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Chronik Kremmen 2019

Freitag, den 20. Dezember 2019
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MAZ Oberhavel, 20.12.2019

Januar: In der Raniesstraße in Kremmen brennt ein Nebengebäude ab. +++ Kremmen hat eine neue gemeinsame Kirchengemeinde. +++ Das Polizeirevier zieht aus dem Rathaus ins Woba-Gebäude.

Brandanschlag auf den Jugendclub in Flatow. Unbekannte haben scheinbar am 14. Januar eine brennende Tonne an die Tür gestellt. Der starke Qualm und Ruß hat innen vieles zerstört. Dass daraus kein großes Feuer geworden ist, war wohl eines Glückssache. Bis zum Sommer dauerten dort die Sanierungsarbeiten.

Februar: Die Ex-Oberschulleiterin Elke Schwabe und Ellen Brunner vom Scheunenviertelverein bekommen die Ehrennadel der Stadt. +++ Großeinsatz: In Amalienfelde brennen ein Schuppen und der Dach eines Hauses. +++ Eine Initiative
sammelt Geld für einen Radweg nach Linum. +++ Die Randbereiche der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen sind saniert.

März: An der Alten Hamburger Poststraße werden neue Meilensteine eingeweiht. +++ Margitta Hammerl hat ihren letzten Tag als Sparkassen-Chefin in Kremmen. Ihr folgt Juliane Brösicke.

April: 274 Menschen beteiligen sich am Bürgerhaushalt in Kremmen und den Ortsteilen. +++ Landwirte schlagen Alarm: Die Böden sind trockener als zu Beginn des Dürrejahres 2018.

Die besten Spargelstecher – das war Ende April ein in Kremmen von der MAZ ausgerufener Wettbewerb. Wer kann in zehn Minuten die meisten Stangen stechen. MAZ-Leser Mario Winter machte am Ende das Rennen.

Mai: Die Kita „Villa Kunterbunt“ in Sommerfeld feiert 60. Jubiläum. +++ Der Überflug von Eurofightern erzeugt eine mächtige Druckwelle. +++ Die neue Buslinie zwischen Oranienburg, Schwante und Kremmen startet. Sie soll 2020 wieder
aufgenommen werden. +++ Auf einem Spargelfeld bei Flatow muss eine Handgranate entschärft werden. +++ Bei der Kommunalwahl siegt die CDU vor UWG/LGU und DUB.

Mehr als 100 Mitarbeiter der Sommerfelder Sana-Kliniken sind im Mai in einen zehnstündigen Warnstreik getreten. „Wir sind es wert“, stand auf der Streikkleidung. Die Angestellten fordern eine Lohnerhöhung um sieben Prozent.

Gleich zwei Musikclips von Bosse sind in Kremmen und Umgebung entstanden. „Ich warte auf dich“ mit Bjarne Mädel ist Anfang Februar veröffentlicht worden. Im Mai wurde unter anderen in Sommerfeld gedreht – für „Hallo Hometown“. Anwohnerin Sabrina Schepler stellte dafür auch ihr Grundstück zur Verfügung.

Juni: Das Sommerfelder Projekt „Dorv“-Laden ist gescheitert. Das Interesse ist zu gering. +++ Alle bisherigen Ortsvorsteher werden wiedergewählt. +++ Die Fußballer von Holstein Kiel trainieren in Kremmen.

Madline Fojut ist die Erntekönigin 2019/20 in Kremmen. Beim Tourismustag im Juni auf dem Spargelhof ist sie vorgestellt worden. Den größten Einsatz hatte sie beim Erntefest Ende August im Scheunenviertel. Seit 2001 lebt sie in Kremmen und ist in festen Händen, wie sie sagt. „Jetzt kommt meine Zeit“, sagte sie im Sommer.

Juli: Der Zutritt zum Strand am Kremmener See kostet nun Geld. +++ An der Beetzer Schule entsteht im alten Werkraum ein neuer Klassenraum. +++ Der Scheunenviertelverein feiert 25. Jubiläum. +++ Flatow feiert 110 Jahre Feuerwehr. +++ Andreas Dalibor verlässt die SPD.

Das Punkfestival „Resist to Exist“ sollte Anfang August in Kremmen stattfinden. Erst wenige Tage davor ist entschieden worden, nach Berlin-Marzahn auszuweichen. Im Juni fand auf dem Gelände am Oranienburger Weg
ein Pressetermin statt. Lokalpolitikern und den Organisatoren ist es dennoch nicht gelungen, das Festival für Kremmen zu retten. Im Landratsamt in Oranienburg ist auf eine Baugenehmigung beharrt worden. Es bestand das Verbot, Zelte und Catering aufzubauen. Inzwischen ist klar: Auch 2020 wird „Resist to Exist“ nicht in Kremmen stattfinden. Die Organisatoren wollen langfristig aber zurückkehren, heißt es.

August: Im Beetzer Hort werden Räume gesperrt. Treppe und Fluchtweg seien zu eng. +++ Wochenlang liegt Sanitär-Müll im Wald von Ludwigsaue.

September: Bei der Landtagswahl siegt in Kremmen die AfD vor SPD und CDU. +++ Der hohe Krankenstand im Rettungsdienst sorgt in Kremmen und Staffelde für Probleme. +++ Der Kremmener Tourismusverein löst sich auf.

Oktober: RE 6 und RB 55 fallen aus – die Bahn sorgt ständig für Probleme. +++ Die A 24 wird gesperrt. Ein Wochenende lang rollt der Verkehr über die Dörfer: Chaos! +++ „Webers Eck“ in Sommerfeld soll neu bebaut werden. +++ Hans-Georg Maaßen tritt auf dem Spargelhof auf.

Trauer in Beetz: Bäckermeister Mike Bollig ist im Oktober mit nur 55 Jahren verstorben. Ein paar Tage danach ist die Bäckerei ein letztes Mal geöffnet worden – zu Ehren des Beetzers. Die Familie und Angestellte haben sich dafür zusammengetan.

November: Medikamentenmangel. Auch in Kremmen gibt es Engpässe bei Ibuprofen und anderen Mitteln. +++ Bei der Schleppjagd in Staffelde kommt es zum Zwischenfall. Ein Begleitauto fährt in einen Graben. +++ In der Kita „Räuberhöhle“ in Staffelde gibt es zusätzliche Räume. +++ Der für den Brand im November 2018 in der Ruppiner Straße Verantwortliche, muss drei Jahre in Haft.

Dezember: Zum Jahresende gibt Stadtbrandmeister Gerd Lerche seinen Posten ab.

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Polizeiruf 110: Mitternachtsfall

Montag, den 9. Dezember 2019
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MO 09.12.2019 | 23.30 Uhr | rbb

Immer mal wieder war Kremmen auch Drehort für Kino- oder Fernsehfilme. Im Sommer 1988 ist unter anderen in Kremmen und Orion der „Polizeiruf 110: Mitternachtsfall“ für das Fernsehen der DDR entstanden. Erstmals ausgestrahlt worden ist er am 8. Januar 1989 im 1. Programm des DDR-Fernsehens. Am Montagabend zeigt der rbb diesen Film noch einmal. Es ist der 125. Film aus der „Polizeiruf 110“-Reihe und der 75. Fall von Hauptmann Peter Fuchs, gespielt von Peter Borgelt.

Im Film zu sehen sind der Marktplatz mit dem Brunnen in Kremmens Zentrum, der damals noch etwas anders aussah als heute. Szenen entstanden am Bahnhof und auch am und im Stall der heutigen Orion Agrar GmbH, bei der damaligen LPG.
„Die Fernsehleute hatten uns angefragt“, erinnert sich Ellen Brunner. Vermutlich über Mundpropaganda sei man auf die LPG in Orion gekommen, vermutet sie. „Sie haben ja auch bei uns dann im Sauenstall gedreht.“ So gibt es eine Szene mit dem DDR-Star Fred Delmare, der in „Mitternachtsfall“ eine der Hauptrollen spielt, und Peter Bause, im Film der LPG-Vorsitzende.

Aus Orion stammt aber auch der Eber, der im DDR-Krimi eine Rolle gespielt hat. „Der taucht hier auch einmal in Kremmen auf.“ Ansonsten fanden die Dreharbeiten aber auch in Schönerlinde, im damaligen Kreis Bernau statt. „Wir mussten den Eber dann immer hin- und herfahren“, erinnert sich Ellen Brunner. Das sei durchaus problematisch gewesen. Aus seuchenschutzrechtlichen Gründen mussten die Kreistierärzte aus Oranienburg und Bernau den Transport zwischen Kremmen und Schönerlinde immer wieder neu absegnen.
Es sei mitunter während der Dreharbeiten im Sommer 1988 ziemlich warm gewesen. „Irgendwann wollte der Eber dann nicht mehr auf den Viehwagen steigen.“ Konsequenz: Er wurde nicht gefahren, sondern er musste selbst von Kremmen nach Orion laufen.
In einer Szene musste der Eber betrunken erscheinen. Für diese Szenen musste nachgeholfen werden. Durch Narkosemittel, gegeben von einem Tierarzt, wurde das Tier flach und taumelig gehalten. „Da hat man sich früher wohl nicht so einen Kopf gemacht“, sagt Ellen Brunner.

Im „Mitternachtsfall“ geht es um den Schweinezüchter Wilhelm (Fred Delmare), der schwer verletzt aufgefunden wird. Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Oberleutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) nehmen die Ermittlungen auf. Es kommt raus, dass der Schweinezüchter zu viel trinkt und Ärger mit dem LPG-Vorsitzenden hat.
Ellen Brunner hat den Film mehrfach gesehen. „Den haben sie öfter gezeigt. MDR und rbb bringen ja immer wieder die alten Polizeiruf-Filme.“ Auch andere Filme oder Serien seien in Kremmen gedreht worden. So seien Szenen für die DDR-Fernsehserie „Das unsichtbare Visier“ am Bahnhof entstanden, erinnert sich Ellen Brunner.

(für MAZ Oranienburg, 5.12.2019)

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Laberei sorgt für Politikverdrossenheit

Donnerstag, den 17. August 2017
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Irgendwann platzte Elfi Schwanke der Kragen: Die Leute seien politikmüde, und das müsse niemanden wundern, wenn man Sie reden höre, sagte die Kremmener Wirtin am Montag beim Gespräch zur Mobilität zur Landtagsabgeordneten Anita Tack (Linke). Und sie hatte recht.

Zuvor hatten diverse Kremmener Bürger erzählt, welche schlechten Erfahrungen sie mit dem Prignitzexpress machen. Welche Sorgen sie rund um den Busverkehr haben. Was es für Probleme mit einem Radweg in Orion gibt.
Die Landtagsabgeordnete Anita Tack (Linke) hörte sich das an und begann dann zu reden. Und zu reden. Irgendwas. Sie antwortete auf keine der Fragen, sie redete irgendwas Allgemeines.
Erst später, nach gefühlten 20 Minuten ging sie ein wenig auf die zuvor gehörten Aussagen ein.
Später wurde noch lamentiert, wie wenig die Linke doch eingreifen und handeln könne. Und dass ja die anderen Parteien sehr schlimm seien.

Es ist gut, wenn Politiker kommen und sich die Sorgen der Menschen anhören. Es bringt aber wenig, wenn nach diesen Erzählungen minutenlang was anderes, sehr Allgemeines erzählt wird. Dinge, die Anita Tack vermutlich überall in diesen Runden erzählt. Politiker machen das gern: Sie hören sich an, was Leute sagen, um danach allgemein sehr viel zu reden, aber kaum auf das vorher Gesprochene einzugehen.

Das ist ärgerlich, und, ja, das macht politikverdrossen. Zumal die Linke in Brandenburg keine Posemuckel-Partei ist. Sie sitzt in der Regierung, und dann in Kremmen so zu tun, als habe man nichts zu melden und nur alle anderen hätten alles verbockt, damit können die Menschen nur wenig anfangen.

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Busse darf Kremmen, Busse darf ackern

Montag, den 28. November 2016
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Der 37-Jährige von der CDU gewinnt die Stichwahl gegen den parteilosen Eckhard Koop mit 56,9 Prozent der Stimmen – Die Wahlbeteiligung liegt bei 49,57 Prozent

MAZ Oberhavel, 28.11.2016

Kremmen.
Es war 18.40 Uhr, als gestern Abend das Endergebnis über die große Leinwand flimmerte und feststand: Sebastian Busse (CDU) wird neuer Bürgermeister von Kremmen. Der Jubel bei ihm und seinen Anhängern war riesengroß. In der Gaststätte auf dem Spargelhof erklang zu dieser Zeit erst die deutsche Nationalhymne und dann das von Andreas Dalibor gesungene Kremmen-Lied. Dazu: Viele Umarmungen, Glückwünsche und Küsse. Eine kleine historische Stunde.

Der 37-jährige Staffelder setzte sich in der Stichwahl um das Bürgermeister-Amt gegen den parteilosen Eckhard Koop mit 56,9 Prozent der Stimmen durch und wird ab April die Geschicke der Stadt leiten und lenken. Koop hatte 43,1 Prozent.
„Busse kann Kremmen. Busse kann ackern.“ Mit diesen Slogans hatte der Kandidat im Vorfeld für sich geworben. Seit Sonntagabend ist es nun amtlich, und es muss heißen: „Busse darf Kremmen, Busse darf ackern.“ Schon in der ersten Wahlrunde am 6. November hatte sich Busse den Gesamtsieg im Rennen mit Arthur Förster (UWG/LGU), Eckhard Koop (parteilos) und Noch-Amtsinhaber Klaus-Jürgen Sasse (SPD) gesichert. Eine Stichwahl war aber nötig, weil Busse nicht mehr als 50 Prozent der Stimmen abgeholt hatte.

Busses Mutter war eine der ersten, die dem künftigen Bürgermeister gratuliert hatte. „Und meine Frau und meine Kinder, die ich auch bei mir haben wollte“, sagte Sebastian Busse später. Danach stand sein Telefon nicht mehr still, unzählige Nachrichten trafen ein.
Dabei wurde es zwischendurch noch ein wenig spannend, denn zunächst traf das Ergebnis aus Hohenbruch ein, wo Eckhard Koop das Rennen gemacht hatte. In Beetz verlor Busse gegen Koop mit nur einer einzigen Stimme Unterschied.

Ausgelassen war auch CDU-Kreischef Frank Bommert. „Der bisherige Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse hatte ja auch seine guten Seiten, aber jetzt kommt jemand Neues, Frisches ran“, sagte er. „Er wird es anders machen, und er wird es gut machen.“
Freude herrschte auch bei den weiteren Gästen. „Er hat so eine tolle Entwicklung genommen, dass ich gesagt habe, jetzt musst du das machen“, sagte Kathrin Busse-Staufenbiel, die Mutter des neuen Bürgermeisters und Leiterin der Flatower Kita.
„Ich freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit“, sagte Groß-Ziethens Ortsvorsteherin Astrid Braun. „Ich hoffe, Versprechen werden in Zukunft eingehalten.“
Peter Matschke, der stellvertretende Bürgermeister von Oberkrämer, sagte Sebastian Busse seine Unterstützung zu.

Busse wird zum neuen Jahr seinen Job aufgeben und die ersten drei Monate nutzen, um die Leute und Probleme in den städtischen Einrichtungen kennenzulernen, zu hospitieren, sich einzuarbeiten. Schon Anfang Dezember belegt er ein Verwaltungsamtsseminar.

Eckhard Koop feierte mit seiner Familie zu Hause in Orion – während eines Spielfilms auf dem Fernseher trafen per Smartphone die Ergebnisse ein. „Ich bin enttäuscht, das ist ja klar“, sagte er. „Andererseits: Ich bin Zweiter von Vieren geworden, und ich hatte 500 Stimmen mehr als im ersten Wahlgang. Das ist beachtlich.“ Er hofft, dass Busse nun seine gegebenen Versprechen einhält. Er bleibe ein „aufmerksamer Stadtverordneter.“

(mit Sebastian Morgner)

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Die Ära Sasse geht zu Ende

Montag, den 7. November 2016
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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Große Enttäuschung bei der SPD, die CDU ist in Partystimmung

MAZ Oberhavel, 7.11.2016

Kremmen.
Wenn es Ende November zur Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters kommt, dann spielt der jetzige und langjährige Amtsinhaber Klaus-Jürgen Sasse (SPD) dabei keine Rolle mehr. Am 1. April 2017 wird die Stadt einen neuen Verwaltungschef bekommen. Wer das sein wird, ist aber noch offen. Aber die Ära Sasse in Kremmen geht zu Ende.

In drei Wochen, am ersten Adventssonntag, wird es zum Duell zwischen Sebastian Busse (CDU) und dem parteilosen Eckhard Koop kommen. Busse erreichte 39,18 Prozent, Koop 22,32 Prozent, Sasse 20,85 Prozent und Arthur Förster (UWG/LGU) 17,65 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 59,55 Prozent. Für Busse und Koop geht es in den nächsten Wochen nun darum, die Wähler noch einmal zu mobilisieren.

„Enttäuschend, sehr enttäuschend“, kommentierte SPD-Fraktionschef Peter Winkler das Ergebnis. „Ich war mir eigentlich sicher.“ Sein Mitgenosse Klaus-Jürgen Sasse war erst später auf der Wahlparty der Sozialdemokraten im Kremmener Scheunenviertel erschienen. Zuvor war das Entsetzen groß, als die ersten Ergebnisse aus den Ortsteilen eintrafen, die Busse schon sehr weit vorn verorteten.

Dementsprechend riesig war die Stimmung in Staffelde. Die CDU und Sebastian Busse feierten in der „Tenne“. Immer wenn ein neues Ergebnis eintraf, herrschte Jubel – der größte, als dann das vorläufige Endergebnis feststand. „In Hohenbruch muss ich allerdings noch nachlegen“, gibt Sebastian Busse hinsichtlich der dortigen Zahlen zu.

Beschaulich feierte der zweite Sieger, Eckhard Koop. Dass er es in die Stichwahl schafft, stand erst fest, als am Ende auch die Briefwahl-Ergebnisse reinkamen, davor lag noch Sasse auf Platz zwei. „Da war der Puls dann doch ein kleines bisschen erhöht“, sagte Koop in seinem Haus in Orion. Ab 18.30 Uhr hatte er sich an den Computer gesetzt und die Entwicklung verfolgt.

72 Wahlhelfer sorgten am Sonntag dafür, dass die Bürgermeisterwahlen in den acht Wahllokalen und bei der Briefwahl weitgehend störungsfrei verliefen. Am 27. November werden sie alle wieder gebraucht – dann, wenn in Kremmen Stichwahl ist.

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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Der Unabhängige will den Seitenwechsel

Mittwoch, den 26. Oktober 2016
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(2) -> 20.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 3: Gewinnt Eckhard Koop (parteilos), gibt er seine Firma auf

MAZ Oberhavel, 26.10.2016

Kremmen.
Er will die Seiten wechseln. Raus aus der politischen Opposition, in der Eckhard Koop immer zu denen gehört, die für oder gegen eine Sache hartnäckig streiten. Nun möchte er selbst auf den Chefsessel der Kremmener Verwaltung. „Meiner Ansicht nach kann man einiges anders und besser machen“, sagt der 53-Jährige.

Eckhard Koop ist seit kurzem verheiratet. Er hat zwei Söhne, ein Mädchen hat seine Frau in die Ehe mitgebracht, ein weiteres Kind ist unterwegs. Er ist zwar in Hennigsdorf geboren worden, lebte danach aber Zeit seines Lebens in Kremmen. Der Malermeister mit eigener Firma hat ein Haus in Orion. „Ich habe die Stadt nie verlassen“, sagt er. Ist das gut oder schlecht? „Man kennt die Gegebenheiten“, antwortet er.

Politisch aktiv ist er seit 1998. „Ich wollte was verändern.“ Von Anfang an trat er als parteilich Unabhängiger an. „Aus Überzeugung“, so Koop. Ob er zur Wahl antritt, stand lange nicht fest. „Aber mich haben viele darauf angesprochen und gesagt: Mach es! Die Leute wollen eine Alternative haben.“ Seit dem vergangenen Jahr ist er Ortsvorsteher von Kremmen.

Sein Wahlprogramm ist recht umfassend. Die Schulen in Kremmen sollen so bleiben, wie sie sind, notwendige Investitionen müssten geleistet werden. Für die Kitas wünscht er sich eine Diskussion zu den Schließzeiten. „Das kann man anders organisieren.“ Auch über die Elternbeiträge könnte nachgedacht werden. Stichwort: finanzielle Entlastung. Auch ein beitragsfreies Kitajahr hält er für sinnvoll. Aber: alles unter Vorbehalt. Eckhard Koop will nichts versprechen, was dann haushaltstechnisch nicht einlösbar sei, sagt er.
Beim Jugendclub hat er den Eindruck einer Stagnation. „Da muss man auf Ideensuche gehen, dorthin, wo neue Konzepte erarbeitet wurden.“
In Sachen Kultur ist ihm die Eigenständigkeit der Ortsteile wichtig. „Jeder Ort hat seine jährlichen Feiern, das sollten wir weiter unterstützen, nicht aus Geldnot nur noch zentrale Feiern anbieten.“ In dem Zusammenhang sollte aus seiner Sicht die ehrenamtliche Arbeit mehr gewürdigt werden.
Ein großes Augenmerk legt er auf die Infrastruktur. Die Instandhaltung der Straßen sei wichtig: Schlaglöcher müssten ausgebessert, die Randbereiche gepflegt werden. Zum Neu- oder Ausbau von Straßen müssten Anwohner immer ihr Okay geben. Die Radwege von Hohenbruch nach Sommerfeld und weiter nach Ludwigsaue will er vorantreiben und sich auf Fördermittelsuche begeben. „Wir können es allein nicht leisten, so ehrlich muss man sein“, so Eckhard Koop.
Wirtschaftlich ist es sein Ziel, neue Betriebe anzusiedeln, Werbung für Kremmen zu machen, mit möglichen Investoren zu reden. So würde sich aus Koops Sicht auch die finanzielle Lage der Stadt verbessern. Auch beim Bauland sieht er ausreichendes Potenzial.
Die Bürger will er weiter ins Boot holen. Erreichen will er das mit anderen Öffnungszeiten im Rathaus und der schon beschlossenen Umsetzung des Bürgerhaushaltes.

Falls er Bürgermeister wird – Koop sieht sich mindestens in der Stichwahl – wird er seine Firma aufgeben. „Die neue Aufgabe ist so reizvoll, dass ich dafür meine 27-jährige Selbstständigkeit aufgeben würde.“ Das Fußballspielen hat er schon aufgegeben – dafür ist er bei den Spielen seiner Söhne immer dabei. Er fährt gern Rad – am liebsten ins Luch. „Und alle Waldgebiete, ich kenne da alles“, sagt er. Sein Vater war Ornithologe.

Den Wahlabend selbst wird er wohl zu Hause verbringen. „Das Ergebnis schaue ich mir dann irgendwann im Internet an.“ Ob er das wirklich so locker sieht, wird sich am 6. November nach 18 Uhr zeigen.

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Zur Person: Eckhard Koop ist geboren am 12. Oktober 1963 in Hennigsdorf. Seit 1963 lebt er in Kremmen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ein Drittes brachte seine Frau mit in die Ehe.

Beruf: Er ist selbstständiger Malermeister, seit 1990 betreibt er eine Firma mit Sitz in Orion.

Politik: Seit 1998 ist er Mitglied der Stadtparlamentes, seit 2004 im Ortsbeirat und Ausschüssen. 2015 wurde er Ortsvorsteher in Kremmen.

Hauptziele: Weitere Investitionen in Schulen, Kitas und Infrastruktur. Schaffung von Wohnraum, kulturelle Eigenständigkeit der Ortsteile.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU), Arthur Förster (UWG/LGU). Es folgt: Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

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Kilometerweit von der Polizei verfolgt

Mittwoch, den 9. März 2016
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Das ist ja doch irgendwie unangenehm: Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und hinter einem die Polizei fährt. Das wird man nervös: Macht man alles richtig? Stimmt das Tempolimit? Noch schlimmer ist es, wenn sie kilometerweit hinter einem klebt. Neulich habe ich das erlebt – auf dem Weg von Germendorf bis Kremmen. Allerdings hatte ich den Vorteil, dass der Polizeiwagen vor mir fuhr und ich das muntere Treiben von hinten beobachten konnte.

Am Sommerswalder Dreieck gilt seit einiger Zeit Tempo 50, und der verfolgte Autofahrer hielt sich sogar dran. Was zur Folge hatte, dass der Polizeiwagen erstaunlich dicht auffuhr. Stichwort: Sicherheitsabstand.
In Schwante hatte der Autofahrer Glück. Während der einen Bus an der Haltestelle überholte, hatten die Polizeileute darauf keine Lust. Sie warteten und verloren den Verfolgten. An der nächsten Haltestelle konnte der Streifenwagen aber wieder am Bus vorbeifahren, und die armen Leute davor hatten wieder ihren Verfolger im Rücken. Und so zuckelten wir im Dreierpack durch Amalienfelde bis Kremmen.

Womit erregt man eigentlich Aufmerksamkeit bei der Polizei? Zum Beispiel wenn ein Abschleppwagen mit selbstgemaltem Nummernschild auf der Landesstraße unterwegs ist.
Der ewig Verfolgte bog in Kremmen auf den Schlossdamm ab, der Streifenwagen fuhr weiter geradeaus. Was muss das für ein Aufatmen gewesen sein!
Die Polizisten hatten stattdessen freie Sicht auf die Nummernschildbastelei beim Abschleppwagen. Der war doch sicherlich irgendwo in Orion fällig.

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