KeineWochenShow

#124 – I’m sorry, Ibiza! Zero Points!

Sonntag, den 19. Mai 2019
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Es ist viel los gerade, und wir müssen darüber reden. In KeineWochenShow.
Ein Skandalvideo erschüttert Österreich, und alle rätseln darüber, wer dieses Video eigentlich gemacht hat.
Es war auch wieder die Woche des Eurovision Song Contests, wobei wir bei der Aufzeichnung am Sonnabendmittag natürlich das Ergebnis noch nicht kannten.
Wir sprechen wir Fehler auf den Wahlzetteln in Oranienburg und über die Frage, was denn mit den Briefwählern ist, die schon abgestimmt haben und jetzt vielleicht gar nicht mehr im Lande sind.
Es geht um drei Hennigsdorfer Schulen, die den Titel tragen “Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage”, dann aber bei der U18-Wahl gemeinsam fast 30 Prozent der AfD und NPD geben.

Außerdem geht es um die Thailand-Entschuldigung von Sat.1, um einen Pornos schauenden Lokführer – und einen Konzertausschnitt haben wir diesmal auch wieder. KeineWochenShow #124 gibt es auf Youtube.

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RTZapper

ZiB spezial: Zur Causa Ibiza

Samstag, den 18. Mai 2019
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SA 18.05.2019 | 10.30 Uhr | ORF2

Die Bombe platzte am Freitag um 18 Uhr. Die Süddeutsche Zeitung und Der Spiegel veröffentlichten ein Video, das Österreichs Vizekanzler Hans-Christian Strache (FPÖ) zeigt. Es ist im Sommer 2017 heimlich auf Ibiza gefilmt worden. Darin unterhält sich Strache mit der angeblichen Tochter eines russischen Oligarchen. Sie wolle nach Österreich ziehen und dort investieren. Es ging um: den Kauf der Kronen Zeitung. Um dann freundliche Berichterstattung über die FPÖ. Um Gelder für die Parteien. Um die Auftragsvergabe an bestimmte Leute und darüber, anderen bestimmte Aufträge nicht mehr zu geben.
Da kommt alles zusammen: Korruption, Pressefreiheit, die Aushöhlung des Staates.

Der ORF berichtete in seinen Programm schon Freitagabend ausführlich. Am Sonnabendvormittag begann im ORF2 ein “ZiB spezial”. Darin live übertragen: Straches Rücktrittsrede.
Darin beschwerte er sich zunächst, dass es dieses Video überhaupt gibt. Er sprach von Geheimdiensten, die in den Wahlkampf eingreifen, von den Linken – und von Jan Böhmermann. Er entschuldigte sich bei seiner Frau – und irgendwann später gab er auch zu, dass seine Aussagen falsch gewesen seien.
Aber eigentlich ging es ihm nur um die Opferrolle. Um das Mimimi, was man ihm denn angetan habe.

Man stelle sich mal vor: Olaf Scholz trifft sich heimlich auf Mallorca mit einer Verwandten eines russischen reichen Mannes, und man spreche darüber, dass der Russe die “Bild” kauft, um dann gute Berichte über die SPD abzudrucken.
Es ist ja völlig klar: Dass Strache sich überhaupt auf so ein Gespräch eingelassen hat, ist vielsagend. Nichts anderes als sein Rücktritt ist die richtige Konsequenz gewesen.

Spannend ist nun trotzdem, wer eigentlich dieses Video gemacht. Strache sprach Böhmermann an. Er hatte am Donnerstag am Ende vom “Neo Magazin Royale” in zdf neo gesagt, dass morgen Österreich brennen werde. Und schon vor Wochen hatte er bei der “Romy”-Preisverleihung im ORF2 verlauten lassen, dass er nicht kommen könne, und schon dort erwähnte er ein Haus auf Ibiza und weitere Dinge, die heute nun im klaren Licht stehen.
Böhmermanns Rolle ist unklar. Dass ihm das Video angeboten sei, dementierte sein Management. Aber er habe es gekannt. Bei der Süddeutschen beruft man sich auf den Quellenschutz.
Ob wir des Rätsels Lösung erfahren werden?

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RTZapper

kulturMontag: Jan Böhmermann

Donnerstag, den 9. Mai 2019
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MO 06.05.2019 | 22.30 Uhr | ORF2

„Der ORF distanziert sich von den provokanten und politischen Aussagen Böhmermanns. Aber wie Sie wissen, darf Satire alles und der öffentlich-rechtliche Sender künstlerische Meinung wiedergeben.”
Clarissa Stadler, Moderatorin im “kulturMontag” im ORF2

Da muss etwas ganz Ungeheures passiert sein, dass sich die Moderatorin eines Kulturmagazins von Äußerungen eines Satirikers distanziert.
Vermutlich passiert im ORF genau das: Die Senderleute haben Schiss. Vor den Rechten.
In unserem Nachbarland Österreich sieht man momentan sehr gut, was passiert, wenn Rechtspopulisten an die Macht kommen. Da wird ein Journalist auf’s Schärfste angegriffen, wenn er seine Arbeit macht und Dinge kritisch hinterfragt. Da fordert Harald Vilimsky von der FPÖ – Mitglied im Aufsichtsgremium des ORF -, den Nachrichtenmoderator Armin Wolf abzusetzen, weil er ihm extrem unangenehme Fragen gestellt hat.
Beim ORF scheint blanke Angst zu herrschen. Deshalb macht es nun den Eindruck, dass die Leute dort sogar einen Kniefall machen, wo es nicht mal jemand verlangt hat.

In der Sendung “kulturMontag” auf ORF2 ging es um die Eröffnung der Böhmermann-Ausstellung “Deuscthland#ASNCHLUSS#Östereich” im Künstlerhaus in Graz. Filmen durfte der ORF dort nicht, aber Jan Böhmermann gab dem Kulturmagazin ein Interview.
Böhmermann ist ein Satiker. Aber was er im Interview sagte, war durchaus ernst. Mitunter lustig-munter rübergebracht, im Kern aber sehr ernst. Kanzler Sebastian Kurz sei ein 32-jähriger Versicherungsvertreter. Der österreichische Vizekanzler würde “volksverhetzende Scheiße” auf Facebook posten. Die acht Millionen Österreicher seien debil und der Ruf nach autoritärer Führung sei sehr laut.
Böhmermanns Gesprächspartner fühlte sich sichtbar gut unterhalten. Dazu Böhmermann: “Sie lachen, aber warum eigentlich? Sie sind doch beim ORF beschäftigt, gibt’s da noch was zu lachen?” Hintergrund ist das Wolf-Interview und die Folgen und das geplante neue ORF-Gesetz, das momentan von der Regierungskoalition verhandelt wird. Böhmermann sagte auch, man müsse sich nicht fragen, warum Wolf sich da hinstelle, sondern, warum man sich als Journalist nicht dazustelle. Und als ob er es geahnt hat: „Dürfen Sie das eigentlich senden, wenn ich das sage?”

Der ORF darf. Aber ein bisschen unwohl fühlte man sich in der Kulturredaktion dann doch. Aber dass der ORF ein Interview ausstrahlt, damit sich die Moderatorin danach davon distanzieren muss, das ist mindestens erstaunlich. Denn während des Interviews hat sich der ORF-Frager ja noch köstlich amüsiert – aber vielleicht wird man ihn deshalb ja auch bald feuern.
Wovon wird sich der ORF bald noch distanzieren? Wird der ORF demnächst gar keine Satire mehr ausstrahlen, weil sich irgendjemand beleidigt fühlen könnte? Wird der ORF überhaupt noch Interviews führen, weil Angst herrscht, jemand könnte was Schlimmes sagen?
Schon am Dienstag griffen das Stermann und Grissemann in ihrer ORF1-Late-Night-Show “Willkommen Österreich” auf. Während ihres Stand-Ups mit politischen Gags, lief diese Schrift durchs Bild: “Achtung! Der ORF distanziert sich laufend von den müden Witzen und schalen Gags von Stermann und Grissemann. Aber wie Sie wissen darf Satire alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben.” Na hoffentlich wird “Willkommen Österreich” nicht abgesetzt. Weil sich Rechtspopulisten gestört fühlen könnten.

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RT im Kino

Der Trafikant

Mittwoch, den 7. November 2018
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Österreich, 1937. Franz Huchel (Simon Morzé) ist 17, und hat ein beschauliches Leben auf dem Lande. Nun aber soll er eine Lehre beginnen. Seine Mutter schickt ihn nach Wien zu Otto Trsnjek (Johannes Krisch). In dessen Trafik (in Österreich so etwas wie ein Tabak- und Zeitschriftenladen) soll in die Lehre gehen.
Dort lernt er auch den Professor kennen. Sigmund Freud (Bruno Ganz) ist Stammkunde, kauft jeden Tag seine Zeitung und Zigarren. Franz und er kommen ins Gespräch, ihn fragt der Jugendliche um Rat. Er hat sich nämlich verliebt – in Anezka (Emma Drogunova) aus Böhmen. Aber er kommt nicht so richtig an sie ran – und wenn doch, dann ist sie danach spurlos verschwunden.
Unterdessen droht auch in Wien die Machtübernahme Hitlers, die Wahlen zum Anschluss Österreich ans Deutsche Reich stehen an.

Franz ist “Der Trafikant”. Im Film von Nikolaus Leytner nach dem gleichnamigen Roman von Robert Seethaler sehen wir, wie aus dem verspielten Jungen, in der in heilen Welt lebt, ein Jugendlicher auf dem Weg zum Mann wird. Denn er muss sich ernsthaft mit seinem Leben befassen – und mit dem Leben der Menschen in seinem Umfeld.
Wir erleben Wien in einer Zeit des großen Umbruchs. Nach und nach schleichen sich die Nazis ins Leben des Trafikanten. Franz wird bald ins kalte Wasser geworfen, als er nämlich weitreichende Entscheidungen treffen muss. Das zu beobachten ist interessant, spannend, manchmal rührend.
Die Darsteller sind stark. Allen voran Simon Morzé als Franz, der auf den Gruß “Heil Hitler!” antwortet: “Ihnen auch.”

Der Trafikant
Österreich 2018, Regie: Nikolaus Leytner
Tobis, 113 Minuten, ab 12
8/10

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aRTikel

Überflieger: Von der Theatergruppe Obst zum öffentlichen Eigentum

Samstag, den 24. Februar 2018
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Runge-Absolvent Florian Appelius (27) aus Lehnitz ist Schauspieler

MAZ Oberhavel, 24.2.2018

Lehnitz.
Elshorn, Bad Orb, Lingen, Hameln, Cuxhaven. Das sind die Orte, die Florian Appelius in den nächsten Tagen und Wochen bereisen wird. Der 27-Jährige aus Lehnitz ist Schauspieler und tritt mit Rainer Hunold („Der Staatsanwalt“) und Ulrich Gebauer (spielt den Schulleiter in „Der Lehrer“) im Stück „Öffentliches Eigentum“ auf. Es ist das erste größere Engagement des Absolventen des Oranienburger Runge-Gymnasiums.

Im Stück geht es um einen Nachrichtensprecher, der seine neue Liebe mit einem Mann verheimlichen will. Aber der junge Jamie findet es raus und will ihn erpressen. „Das ist sehr kontrovers, nicht das typische Schenkelklopferstück“, sagt Florian Appelius. 38-mal steht er insgesamt mit diesem Stück auf der Bühne. Premiere hatte er damit Ende Januar im Berliner Schlosspark-Theater. Hunold und Gebauer spielen das Stück schon länger, der Lehnitzer ist der Neue im Team. „Ich hatte zwei Wochen Probezeit.“ Zuvor brauchte er eine Woche, bis er seinen Text drauf hatte. Für die Berliner Aufführungen „habe ich selber fleißig Werbung gemacht, Es waren viele Freunde da. Das war sehr schön.“ Seine Freunde sind es auch, die ihm sagen, ob das Stück gut ist, was ihnen gefällt und was nicht.

Schon als Kind zog es Florian Appelius ins Rampenlicht. Er hat sich verkleidet und auf Feiern Lieder zum Playback performt. „Wir sind noch mal davon gekommen“, hieß das erste Theaterstück, in dem er mitspielte. Er ging in die 9. Klasse des Runge-Gymnasiums in Oranienburg. Fünf Jahre hat er in der Theatergruppe „Obst“ gespielt. „Es hat mir Spaß gemacht, so was zu entwickeln. Ich habe gemerkt, ich kann Leute bewegen, die finden mich lustig.“ Er sei immer auf der heiteren Schiene unterwegs gewesen.
2010 machte er sein Abi, danach hat er erst mal gejobbt. 2011 und 2012 absolvierte er ein Praxisjahr am Wiener Burgtheater. „Das ist eine tolle Erfahrung. Das Theater ist im deutschsprachigen Raum sehr renommiert. Es hat 1000 Plätze.“ Sein Ziel danach ist die Schauspielschule. In Berlin nahm er zunächst privaten Unterricht und ging ab 2013 für vier Jahre auf das Wiener Konservatorium. Im Juni 2017 schloss er sein Schauspielstudium mit dem Bachelor of Arts ab.

Auch für das Fernsehen hat er schon gedreht. Im preisgekrönten ZDF-Film „Be my Baby“, der am 19. März noch mal ausgestrahlt wird, stand er vor der Kamera. Aber eigentlich zieht es ihn weiterhin auf die Bühne. „Wenn ich mir das aussuchen kann, habe ich es geschafft“, sagt er. „Das Theater ist mir lieber. Film und Fernsehen sind sehr technisch, da muss man auch anders spielen.“ Er mag es, auf der Bühne zu stehen, auch weil er dort sofort die Publikumsreaktionen mitbekommt. „Es ist spannend zu sehen, wie die Leute drauf sind und ob die Technik klappt.“ Am liebsten wäre ihm ein festes Engagement. Das Leben als frei arbeitender Schauspieler sei gerade in jungen Jahren schwer. „Es wird lieber erst mal auf bekannte Gesichter gesetzt“, sagt Florian Appelius. Vielleicht gehört seines ja bald dazu.

In „Öffentliches Eigentum“ ist Florian Appelius am 21. März im Theater Brandenburg zu sehen.

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RTZapper

Wiener Opernball 2018 – Die Eröffnung

Sonntag, den 11. Februar 2018
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DO 08.02.2018 | 21.40 Uhr | ORF2

Es gibt ja sehr viele Leute, die beim Fernsehen einschlafen. Das erklärt vielleicht auch die hohe Einschaltquote von bestimmten Sendungen. Zum Beispiel die Live-Übertragung des Wiener Opernballs am Donnerstagabend auf ORF2.
Allein bei der parallelen Übertragung auf 3sat in Deutschland schauten fast eine Million Leute zu – das ist dreimal so viel, wie sonst dort einschalten.

Zu sehen ist die Staatsoper in Wien. Auf dem Parkett sind lauter Tanzpaare zu sehen. Und sie, das wird jetzt nicht überraschend sein, tanzen. Einen Walzer.
Minutenlang sieht man also Menschen beim altertümlichen Tanzen zu. Rechts herum und links herum. Sehr spannend und ideal zum gemütlichen Wegdämmern.

Aber damit es ab und zu doch mal aufregend ist, schwenken die Kamera nach oben auf die Balkone, wo irgendwelche C-Promis mit D-Promis tuscheln. Oder wo der österreichische Bundeskanzler gerade ganz wichtig guckt. Vielleicht langweilen die sich ja so und fragen sich, was sie mit der Zeit vielleicht hätten Besseres anfangen könnten.
Ich werde diesen Hype um diesen seltsamen Opernball vermutlich nie verstehen.

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ZiB 2: Wahlkarten – zu früh gezählt

Freitag, den 27. Mai 2016
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MI 25.05.2016 | 22.00 Uhr | ORF2

Andere Länder, andere Sitten. Eine Nacht lang war am Sonntag in Österreich nicht klar, ob nun der rechte Norbert Hofer (FPÖ) oder Alexander van der Bellen (Grüne) Bundespräsident werden – es stand 50/50. Erst die Auszählung der Briefwahl – in Österreich heißen sie Wahlkarten – brachte das Endergebnis. Die Wahlkarten werden aber – warum auch immer – erst am nächsten Tag um 9 Uhr ausgezählt.

Die ORF2-Nachrichtensendung “ZiB 2” berichtete am Mittwochabend nun lang und breit darüber, dass es wohl mehrere Wahlbezirke gegeben haben soll, die schon vor 9 Uhr ausgezählt haben, die einfach übereifrig waren und den Mist schon in der Nacht begonnen haben.
Warum das aber so dramatisch ist, wenn man schlicht die Auszählung schon vorzieht, hat keiner so genau erklären können. Angesichts der Spannung ist es doch sogar ganz gut, dass man schon früher weiß, was Sache ist. Aber so hat man wenigstens noch etwas zu tuttern, zu meckern, zu mosern.
Aber so sind sie, die Ösis, die knabbern lieber noch einen Tag an den Fingernägeln, um die Spannung so richtig auszukosten.
Sollte man für deutsche Wahlen auch mal einführen: Um 20 Uhr ist Zählschluss, weiter geht’s es erst am Montagfrüh – nach dem Frühstück.

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