aRTikel

Viele Ideen: Von der Eisbahn am Dorfanger bis zum Oberkrämer-Radio

Samstag, den 15. Januar 2022
Tags: , , , ,

Maren Gilzer-Kuhlmann (FDP) will Bürgermeisterin werden – sie möchte die Bürger bei sämtlichen Entscheidungen befragen und hat viele Visionen einer modernen Gemeinde

MAZ Oberhavel, 15.1.2022

Oberkrämer.
Dass der Bürgermeister-Wahlkampf weit über die Grenzen von Oberkrämer hinaus bekannt ist, liegt an Maren Gilzer-Kuhlmann. Wegen ihr berichten auch „Brisant“, die FAZ oder der Focus über die Wahl in der kleinen Gemeinde. Unbestreitbar liegt das an der Prominenz der 61-Jährigen. Aber um die soll es hier nur am Rande gehen. Maren Gilzer-Kuhlmann will Verwaltungschefin werden.

Angefangen hat alles mit den Protesten gegen die Schließung des Flughafens Berlin-Tegel, so kam sie mit der FDP in Kontakt. „Sie hat mich sehr überzeugt“, sagt sie. Später engagierte sie sich lokalpolitisch in Hennigsdorf, ist inzwischen stellvertretende Vorsitzende des dortigen FDP-Ortsvereins. „Da habe ich mich zufällig vorher schon mal erkundigt, wie man Bürgermeisterin wird“, erzählt sie. Als der Rücktritt von Peter Leys bekannt wurde, hatte sie dann Uwe Münchow, der FDP-Chef in Oberhavel, angesprochen, ob sie sich den Job vorstellen könne. Sie überlegte ein Wochenende – und sagte dann zu. Seitdem ist Wahlkampf angesagt.

Maren Gilzer-Kuhlmann lebt in Nieder Neuendorf – weshalb sich viele Leute fragen, was sie mit Oberkrämer zu tun habe. „Mein Bruder hat dort zehn Jahre gewohnt“, erzählt sie. Oft war sie am Schloss in Schwante, geheiratet hat sie nebenan in Groß-Ziethen. Inzwischen hat sie sich viel mit Oberkrämer befasst. Sie ist im Wahlkampf mit dem Maren-Mobil unterwegs, Plakate wurden aufgehängt, Flyer verteilt. „Man kann mich persönlich kennenlernen“, sagt sie. Manchmal wird sie auch auf ihre Prominenz angesprochen, „zwei Autogramme musste ich geben“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Sie hat viel vor mit der Gemeinde Oberkrämer. Sie will bessere Busverbindungen mit dichteren Takten, „gerade in die Randgebiete.“ Es liege schon ein Plan der FDP vor. Zusätzlich hat sie die Idee von „Car-To-Go“-Elektroautos in jedem Ortsteil. Dazu möchte sie mit Investoren reden. Auch einen Bürgerhaushalt soll es dann geben. Ein dringendes Anliegen ist die Oberschule für Oberkrämer – wo diese entstehen könnte, müsste eine Umfrage ergeben. „Eichstädt liegt zentral, das wäre als Standort nicht schlecht.“ Wird sie Bürgermeisterin, dann will sie auch in alle Kitas und Schulen, um zu schauen, welche Bedarfe es dort noch gibt. Oberkrämer soll wachsen, aber nicht unendlich, sagt sie. Auf eine Zahl möchte sie sich da nicht festlegen. Jetzt sind es etwas mehr als 12 000.

Oberkrämer soll moderner, schöner werden. Zum Beispiel in Sachen Energieversorgung: „Ich möchte auf lange Sicht, dass wir uns in der Gemeinde energetisch selbst versorgen“, sagt sie. „Ich habe sehr viele kreative Ideen, was ich machen möchte. Man muss den ersten Stein ins Rollen bringen. Das sehe ich als meine Aufgabe.“

Ihr Oberkrämer ist eine echte Vision. Die Dorfanger in den Ortsteilen sollen aufgewertet werden – mit Einkaufsmarkt, einem Zeitungsladen, Restaurants und Cafés, dazu gepflegte Parkanlagen und sanierte Häuser drumherum. „So stelle ich mir jeden einzelnen Dorfanger vor. Es gibt einfach zu wenig Gastronomie.“ Mit dem Musik- und Theaterverein in Schwante will sie Theaterstücke aufführen – mit Tourneen durch alle Ortsteile. Dazu sollen auf allen Dorfangern Bühnen entstehen. In jedem Ortsteil soll es Clubs für die Jugend geben mit verschiedenen Musikstilen und Gesangsbattles. Maren Gilzer-Kuhlmann hat Kontakte zu den „Flying Steps“, die „coole Kurse mit Musik“ anbieten können. Die entsprechenden Räume könnten preiswert von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Auf dem Dorfanger in Marwitz könnte eine Eisbahn aufgebaut werden, daneben eine Imbissbude. „Ich bin sehr jung im Kopf, ich bin sehr nah dran an der Jugend, von der Mentalität her“, sagt sie. Um mit den Bürgern Kontakt zu halten, „will ich nicht nur regelmäßige Befragungen durchführen. Auch sollen sie zu allen Entscheidungen befragt werden“. Sie könnte sich auch ein Oberkrämer-Radio vorstellen, mit stündlichen aktuellen Informationen aus der Gemeinde.

Aber wie kann sie diese Visionen alle durchsetzen? Die Gemeindevertretung sei zu sehr BfO-regiert, sagt sie, ebenso die Verwaltung. „Mit denen muss ich eng zusammenarbeiten, am Anfang werde ich ziemlich gegen Windmühlen kämpfen. Aber ich habe keine Bedenken, dass ich sie weichgeklopft kriege. Ich habe einfach ganz andere Ansätze, die sie nicht haben. Auch durch meinen beruflichen Werdegang kenne ich ganz andere Leute, die uns unterstützen können“, erklärt sie.

Apropos Werdegang. Im Allgemeinen ist der bekannt. Geboren wurde Maren Gilzer-Kuhlmann in Berlin-Treptow, die Familie ging vor dem Mauerbau nach West-Berlin. Sie machte eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin, arbeitete dann am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik. Nebenbei modelte sie so erfolgreich, dass das bald ihr Hauptberuf wurde. Sie ging später zu einem Casting, war dann viele Jahre lang Assistentin an der „Glücksrad“-Ratewand auf Sat.1, war danach 15 Jahre Schauspielerin in der MDR-Serie „In aller Freundschaft“ und wurde später Dschungelkönigin in der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Ihre Hobbys: Architektur und der Erhalt von alten Häusern. „Ich bin gerade dabei, zwei Häuser zu bauen“, sagt sie.

Dass sie nicht in Oberkrämer lebt, findet sie unproblematisch, der Ort sei dichter an Oberkrämer, als Schwante an Bötzow, sagt sie. Und sie kann sich vorstellen, nach Oberkrämer zu ziehen. Ihr Lieblingsstelle: der Dorfanger mit dem Holzbackofen in Schwante.

Hits: 114

aRTikel

Überflieger: Randberliner Musiker und ihre neue Sachlichkeit

Samstag, den 20. Juni 2020
Tags: , , , ,

Florian Nikolai (31) aus Hennigsdorf bringt mit seiner Band Songs „Über das Coolsein“ heraus – Videoclip entsteht bei Nieder Neuendorf

MAZ Oberhavel, 20.6.2020

Hennigsdorf.
Auf einem Feld irgendwo bei Nieder Neuendorf stehen sie und machen Musik. Schlagzeug, Gitarre, Bass und ein Sänger. „Dann steh ich wieder da, wo ich schon einmal stand, mit Hose offen im Havelland“, singt Florian Nikolai. Der Song „Havelland“ ist seit dem 28. Mai auf Youtube zu sehen und auf diversen Plattformen wie Spotify vertreten.

Seit 2017 gibt es seine Band „Die neue Sachlichkeit“. „Wir haben lange über den Bandnamen philosophiert“, sagt der 31-Jährige, der aus Hennigsdorf stammt. Es sollte nicht irgendein Spaßname sein. „Wir haben uns irgendwie mit Architektur beschäftigt, und da sind wir über die neue Sachlichkeit gestolpert.“ Sie seien nicht die großen Soundkreateure, sagt er. „Der Name passt zur Musik.“ Die Musiker kennen sich aber schon länger. „Das ist ein großer Freundeskreis, der sich kannte und Bock hatte, Musik zu machen. Wir haben dann entschieden, mal einen Proberaum zu mieten und haben dann Mucke gemacht und uns später gefragt, warum wir erst jetzt auf die Idee kommen, eine Band zu gründen.“

Wobei Florian Nikolai schon immer viel mit Musik zu tun hatte. Die Band „Die anderen Kinder“ war in der Region bekannt, später machte er solo Musik unter den Namen Dimitri Kalaschnikow. 2008 hat er am Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium sein Abi gemacht. Inzwischen arbeitet er in einer Werkstatt mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen als Mediengestalter. Er lebt in Berlin-Wedding.

In seiner aktuellen Band sind sie zu viert. „Wir machen deutschsprachigen Indierock.“ Bassist Sebastian „Schere“ Schade ergänzt: „Wir machen deutschsprachige Musik nicht, weil wir uns bewusst dazu entschieden haben, sondern weil es für uns am natürlichsten ist.“ Es sei die Sprache, „mit der wir am besten handwerklich arbeiten können“, so Florian Nikolai weiter. „Ich fühle mich da wohler.“
„Über das Coolsein“, heißt die EP, dessen Songs nun nach und nach veröffentlicht werden. Dabei gehe es nicht darum, wie cool die Musiker selbst seien. „Es gibt kein Dogma, wie man cool ist“, so der Hennigsdorfer. Es gehe eher um eine innere Haltung, um Bewertungen von außen. „Was wir cool finden, finden andere vielleicht gar nicht cool.“ Nicht nur im Song „Havelland“, sondern in den meisten Songs, die sie jetzt veröffentlichen: „Sie beschreiben die Wurzeln, wo wir herkommen. Wir sind alle Randberliner.“ Im Freundes- und Bekanntenkreis machen sie in Berlin oft die Erfahrung, dass viele gar nicht wissen würden, was im „C-Bereich“, also vor den Grenzen Berlins, noch alles komme, sagt Sebastian Schade.
Im Lied „Flaschen und Papier“, am Donnerstag auf Youtube und den anderen Musikplattformen veröffentlicht, geht es um Stillstand und Aufbruch. „Aber wir wollen auch den Interpretationsspielraum den Hörern überlassen“, stellt Florian Nikolai klar.

Es sei in der heutigen Zeit schwierig, mit Musik Geld zu verdienen. „Es ist eher eine Sache der Überzeugung.“ Aber sie sind überzeugt, „dass wir auch einen Kulturbeitrag leisten. Aber wir sind realistisch, dass wir damit nicht unseren Lebensunterhalt verdienen werden.“ Gerade jetzt in der Corona-Krise seien die Probleme in der Musik- und Clubszene sehr groß.
Eigentlich sollte es auch ein Release-Konzert zum Erscheinen der neuen Songs geben. Wegen Corona findet es nicht statt, könnte aber irgendwann noch nachgeholt werden. Den bisher größten Auftritt hatten sie beim „Jenseits von Millionen“-Festival in der Lausitz vor etwa 600 Leuten. Ihre Proben absolvieren sie in einem Kellerraum der Anna-Lindh-Grundschule in Berlin-Wedding. Und zum Coolsein gehört für sie auch, dass sie ihre Songs nicht nur digital veröffentlichen, sondern auch auf Schallplatten pressen lassen wollen.

-> www.facebook.com/dieneuesachlichkeit

Hits: 372

RT liest

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder

Sonntag, den 17. Februar 2019
Tags: , ,

Klaus Schneider alias Bierschulz aus Nieder Neuendorf hat ein besonderes Hobby. Er schreibt Prominente an und bittet sie, ihre drei Lieblingslieder zu nennen.
In den vergangenen Jahrzehnten ist daraus eine beträchtliche Sammlung geworden, denn sehr viele dieser Prominenten haben ihm tatsächlich geantwortet. Für das Buch “Leute & Lieder” sind nun einige dieser Antwort zusammengefasst worden.
Klaus Schneider hat diese Antworten ergänzt mit Anekdoten und Geschichten zu den meisten der angegebenen Liedern.

Herausgekommen ist ein an vielen Stellen durchaus interessantes Buch. Interessant auch deshalb, weil viele der Prominenten tatsächlich alte Volkslieder als Lieblingslieder nennen. Zeitgenössische Lieder oder gar Popsongs kommen nur sehr selten vor.
Gregor Gysi nennt die “Ode an die Freude”, Sigmund Jähn “Wer hat dich, du schöner Wald”, Gesine Schwan “Abend wird es wieder”, Frank-Walter Steinmeier “Ein feste Burg ist unser Gott”.
Die Auswahl der Promis ist allerdings relativ streng, und man merkt, dass der Autor offenbar bekannte Leute angesprochen hat, die insbesondere aus der Politik und Kultur kommen. Da wäre vielleicht eine noch breitenwirksamere Auswahl gut gewesen. Auch ist die Promiliste sehr ostlastig – zum Beispiel mit Wilhelm Pieck, Erich Honecker und anderen DDR-Funktionären. Zumal gerade lange Verstorbene gar nicht mit Antworten auf Anfragen im Buch vorkommen, sondern mit allgemeinen Erklärungen zu ihren vermuteten Lieblingsliedern. Das wäre verzichtbar gewesen.

Klaus Schneider-Bierschulz: Leute & Lieder
Nora, 200 Seiten
5/10

Hits: 207

aRTikel

Beatrix Scheeren erforscht noch den Ist-Zustand

Dienstag, den 11. September 2018
Tags: , ,

Die Kremmener Goethe-Oberschule hat eine neue Chefin – Sie lobt die familiäre Atmosphäre im Haus – Zum Ausgleich singt sie im Chor

MAZ Oberhavel, 11.9.2018

Kremmen.
Es ist im laufenden Betrieb die vierte Woche als neue Chefin der Kremmener Goethe-Oberschule. „Ich bin noch dabei, den Ist-Zustand hier zu erforschen“, sagt Beatrix Scheeren. Ob es irgendwelche Veränderungen geben wird, weiß sie noch nicht. „Es ist nicht mein Stil, hier jetzt mit dem Hammer reinzubrechen“, so die 48-Jährige. Die Schlüsselgewalt über das Haus bekam sie bereits am 1. August. „Das war ein schönes Gefühl.“ Sie gehe gern durch Schulhäuser, auch während des Unterrichtes. „Die Geräuschkulisse finde ich spannend.“

Es ist das erste Mal, dass sie als Schulleiterin arbeitet. Ursprünglich kommt Beatrix Scheeren aus dem Kyritzer Raum. „Als ich mein Abitur in Kyritz gemacht habe, da war schon klar, dass ich Lehrerin werden möchte. Auch weil ich selber in der Grundschule ganz tolle Lehrer hatte.“ Schon als Kind habe sie ganz oft Schule gespielt. „Wenn es darum ging, Gedichte aufzusagen, habe ich mich als erstes gemeldet. Ich habe nie Probleme gehabt, vor einer größeren Gruppe zu stehen.“
In Rostock studierte sie Germanistik und Anglistik, später kamen zwei weitere Studienjahre in Potsdam dazu. Auch in Latein ließ sie sich ausbilden. „Ich hätte auch gut Mathe-Lehrerin werden können“, sagt sie. „Alles, was Struktur hat, liegt mir sehr. Mathe und Latein hängen da dicht zusammen.“
Später machte sie ihr Referendariat an einer Kyritzer Oberschule, später arbeitete sie am Oberstufenzentrum in Wittenberge und kümmerte sich dort um die Berufsbildung. 18 Jahre gab sie Deutsch und Englisch in allen Berufsbereichen. In der Biochemie und der Technologie nahm sie Prüfungen ab, sie saß im Prüfungsausschuss für Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz.
„Dann habe ich meinen Mann kennengelernt.“ Es folgte der Umzug nach Hennigsdorf. Sie lebt im Ortsteil Nieder Neuendorf.„Ich habe schweren Herzens die Schule gewechselt“, erinnert sie sich. Sie lehrte zwei Jahre an der Albert-Schweitzer-Schule in Hennigsdorf. Das Schulamt versetzte sie dann an die Käthe-Kollwitz-Schule nach Mühlenbeck. Sie erfuhr, dass in Kremmen die Stelle in der Schulleitung ausgeschrieben ist.

„Ich kannte die Schule schon“, sagt Beatrix Scheeren. Und für sie war sowieso klar: Wenn sie Schulleiterin werden will, dann an einer Oberschule. „Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Hier kennt jeder Lehrer jeden Schüler. Es gibt kurze Wege, das ist von Vorteil. Die Schüler identifizieren sich hier ganz anders mit der Schule als in größeren Häusern.“ Das Lehrerteam in Kremmen sei jung oder jung geblieben.
Der erste Schultag war deshalb auch für sie etwas besonderes. „Aufgeregt war ich auf jeden Fall“, sagt sie. „Ich komme ja schließlich nicht aus dem Kollegium.“ Der Empfang sei sehr schön gewesen. „Ich habe eine Schultüte bekommen, das hat mir den Einstieg erleichtert.“ Ihre Vorgängerin Elke Schwabe hat ihr Unterstützung zugesagt.

Was ihr in der Goethe-Oberschule gefalle, sind die Räume. „Die sind gemütlich. Jeder Kollege hat einen Raum und deshalb auch ein Interesse, wie er gestaltet wird.“ Dass Grund- und Oberschule sich ein Haus teilen, sei ein Vorteil. „Die Kinder profitieren, denn sie kennen beim Wechsel schon das Gebäude und haben eine Bindung dazu, und sie kennen eventuell auch schon die Lehrer.

Neben der Arbeit bleibt wenig Zeit für Hobbys. „Ich singe im Leo-Wistuba-Chor in Hennigsdorf“, sagt Beatrix Scheeren. „Einmal in der Woche dienstags sind Proben, ich versuche, es dorthin zu schaffen.“ Sportlich wird es, wenn die Nieder Neuendorferin beim Nordic Walking mit ihrem Mann unterwegs ist.

Hits: 116

aRTikel

Musik zum Zuhören und Mittanzen

Donnerstag, den 23. Februar 2017
Tags: , , , , ,

Die Band “Maxi” aus Schwante heißt wie ihre Sängerin und covert Songs im ganz eigenen Stil – Gern würden sie öfter auf Festen in der Region auftreten

MAZ Oberhavel, 23.2.2017

Schwante.
Wenn Maxi am Lagerfeuer ihre Lieder anstimmt, dann wird es gemütlich. „I see Fire“ oder „Kling Klang“ oder auch Lucilectrics „Mädchen“. Die Bandbreite ist groß. Maxi heißt die Band, die alle zwei Wochen donnerstags bei Maxi im Wohnzimmer in Schwante zur Probe zusammenkommt.

Sängerin Maxi Ulrich (28) stammt aus Hennigsdorf, lebt nun in Schwante. Schlagzeuger Robert Hörster (29) kommt aus Nieder Neuendorf und lebt nun in Berlin-Alt-Reinickendorf. Gitarrist Oliver Dolgener (27) ist Spandauer. Und wie das immer so ist bei Bands – jeder kannte jeden irgendwie durch die Musik. Maxi und Robert spielten gemeinsam in der Musikschule Hennigsdorf. Robert und Oliver kennen sich auch schon zehn Jahre und machten schon zusammen Musik.

Im Sommer 2014 trafen sie sich erstmals in dieser neuen Konstellation. Anlass war ein Konzert im Hennigsdorfer Stadtklubhaus, zu dem diverse ehemalige Musikschüler zusammenkamen. „Wir haben dann lange überlegt, was wir überhaupt machen wollen“, erzählt Maxi. Angefangen hat alles draußen im Garten auf der Picknickdecke: mit Cajon, Gitarre und Gesang. „So ganz unter Freunden eben”, sagt Robert.
Sie spielten in Wohnungen, bei Grillpartys, später auch auf Hochzeiten. Erst seit dem vergangenen Jahre heißt die Band wie die Sängerin: Maxi. „Wir wollten weder einen deutschen noch einen englischen Namen, und da blieb Maxi übrig“, sagt die Sängerin und Robert ergänzt: „Maxi und ihre Jungs – das stand auch noch zur Auswahl.“ Den ersten richtigen Auftritt mit neuem Namen hatten sie bei einer Firmenfeier von Maxis Vater. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Robert.

Momentan präsentiert die Band ausschließlich Coversongs, sowohl Ruhiges als auch Schnelleres. „Wir haben drei Parts“, sagt Robert. „Die Teile, wo man gern zuhört, die, wo die Musik im Hintergrund läuft und die zum Mittanzen.“ Meist fangen die Konzerte ruhig an, „später wird es dann tanzbarer“, erzählt Oliver.
Welche Lieder es ins Repertoire schaffen, entscheiden alle gemeinsam. Die Songs werden nach Maxi-Art so unbearbeitet, dass sie ein Stückweit anders klingen wie das Original. „Wir hangeln uns nicht an den Noten entlang, wir spielen einen individuellen Stil“, sagt Maxi. „und jeder Auftritt ist ein Unikat.“

Gern würden die drei Musiker in Zukunft öfter mal auftreten. Stadt- oder Dorffeste sowie andere Feiern. „Wir freuen uns über jede Auftrittsmöglichkeit“, sagt Maxi.

Hits: 267

RTelenovela

Wann ist privat privat?

Montag, den 26. September 2016
Tags: , , ,

Der Hennigsdorfer SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Buchholz hat auf seiner Facebook-Seite zum Boykott eines Lokals in Nieder Neuendorf aufgerufen. Dort hatte die AfD nämlich eine Versammlung abgehalten.
Als es darum ging, dass die Presse das öffentlich machte, wollte er wohl zunächst nicht, dass sein Name im Zusammenhang mit diesem Boykottaufruf genannt wird. Weil das ja eine private Äußerung gewesen sei.

Das ist natürlich Unsinn.
Wenn ein in der städtischen Politik nicht ganz unwichtiger Mann auf seiner ach so privaten Facebook-Seite eine politische Äußerung tätigt, dann ist das alles andere als privat. Und überhaupt: Was ist “privat” in diesem Moment?
“Ach, ich veröffentliche da nur hin und wieder etwas”, sagte Buchholz später.
Aber ein Boykottaufruf ist nicht irgendetwas.

Jeder, der in irgendeiner öffentlichen Funktion ist, jeder, der irgendwie durch irgendwas bekannt ist, muss sich immer und überall überlegen, was er kundtut. Da ist auch die eigene total private Facebook-Seite kein Rückzugsort, an den man sich zurückziehen kann. Äußert man dort was, dann äußert man sich. Dann ist es in der Welt. Und entweder steht man dazu oder bittet um Entschuldigung und löscht es.
Inhaltlich kann ich dem Boykottgedanken sogar etwas abgewinnen, aber Udo Buchholz sollte dann auch dazu stehen und den Gegenwind aushalten. Oder eben solche Äußerungen sein lassen.

Hits: 139

aRTikel

1993: Kremmen ist pleite und bekommt einen neuen Amtsdirektor

Samstag, den 26. Januar 2013
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 1992 II -> 29.12.2012

Vor 20 Jahren: Klaus-Jürgen Sasse setzt sich gegen hessischen Kandidaten durch / Zwei Tote werden aus der Oranienburger Havel geborgen

MAZ Oranienburg, 26.1.2013

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die Ereignisse im Januar 1993.

OBERHAVEL
Neues Jahr, neue Namen: Viele Straßen in Oranienburg sind umbenannt worden. Die Otto-Nuschke-Straße ist nun die Lehnitzstraße, die Leninallee ist jetzt die Berliner Straße, die Straße des Friedens nennt sich nun Bernauer Straße.

Es ist kalt in Oberhavel in den ersten Januartagen 1993. Die Gewässer frieren zu. Im Hafen in Velten ruht die Binnenschifffahrt. Die Wasserschutzpolizei muss ihre Boote aus dem Lehnitzsee ziehen, selbst die Eisbrecher fahren nicht mehr. Als das Eis schmilzt, taucht im Wasser des Veltener Hafens plötzlich ein alter Wartburg auf.

In der Lehnitzstraße brennt am Neujahrsmorgen 1993 die Baracke des ehemaligen Finanzamtes bis auf die Grundmauern nieder. Es war wohl Brandstiftung.

Das Schloss in Sommerswalde steht leer. Die Bildungsgemeinschaft Embut und das Bildungsministerium haben ihren Streit beigelegt, Embut verließ die Stätte. Offen ist, wie das Haus nun genutzt werden soll. Im Gespräch sind das Landratsamt und die Industrie- und Handelskammer. Auch die Treuhand-Anstalt erhebt Ansprüche.

Am 7. Januar 1993 taut das Eis auf der Havel. Es kommt zur Tragödie. Feuerwehrleute ziehen nahe der Lehnitzbrücke in Oranienburg einen Mann des GUS-Hubschrauberregiments aus dem kalten Wasser – er ist ertrunken. Einen Tag später bergen Taucher ein zweites Todesopfer aus der Havel.

Konsul Ronald Bauermeister will bis Ende 1994 das Schloss in Schwante sanieren. Geplant ist ein kulturelles Zentrum.

Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus gerät am 10. Januar eine Party mit Jugendlichen aus Heiligensee außer Kontrolle. Draußen stehen 50 Leute, die wegen Überfüllung nicht mehr reinkommen. Einige beginnen, Gehwegplatten durch die Fenster zu schmeißen.

Große Pläne für das Areal an der B273 am Germendorfer Ortseingang. Dort soll nicht nur der neue Betriebshof für die Busgesellschaft entstehen, sondern auch ein Baumarkt.

Am 15. Januar 1993 wird in Oranienburg der Grundstein für das neue Pharmawerk gelegt. Zum Akt kommen auch Ministerpräsident Manfred Stolpe und Vorstandvorsitzender Klaus Schweickart.

Mehrere mittelständische Betriebe in Hennigsdorf proben den Aufstand. Mit gut 35 Fahrzeugen fahren sie schnell mal eben tanken – und bringen so den Verkehr in der Stadt zum Erliegen. Es handelt sich wohl um eine Protestaktion wegen fehlender Gewerbeflächen.

Post Zehlendorf ist Sieger der Fußball-Hallenkreismeisterschaften. Der FC Kremmen landet auf dem 2. Platz.

Die Leute in Nieder Neuendorf fühlen sich von Hennigsdorf benachteiligt. Sie fordern einen Ortsrat. Bürgermeister Schulz verweist auf die Kommunalverfassung, die Ortsräte nicht kennt.

Flatows Bürgermeister Hermann Maeker hat sein Amt niedergelegt. Nun amtiert der vorherige Stellvertreter Gert Dietrich.

Kremmens Bürgermeister Michael Kinne teilt es den Stadtverordneten am 28. Januar 1993 eher beiläufig mit: Die Stadt ist pleite. Es ist nicht mal mehr Geld da, um Schaukästen aufzustellen. Nun soll die Schulküche an den Verein „Pro Seniorenpflege“ verkauft werden. Kinne muss sich von den Abgeordneten heftige Kritik anhören.

Einen Tag danach entscheidet sich der Amtsausschuss von Kremmen für Klaus-Jürgen Sasse als neuen Amtsdirektor. Der Germendorfer Bürgermeister setzt sich gegen Ortwin Bayer aus dem hessischen Wetzlar durch.

Hits: 227