RTZapper

Ein Prinz wird König – Thronwechsel in den Niederlanden

Donnerstag, den 2. Mai 2013
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DI 30.04.2013 | 9.05 Uhr | Das Erste

Fünf Stunden lang übertrug Das Erste am Dienstag den Thronwechsel in den Niederlanden, zwei Stunden am Vormittag, drei Stunden am Nachmittag.
Der erstaunlichste Bericht lief in der Nachmittagssendung – nämlich die Zusammenfassung vom Vormittag, sie dauerte gute fünf Minuten und enthielt alles wichtige, was passiert war: Königin Beatrix unterschrieb die Abdankung, und dann ging’s mit dem neuen König Willem Alexander auf den Balkon.
Aus 115 Minuten wurden so mal fix fünf Minuten, und niemand hat was verpasst.

Dazwischen zeigte die ARD nämlich erschreckend viel Nichts. Unendliche Schwenks über das Volk in Amsterdam. Mann winkt. Frau lacht. Familie fährt Boot. Richtig spannend. Das alles kommentiert von der Adelsschlaftablette Rolf Seelmann-Eggebert, der sich ständig bemüßigt sah, seinem Team Regieanweisungen zu geben: Liebe Simultandolmetscher, halten Sie sich bereit. Liebe Kollegen, jetzt hätten wir Zeit, einen Film einzuspielen, wir müssen aber nicht. Und so weiter. Okay, es ist schwierig, das Nichts zu kommentieren, aber auch die ARD könnte sich ja mal langsam jemanden engagieren, der auch das kann.

ORF2 in Österreich hat scheinbar alles richtig gemacht und dafür Hape Kerkeling engagiert. Nur leider durfte er nur lahme Statements abgeben, die weder spannend, noch lustig waren. So kann man seine große Humorchance auch verspielen.

aRTikel

Seit 20 Jahren Schlagzeugfan

Dienstag, den 20. März 2012
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Wieland Möller ist der neue Musiklehrer in der Eichstädter Kultur- und Kinderkirche

MAZ Oranienburg, 20.3.2012

Sein Weg führte den 29-jährigen Schlagzeuglehrer von Stralsund nach Rotterdam und New York bis nach Berlin und Eichstädt.

EICHSTÄDT
Wieland Möller war zehn Jahre alt, als er sich für das Schlagzeug entschieden hatte. „Das war eine klare Sache“, sagt er. Nun ist er 29 und hat eine weite Reise hinter sich. Seit einigen Wochen ist er an der Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt der neue Schlagzeuglehrer. Als er über befreundete Musiker hörte, dass dort ein neuer Lehrer gesucht wird, nahm er Kontakt auf.
Jeden Dienstag ist Möller nun in Eichstädt und bringt Jugendlichen und Erwachsenen das Schlagzeugspielen bei – entweder 30 Minuten pro Woche oder alle zwei Wochen eine Stunde. „Die Kirche ist ein toller Ort“, findet er. „Es macht Spaß, dort zu spielen. Es gibt dort einen guten Sound.“

Wieland Möller kommt ursprünglich aus Stralsund. In Rotterdam in den Niederlanden hat er Schlagzeug studiert. „Es war dort sehr international“, erzählt er. Jazz, Weltmusik und moderner Tanz standen dort auf dem Programm. Acht Jahre lang lebte Möller in Rotterdam. „Man muss sich ein bisschen daran gewöhnen“, sagt er in Anspielung darauf, dass Rotterdam nicht als die schönste Stadt der Welt gilt. „Aber der Hafen hat mich sehr beeindruckt.“ Schon dort hat er Schlagzeug unterrichtet. Auch spielte er in einer Band, mit der er eine Tour nach Argentinien unternahm.
Ein Ziel hatte Wieland Möller aber ständig vor Augen: „Ich wollte immer mal nach New York.“ Das hat er im vergangenen Jahr geschafft. „Ich habe dort individuell studiert“, erzählt Möller. Er lebte gut sechs Monate lang im New Yorker Stadtteil Brooklyn und nahm in der Zeit auch ein Album mit eigenen Kompositionen auf. „Meine Band heißt Akvariet“, sagt Wieland Möller. Der Name bedeutet „Wasser“ auf Norwegisch. „Das sind improvisatorische Klanggeschichten.“ Im Laufe der nächsten Monate möchte Möller eine Record-Release-Tour veranstalten, um seine Band auch hierzulande etwas bekannter zu machen. Eines seiner Vorbilder ist Joey Baron. „Egal, was er spielt, Swing, Jazz – in den groovigen Songs hört man ihn immer heraus“, sagt der Musiker.

Seit Januar 2012 lebt Wieland Möller in Berlin. „Das ist neben New York die Stadt, in der mich die Musik reizt“, sagt er. Berlin habe da eine hohe Vielfalt. Er möchte weiterhin Musikunterricht geben und sucht neben Eichstädt weitere Möglichkeiten dazu.
Möller hofft, dass sich bis zum Sommer weitere Schlagzeugschüler bei ihm in der Kultur- und Kinderkirche melden. „Ein Jahr ist eine realistische Größe“, antwortet er auf die Frage, wie lange es dauert, bis man gut Schlagzeug spielen kann

RTelenovela

Holland (3): Man kann sich ja alles schönreden – also fast

Montag, den 29. November 2010
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(2) -> 27.11.2010

Rotterdam ist hässlich. Mit dieser Tatsache mussten wir uns nun abfinden und das Beste draus machen. Man kann das ja auch so sehen: Auf der Suche nach dem wirklich allerhässlichsten Gebäude der Stadt kann man echt Spaß haben.

So befindet sich im Zentrum ein großes altes Gebäude. Man könnte denken, es handele sich um ein Museum. Zumal davor eine große Menschentraube stand – lauter wartenende Leute. Bei nährerer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich dort ein Schuh-Outlet (!) befand und die Leute deshalb dort anstanden. Mit dieser Erkenntnis war es mir dann auch egal, dass sich vor dem ehrwürdigen Haus ein Container mit einer McDonald’s-Filiale befindet.
Überhaupt – McDonald’s. Stellenweise hat die Kette die ganze Innenstadt zugepflastert. Es vergehen keine 500 Meter bis zum nächsten Fast-Food-Laden mit dem gelben M.

Inmitten des Trödelmarktes, einer Bauruine und einem Bauloch fanden wir einen Platz mit einer Kirche. Davor standen ein paar große Autos – eine Hochzeitsausstellung. Schon das war nicht so spannend, aber auch in die Kirche kamen wir nicht: Auch die war von der Schau belegt – nebst Eintrittsgeld. Tja, somit verzichteten wir auf den Kirchenbesuch.

Ein Lichtblick: der alte Hafen. Eine kleine Idylle inmitten der Stadt. Ein paar Schiffe ankerten im Gewässer, drumherum sind ein paar Gaststätten. Vielleicht ist im Sommer hier echt was los. Jetzt, im November, eher nicht.

Und wenn Rotterdam schon mal den größten Containerhafen Europas hat, dann müssen wir natürlich auch eine Hafenrundfahrt machen. In den 75 Minuten bakamen wir nur einen kleinen Eindruck davon, welche Dimensionen dieser Ort hat. Die ganz großen Containerschiffe blieben uns allerdings verwehrt, die ankern wahrscheinlich im äußeren Hafenbereich.
Während der Fahrt überholten wir ein Schiff mit dem Namen “Zero” und dem Untertitel “Schmachtenhagen”. Ob das nun ein Gruß aus der Heimat oder bloßer Zufall war – wir werden es leider nicht erfahren.

Der Euromast scheint der ganze Stolz der Rotterdamer zu sein. Er ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden und ist – mal ganz unter uns – ebenfalls verdammt hässlich. Am grauen Stamm ist in gut 100 Metern Höhe eine ebenfalls graue, unförmige Plattform, darüber ein hellerer Mast, an dem eine Art Aussichtsfahrstuhl hoch und runter fährt. Die Sicht auf die Stadt ist natürlich fantastisch, aber als Souvenir möchte ich das Teil auf gar keinen Fall auf meinen Tisch stellen. Aber vielleicht sehen das die Niederländer ein wenig anders.

Rückreise nach Deutschland. Von Rotterdam und Amersfoort aus brachte uns der Intercity nach Berlin zurück. Und als wir in Bad Bentheim den ersten deutschen Bahnhof erreichen, war klar: Nicht nur in den Niederlanden gibt es potthässliche Orte. Die zerfallenen Häuser in Bad Bentheim ließen uns einen Moment glauben, dass sich unser Lokführer verfahren hat und wir aus Versehen in Aserbaidschan gelandet sind.

RTelenovela

Holland (2): Darf man Rotterdam eine Drecksstadt nennen?

Samstag, den 27. November 2010
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(1) -> 27.7.1991

Warum eigentlich Rotterdam? Ganz einfach: Faithless ist schuld. Weil die da auftraten, dachten wir uns: Verbringen wir doch mal ein Wochenende in Rotterdam. Dass immer mal wieder Leute anmerkten, dass Rotterdam ja nicht unbedingt so toll sein sollte – das ignorierten wir.

Und Rotterdam empfing uns von seiner vermutlich nicht ganz so schönen Seite. Wie auch schon die Bahnhöfe Utrecht und Arnheim, ist auch die Centraal Station in Rotterdam eine Großbaustelle. Malerische Baulöcher und crazy Bagger eröffnete unseren Rotterdam-Reigen. Wirklich schön. Die Straße vor dem Bahnhof ist komplett aufgerissen – irgendwelche fetten Rohre werden dort verlegt. Links neben der baugrube befindet sich das Skelett eines zukünftigen Hauses – wenn es fertig ist, soll es das neue Herz Rotterdams darstellen.
Ganz klar: Rotterdam ist noch nicht fertig, wir sind zu früh da.

Erst mal frühstücken. Und ins Hotel. Der Bus Nummer 33 fährt direkt hin. Eine Fahrt kostet 2,50 Euro. Egal wie lang oder kurz – alles bis zu einer Stunde kostet 2,50 Euro. Nicht so ganz billig. Tageskarten werden im Bus nicht verkauft, das wäre zu kundenfreundlich.

Im Hotel wollen sie erst mal 50 Euro Kaution über die Kreditkarte haben. Falls wir doch mal zwei Tage lang den Pornokanal gucken wollen und dann denken, wir können so abhauen. Man kann über den Fernseher auch aktuelle CDs abspielen – kostet bloß 4 Euro.

Aber wir sind ja nicht zum fernsehen hergekommen. Also zurück in die Stadt. Zurück zur Baugrube. Läuft man von da aus in Richtung Zentrum, ist auf der rechten Seite ein architektonisch wertvoller grauen Kasten – ein Kino. Gleich dahinter beginnt die Einkaufpassage. Die Häuserreihen sind zweigeschossig und wirken wie Baracken. das sieht – wie sollte es anders sein- sehr hübsch aus. das reden wir uns zumindest ein, doch es will uns irgendwie nicht gelingen, das zu akzeptieren. Potthässlich trifft’s besser.

Weiter mit der U-Bahn zum Ahoy, dort, wo das Konzert stattfinden wird.
Am Bahnhof stehen Automaten. Ich kann eine Zweitageskarte kaufen – für 9 Euro. das ist okay, nur leider ist Kartenzahlung nicht möglich. Auch Scheine nimmt das Ding nicht an. Und 9 Euro klein, die hatte ich nicht. Also kaufte ich eine Zweierkarte für 4,80 Euro. Also zwei Fahrten und wahnsinnige 20 Cent gespart.

Faithless war wieder mal sehenswert, obwohl sich Frontmann Maxi Jazz immer öfter von irgendwelchen anderen Sängern vertreten lässt.
Plus fürs Ahoy: Anders als zum Beispiel im Berliner Tempodrom kommen die Getränkeverkäufer auch durch die Halle.
Minus fürs Ahoy: Nach dem Konzert dauert es eine gute halbe Stunde, bis man endlich seine Klamotten hat. Eine Garderobe für mehrere tausend Leute ist einfach zu wenig. Ätzend.

Kurz nach Mitternacht. Es ist die Stunde, in der ich Rotterdam endgültig meine Freundschaft verweigere. Die Stunde, in der ich das Wort “Drecksstadt” in den Mund nehme.
Ein Bus fährt von der Halle bis in die Nähe unseres Hotels. Ich halte meine Zweierkarte an das Lesegerät – und zeigt Rot. Der Busfahrer klärt mich auf, dass die Zweierkarte nur für die Metro gilt und nicht für die Busse. Na großartig. Was soll der Scheiß?
Der Busfahrer verkauft mir das übliche 2,50-Euro-Ticket, vergisst jedoch, es am lesegerät zu entwerten. Wenigstens etwas. Nun müssen wir nur noch an der richtigen Station aussteigen.
Dumm nur: Der Monitor hört irgendwann auf, anzuzeigen, welche Stationen als nächstes kommen. Irgendwann stehen da nur noch rote Punkte, nach dem Motto: Es kommt gleich eine Haltestelle. Angesagt wird natürlich auch nichts. Warum auch? Touristen sind doch sowieso doof.

Wir kommen wieder an der Centraal Station an. Ich bin nicht mehr besonders gut gelaunt. Auf dem Weg zur Haltestelle auf der anderen Straßenseite sehen wir, wir unser 33er-Bus dort steht – und losfährt. Wir laufen zum Fahrplan. Es war der letzte Bus. Natürlich. Drecksstadt.
Wir laufen 35 Minuten zum Hotel – nachts um 1 Uhr.
Der Abend ist gelaufen, und Rotterdam kann mich mal. Tag 2 kann eigentlich nur noch besser werden. Bitte!!

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Teleshop 8: Meiden

Samstag, den 27. November 2010
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FR 26.11.2010 | 2.00 Uhr (Sa.) | RTL8

Wer nachts in den Niederlanden einen der RTL-Sender einschaltet, der wird schnell auf ein Stichwort treffen: Meiden. In den Niederlanden bedeutet das jedoch nicht, dass man besser ganz schnell den Sender wechseln sollte (obwohl das angebracht ist), sondern schlicht und einfach: Girls.

In Deutschland gibt’s nachts entweder Wiederholungen, dümmliche Call-In-Quiz-Abzocke, Werbeshows für Schlager, Cremes oder Fitnessgeräte und ätzende Spots mit Klingeltönen.
In den Niederlanden begegnen einem auf den diversen Sendern: Girls. Girls, die telefonieren. Girls, die erregt in die Kamera schauen. Girls, die gelangweilt aufs Telefon glotzen. Girls, die eine Telefonnummer vorlesen. Girls, die Zeichen mit dem Finger geben, doch mal ganz schnell zu ihnen zu kommen -also per Telefon. Nicht zu vergessen, die Girls, die arschoben auf ihrem Sofa hocken und uns ihre angeblich heißesten Körperstellen zeigen. Ach ja, und natürlich die Girls, die ein bisschen an sich rumfingern.

Beim Privatsender RTL8 nennt sich das schlicht und einfach “Teleshop 8” – mit dem Untertitel “Meiden”.
Zappt man weiter, landet man bei RTL5. Auch dort gibt’s Teleshop – “Teleshop 5”, allerdings mit dem Untertitel “Strip TV”.
RTL7 belässt es beim schlichten Titel “Teleshop 7”.
VT4 kündigt seine Erotikshow als “nacht tv” an – Untertitel hier: “Lekker live”. Ja, ja, lecker Mädchen, ne?

Ist es wirklich so, dass sich unsere Nachbarn aus Holland jede Nacht beim Weiberteleshop vergnügen? Und haben die RTL-Kanäle nachts wirklich nichts anderes mehr zu senden? Und ist sich RTL II dann doch noch zu fein, es den holländischen kollegen nachzumachen?

RTelenovela

Nachtzug nach Amsterdam

Samstag, den 27. November 2010
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Das fängt ja gut an: Um 0.32 Uhr sollte der Nachtzug nach Amsterdam am Berliner Hauptbahnhof losfahren. “Etwa 15 Minuten später” steht nun auf der großen Anzeigetafel.
Das ist blöd, denn nach Mitternacht ist selbst auf Berlins größtem Bahnhof nichts mehr los. Nun gut, McDonald’s hat noch geöffnet, aber da haben wir ja schon die letzten 45 Minuten die Zeit totgeschlagen.
Was bleibt uns also anderes übrig als: blöd rumstehen.
Das finden wir nach zehn Minuten etwas langweilig, also laufen wir nach oben auf den Bahnsteig. “Etwa 30 Minuten später” steht inzwischen auf der Tafel. Na, großartig.
Bald werden 40 Minuten draus – angeblich wegen einer verspäteten Übergabe an der Grenze. Unser Zug kommt aus Warschau und Prag, da kann es schon mal zu Verspätungen kommen. Aber wenn die Verspätung – angeblich – an der Grenze passiert ist, wieso werden die Berliner Bahnkunden dann mit einem Verspätungslotto hingehalten? 15, 30, 35, 40, Zusatzzahl: 45.

Schon um 1.17 Uhr verlässt unser Nachtzug den Hauptbahnhof. Schon von außen sieht unser Waggon ein bisschen dreckig aus. Die Tür lässt sich schwer öffnen.
An unserer Schlafkabine angekommen, müssen wir uns erst mal bemerkbar machen: Die Tür ist von innen verschlossen.

Herrlich: Der Duft in so einem Schlafabteil ist einfach göttlich. Eine Mischung aus altem Parfüm und Fußmief. Auf drei der sechs Betten liegen bereits Leute und schlafen. Ganz unten sitzt ein älterer Herr – und starrt vor sich hin.
Wir haben die Betten ganz oben. Ohne mich groß umzusehen, ziehe ich mir die Schuhe aus und klettere auf der Leiter nach oben. Eine kleine Akrobatikübung, aber ich meistere sie vorbildlich.

Da sitze ich nun auf meinem Bett. Den Kopf eingezogen, denn so viel Platz nach oben gibt es nicht. Ich platziere meinen Rucksack, ziehe mir umständlich meine Jacke aus – und versuche, nicht allzu viel Luft zu holen. Sauerstoff scheint Mangelware zu sein.
Vor mir liegen ein Kissen, eine Plüschdecke und ein weißes Laken. Das Kissen schmeiße ich ans Kopfende, das Laken breitee ich unter mir aus – die zweite Akrobatikübung dieser Nacht. Ich ziehe mein Kapuzenshirt aus und lege mich hin.

Wo bin ich hier bloß hingeraten? Vier der fünf Menschen in diesem Abteil kenne ich nicht. Ich höre sie nur schwer atmen. Langsam versuche ich, mich an die Luft zu gewöhnen.
Die Schaffnerin kommt rein und fragt nach den Tickets. Wir sollen doch bitte von innen abschließen – sonst könnte es sein, dass am Morgen etwas fehlt. Wobei natürlich der potenzielle Dieb auch aus unseren eigenen Reihen kommen könnte. Einer der Herren bestellt den Weckdienst für den Halt in Düsseldorf um 6.54 Uhr. Da schlafen alle anderen sicherlich noch. Die Gelegenheit wäre günstig…

Es muss inzwischen 2 Uhr sein. Ich lese noch in meiner Zeitung, nebenan geht das Geschnarche los. Es muss ein Wettbewerb sein nach dem Motto: Wer kann lauter schnarchen als das Zuggeräusch? Der Schnarcher gewinnt, herzlichen Glückwunsch!
Unter mir knurrt jemand, auf der anderen Seite röchelt ein Mann. Echt romantisch, so eine Fahrt mit dem Nachtzug. Erholsam soll das alles sein. Na, ich weiß ja nicht.

3 Uhr. Ungefähr. Der Zug steht. Keine Ahnung, wo. Ich kann nicht aus dem Fenster sehen, und laut Kursbuch handelt es sich nicht um einen Zwischenstopp in einem Bahnhof. Wenigstens herrscht ein paar Minuten mehr Stille als sonst.
Es vergeht viel Zeit – aber die Bahn hat eine Überraschung für uns: Luft! Frische Luft! Von einer Sekunde zur anderen geht die Klimaanlage los und pustet kühle Luft in die Kabine. Ich muss mich zudecken, denn es wird kalt. Herrlich!

Alles, was nach 4 Uhr passiert, bekomme ich nur noch bruchstückhaft mit. Irgendwann erreichen wir Bielefeld. Da scheinen Waggons ab- und angehängen zu werden. Immer mal wieder rumpelt es leicht.
Eigentlich habe ich das Gefühl, nicht wirklich geschlafen zu haben. Dass ich aber von Hamm, Dortmund und Köln nichts mitbekomme, hat auch damit zu tun, dass ich ja leider nicht aus dem Fenster sehen kann. Ein blödes Gefühl: in einem Bett zu liegen, zu fahren, aber nicht zu wissen, wo man gerade ist.

Die beiden Männer aus den unteren Betten sind inzwischen weg. Draußen ist es hell geworden. Der Mann und die Frau in den mittleren Etagen stellen sich als Paar heraus, offenbar kommen sie aus Tschechien. Gerade schlurfte die Frau raus in Richtung Toilette. Ich nutze die Chance, ebenfalls aufzustehen und von der Leiter zu klettern.
Unser Zug steht im Bahnhof Emmerich. Von dem Ort habe ich noch nie gehört. Oder kommt Roland Emmerich als Emmerich? Lange warten wir hier. In dieser Zeit passiert nichts in Emmerich, aber auch gar nichts. Ab und zu ruckelt der Zug – wahrscheinlich wird die Lok gewechselt. Emmerich ist der letzte Bahnhof vor der Grenze zu den Niederlanden. Nach weit mehr als 30 Minuten setzt sich der Zug wieder in Bewegung.

Wir erreichen die Niederlande, ohne dass es besonders auffällt. Irgendwann sehen einfach die Verkehrsschilder entlang der Strecke anders aus.
Wir erreichen Arnheim. Der Bahnhof wirkt wie eine Ruine, das Ding scheint gerade großartig umgebaut zu werden. Und das scheint nicht nur für Arnheim zu gelten. Auch in Utrecht herrscht das Chaos.

In Utrecht verlassen wir den Nachtzug. Mit gerade mal drei Minuten Verspätung – und auch die nur, weil wir vor Utrecht an einem roten Signal standen. Die 45 Minuten Verspätung aus Berlin hatte der Zug vorher locker wieder eingefahren – bei Nachtzügen sind lange Warteheiten in Bahnhöfen schon einberechnet.

Ein bisschen scheine ich im Nachtzug nach Amsterdam tatsächlich geschlafen zu haben. So richtig erholsam war das jedoch nicht. Ich glaube, ich bin nicht der Typ fürs Nachtzugfahren.

RTelenovela

New York!

Mittwoch, den 8. September 2010
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Eigentlich reicht die Überschrift schon völlig aus. New York!
Ich habe gerade Frank Sinatras “New York, New York” als Ohrwurm. Und vielleicht werde ich mir eine Playlist mit New-York-Songs anlegen. Mein Fieber wird jedenfalls noch steigen, denn im Frühjahr 2011 bin ich dort – in New York! Der Flug ist schon gebucht, die Hostelsuche für uns drei läuft noch.
New York gehört zu meinen Reise-Traumstädten, schon seit Jahren. Auf der Liste der Reiseziele, steht die Stadt ziemlich weit oben. Die Hochhäuser. Der Hudson River. Die bunte Leuchtreklame. Der Centralpark. Und vielleicht ein Musical.
Mal sehen, was da auf uns zukommt, der Gedanke, dass wir bald in New York sein werden, ist momentan noch nicht so richtig da oben angekommen.

Und ist nicht Hamburg eine Partnerstadt von New York? Passenderweise werde ich auch Hamburg noch in diesem Herbst einen Besuch abstatten. Die Hotelzimmer sind gebucht, der Besuch im “Schmidt”-Theater auf der Reeperbahn ebenfalls. Und den Hafen werden wir ganz sicher auch besuchen.

Noch was? Rotterdam steht auch schon auf dem Plan, auch noch in diesem Herbst. Wir gehen auf ein Konzert und gucken, was sonst noch in der Hafenstadt los ist.
Und Binz wird uns demnächst auch wiedersehen.
Ab und zu bin ich übrigens auch noch zu Hause. Keine Sorge.