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Olympia 2020 live: Bahnrad-Sprint der Damen

Montag, den 9. August 2021
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SA 07.08.2021 | 4.20 Uhr (So.) | ZDF

Publikum! Am Ende gab es auch bei Olympia 2020 in 2021 in Tokio Publikum. Zum Beispiel in der Bahnradsport-Halle – und die Menschen dort machten sogar ordentlich Alarm, obwohl die Halle natürlich alle andere als voll war.
Aber das Publikum habe ich seltsamerweise bei diesen Olympischen Spielen nicht wirklich vermisst. Denn vor Ort wurde immer dafür gesorgt, dass die Beschallung mit Musik für Lärm sorgte, und in der Schwimmhalle machten die Trainer und Athleten selbst ordentlich Alarm.

In der Nacht zu Sonntag – in der allerletzten Olympia-Nacht – machte ich neben dem Bogenschießen noch eine weitere Entdeckung einer sehr spannenden Sportart. Und in diesem Fall sogar eine, die ich so gar nicht kannte. Das ZDF übertrug live den Bahnrad-Sprint der Damen.
Der funktioniert so: 20 Frauen treten an und in ihre Räder. Immer im Kreis. An einer bestimmten Stelle begann der Sprint, und am Ende des Spintes musste diejenige ausscheiden, die letzte war. Die musste dann auch gleich die Fahrspur verlassen – denn die 19 anderen Frauen fuhren weiter.
Nächster Sprint und die nächste Langsamste, die ausschied. Noch 18, noch 17… und so weiter – bis zwei übrig blieben. Ein wirklich dynamischer und spannender Sport, weil durch die insgesamt 19 Sprints immer wieder Spannungspunkte gesetzt werden.

Manchmal macht man durch Olympia wirklich interessante Fernseherfahrungen. In drei Haren dann wieder, 2024 in Paris – dann auch zu vernünftigen Zeiten.

-> Die gesamte Bahnrad-Übertragung in der ZDF-Mediathek (bis 13. August 2021)

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KeineWochenShow

#240 – Alt

Sonntag, den 8. August 2021
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Die Olympischen Spiele in Tokio gehen zu Ende, und in KeineWochenShow schauen wir auf die Höhepunkte der vergangenen Woche. Aufzeichnung der Sendung war am Donnerstagabend.

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen diskutieren wir auch darüber, was denn nun mit den Ungeimpften passieren soll. Sollen sie beispielsweise demnächst die Tests selbst (teilweise) zahlen müssen? Und was ist eigentlich mit den vielen Dorffesten, die geplant sind? Groß-Ziethen hat sein Fest wieder abgesagt – viele andere Orte nicht.

Außerdem machen wir einen Ausflug auf die Berliner Müggelspree und der Kinotipp ist “Alt”. Das und mehr in KeineWochenShow #240 auf Youtube.

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Olympia 2020 live: Moderner Fünfkampf – Finale

Samstag, den 7. August 2021
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FR 06.08.2021 | 11.35 Uhr | Das Erste

Heulend sitzt Annika Schleu auf dem Pferd. Geradezu verzweifelt und panisch wirkt die junge Frau. Sie verliert nämlich gerade ihre sicher geglaubte Goldmedaille im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen in Tokio. Nun aber sitzt sie auf einem Pferd, das nicht so will wie sie.
Flennend haut sie auf das Pferd ein, immer und immer wieder.
Zuvor wird sie von Bundestrainerin Kim Raisner angefeuert: “Hau mal richtig drauf! Hau drauf!” Und Annika Schleu haute drauf.

Am Freitagmittag hat Olympia seine extrem hässliche Fratze gezeigt. Schon in der vergangenen Woche habe ich mich hier kritisch über den Reitsport geäußert. Der Moderne Fünfkampf aber schlägt dem Fass den Boden aus.
Das schreckliche Debakel wurde live im Ersten übertragen, und als Zuschauer saß man fassungslos davor, wie viel Unvermögen da im Spiel war.

Es sind grundsätzliche und spezielle Fragen, die hier gestellt werden müssen. Die grundsätzlichen: Was hat das Reiten im Modernen Fünfkampf noch zu suchen? Zumal: Pferd und Reiterin kennen sich nicht. Normalerweise ist es im Reitsport so, dass Mensch und Tier lange ein Team sind. Beim angeblich Modernen Fünfkampf werden die Pferde dem Sportler zugelost – das muss man sich mal vorstellen. Gerade mal 20 Minuten bleiben, sich bekannt zu machen. Das Pferd ist in dieser Disziplin nicht mehr als ein Sportgerät. Allein das ist scharf zu verurteilen und abzuschaffen.
In diesem Fall war es so, dass eine Reiterin zuvor schon mit Saint Boy Probleme hatte und nicht im Ziel ankam. Es war also klar, dass Saint Boy ein Problem hatte.
Der Umgang von Annika Schleu und Kim Raisner in dieser Situation ist aber nicht weniger skandalös. Anzufeuern, das Pferd zu schlagen, ist in der modernen Welt alles andere als modern. Das völlige Ausrasten Annika Schleus ist jedoch ebenfalls nicht zu entschuldigen. Später sagte sie, sie hätte abbrechen müssen, aber sie hatte ja die Hoffnung, dass es noch was wird, und sie habe ja die Chance auf Gold gehabt. Sprich: Annika Schleu wollte, wollte, wollte Gold. Und war stinksauer und verzweifelt, dass Saint Boy nicht wollte. Da schlägt man im Heulkrampf schon mal um sich.

Dass die Kritik danach groß ist, dass es zu einem Shitstorm kam, ist verständlich. Das Olympische Komitee muss sich schleunigst überlegen, was sie mit dem Modernen Fünfkampf machen will. Pferde als Sportgerät zu nutzen, kann nicht zukunftsweisend sein. Und die deutsche Sportlerin und die Trainerin müssen sich fragen lassen, ob sie wirklich kompetent genug sind, sich mit Pferden zu befassen.
Da können die Sportler und Funktionäre noch so darauf beharren, dass man ja weder Ahnung vom Sport und den Pferden habe. Die Fernsehbilder am Freitagmittag sprachen absolut für sich, und waren der Tiefpunkt dieser Olympischen Spiele.

-> Die Live-Übertragung in der ARD-Mediathek (bis 31. Dezember 2021)
-> Interviews zum Thema in der ARD-Mediathek (bis 31. Dezember 2021)

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Olympia 2020 live: Reiten – Dressur, Einzel Mixed

Freitag, den 30. Juli 2021
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MI 28.07.2021 | 13.00 Uhr | ZDF

Ich dachte ja immer, dass es bei Olympia darum geht, dass sich Menschen sportlich miteinander messen. Es geht bei Olympia allerdings nicht nur um Menschen, sondern auch um Pferde.
Am Mittwochmittag übertrug das ZDF den Reitsport-Dressur-Wettbewerb.

Man sieht: Eine Frau, die auf einem Pferd sitzt, das innerhalb einer eingegrenzten Fläche merkwürdige Bewegungen vollzieht. So eine Art seitlichen Galopp. Kurze Schritte, Trippelschritte – und so weiter.
Ich frage mich ganz ehrlich: Was soll das? Warum müssen Pferde so ein Quatsch können? Und da reden wir noch nicht mal darüber, wie Pferde hohe Hindernisse überwinden müssen und dabei womöglich gegen die Balken donnern.

Der Zirkus steht schon seit einiger Zeit unter Beschuss. Immer mehr Menschen möchten nicht mehr sehen, wie Tiere im Zirkus irgendwelche Kunststücke machen. Und immer mehr Zirkusse verzichten richtigerweise auf Tiere.
In Sachen Olympia wird über die Teilnahme von Pferden bislang nicht wirklich diskutiert. Dabei steht auch da die Frage im Raum, wieso es eine olympische Disziplin ist, Pferde blödsinnige Bewegungen machen zu lassen und den Reiter und Reiterin dafür zu feiern.
Aber vielleicht kommt der Tag, wo endlich auch darüber mal breit diskutiert wird.

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Olympia 2020 live: Bogenschießen, Mixed

Dienstag, den 27. Juli 2021
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FR 23.07.2021 | 2.55 Uhr (Sa.) | ZDF

Bogenschießen. Wann guckt man denn schon mal Bogenschießen im Fernsehen? Das denke ich, während ich gebannt vor der Röhre sitze und feststelle: Bogenschießen ist ja doch sehr viel interessanter, als ich dachte. Und dabei so simpel.

Die Olympischen Spiele sorgen jedes Mal dafür, dass Sportarten ins Rampenlicht kommen, die man sonst gar nicht auf dem Schirm hat. Skateboard oder Taekwondo. Und eben auch Borgenschießen.

In der Nacht zu Sonnabend übertrug das ZDF live einen der Bogenschießen-Wettbewerbe. In Tokio traten die Mixed-Teams gegeneinander an. Immer ein Team gegen ein anderes.
Und der Ablauf ist simpel: In jedem Durchgang dürfen die je zwei Teammitglieder zweimal schießen – davon gibt es vier Durchgänge. Es wird auf die Ringe geschossen, es gibt bis zu zehn Punkte.
Und das geht alles ganz fix – und als die Deutschen antraten, wurde es richtig spannend. Schon ein winziger Fehler – und aus der Entfernung ist es wirklich ein winziger Fehler -, schon gibt es nur noch sechs oder sieben Punkte statt der zehn. Zweimal die Sieben getroffen, schon könnte das ein großer Vorteil für die gegnerische Mannschaft sein.

Die Deutschen gewann am frühen Sonnabendmorgen, und ich fand das alles so spannend, dass ich, als sich das ZDF wieder ausblendete, mich in den Bogenschießen-Livestream in der ZDF-Mediathek einloggte.

-> Die komplette Übertragung in der ZDF-Mediathek (bis 31. Juli 2021)

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Olympia 2020 live: Eröffnungsfeier

Sonntag, den 25. Juli 2021
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FR 23.07.2021 | 12.55 Uhr | ZDF

Irgendwann hatte Béla Réthy keinen Bock mehr auf diese Olympia-Eröffnungsfeier. “Halten sie durch, wir tun‘s auch. Noch 15 Fahnen.” Zu diesem Zeitpunkt waren 190 Länder ins Stadion in Tokio eingelaufen – und, ja, man konnte es ihm nicht verdenken: Es zog sich hin. Sehr.
Gute vier Stunden dauerte diese Mammutveranstaltung in Tokio. Am Freitagmittag deutscher Zeit begann die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2020, die wegen der Corona-Pandemie erst 2021 ausgetragen werden können. Das ZDF und Eurosport 1 übertrugen live.

Dabei lagen allerdings mal wieder qualitative Welten zwischen beiden übertragenden Sendern. Zwar schauten im ZDF mehr als zwei Millionen Menschen zu und bei Eurosport 1 nur 0,09 Millionen – bei Letzterem bekamen die Zuschauenden aber den sehr viel besseren Ton.
Denn manchmal hat es auch Vorteile, dass die Kommentatoren eben nicht im Stadion vor Ort sind. Béla Réthy kommentierte direkt aus dem Stadion heraus, was aber für die Zuschauer im ZDF zufolge hatte, dass nur ein halliger Stadionton übertragen worden ist. Was bedeutete, dass die Musik nur ein Brei war, Ansagen kaum zu verstehen. Ganz anders bei Eurosport 1. Sigi Heinrich kommentierte aus einem Studio heraus. Was bedeutete, der Ton aus dem Stadion war der Originalton, auf den er rauf sprach – für die Zuschauer zu Hause eine sehr viel bessere Übertragungsqualität.
Auch auch sonst sorgte Béla Réthy hin und wieder für Verwunderung. Er vermisste US-Präsidentengattin Jill Biden, obwohl sie vor Ort und zu sehen war. Er berichtete, dass Guinea nicht an der Eröffnungsfeier teilnehme, woraufhin Guinea einlief. Er nörgelte, dass das japanische Alphabet nicht mit A beginne und die Mannschaften nicht in der alphabetischer Reihenfolge einliefen, wie sich Réthy das wünschte.

Ansonsten aber: Es zog sich wirklich sehr hin. Nicht nur der Einlauf der mehr als 200 Mannschaften. Hier noch ein Tanz, da noch eine Rede, ein bisschen Feuerwerk und Folklore – und nach 225 (!) Minuten endlich das Anzünden des olympischen Feuers. Dass auch Réthy da etwas genervt wurde – nun ja, da war er nicht alleine…

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 23. Juli 2022)

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Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
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Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

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