aRTikel

Überflieger: Mit einem Gartenbuch auf die Bestseller-Listen

Samstag, den 2. Juli 2022
Tags: , ,

Beate Balz (44) aus Bärenklau feiert Erfolge als Autorin und gewinnt als Debütantin den Speakers Slam

MAZ Oberhavel, 2.7.2022

Bärenklau.
Bestseller. Platz 19 am Freitag in den Amazon-Buchcharts. Erste Auflage schon bei Erscheinen ausverkauft. „Vor einem Jahr war an dieses Buch noch nicht mal zu denken“, sagt Beate Balz. Das Buch heißt „Mit Witz, Charme und Methode“ und ist „Das etwas andere Gartenbuch“. Die 44-jährige Bärenklauerin ist Co-Autorin von Katrin Iskam. Inzwischen bekommen die beiden viele Interviewanfragen.

Die beiden haben sich über Instagram kennengelernt. Katrin Iskam, die bei Uelzen in Niedersachsen lebt, betreibt den Kanal @katrinsgarten mit 108.000 Followern mit vielen Gartentipps. Um Haus und Garten dreht sich auch alles auf dem Instagram-Kanal von Beate Balz mit 9960 Followern. Sie folgten sich gegenseitig, kamen bald ins Gespräch. „Wir sind auf einer Wellenlänge“, so die Bärenklauerin. Beate Balz plant und verkauft skandinavische Holzhäuser, Katrin Iskam ist Krankenschwester. „Lass uns doch mal ein Buch schreiben“, war dann die Idee. Die Bilder und Texte stammen zu 80 Prozent von Katrin Iskam, der Rest aus dem Garten von Beate Balz. Sie sorgte auch für das komplette Layout.

„Wir haben dann ein Insta live gemacht und angekündigt, dass wir ein Buch schreiben“, erzählt Beate Balz. So war die Aufmerksamkeit schon mal gesichert, und so gab es schon 24 Stunden später 1000 Vorbestellungen. Beate Balz schrieb an mehrere Verlage, stellte dort das Konzept vor. Von sieben Verlagen haben drei geantwortet. „Aber der Kosmos-Verlag ist uns am meisten entgegengekommen. Das war im Dezember. Im Januar haben wir die Autorenverträge bekommen, Ende Januar war Abgabefrist.“ Ende März war das Buch dann online bestellbar, und schon einen Tag später kennzeichnete Amazon das Buch als Bestseller. „Bei Thalia dachten sie, dass ihr Server gehackt wurde.“

In dem Buch gibt es verschiedenste Gartentipps, aufgeteilt in jahreszeitliche Kapitel. Dazu wurden die schönsten Fotos des Instagram-Kanals verwendet. Eine wichtige Nebenrolle spielt der Hund Tyson, der im Buch immer wieder kleine „Kommentare“ abgibt.
Die Erstauflage mit 6000 Büchern war schnell ausverkauft, bevor das Buch überhaupt erschienen war. „Das war alles so verrückt“, sagt Beate Balz und schmunzelt.

Inzwischen gibt es viele Anfragen für Lesereisen, im Herbst ist eine Tour geplant, es wird durch Niedersachsen gehen, durch Nordrhein-Westfalen, auch die Buchmesse in Frankfurt/Main im Herbst steht auf dem Plan. „Für das nächste Jahr gibt es auch schon Anfragen. Momentan arbeite ich von früh bis zum späten Abend. Der Garten bekommt auch nicht mehr die Aufmerksamkeit, die er bräuchte.“

Seit 2016 lebt Beate Balz mit ihrer Familie in Bärenklau. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die gebürtige Berlinerin lebte zuvor 15 Jahre lang in Hohen Neuendorf, auch dort schon in einem Schwedenhaus. „Ich bin eigentlich Bankkauffrau.“ Inzwischen hat sie sich selbstständig gemacht.

Sich wohlzufühlen – das ist ein Thema, das ihr sehr wichtig ist. Auf ihrem Instagram-Kanal @beate.balz teilt sie positive Lebensgedanken, gibt Tipps, wie man mit bestimmten Situationen klarkommt, aber es sind auch Deko- und Gartentipps, die sie mit ihren Fotos vermittelt. Ihr Spitzname: Miss Feelgood.
Den Namen hat sie von Hermann Scherer. Er veranstaltet den Speaker Slam, einen Rednerwettbewerb. „Er macht auch Coachings. Ich hatte einen Kurs mit ihm, wir kannten uns also, und er sagte zu mir: Du kannst doch quatschen, mache doch da mal mit!“ Sie ließ sich überreden. Zunächst fragte sie sich, was sie dort eigentlich erzählen soll. „Es sollte sich dann um meinen Garten drehen. Andere haben alles genau aufgeschrieben, ich habe mir vorher nur Gedanken gemacht.“
An diesem Tag standen insgesamt 96 Rednerinnen und Redner auf der Bühne – sie war eine davon. Sie sprach über ihren Einzug ins neue Haus in Bärenklau und wie sie es schaffte, dass bis zum Spätherbst auch der Garten in Schuss war – und über das Buch, das gerade entstanden war. „Ich bin auf die Bühne, und es hat mir Spaß gemacht.“ Man merkt es schnell, wenn man sich mit ihr unterhält – sie kann gut reden, und es ist immer unterhaltsam. Am Ende war ihr Fazit: „Traut euch, und ihr könnt alles schaffen.“
Das galt auch für ihre Teilnahme am Speakers Slam in Mastershausen in Rheinland-Pfalz. „Eine Jury hat über die Auftritte entschieden.“ Gleich bei ihrem Debüt bei diesem Wettbewerb hat sie den ersten Platz belegt. Sie bekam den Excellence Award. Es folgte ein Fernsehinterview und ein Auftritt in einem Podcast. Ob sie dort noch einmal mitmachen wird, stehe noch nicht fest.

Momentan steht aber ihr Bestseller im Mittelpunkt. Termine müssen koordiniert werden, mit Katrin Iskam steht sie im ständigen Austausch. Gerade erscheint die dritte Auflage des Gartenbuches. Und ein zweites Buch ist auch schon in Planung.

Hits: 12

aRTikel

Viele Ideen: Von der Eisbahn am Dorfanger bis zum Oberkrämer-Radio

Samstag, den 15. Januar 2022
Tags: , , , , ,

Maren Gilzer-Kuhlmann (FDP) will Bürgermeisterin werden – sie möchte die Bürger bei sämtlichen Entscheidungen befragen und hat viele Visionen einer modernen Gemeinde

MAZ Oberhavel, 15.1.2022

Oberkrämer.
Dass der Bürgermeister-Wahlkampf weit über die Grenzen von Oberkrämer hinaus bekannt ist, liegt an Maren Gilzer-Kuhlmann. Wegen ihr berichten auch „Brisant“, die FAZ oder der Focus über die Wahl in der kleinen Gemeinde. Unbestreitbar liegt das an der Prominenz der 61-Jährigen. Aber um die soll es hier nur am Rande gehen. Maren Gilzer-Kuhlmann will Verwaltungschefin werden.

Angefangen hat alles mit den Protesten gegen die Schließung des Flughafens Berlin-Tegel, so kam sie mit der FDP in Kontakt. „Sie hat mich sehr überzeugt“, sagt sie. Später engagierte sie sich lokalpolitisch in Hennigsdorf, ist inzwischen stellvertretende Vorsitzende des dortigen FDP-Ortsvereins. „Da habe ich mich zufällig vorher schon mal erkundigt, wie man Bürgermeisterin wird“, erzählt sie. Als der Rücktritt von Peter Leys bekannt wurde, hatte sie dann Uwe Münchow, der FDP-Chef in Oberhavel, angesprochen, ob sie sich den Job vorstellen könne. Sie überlegte ein Wochenende – und sagte dann zu. Seitdem ist Wahlkampf angesagt.

Maren Gilzer-Kuhlmann lebt in Nieder Neuendorf – weshalb sich viele Leute fragen, was sie mit Oberkrämer zu tun habe. „Mein Bruder hat dort zehn Jahre gewohnt“, erzählt sie. Oft war sie am Schloss in Schwante, geheiratet hat sie nebenan in Groß-Ziethen. Inzwischen hat sie sich viel mit Oberkrämer befasst. Sie ist im Wahlkampf mit dem Maren-Mobil unterwegs, Plakate wurden aufgehängt, Flyer verteilt. „Man kann mich persönlich kennenlernen“, sagt sie. Manchmal wird sie auch auf ihre Prominenz angesprochen, „zwei Autogramme musste ich geben“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Sie hat viel vor mit der Gemeinde Oberkrämer. Sie will bessere Busverbindungen mit dichteren Takten, „gerade in die Randgebiete.“ Es liege schon ein Plan der FDP vor. Zusätzlich hat sie die Idee von „Car-To-Go“-Elektroautos in jedem Ortsteil. Dazu möchte sie mit Investoren reden. Auch einen Bürgerhaushalt soll es dann geben. Ein dringendes Anliegen ist die Oberschule für Oberkrämer – wo diese entstehen könnte, müsste eine Umfrage ergeben. „Eichstädt liegt zentral, das wäre als Standort nicht schlecht.“ Wird sie Bürgermeisterin, dann will sie auch in alle Kitas und Schulen, um zu schauen, welche Bedarfe es dort noch gibt. Oberkrämer soll wachsen, aber nicht unendlich, sagt sie. Auf eine Zahl möchte sie sich da nicht festlegen. Jetzt sind es etwas mehr als 12 000.

Oberkrämer soll moderner, schöner werden. Zum Beispiel in Sachen Energieversorgung: „Ich möchte auf lange Sicht, dass wir uns in der Gemeinde energetisch selbst versorgen“, sagt sie. „Ich habe sehr viele kreative Ideen, was ich machen möchte. Man muss den ersten Stein ins Rollen bringen. Das sehe ich als meine Aufgabe.“

Ihr Oberkrämer ist eine echte Vision. Die Dorfanger in den Ortsteilen sollen aufgewertet werden – mit Einkaufsmarkt, einem Zeitungsladen, Restaurants und Cafés, dazu gepflegte Parkanlagen und sanierte Häuser drumherum. „So stelle ich mir jeden einzelnen Dorfanger vor. Es gibt einfach zu wenig Gastronomie.“ Mit dem Musik- und Theaterverein in Schwante will sie Theaterstücke aufführen – mit Tourneen durch alle Ortsteile. Dazu sollen auf allen Dorfangern Bühnen entstehen. In jedem Ortsteil soll es Clubs für die Jugend geben mit verschiedenen Musikstilen und Gesangsbattles. Maren Gilzer-Kuhlmann hat Kontakte zu den „Flying Steps“, die „coole Kurse mit Musik“ anbieten können. Die entsprechenden Räume könnten preiswert von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Auf dem Dorfanger in Marwitz könnte eine Eisbahn aufgebaut werden, daneben eine Imbissbude. „Ich bin sehr jung im Kopf, ich bin sehr nah dran an der Jugend, von der Mentalität her“, sagt sie. Um mit den Bürgern Kontakt zu halten, „will ich nicht nur regelmäßige Befragungen durchführen. Auch sollen sie zu allen Entscheidungen befragt werden“. Sie könnte sich auch ein Oberkrämer-Radio vorstellen, mit stündlichen aktuellen Informationen aus der Gemeinde.

Aber wie kann sie diese Visionen alle durchsetzen? Die Gemeindevertretung sei zu sehr BfO-regiert, sagt sie, ebenso die Verwaltung. „Mit denen muss ich eng zusammenarbeiten, am Anfang werde ich ziemlich gegen Windmühlen kämpfen. Aber ich habe keine Bedenken, dass ich sie weichgeklopft kriege. Ich habe einfach ganz andere Ansätze, die sie nicht haben. Auch durch meinen beruflichen Werdegang kenne ich ganz andere Leute, die uns unterstützen können“, erklärt sie.

Apropos Werdegang. Im Allgemeinen ist der bekannt. Geboren wurde Maren Gilzer-Kuhlmann in Berlin-Treptow, die Familie ging vor dem Mauerbau nach West-Berlin. Sie machte eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin, arbeitete dann am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik. Nebenbei modelte sie so erfolgreich, dass das bald ihr Hauptberuf wurde. Sie ging später zu einem Casting, war dann viele Jahre lang Assistentin an der „Glücksrad“-Ratewand auf Sat.1, war danach 15 Jahre Schauspielerin in der MDR-Serie „In aller Freundschaft“ und wurde später Dschungelkönigin in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Ihre Hobbys: Architektur und der Erhalt von alten Häusern. „Ich bin gerade dabei, zwei Häuser zu bauen“, sagt sie.

Dass sie nicht in Oberkrämer lebt, findet sie unproblematisch, der Ort sei dichter an Oberkrämer, als Schwante an Bötzow, sagt sie. Und sie kann sich vorstellen, nach Oberkrämer zu ziehen. Ihr Lieblingsstelle: der Dorfanger mit dem Holzbackofen in Schwante.

Hits: 205

aRTikel

Überflieger – Serienstar: Krätze ist der Chaot mit Herz

Samstag, den 8. Februar 2020
Tags: , , ,

Seit 2011 spielt Marcel Maurice Neue in der täglichen RTL-zwei-Serie “Berlin – Tag & Nacht” mit – aufgewachsen ist er in Birkenwerder

MAZ Oberhavel, 8.2.2020

Birkenwerder.
Krätze ist ein Chaot mit Herz. Er beißt sich durch das Leben. Mit 16 ist er von zuhause ausgezogen. Lange lebte er auf der Straße. Inzwischen hat er einen eigenen Sohn und ist Besitzer eine Foottrucks.

Das klingt spannend, ist aber „nur“ eine fiktive Biografie. Nämlich die von Karsten Rätze, den alle nur Krätze nennen. Marcel Maurice Neue verkörpert sie seit fast neun Jahren. Am 12. September 2011 ging die erste Folge der Serie „Berlin – Tag & Nacht“ bei RTL zwei auf Sendung. „Ich spiele dort einen liebenswerten Menschen, der auf der Suche nach Geborgenheit ist“, erzählt er. Er gehört zu den Hauptdarstellern in der täglich ausgestrahlten Reality-Soap.

Schon als Kind stand Marcel Maurice Neue immer mal wieder vor der Kamera. Er spielte in der Serie „Hallo Onkel Doc!“ mit, später auch in den ZDF-Serien „Sperling“ und „Ein starkes Team“. Das ging, bis er 13 Jahre alt war. „Danach starb meine Agentin, und dann ist das im Sande verlaufen“, erzählt er.
Geboren ist er 1989 in Berlin, 1996 zog seine Familie nach Birkenwerder, dort wuchs er dann auf. Er besuchte die dortige Grundschule, ging dann später auf die Gesamtschule in Glienicke. Auch spielte er in der Region lange Fußball, zuletzt bei grün-Weiß Bergfelde. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Ausbildung zum Glas-und Gebäudereiniger. „Das war aber eher Mittel zum Zweck“, sagt er.

Dann aber packte ihn wieder die Lust am Schauspiel. Er stieß auf die Produktionsfirma Filmpool, spielte mit in „Familien im Brennpunkt“ und in der ersten Staffel der „X-Diaries“. „Da habe ich dann das Angebot bekommen, in ,Berlin – Tag & Nacht’ zu spielen.“ Er nahm die Rolle an. Am Montag läuft die 2127. Folge des Dauerbrenners.
Kein Drehtag verläuft gleich. „Er kann für mich mal eine Stunde dauern, aber auch mal zwölf Stunden“, erzählt der 30-Jährige. Dadurch, dass Krätze eine der Hauptfiguren der Serie ist, komme das auch vor. Bis 2018 hat er quasi jeden Tag gedreht. Dann brauchte er eine Auszeit, und Fans befürchteten, dass er die Serie ganz verlassen würde. „Aber wenn man so lange Zeit nichts anderes macht, dann platzt einem der Kopf. Er sei zwar nach wie vor gerne zur Arbeit gegangen, aber er musste dennoch mal raus. Er zog sich zurück – in der Serie flüchtete Krätze in dieser Zeit nach Barcelona. „Ich war dann komplett raus.“
Er nutzte die Auszeit für einen längeren Trip nach Kolumbien. Dort machte er einen Sprachkurs und reiste herum. „Ich musste das auch tun, um mich in meinen Job neu zu verlieben.“ Das hat offenbar funktioniert. „Es macht mir wieder Spaß. Zurück zu kommen war wunderschön.“

Alle drei Monate gibt es im Team sogenannte „Future-Gespräche“. „Da erfährt man, wie es mit der Figur weitergeht.“ Falls mit Krätze etwas geplant, was ihm nicht gefällt, kann er ein Veto einlegen. „Aber dann versucht man, das Bestmögliche für beide Seiten zu erreichen.“ es sei ja meistens nur der Kopf, der zu gewissen Themen Nein sagt. So sei es für ihn eine Herausforderung gewesen, als sich seine Serienfigur Krätze das Leben nehmen wollte. „Er wollte vom Dach springen, das war ein ziemlich aufwendiger Drehtag.“ Auch als Krätzes Freundin Zoe große psychische Probleme hatte, sei das schwierig gewesen. „Das war sehr interessant, weil Krätze ein starker Charakter ist und die Gefühle zurückstecken musste.“ Schauspielerische Herausforderungen sind es, die er auch künftig angehen möchte. So könnte er sich vorstellen, auch mal einen körperlich-geistig Behinderten zu spielen oder auch eine schwule Rolle.

Er ist dabei auch durchaus selbstkritisch. Ist eine Folge der Serie fertig, dann schaut er sie sich auch an. „Ich sehe es als Hausaufgabemachen.“ Nebenher kümmert er sich noch um „Influencer-Geschichten“,wie er es nennt. Über die Foto-Plattform Instagram verdient er auch Geld mit Werbung.

Einen Bezug zu Birkenwerder und der Region hat er kaum noch. Seine Mutter lebt inzwischen wieder in Berlin, sein Vater in Griechenland, in Hohen Neuendorf wohnt noch ein Freund. Sein Jobmittelpunkt ist Berlin, er selbst wohnt nun in Berlin-Pankow.

Hits: 414

aRTikel

Vom Anschieber zum ewigen Helden

Mittwoch, den 23. Mai 2018
Tags: , , ,

Der Bob-Olympiasieger Kevin Kuske stellt sich in der Bötzower Grundschule den Fragen der Kinder – Gespräch ist Teil einer sportlichen Projektwoche

MAZ Oberhavel, 23.5.2018

Bötzow.
Die Kinder der Bötzower Grundschule hatten gestern Vormittag viele Fragen. Vor ihnen saß in der Turnhalle nämlich ein echter Sportstar: Mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen ist er Deutschlands erfolgreichster Bobfahrer. Inzwischen hat der 39-Jährige seinen Sport aber aufgegeben – aus Altersgründen. Als Teil der Bötzower Projektwoche „Olympia ruft – mach mit!“ kam er gestern an die Grundschule, um sich den Fragen der Kinder zu stellen.

So erzählte er, dass es untypisch für einen Wintersportler gewesen sei, dass er in Potsdam trainiert habe. „Ich bin leidenschaftlicher Potsdamer und Brandenburger, ich bin nie in eine Wintersportregion gegangen“, erzählte er. Angefangen habe er als Kind in der Leichtathletik, schon mit vier Jahren trieb er regelmäßig Sport. Erst 1999/2000 sei er in den Bobsport gewechselt.
Wie schwer sei es, Bob zu fahren?, wollte ein Schüler wissen. „Schwer!“, antwortete Kevin Kuske. 200 Kilogramm wiege das Gerät. „Da braucht es ganz viele Monate Training.“ Mit mehr als Tempo 100 sei der Bob unterwegs, er war immer der Anschieber.
Wie es sei, Gold zu gewinnen?, so die Frage eines Mädchens. „Das ist das absolute Highlight“, antwortete der Ex-Bobfahrer. „Das ist das Allerschönste.“ Es sei sein Kindheitstraum gewesen, zu den Olympischen Spielen zu fahren. „Der olympische Gedanke war schon als Kind da, der ist zum Glück fünfmal eingetreten.“ Zur finanziellen Förderung des Bobsportes sagte er, dass diese ganz gut sei. „Uns könnte es besser gehen“, aber es sei schwierig, jede Sportart gleich zu fördern.

Auch berichtete Kevin Kuske von seinem neuestem Projekt, das im Herbst ansteht. Er nimmt teil an der vierten Staffel der Reihe „Ewige Helden“ bei Vox, die im Frühjahr 2019 ausgestrahlt werden soll. Darin müssen sich ehemalige Spitzensportler in verschiedenen Sportarten ausprobieren und sich gegenseitig messen lassen. „Dafür bin ich schon jeden Tag im Training“, erzählte er gestern den Kindern in Bötzow.

Wenn Kevin Kuske nicht Bobfahrer geworden wäre – was dann? Das war eine weitere Frage eines Schülers: „Lehrer!“, sagte er scherzhaft. Dann aber ernsthafter: „Vielleicht hätte ich mehr Basketball gespielt.“ Jetzt wolle er aber in den Trainerberuf, das mache ihm Spaß.

„Sehr informativ“, fand Jolina (11) die Fragestunde. „Seine Tattoos habe ich besonders bewundert“, sagte Sophie (12) danach. „Ich finde gut, dass er hergekommen ist.“ Tobias (10) strahlte: „Ich habe ein Autogramm, das ist cool!“ Ein Junge ließ sich sogar ein Autogramm auf seinen Arm geben.

„Ich bin momentan relativ viel in Schulen“, sagte Kevin Kuske später im kurzen MAZ-Gespräch. „Ich finde das immer schön, und die Kinder sind immer ziemlich aufgeregt. Ich gebe auch mal eine Frage zurück.“ Auch Schulleiterin Dorit Steinke war zufrieden. „Die Kinder haben sich die Fragen in Gruppen und auch zu Hause ausgedacht“, erzählte sie. Heute geht die Projektwoche in Bötzow weiter.

Hits: 259

aRTikel

Bergfeldes Stimme von Julia Roberts gratuliert zum 50. Geburtstag

Samstag, den 28. Oktober 2017
Tags: , , ,

Die Synchronsprecherin Daniela Hoffmann hat weit mehr als 30 Filme der Schauspielerin gesprochen – im Januar kommt das nächste Werk ins Kino

MAZ Oberhavel, 28.10.2017

Bergfelde.
Wenn Hollywoodstar Julia Roberts heute in Los Angeles ihren 50. Geburtstag feiert, wird man in Deutschland kurz auch nach Bergfelde blicken. Seit 27 Jahren ist die im Hohen Neuendorfer Ortsteil lebende Schauspielerin Daniela Hoffmann die deutsche Synchronstimme von Julia Roberts. „Ich glaube, es waren 35 Filme“, antwortete sie im MAZ-Gespräch auf die Frage, wie viele Male sie den Star schon gesprochen habe.

Mit „Pretty Woman“ erlebte Roberts ihren großen Durchbruch, und Daniela Hoffmann war stimmlich mit dabei. Nicht umsonst zählt die in Berlin geborene 54-jährige Schauspielerin „Pretty Woman“ zu ihren Lieblingsfilmen mit Roberts. Außerdem „Notting Hill“ von 1999 – „Da fand ich schön, dass sie sich selbst so auf die Schippe genommen hat.“ – und „Erin Brockovich“ von 2000. „Dafür hat sie sehr zu Recht den Oscar bekommen“, sagt Daniela Hoffmann. „Sie hat das Glück, fast immer nur gute Rollen zu bekommen.“
Hoffmann hat Roberts immer begleitet. „Anfangs waren es Komödien, dann wollte sie mehr ins ernte Fach.“ Die Rede ist von „Mary Reilly“ aus dem Jahr 1996. „Da war sie auch nicht schlecht.“ Später kamen eher emotionale, dramatische Rollen. „Sie spielt anders, seit sie Kinder hat“, beobachtet ihre deutsche Stimme. „Da ist mehr Feuer und Herzwärme.“ Unlängst sprach Daniela Hoffmann die Texte für Julia Roberts neuen Film „Wunder“, der am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos kommt. Darin geht es um ein Kind mit Gendefekt, das von seiner Mutter (Roberts) zu Hause unterrichtet wird. „Das ist ein sehr heutiges, tolles Thema“, findet Daniela Hoffmann.

„Sie liegt mir sehr“, sagt sie über die heutige Jubilarin. „Da ist schon viel Ähnlichkeit drin.“ Von allen Schauspielerinnen, die sie synchronisiert, sei ihr Roberts am nächsten. Getroffen hat die Bergfelderin den US-Star noch nie. „Sie war seit Jahren nicht in Deutschland.“ Während des Hypes um „Pretty Woman“ habe die Presse ein Foto mit den beiden gewollt, in Lack und Leder, wie Julia Roberts im Film. Das hat Daniela Hoffmann abgelehnt. „Ich glaube auch, dass kein Interesse an einem Treffen besteht“, sagt sie. Und: Sie wolle sich damit auch nicht so in den Vordergrund stellen.

Hits: 198

aRTikel

Man darf sich nicht runterziehen lassen

Samstag, den 21. November 2015
Tags: , , ,

Sänger Patrick Lindner über seinen Auftritt in Velten und Unterhaltung in Zeiten schlechter Nachrichten

MAZ Oberhavel, 21.11.2015

VELTEN
Mit „Sternstunden zur Weihnachtszeit“ kommt der Volksmusikstar Patrick Lindner am Sonntag, 20. Dezember, nach Velten. Seit einem Vierteljahrhundert steht der 55-jährige gebürtige Münchner auf den Bühnen dieses Landes. Vor dem Konzert in Ofenstadthalle erwischte ihn die MAZ schon mal vorab am Telefon.

Was erwartet die Zuschauer in Velten?
Patrick Lindner: Wir haben ein wunderschönes Weihnachtsprogramm. Im ersten Teil ist es noch nicht ganz so weihnachtlich. Jeder von uns hat so seine Hits dabei, auch aus den aktuellen Alben werden wir etwas spielen. Der zweite Teil wird dann aber absolut weihnachtlich, da wollen wir dann das Publikum auf das Fest einstimmen. Wir sind ja auch wirklich ganz kurz vor Weihnachten in Velten.

Wer ist denn alles mit dabei?
Lindner: Angela Wiedl ist dabei, die Schäfer und außerdem Judith und Mel.

Wenn man in eine Stadt wie nach Velten kommt, hat man vorher noch Zeit, sich dort umzusehen
Lindner: Kommt drauf an. Wir sind ja nicht das erste Mal in Velten. Es ergibt sich manchmal, dass wir noch Zeit haben, uns umzuschauen. Zum Beispiel auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Es kommt aber auch öfter vor, dass wir durch Termine eingespannt sind und gar nicht dazu kommen.

Kennen Sie die Region?
Lindner: Ich war schon öfter dort, es ist immer wunderschön. Es ist auch immer wieder nett, wenn Publikum kommt, das schon mal da war. Da freue ich mich.

Wer kommt denn so in Ihre Shows?
Lindner: Das ist ziemlich gemischt. Zu den Weihnachtsprogramm kommen eher viele ältere Menschen, da sind keine Teenies oder so. Aber durchaus Leute ab 40 aufwärts.

Würden Sie sich denn mehr Teenies wünschen?
Lindner: Der Schlager spricht ja im Moment tatsächlich auch viele junge Menschen an, durch Interpreten wie Andrea Berg oder Helene Fischer. Aber mit unserer Programmform sprechen wir auch nicht so sehr das ganz junge Publikum an.

Wie nah kann Ihnen denn das Veltener Publikum kommen?
Lindner: Es gibt öfter mal ein Meet and Greet, wo man sich vorher trifft. In der Pause geben wir aber auch immer Autogramme, da wird dann auch mal ein persönlicher Satz gewechselt. Es ist mir ganz wichtig, dass man Kontakt zum Publikum hat.

Könnte man denn spontan das Programm ändern, wenn irgendwas Unvorhergesehenes passiert?
Lindner: Vom Programm her sind die Lieder reininstalliert, manchmal kann man aber natürlich auch spontan auf etwas eingehen. Davon leben wir ja auch auf der Bühne. Ich bin sehr froh, wenn sich so was ergibt, das macht es ja auch lebendiger. Ansonsten gibt es aber einen roten Faden im Programm.

Singen Sie live?
Lindner: Die Musik kommt vom Band, wir singen aber alle live. Das hat sich in den letzten Jahren so eingespielt. Wir setzen aber auch auf ein schönes Bühnenbild. Es ist wichtig, dass die Optik stimmt.

Nach so einer Show während der Tour, sitzt man da noch zusammen oder will man auch mal alleine sein.
Lindner: Ja, doch. Wir sind eigentlich immer ganz gesellig. Allerdings reisen wir ja immer mit eigenen Pkws, um ein bisschen unabhängig zu sein. Jeder hat zwischenzeitlich auch mal andere Termine. Aber wir sind oft zusammen, das ist eine schöne Zeit für uns. Wie eine Zirkusfamilie.

Im Fernsehen ist der volkstümliche Schlager kaum noch präsent.
Lindner: Leider Gottes ist das so. Wenn wir unterwegs sind, fragen uns die Leute scharenweise ,Bitte, bitte, warum gibt es diese Sendung auch nicht mehr?’ Es hat ein Generationswechsel stattgefunden in den oberen Etagen der Sender, wo man sich nicht unbedingt mit unserer Musik identifizieren kann. Aber Gott sei Dank gibt es noch einen Sender wie den MDR, der doch daran festhält.

Brauchen Sie eine bessere Lobby?
Lindner: Eigentlich ist der Schlager ja wieder total angesagt. Ein großer Teil des Publikums ist trotzdem traurig, dass es solche Sendungen kaum noch gibt.

Kann es sein, dass es volkstümlichen Schlager in 30, 40 Jahren gar nicht mehr gibt?
Lindner: Nee, das glaube ich nicht. Das glaube ich auf gar keinen Fall. Es sind Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es gibt da Schwankungen. In den 80ern ist der volkstümliche Schlager großgeworden, und der wird auch immer irgendwie da sein.

In Zeiten des Terrors – macht es da noch Spaß?
Lindner: Es wird ja bei unserer Musik immer von der heilen Welt gesprochen. Wir wissen, unser Publikum möchte für ein paar Stunden abschalten. Also keinen Terror, Krieg oder Tod. Sie wollen sich musikalische in einer andere Welt träumen.

Die aktuelle Nachrichtenlage – hat die Einfluss auf die Shows?
Lindner: Dazu sind wir hochprofessionell, man darf sich da auch nicht runterziehen lassen. Während unseres Programms werden wir nicht politisch, wir sind ja in der Unterhaltung tätig. Es ist das, was uns am meisten Spaß macht, deshalb fällt uns das nicht schwer.

Was machen Sie Weihnachten?
Lindner: Da bin ich zu Hause, wie fast alle anderen Menschen auch. Nach vier Wochen auf Tour ist man froh, wieder zu Hause zu tun und wirklich keine Termine zu haben. Diese Zeit genieße ich unglaublich.

Hits: 168

aRTikel

Frank Zander holt sich Spende aus Kremmen ab

Dienstag, den 10. November 2015
Tags: , , ,

MAZ Oberhavel, 10.11.2015

KREMMEN
Am 21. Dezember veranstaltet der Entertainer Frank Zander wieder seine Essensgala für arme Leute und Obdachlose. Im Estrel-Hotel gibt es für sie Gänsekeulen, etwas zu trinken und diverse Geschenke. Am Montagnachmittag kam Zander nach Kremmen auf den Spargelhof. Dort bekam er eine Spende in Höhe von 1500 Euro überreicht. Das Geld stammt aus den Einnahmen des Erdbeertortenverkaufes am 31. Mai. „Wir haben noch etwas aufgestockt“, sagte Malte Voigts, der Chef des Spargelhofes. „Wir finden die Sache gut, die Frank Zander da auf die Beine stellt.“
Zum 21. Mal veranstaltet Zander seine Hilfsaktion. „Das ist toll, wenn man in die Gesichter sieht, und da öffnet sich was“, erzählte er am Montag in Kremmen. Viele Firmen unterstützen ihn bei seiner Gala.

Gänsekeulen gibt es Mittwoch aber auch auf dem Spargelhof. Die Saison dauert bis zum 20. Dezember. In dieser Zeit gibt es immer am Wochenende entsprechende Angebote im Restaurant, dazu gehört auch ein Brunch-Büfett.

Hits: 154