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Seriös – Das Serienquartett

Donnerstag, den 2. Juli 2020
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DI 30.06.2020 | 21.50 Uhr | one

In Zeiten des Coronavirus mussten wir uns ja auch im Fernsehen längst an neue Dinge gewöhnen. Kein Publikum. Studiogäste teilweise nur zugeschaltet. In Talkshows sitzen die Gäste ziemlich weit auseinander. Auch dass alle Teilnehmer an einer Fernsehsendung nicht im Studio sind, sondern zusammengeschaltet werden, haben wir in den vergangenen Wochen gesehen.
In “Seriös – Das Serienquartett” hat man das am Dienstagabend bei one aber noch mal anders gemacht. Denn das Quartett war komplett nicht anwesend – irgendwie. Hinter den vier Sesseln standen stattdessen Monitore, auf denen die Diskutanten zu sehen waren. Die Kamera filmten auch nur die Monitore ab.
Interessanterweise schauten sich die vier Leute beim Diskutieren aber trotzdem an, weshalb es eigentlich mal interessant wäre, zu erfahren, wie diese Sendung aufgezeichnet worden ist. Denn in den abgefilmten Monitoren sitzen die Quartettmitglieder scheinbar in der eigentlichen Kulisse. Ob man die Sendung doch gemeinsam aufgenommen hat und die Monitore einfach nur ein Gag sind?

Übrigens hat “Seriös” komplette neue Quartett-Mitglieder. Dass neuerdings auch Sarah Kuttner dabei ist und den Moderationpart von Kurt Krömer übernommen hat, tut dem Format gut – auch wenn ich Krämer vermisse. Aber Sarah Kuttner ist in “Seriös” genau in ihrem Element, da sie mit Stefan Niggemeier ja auch einen Fernsehpodcast hat.

Dass es um sehr unterschiedliche Serien ging – von “Hollywood” auf Netflix bis “Warten auf’n Bus” vom rbb war auch erfreulich abwechslungsreich. Schade, dass “Seriös” bei one so ein Schattendasein führt.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 29. Juni 2021)

Hits: 234

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World Wide Wohnzimmer: Das ESC-Halbfinale 2020

Sonntag, den 10. Mai 2020
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SA 09.05.2020 | 20.15 Uhr | one

Bei one haben sie am Sonnabend etwas ganz Neues ausprobiert: den Eurovision Song Contest live aus der Mülltonne. Fast vier Stunden lang ist es nicht gelungen, ein großes Tonproblem zu beheben. Das muss man auch erst mal schaffen.

Der Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam fällt aus. Coronavirus sei Dank. Immerhin hat sich die ARD, die in Deutschland das Event ausstrahlt, nun doch noch ein paar Ersatzshows einfallen lassen.
Am Sonnabendabend gab es so was wie das ESC-Halbfinale 2020. Dafür zeigte man eine Sonderausgabe der Funk-Show “World Wide Wohnzimmer”. Normalerweise begrüßen die Zwillinge Dennis und Benjamin Wolter in ihrer Show Gäste und machen Gags. Diesmal stellen sie alle 41 Songs des 2020er-ESC-Jahrgangs vor. Mit ihrem Gast Torge Oelrich und dem zugeschalteten Peter Urban besprachen sie die Songs.
Offenbar sollten sich so zwei Zielgruppen befruchten. Einerseits sollte die junge “World Wide Wohnzimmer”-Zielgruppe an den Eurovision Song Contest herangeführt werden. Und andererseits die ESC-Fans an das Funk-Projekt, das normalerweise nur im Internet zu sehen ist.
Kann man machen, hat aber nicht so richtig funktioniert.

Die Wolter-Zwillinge schienen an vielen Stellen eher schlecht vorbereitet, womit man natürlich den ESC-Fans keinen großen Gefallen tut. Mitunter ein bisschen gelangweilt sagten sie die 41 Songs an (nur 40 waren im Voting, Deutschland lief außer Konkurrenz), ihr Gast schien so, als habe er mehr Ahnung als die beiden Moderatoren. Im Laufe des Abends machten sie den Eindruck, als hofften sie, dass es bald vorbei sei.
Die oft eher uninspirierten Moderationen, öfter mal krampfhaft von Karten abgelesen, empfehlten sich nicht für einen weiteren größeren Fernseheinsatz. Die letzte Ansage am Showende zum folgenden Programm wurde nur noch gelangweilt abgelesen.

Die größte Katastrophe für eine Musiksendung ist jedoch, wenn die Musik an technischen Problemen leidet. Während die Studiogespräche tonlich einwandfrei waren, muss es bei den Einspielern ein grundsätzliches Problem gegeben haben. Alle Songs hallen dumpf und hallig, wie eine Live-Übertragung aus der Mülltonne.
Seitens des Senders one hieß es irgendwann auf Facebook und Twitter, man kümmere sich um das Problem. Aber auch nach Mitternacht ist man dem Problem offenbar nicht auf den Grund gekommen.
Es klang, als würde man in einem Raum stehen, in dem laute Musik läuft. In der Senderegie muss da irgendwo der Fehler gelegen haben.
Ein Musikgenuss kam da nicht auf, und der Unmut der Zuschauer prasselte vollkommen zurecht auf das Team und one ein.

Sicherlich ist es schön, dass man sich dieses Ersatzprogramm überlegt hat. Aber in den Tagen davor gab es auf Facebook und Youtube vier “Songcheck”-Sendungen mit guten Moderatoren, tollen Einspielern und guten Songkritiken. Diese Sendungen wurden bei one in diesem Jahr aus dem Programm genommen. Dabei waren sie um viele Längen besser als das Special vom “World Wide Wohnzimmer”.
Dennoch sollte man 2021 auch auf diese zusätzliche Schiene setzen, um auch die Jugend auf den ESC und die Songs aufmerksam zu machen. Man hat ja nun ein paar Monate Zeit, sich auch dafür ein Konzept zu überlegen.

Von den 40 Songs haben es übrigens zehn ins Finale geschafft, das am 16. Mai um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen sein wird. Natürlich ist auch dieses Finale nur inoffiziell – aber es haben wirklich zehn gute Songs geschafft. Mal sehen, was Barbara Schöneberger dann draus macht.

-> Die Sendung auf Youtube

Hits: 203

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Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße

Mittwoch, den 18. März 2020
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SO 15.03.2020 | 10.20 Uhr | one

Als Klaus Beimer noch der Klausi war. Als der böse Onkel Franz dem Klausi das Schießen beibrachte. Als Klausi dabei aus Versehen den Tennislehrer angeschossen. Als der Tennislehrer später – blind – überfahren worden ist. Als Benny Beimer nach Portugal flüchtete. Als er sich in Beate Flöter verknallte. Und “Robin Wood” beitrat. Als Hansemann seine Taube betrog.

Mann, da war was los – in den ersten fünf Jahren der “Lindenstraße”. 1990 lief im Ersten erstmals der Zusammenheit “Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße”. Am Sonntagvormittag ist der Film bei one wiederholt worden.
1985 bis 1990 war zweifellos die ganz große Zeit dieser Serie. Mehr als 10 Millionen Menschen sahen zu, freuten sich, litten mit, ärgerten sich. Als Hansemann fremdging, war das ein Skandal. Auch, weil damit eine beliebte Fernsehfamilie zerbrach.

Es waren alltägliche Geschichten, mehr oder weniger, die dort erzählt wurden. Von trutschig bis modern, die Serie hat sich immer weiterentwickelt, wenn auch nach 2000 ein bisschen zu wenig.
Aber den Status, dass so viele zusahen, konnte sich die Serie nicht erhalten. Was die Zuschauerzahl angeht, ist sie nur noch ein Schatten seiner selbst. Nur noch zwei Millionen sind dabei, an guten Tagen.
Am 29. März ist Schluss, und ich werde sehr traurig sein.

Hits: 1155

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Eurovision Song Contest 2020: Unser Lied für Rotterdam

Freitag, den 28. Februar 2020
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DO 27.02.2020 | 21.30 Uhr | one

Bitte, liebe Zuschauer, jetzt halten Sie einfach mal den Mund und staunen Sie, was wir denn da Tolles für Sie ausgewählt haben. Und jetzt finden Sie das bitte gut. Wobei es uns vollkommen wurscht ist, ob Sie das gut finden. Deshalb verstecken wir die Verkündung auch im Spätprogramm unseres kleinen Nischensenders. Wir wollen ja kein Aufsehen erregen. Wir wollen nur gut sein, in Rotterdam. Mit allen Mitteln. Und Sie, liebe Zuschauer, Sie stören da nur.

Ja, so könnte die wahre Ankündigung für “Unser Lied für Rotterdam” ausgesehen haben.
Deutschland hat einen Interpreten und einen Song für den Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden. Es ist Ben Dolic mit dem Song “Violent Thing”. Eine gefällige Popnummer, die allerdings nicht sofort ins Ohr geht. Die Melodie ist schwierig, eher kein Ohrwurm.
Aber beim NDR ist man der Meinung, dass das der beste aller Songs sei, den sie in der Auswahl hatten. Nun denn.

Dabei ist dieses Spektakel eigentlich nur das: ein Trauerspiel. Man sieht die Schuld also beim Zuschauer, dass sie nicht in der Lage sind, einen guten Song auszuwählen. Dabei lag es doch einzig und allein daran, dass vielleicht die zur Wahl stehenden Songs mau waren. Wenn der NDR Songs zur Verfügung stellt, dann müssen die doch alle ein Knaller sein. Denn auch 2019 gab es ein großes Auswahlverfahren, das der NDR allerdings selbst torpediert hat, in dem ein Song mit zur Wahl stand, der gar nicht im Verfahren war. Dieser hatte dann die meisten Zuschauerstimmen, und der kackte dann in Tel Aviv ab.
Das Fazit beim NDR: Wir lassen den Pöbel draußen und suchen uns unsere eigene Jury.

Was man in Deutschland immer noch nicht verstanden hat, ist, den ESC zu einem großen Event zu machen. Und zu diesem Event gehört mehr als das Finale am 16. Mai.
Zum Event gehört ein Vorentscheid mit coolen Songs. Das führt dazu, dass der Siegersong am Ende schon im Ohr ist. Man kann ihn ein erstes Mal in die Zuschauerohren hämmern. Ja, das spielt beim ESC keine Rolle, weil wir ja nicht für uns selbst stimmen dürfen. Aber es geht um Identifikation. Immerhin wäre es doch toll, wenn wir selbst unseren Song lieben und für ihn brennen, wenn es dann im Finale um alles geht.

Aber was macht der NDR? Keine Publikumsbeteiligung. Stattdessen wirft man den Fans den Song hin. Und selbst das macht man nicht zur besten Sendezeit im Ersten, sondern am Donnerstag um 21.30 Uhr bei one. In einem Minikino in Hamburg mit Minibühne und nur vor Journalisten. “Unser Lied für Rotterdam” war eine abgefilmte Pressekonferenz und einfach nur schäbig, dieser Veranstaltung unwürdig.
Es scheint, als wolle man gar keine Aufmerksamkeit, als sei egal, was die Deutschen denken und ob sie den Song überhaupt wahrnehmen.

Es wäre schön, wenn der Eurovision Song Contest in Deutschland mehr zelebriert wird. Dass auch die Halbfinals, in denen wir, wenn wir teilnehmen müssten, sicherlich schon oft rausgeflogen wären, mehr Beachtung bekommen. Dass es im Vorfeld mehr spezielle Sendungen gibt, die auf das Event hinarbeiten. Formate wie der “Songcheck” gibt es live nur auf Youtube und später im Vormittagsprogramm von one.
Man muss die Fans mehr mitnehmen. Das hat man beim NDR scheinbar immer noch nicht bemerkt.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. März 2020)

Hits: 167

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Seriös – Das Serienquartett

Samstag, den 28. September 2019
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FR 27.09.2019 | 21.00 Uhr | one

Im Fernsehen wird ja über alles gequatscht. Über Bücher, über Musik, auch über Filme. Es gibt das literarische Quartett, und endlich gibt es auch ein Serienquartett.
Am Freitagabend lief bei one die erste Folge von “Seriös – Das Serienquartett”. Kurt Krömer, Moderatorin Annie Hoffmann und die Autoren Ralf Husmann und Annette Hess besprachen in er Minuten diverse Serien, die nicht immer ganz taufrisch waren – aber darauf kommt es ja bei Serien nicht immer an.

Besonders Kurt Krömer ist dort eine echte Überraschung. Durchaus humorvoll, aber dennoch ernsthaft besprach er die Serien, um die es geht. Und er outete sich als großer Serienjunkie. Denn er kennt sie alle. Als der Redakteur ihm die zu besprechenden Serien nannte, hatte er sie schon gesehen, erzählte er.

Zur Premiere ging es um “Derek”, “Succession”, “Der Pass” und “The End of the f***ing World”. Man muss diese Serien nicht gesehen haben (ich kannte eine davon), um die Diskussionen darüber, unterhaltsam zu finden. Da es sich bei zwei der vier Diskutanten um Autoren handelte, war deren Sicht auf die Dinge besonders interessant. Denn an einigen Stellen erzählte Annette Hess, was sie anders gemacht hätte.

“Seriös” kommt monatlich. Das ist fast ein wenig zu selten. Andererseits müssen die Serien ja auch erst mal geschaut werden. In jeder Sendung werden übrigens zwei der vier Diskutanten ausgetauscht. Dass ausgerechnet Kurt Krömer offenbar nicht zum Stammteam gehört, ist allerdings sehr bedauerlich.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. September 2020)

Hits: 152

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Sportschau live: Tour de France 2019, 21. Etappe

Mittwoch, den 31. Juli 2019
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SO 28.07.2019 | 17.55 Uhr | one

Das ist ja wirklich blöd. Da wird drei Wochen lang die Tour de France übertragen – über weite Strecken bei one, und der Zieleinlauf lief immer live im Ersten. Und dann ist endlich die finale 21. Etappe, die große Einfahrt nach Paris, und dann kann Das Erste leider nicht live dabei sein.
Und das muss man wirklich verstehen. Denn es ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, auf die Wiederholung einer zwei Jahre alten “Tatort”-Folge zu verzichten.

Erstmals haben sich die Veranstalter der Tour de France für die große Pariser Zieleinfahrt ein Abend-Event überlegt. Weil es am Abend einfach schöner aussehen soll.
Da hat man aber leider die Rechnung ohne die ARD gemacht. Den alten “Tatort” lässt man sich am Sonntag zur Primetime nicht kaputtmachen. Der ist ein Muss.
Stattdessen gab es die Live-Übertragung nur bei one, wo sie keine halbe Million Menschen erreichten. Im Ersten lief ab 21.45 Uhr nur eine gut 15-minütige Zusammenfassung, zu der man sich immerhin durchringen konnte. Aber auch nur, weil ein deutscher Fahrer auf Platz 4 landete.

Das Motto der ARD scheint zu sein: Wir lassen uns das Sommerloch nicht stopfen! Da sind sie wenigstens mal konsequent.

Hits: 252

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Eurovision Song Contest 2019 – 2. Halbfinale

Freitag, den 17. Mai 2019
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DO 16.05.2019 | 21.00 Uhr | one

Wer sich mal ein bisschen bei den Wettquoten ansieht, könnte meinen, das Rennen ist schon gelaufen. Duncan Laurence aus den Niederlanden gilt mit seinem Song “Arcade” als haushoher Favorit für den Sieg beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. Am Donnerstagabend hatte er im 2. Halbfinale seinen Auftritt. one übertrug live.
Und in der Tat ist seine Ballade ein toller Song. Wenn er nicht die ganze Zeit hinter seinem Klavier kleben würde, wäre seine Show aber noch viel besser. Zumal das Klavier im Song zeitweise nicht mal im Ansatz dominierend ist.

Die Niederlande hatte am Donnerstag aber harte Konkurrenz. Die Schweiz ist mit Luca Hänni vertreten. “She got me” singt er, und sein Lied ist ein Popsong wie er im Buche steht. Könnte im Radio rauf und runter laufen – wenn er das nicht schon längst tut. Da er auch ein guter Tänzer ist, funktioniert sein Auftritt natürlich sehr gut. Warum aber er und seine Mittänzer immer wieder in seltsam rotes Licht getaucht sind, wissen wohl nur die Schweizer. Aber schön, dass sie mal wieder im Finale sind. Waren sie schon lange nicht mehr.

Dritter Favorit im Halbfinale: Sergey Lazarev aus Russland mit “Scream” – auch eine Ballade, die einfach funktioniert. Alle drei haben es ins Finale geschafft.
Überhaupt war das 2. Halbfinale sehr viel niveauvoller als die Show am Dienstag. Die Stimmen waren fester, kaum jemand hat stimmlich versagt.

Dass Irland nicht dabei ist, liegt daran, dass Sarah McTernans Bewegungen wie einstudiert wirkten. Stocksteif tat sie, was sie geübt hatte. Dass sie in der Barszene, die sie spielte, imer ihr Mikro in der Hand halten musste, machte es nicht besser. In Moldawien hat man unterdessen die Sandmalerei entdeckt – herzlichen Glückwunsch. Und weil das ein paar Jahre zu spät kommt und wir das auch schon besser gesehen haben, ist Anna Odobescu ausgeschieden.

Wie wird nun aber Deutschland am Sonnabend abschneiden? Die Sisters konnten am Donnerstag schon mal ihren Song und ihre Show präsentieren. Dabei fällt auf: Sie stechen im Einerlei durchaus heraus. Deutschland ist das einzige Land mit zwei Frauen, und der Refrain ist durchaus eingängig. Zwar ist Europa unberechenbar, aber einen letzten Platz haben wir mit “Sister” jedenfalls nicht verdient.

Hits: 211