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Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße

Mittwoch, den 18. März 2020
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SO 15.03.2020 | 10.20 Uhr | one

Als Klaus Beimer noch der Klausi war. Als der böse Onkel Franz dem Klausi das Schießen beibrachte. Als Klausi dabei aus Versehen den Tennislehrer angeschossen. Als der Tennislehrer später – blind – überfahren worden ist. Als Benny Beimer nach Portugal flüchtete. Als er sich in Beate Flöter verknallte. Und “Robin Wood” beitrat. Als Hansemann seine Taube betrog.

Mann, da war was los – in den ersten fünf Jahren der “Lindenstraße”. 1990 lief im Ersten erstmals der Zusammenheit “Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße”. Am Sonntagvormittag ist der Film bei one wiederholt worden.
1985 bis 1990 war zweifellos die ganz große Zeit dieser Serie. Mehr als 10 Millionen Menschen sahen zu, freuten sich, litten mit, ärgerten sich. Als Hansemann fremdging, war das ein Skandal. Auch, weil damit eine beliebte Fernsehfamilie zerbrach.

Es waren alltägliche Geschichten, mehr oder weniger, die dort erzählt wurden. Von trutschig bis modern, die Serie hat sich immer weiterentwickelt, wenn auch nach 2000 ein bisschen zu wenig.
Aber den Status, dass so viele zusahen, konnte sich die Serie nicht erhalten. Was die Zuschauerzahl angeht, ist sie nur noch ein Schatten seiner selbst. Nur noch zwei Millionen sind dabei, an guten Tagen.
Am 29. März ist Schluss, und ich werde sehr traurig sein.

Hits: 205

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Eurovision Song Contest 2020: Unser Lied für Rotterdam

Freitag, den 28. Februar 2020
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DO 27.02.2020 | 21.30 Uhr | one

Bitte, liebe Zuschauer, jetzt halten Sie einfach mal den Mund und staunen Sie, was wir denn da Tolles für Sie ausgewählt haben. Und jetzt finden Sie das bitte gut. Wobei es uns vollkommen wurscht ist, ob Sie das gut finden. Deshalb verstecken wir die Verkündung auch im Spätprogramm unseres kleinen Nischensenders. Wir wollen ja kein Aufsehen erregen. Wir wollen nur gut sein, in Rotterdam. Mit allen Mitteln. Und Sie, liebe Zuschauer, Sie stören da nur.

Ja, so könnte die wahre Ankündigung für “Unser Lied für Rotterdam” ausgesehen haben.
Deutschland hat einen Interpreten und einen Song für den Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden. Es ist Ben Dolic mit dem Song “Violent Thing”. Eine gefällige Popnummer, die allerdings nicht sofort ins Ohr geht. Die Melodie ist schwierig, eher kein Ohrwurm.
Aber beim NDR ist man der Meinung, dass das der beste aller Songs sei, den sie in der Auswahl hatten. Nun denn.

Dabei ist dieses Spektakel eigentlich nur das: ein Trauerspiel. Man sieht die Schuld also beim Zuschauer, dass sie nicht in der Lage sind, einen guten Song auszuwählen. Dabei lag es doch einzig und allein daran, dass vielleicht die zur Wahl stehenden Songs mau waren. Wenn der NDR Songs zur Verfügung stellt, dann müssen die doch alle ein Knaller sein. Denn auch 2019 gab es ein großes Auswahlverfahren, das der NDR allerdings selbst torpediert hat, in dem ein Song mit zur Wahl stand, der gar nicht im Verfahren war. Dieser hatte dann die meisten Zuschauerstimmen, und der kackte dann in Tel Aviv ab.
Das Fazit beim NDR: Wir lassen den Pöbel draußen und suchen uns unsere eigene Jury.

Was man in Deutschland immer noch nicht verstanden hat, ist, den ESC zu einem großen Event zu machen. Und zu diesem Event gehört mehr als das Finale am 16. Mai.
Zum Event gehört ein Vorentscheid mit coolen Songs. Das führt dazu, dass der Siegersong am Ende schon im Ohr ist. Man kann ihn ein erstes Mal in die Zuschauerohren hämmern. Ja, das spielt beim ESC keine Rolle, weil wir ja nicht für uns selbst stimmen dürfen. Aber es geht um Identifikation. Immerhin wäre es doch toll, wenn wir selbst unseren Song lieben und für ihn brennen, wenn es dann im Finale um alles geht.

Aber was macht der NDR? Keine Publikumsbeteiligung. Stattdessen wirft man den Fans den Song hin. Und selbst das macht man nicht zur besten Sendezeit im Ersten, sondern am Donnerstag um 21.30 Uhr bei one. In einem Minikino in Hamburg mit Minibühne und nur vor Journalisten. “Unser Lied für Rotterdam” war eine abgefilmte Pressekonferenz und einfach nur schäbig, dieser Veranstaltung unwürdig.
Es scheint, als wolle man gar keine Aufmerksamkeit, als sei egal, was die Deutschen denken und ob sie den Song überhaupt wahrnehmen.

Es wäre schön, wenn der Eurovision Song Contest in Deutschland mehr zelebriert wird. Dass auch die Halbfinals, in denen wir, wenn wir teilnehmen müssten, sicherlich schon oft rausgeflogen wären, mehr Beachtung bekommen. Dass es im Vorfeld mehr spezielle Sendungen gibt, die auf das Event hinarbeiten. Formate wie der “Songcheck” gibt es live nur auf Youtube und später im Vormittagsprogramm von one.
Man muss die Fans mehr mitnehmen. Das hat man beim NDR scheinbar immer noch nicht bemerkt.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. März 2020)

Hits: 138

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Seriös – Das Serienquartett

Samstag, den 28. September 2019
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FR 27.09.2019 | 21.00 Uhr | one

Im Fernsehen wird ja über alles gequatscht. Über Bücher, über Musik, auch über Filme. Es gibt das literarische Quartett, und endlich gibt es auch ein Serienquartett.
Am Freitagabend lief bei one die erste Folge von “Seriös – Das Serienquartett”. Kurt Krömer, Moderatorin Annie Hoffmann und die Autoren Ralf Husmann und Annette Hess besprachen in er Minuten diverse Serien, die nicht immer ganz taufrisch waren – aber darauf kommt es ja bei Serien nicht immer an.

Besonders Kurt Krömer ist dort eine echte Überraschung. Durchaus humorvoll, aber dennoch ernsthaft besprach er die Serien, um die es geht. Und er outete sich als großer Serienjunkie. Denn er kennt sie alle. Als der Redakteur ihm die zu besprechenden Serien nannte, hatte er sie schon gesehen, erzählte er.

Zur Premiere ging es um “Derek”, “Succession”, “Der Pass” und “The End of the f***ing World”. Man muss diese Serien nicht gesehen haben (ich kannte eine davon), um die Diskussionen darüber, unterhaltsam zu finden. Da es sich bei zwei der vier Diskutanten um Autoren handelte, war deren Sicht auf die Dinge besonders interessant. Denn an einigen Stellen erzählte Annette Hess, was sie anders gemacht hätte.

“Seriös” kommt monatlich. Das ist fast ein wenig zu selten. Andererseits müssen die Serien ja auch erst mal geschaut werden. In jeder Sendung werden übrigens zwei der vier Diskutanten ausgetauscht. Dass ausgerechnet Kurt Krömer offenbar nicht zum Stammteam gehört, ist allerdings sehr bedauerlich.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. September 2020)

Hits: 136

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Sportschau live: Tour de France 2019, 21. Etappe

Mittwoch, den 31. Juli 2019
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SO 28.07.2019 | 17.55 Uhr | one

Das ist ja wirklich blöd. Da wird drei Wochen lang die Tour de France übertragen – über weite Strecken bei one, und der Zieleinlauf lief immer live im Ersten. Und dann ist endlich die finale 21. Etappe, die große Einfahrt nach Paris, und dann kann Das Erste leider nicht live dabei sein.
Und das muss man wirklich verstehen. Denn es ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, auf die Wiederholung einer zwei Jahre alten “Tatort”-Folge zu verzichten.

Erstmals haben sich die Veranstalter der Tour de France für die große Pariser Zieleinfahrt ein Abend-Event überlegt. Weil es am Abend einfach schöner aussehen soll.
Da hat man aber leider die Rechnung ohne die ARD gemacht. Den alten “Tatort” lässt man sich am Sonntag zur Primetime nicht kaputtmachen. Der ist ein Muss.
Stattdessen gab es die Live-Übertragung nur bei one, wo sie keine halbe Million Menschen erreichten. Im Ersten lief ab 21.45 Uhr nur eine gut 15-minütige Zusammenfassung, zu der man sich immerhin durchringen konnte. Aber auch nur, weil ein deutscher Fahrer auf Platz 4 landete.

Das Motto der ARD scheint zu sein: Wir lassen uns das Sommerloch nicht stopfen! Da sind sie wenigstens mal konsequent.

Hits: 215

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Eurovision Song Contest 2019 – 2. Halbfinale

Freitag, den 17. Mai 2019
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DO 16.05.2019 | 21.00 Uhr | one

Wer sich mal ein bisschen bei den Wettquoten ansieht, könnte meinen, das Rennen ist schon gelaufen. Duncan Laurence aus den Niederlanden gilt mit seinem Song “Arcade” als haushoher Favorit für den Sieg beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. Am Donnerstagabend hatte er im 2. Halbfinale seinen Auftritt. one übertrug live.
Und in der Tat ist seine Ballade ein toller Song. Wenn er nicht die ganze Zeit hinter seinem Klavier kleben würde, wäre seine Show aber noch viel besser. Zumal das Klavier im Song zeitweise nicht mal im Ansatz dominierend ist.

Die Niederlande hatte am Donnerstag aber harte Konkurrenz. Die Schweiz ist mit Luca Hänni vertreten. “She got me” singt er, und sein Lied ist ein Popsong wie er im Buche steht. Könnte im Radio rauf und runter laufen – wenn er das nicht schon längst tut. Da er auch ein guter Tänzer ist, funktioniert sein Auftritt natürlich sehr gut. Warum aber er und seine Mittänzer immer wieder in seltsam rotes Licht getaucht sind, wissen wohl nur die Schweizer. Aber schön, dass sie mal wieder im Finale sind. Waren sie schon lange nicht mehr.

Dritter Favorit im Halbfinale: Sergey Lazarev aus Russland mit “Scream” – auch eine Ballade, die einfach funktioniert. Alle drei haben es ins Finale geschafft.
Überhaupt war das 2. Halbfinale sehr viel niveauvoller als die Show am Dienstag. Die Stimmen waren fester, kaum jemand hat stimmlich versagt.

Dass Irland nicht dabei ist, liegt daran, dass Sarah McTernans Bewegungen wie einstudiert wirkten. Stocksteif tat sie, was sie geübt hatte. Dass sie in der Barszene, die sie spielte, imer ihr Mikro in der Hand halten musste, machte es nicht besser. In Moldawien hat man unterdessen die Sandmalerei entdeckt – herzlichen Glückwunsch. Und weil das ein paar Jahre zu spät kommt und wir das auch schon besser gesehen haben, ist Anna Odobescu ausgeschieden.

Wie wird nun aber Deutschland am Sonnabend abschneiden? Die Sisters konnten am Donnerstag schon mal ihren Song und ihre Show präsentieren. Dabei fällt auf: Sie stechen im Einerlei durchaus heraus. Deutschland ist das einzige Land mit zwei Frauen, und der Refrain ist durchaus eingängig. Zwar ist Europa unberechenbar, aber einen letzten Platz haben wir mit “Sister” jedenfalls nicht verdient.

Hits: 195

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Eurovision Song Contest 2019 – 1. Halbfinale

Donnerstag, den 16. Mai 2019
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DI 14.05.2019 | 21.00 Uhr | one

Mit Fans der Serie “Doctor Who” sollte man sich besser nicht anlegen. Dass man ihnen am Dienstag bei one nur eine statt der üblichen zwei Folgen kredenzte, das stieß ihnen sehr bitter auf. Und dass nur wegen einer Musikshow, die keine gute Musik bietet. Die ja sowieso besser im Ersten laufen könnte.

Leider haben sie damit nicht so ganz unrecht. In der ARD – oder beim verantwortlichen NDR – ist man offenbar immer noch nicht gewillt, aus dem Eurovision Song Contest das Mega-Event in Deutschland zu machen. Immerhin hat man da einen wahren Schatz, den man da Jahr für Jahr live überträgt. Aber leider gibt es im Ersten keine begleitenden Sendungen, mal abgesehen vom deutschen Vorentscheid. Einen Kult muss man bedienen, vor der ESC-Woche müsste es eigentlich PR-mäßig knallen. Aber bei der ARD knallt gar nichts.

Stattdessen versteckt man den Songcheck auf Youtube oder versendet ihn im one-Vormittagsprogramm. Hintergrundbeiträge gibt es auch nur im Internet. Die beiden Halbfinals laufen auch nur bei one. Das Argument, dass Deutschland da eh nicht bei ist, sollte nicht zählen.
Nur das Finale läuft im Ersten und scheint da völlig unvermittelt zu kommen. Das ist mehr als schade, dass es scheint, als habe die ARD nicht wirklich Bock auf den ESC.

In Tel Aviv in Israel ging am Dienstagabend das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2019 über die Bühne – übertragen bei one. Und um auf das Thema der schlechten Musik zu kommen: Viele der Auftritte waren erstaunlich enttäuschend. Wer sich viele der Songs vorab im Internet als Videoclips angesehen hat, der wird schon Favoriten gehabt haben. Wenn dann aber der junge Belgier Eliot seinen Song “Wake up” nur mit dünnem Stimmchen zum Besten gibt, muss er sich über sein Aus nicht wundern. Der Song selbst gab mehr her.

San Marino kam weiter, und das, obwohl Serhat erschreckenderweise nicht einen einzigen Ton getroffen hat. Sein “Say na na na” ist live eine Katastrophe, und fast möchte man flehen, dass jemand vergisst, sein Mikro einzuschalten. Dabei ist der Song nett.
Portugal kam auch 2019 wieder künstlerisch hochwertig daher und schickte einen Mann mit mies geklebtem Mann auf die Bühne, dazu gab es einen orientalisch klingenden mit Bongo-Klängen. Es schien, als ob Portugal auf gar keinen Fall gewinnen wollte – und ist nun nicht mal im Finale, nachdem das Land erst 2018 des ESC ausrichtete.

Zwei Favoriten gab es im ersten Halbfinale. Einen wegen der Show und einen wegen des Songs: Australien bot die wohl atemberaubendste Show ever beim ESC. “Zero Gravity” sang Kate Miller-Heidke. Der Song war fast egal, aber die Performance war der Knaller. Es schien, als schwebe sie über der Erde und schwebte später über ihr. Dabei saß sie auf einem wippenden Pfahl. Musikalisch gut und modern war Lake Malawi aus Tschechien. “Friend of a Friend” ist ein Ohrwurm.

-> Die komplette Show auf Youtube

Hits: 217

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Klassentreffen – Die Serie

Montag, den 11. März 2019
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FR 08.03.2019 | 21.00 Uhr | one

90 Minuten “Klassentreffen” reichen nicht, sagte man sich wohl beim WDR. Am Mittwochabend lief im Ersten der wunderbare Film, und es machte Spaß zuzusehen, wie sich ehemalige Klassenkameraden nach 25 Jahren mitunter zerfleischen. Das Besondere: Der Film entstand durch Improvisation.
Beim Drehen entstand dadurch natürlich sehr viel mehr Material, als in 90 Minuten reinpassen. Deshalb gab es am Freitagabend bei one eine fast dreistündige Version – in Form einer sechsteiligen Serie. Dort hatten die wichtigsten Protagonisten noch einmal ausführlichere Sequenzen.

Interessanterweise zeigte die Serie vor allem eins: Ist ein Film gut geschnitten, dann ist viel mehr eigentlich auch nicht nötig. Wenn man den Film kennt, dann ist der Reiz ein wenig verflogen, wenn man sich das Ganze noch mal als Serie ansieht. Denn wirklich was Neues kommt nur selten hinzu.
Ob der Sechsteiler eine andere Wirkung hat, wenn man den Film nicht kennt, ist schwer zu sagen. Allerdings zerfasert die Handlung – im Gegensatz zum Film – ziemlich.
So gut der Film war – die Serie war so jetzt nicht dringend notwendig.

Hits: 135