RTelenovela

Niederfinow – Das BER-Syndrom

Dienstag, den 16. September 2014
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Ein Besuch des Schiffshebewerkes in Niederfinow ist momentan noch interessanter als sonst. Man kann sich nämlich neben dem schon lange bekannten Bauwerk (zuletzt war ich dort 1997, und 1989 schrieb ich sogar mal einen Bericht darüber – wenn auch inhaltlich nicht an allen Stellen richtig) auch den Neubau ansehen, der direkt nebenan entsteht.

Das neue Schiffshebewerk scheint allerdings am BER-Syndrom zu leiden. Auf dem Bauschild steht, dass die Bauzeit von 2008 bis 2013 dauert. Und das Jahr 2013 ist bekanntlich schon lange Geschichte, und 2014 wird es definitiv auch nicht fertig, und wenn man sich das Ganze so ansieht, dürfte auch ein Eröffnungstermin 2015 ambitioniert sein. Redet nur keiner so richtig drüber, ganz im Gegensatz zum Flughafen.

Das neue Werk sieht – zumindest bis jetzt – eher wie ein Hotelhochhaus aus. Wie die neue Bettenburg von Niederfinow. Mehr Beton als Stahl.
Falls es irgendwann mal fertig ist, wird es größer sein als das bisherige. Die Schiffe, die auf dem Kanal unterwegs sind, werden schließlich auch immer größer, länger und haben mehr Tiefgang. Da kackt die alte Schleuse ziemlich ab.

RTelenovela

Am Schiffshebewerk Niederfinow

Dienstag, den 9. Mai 1989
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Hier wird es interessant sein. Wo? In Niederfinow. Schiffshebewerk Niederfinow. Also wir fahren hin.
Wir sind angekommen und was sehen wir da? Dort unten ist ein Schiff im Trog. Doch leider ist alles schon vorbei. Die Schleuse geht zu.
Eine tolle Aussicht. So viele Seile und Gegengewichte. Schön, daß es das hier in der DDR gibt. Und dann so viele Nieten. Wieviel werden es sein? Ungefähr 10000 bis 30000?
Kein Boot in Sicht.
Ist schon komisch: Oben die Oder, unten die Havel.
Die Schleuse geht hoch!! Schiff “Fortuna” fährt ein.
Es geht los. Die Seile bewegen sich. Nun geht es nach oben. Langsam geht es hoch.
Wir sind da. Die Schleuse öffnet sich. Und die Schiffer können weiterfahren.
Ach, übrigens: Für alle Niederfinower Schiffshebewerksfreunde: Es sind 378 Stufen zu bewältigen. 189 hoch, 189 nach unten.
Doch nun müssen wir leider wieder los.