RTZapper

Nacht über Berlin

Freitag, den 22. Februar 2013
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MI 20.02.2013 | 20.15 Uhr | Das Erste

Weil Das Erste am kommenden Mittwoch Fußball zeigt, musste der Gedenktag zum 80. Jahrestag des Reichstagsbrandes um eine Woche vorgezogen werden. Man muss eben Prioritäten setzen.
“Nacht über Berlin” hieß der Film, der zur Zeit von Hitlers Machtergreifung 1933 spielt. Mehr als eine Schmonzette ist aber leider nicht herausgekommen.

Wenn Jan-Josef Liefers im Münsteraner “Tatort” den Ha-ha-wie-lustig-Gerichtsmediziner spielt, mag das ganz in Ordnung sein. Das übertriebene Schauspiel mit sehr betonten Sätzen wirkte in diesem Film jedoch sehr staksig. Dazu Anna Loos – im wahren Leben Liefers’ Gattin -, die mal theatralisch auf dem billigen Kulissen-Dach ins noch viel billigere Kunst-Berlin von 1933 starrt und seufzt. Oder weint.

Viel Geld scheint für “Nacht in Berlin” nicht übrig gewesen sein. Die Kostüme wirkten allesamt künstlich, die Kulissen unecht. Am schlimmsten aber ist: Viele Szenen entstanden in der “Berliner Straße”. Die Kulisse steht in Potsdam-Babelsberg. Sehr, sehr viele Filme sind dort schon entstanden – von “Sonnenallee” bis “Rosenstraße” war so ziemlich alles dabei. Ich kann’s nicht mehr sehen!
In Babelsberg sieht man das wohl ähnlich, denn nach gut 15 Jahren wird die Kulisse nun wohl eingemottet.

RT im Kino

Herr Wichmann aus der dritten Reihe

Sonntag, den 9. September 2012
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Herr Wichmann von der CDU hat’s geschafft – in den Landtag von Brandenburg. Knapp zehn Jahre, nachdem ihn der Filmemacher Andreas Dresen im Bundestagswahlkampf begleitet hat, können wir Henryk Wichmann wieder ein Stück bei der Arbeit beobachten.
Wichmann sitzt in der Opposition in Potsdam, sein Wahlkreis liegt im Norden von Oberhavel und in der Uckermark.

Und es ist viel zu tun. In Vogelsang hält zwar die Bahn im Bahnhof, öffnet aber nicht die Türen. In einem Kanal bei Prenzlau dürfen keine Boote fahren. Die Rentner in Himmelpfort möchten ihren Frust loslassen. In Templin ist eine große Rentnersause. In Gransee möchten Schulkinder etwas über seine Arbeit erfahren. Ein Schreiadler sorgt dafür, dass ein Radweg nicht gebaut werden kann. Im Landtag in Potsdam wird während der Landtagssitzung getratscht und abgestimmt (gern auch mal ohne zu wissen, worum es gerade geht). Und dann ist auch noch das Auto kaputt, weil Wichmann in Nassenheide statt Benzin Diesel getankt hat. Zwischendurch noch ein Besuch bei der Zeitung in Gransee und die Eröffnung des Wahlkreisbüros in Zehdenick.

Was’n Stress. “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” bietet sehr spannende Einblicke in den Politikeralltag. Als Otto-Normal-Bürger lernt man auch dazu: Es ist unglaublich, womit sich ein Landtagsabgeordneter in der Provinz innerhalb weniger Monate beschäftigen muss, worin er auskennen muss, worüber er sich schlaumachen muss, was er sich anhören muss, versprechen muss, und und und.
Die Leute sagen gern mal: Politiker sind überbezahlt. Aber wenn Wichmann den Rentnerinnen in Himmelpfort erzählt, was er von seinen Diäten alles bezahlen muss, da wird einem schon schwindlig.

Sicherlich: Dresens Film ist vor allem für die Menschen nördlich von Berlin spannend, weil “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” in gewisser Hinsicht auch ein Heimatfilm geworden ist. Allerdings wird es anderen Landespolitikern nicht sehr viel anders gehen als Henryk Wichmann aus Templin.

8/10

RTelenovela

Der wankelmütige Hasso P.

Montag, den 25. Juni 2012
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Hasso hat’s echt nicht einfach. Der Unternehmer und Mäzen Hasso Plattner wollte in Potsdam eine Kunsthalle bauen – an der Stelle, an der momentan das nicht allzu schicke Hotel Mercure steht.
Doch dann passierte Seltsames: Ein paar Leute regten sich darüber auf, dass das Hotel verschwinden soll. Ein Touristikexperte sagte, es wäre nicht gut für Potsdam, wenn es weniger Betten gäbe. Und überhaupt.
Hasso Plattner war darüber, dass einige Leute seine Idee nicht so toll fanden, so erschrocken, dass er ankündigte, seinen Kunstbau doch nicht im Potsdamer Zentrum zu bauen – stattdessen auf seinem eigenen Grundstück am Stadtrand.
Hasso Plattner ist eine Mimose, so scheint es.

Nun widerum demonstrierten andere Potsdamer für den Plattnerbau im Zentrum und beschmimpfen die, ihrer Meinung nach, linken Betonköpfe, weil sie ihr Hotel nicht weghaben wollen. Günther Jauch war da, ebenso Wolfgang Joop und Nadja Uhl. Wahnsinn.
Das fand Hasso Plattner dann wieder so toll, dass er seine Kunsthalle nun doch im Zentrum bauen und das Mercure-Hotel doch abreißen lassen will.
Hasso Plattner ist irgendwie auch ganz schön wankelmütig.

Hoffentlich liest er das hier nicht, sonst erklärt er noch, dass er seine Kunsthalle nun am Arsch der Welt baut – und nicht in Potsdam. Das wäre schlimm. Für Potsdam.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Brandenburg aktuell

Freitag, den 22. Juni 2012
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MI 20.06.2012 | Potsdam, rbb-Gelände

Auf dem Monitor sehen wir, wie Carla Kniestedt das Magazin “rbb um 6″ moderiert. Gerade hat sie sich verabschiedet. Im nächsten Moment geht die Tür auf, vor der wir stehen. Carla Kniestedt kommt heraus, sagt “Guten Abend!” und geht weiter.
Irgendwie skurril.

Wir sind zu Gast beim rbb in Potsdam. “Wir” sind Facebook-Freunde von “Brandenburg aktuell”. Aus Anlass des 2000. Followers der Seite bei Facbook machte die Redaktion ein Gewinnspiel, und ich war einer von denen, die gewannen – eine Studiotour.

Die Redaktion ist nach 18 Uhr schon erstaunlich verwaist. Im Großraumbüro sind die allermeisten Plätze leer. Das Leben spielt sich schon vorher ab, erfahren wir, schließlich sei um diese Zeit ja kuam noch jemand zu erreichen.
“Brandenburg aktuell”-Moderator Gerald Meyer läuft auch noch recht leger durch die Flure. Jeans und Hemd.
Im Studio wird unterdessen umgeräumt. “rbb um 6″ ist das einzige rbb-Magazin in einem virtuellen Studio – oder besser gesagt: mit einer grünen Wand im Hintergrund. Davor steht nur ein Tisch. “Brandenburg aktuell” findet eine Stunde später im selben Studio statt.

Der Regieraum ist voller Regler und Monitore – hier tobt kurz Beginn der Sendung das Leben. Beiträge müssen sekundengenau passen, Hintergrundbilder angepasst werden. Auf einem Computerbildschirm steht der genaue Ablauf der Sendung.
Wenn das Magazin beginnt, dürfen wir live dabei sein – im Studio. Aber nur, wenn wir versprechen, nicht während der Sendung zu husten, zu niesen, zu quatschen – kurz: Wir müssen still sein.

Fünf Minuten, bevor es losgeht, bekommen Gerald Meyer, Nachrichtenmann Ingo Böthig und Studiogast Henryk Wichmann (”Herr Wichmann von der CDU”) die letzte Schminke aufs Gesicht. Bis Wichmann dran ist, kann er sich auf einen Stuhl am Rand des Studios setzen.
Die Stimmung ist sehr unaufgeregt. Meyer gehört seit 20 Jahren zum Team, und im Hintergrund sitzen auch viele alte Hasen. Ein paar letzte Worte mit der Regie, und schon geht es los.
Die Sendung am Mittwoch beginnt mit der Nachricht, dass sich die Eröffnung des Großflughafens in Schönefeld erneut verzögern könnte. Gefolgt von einem Beitrag über die Zeugnisausgaben an den Schulen.

Während die Filme laufen, werden Kameras hin- und hergerückt. Lustigerweise steht mehr Kamera im Studio als Leute, die sie bedienen. Eine der Damen ist für gleich drei davon zuständig. Erst fummelt sie an der einen, dann an der anderen.
Es ist Zeit für die Übergabe zu den Nachrichten. Dafür macht Gerald Meyer ein paar Schritte entlang seines Tisches zum Nachrichtenmann Ingo Böthig hin. Das wirkt zwar ein bisschen albern, soll aber wohl dynamischer sein. Kann man auch lassen.

Fast wäre übrigens der Teleprompter von Böthig ausgefallen. Während eines Beitrages rief er mehrmals “Teleprompter!” und machte einen etwas genervten Eindruck. Aber – knips – als wir wieder im On waren, war es wieder da, das Nachrichtensprecherlächeln.
Dann kommt Henryk Wichmann dran. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Oberhavel-Norden und die Uckermark äußert sich zur Ausbildung von Erzieherinnen. Dafür ist ganz genau 2:45 Minuten Zeit. Meyer und Wichmann überziehen nur wenige Sekunden. Eine Punktlandung, wie Meyer später sagt.

Als die Sendung zu Ende ist, sind alle zufrieden. Team und Besucher. Dabei war die Ausgabe recht flau. Den Flughafen in 90 Sekunden abgehandelt, ein lahmes Zeugnisthema direkt danach, allgemeine Tipps, wie Eltern auf Zensuren reagieren sollen (was hat das in einer regionalen Nachrichtensendung zu suchen?), gleich zweimal und nicht gebündelt das Thema Wandern in der Sendung. Zu Hause hätte ich die Sendung sehr lahm gefunden.

Aber was zählt ist in diesem Fall, dass es toll ist, dass der rbb Zuschauern die Gelegenheit gibt, dermaßen dicht dabei zu sein. Hoffentlich bleibt das so, und ein Besucher nutzt das nicht für eine abgedrehte Aktion während der Live-Sendung aus. Beim rbb geben sie sich auf jeden Fall große Mühe, ihr Programm den Zuschauern näherzubringen.

-> Fotos

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (63): Äääähhhcchhhh!!

Dienstag, den 1. Mai 2012
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(62) -> 20.4.2012

Ist es eigentlich ein Unterschied für Lokfahrer, ob sie einen Regionalexpress oder “nur” eine Regionalbahn fahren?
Der Mann, der heute Nachmittag die RB20 von Potsdam nach Oranienburg fuhr, hat sich wahrscheinlich gewünscht, nicht nur eine poplige Regionalbahn zu fahren. Er begrüßte die Fahrgäste im Regionalexpress.

Fast verlässt der Zug den Bahnhof in Hennigsdorf schon, da kommt ein älterer Mann in unser Abteil gerannt. Er scheint auf den letzten Drücker auf dem bahnsteig angekommen zu sein. Er schnauft. Er schnauft wie ein Dampflok. Fast möchte man sich Sorgen machen, ob der Gute vielleicht im nächsten Moment zusammenklappt. Mit einem großen Stöhner – als wenn’s der Letzte wäre – lässt er sich auf seinen Sitz fallen. Äääähhhcchhhh!!
Und es wird nicht besser. Teile seines Hemdes weisen inzwischen leicht dunkle Flecken auf. Er schwitzt, und er röchelt immer noch.
Selbst als wir in Hohen Neuendorf West anhalten, um niemanden aus- oder einsteigen zu lassen (wozu gibt es diesen Bahnhof?), hat sich der Mann noch nicht wirklich beruhigt. Erst als wir in Birkenwerder einfahren, scheint sich die Lage normalisiert zu haben.
Dummerweise erreichen wir dann schon die Endstation Oranienburg. Schnaufend erhebt sich der Mann wieder, und schon das scheint ihn anzustrengen. Sport frei!

RTelenovela

Eingepackt und weg damit

Donnerstag, den 19. April 2012
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Ich habe mir im Internet ein neues Handy bestellt, und eben dieses Internet macht es auch möglich, dass man hin und wieder Statusinformationen zugeschickt bekommt. Und manchmal geht das alles sehr viel schneller, als man so denkt.

16.20 Uhr, Mail vom in Potsdam sitzenden Verkäufer. “Nachfolgend aufgeführte Artikel wurden soeben durch unsere Logistik verpackt…”
Gut zu wissen. Irgendwelche Leute haben also gerade mein Handy verpackt. Sehr schön. Aber: “Ihre Sendung wurde noch nicht versandt. Sie werden über den in kürze stattfindenden Warenausgang durch eine separate Email informiert.”
In Kürze also. Genauer gesagt heißt das: in drei Minuten.

16.23 Uhr, Mail von Amazon. “Ihre … Bestellung … wurde versandt.”
Das ging ja flott.

RTelenovela

Skandal: Politiker müssen Parkgebühren zahlen!!

Dienstag, den 24. Januar 2012
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In Potsdam droht ein unglaublicher Skandal! Und wenn sich da nichts ändert, dann wird es wohl die ersten Demonstrationen geben.
Die Berliner Morgenpost berichtet heute über eine unfassbare Abzocke, die in Potsdam geplant ist. Sie trifft eine Gruppe von Menschen, die sowieso schon arg gebeutelt ist, die sowieso schon zu den Ärmsten der Armen zählt.

Das Unglaubliche: Wenn der neue Landtag in Potsdams Innenstadt fertig ist, dann bekommen die Landespolitiker Brandenburgs einen Parkplatz in der Tiefgarage. Aber sie müssen ihn – und bereitet schon mal eure Protestplakate vor – bezahlen!! Unverschämte 30 Euro pro Monat sollen die Politiker für den Stellplatz auf den Tisch legen. Was für eine miese Abzocke!! Die Politiker sind empört.

Und die Potsdamer? Vielleicht bekommen sie ja im Gegenzug kostenlose Innenstadtparkplätze, damit auch die Politiker weiter billig parken können…