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Kesslers Expedition: Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin

Samstag, den 8. September 2012
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FR 07.09.2012 | 20.30 Uhr | rbb

Wieder mal Oranienburg! Schon das zweite Mal führte eine Expedition von Michael Kessler zum hiesigen Schloss (wo zufälligerweise auch ein Typ mit Fotoapparat rumstand, keine Ahnung, wer das war). Beim ersten Mal war er mit dem Floß auf der Havel unterwegs, nun mit dem Klapprad auf dem Radfernweg von Kopenhagen nach Berlin.

Es ist ein schönes, kleines Format, das sich der rbb und der Schauspieler Michael Kessler da geschaffen haben. Mit kleinem Team reist er durch die Lande, zeigt die Gegend, spricht mit Menschen – es ist das Real-Life-Fernsehen, das die Dokus der Privatsender schon lange nicht mehr sind. Nichts ist gestellt, nur wenig geplant, nichts verfälscht.

Dennoch hat der rbb bei der Radtour viel verschenkt. Immerhin dauerte die Reise elf Tage, der Weg ist mehr als 600 Kilometer lang. Das alles wurde in nur vier Folgen mit je 45 Minuten gezeigt. Zu wenig für das alles. Allein die letzten 200 Kilometer nahmen in der Doku gerade mal etwas mehr als 20 Minuten ein. Es muss unfassbar viel Material der Schere zum Opfer gefallen sein.
Warum nicht eine oder zwei Folgen mehr? Oder stattdessen zwölf Folgen a 30 Minuten. Oder ist tatsächlich so wenig passiert, dass die Reise in so großen Schnittfolgen machbar war?

RTelenovela

Kugel um Kugel, und wie wir trotzdem immer verloren haben

Sonntag, den 26. August 2012
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Das Motto bei Wettbewerben lautet ja oft: Dabei sein ist alles. Vergiss es! In Wirklichkeit lautet es: Bloß nicht Letzter werden! Und um das vorweg zu nehmen: Das haben wir geschafft.
In Hohen Neuendorf nahmen wir am Sonnabend an der 1. Stadtmeisterschaft im Boulespiel teil. Und wir haben dafür sogar geübt. Unser 30-minütiges Trainingslager fand einige Tage zuvor auf der Badewiese am Lehnitzsee in Oranienburg statt. Wir fühlen uns top vorbereitet. Da kann nichts schiefgehen. Dachten wir. Bis wir auf die Männermannschaft der Volkssolidarität aus Bergfelde trafen.

Boule spielt man pro Team mit sechs gut 300 Gramm schweren Kugeln. Ein Spieler wirft zu Beginn einen kleinen Ball, das “Schweinchen” ins Feld. Die nachfolgenden Spieler müssen versuchen, ihre Kugeln so dicht wie möglich ans Schweinchen zu werfen. Es gibt Punkte für alle Bälle, die näher dran sind als der beste Ball des Gegners. Möglich sind also in einer Runde bis zu sechs Punkte, und sechs Punkte sind das Ziel (normalerweise 13, aber das hätte zu lange gedauert)
Allerdings waren die Bedingungen für uns erschwert – schließlich übten wir auf einer Wiese. Das Feld neben dem Rathaus in Hohen Neuendorf bestand aus einer festen Sandfläche. Da kullert so eine Kugel schon mal weiter als gedacht.

Unsere ersten Gegner: “Die Dachse – Frauen” aus Bergfelde. Mit dabei: die Schauspielerin Daniela Hoffmann, die deutsche Stimme von Julia Roberts und Station Voice von “Radio Paradiso”. Das Match war hart umkämpft. 0:1 für die Dachse-Frauen. 1:1. 2:1. Und so weiter. Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung kommentierte unser Match mit sichtlicher Freude. So hangelten wir uns bis zum 5:5. Die Dachse-Frauen gewannen knapp mit 5:6. Ärgerlich, jedenfalls für uns. Aber es war spannend und hat Spaß gemacht. Unseren Mut haben wir auch noch nicht verloren.

Doch dann kamen die Männer der Bergfelder Volkssolidarität. Im Nachhinein erfuhren wir, dass sie alle zwei Wochen mehrere Stunden trainieren. Auch im Winter. Also eigentlich immer. Da hatten wir natürlich keine Chance, und wir fuhren die historische Niederlage in Höhe von 0:9 ein.

Gegen die Briesetaler Männer lief es wieder besser. Es stand schon 5:4 für uns, quasi ein Matchball. Wir waren soo gut, ehrlich! Wir hatten eine Kugel unfassbar gut platziert, bis einer der Briesetaler eben eine noch bessere platzieren konnten. Und noch eine. 5:6, verloren.
Die Boulemänner, gegen die wir am Ende noch spielten, holten wir wenigstens noch ein 2:6 heraus. Ganz klar müssen wir allerdings feststellen: Diese Ergebnisse geben nicht die Spannung wieder, die während der Spiele herrschte.

Um es kurz zu machen: Wir schafften es nicht ins Halbfinale, allerdings qualizierten sich auch nur die Gruppenersten und der beste Zweiplatzierte.
Das Finale bestritten die Lehnitzer Freizeit-Boulegruppe und die Linken – erstere gewannen mit 6:1 und gewannen das Turnier.

“Wir dachten, es kommen so fünf bis sechs Mannschaften bei unserem Turnier zusammen”, erzählte einer der Organisatoren. Dass es dann 15 wurden, damit hat keiner gerechnet. Dafür war das von der Stadt Hohen Neuendorf veranstaltete Boule-Event aber schon eine feine Sache. Für uns gab es etwas zu trinken, ein bisschen Brot und Käse und am Ende für alle Boule-T-Shirts und für die Gewinner einen Minipokal. 2013 wird das turnier dann wohl in die zweite Runde gehen. Bis dahin ziehen wir uns ins Trainingslager an den Lehnitzsee zurück. Oder vielleicht an die Ostsee.

aRTikel

Kesslers Expedition führt nach Oranienburg

Mittwoch, den 1. August 2012
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Für den RBB radelt der Comedian den Fernweg von Kopenhagen nach Berlin / Begegnungen in Oberhavel

MAZ Oranienburg, 1.8.2012

OBERHAVEL
Begegnen die Leute dem Schauspieler und Comedian Michael Kessler, dann haben sie oft nur eine Frage: „Wo ist der Esel?“ So ist es auch gestern Nachmittag auf dem Oranienburger Schlossplatz passiert.
Der 45-Jährige ist seit dem 20. Juli für den RBB auf seiner fünften Expedition. Diesmal ist er nicht mit einem Esel oder auf einem Hausboot unterwegs, sondern er fährt auf einem Klapprad namens „Rotkläppchen“ auf dem Radfernweg von Kopenhagen nach Berlin. Montag und gestern war er in Oberhavel unterwegs.

Vor dem Schloss in Oranienburg begegnete er Oliver und seinen Freunden, die ihm gleich mal ein paar Freestyle-Sprünge zeigten. „Es läuft bisher wirklich sehr, sehr gut“, sagte Michael Kessler gestern über seine aktuelle Expedition. „Sommer, Sonne, die Menschen fühlen sich wohl, wir kommen leicht mit ihnen ins Gespräch. Es ist toll, die Menschen lassen sich schnell auf uns ein“, so Kessler weiter. „Unsere Kamera und das Mikro werden von den Leuten meist ausgeblendet, aber deshalb funktioniert die Sendung auch so gut.“
630 Kilometer lang ist der Radfernweg. Kessler ist auf einem 30 Jahre alten Rad aus dem RBB-Fundus unterwegs. „Die Beine tun weh, der Hintern auch, aber es geht“, sagte er. „Es hat zwei Gänge, das sind 20 zu wenig.“ Der Anhänger macht es noch schwerer. Immer dabei hat er ein Zelt, Proviant, einen Schlafsack, Regenklamotten und eine Luftpumpe. Beim Start gestern früh begegnete Kessler in Zehdenick dem Musiker Blocky von der Band „5 Teeth Less“, bekannt aus Moritz von Uslars Roman „Deutschboden“. „Er erzählte mir, dass gerade ein Film über sie gedreht wird“, so Kessler.

Begeistert war er vom Radweg-Abschnitt zwischen Bernöwe und Friedrichsthal. „Das ist irre, diese ursprünglichen Wälder dort“, schwärmte er. „Man hat das Gefühl, man ist im Urwald, es herrscht dort eine totale Stille.“ Gestern führte die Tour bis nach Birkenwerder. Heute geht es weiter bis zum Brandenburger Tor nach Berlin.

Schon ab Freitag, 17. August, soll die neue Staffel von „Kesslers Expeditionen“ beim RBB auf Sendung gehen. Die vier Folgen laufen freitags ab 20.15 Uhr. Die nächste Tour wird wohl in den Harz führen.

RTelenovela

Mitreden – Der Brunchtalk (3)

Montag, den 2. Juli 2012
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(2) -> 2.4.2012

Jogi Löw? Es wird Zeit, dass er abgelöst wird und Deutschland einen neuen Bundestrainer für die Fußball-Nationalmannschaft bekommt. Das findet jedenfalls Thomas Kroh, der in der Sportredaktion beim Inforadio des rbb arbeitet.
Passend zum anstehenden Fußball-EM-Finale begannen wir die dritte Ausgabe von “Mitreden – Der Brunchtalk” in der “Tiefsten Provinz” in Kremmen mit dem Thema Fußball.
Die Aufstellung am Donnerstag habe dafür gesorgt, dass alles so mies gelaufen sei. Und die Kritik sei berechtigt.
Hätte ich eigentlich gar nicht gedacht, dass es eher in diese Richtung ging.

Stargast des Vormittags war Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann. Spätestens mit dem “Traumzauberbaum” 1981 wurde sie bekannt als “Die Lütte”. Als sie dann tatsächlich einen der bekanntesten Songs, nämlich das “Guten Morgen”-Lied anstimmte, hatte ich eine Gänsehaut – und im Publikum waren lauter selige Gesichter zu sehen.

Astrid und Gerhard Harsch berichteten von ihrer Filmtierschule in Sieversdorf. Mit den Tieren treten sie in Shows auf und sind bei Filmproduktionen dabei. Eine kleine Schleiereule und ein Uhu-Küken hatten sie dabei. Als ich an einer Stelle einen Zettel fallen ließ, starrte mich der Uhu sekundenlang mit großen Augen an. und fauchte ein wenig.

Anja Maier berichtete von den nervigen Müttern im Prenzlauer Berg in Berlin, die mit ihren Kinderwagen die Cafés blockieren und sich aufregen, wenn man mal keine Rücksicht auf sie und die Kleinen nehmen will. Das Buch der Lehnitzerin, “Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter!” ist ein Renner – sorgte auch auch für ordentlichen Zoff.

Die Kritik von den Leuten war durchweg positiv. Allerdings haben wir festgestellt, dass so viele Gäste eindeutig den Rahmen sprengen. Mit jedem der Gäste hätten wir noch viel mehr sprechen können. Allein mit Thomas Kroh hätte es noch einiges zu bereden gegeben, seine Zettelchen waren noch voll mit Themen.
So wurde es am Ende dann leider etwas hektisch, und der Schluss war ein wenig abrupt.
Nächstes Mal, am 7. Oktober, wird es dann wohl wieder nur drei Gäste geben. Dietmar Ringel und ich sind gespannt, ob diesmal Stimmungskanone Achim Mentzel kommt.

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ZAPPER VOR ORT: Dreh für “Löwenzahn”

Donnerstag, den 28. Juni 2012
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MI 27.06.2012 | Hennigsdorf, Waldrandsiedlung

Skandal in Bärstädt: Die Wildwiese mit dem kleinen Zeitungskiosk soll einem großen Einkaufszentrum weichen. Fritz Fuchs und seine Freunde sind empört. Da müssen sie dringend etwas dagegen unternehmen.

Na, so weit wirds nicht kommen, in das kleine Waldstück passt auch gar kein Einkaufszentrum rein. Bärstädt ist auch gar nicht Bärstädt, jedenfalls nicht in echt.
In Wirklichkeit stehen wir in der Hennigsdorfer Waldrandsiedlung, und der kiosk ist nur eine Kulisse für eine neue Folge “Löwenzahn”.
Bärstädt ist ein neuer Ortsteil von Hennigsdorf. Fritz Fuchs ist mit seinem seit Jahrzehnten berühmten Bauwagen von Neu-Fahrland bei Potsdam nach Hennigsdorf gezogen. Nach monatelanger Suche hat die Produktionsfirma Studio.TV.Film das Gehöft am Rande der Stadt gefunden. Oder besser: Die Stadt Hennigsdorf hat es dem Team angeboten. Der Standort soll dauerhaft sein, und die Nachbarn sind auch guter Dinge, sagt die Producerin.

“Löwenzahn” ist ein Dauerbrenner im ZDF. Die Serie läuft seit 1981, mit dem Vorläufer “Pusteblume” sogar schon seit 1979. Bekannt ist Peter Lustig gewesen, der am Ende jeder Folge die kleinen Zuschauer zum “Abschalten!” riet.
Seit 2006 ist Guido Hammesfahr dabei, er spielt Fritz Fuchs, inzwischen auch schon gut 100 Folgen lang. Derzeit wird in Hennigsdorf die 32. Staffel gedreht, die Folgen 291 bis 304. Sie werden bald sonntags im ZDF und im KiKA gezeigt.

“Die Neugier ist noch sehr groß”, sagt Guido Hammesfahr über den neuen Drehort. “Aber das gibt sich.”
Jetzt ist erst mal Drehpause. Ein Müllauto dreht seine Runde durchs Viertel. Eine Produktionsassistentin muss eines der Autos wegfahren, schließelich seien die Müllmänner an sich schon aggressiv, wie eine andere Frau bemerkt.
Erst als das Auto aus der Hörweite verschwunden ist, kann es weiter gehen. Das Team arbeitet mit nur einer filmkamera, was zur Folge hat, dass die Szenen wieder und wieder gespielt werden müssen – immer aus einem anderen Blickwinkel gefilmt: wie der reiche Geschäftsmann sagt, dass der Kiosk weg muss, wie Fritz Fuchs darauf reagiert, wie die Kioskfrau drauf reagiert, wie alle reagieren – und so weiter.

In der Regel werden neun Stunden am Tag gedreht, aber weil es im Laufe des Nachmittags ordentlich geschüttet hat, dürfte ziemlich bald Schluss gewesen sein in Hennigsdorf, Ortsteil Bärstädt.

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ZAPPER VOR ORT: Brandenburg aktuell

Freitag, den 22. Juni 2012
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MI 20.06.2012 | Potsdam, rbb-Gelände

Auf dem Monitor sehen wir, wie Carla Kniestedt das Magazin “rbb um 6″ moderiert. Gerade hat sie sich verabschiedet. Im nächsten Moment geht die Tür auf, vor der wir stehen. Carla Kniestedt kommt heraus, sagt “Guten Abend!” und geht weiter.
Irgendwie skurril.

Wir sind zu Gast beim rbb in Potsdam. “Wir” sind Facebook-Freunde von “Brandenburg aktuell”. Aus Anlass des 2000. Followers der Seite bei Facbook machte die Redaktion ein Gewinnspiel, und ich war einer von denen, die gewannen – eine Studiotour.

Die Redaktion ist nach 18 Uhr schon erstaunlich verwaist. Im Großraumbüro sind die allermeisten Plätze leer. Das Leben spielt sich schon vorher ab, erfahren wir, schließlich sei um diese Zeit ja kuam noch jemand zu erreichen.
“Brandenburg aktuell”-Moderator Gerald Meyer läuft auch noch recht leger durch die Flure. Jeans und Hemd.
Im Studio wird unterdessen umgeräumt. “rbb um 6″ ist das einzige rbb-Magazin in einem virtuellen Studio – oder besser gesagt: mit einer grünen Wand im Hintergrund. Davor steht nur ein Tisch. “Brandenburg aktuell” findet eine Stunde später im selben Studio statt.

Der Regieraum ist voller Regler und Monitore – hier tobt kurz Beginn der Sendung das Leben. Beiträge müssen sekundengenau passen, Hintergrundbilder angepasst werden. Auf einem Computerbildschirm steht der genaue Ablauf der Sendung.
Wenn das Magazin beginnt, dürfen wir live dabei sein – im Studio. Aber nur, wenn wir versprechen, nicht während der Sendung zu husten, zu niesen, zu quatschen – kurz: Wir müssen still sein.

Fünf Minuten, bevor es losgeht, bekommen Gerald Meyer, Nachrichtenmann Ingo Böthig und Studiogast Henryk Wichmann (”Herr Wichmann von der CDU”) die letzte Schminke aufs Gesicht. Bis Wichmann dran ist, kann er sich auf einen Stuhl am Rand des Studios setzen.
Die Stimmung ist sehr unaufgeregt. Meyer gehört seit 20 Jahren zum Team, und im Hintergrund sitzen auch viele alte Hasen. Ein paar letzte Worte mit der Regie, und schon geht es los.
Die Sendung am Mittwoch beginnt mit der Nachricht, dass sich die Eröffnung des Großflughafens in Schönefeld erneut verzögern könnte. Gefolgt von einem Beitrag über die Zeugnisausgaben an den Schulen.

Während die Filme laufen, werden Kameras hin- und hergerückt. Lustigerweise steht mehr Kamera im Studio als Leute, die sie bedienen. Eine der Damen ist für gleich drei davon zuständig. Erst fummelt sie an der einen, dann an der anderen.
Es ist Zeit für die Übergabe zu den Nachrichten. Dafür macht Gerald Meyer ein paar Schritte entlang seines Tisches zum Nachrichtenmann Ingo Böthig hin. Das wirkt zwar ein bisschen albern, soll aber wohl dynamischer sein. Kann man auch lassen.

Fast wäre übrigens der Teleprompter von Böthig ausgefallen. Während eines Beitrages rief er mehrmals “Teleprompter!” und machte einen etwas genervten Eindruck. Aber – knips – als wir wieder im On waren, war es wieder da, das Nachrichtensprecherlächeln.
Dann kommt Henryk Wichmann dran. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Oberhavel-Norden und die Uckermark äußert sich zur Ausbildung von Erzieherinnen. Dafür ist ganz genau 2:45 Minuten Zeit. Meyer und Wichmann überziehen nur wenige Sekunden. Eine Punktlandung, wie Meyer später sagt.

Als die Sendung zu Ende ist, sind alle zufrieden. Team und Besucher. Dabei war die Ausgabe recht flau. Den Flughafen in 90 Sekunden abgehandelt, ein lahmes Zeugnisthema direkt danach, allgemeine Tipps, wie Eltern auf Zensuren reagieren sollen (was hat das in einer regionalen Nachrichtensendung zu suchen?), gleich zweimal und nicht gebündelt das Thema Wandern in der Sendung. Zu Hause hätte ich die Sendung sehr lahm gefunden.

Aber was zählt ist in diesem Fall, dass es toll ist, dass der rbb Zuschauern die Gelegenheit gibt, dermaßen dicht dabei zu sein. Hoffentlich bleibt das so, und ein Besucher nutzt das nicht für eine abgedrehte Aktion während der Live-Sendung aus. Beim rbb geben sie sich auf jeden Fall große Mühe, ihr Programm den Zuschauern näherzubringen.

-> Fotos

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ZAPPER VOR ORT: Die Harald Schmidt Show (3)

Mittwoch, den 2. Mai 2012
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(2) -> 4.7.2003

MI 02.05.2012 | Köln, Studio 449

Es ist nach 2000 und 2003 mein dritter Besuch bei der „Harald Schmidt Show“ in Köln – aber es ist das erste Mal, dass der Meister mit mir ein Gespräch beginnt.

Fast wollten wir schon wehmütig sein. Bis Dienstag dachten wir, wir besuchen die vorletzte Late Night mit Schmidt überhaupt. Inzwischen ist klar: Es geht weiter, wenn auch nicht bei Sat.1. Ab Herbst läuft die Sendung dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr bei Sky. Ob ich mir dafür ein Abo zulege oder ob das Ganze zeitversetzt auch im Internet zu sehen sein wird – abwarten.
Nun also die vorletzte Show vor der Sommerpause.

Der Zuschauer im „Studio 449“ in Köln-Mülheim bekommt durchaus etwas geboten. Eine gute Viertelstunde vor Beginn der Aufzeichnung um 18 Uhr beginnt das Warm-up.
Das Team hinter den Kulissen lässt noch einen Motivationsschrei los, dann kommt Helmut Zerlett. Das Licht flackert, die Show vor Show geht los. Zerlett spielt auf einer kleinen Orgel und ruft nach und nach seine Bandkollegen auf die Bühne. Und zum Schluss dann Harald Schmidt.
Er ist gut drauf. Schmidt fragt das Publikum, wer denn schon einmal live im Studio bei einer Fernsehshow war. Ein paar melden sich – darunter ich. Er steht gerade in meiner Nähe (wir sitzen in der dritten Reihe), also fragt er mich. Ich erzähle, dass ich in der Chartshow von Sat.1 war, erst einen Moment später fällt mir der Name ein „Die Hit-Giganten“. Wie das gewesen sei, wollte Schmidt von mir wissen. „Schlimm“, sage ich, woraufhin Schmidt lacht. „Warum?“, will er wissen. „Weil es so lange gedauert hat.“ Ich hätte mich gern länger mit ihm darüber unterhalten, aber er fragte noch jemanden anders.

Es folgten noch Witze über mieses Publikum, dass er heute aber nicht habe, und dann ging es auch recht zügig los.
Und fast möchte man sagen, dass das Warm-up noch lustiger war als die Show an sich. Die war recht durchschnittlich, wenn auch live noch ein wenig besser als später vor dem Fernseher.

Denkwürdig war der Auftritt von Charles Bradley. Sie spielten ihren Song, Harald Schmidt verabschiedete sich danach, und eigentlich sollte alles vorbei sein. Dann aber: Alles zurück! Die Band bat darum, den Auftritt noch einmal zu spielen. Warum, wusste keiner so genau, denn eigentliuch war das okay, was sie da ablieferten.
Also: Noch einmal Applaus, und los ging es. Die Band spielte ein paar Töne, dann wieder Abbruch. Der Sänger hat den Einsatz verpasst. Also, noch mal. Und wieder klatschen, und wieder spielten sie. Doch dann der nächste Abbruch, irgendwas war wieder falsch. Einmal noch wollten sie es versuchen. Doch wieder brach die Band ab. Dann erst schaltete sich Harald Schmidt ein: Sie hätten jetzt sieben Anläufe gebraucht, und selbst David Bowie habe nicht mehr als einen Versuch gehabt. Plötzlich fällt den Musikern ein, dass der erste Take ja doch ganz okay gewesen sei, allerdings sind sie sich da nicht so ganz einig. Eine seltsam peinliche Vorstellung…

Nicht nur, weil ich mit Harald Schmidt gesprochen habe – der Besuch der Show in Köln lohnt. Es macht Spaß, dort zuzusehen. Und da ja nun doch nicht Schluss ist, wird es mich sicherlich später wieder mal nach Mülheim ziehen.

Mein erster Besuch bei der Show: -> 4.11.2000