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Seriös – Das Serienquartett

Samstag, den 28. September 2019
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FR 27.09.2019 | 21.00 Uhr | one

Im Fernsehen wird ja über alles gequatscht. Über Bücher, über Musik, auch über Filme. Es gibt das literarische Quartett, und endlich gibt es auch ein Serienquartett.
Am Freitagabend lief bei one die erste Folge von “Seriös – Das Serienquartett”. Kurt Krömer, Moderatorin Annie Hoffmann und die Autoren Ralf Husmann und Annette Hess besprachen in er Minuten diverse Serien, die nicht immer ganz taufrisch waren – aber darauf kommt es ja bei Serien nicht immer an.

Besonders Kurt Krömer ist dort eine echte Überraschung. Durchaus humorvoll, aber dennoch ernsthaft besprach er die Serien, um die es geht. Und er outete sich als großer Serienjunkie. Denn er kennt sie alle. Als der Redakteur ihm die zu besprechenden Serien nannte, hatte er sie schon gesehen, erzählte er.

Zur Premiere ging es um “Derek”, “Succession”, “Der Pass” und “The End of the f***ing World”. Man muss diese Serien nicht gesehen haben (ich kannte eine davon), um die Diskussionen darüber, unterhaltsam zu finden. Da es sich bei zwei der vier Diskutanten um Autoren handelte, war deren Sicht auf die Dinge besonders interessant. Denn an einigen Stellen erzählte Annette Hess, was sie anders gemacht hätte.

“Seriös” kommt monatlich. Das ist fast ein wenig zu selten. Andererseits müssen die Serien ja auch erst mal geschaut werden. In jeder Sendung werden übrigens zwei der vier Diskutanten ausgetauscht. Dass ausgerechnet Kurt Krömer offenbar nicht zum Stammteam gehört, ist allerdings sehr bedauerlich.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. September 2020)

Hits: 129

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Sportschau live: Tour de France 2019, 21. Etappe

Mittwoch, den 31. Juli 2019
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SO 28.07.2019 | 17.55 Uhr | one

Das ist ja wirklich blöd. Da wird drei Wochen lang die Tour de France übertragen – über weite Strecken bei one, und der Zieleinlauf lief immer live im Ersten. Und dann ist endlich die finale 21. Etappe, die große Einfahrt nach Paris, und dann kann Das Erste leider nicht live dabei sein.
Und das muss man wirklich verstehen. Denn es ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, auf die Wiederholung einer zwei Jahre alten “Tatort”-Folge zu verzichten.

Erstmals haben sich die Veranstalter der Tour de France für die große Pariser Zieleinfahrt ein Abend-Event überlegt. Weil es am Abend einfach schöner aussehen soll.
Da hat man aber leider die Rechnung ohne die ARD gemacht. Den alten “Tatort” lässt man sich am Sonntag zur Primetime nicht kaputtmachen. Der ist ein Muss.
Stattdessen gab es die Live-Übertragung nur bei one, wo sie keine halbe Million Menschen erreichten. Im Ersten lief ab 21.45 Uhr nur eine gut 15-minütige Zusammenfassung, zu der man sich immerhin durchringen konnte. Aber auch nur, weil ein deutscher Fahrer auf Platz 4 landete.

Das Motto der ARD scheint zu sein: Wir lassen uns das Sommerloch nicht stopfen! Da sind sie wenigstens mal konsequent.

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Eurovision Song Contest 2019 – 2. Halbfinale

Freitag, den 17. Mai 2019
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DO 16.05.2019 | 21.00 Uhr | one

Wer sich mal ein bisschen bei den Wettquoten ansieht, könnte meinen, das Rennen ist schon gelaufen. Duncan Laurence aus den Niederlanden gilt mit seinem Song “Arcade” als haushoher Favorit für den Sieg beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. Am Donnerstagabend hatte er im 2. Halbfinale seinen Auftritt. one übertrug live.
Und in der Tat ist seine Ballade ein toller Song. Wenn er nicht die ganze Zeit hinter seinem Klavier kleben würde, wäre seine Show aber noch viel besser. Zumal das Klavier im Song zeitweise nicht mal im Ansatz dominierend ist.

Die Niederlande hatte am Donnerstag aber harte Konkurrenz. Die Schweiz ist mit Luca Hänni vertreten. “She got me” singt er, und sein Lied ist ein Popsong wie er im Buche steht. Könnte im Radio rauf und runter laufen – wenn er das nicht schon längst tut. Da er auch ein guter Tänzer ist, funktioniert sein Auftritt natürlich sehr gut. Warum aber er und seine Mittänzer immer wieder in seltsam rotes Licht getaucht sind, wissen wohl nur die Schweizer. Aber schön, dass sie mal wieder im Finale sind. Waren sie schon lange nicht mehr.

Dritter Favorit im Halbfinale: Sergey Lazarev aus Russland mit “Scream” – auch eine Ballade, die einfach funktioniert. Alle drei haben es ins Finale geschafft.
Überhaupt war das 2. Halbfinale sehr viel niveauvoller als die Show am Dienstag. Die Stimmen waren fester, kaum jemand hat stimmlich versagt.

Dass Irland nicht dabei ist, liegt daran, dass Sarah McTernans Bewegungen wie einstudiert wirkten. Stocksteif tat sie, was sie geübt hatte. Dass sie in der Barszene, die sie spielte, imer ihr Mikro in der Hand halten musste, machte es nicht besser. In Moldawien hat man unterdessen die Sandmalerei entdeckt – herzlichen Glückwunsch. Und weil das ein paar Jahre zu spät kommt und wir das auch schon besser gesehen haben, ist Anna Odobescu ausgeschieden.

Wie wird nun aber Deutschland am Sonnabend abschneiden? Die Sisters konnten am Donnerstag schon mal ihren Song und ihre Show präsentieren. Dabei fällt auf: Sie stechen im Einerlei durchaus heraus. Deutschland ist das einzige Land mit zwei Frauen, und der Refrain ist durchaus eingängig. Zwar ist Europa unberechenbar, aber einen letzten Platz haben wir mit “Sister” jedenfalls nicht verdient.

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Eurovision Song Contest 2019 – 1. Halbfinale

Donnerstag, den 16. Mai 2019
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DI 14.05.2019 | 21.00 Uhr | one

Mit Fans der Serie “Doctor Who” sollte man sich besser nicht anlegen. Dass man ihnen am Dienstag bei one nur eine statt der üblichen zwei Folgen kredenzte, das stieß ihnen sehr bitter auf. Und dass nur wegen einer Musikshow, die keine gute Musik bietet. Die ja sowieso besser im Ersten laufen könnte.

Leider haben sie damit nicht so ganz unrecht. In der ARD – oder beim verantwortlichen NDR – ist man offenbar immer noch nicht gewillt, aus dem Eurovision Song Contest das Mega-Event in Deutschland zu machen. Immerhin hat man da einen wahren Schatz, den man da Jahr für Jahr live überträgt. Aber leider gibt es im Ersten keine begleitenden Sendungen, mal abgesehen vom deutschen Vorentscheid. Einen Kult muss man bedienen, vor der ESC-Woche müsste es eigentlich PR-mäßig knallen. Aber bei der ARD knallt gar nichts.

Stattdessen versteckt man den Songcheck auf Youtube oder versendet ihn im one-Vormittagsprogramm. Hintergrundbeiträge gibt es auch nur im Internet. Die beiden Halbfinals laufen auch nur bei one. Das Argument, dass Deutschland da eh nicht bei ist, sollte nicht zählen.
Nur das Finale läuft im Ersten und scheint da völlig unvermittelt zu kommen. Das ist mehr als schade, dass es scheint, als habe die ARD nicht wirklich Bock auf den ESC.

In Tel Aviv in Israel ging am Dienstagabend das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2019 über die Bühne – übertragen bei one. Und um auf das Thema der schlechten Musik zu kommen: Viele der Auftritte waren erstaunlich enttäuschend. Wer sich viele der Songs vorab im Internet als Videoclips angesehen hat, der wird schon Favoriten gehabt haben. Wenn dann aber der junge Belgier Eliot seinen Song “Wake up” nur mit dünnem Stimmchen zum Besten gibt, muss er sich über sein Aus nicht wundern. Der Song selbst gab mehr her.

San Marino kam weiter, und das, obwohl Serhat erschreckenderweise nicht einen einzigen Ton getroffen hat. Sein “Say na na na” ist live eine Katastrophe, und fast möchte man flehen, dass jemand vergisst, sein Mikro einzuschalten. Dabei ist der Song nett.
Portugal kam auch 2019 wieder künstlerisch hochwertig daher und schickte einen Mann mit mies geklebtem Mann auf die Bühne, dazu gab es einen orientalisch klingenden mit Bongo-Klängen. Es schien, als ob Portugal auf gar keinen Fall gewinnen wollte – und ist nun nicht mal im Finale, nachdem das Land erst 2018 des ESC ausrichtete.

Zwei Favoriten gab es im ersten Halbfinale. Einen wegen der Show und einen wegen des Songs: Australien bot die wohl atemberaubendste Show ever beim ESC. “Zero Gravity” sang Kate Miller-Heidke. Der Song war fast egal, aber die Performance war der Knaller. Es schien, als schwebe sie über der Erde und schwebte später über ihr. Dabei saß sie auf einem wippenden Pfahl. Musikalisch gut und modern war Lake Malawi aus Tschechien. “Friend of a Friend” ist ein Ohrwurm.

-> Die komplette Show auf Youtube

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Klassentreffen – Die Serie

Montag, den 11. März 2019
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FR 08.03.2019 | 21.00 Uhr | one

90 Minuten “Klassentreffen” reichen nicht, sagte man sich wohl beim WDR. Am Mittwochabend lief im Ersten der wunderbare Film, und es machte Spaß zuzusehen, wie sich ehemalige Klassenkameraden nach 25 Jahren mitunter zerfleischen. Das Besondere: Der Film entstand durch Improvisation.
Beim Drehen entstand dadurch natürlich sehr viel mehr Material, als in 90 Minuten reinpassen. Deshalb gab es am Freitagabend bei one eine fast dreistündige Version – in Form einer sechsteiligen Serie. Dort hatten die wichtigsten Protagonisten noch einmal ausführlichere Sequenzen.

Interessanterweise zeigte die Serie vor allem eins: Ist ein Film gut geschnitten, dann ist viel mehr eigentlich auch nicht nötig. Wenn man den Film kennt, dann ist der Reiz ein wenig verflogen, wenn man sich das Ganze noch mal als Serie ansieht. Denn wirklich was Neues kommt nur selten hinzu.
Ob der Sechsteiler eine andere Wirkung hat, wenn man den Film nicht kennt, ist schwer zu sagen. Allerdings zerfasert die Handlung – im Gegensatz zum Film – ziemlich.
So gut der Film war – die Serie war so jetzt nicht dringend notwendig.

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Sportschau live: Biathlon-Weltcup der Herren

Montag, den 11. Februar 2019
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FR 08.02.2019 | 20.15 Uhr | one

Der ARD sind Einschaltquoten ja total egal.
Außer, wenn sie schlecht sind. Dann sind sie den Verantwortlichen plötzlich nicht mehr ganz so egal.
Am Freitag ist das eindrucksvoll bewiesen worden.

Beim Biathlon-Weltcup in Kanada herrschen extrem schwierige Wetterverhältnisse. Es ist bitterkalt, und wenn die Temperaturen unter -20 Grad fallen, können die Wettbewerbe nicht ausgetragen werden. Und deshalb kommt es immer wieder zu kurzfristigen Verschiebungen.

Am Donnerstag wurde ein Herren-Start von 18 Uhr unserer Zeit auf 20.30 Uhr verschoben. Was natürlich auch das ganze Programm im Ersten vollkommen durcheinander brachte. Statt des Usedom-Krimis lief also zur Primetime Biathlon live.
Eigentlich könnte man sich ja freuen, denn Biathlon hat in Deutschland immer sehr gute Einschaltquoten – wenn denn die Zuschauer wissen, dass es stattfindet. War in diesem Fall natürlich schwierig. Die Folge: Nur etwa 3 Millionen Menschen schauten zu. Den Krimi hätten sicherlich viel mehr Leute gesehen.

Am Freitag dasselbe Spiel. Ein Wettbewerb ist wieder in die Primetime verlegt worden, und die Programmänderung im Ersten stand bereits im Videotext. Was auch hieß, dass die Premiere der neuen Reihe “Toni, männlich, Hebamme” verschoben werden musste.
Doch als die Quoten vom Vortag bekannt wurden, hat man bei der ARD offensichtlich einen Rückzieher gemacht. Man ging davon aus, dass die Hebammen-Reihe – die ja auch stark beworben wurde – mehr Zuschauer erreichen würde als der Biathlon. Und so ist die Programmänderung rückgängig gemacht worden.

Stattdessen ging die “Sportschau live” mit dem Biathlon-Weltcup am Freitagabend um 20.15 Uhr nur beim kleinen ARD-Sender one auf Sendung. Dort fanden immerhin fast eine Million Leute die Übertragung. Denn natürlich hat man auch nirgendwo darauf hingewiesen, dass man Biathlon dorthin abgeschoben hatte. Darüber konnte sich wiederum Eurosport 1 freuen – der Sender zeigte den Biathlon-Weltcup ebenfalls und hatte doppelt so viele Zuschauer wie sonst.

Fast 5 Millionen Leute sahen sich den Start der Toni-Serie am Freitagabend an. Die Verantwortlichen werden aufgeatmet haben.

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Der Deutsche Fernsehpreis 2019

Samstag, den 2. Februar 2019
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DO 31.01.2019 | 22.30 Uhr | one

Der Deutsche Fernsehpreis ist das ganz große Branchenevent. Da treffen sich die Fernsehheinis und feiern, was sie denn alles auf die Beine gestellt haben. Ganz pompös und stilvoll. Einer der großen Sender überträgt live oder zeitversetzt.
Also, das war früher.
Heute trifft man sich in einer kleinen Halle in Düsseldorf, und eigentlich haben die Fernsehfuzzis auch kein wirkliches Interesse daran, wer da was gewinnt. Sie sitzen an ihren Tischen und plaudern. Übertragen wird live nur im Internet und später beim Minisender one.

“Der Deutsche Fernsehpreis 2019” ist vergeben, und eigentlich ist es zum Heulen. Am Donnerstagabend war bei one zu sehen, dass die Branche sich selbst nicht wirklich für ihre Helden interessiert. Da konnte selbst Barbara Schöneberger nichts retten, auch wenn sie immer mal wieder ermahnend eingreifen musste und bat, doch mal konzentrierter zu sein. Aber vielleicht ist es auch nicht die beste Idee, das Ganze drei Stunden dauern zu lassen – Reklamepausen gibt es ja nicht – und Getränke zu servieren.

Dass der Fernsehpreis – das Aushängeschild der Branche – zu einer Ramschshow verkommen ist, sagt viel über das Fernsehen selbst. Keine Lust, keine Ideen, schnell mal hingerotzt, und billig muss es sein. Dass man damit keine Zuschauer lockt, sollte klar sein. Und die Show machte den Eindruck, dass man eigentlich auch gar nicht will, dass irgendjemand zuschaut.

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