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18 Monate bei der NVA

Mittwoch, den 30. August 2006
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Tagebuch eines jungen DDR-Soldaten


 

MAZ Oranienburg, 30.8.2006

Heute zum Grundwehrdienst bei der Bundeswehr eingezogen und nach drei Tagen über das Wochenende wieder nach Hause. Bei der Nationalen Volksarmee der DDR war das Leben nicht so leicht. Da gab es in 18 Monaten gerade mal ein paar Tage Urlaub. Ein Wochenende gab es dort nicht.
Joerg Waehner wird am 7.April 1982 auf offener Straße in Karl-Marx-Stadt verhaftet. Er hatte sich negativ über die DDR geäußert. Zwar kommt er nicht in den Knast, dafür wird er im Mai 1982 zur NVA eingezogen: 18 Monate dient er im Pionierbataillon 7, in der Arthur-Thiermann-Kaserne in Pirna.
In „Einstrich – Keinstrich: Ein NVA-Tagebuch“ (KiWi) beschreibt Joerg Waehner die lange, nicht enden wollende Zeit bei der Armee in Tagebuchform.
Kaum in der Kaserne: erst mal Haare schneiden, Fassonschnitt für alle. Papiere abgeben. Zivilklamotten im Paket nach Hause schicken. Stattdessen: Uniform. Und in der Stube mit 14 Leuten.
Auch wenn das Leben draußen weitergeht,
Joerg bekommt wenig mit. Nur die Briefe, die ihn erreichen, die seine Familie und Freunde schreiben, machen ihm Mut. Und dass die Stasi jeden seiner Schritte beobachtet, bekommt er zunächst nicht mit.
Für den Leser eine hochspannende Sache. Hautnah bekommt er das triste Leben in der Kaserne mit.