RTelenovela

Kilometerweit von der Polizei verfolgt

Mittwoch, den 9. März 2016
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Das ist ja doch irgendwie unangenehm: Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und hinter einem die Polizei fährt. Das wird man nervös: Macht man alles richtig? Stimmt das Tempolimit? Noch schlimmer ist es, wenn sie kilometerweit hinter einem klebt. Neulich habe ich das erlebt – auf dem Weg von Germendorf bis Kremmen. Allerdings hatte ich den Vorteil, dass der Polizeiwagen vor mir fuhr und ich das muntere Treiben von hinten beobachten konnte.

Am Sommerswalder Dreieck gilt seit einiger Zeit Tempo 50, und der verfolgte Autofahrer hielt sich sogar dran. Was zur Folge hatte, dass der Polizeiwagen erstaunlich dicht auffuhr. Stichwort: Sicherheitsabstand.
In Schwante hatte der Autofahrer Glück. Während der einen Bus an der Haltestelle überholte, hatten die Polizeileute darauf keine Lust. Sie warteten und verloren den Verfolgten. An der nächsten Haltestelle konnte der Streifenwagen aber wieder am Bus vorbeifahren, und die armen Leute davor hatten wieder ihren Verfolger im Rücken. Und so zuckelten wir im Dreierpack durch Amalienfelde bis Kremmen.

Womit erregt man eigentlich Aufmerksamkeit bei der Polizei? Zum Beispiel wenn ein Abschleppwagen mit selbstgemaltem Nummernschild auf der Landesstraße unterwegs ist.
Der ewig Verfolgte bog in Kremmen auf den Schlossdamm ab, der Streifenwagen fuhr weiter geradeaus. Was muss das für ein Aufatmen gewesen sein!
Die Polizisten hatten stattdessen freie Sicht auf die Nummernschildbastelei beim Abschleppwagen. Der war doch sicherlich irgendwo in Orion fällig.

RTelenovela

Die Umleitung wird umgeleitet und endet mit einer Umleitung

Freitag, den 10. Oktober 2014
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Die Kremmener sind momentan von Umleitungen umzingelt. Gleich an mehreren Stellen ist die B273 gesperrt, und irgendwie sieht da keiner mehr durch. Brücke gesperrt. Straße gesperrt, und alles muss ganz dringend parallel erledigt werden. Kann man nicht verschieben, wäre ja alles viel zu einfach, und überhaupt, was regen sich die Autofahrer denn so auf?
Die vielen Umleitungsschilder tragen auch nicht gerade dazu bei, dass jemand den Überblick behält. So ist der Straßenverlauf in Kremmen momentan ein großes, kniffliges Rätsel.
Wer zum Beispiel vom Marktplatz die Berliner Straße stadtauswärts fährt, wird einen Wegweiser erblicken, auf dem alle Richtungen durchgestrichen sind. Großartig.

Kommt man nun nach Schwante oder nicht? Einerseits soll da die Straße gesperrt sein, aber andererseits geht dort die Umleitung für die gesperrte Strecke bei Orion entlang. Darf man nun durch Groß-Ziethen fahren? Und soll man nun geradeaus nach Schwante fahren oder besser nach links? Oder doch eher rechts? Oder doch lieber mit dem Rad fahren?
Der größte Lacher: Die Schwantener B-273-Umleitung Richtung Nauen führt über Hohenbruch und Sommerfeld nach Kremmen. In der Stadt selbst wird die Umleitung umgeleitet – in Richtung Schwante. Die Umleitung führt also über die Strecke, die eigentlich umgeleitet wird. Was für ein Irrsinn! Und hoffentlich bald vorbei!

aRTikel

70 Jahre und kein bisschen leise

Dienstag, den 8. April 2014
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Christoph Brunner streitet sich gern – aber immer zum Wohle der Stadt Kremmen, sagt er

MAZ Oranienburg, 8.4.2014

KREMMEN
Er streitet sich gern. Er provoziert. Er liefert sich in der Kremmener Stadtverordnetenversammlung schon mal heftige Wortgefechte, und manchmal schießt er dabei auch ein wenig übers Ziel hinaus. Dabei hat er aus seiner Sicht eigentlich immer nur eines im Blick: das Beste für die Stadt. „Ich provoziere, aber du kannst anders nichts erreichen“, sagt Christoph Brunner über seine manchmal sehr aufbrausende Art und lächelt ein wenig.

Gestern feierte er seinen 70. Geburtstag. Er lebt zwar „erst“ seit 1971 in Kremmen, dennoch ist er so etwas wie ein Urgestein. Im Scheunenviertel lud er am Vormittag zum Empfang.
Auf die Frage, was er denn als Rentner noch alles vorhabe, gibt es von ihm keine klare Antwort. Rente? Aufhören? Der Geschäftsführer der Orion Agrar GmbH denkt noch nicht daran, sich zurückzuziehen, und überhaupt stünden ja auch noch Bauprojekte in der Stadt an. Der Bahnhof zum Beispiel, der muss noch vollendet werden.

Geboren worden ist Christoph Brunner am 7. April 1944 südlich von Rostock, der norddeutsche Dialekt ist heute noch zu hören. Er hatte sechs Geschwister. Brunner verließ nach acht Jahren die Schule. „Ich bin in der Landwirtschaft gelandet, obwohl ich das nie wollte“, erzählt er. Schon als Sechsjähriger war er bei den Kühen. Sein eigentlicher Berufswunsch: Flugzeugbauer. Stattdessen unterschrieb er mit 13 bei seinem Vater den Lehrvertrag. Die Familie zog nach Sassnitz auf Rügen. Keine leichte Zeit. „Die Tiere waren zusammengefercht, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“ Er machte seinen Facharbeiter und begann in Bergen auf Rügen ein Agraringenieursstudium. In seiner Armeezeit von 1965 bis 1967 ist er an der deutsch-deutschen Grenze als Zugabfertiger eingesetzt worden. Brunner bezeichnet sie als eine verlorene Zeit. Dass er damals eine Verpflichtungserklärung an die Stasi abgab, nimmt man ihm in Kremmen teilweise heute noch übel. „Was hätte ich als 20-Jähriger sagen sollen“, so Brunner heute. Zu den Treffen mit den Offizieren sei er bald nicht mehr hingegangen, es gab dann keine weitere Zusammenarbeit. So steht es, laut Brunner, auch in den Unterlagen. In der SED war er übrigens nie.
1971 war er schon mit seiner Ellen verheiratet, sie stammte aus Kremmen. Sie beschlossen herzuziehen. Christoph Brunner ging in die Tierproduktion, baute Anlagen für die LPG. 1989 schloss er sich dem Neuen Forum an. Brunner wollte, dass was Neues passiert, allerdings war er gegen den schnellen Anschluss der DDR an die Bundesrepublik.
1991 startete die Orion Agrar GmbH – mit nichts als Schulden. „Wir hatten Verbindlichkeiten in Höhe von 1,9 Millionen D-Mark.“ Irgendwie hat das alles trotzdem funktioniert, er hat noch alle Unterlagen. Von 1993 bis 2008 war er Bürgermeister und später Ortsvorsteher von Kremmen. Stadtverordneter ist er noch immer und will es auch bleiben.

Bleibt noch Zeit für Hobbys? „Nicht direkt“, sagt er. Aber Kurztrips mit dem Rad sind noch drin – von Ahlbeck nach Danzig zum Beispiel, und viel gesehen von der Welt habe er ja schon. 1987 reiste er mit dem Auto in den Kaukasus. „Das war sehr beeindruckend“, so Brunner. Ansonsten ist ja auch der Kremmener Bahnhof eines seiner Hobbys. Bald ist die Fassade dran.

RTelenovela

Total sinnvoll: Im Stau überholen

Dienstag, den 17. September 2013
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Stau nervt. Manchmal kann man ihn umfahren, aber oft ist man einfach mal machtlos und muss das über sich ergehen lassen.
Allerdings denken längst nicht alle Autofahrer so. Bevor neulich in Kremmen der große Ernteumzug begann, bewegten sich lange Schlangen von der Autobahn A24 über Staffelde bis in die Stadt. Ein Erntewagen hielt zu unserem „Glück“ ab Staffelde auch noch den Verkehr auf. Also, zweiter Gang rein, abwarten und hinterhertuckern.

So intensiv habe ich mir die Häuser im kleinen Charlottenau noch nie ansehen können. Dafür hatte der Autofahrer aus Berlin vor mir leider überhaupt keinen Sinn. Er interessierte sich nicht für Charlottenau, sondern dafür, endlich wieder zu rasen. Wild gestikulierte er mit seinen Armen, er muss sehr erregt gewesen sein. Er lenkte seinen Wagen auf die Gegenspur, um zu sehen, was los ist, und schwenkte wieder ein.
Ebenso die Autofahrerin mit OHV-Kennzeichen hinter mir, die mir seit Staffelde folgte. Hochnervös wirkte sie, auch ihr Wagen scherte immer mal wieder aus.
In Orion gab sie tatsächlich Gas und überholte die vor sich hinschleichende Kolonne. Und ich hielt kurz die Luft an. Aber die Dame wird schon wissen, was sie da gemacht hat. Mit Mühe konnte sie weiter vorn wieder in den Stau einscheren.

Glückwunsch, sie erreichte Kremmen vier Sekunden vor mir. Der Irrsinn hat sich ja wirklich gelohnt!

RTelenovela

Vom wütenden Mob, vielleicht rassistisch

Mittwoch, den 22. Mai 2013
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Wo fängt Rassismus an? Das ist momentan in Kremmen die ganz große Frage. Darüber stritten sich am Dienstagabend Vertreter einer Antirassismusgruppe mit Kremmener Politikern und Bürgern.

Es passierte am vergangenen Montag. Unbekannte versuchen in Orion in ein Haus einzudringen, doch eine Bewohnerin überrascht sie. Die Polizei fahndete umsonst.
Stunden später. Es ist bekannt, wie die Einbrecher aussahen, also welche Klamotten sie anhatten.
Der Nachbar der Frau sah drei Männer, auf die seiner Meinung nach die Beschreibung passte. Mehrere Männer schlossen sich zusammen, sie meinten, Sheriff spielen zu müssen. Sie verfolgten die Männer, um sie zu stellen und sie der Frau zur Identifikation vorführen zu können. Sie schlugen die Männer und zerrten sie ins Auto, einer der Polen konnte flüchten. Auf dem Grundstück der Frau wurden die Erntehelfer an Paletten gefesselt und die Polizei gerufen – obwohl die Frau bereits sagte, dass es sich nicht um die Einbrecher handele.

Die Polizei fand die Gefesselten, die hatten Wunden im Gesicht und mussten ins Krankenhaus, um dort ambulant versorgt zu werden.
Dass die von den Kremmenern gefesselten Männer unschuldig sind, war sehr schnell klar.

Eine rassistische Tat? In Kremmen ist man sich ziemlich einig, dass Rassismus bei dieser schrecklichen Tat keine Rolle spielte. Der Fall von Selbstjustiz wird von allen schärfstens abgelehnt, die Sache habe eindeutig eine Schwelle der Gewalt überschritten, hieß es. Mehrere Vertreter der Stadt entschuldigten sich persönlich bei den polnischen Männern.
Die Antirassismusgruppe ließ das alles nicht gelten. Es handele sich definitiv um Rassismus, sagten die Teilnehmer einer Demo. Schon allein, dass es ausgerechnet die polnischen Enrtehelfer waren, die beschuldigt wurden, sei Rassismus.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Die Frage ist: Was wäre denn gewesen, wenn die zu unrecht beschuldigten Männer Deutsche gewesen wären? Hätte man die auch so lange festhalten, auch nachdem längst klar war, dass sie unschuldig sind? War man vielleicht doch noch etwas brutaler, weil es sich eben doch “nur” um Polen handelte?

Eines ist nicht von der Hand zu weisen: Der Alltagsrassismus ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Da wird dann eben doch mal über die “scheiß Polen” gewitzelt, über andere Ausländer, über Asylbewerber – denen man es ja viel zu leicht mache und die ja eigentlich doch mal lieber zu Hause bleiben könnten – über Schwule. Ja, ja, immer mit so einem Augenzwinkern, und das ist ja gar nicht so gemeint. Und man wird das doch mal so sagen dürfen. Ist das nicht rassistisch, nur weil es “ganz normale” Bürger sagen?

Ganz sicher hat der Kremmener Fall von Selbstjustiz im ersten Ansatz mit Rassismus nichts zu tun. Aber irgendwie, im zweiten Ansatz, dann vielleicht doch.

aRTikel

1993: Hennigsdorfer Metaller streiken, Oranienburger hoffnungslos

Samstag, den 11. Mai 2013
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März/April 1993 -> 9.4.2013

Vor 20 Jahren: Riva-Belegschaft will mehr Lohn / Krupp verkündet Aus für Werk in der Kreisstadt / Bomben in Lehnitz und Eichstädt

MAZ Oranienburg, 11.5.2013

OBERHAVEL
Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der April und Mai 1993.

Der Unternehmer Horst Eichholz erwarb am Germendorfer Ortsausgang ein 60 Hektar großes Areal. In den kommenden 30 Jahren, also bis 2023, will er Bausande gewinnen. Das Gelände rund um den Kiessee will er zum Naherholungsgebiet ausbauen.

Harald Juhnke dreht mal wieder im Hennigsdorfer Media-Park-Studio. Im April 1993 entstehen Szenen für den Film „Ein Kerl wie Samt und Seide“.

Fast 4000 Fans erleben das Osterspektakel auf der Speedwaybahn in Wolfslake. Bei den Solomaschinen gewinnt Christian Görs aus dem heimischen Team.

Otto Arndt ist neuer Bürgermeister von Freienhagen. Bislang war er nur Stellvertreter.

Das Rathaus von Kremmen ist viel maroder als angenommen. Amtsdirektor Klaus-Jürgen Sasse schätzt im April 1993, dass die Sanierung etwa zwei Millionen Mark kosten würde, das kann sich das Amt momentan nicht leisten. Deshalb könne erst mal nur der Seitenflügel bearbeitet werden.

Die Beschäftigten von Krupp-Stahl Oranienburg beginnen am 16. April 1993 eine Mahnwache vor dem Werkstor. Das Werk soll geschlossen werden, doch eine Entscheidung darüber wird immer wieder aufgeschoben. Erst im Mai ist klar: Am 30. Juni 1993 ist Schluss. Die Kaltwalzwerker wollen bis dahin nicht mehr streiken, sondern sehen, was für sie und ihre Familien noch möglich ist.

Ein neu erschienener Gästeführer für Oranienburg sorgt für Aufsehen. Erstellt worden ist die Broschüre von einer Agentur in Worms – und sie ist voller schlimmer Fehler. Im geschichtlichen Teil ist von „Luise-Henriette von Nassau-Oranienburg“ die Rede. Dazu gibt es eine Straßenkarte aus der Nazizeit. Darauf befindet sich das Heimatmuseum in der Horst-Wessel-Straße, der Adolf-Hitler-Damm ist mit Tipp-Ex nur leicht unleserlich gemacht worden. Die Stadtverwaltung lehnt es ab, dafür die Verantwortung zu übernehmen, das Heft wird nicht mehr ausgeliefert.

Am Veltener Autobahnsee (Bernsteinsee) soll eigentlich bald die Badesaison beginnen, doch am 22. April 1993 ist alles verbarrikadiert. Am Strand liegen riesige Rohre. Die Stadt Velten will die Anlage verkaufen, doch die Verträge sind noch nicht fertig.

In Hammer schrillen die Alarmglocken. Die Schule soll geschlossen werden und die neuen ABC-Schützen auf Liebenwalde und Neuholland aufgeteilt werden – der Hort jedoch würde in Hammer bleiben. Der Gemeinderat beschließt am 29. April 1993, die Schule offen zu lassen und stellt sich damit gegen das Amt Liebenwalde.

Unter der Regie der Orion-Agrar-GmbH entsteht im Kremmener Ortsteil Orion eine Erschließungsstraße für das neue Gewerbegebiet. Komplizierte Grundstücksangelegenheiten haben das Projekt verzögert, wie Geschäftsführer Christoph Brunner erklärt.

Es gibt Gedankenspiele der Flughafenplaner, den neuen Großflughafen für Berlin-Brandenburg zwischen Tietzow (Kreis Nauen) und Flatow zu bauen. Dagegen spricht nicht nur der Kranichrastplatz, auch die Landesregierung lehnt einen nördlichen Standort für den Flughafen ab.

Die Belegschaft des Hennigsdorfer Riva-Stahlwerkes beginnt am 3. Mai 1993 einen Streik. Die Belegschaft kämpft um höhere Tarife.

Im Oranienburger Lehnitzsee muss am 5. Mai eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gesprengt werden. Die Wasserfontäne bei der Explosion ist gewaltig. Im Eichstädter Dorfteich kommt bei Baggerarbeiten am 13. Mai 1993 eine Bombe ans Licht, die jedoch nur noch eine leere Hülse ist. In Lehnitz aber steht der nächste Kracher bevor: Im Bachstelzenweg liegt eine 500-Kilo-Bombe. Die Entschärfung könnte schwierig werden.

aRTikel

1992: Liebenwalde verliert Amtsdirektor

Samstag, den 29. Dezember 2012
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Dezember 1992 I -> 14.12.2012

Vor 20 Jahren: Oberhavelkreis beschlossen

MAZ Oranienburg, 29.12.2012

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die zweite Hälfte im Dezember 1992.

OBERHAVEL
Reinhard Kubik ist gerade mal 48 Tage Amtsdirektor von Liebenwalde, da nimmt er schon wieder seinen Hut. Er will Bürgermeister in Ruhla (Thüringen) werden. „Ruhla hat eben ein bisschen mehr westliches Flair“, sagt er in einem MAZ-Interview. Martina Schnur übernimmt seine Geschäfte eine Zeit lang kommissarisch, die Stelle muss neu ausgeschrieben werden.

Die Kündigung von 63 Mitarbeiterinnen im Oranienburger Kita- und Hortbereich ruft im Dezember 1992 tiefe Bestürzung hervor. Die Reduzierung der Arbeitsplätze sei eine bittere Notwendigkeit, sagt Joachim Knop von der CDU-Fraktion.

Neu-Vehlefanz ist überschuldet. Oberkrämers Hauptamtsleiter Dieter Blumberg wirft Bürgermeister Jürgen Raschke vor, „unkorrekte Angaben“ gemacht zu haben. Die Schulden belasten nun das ganze Amt Oberkrämer. Schuld seien teure Planungen gewesen, von denen aber kaum etwas umgesetzt worden sei.

In Hohen Neuendorf öffnet am 13. Dezember 1992 das neue Hotel „Am Lunik Park“. Der Hausherr Klaus-Dieter Lück beschäftigt 26 Angestellte und vier Lehrlinge.

Am 16. Dezember 1992 beschließt der Landtag die Zusammenlegung der Kreise Oranienburg und Gransee zum Landkreis Oberhavel.

Die Gewalt an Schulen nimmt drastisch zu. An der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg wird ein 17-Jähriger im Schulgebäude überfallen. Die mutmaßlichen Täter sind jedoch keine Schüler des Hauses.

Die Bötzower kämpfen für eine Ampel an der Veltener Straße, in Höhe der Kita und der Gemeindeverwaltung. Zum vereinbarten Ortstermin erscheint jedoch niemand von der Straßenbaubehörde. Zählungen ergeben, dass 999 Fahrzeuge pro Stunde die Straße passieren.

In der Oranienburger Emil-Polesky-Straße wird am 19. Dezember 1992 der 51-jährige Hans-Jochen Lommatsch von zwei Männern erschlagen. Es gibt kein Motiv. Später wird klar, dass die Männer zur Neonazi-Szene gehören, die Polizei jedoch bestreitet das zunächst.

Im Kremmener Ortsteil Orion wird der Grundstein für das neue Lidl-Logistikzentrum gelegt. Es entsteht auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern.

Die Treuhand hat den Elektronikhändler RFT an den Haushaltsgeräteservice (HGS) verkauft – rückdatiert auf den 1. Januar 1992. Nun kommt es im Laden in Oranienburg zum Ausverkauf. Allerdings nicht für Kunden, sondern nur für RFT- und HGS-Mitarbeiter, die teilweise von weither anreisen. Die Stimmung ist vergiftet.