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Sportschau live: Olympia 2022 – Eiskunstlauf, Kür der Damen

Sonntag, den 20. Februar 2022
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DO 17.02.2022 | 14.05 Uhr | Das Erste

Katarina Witt ist empört, kann kaum ihre Tränen zurückhalten, kann sich kaum beruhigen.
Auch das sind die emotionalen Momente bei Olympia 2022 – diesmal im unschönen Sinne.

Der ehemalige Einlaufstar Katarina Witt ist am Donnerstagnachmittag im Sportschau-Studio im Ersten, als die Eiskunstlauf-Kür der Damen übertragen wird.
Der Fokus beim Wettbewerb lag schon seit einiger Zeit auf die erst 15-jährige Russin Kamila Walijewa. Auf dem Mädchen lastete ein riesiger Druck. Denn es gab einen Dopingverdacht. Was am Vorwurf dran ist, scheint unklar, ob sie gegebenenfalls davon weiß, ebenfalls. Der Druck aus Russland war riesig, eine Verschwörung wurde vermutet – eine Schlammschlacht. Am Ende ist entschieden worden: Sie darf antreten.

Doch die Kür entwickelte sich für die 15-Jährige zum Desaster. Viele Patzer, viele schwere Fehler, das Mädchen schien völlig neben sich zu stehen. Statt Gold nur Platz 4. Und ein Mädchen, das völlig aufgelöst war und eine Trainerin mit kaltem Herz, die ihr Vorwürfe machte.
Im Studio konnte es dann Katarina Witt nicht fassen. “Das ist nicht zu ertragen. Es ist genau das eingetreten, vor dem man sie hätte schützen müssen. Sie ist 15, sie ist ein Kind”, sagte sie und drehte sich zwischenzeitlich um, weil sie ihre Wuttränen verbergen wollte. “Man hat sie der Welt zum Fraß vorgeworfen. Sie konnte bei dem Spiel nicht gewinnen.”

Moderatorin Jessy Wellmer stand ein wenig hilflos daneben, ließ es aber weiterlaufen. UNd was war richtig, denn es war einer dieser wahrhaftigen Olympia-Momente, wo die Gefühle die Oberhand bekommen – im Fall von Katarina Witt aber den Sachverstand nicht ausschalten lassen.
Witt bat später um Entschuldigung für ihren Ausbruch – aber genau das ist etwas, wofür man sich nun wirklich nicht entschuldigen muss.

-> Das Gespräch bei sportschau.de (bis 31. August 2022)

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Sportschau live: Olympia 2022 – Ski-Langlauf, Teamsprint der Frauen

Samstag, den 19. Februar 2022
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MI 16.02.2022 | 10.20 Uhr | Das Erste

Live-Sport lebt von Emotionen, und gern wirft man ja den heutigen Sportkommentatoren vor, nicht mehr wirklich emotional zu sein, aus sich rauszugehen.
Am Mittwochvormittag war das ganz anders – da gab es nämlich mal wieder einen von diesen magischen olympischen Momenten, an die man sich sicherlich noch lange erinnern wird.

Das Erste übertrug den Ski-Langlauf-Teamsprint der Frauen, und für die deutsche Staffel sah es erst mal gar nicht so gut aus. Doch das sollte sich ändern.
Im großen Finale mischte Deutschland plötzlich mit im Medaillenrennen. Schweden, Russland, dann die Deutsche. So ging das Rennen in die Zielgerade, und da hat sich Hans Jörg Rieck schon warmgeredet. Er gab alles, um die Frauen lautstark ins Ziel zu begleiten.

Auf Bronzekurs, sei das deutsche Team, sagte – nein, rief er zunächst. Doch es sollte noch ganz anders kommen.
“Ich fass es ja nicht!”, rief der Kommentar laut als xxx xxx plötzlich Fahrt aufnahm.
Und dann folgte das, was vielleicht mal Legende sein wird. Die Deutsche kämpfte sich weiter vor, und Hans Jörg Rieck kriegte sich nicht mehr ein.
Und als Deutschland Gold hatte: “JA, HAST DU DENN DIE PFANNE HEIß? ES IST GOLD! ES IST GOLD, ICH FASS ES NICHT!!!”

Ein aufregender, ein magischer, ein wahnsinnig toller Augenblick. Das ist es, wofür Athleten ewig trainieren, wofür sie leben. Das bleibt für immer.

-> Die Übertragung bei sportschau.de

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Olympia 2022 live: Ski Alpin, Slalom der Frauen

Donnerstag, den 10. Februar 2022
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DI 08.02.2022 | 3.15 Uhr (Mi.) | Eurosport 1

Das Großereignis Olympia müsste eigentlich für Eurosport das große Highlight sein. Denn immerhin hält Senderbetreiber Discovery die Übertragungsrechte. Weil die dann aber doch ziemlich teuer waren, vergab man in Deutschland Sublizenzen an ARD und ZDF.
Das ist für das Unternehmen einerseits gut, weil wieder Geld reinkommt. Aber andererseits schauen die Leute nun überwiegend Olympia bei ARD und ZDF – und kaum auf Eurosport. Allerdings zeigt sich der Free-TV-Sender Eurosport 1 oft auch nicht wirklich als eine Alternative.

Zum Beispiel in der Nacht zu Mittwoch. Da zeigte Eurosport 1 live ab 3.15 Uhr den alpinen Slalom-Skiwettbewerb der Frauen. Parallel lief die Übertragung auch im ZDF. Was bedeutet, dass die wenigen nächtlichen Zuschauenden eher beim ZDF hängenbleiben. Und da bei Eurosport 1 eh dasselbe läuft (wenn auch mit anderen Kommentatoren), gibt es keinen Umschaltreiz.

Am frühen Mittwochnachmittag: Im ZDF wird gerodelt. Bei Eurosport 1 auch. Kurz davor hat das ZDF Eishockey übertragen. Eurosport 1 auch.
Und da wundert man sich, dass Eurosport 1 quotentechnisch kaum von Olympia profitiert.

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sportstudio live: Olympia 2022 – Eröffnungsfeier

Samstag, den 5. Februar 2022
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FR 04.02.2022 | 12.55 Uhr | ZDF

Uniformierte im Gleichschritt bringen zackig die chinesische Flagge in Olympiastadion von Peking. Es sieht militärisch-hart aus, und es passt nicht zu eigentlich fröhlichen olympischen Spielen.
Aber am Freitag haben besondere olympische Spiele begonnen. Besonders in keinem sehr guten Sinne.

Am Freitagmittag haben das ZDF und Eurosport 1 die Eröffnungsfeier von Olympia 2022 live aus Peking übertragen. Wer Sport treibt, für den ist Olympia das Größte. Sie trainieren, sie schuften – für den einen Moment, für dieses Event.
Am Freitag sind die Nationen einmarschiert, gesäumt von fröhlichen tanzenden chinesischen Statisten, die verdammt noch mal fröhlich dreinzuschauen hatten.
Auch wenn diese Feier ansatzweise heiter und stellenweise erstaunlich bescheiden gewirkt hat – Olympia hat sich an eine Diktatur verkauft. Und es ist die Aufgabe des deutschen Fernsehens, dies darzustellen.

Im ZDF wurde das Geschehen direkt nach der Feier ganz gut eingeordnet. Für heftige Kritik sorgt insbesondere der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach, der allen Ernstes davon redet, dass Olympia über der Politik stehe. Dass aber der kommunistische Diktator Chinas Olympia genau dafür, für seine Politik nutzt, scheint ihm irgendwie entgangen zu sein. Dass Olympia ein Zeichen setzt, in dem es nach China geht, ist schon mal grundsätzlich ein Zeichen. So zu tun, als sei alles gut, ist seitens Thomas Bach pure Ignoranz. Menschenrechtsverletzungen, Spionage, nie dagewesene Restriktionen, die totale Überwachung. Sportler und Journalisten müssen viel über sich ergehen lassen.
Hinzu kommt die Corona-Situation, die wegen Omikron derzeit besonders kritisch ist und die China für noch härtere Regeln und Überwachungen nutzt.

Die schwierige Frage ist: Boykott? Für die übertragenden Sender ist das keine Option, schon aus rechtlichen Gründen. Aber auch moralisch ist das schwierig: Immerhin sind dort Sportler, und deren Können sollte gewürdigt werden. Aber eben nicht ohne die Schattenseiten zu zeigen.
Beim ZDF nahmen sie das schon am Freitag Ernst. So sorgte beispielsweise das Schneeflocke-Symbol, in dem die teilnehmenden Länder zu sehen sind, für Kritik. Wegen der oben genannten Umstände, die es zu einem Hohn machen, einen Zusammenhalt darstellen zu wollen. Gerade dieses Symbol ist fast zeitgleich bei Eurosport 1 sehr gelobt worden. Dort spielte Politik während der Eröffnungsfeier keine Rolle.

Olympia findet in Deutschland zwischen 2 und 16 Uhr statt. Viel werden die Deutschen also gar nicht davon mitbekommen. So oder so werden es extrem zwiespältige Spiele.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 11. Februar 2022)

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Olympia 2020 live: Bahnrad-Sprint der Damen

Montag, den 9. August 2021
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SA 07.08.2021 | 4.20 Uhr (So.) | ZDF

Publikum! Am Ende gab es auch bei Olympia 2020 in 2021 in Tokio Publikum. Zum Beispiel in der Bahnradsport-Halle – und die Menschen dort machten sogar ordentlich Alarm, obwohl die Halle natürlich alle andere als voll war.
Aber das Publikum habe ich seltsamerweise bei diesen Olympischen Spielen nicht wirklich vermisst. Denn vor Ort wurde immer dafür gesorgt, dass die Beschallung mit Musik für Lärm sorgte, und in der Schwimmhalle machten die Trainer und Athleten selbst ordentlich Alarm.

In der Nacht zu Sonntag – in der allerletzten Olympia-Nacht – machte ich neben dem Bogenschießen noch eine weitere Entdeckung einer sehr spannenden Sportart. Und in diesem Fall sogar eine, die ich so gar nicht kannte. Das ZDF übertrug live den Bahnrad-Sprint der Damen.
Der funktioniert so: 20 Frauen treten an und in ihre Räder. Immer im Kreis. An einer bestimmten Stelle begann der Sprint, und am Ende des Spintes musste diejenige ausscheiden, die letzte war. Die musste dann auch gleich die Fahrspur verlassen – denn die 19 anderen Frauen fuhren weiter.
Nächster Sprint und die nächste Langsamste, die ausschied. Noch 18, noch 17… und so weiter – bis zwei übrig blieben. Ein wirklich dynamischer und spannender Sport, weil durch die insgesamt 19 Sprints immer wieder Spannungspunkte gesetzt werden.

Manchmal macht man durch Olympia wirklich interessante Fernseherfahrungen. In drei Haren dann wieder, 2024 in Paris – dann auch zu vernünftigen Zeiten.

-> Die gesamte Bahnrad-Übertragung in der ZDF-Mediathek (bis 13. August 2021)

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KeineWochenShow

#240 – Alt

Sonntag, den 8. August 2021
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Die Olympischen Spiele in Tokio gehen zu Ende, und in KeineWochenShow schauen wir auf die Höhepunkte der vergangenen Woche. Aufzeichnung der Sendung war am Donnerstagabend.

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen diskutieren wir auch darüber, was denn nun mit den Ungeimpften passieren soll. Sollen sie beispielsweise demnächst die Tests selbst (teilweise) zahlen müssen? Und was ist eigentlich mit den vielen Dorffesten, die geplant sind? Groß-Ziethen hat sein Fest wieder abgesagt – viele andere Orte nicht.

Außerdem machen wir einen Ausflug auf die Berliner Müggelspree und der Kinotipp ist “Alt”. Das und mehr in KeineWochenShow #240 auf Youtube.

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Olympia 2020 live: Moderner Fünfkampf – Finale

Samstag, den 7. August 2021
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FR 06.08.2021 | 11.35 Uhr | Das Erste

Heulend sitzt Annika Schleu auf dem Pferd. Geradezu verzweifelt und panisch wirkt die junge Frau. Sie verliert nämlich gerade ihre sicher geglaubte Goldmedaille im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen in Tokio. Nun aber sitzt sie auf einem Pferd, das nicht so will wie sie.
Flennend haut sie auf das Pferd ein, immer und immer wieder.
Zuvor wird sie von Bundestrainerin Kim Raisner angefeuert: “Hau mal richtig drauf! Hau drauf!” Und Annika Schleu haute drauf.

Am Freitagmittag hat Olympia seine extrem hässliche Fratze gezeigt. Schon in der vergangenen Woche habe ich mich hier kritisch über den Reitsport geäußert. Der Moderne Fünfkampf aber schlägt dem Fass den Boden aus.
Das schreckliche Debakel wurde live im Ersten übertragen, und als Zuschauer saß man fassungslos davor, wie viel Unvermögen da im Spiel war.

Es sind grundsätzliche und spezielle Fragen, die hier gestellt werden müssen. Die grundsätzlichen: Was hat das Reiten im Modernen Fünfkampf noch zu suchen? Zumal: Pferd und Reiterin kennen sich nicht. Normalerweise ist es im Reitsport so, dass Mensch und Tier lange ein Team sind. Beim angeblich Modernen Fünfkampf werden die Pferde dem Sportler zugelost – das muss man sich mal vorstellen. Gerade mal 20 Minuten bleiben, sich bekannt zu machen. Das Pferd ist in dieser Disziplin nicht mehr als ein Sportgerät. Allein das ist scharf zu verurteilen und abzuschaffen.
In diesem Fall war es so, dass eine Reiterin zuvor schon mit Saint Boy Probleme hatte und nicht im Ziel ankam. Es war also klar, dass Saint Boy ein Problem hatte.
Der Umgang von Annika Schleu und Kim Raisner in dieser Situation ist aber nicht weniger skandalös. Anzufeuern, das Pferd zu schlagen, ist in der modernen Welt alles andere als modern. Das völlige Ausrasten Annika Schleus ist jedoch ebenfalls nicht zu entschuldigen. Später sagte sie, sie hätte abbrechen müssen, aber sie hatte ja die Hoffnung, dass es noch was wird, und sie habe ja die Chance auf Gold gehabt. Sprich: Annika Schleu wollte, wollte, wollte Gold. Und war stinksauer und verzweifelt, dass Saint Boy nicht wollte. Da schlägt man im Heulkrampf schon mal um sich.

Dass die Kritik danach groß ist, dass es zu einem Shitstorm kam, ist verständlich. Das Olympische Komitee muss sich schleunigst überlegen, was sie mit dem Modernen Fünfkampf machen will. Pferde als Sportgerät zu nutzen, kann nicht zukunftsweisend sein. Und die deutsche Sportlerin und die Trainerin müssen sich fragen lassen, ob sie wirklich kompetent genug sind, sich mit Pferden zu befassen.
Da können die Sportler und Funktionäre noch so darauf beharren, dass man ja weder Ahnung vom Sport und den Pferden habe. Die Fernsehbilder am Freitagmittag sprachen absolut für sich, und waren der Tiefpunkt dieser Olympischen Spiele.

-> Die Live-Übertragung in der ARD-Mediathek (bis 31. Dezember 2021)
-> Interviews zum Thema in der ARD-Mediathek (bis 31. Dezember 2021)

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