltestelle zu bedienen.
Also laufen? Die ganzen 6 Kilometer zurück?
Ich lief los, die Straße in Prora entlang.
Als plötzlich die Bäderbahn an mir vorbei fuhr. In Richtung Binz.
Ich konnte es kaum glauben, denn der Fahrplan, den ich gelesen hatte, sagte was anderes.
Wütend lief ich weiter, die Stimmung sank bedrohlich.
Als plötzlich der Bus nach Binz an mir vorbei fuhr. Er fuhr also doch, und auch dieser Aushang war falsch.
Während ich weiterlief, schrie ich ein bisschen rum.
An der nächsten Haltestelle stellte ich fest, dass der nächste Bus in gut zwei Stunden fährt. Immerhin stand da nicht, dass keiner fährt.

Gerade als ich darüber nachdachte, dass ich ja eventuell vom Bahnhof Prora-Ost nach Binz mit dem Zug fahren könnte, rollte auch schon der Zug an mir vorbei.
Ich ging dennoch auf den Bahnsteig, um festzustellen, dass der nächste Zug in 55 Minuten fährt.
Warten? Oder den Gegenzug nehmen und an der übernächsten Haltestelle aussteigen, um dann wieder nach Binz zu fahren?

Irgendwie war mir das auch zu blöd, und irgendwie hatte, ich hatte mich dem Schicksal gedanklich ja schon gefügt: laufen. Den ganzen Weg zurück.
Ich hatte nicht die besten Schuhe dafür an, man hangelt sich von Abschnitt zu Abschnitt, von Kurve zu Kurve. Da, das Ortsschild, die nächste Kreuzung, das erste Hotel. Ich kenne die Strecke in- und auswendig – aber eben nicht zu Fuß.
Insgesamt brauchte ich gut 80 Minuten zurück.
Auf der Hintour war das alles noch schön und machte Spaß, auf der Rücktour war es stupide, öde, eine Tortur. Und sorgte für zwei Blasen an den Füßen – und für schwere Beine bis zum nächsten Tag.

Meine Wanderlust ist für 2017 jedenfalls mutmaßlich gestillt. Und das, weil die Fahrpläne nicht vernünftig ausgeschrieben werden. Ansonsten wäre ich gemütlich mit der Bimmelbahn oder mit dem Bus gefahren…

RTelenovela

Rügen 2017 (2): Prora im Wandel

Donnerstag, den 6. April 2017
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(1) -> 5.4.2017

Prora. Es ist ein großes Für und Wider.
Viele Jahre lag das kilometerlange ehemalige KdF-Bad im Dornröschenschlaf. Der Koloss von Rügen, direkt am Ostseestrand blieb ungenutzt. Nur in einem Block befindet sich ein sehr interessantes Museum, das die Geschichte dieses Ortes – auch der NVA-Zeit in der DDR – widerspiegelt. Später zog nebenan eine Jugendherberge ein, aber der Rest gammelte weiter vor sich hin – war geheimnisvoller Ort zum Vorbeispazieren.

Aber ist es sinnvoll, Kilometer ein Gebäude vor sich hinrotten zu lassen? Sicherlich, es ist ein Ort der Geschichte, aber er verfiel mehr und mehr. So erfüllte er keinen Sinn. So stand er einfach nur da.

Jetzt passiert da einiges. Die Gebäude werden entkernt, saniert von innen und außen. Ein Luxushotel, Luxuswohnungen – Prora wird belebt. Aber eben auch Geschichte verschwindet, denn vom Denkmal wird nicht viel übrig bleiben.
In Prora wird ein neues Ostseebad aus dem Boden gestampft, ein völlig neuer Ort entsteht. Wenn alle Zimmer und Wohnungen belegt sind, befinden sich viele Tausende Menschen im Ort. Noch mehr Touristen, noch mehr Verkehr.
Gut für die Wirtschaft, gut für die Tourismusbranche. Aber auch gut für die Insel, für die Natur?

Darüber streiten sich die Leute. Wobei die Frage, was aus Prora werden soll, nun entschieden ist.
Wer an den Blöcken vorbeiläuft, staunt. Es herrscht reges Treiben. Das Luxushotel scheint fast fertig zu sein, die Verkehrsanbindung ist auch schon da, ebenso die Parkhäuser. Viele Blöcke sind eingerüstet. Überall wird gearbeitet, entfernt, entfernt, Müll rausgeschmissen, gebohrt. Baufahrzeuge, Kräne, Bagger – Prora ist eine Großbaustelle.

Wichtig ist, dass auch das Alte erhalten bleibt – wenigstens punktuell. Das NVA-Museum und das Dokumentationszentrum müssen zwingend erhalten bleiben – dort muss weiterhin zu sehen sein, wie die KdF-Blöcke innen und außen ausgesehen haben. Ganz darf dieses Denkmal keinesfalls verschwinden.

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NDR Talk Show: Prinz Frederic von Anhalt und Judith Rakers

Sonntag, den 14. August 2016
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FR 12.08.2016 | 22.00 Uhr | NDR fernsehen

Hans-Robert Lichtenberg hofft, dass Donald Trump US-Präsident wird. Denn sei nämlich endlich mal ein cleverer Geschäftsmann an der macht, der die Chinesen raushält. Und der auch mal mit harten Bandagen kämpft. Und die Nichtskönner wegfegt, die momentan an der Macht sind.
Da sieht wohl jemand seinen Reichtum schwinden.
Warum könnte uns aber interessieren, was ein gewisser Hans-Robert Lichtenberg von Donald Trump hält? Und warum lädt man den in die “NDR Talk Show” ein? Weil dieser Hans-Robert Lichtenberg einst durch Adoption adlig geworden ist, nun Prinz Frederic von Anhalt (73) heißt und mit dem Hollywood-Star Zsa Zsa Gabor (99) verheiratet ist.

Weil im Ersten bald eine Doku über ihn läuft, reichte das am Freitagabend auch für eine Einladung in die NDR-Quasselbude. Es war einer dieser denkwürdigen Auftritte, die wohl in die Geschichte der Sendung eingeht.
Leider wurde nicht über den Vorfall Mitte der 90er gesprochen, als Frederic von einem und in den Penis gebissen worden ist und er damit durch die Boulevardmagazine tingelte. Auch nicht über seinen unsäglichen Auftritt in der ProSieben-Reihe “Die Burg”, als er in einen Bottich pinkelte.
Hans-Robert komme aus armen Verhältnissen, so erzählte der Adoptivprinz. Seine Schulbildung sei mau, und er wollte unbedingt in die High-Society. Nach ganz oben. Das war sein Ziel. Und er schaffte das. Er wurde adoptiert, natürlich aus Liebe und so. Dafür zahlte er seiner “Mama” eine lebenslange Rente.

Heute ist der Prinz ein reicher Schnösel. Seine Bildung scheint allerdings immer noch auf dem damaligen Niveau zu sein. Oder es ist die Angst um seine Kohle, die ihn zu seiner Lobeshymne auf Donald Trump hinreißt. Immerhin seien ja die Geldverdiener-Jahre schon lange vorbei. Nun sei alles nur noch ganz schlimm.
Aber Prinz.
Hobbytheker Jean Pütz fragte ihn auch sogleich nach einer eventuellen Verbindung zur AfD.

Moderatorin Barbara Schöneberger sprach der Adoptivprinz immer wieder als “Mädel” an, was sie sichtlich belustigte. Der Auftritt in der “NDR Talk Show” zeigte ganz gut, dass der ehemalige Hans-Robert sicherlich kein einfacher Mensch ist, einer der von oben herab auf andere Leute sieht. Auf die, die nicht so cool waren und sich ein schönes Leben erkauft haben.
Man darf gespannt sein, was von einer Doku zu halten ist, über die sich Anhalt mehrfach überschwänglich lobend angepriesen hat. Entweder ist dieser ARD-Film in rosaroten Prinzenfarben gezeichnet – oder der Adoptivprinz hat ihn noch gar nicht gesehen…
Aber wie auch immer: Auf Herrn von Anhalt und sein Leben muss man nun wirklich nicht neidisch sein.

*

Die Schande von Rügen. In Prora wird man wohl ziemlich geschluckt haben, als Moderatorin Judith Rakers über ihre Erlebnisse auf dem dortigen Baumwipfelpfad erzählt hat.
Judith Rakers hat Höhenangst. In der “NDR Talk Show” malte sie das Horrorerlebnis in den grellsten Tönen aus. Für sie sei der Dreh Horror gewesen. Zwar betonte sie immer wieder, dass es ja nur ihr so gehe, und die Redewendung “Die Schande von Rügen” bezog sie nur auf sich. Dennoch könnte man in Prora schon ein bisschen sauer sein. Nicht, dass jetzt die Leute immer an “Die Schande von Rügen” denken, wenn sie am Baumwipfelpfad vorbeifahren – und lieber nicht dort anhalten. Ist ja nicht das beste Prädikat…

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Katharina Peters: Klippenmord

Mittwoch, den 1. Juli 2015
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Schon wieder ein Mord auf Rügen. Diesmal findet ein Ranger des Nationalparks Jasmund eine Leiche. In dessen Nähe wird außerdem ein blutverschmierter Stein und eine Schleuder entdeckt. Der Tote ist Mitarbeiter eiens Anwalts in Stralsund.
Das Team um Kommissarin Romy Beccare nimmt die Ermittlungen auf. Und sie – alles andere wäre als auch unspannend – sind alles andere als einfach. Denn bald ist klar, dass sie sich in die Niederungen der Naziszene begeben müssen. Was zum Beispiel ist vor elf Jahren in Prora passiert, als ein Mädchen spurlos verschwunden ist. Und was hat die damals stattgefundene Nazifeier damit zu tun?

Katharina Peters schafft es in “Klippenmord” wieder recht gekonnt, markante Punkte der Insel Rügen in ihren Krimi einzuarbeiten. Sie macht das geschickt, denn die Orte sind sowohl bei den Einhemischen als auch bei den Rügen-Touristen bekannt. Die Zielgruppe ist also groß. So spielen einige Szenen auch abseits der Insel: in Stralsund oder in Stahlbrode, wo die Rügen-Fähre losfährt.
Davon abgesehen schreibt locker und flüssig, ihre Story liest sich sehr gut, die Kommissare sind recht sympathisch, es gibt auch kurze Schmunzelmomente.
Die Auflösung des Falls erscheint jedoch sehr plötzlich und fast willkürlich. das war schon ein wenig enttäuschend. Aber wirklich nur ein wenig.

Katharina Peters: Klippenmord
aufbau taschenbuch, 315 Seiten
7/10