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Vom Anschieber zum ewigen Helden

Mittwoch, den 23. Mai 2018
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Der Bob-Olympiasieger Kevin Kuske stellt sich in der Bötzower Grundschule den Fragen der Kinder – Gespräch ist Teil einer sportlichen Projektwoche

MAZ Oberhavel, 23.5.2018

Bötzow.
Die Kinder der Bötzower Grundschule hatten gestern Vormittag viele Fragen. Vor ihnen saß in der Turnhalle nämlich ein echter Sportstar: Mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen ist er Deutschlands erfolgreichster Bobfahrer. Inzwischen hat der 39-Jährige seinen Sport aber aufgegeben – aus Altersgründen. Als Teil der Bötzower Projektwoche „Olympia ruft – mach mit!“ kam er gestern an die Grundschule, um sich den Fragen der Kinder zu stellen.

So erzählte er, dass es untypisch für einen Wintersportler gewesen sei, dass er in Potsdam trainiert habe. „Ich bin leidenschaftlicher Potsdamer und Brandenburger, ich bin nie in eine Wintersportregion gegangen“, erzählte er. Angefangen habe er als Kind in der Leichtathletik, schon mit vier Jahren trieb er regelmäßig Sport. Erst 1999/2000 sei er in den Bobsport gewechselt.
Wie schwer sei es, Bob zu fahren?, wollte ein Schüler wissen. „Schwer!“, antwortete Kevin Kuske. 200 Kilogramm wiege das Gerät. „Da braucht es ganz viele Monate Training.“ Mit mehr als Tempo 100 sei der Bob unterwegs, er war immer der Anschieber.
Wie es sei, Gold zu gewinnen?, so die Frage eines Mädchens. „Das ist das absolute Highlight“, antwortete der Ex-Bobfahrer. „Das ist das Allerschönste.“ Es sei sein Kindheitstraum gewesen, zu den Olympischen Spielen zu fahren. „Der olympische Gedanke war schon als Kind da, der ist zum Glück fünfmal eingetreten.“ Zur finanziellen Förderung des Bobsportes sagte er, dass diese ganz gut sei. „Uns könnte es besser gehen“, aber es sei schwierig, jede Sportart gleich zu fördern.

Auch berichtete Kevin Kuske von seinem neuestem Projekt, das im Herbst ansteht. Er nimmt teil an der vierten Staffel der Reihe „Ewige Helden“ bei Vox, die im Frühjahr 2019 ausgestrahlt werden soll. Darin müssen sich ehemalige Spitzensportler in verschiedenen Sportarten ausprobieren und sich gegenseitig messen lassen. „Dafür bin ich schon jeden Tag im Training“, erzählte er gestern den Kindern in Bötzow.

Wenn Kevin Kuske nicht Bobfahrer geworden wäre – was dann? Das war eine weitere Frage eines Schülers: „Lehrer!“, sagte er scherzhaft. Dann aber ernsthafter: „Vielleicht hätte ich mehr Basketball gespielt.“ Jetzt wolle er aber in den Trainerberuf, das mache ihm Spaß.

„Sehr informativ“, fand Jolina (11) die Fragestunde. „Seine Tattoos habe ich besonders bewundert“, sagte Sophie (12) danach. „Ich finde gut, dass er hergekommen ist.“ Tobias (10) strahlte: „Ich habe ein Autogramm, das ist cool!“ Ein Junge ließ sich sogar ein Autogramm auf seinen Arm geben.

„Ich bin momentan relativ viel in Schulen“, sagte Kevin Kuske später im kurzen MAZ-Gespräch. „Ich finde das immer schön, und die Kinder sind immer ziemlich aufgeregt. Ich gebe auch mal eine Frage zurück.“ Auch Schulleiterin Dorit Steinke war zufrieden. „Die Kinder haben sich die Fragen in Gruppen und auch zu Hause ausgedacht“, erzählte sie. Heute geht die Projektwoche in Bötzow weiter.

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Bergfeldes Stimme von Julia Roberts gratuliert zum 50. Geburtstag

Samstag, den 28. Oktober 2017
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Die Synchronsprecherin Daniela Hoffmann hat weit mehr als 30 Filme der Schauspielerin gesprochen – im Januar kommt das nächste Werk ins Kino

MAZ Oberhavel, 28.10.2017

Bergfelde.
Wenn Hollywoodstar Julia Roberts heute in Los Angeles ihren 50. Geburtstag feiert, wird man in Deutschland kurz auch nach Bergfelde blicken. Seit 27 Jahren ist die im Hohen Neuendorfer Ortsteil lebende Schauspielerin Daniela Hoffmann die deutsche Synchronstimme von Julia Roberts. „Ich glaube, es waren 35 Filme“, antwortete sie im MAZ-Gespräch auf die Frage, wie viele Male sie den Star schon gesprochen habe.

Mit „Pretty Woman“ erlebte Roberts ihren großen Durchbruch, und Daniela Hoffmann war stimmlich mit dabei. Nicht umsonst zählt die in Berlin geborene 54-jährige Schauspielerin „Pretty Woman“ zu ihren Lieblingsfilmen mit Roberts. Außerdem „Notting Hill“ von 1999 – „Da fand ich schön, dass sie sich selbst so auf die Schippe genommen hat.“ – und „Erin Brockovich“ von 2000. „Dafür hat sie sehr zu Recht den Oscar bekommen“, sagt Daniela Hoffmann. „Sie hat das Glück, fast immer nur gute Rollen zu bekommen.“
Hoffmann hat Roberts immer begleitet. „Anfangs waren es Komödien, dann wollte sie mehr ins ernte Fach.“ Die Rede ist von „Mary Reilly“ aus dem Jahr 1996. „Da war sie auch nicht schlecht.“ Später kamen eher emotionale, dramatische Rollen. „Sie spielt anders, seit sie Kinder hat“, beobachtet ihre deutsche Stimme. „Da ist mehr Feuer und Herzwärme.“ Unlängst sprach Daniela Hoffmann die Texte für Julia Roberts neuen Film „Wunder“, der am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos kommt. Darin geht es um ein Kind mit Gendefekt, das von seiner Mutter (Roberts) zu Hause unterrichtet wird. „Das ist ein sehr heutiges, tolles Thema“, findet Daniela Hoffmann.

„Sie liegt mir sehr“, sagt sie über die heutige Jubilarin. „Da ist schon viel Ähnlichkeit drin.“ Von allen Schauspielerinnen, die sie synchronisiert, sei ihr Roberts am nächsten. Getroffen hat die Bergfelderin den US-Star noch nie. „Sie war seit Jahren nicht in Deutschland.“ Während des Hypes um „Pretty Woman“ habe die Presse ein Foto mit den beiden gewollt, in Lack und Leder, wie Julia Roberts im Film. Das hat Daniela Hoffmann abgelehnt. „Ich glaube auch, dass kein Interesse an einem Treffen besteht“, sagt sie. Und: Sie wolle sich damit auch nicht so in den Vordergrund stellen.

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Man darf sich nicht runterziehen lassen

Samstag, den 21. November 2015
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Sänger Patrick Lindner über seinen Auftritt in Velten und Unterhaltung in Zeiten schlechter Nachrichten

MAZ Oberhavel, 21.11.2015

VELTEN
Mit „Sternstunden zur Weihnachtszeit“ kommt der Volksmusikstar Patrick Lindner am Sonntag, 20. Dezember, nach Velten. Seit einem Vierteljahrhundert steht der 55-jährige gebürtige Münchner auf den Bühnen dieses Landes. Vor dem Konzert in Ofenstadthalle erwischte ihn die MAZ schon mal vorab am Telefon.

Was erwartet die Zuschauer in Velten?
Patrick Lindner: Wir haben ein wunderschönes Weihnachtsprogramm. Im ersten Teil ist es noch nicht ganz so weihnachtlich. Jeder von uns hat so seine Hits dabei, auch aus den aktuellen Alben werden wir etwas spielen. Der zweite Teil wird dann aber absolut weihnachtlich, da wollen wir dann das Publikum auf das Fest einstimmen. Wir sind ja auch wirklich ganz kurz vor Weihnachten in Velten.

Wer ist denn alles mit dabei?
Lindner: Angela Wiedl ist dabei, die Schäfer und außerdem Judith und Mel.

Wenn man in eine Stadt wie nach Velten kommt, hat man vorher noch Zeit, sich dort umzusehen
Lindner: Kommt drauf an. Wir sind ja nicht das erste Mal in Velten. Es ergibt sich manchmal, dass wir noch Zeit haben, uns umzuschauen. Zum Beispiel auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Es kommt aber auch öfter vor, dass wir durch Termine eingespannt sind und gar nicht dazu kommen.

Kennen Sie die Region?
Lindner: Ich war schon öfter dort, es ist immer wunderschön. Es ist auch immer wieder nett, wenn Publikum kommt, das schon mal da war. Da freue ich mich.

Wer kommt denn so in Ihre Shows?
Lindner: Das ist ziemlich gemischt. Zu den Weihnachtsprogramm kommen eher viele ältere Menschen, da sind keine Teenies oder so. Aber durchaus Leute ab 40 aufwärts.

Würden Sie sich denn mehr Teenies wünschen?
Lindner: Der Schlager spricht ja im Moment tatsächlich auch viele junge Menschen an, durch Interpreten wie Andrea Berg oder Helene Fischer. Aber mit unserer Programmform sprechen wir auch nicht so sehr das ganz junge Publikum an.

Wie nah kann Ihnen denn das Veltener Publikum kommen?
Lindner: Es gibt öfter mal ein Meet and Greet, wo man sich vorher trifft. In der Pause geben wir aber auch immer Autogramme, da wird dann auch mal ein persönlicher Satz gewechselt. Es ist mir ganz wichtig, dass man Kontakt zum Publikum hat.

Könnte man denn spontan das Programm ändern, wenn irgendwas Unvorhergesehenes passiert?
Lindner: Vom Programm her sind die Lieder reininstalliert, manchmal kann man aber natürlich auch spontan auf etwas eingehen. Davon leben wir ja auch auf der Bühne. Ich bin sehr froh, wenn sich so was ergibt, das macht es ja auch lebendiger. Ansonsten gibt es aber einen roten Faden im Programm.

Singen Sie live?
Lindner: Die Musik kommt vom Band, wir singen aber alle live. Das hat sich in den letzten Jahren so eingespielt. Wir setzen aber auch auf ein schönes Bühnenbild. Es ist wichtig, dass die Optik stimmt.

Nach so einer Show während der Tour, sitzt man da noch zusammen oder will man auch mal alleine sein.
Lindner: Ja, doch. Wir sind eigentlich immer ganz gesellig. Allerdings reisen wir ja immer mit eigenen Pkws, um ein bisschen unabhängig zu sein. Jeder hat zwischenzeitlich auch mal andere Termine. Aber wir sind oft zusammen, das ist eine schöne Zeit für uns. Wie eine Zirkusfamilie.

Im Fernsehen ist der volkstümliche Schlager kaum noch präsent.
Lindner: Leider Gottes ist das so. Wenn wir unterwegs sind, fragen uns die Leute scharenweise ,Bitte, bitte, warum gibt es diese Sendung auch nicht mehr?’ Es hat ein Generationswechsel stattgefunden in den oberen Etagen der Sender, wo man sich nicht unbedingt mit unserer Musik identifizieren kann. Aber Gott sei Dank gibt es noch einen Sender wie den MDR, der doch daran festhält.

Brauchen Sie eine bessere Lobby?
Lindner: Eigentlich ist der Schlager ja wieder total angesagt. Ein großer Teil des Publikums ist trotzdem traurig, dass es solche Sendungen kaum noch gibt.

Kann es sein, dass es volkstümlichen Schlager in 30, 40 Jahren gar nicht mehr gibt?
Lindner: Nee, das glaube ich nicht. Das glaube ich auf gar keinen Fall. Es sind Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es gibt da Schwankungen. In den 80ern ist der volkstümliche Schlager großgeworden, und der wird auch immer irgendwie da sein.

In Zeiten des Terrors – macht es da noch Spaß?
Lindner: Es wird ja bei unserer Musik immer von der heilen Welt gesprochen. Wir wissen, unser Publikum möchte für ein paar Stunden abschalten. Also keinen Terror, Krieg oder Tod. Sie wollen sich musikalische in einer andere Welt träumen.

Die aktuelle Nachrichtenlage – hat die Einfluss auf die Shows?
Lindner: Dazu sind wir hochprofessionell, man darf sich da auch nicht runterziehen lassen. Während unseres Programms werden wir nicht politisch, wir sind ja in der Unterhaltung tätig. Es ist das, was uns am meisten Spaß macht, deshalb fällt uns das nicht schwer.

Was machen Sie Weihnachten?
Lindner: Da bin ich zu Hause, wie fast alle anderen Menschen auch. Nach vier Wochen auf Tour ist man froh, wieder zu Hause zu tun und wirklich keine Termine zu haben. Diese Zeit genieße ich unglaublich.

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Frank Zander holt sich Spende aus Kremmen ab

Dienstag, den 10. November 2015
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MAZ Oberhavel, 10.11.2015

KREMMEN
Am 21. Dezember veranstaltet der Entertainer Frank Zander wieder seine Essensgala für arme Leute und Obdachlose. Im Estrel-Hotel gibt es für sie Gänsekeulen, etwas zu trinken und diverse Geschenke. Am Montagnachmittag kam Zander nach Kremmen auf den Spargelhof. Dort bekam er eine Spende in Höhe von 1500 Euro überreicht. Das Geld stammt aus den Einnahmen des Erdbeertortenverkaufes am 31. Mai. „Wir haben noch etwas aufgestockt“, sagte Malte Voigts, der Chef des Spargelhofes. „Wir finden die Sache gut, die Frank Zander da auf die Beine stellt.“
Zum 21. Mal veranstaltet Zander seine Hilfsaktion. „Das ist toll, wenn man in die Gesichter sieht, und da öffnet sich was“, erzählte er am Montag in Kremmen. Viele Firmen unterstützen ihn bei seiner Gala.

Gänsekeulen gibt es Mittwoch aber auch auf dem Spargelhof. Die Saison dauert bis zum 20. Dezember. In dieser Zeit gibt es immer am Wochenende entsprechende Angebote im Restaurant, dazu gehört auch ein Brunch-Büfett.

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Treffpunkt Tibors Grillbar

Samstag, den 17. Oktober 2015
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Am 30. Oktober spielt die Stern Combo Meißen in Oranienburg – die Stadt ist mit Erinnerungen verbunden

MAZ Oberhavel, 17.10.2015

ORANIENBURG
Wenn am 30. Oktober die Stern Combo Meißen in der Orangerie auftritt, dann ist Oranienburg für die Band keine ganz unbekannte Stadt. Martin Schreier, eines der Urgesteine der Gruppe, lächelt. Er erinnert sich an einen Freund, der eine Kneipe an der Hauptstraße hatte. Die Rede ist von „Tibors Grillbar“, zu DDR-Zeiten eine echte Institution an der damaligen Straße des Friedens, der heutigen Bernauer Straße. „Wir sind da auch mal ab und zu eingekehrt“, erzählt Martin Schreier.
Auch den Bassisten Harry Jeske verbinden sie mit Oranienburg. Jeske war Mitglied der Puhdys. „Er konnte ja immer mal wieder in den Westen und hat uns mal Mikros und Lautsprecher besorgt“, erinnert sich der Musiker.

Gerade mal 16 Jahre alt war er, als er die Band gegründet hat. „Wir haben uns als Teenies zusammengefunden“, erzählt er. Überwiegend stammten sie aus dem Bekanntenkreis. Sie haben internationale Songs geprobt. Rock’n’Roll. Die Stones. „Uns sprach dann jemand an, ob wir auftreten wollen.“ Sie wollten. Am 23. September 1964 war das, in Meißen, auf einer Rentnerfeier. „Unser erstes Benefizkonzert“, sagt Martin Schreier im Rückblick. „Eigentlich war das nicht unser Ansatz. Er wollten Beat- und Popmusik für Jugendliche spielen.“
Stück für Stück hat sich die Band hochgearbeitet, Anfang der 70er-Jahre wechselte sie ins Profilager. Und nicht nur das: „Irgendwann kamen wir auf die Idee, selbst tätig zu werden.“ Heißt: eigene Stücke spielen und ein Album veröffentlichen. Die erste LP war ein Live-Mitschnitt eines Konzertes und gleich ein Riesenerfolg. Sie wurde, so erinnert sich Martin Schreier, bis zu 400 000-mal verkauft. Die Plattenfirma Amiga hatte die Band zunächst boykottiert, doch schließlich kam sie nicht mehr um sie rum. Die Stern Combo Meißen spielte anspruchsvolle, vielschichtige, zeitlose Musik, oft sind klassische Werke in ihren Songs verarbeitet worden. Damit traten sie überall in der DDR auf, auch beispielsweise in der Sowjetunion liebten die Leute die Gruppe.
1982 kam aber der erste Schnitt. Der musikalische Zeitgeist hatte sich geändert, im Westen – und in der DDR natürlich auch – war die Neue Deutsche Welle angesagt. Die Stern Combo hatte bis zu dem Zeitpunkt schon auf jeder Bühne des Landes gestanden. „In den Westen durften wir nicht“, sagt Martin Schreier. Es schlich sich ein wenig Routine ein, die Plattenverkäufe gingen zurück, die Band orientierte sich am neuen Geschmack.
Nach der Wende wurde es dann zunächst vollkommen ruhig. „Die Luft war auch raus“, so der Bandgründer. Bis 1996. Manager Detlef Seidel, ebenfalls ein treuer Begleiter der Stern Combo Meißen, sorgte für das Comeback. „Die Euphorie beim ersten Konzert in Riesa war groß“, erinnert sich Detlef Seidel.

Es sind vor allem die Fans von früher, die der Band treu sind. „Es ist schwierig, an junge Leute heranzukommen“, sagt Martin Schreier. Auch weil die Stern Combo im Radio und im Fernsehen so gut wie nicht vorkommt. „Die Kulturlandschaft und die Medien sind heute total anders gestrickt. Warum wir keinen Weg ins Radio oder ins Fernsehen finden, wissen wir nicht.“ Immerhin, zum 50. Bandgeburtstag im vergangenen Jahr waren sie in einer MDR-Sendung zu Gast.
Frischen Wind – und damit auch jüngere Fans – bringt aber der erst 31-jährige Sänger Manuel Schmid. „Er kam zur Probe und kannte unser ganzes Repertoire“, erinnert sich Martin Schreier. Die Band war begeistert und Manuel an Bord. „Ein Wunderkind.“

Die Stern Combo Meißen ist auch noch lange nicht am Ende. „Wir sind voller Enthusiasmus“, sagt Manager Detlef Seidel. Bald erscheint eine neue CD und eine DVD. Dabei handelt es sich um den Zyklus „Bilder einer Ausstellung – The Rock Version“ nach Modest Mussorgski. Die Musiker spielten gemeinsam mit dem Leipziger Symphonieorchester und dem Landesjugendchor Sachsen . „Das war eine tolle Sache“, sagt Martin Schreier.
Jetzt aber freuen sie sich erst einmal auf Oranienburg und den Auftritt in der Orangerie.

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Sehr herzlich, aber auch ruppig

Freitag, den 2. Oktober 2015
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Comedian Hennes Bender über das Kremmener Theaterpublikum, das er sehr mag

MAZ Oberhavel, 2.10.2015

KREMMEN
Der Comedian Hennes Bender kommt am 11. Oktober mal wieder ins Kremmener Theater „Tiefste Provinz“. Es ist bereits das vierte Mal, dass er ins Scheunenviertel kommt, zuletzt präsentierte er 2012 sein Programm „Erregt“. Die aktuelle Show „Klein/Laut“ ist bereits ausverkauft. Die MAZ erwischte ihn am Telefon in seiner Küche.

MAZ: Sie kommen nicht das erste Mal nach Kremmen. Freuen Sie sich darauf?
Hennes Bender: Ja, sonst würde ich das ja nicht machen. Ich mag das schöne Ambiente und das Drumherum des Theaters. Es gibt nur wenige Spielorte im Umland außerhalb von Berlin.

Ist denn die „Tiefste Provinz“ in Kremmen der kleinste Spielort, wo Sie auftreten?
Bender: Vor drei Wochen bin ich in einem Friseursalon in Neuss aufgetreten. Da war es pickepacke voll. Ich freue mich, wenn Leute sich auf den Weg machen, um den Künstler zu sehen, den man mag. Die Bindung an den Ort und die Location ist da schon wichtig.

Ist das Publikum in Kremmen anders als zum Beispiel in Berlin?
Bender: Ich mache ja eher nicht den Unterschied zwischen Ost und West, eher zwischen Stadt und Land. Die Berliner sind, was Kultur angeht, ziemlich übersättigt. Die Kremmener habe ich immer als sehr herzlich, aber auch als ruppig empfunden. Das mag ich. Wir im Ruhrgebiet sind ja auch so – herzlich und ruppig. Bei den Berlinern ist es hin und wieder etwas pampig und eigen, bei uns versteht man sich eher auf die andere Art.

Die Bühne in Kremmen ist klein, das Publikum nah dran. Bekommt man mit, was unten passiert, und weichen Sie auch schon mal vom Programm ab, wenn Sie etwas Außergewöhnliches merken?
Bender: Das mache ich immer, und das hängt auch nicht von der Größe des Publikums ab. Ich gehe bei meinem Programm nie auf Nummer sicher, das finde ich sehr langweilig. Ich suche immer den direkten Kontakt, ich will wissen, was es Neues gibt. Ich interessiere mich immer dafür, was so passiert, ich suche auch immer das Gespräch.

Am Tag davor treten Sie in Berlin auf. Wird das ein großer Unterschied zu Kremmen werden?
Bender: Das kann ich Ihnen noch nicht sagen. Das Publikum bei den Wühlmäusen, wo ich auftrete, ist zum Beispiel auch ein ganz anderes als im Quatsch-Comedy-Club. Beides sind eine tolle Locations, Letzteres ist aber eher ein Touristentheater. In den Wühlmäusen sitzt meist ein geschultes Kabarettpublikum. Es ist eine tolle Sache, da spielen zu dürfen. Die sind sehr West-Berlinerisch, da am Theo ( gemeint ist der Theodor-Heuss-Platz in Berlin-Westend, d. Red.). Man merkt dort auch den Spirit des Hausherren Dieter Hallervorden, den ich sehr verehre.

Ihr Programm, mit dem Sie am 11. Oktober nach Kremmen ins Scheunenviertel kommen, heißt „Klein/Laut“. Was bedeutet der Titel?
Bender: Der Titel hat mehrere Bedeutungen. Ich bin klein und bin laut, und manchmal bin ich auch kleinlaut. Ich mag Titel, die die Leute jeder für sich interpretieren können.

Worum wird es an diesem Abend gehen?
Bender: Über alles oder nichts. Ich will da auch nicht so viel verraten und den Leuten die Überraschung nehmen. Wenn Sie auch aktuelle Bezüge aufnehmen, spielt die derzeitige Asylproblematik dann auch eine Rolle? Bender: Ich bin froh, dass ich kein Politiker bin und keine Rücksicht nehmen muss. Klar ist das auch ein Thema. Was sagt man im Affekt und was sagt man überlegt? Ich finde, man ist ein Nazi und Verfassungsfeind, wenn man mit einem Brandsatz auf ein Heim wirft. Facebook ist ein Problem, wo ich sehe, wie unbeholfen manche Leute im Umgang mit den neuen Medien sind. Mal abgesehen von den orthografischen Katastrophen, stehen da manchmal Sachen, die nicht gehen. Wir haben ein Problem mit der Umgangskultur in Deutschland, und es stört mich, wenn Leute aufhören, selbstständig zu denken.

Noch mal zurück zum Auftritt in Kremmen: Bekommen Sie etwas vom Umland mit?
Bender: Ich werde an dem Sonntag relativ früh nach Kremmen kommen und es mir dann im Hotel noch ein bisschen gut gehen lassen. Und ich erinnere mich, dass wir nach dem Programm im Theater immer noch sehr schön zusammengesessen und erzählt haben. Das war schön, und ich denke, dass ich diesmal danach auch noch bleiben werde

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Hennes Bender
Hennes Bender ist 1968 in Bochum geboren worden – in der damaligen Landesfrauenklinik. Nach dem Abitur begann er 1988 in Bochum das Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften.
1990 feierte er sein Bühnendebüt als „Hamlet“ am Bochumer Schauspielhaus. Im Jahre 1993 gewinnt er mit Heinz-Peter Lengkeit den „New Talent Award“ des Hamburger „Quatsch Comedy Club“. 1998 hatte er erste Auftritte als Solokomiker, 1999 folgte sein erstes Soloprogramm „Ich mache es gerne!“.

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Kesslers Expedition: Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin

Samstag, den 8. September 2012
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FR 07.09.2012 | 20.30 Uhr | rbb

Wieder mal Oranienburg! Schon das zweite Mal führte eine Expedition von Michael Kessler zum hiesigen Schloss (wo zufälligerweise auch ein Typ mit Fotoapparat rumstand, keine Ahnung, wer das war). Beim ersten Mal war er mit dem Floß auf der Havel unterwegs, nun mit dem Klapprad auf dem Radfernweg von Kopenhagen nach Berlin.

Es ist ein schönes, kleines Format, das sich der rbb und der Schauspieler Michael Kessler da geschaffen haben. Mit kleinem Team reist er durch die Lande, zeigt die Gegend, spricht mit Menschen – es ist das Real-Life-Fernsehen, das die Dokus der Privatsender schon lange nicht mehr sind. Nichts ist gestellt, nur wenig geplant, nichts verfälscht.

Dennoch hat der rbb bei der Radtour viel verschenkt. Immerhin dauerte die Reise elf Tage, der Weg ist mehr als 600 Kilometer lang. Das alles wurde in nur vier Folgen mit je 45 Minuten gezeigt. Zu wenig für das alles. Allein die letzten 200 Kilometer nahmen in der Doku gerade mal etwas mehr als 20 Minuten ein. Es muss unfassbar viel Material der Schere zum Opfer gefallen sein.
Warum nicht eine oder zwei Folgen mehr? Oder stattdessen zwölf Folgen a 30 Minuten. Oder ist tatsächlich so wenig passiert, dass die Reise in so großen Schnittfolgen machbar war?