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DFB hautnah: Trainingsspiel “Die Mannschaft”

Freitag, den 7. Juni 2019
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MI 05.06.2019 | 17.30 Uhr | Nitro

Deutschland gegen Deutschland! Das verspricht große Spannung! Kann Deutschland Deutschland schlagen? Wird Deutschland seine Schwächephase überwunden haben oder wird Deutschland Deutschland auch dieses Mal überrumpeln? Kommt Deutschland mit seinem kompletten Kader, oder wird Deutschland Deutschland auch in dieser Hinsicht überlegen sein? Wird Deutschland im Spiel gegen Deutschland die bessere Figur abgeben oder zeigt Deutschland Deutschland, wo der Hammer hängt?
Das sind die Fragen, die uns beim Spiel zwischen Deutschland und Deutschland bewegen, und es ist gut, dass Nitro uns Gelegenheit gibt, dabei zu sein, wenn es zu diesem packenden Duell kommt.

Wirklich! Nitro zeigte am Mittwochnachmittag genau dieses Spiel. Also, genau genommen handelte es sich um ein Trainingsspiel der Mannschaft, die sich “Die Mannschaft” nennt. Dazu hat sich “Die Mannschaft” in zwei Mannschaften aufgeteilt.
Bei Nitro muss man das alles so aufregend gefunden haben (oder vielleicht wollte man auch einfach nicht die 452. Wiederholung von “M*A*S*H” zeigen), dass sie live ein Trainingsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft übertragen haben. “DFB hautnah” hieß das Spektakel.
Irgendwer hat da also irgendwohin gekickt, und irgendwen wird das schon interessieren. Am Ende waren es gerade mal 190.000 Menschen. Die Erkenntnis lautet somit, man muss nicht jede Bewegung der Fußballer live übertragen.

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Baywatch

Sonntag, den 14. April 2019
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MI 10.04.2019 | 20.15 Uhr | Nitro

“Baywatch” ist jetzt noch schärfer! Also, nicht inhaltlich, sondern nur die Verpackung.
Es war ein Spätsommertag Ende August 1990. In der ARD feierte eine etwas andere Serie Premiere, und damals war das natürlich noch eine gefeierte Sensation: Zur Primetime lief der Pilotfilm von “Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu”.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt. An einem Strand in Kalifornien ist Mitch Buchannon der Chef der Rettungsschwimmer. Sein Team muss Leute vor dem Ertrinken retten. Und Mitchs Sohn Hobie kommt langsam in die Pubertät und entdeckt die Mädels.

Das Besondere war, dass die Serie eigentlich schon tot war, als sie in Deutschland startete. SWas damals coochon 1989 war sie in den USA zu sehen – und ein Flop. In Deutschland war das ganz anders. David Hasselhoff war durch “Knight Rider” und “Looking for Freedom” extrem populär, und deshalb konnte “Baywatch” gar nicht floppen.
So gab es dann nach einer Pause doch eine 2. Staffel. “Baywatch” wurde zur erfolgreichsten Fernsehserie der 90er. Es gab 243 Folgen in elf Staffeln.

Nitro zeigt seit Mittwochabend erstmals die bildtechnisch aufgemotzte Version in HD und Breitbild. Zu sehen ist ein Menschenbild aus einer längst vergangenen Zeit. Männer trugen noch ihr Körperhaar zur Schau, ohne dass Teenies Ekelpickel bekamen. Dass sich Frauen so vordergründig in Bikinis präsentieren durften, war für die öffentlich-rechtliche ARD durchaus außergewöhnlich. Pamela Anderson kam aber übrigens erst in Staffel 3 dazu.
So toll “Baywatch” damals war, so langsam wirkt die Serie heute, im Jahr 2019. Was damals cool und neu war, ist heute fast schon ermüdend. Aber Nostalgie funktioniert ja sowieso nach anderen Gesetzen. Die Frage ist, ob man die heutigen, jungen Zuschauer damit begeistern kann.

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Smash Hits powered by Nitrolaut: Nationale Künstler

Samstag, den 3. November 2018
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DO 01.11.2018 | 22.05 Uhr | Nitro

Nitro präsentierte am Donnerstagabend mal wieder ein Ranking. Blöderweise waren in diesem Raking aber auch Songs, die man bei Nitro besser nicht zeigen wollte.
In den “Smash Hits powered by Nitrolaut” ging es um die 40 Hits aus den 90ern aus Deutschland, die noch heute am meisten gestreamt werden. Anders gesagt: Welchen deutschen 90er-Songs werden auch heute noch im Internetzeitalter gehört?

“Lemon Tree” von Fool’s Garden lag am Ende ganz vorn. In der Platzierung gab es allerdings auch Songs von den Böhsen Onkelz. Die wurden zwar genannt, aber nicht gespielt.
Die Band stand und steht in der Kritik, Rechtsextreme und Rassisten zu supporten. Zwar hatte sich die Band gegen Rassismus ausgesprochen, das aber hat ihr wenig genutzt.
Insofern hat man bei Nitro offenbar eine Entscheidung getroffen. Man fegt die Platzierungen zwar nicht unter den Tisch, nennt sie aber bloß. Noch besser wäre es aber gewesen, dass Moderator Markus Kavka wenigstens einen Satz dazu sagt. Das wäre dem Zuschauer gegenüber nur fair und die Begründung auch interessant gewesen.

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Brust oder Keule

Freitag, den 13. Juli 2018
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DI 10.07.2018 | 20.15 Uhr | Nitro

“Tel Aviv, so ist das Leben!”
Das ist ein Spruch, der mich schon ziemlich lange begleitet. Allerdings bin ich bislang von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen.

Diesen Spruch benutzte Mitte der 90er mal unser damaliger Schuldirektor in der Politik-Stunde. Das hat uns damals so amüsiert, dass es dieser Spruch bis in die Schülerzeitungsrubrik der Lehrersprüche und auch in die Abiturzeitung geschafft hat.
Der Spruch war so prägend, dass er es nicht nur in meinen Sprachschatz geschafft hat.

Am Dienstagabend zeigte Nitro den Film “Brust oder Keule” mit Louis de Funes. Da spielt er einen Restaurantkritiker. Und an irgendeiner Stelle sagt er plötzlich: “Tel Aviv, so ist das Leben!”
Nein, da ist keine Welt zusammengebrochen – ein bisschen schmunzeln musste ich aber schon. Hat sich unser Schuldirektor diesen Spruch damals also auch nicht selbst ausgedacht – sondern der Autor der deutschen Synchronisation von “Brust oder Keule”. Manchmal bringen solche alten Filme doch auch noch ein Stück neue Erkenntnis.

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Das war 2017!

Sonntag, den 31. Dezember 2017
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I bims, und hier kommt schon wieder der Jahresrückblick, vong Silvester her.
Nein, nein, das Jahr 2017 hat mir nicht das Hirn eingefroren. “I bims” ist aber das Jugendwort des Jahres, und die dazu passenden “vong … her”-Nachsätze gehören auch zur Jugendsprache. Soll wohl den verkürzenden und fehlerhaften Internet-Chat-Sprech darstellen, und es gibt Leute, die das lustig finden.
Ach, überhaupt das Internet. Was in den sozialen Netzwerken abgeht, das ist nicht mehr feierlich. Da kotzen sich die Wutbürger überall da aus, wo es auch nur entfernt um Politik geht. Man könnte meinen, Deutschland ist zur Wuthochburg verkommen, aber es ist wohl eher so, dass alle anderen sich immer mehr zurückziehen und sich gar nicht mehr äußern. Was auch nicht gut ist. Mehr und mehr wird Pöblern der Platz überlassen – immer mehr angefeuert durch die AfD, und die “Bild” macht auch immer gern und fleißig mit.

2017 war geprägt von einem Schwarz-Weiß-Denken. Entweder ist alles gut oder alles schlecht. Zwischentöne? Werden oft vermisst. Donald Trump ist US-Präsident, und alle, die nicht das berichten, was er für die Wahrheit hält, bezeichnet er als Fake-News. Er liefert sich einen Kampf mit den US-Medien, verbreitet seine Weisheiten lieber über Twitter.
Ein anderer Diktator tobt sich in der Türkei aus. Aus fadenscheinigen Gründen werden Journalisten, Menschenrechtler und andere Menschen festgenommen, die aus Sicht von Staatschef Erdogan schlecht für die Türkei seien. Der deutsch-türkische Journalist und Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe, Deniz Yücel, sitzt seit weit mehr als 300 Tagen in Haft – #freeDeniz.

Eine harte Debatte wird auch um die Öffentlich-Rechtlichen Sender geführt. Insbesondere zwischen den Zeitungsverlagen und ARD/ZDF gibt es Streit darüber, was die Sender im Internet machen dürfen und was nicht. Der Lobbyist Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, schießt gegen ARD und ZDF, nennt sie Staatsfunk, obwohl er es besser wissen müsste. Er sieht die Presse in Gefahr, wenn auch die ARD Texte auf ihren Internetseiten verbreitet. Aber auch der Ton unter den Zuschauern ist rauer geworden. In den sozialen Netzwerken kübeln Pöbler Häme über die Öffentlich-Rechtlichen aus, schimpfen über die angeblichen Lügenmedien, Staatssender und über die angebliche Regierungslinie.
Allerdings geben ARD und ZDF den Kritikern auch immer wieder Futter. Gerade im Umgang mit der AfD tun sich viele Journalisten noch schwer. Statt mit Fakten bloßzustellen, geht es scheinbar oft immer noch um eigene Befindlichkeiten. Da werden Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und zu Skandalen aufgeblasen.
Was aber die AfD auch sehr gut kann – und sich zum Opfer zu machen. In einer ZDF-Wahlsendung verließ AfD-Frau Alice Weidel die Arena, als sie kritische Fragen zu hören bekam. Als sie sagte, dass die Zeit der politischen Korrektheit vorbei sei, und sie in der NDR-Satiresendung “extra 3” daraufhin als Nazi-Schlampe betitelt worden ist, da war die Zeit der politischen Unkorrektheit offenbar auch schon wieder vorbei. Weidel klagte. Und bekam kein Recht.
Dennoch und gerade wegen des Hypes und die vielen Skandalisierungen – die AfD schaffte es im September in den Bundestag, und die Medien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, daran zumindest eine Mitschuld zu haben.

Es war ein politisches Medienjahr. Auch wegen der Bundestagswahl. Die hat SPD-Chef Martin Schulz in nicht ganz so guter Erinnerung. Was vielleicht auch daran lag, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ständig mehr Redezeit bekommen hat als er. Für Inhalte hatte er da nicht immer so viel Zeit – weil er sich darüber ja erst mal mokieren musste.
Bei Sat.1 hat man sich ab eh lieber damit beschäftigt, ob FDP-Chef Christian Lindner scharf ist und ob die Linke Katja Kipping irgendwie auf ihn stehen könnte.

Zeiten ändern sich. Auch im Sport. Als in Dortmund ein Anschlag auf den Bus der Fußballer von Borussia Dortmund verübt wird, wird aus Sky Sport News plötzlich ein Nachrichtensender im Breaking-News-Modus.
In der Pause des DFB-Pokal-Finales wollten die Fußballfunktionäre mal ein bisschen US-Entertainment-Luft schnuppern. Ganz im Sinne der Halbzeitshow beim SuperBowl gab es das beim Fußball erstmals auch. Mit Helene Fischer. Fanden die Fans eher so mittel.
Überhaupt, der Fußball: Die Bundesliga zerbröselt immer mehr. Nun sind nicht nur Sky und die ARD an Bord oder das ZDF und Sport 1. Auch Eurosport hat ein paar Rechte (wenn der Player mal funktioniert) und bei Nitro laufen montags auch noch ein paar (bislang weitgehend unbeachtete) Häppchen.
Niki Lauda hat sich vor laufenden RTL-Kamera und unerwartet als Formel-1-Co-Moderator verabschiedet. Und hinterließ einen verstörten Florian König. Nico Rosberg wird sein Nachfolger.
Ach ja, und da dann war ja noch Handball-WM. Hat aber kaum jemand sehen können, weil sich der Rechteinhaber belN sich mit keinem Sender einigen konnte – weder mit ARD und ZDF, noch mit Sky. So liefen die Spiele auf Youtube im Internet, aber der Seite einer Bank. Auch mal was Neues.

Apropos kleines Publikum: Es wird immer schwerer für die Sender, Serienhits zu landen. Selbst hochgelobte Serien wie “This is us” floppen, und es gibt noch viele mehr davon, die als Disaster abgebucht werden müssen. Der hochgelobte “Mr. Robot” hatte bei Nitro quasi keine Zuschauer. Es scheint, dass sich das Seriengeschehen mehr und mehr bei Amazon und Netflix abspielen. Auch deutsche Serien wie “Dark” oder Schweighöfers “You are wanted” laufen nicht im Fernsehen (oder ist im ORFeins in Österreich gefloppt), sondern bei den Streaminganbietern. Ob “Berlin Babylon” ein Hit ist, wissen wir auch erst im Herbst 2018. Die Co-Produktion zwischen Sky und ARD lief bislang nur im Pay-TV. Der Jubel ist groß – aber das muss ja nichts heißen.
Dennoch: Langsam kommt für das Fernsehen die Wende. Angebote wie Amazon Prime, Netflix und das altbekannte Sky haben immer mehr Nutzer.
Die jungen Zuschauer treiben sich eher auf YouTube rum und schauen sich dort ihre Stars an. Oder mobben sie gleich mal. Als rauskommt, dass der YouTube-Star Tanzverbot in Oranienburg wohnt, erlebt er die Aufdringlichkeit und Widerwärtigkeit seiner Fans und Hater. Er muss raus aus seiner Wohnung und zieht um.

Lineares Fernsehen ist unterdessen immer mehr out. Auch weil insbesondere das Privatfernsehen, immer mieser wird. Oder wer möchte wirklich sehen, wie irgendwelche Z-Stars ein Baby bekommen? “Janni & Peer … und ein Baby!” lief bei RTL II eher nicht so gut. Auf demselben Sender zieht man sich bei der Datingshow “Naked Attraction” gleich ganz nackt aus – weil das ja angeblich die ehrlichste Art des Datings ist. Aber auch das ZDF greift ins Klo: “Das Pubertier – Die Serie” ist einfach nur doof-albern, die Show “Flieg mit mir” im Ersten schrecklich betulich. “Das Sommerhaus der Stars” bei RTL ist nur noch Fremdschämen. VOX wollte die Echo-Verleihung aufpolieren und liefert eine Katastrophe ab. Die pure Ödnis.
Aber es gab natürlich auch gutes Fernsehen: der ZDF-Mehrteiler “Der gleiche Himmel” war ebenso ein Hit wie die letzte Staffel vom “Club der roten Bänder” bei VOX.

Schluss war auch für den “Circus Halligalli”. Dabei sorgte die Show noch fix für die deutsche Fernsehpeinlichkeit des Jahres: Bei der “Goldenen Kamera” schmuggelt das Team einen falschen Ryan Gosling ein. Er nimmt in der Live-Show im ZDF den Preis entgegen, und danach kam raus, dass selbst die Kategorie ein Fake war, weil die von der “Goldene Kamera”-Redaktion nur mit der Aussicht auf den Gosling-Besuch eingeführt wurde.
Aber die Amis können mithalten. Bei der Oscar-Verleihung kommt ausgerechnet beim besten Film ein falscher Umschlag in Umlauf. Die Leute von “La La Land” (schon wieder Gosling) stehen schon auf der Bühne, wollen sich bedanken – um dann zu erfahren, dass “Moonlight” der beste Film ist. Ups.

Da möchte man im Boden versinken. Das gilt auch für den Eurovision Song Contest. Vorletzter. Wobei es natürlich nicht an der Qualität des deutschen Songs (wie hieß der noch gleich?) oder an der Dings (wie hieß die noch gleich?) lag, sondern weil uns Deutsche einfach keiner mag. Na klar. Vielleicht gibt es ja 2018 ein Comeback, gerade wird mal wieder am Konzept für den deutschen Vorentscheid gefeilt.

Dabei ist das mit Comebacks so eine Sache: Als Thomas Gottschalk mit der neuen Sat.1-Show “Little Big Stars” um die Ecke kam, war das Interesse gering. Auch dass Christian Rach bei RTL wieder Restauranttester war, ließ viele kalt – was aber auch an den bekloppten Fällen lag, um die sich Rach kümmern musste. Die Wiederkehr von “Der Preis ist heiß” bei RTLplus war dagegen ein voller Erfolg – auch weil sich alle große Mühe gaben, den Klassiker nur behutsam zu modernisieren. Heraus kam netter, guter Trash. Ach, und dann ist ja auch MTV wieder da. Also, eigentlich war MTV nie weg, nur eben im Pay-TV versteckt. Nun gibt es angeblich wieder Interesse an dem Sender, die Rückkehr ins Free-TV war perfekt.

Aber auch Ankünfte sorgten für Wirbel. Der rbb übertrug mit großem Aufwand die Landung von Schätzchen und Träumchen in Schönefeld – zwei Pandabeeren. Sehr wichtig. Und noch eine Flugzeuglandung war dem rbb eine Live-Übertragung wert: die der letzten Air-Berlin-Maschine. Nie gab es vermutlich eine emotionalere Pleite eines Unternehmens. Es hieß Abschied nehmen.

Abschied. Auch 2017 wieder von vielen prominenten Menschen. Helmut Kohl ist gestorben, ebenso die Politiker Heiner Geißler und Roman Herzog. Die Schauspieler Roger Moore, Karin Dor, Christine Kaufmann, Jerry Lewis, Dieter Bellmann, Andreas Schmidt, Mikael Niqvist, Ingeborg Krabbe, Bill Paxton, Margot Hielscher, Martin Lüttge und Klaus Wildbolz. Die Musiker Fats Domino, Chris Roberts, Tom Petty, Chuck Berry, Malcolm Young, Joy Flemming, Chester Bennington, Chris Cornell, Gunter Gabriel, Daliah Lavi, Andrea Jürgens und Robert Miles. Die Comiczeichnerin Lona Rietschel, die Journalisten Ulrike von Möllendorff und Udo Ulfkotte, Playboy-Gründer Hugh Hefner, Joachim Kardinal Meisner, die Tennisspielerin Jana Novotna und die Synchronsprecher Oliver Grimm (“Kimba, der weiße Löwe”, “Hugo”) und Anderas von der Meden (Kermit, David Hasselhoff).

Man hätte außerdem den Eindruck gewinnen können, dass das Fernsehen stirbt – dabei wurde nur das alte DVB-T-Signal abgeschaltet – zugunsten des neuen DVB-T2. Die Kampagne machte den Eindruck, als seien sehr viel mehr Zuseher betroffen. Der Übergang verlief dennoch recht reibungslos. Eher reibungsvoll verläuft es beim Lokalsender Oberhavel TV. Die Qualität der Sendungen ließ immer mehr nach, es gab immer weniger, die Verbreitung via Satellit und im Vodafone-Kabel ist eingestellt – inzwischen gibt es wohl ein Insolvenzverfahren.

Aber was ist denn im Fernsehen 2017 wirklich Wichtiges passiert? Natürlich! Marc Terenzi ist Dschungelkönig geworden, obwohl sich Kader Loth so angestrengt hat, ein neues Image zu bekommen. Als Anne Will über den G20-Ausschreitungen diskutiert, fällt für zehn Minütchen das Bild aus, während im Studio weitergesprochen wird. Als beim selben Thema bei Maischberger sich die Gemüter erhitzen, verlässt Wolfgang Bosbach wütend die Arena, weil er sich von Jutta Ditfurth beleidigt gefühlt hat – nicht ohne auch selbst auszuteilen. Als in Frankfurt/Main eine Bombe entschärft werden muss, überträgt das hr fernsehen 13 Stunden (!) live – weil der Sender selbst evakuiert ist. Aus “Schlag den Raab” und “Schlag den Star” ist “Schlag den Henssler” geworden. Na ja. Birgit Schrowange ist erst ungeschminkt bei RTL aufgetreten (einmalig) und dann mit grauen Haaren (für immer).

Wird 2018 alles besser? Werden wir alle immer irrer? Oder ist uns einfach alles wurscht, so lange man sich auf YouTube weiter Schminktipps reinziehen kann? Oder alternativ den Livestream von der Demorandale wie bei G20 in Hamburg?
I bims, vong Spannung her.

PS: Ach, Mensch, Herr Eumann, habe ich Sie doch glatt wieder vergessen! Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum neuen Direktor der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt. Nicht dass Sie wieder angepisst sind!

Hits: 24

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90s Smash Hits powered by Nitrolaut

Samstag, den 25. November 2017
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DO 23.11.2017 | 22.00 Uhr | Nitro

Eigentlich sind die 90er ja gerade wieder total in – warum auch immer. Der RTL-Spartenkanal Nitro hatte mit den “90s Smash Hits powered by Nitrolaut” nicht so viel Glück. Am Donnerstagabend lief dort eine Clipshow mit den 25 Songs aus den 90ern, die am meisten gestreamt werden.
Und wenn die Leute eventuell anhand des Sendungstitels gewusst hätten, was sie da erwartet, hätten vielleicht auch ein paar mehr eingeschaltet. Aber was sollen denn bitte “Neunzichs Smäsch Hits powered bei Nitrolaut” sein? Wer oder was wird da von Nitrolaut gepowert, warum müssen Hits überhaupt gepowert werden, und was ist eigentlich Nitrolaut?
Hätte man diese billige Musik-Resterampe nicht einfach “Die besten 90er-Hits” nennen und von Sonja Zietlow wegmoderieren lassen können?

Dabei ist die Sendung ganz nett. Marks Kavka sagte zum Glück nicht nur die Clips an, sondern begrüßte auch musikalische Gäste wie den erstaunlich und erfreulich unterhaltsamen Haddaway. Gemeinsam machten sie am Ende Musik, nur die Karaoke-Nummer, bei der sich alle geziert haben, hätten sie sich sparen können.
Preiswerte, nette Show, die man zwar nicht wirklich braucht, aber auch nicht bereut, gesehen zu haben.

Hits: 21

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Mr. Robot

Donnerstag, den 2. November 2017
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MI 01.11.2017 | 20.15 Uhr | Nitro

Na, wenn das nicht die passende Serie zur passenden Zeit ist! Computerfreak Elliot (Rami Malek) arbeitet in einer Sicherheitsfirma. Nachts aber ist er Hacker und übt Selbstjustiz, in dem er Leute beschützt, im Internet mit illegalen Mitteln. Doch recht bald wird ein ganz großes Ding draus.

Zehn Folgen lang sehen wir, welche Macht Hacker haben können – und wie sie im Stande sind, diese Macht zu nutzen. „Mr. Robot“ zeigt auf spannende und oft faszinierende Art, was technisch alles möglich ist. Echte Freaks wird das alles natürlich nicht überraschen. Die Sounds und die Musiken sind mitreißend, die Art, wie das alles erzählt wird, ebenfalls. Auch wenn man zwischendurch vielleicht ein wenig den Überblick verliert – diese Serie ist absolut top!

Fanden allerdings die Nitro-Zuschauer nicht so, dort war die Serie ein Mega-Flop. Nitro zeigte die 1. Staffel im Paket an zwei Abenden und ging damit baden. Allerdings hat “Mr. Robot” auch eine sehr enge Zielgruppe, die der RTL-Ableger vermutlich gar nicht erreicht. Und diese kleine Zielgruppe hat das alles längst auf den Streamingdiensten verfolgt. Da blieb für Nitro nur noch wenig übrig. Schade, aber vorhersehbar. Ob (die allerdings wesentlich schlechtere) Staffel 2 jemals im Free-TV laufen wird, ist fraglich.

Hits: 29