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Beatrix Scheeren erforscht noch den Ist-Zustand

Dienstag, den 11. September 2018
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Die Kremmener Goethe-Oberschule hat eine neue Chefin – Sie lobt die familiäre Atmosphäre im Haus – Zum Ausgleich singt sie im Chor

MAZ Oberhavel, 11.9.2018

Kremmen.
Es ist im laufenden Betrieb die vierte Woche als neue Chefin der Kremmener Goethe-Oberschule. „Ich bin noch dabei, den Ist-Zustand hier zu erforschen“, sagt Beatrix Scheeren. Ob es irgendwelche Veränderungen geben wird, weiß sie noch nicht. „Es ist nicht mein Stil, hier jetzt mit dem Hammer reinzubrechen“, so die 48-Jährige. Die Schlüsselgewalt über das Haus bekam sie bereits am 1. August. „Das war ein schönes Gefühl.“ Sie gehe gern durch Schulhäuser, auch während des Unterrichtes. „Die Geräuschkulisse finde ich spannend.“

Es ist das erste Mal, dass sie als Schulleiterin arbeitet. Ursprünglich kommt Beatrix Scheeren aus dem Kyritzer Raum. „Als ich mein Abitur in Kyritz gemacht habe, da war schon klar, dass ich Lehrerin werden möchte. Auch weil ich selber in der Grundschule ganz tolle Lehrer hatte.“ Schon als Kind habe sie ganz oft Schule gespielt. „Wenn es darum ging, Gedichte aufzusagen, habe ich mich als erstes gemeldet. Ich habe nie Probleme gehabt, vor einer größeren Gruppe zu stehen.“
In Rostock studierte sie Germanistik und Anglistik, später kamen zwei weitere Studienjahre in Potsdam dazu. Auch in Latein ließ sie sich ausbilden. „Ich hätte auch gut Mathe-Lehrerin werden können“, sagt sie. „Alles, was Struktur hat, liegt mir sehr. Mathe und Latein hängen da dicht zusammen.“
Später machte sie ihr Referendariat an einer Kyritzer Oberschule, später arbeitete sie am Oberstufenzentrum in Wittenberge und kümmerte sich dort um die Berufsbildung. 18 Jahre gab sie Deutsch und Englisch in allen Berufsbereichen. In der Biochemie und der Technologie nahm sie Prüfungen ab, sie saß im Prüfungsausschuss für Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz.
„Dann habe ich meinen Mann kennengelernt.“ Es folgte der Umzug nach Hennigsdorf. Sie lebt im Ortsteil Nieder Neuendorf.„Ich habe schweren Herzens die Schule gewechselt“, erinnert sie sich. Sie lehrte zwei Jahre an der Albert-Schweitzer-Schule in Hennigsdorf. Das Schulamt versetzte sie dann an die Käthe-Kollwitz-Schule nach Mühlenbeck. Sie erfuhr, dass in Kremmen die Stelle in der Schulleitung ausgeschrieben ist.

„Ich kannte die Schule schon“, sagt Beatrix Scheeren. Und für sie war sowieso klar: Wenn sie Schulleiterin werden will, dann an einer Oberschule. „Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Hier kennt jeder Lehrer jeden Schüler. Es gibt kurze Wege, das ist von Vorteil. Die Schüler identifizieren sich hier ganz anders mit der Schule als in größeren Häusern.“ Das Lehrerteam in Kremmen sei jung oder jung geblieben.
Der erste Schultag war deshalb auch für sie etwas besonderes. „Aufgeregt war ich auf jeden Fall“, sagt sie. „Ich komme ja schließlich nicht aus dem Kollegium.“ Der Empfang sei sehr schön gewesen. „Ich habe eine Schultüte bekommen, das hat mir den Einstieg erleichtert.“ Ihre Vorgängerin Elke Schwabe hat ihr Unterstützung zugesagt.

Was ihr in der Goethe-Oberschule gefalle, sind die Räume. „Die sind gemütlich. Jeder Kollege hat einen Raum und deshalb auch ein Interesse, wie er gestaltet wird.“ Dass Grund- und Oberschule sich ein Haus teilen, sei ein Vorteil. „Die Kinder profitieren, denn sie kennen beim Wechsel schon das Gebäude und haben eine Bindung dazu, und sie kennen eventuell auch schon die Lehrer.

Neben der Arbeit bleibt wenig Zeit für Hobbys. „Ich singe im Leo-Wistuba-Chor in Hennigsdorf“, sagt Beatrix Scheeren. „Einmal in der Woche dienstags sind Proben, ich versuche, es dorthin zu schaffen.“ Sportlich wird es, wenn die Nieder Neuendorferin beim Nordic Walking mit ihrem Mann unterwegs ist.

aRTikel

Musik zum Zuhören und Mittanzen

Donnerstag, den 23. Februar 2017
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Die Band “Maxi” aus Schwante heißt wie ihre Sängerin und covert Songs im ganz eigenen Stil – Gern würden sie öfter auf Festen in der Region auftreten

MAZ Oberhavel, 23.2.2017

Schwante.
Wenn Maxi am Lagerfeuer ihre Lieder anstimmt, dann wird es gemütlich. „I see Fire“ oder „Kling Klang“ oder auch Lucilectrics „Mädchen“. Die Bandbreite ist groß. Maxi heißt die Band, die alle zwei Wochen donnerstags bei Maxi im Wohnzimmer in Schwante zur Probe zusammenkommt.

Sängerin Maxi Ulrich (28) stammt aus Hennigsdorf, lebt nun in Schwante. Schlagzeuger Robert Hörster (29) kommt aus Nieder Neuendorf und lebt nun in Berlin-Alt-Reinickendorf. Gitarrist Oliver Dolgener (27) ist Spandauer. Und wie das immer so ist bei Bands – jeder kannte jeden irgendwie durch die Musik. Maxi und Robert spielten gemeinsam in der Musikschule Hennigsdorf. Robert und Oliver kennen sich auch schon zehn Jahre und machten schon zusammen Musik.

Im Sommer 2014 trafen sie sich erstmals in dieser neuen Konstellation. Anlass war ein Konzert im Hennigsdorfer Stadtklubhaus, zu dem diverse ehemalige Musikschüler zusammenkamen. „Wir haben dann lange überlegt, was wir überhaupt machen wollen“, erzählt Maxi. Angefangen hat alles draußen im Garten auf der Picknickdecke: mit Cajon, Gitarre und Gesang. „So ganz unter Freunden eben”, sagt Robert.
Sie spielten in Wohnungen, bei Grillpartys, später auch auf Hochzeiten. Erst seit dem vergangenen Jahre heißt die Band wie die Sängerin: Maxi. „Wir wollten weder einen deutschen noch einen englischen Namen, und da blieb Maxi übrig“, sagt die Sängerin und Robert ergänzt: „Maxi und ihre Jungs – das stand auch noch zur Auswahl.“ Den ersten richtigen Auftritt mit neuem Namen hatten sie bei einer Firmenfeier von Maxis Vater. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Robert.

Momentan präsentiert die Band ausschließlich Coversongs, sowohl Ruhiges als auch Schnelleres. „Wir haben drei Parts“, sagt Robert. „Die Teile, wo man gern zuhört, die, wo die Musik im Hintergrund läuft und die zum Mittanzen.“ Meist fangen die Konzerte ruhig an, „später wird es dann tanzbarer“, erzählt Oliver.
Welche Lieder es ins Repertoire schaffen, entscheiden alle gemeinsam. Die Songs werden nach Maxi-Art so unbearbeitet, dass sie ein Stückweit anders klingen wie das Original. „Wir hangeln uns nicht an den Noten entlang, wir spielen einen individuellen Stil“, sagt Maxi. „und jeder Auftritt ist ein Unikat.“

Gern würden die drei Musiker in Zukunft öfter mal auftreten. Stadt- oder Dorffeste sowie andere Feiern. „Wir freuen uns über jede Auftrittsmöglichkeit“, sagt Maxi.

RTelenovela

Wann ist privat privat?

Montag, den 26. September 2016
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Der Hennigsdorfer SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Buchholz hat auf seiner Facebook-Seite zum Boykott eines Lokals in Nieder Neuendorf aufgerufen. Dort hatte die AfD nämlich eine Versammlung abgehalten.
Als es darum ging, dass die Presse das öffentlich machte, wollte er wohl zunächst nicht, dass sein Name im Zusammenhang mit diesem Boykottaufruf genannt wird. Weil das ja eine private Äußerung gewesen sei.

Das ist natürlich Unsinn.
Wenn ein in der städtischen Politik nicht ganz unwichtiger Mann auf seiner ach so privaten Facebook-Seite eine politische Äußerung tätigt, dann ist das alles andere als privat. Und überhaupt: Was ist “privat” in diesem Moment?
“Ach, ich veröffentliche da nur hin und wieder etwas”, sagte Buchholz später.
Aber ein Boykottaufruf ist nicht irgendetwas.

Jeder, der in irgendeiner öffentlichen Funktion ist, jeder, der irgendwie durch irgendwas bekannt ist, muss sich immer und überall überlegen, was er kundtut. Da ist auch die eigene total private Facebook-Seite kein Rückzugsort, an den man sich zurückziehen kann. Äußert man dort was, dann äußert man sich. Dann ist es in der Welt. Und entweder steht man dazu oder bittet um Entschuldigung und löscht es.
Inhaltlich kann ich dem Boykottgedanken sogar etwas abgewinnen, aber Udo Buchholz sollte dann auch dazu stehen und den Gegenwind aushalten. Oder eben solche Äußerungen sein lassen.

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1993: Kremmen ist pleite und bekommt einen neuen Amtsdirektor

Samstag, den 26. Januar 2013
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Dezember 1992 II -> 29.12.2012

Vor 20 Jahren: Klaus-Jürgen Sasse setzt sich gegen hessischen Kandidaten durch / Zwei Tote werden aus der Oranienburger Havel geborgen

MAZ Oranienburg, 26.1.2013

Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal die Ereignisse im Januar 1993.

OBERHAVEL
Neues Jahr, neue Namen: Viele Straßen in Oranienburg sind umbenannt worden. Die Otto-Nuschke-Straße ist nun die Lehnitzstraße, die Leninallee ist jetzt die Berliner Straße, die Straße des Friedens nennt sich nun Bernauer Straße.

Es ist kalt in Oberhavel in den ersten Januartagen 1993. Die Gewässer frieren zu. Im Hafen in Velten ruht die Binnenschifffahrt. Die Wasserschutzpolizei muss ihre Boote aus dem Lehnitzsee ziehen, selbst die Eisbrecher fahren nicht mehr. Als das Eis schmilzt, taucht im Wasser des Veltener Hafens plötzlich ein alter Wartburg auf.

In der Lehnitzstraße brennt am Neujahrsmorgen 1993 die Baracke des ehemaligen Finanzamtes bis auf die Grundmauern nieder. Es war wohl Brandstiftung.

Das Schloss in Sommerswalde steht leer. Die Bildungsgemeinschaft Embut und das Bildungsministerium haben ihren Streit beigelegt, Embut verließ die Stätte. Offen ist, wie das Haus nun genutzt werden soll. Im Gespräch sind das Landratsamt und die Industrie- und Handelskammer. Auch die Treuhand-Anstalt erhebt Ansprüche.

Am 7. Januar 1993 taut das Eis auf der Havel. Es kommt zur Tragödie. Feuerwehrleute ziehen nahe der Lehnitzbrücke in Oranienburg einen Mann des GUS-Hubschrauberregiments aus dem kalten Wasser – er ist ertrunken. Einen Tag später bergen Taucher ein zweites Todesopfer aus der Havel.

Konsul Ronald Bauermeister will bis Ende 1994 das Schloss in Schwante sanieren. Geplant ist ein kulturelles Zentrum.

Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus gerät am 10. Januar eine Party mit Jugendlichen aus Heiligensee außer Kontrolle. Draußen stehen 50 Leute, die wegen Überfüllung nicht mehr reinkommen. Einige beginnen, Gehwegplatten durch die Fenster zu schmeißen.

Große Pläne für das Areal an der B273 am Germendorfer Ortseingang. Dort soll nicht nur der neue Betriebshof für die Busgesellschaft entstehen, sondern auch ein Baumarkt.

Am 15. Januar 1993 wird in Oranienburg der Grundstein für das neue Pharmawerk gelegt. Zum Akt kommen auch Ministerpräsident Manfred Stolpe und Vorstandvorsitzender Klaus Schweickart.

Mehrere mittelständische Betriebe in Hennigsdorf proben den Aufstand. Mit gut 35 Fahrzeugen fahren sie schnell mal eben tanken – und bringen so den Verkehr in der Stadt zum Erliegen. Es handelt sich wohl um eine Protestaktion wegen fehlender Gewerbeflächen.

Post Zehlendorf ist Sieger der Fußball-Hallenkreismeisterschaften. Der FC Kremmen landet auf dem 2. Platz.

Die Leute in Nieder Neuendorf fühlen sich von Hennigsdorf benachteiligt. Sie fordern einen Ortsrat. Bürgermeister Schulz verweist auf die Kommunalverfassung, die Ortsräte nicht kennt.

Flatows Bürgermeister Hermann Maeker hat sein Amt niedergelegt. Nun amtiert der vorherige Stellvertreter Gert Dietrich.

Kremmens Bürgermeister Michael Kinne teilt es den Stadtverordneten am 28. Januar 1993 eher beiläufig mit: Die Stadt ist pleite. Es ist nicht mal mehr Geld da, um Schaukästen aufzustellen. Nun soll die Schulküche an den Verein „Pro Seniorenpflege“ verkauft werden. Kinne muss sich von den Abgeordneten heftige Kritik anhören.

Einen Tag danach entscheidet sich der Amtsausschuss von Kremmen für Klaus-Jürgen Sasse als neuen Amtsdirektor. Der Germendorfer Bürgermeister setzt sich gegen Ortwin Bayer aus dem hessischen Wetzlar durch.

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Mit 20 Jahren selbstständig gemacht

Mittwoch, den 11. April 2012
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Tobias Hollschewski leitet seit 2010 einen Hennigsdorfer Pizzabringdienst

MAZ Oranienburg, 11.4.2012

Der Jungunternehmer ist bei “Pizza Planet” der Chef von zehn Mitarbeitern. Er steckt viel Zeit und Energie in den laden und steht auch oft selbst in der Küche.

HENNIGSDORF
Dass es klappt, da war er sich sicher. Aufgeregt war Tobias Hollschewski aber trotzdem, als er sich vor zwei Jahren selbstständig machte – mit gerade mal 20 Jahren.
Hollschewski ist der Chef der Hennigsdorfer Pizza-Planet-Filiale und hat dort zehn Mitarbeiter unter sich. Mehrmals in der Woche steht er selbst in der Küche und hilft mit. „Oft auch am Wochenende“, erzählt er. Ist Not am Mann, bekommt er einen Anruf, und ein paar Minuten später ist er zur Stelle. Sieben Tage pro Woche ist er im Einsatz, für irgendwelche Hobbys bleibt da keine Zeit.

„Ich wollte mich unbedingt selbstständig machen“, sagt der heute 22-Jährige. Seine Bäckerlehre in Berlin-Karlshorst hat er jedoch abgeschlossen, er nahm sogar bei der Landesmeisterschaft der Jungbäckergesellen teil. „Aber man hat dort als Geselle wenig Zukunftschancen“, sagt Tobias Hollschewski. „Das Gehalt ist recht klein.“ Das frühe Aufstehen kam noch hinzu. Nach dreieinhalb Jahren in dem Job wollte der damalige Berliner was anderes machen.
Schon während der Zeit als Bäcker arbeitete er nebenher bei „Pizza Planet“ als Fahrer. „Das hat mir großen Spaß gemacht“, so Hollschewski. Er wollte sein eigenes Geschäft gründen und erkundigte nach entsprechenden Möglichkeiten. „Größtenteils ging es um die Finanzierung“, erzählt er. Bei den Banken blitzte er ab, aber seine Eltern haben ihm das Geld dann geliehen. „Sie haben lange überlegt.“ Allerdings sei ein Pizza-bringdienst etwas Tragfähiges. „Essen tun die Leute ja immer.“ Die Schulden arbeitet er nun nach und nach ab. 30 000 Euro stecken in dem Laden an der Hennigsdorfer Edisonstraße.

„Hennigsdorf ist ein ganz guter Standort“, sagt der 22-Jährige. Er fand ihn mithilfe der Neuenhagener Zentrale der Firma und dem Franchisepartner in Birkenwerder. „Die Firma hat mir den Laden eingerichtet und mir in den ersten Wochen den Rücken gestärkt.“ Was die Pizzateige angeht, „habe ich es nicht so schwer, weil ich ja aus dem Bäckerhandwerk komme“, sagt Tobias Hollschewski. Für sein eigenes Geschäft ist er vor zwei Jahren in den Hennigsdorfer Ortsteil Nieder Neuendorf gezogen.

Es ist viel zu tun: „Ich muss den ganzen Tag telefonieren, überprüfe, was in der Küche fehlt, fahre dann auch einkaufen. Ich stehe aber auch gern in der Küche.“ Es sei immer besser, wenn der Chef vor Ort sei.
Dass seine Mitarbeiter fast alle älter sind als er selbst, sei nie ein Problem gewesen. „Aber sie zu leiten, ist schon eine Herausforderung.“ Schwierig ist nur, dass die Tage schwer zu planen sind. „Manchmal ist es extrem ruhig. Andererseits kommen innerhalb von zehn Minuten so viele Bestellungen, dass ich sofort in den Laden kommen muss.“ Die wichtigsten Tage sind der Freitag und der Sonntag. Hauptsächlich beliefern er und seine Mitarbeiter Hennigsdorf, aber auch Velten, Bötzow, Marwitz und Berlin-Heiligensee.
Urlaub hat er momentan nicht wirklich. „Ich stecke viel Zeit hier rein“, erzählt der Jungunternehmer. „Ich könnte mehr Freizeit haben, nehme sie mir aber nicht.“

Auf lange Sicht möchte Tobias Hollschewski mit einem Bekannten einen weiteren Laden in der Region eröffnen. Aber bis dahin vergeht noch ein wenig Zeit. „Erstmal muss ich den Laden hier abbezahlen“, sagt er und sieht sich in der Küche um, in der bereits der Ofen angeheizt ist. Es ist 11.30 Uhr, und die ersten Pizzabestellungen sind bereits eingegangen.

RTZapper

Oberhavel TV: Kunst und Reklame

Freitag, den 21. August 2009
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DO 20.08.2009 | 3.30 Uhr (Fr.) | Oberhavel TV

Oberhavel TV präsentiert eine ganz neue Art des Fernsehens. Die reine Kunst. In einem Beitrag über einen PR-Stand von Venetien in Oranienburg vermischte sich die reale Welt mit der künstlichen. Scheinbar betreibt Oberhavel TV seit neuestem ein Trickfilmstudio. Anders ist es nicht zu erklären, was da über die Bildschirme flimmert.
Die Leute in dem Beitrag sahen aus wie am Computer erstellt, wie in einem neumodischen, aber schwer verunglückten Animationsfilm: krankhaft orange im Gesicht – wie schon vor Jahren gestorben, aber nochmal reanimiert.
Farben werden nicht mehr realistisch dargestellt, sondern nur noch in Grell. Der Himmel hat keine gar Farbe mehr, sondern ist nur noch hell, schneeweiß. Bei Bewegungen ruckelt das Bild.
Oberhavel TV ist nur noch Leuten zu empfehlen, die eine Augenkrankheit herausfordern wollen. Und es liegt nicht an der Übertragung, dass das Bild so mies ist. Wie schon mal erwähnt: Die Kamera des Teams ist nur noch Sondermüll. Denn ein Beitrag über den Potsdamer Landtag, mit einer anderen Kamera aufgenommen, ist technisch in Ordnung.

Aber mal ganz nebenbei: Wer interessiert sich – außer Oberhavel TV – eigentlich für einen PR-Stand in Oranienburg, der für die italienische Region Venetien wirbt? Warum muss es zu diesem spannenden Thema einen Beitrag geben?
Der Grund könnte sein, dass die Venetien-PR-Leute Werbekunden von Oberhavel TV sind. Ein entsprechender Spot geistert schon seit Wochen durch den Werbeblock des Kanals. Da war der redaktionelle (oder so) Beitrag – inclusive PR-Filmausschnitt – wahrscheinlich ein kleiner Nachschlag. Angesichts der grauenvollen Bildqualität werden die Zahler bestimmt begeistert sein.

Reine Werbung war auch der Beitrag über eine Nieder Neuendorfer Gaststätte. Hat sich Oberhavel TV dafür bezahlen lassen? Unabhängig und distanziert klang der Bericht jedenfalls nicht. Alles super. Alles total toll. Sommerbericht nannte sich das Ganze. Nebst Adresseneinblendung am Ende.
Werbung und Programm sind bei Oberhavel TV kaum noch zu unterscheiden. Und das nervt. Auch, weil in Oberhavel mehr los ist als im Programm von Oberhavel TV.
Mal ganz abgesehen davon, dass es in Oberhavel nicht aussieht wie nach zehn Jahren Schweinegrippe. So sehen jedenfalls seit Monaten die Berichte bei dem Sender aus.

Da blickt man schon mal neidisch in die Nachbarkreise: Sowohl der Barnim als auch Ostprignitz-Ruppin haben Lokalsender, gegen die Oberhavel TV den Machern einfach nur noch peinlich sein sollte.

aRTikel

Willi macht den Eistest

Mittwoch, den 1. August 2007
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Fünfmal zwei Kreationen in hennigsdorf gekostet / “Vanilla” gewinnt

MAZ Oranienburg, 1.8.2007

Auf zur nächsten Testrunde! Diesmal haben sich die MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler und Sebastian Jannasch in den vergangenen Tagen in den Eiscafés und einigen Gaststätten in Hennigsdorf umgesehen. Sofern angeboten wurde der Schokoeisbecher (oder etwas Ähnliches) sowie eine zweite Kreation des Hauses unter die Lupe genommen. Bei den fünf Teilnehmern des Willi-Tests (Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.) kamen jedoch nur die Eisbecher selbst, nicht das Lokalumfeld in die Wertung. Alle Testergebnisse stehen auf dieser Seite.

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Eiscafé Vanilla
Hennigsdorf, Postplatz.
Geöffnet Montag bis Sonnabend, 10 bis 22 Uhr, sonntags von 11 bis 22 Uhr.
Das Eiscafé macht drinnen einen amerikanischen Eindruck, aber sehr gemütlich. Richtig schön ist es aber auf den Schattenplätzen im Freien, mit Blick auf den Postplatz.

Schokobecher
Preis: 4 Euro.
Der Eisbecher sieht schon toll aus! Und dazu noch eine Kirsche obendrauf! Nur das Vanilleeis ist hin und wieder eisklumpig.
Note: 2+

Schwedenbecher
Preis: 4,50 Euro.
Die Sahne schmeckt sehr frisch, der Apfelmus ist total lecker. Und auch hier: Schon der Anblick des Bechers macht glücklich.
Note: 1-
Testsieger!

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Il Buon Gelato
Hennigsdorf, Havelpassage.
Öffnungszeiten sind am Geschäft leider nicht angegeben (oder wurden nicht entdeckt).
Die Auswahl an Eisbechern ist hier leider nicht sehr groß. Das Eissorten-Angebot ist jedoch vielfältig. Bei gutem Wetter kann man es sich auf der Passage gemütlich machen.

Moccabecher
Preis: 3,20 Euro
Die Definition von Mocca ist nicht ganz eindeutig. Im Eisbecher sind verschiedene Kaffeegeschmäcker. Latte-Macchiato-Eis, Moccabohnen. Erscheint ein bisschen willkürlich.
Note: 2-

Kiwibecher
Preis: 3,20 Euro.
Die Kiwis sind frisch und lecker. Die Sahne könnte allerdings ein bisschen frischer schmecken.
Note: 2-

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Café Diadem
Nieder Neuendorf, Dorfstraße 28.
Geöffnet täglich ab 11 Uhr.
So richtig herrlich sitzt es sich auf der kleinen, schattigen Terrasse neben dem Café. Nur der Verkehr könnte etwas leiser sein. Nett: das Europafähnchen auf einem der Eisbecher.

Schokotraum
Preis: 3,85 Euro
An sich ist das Eis okay. Aber ein Traum ist etwas anderes, dafür sollte der Eisbecher kreativer aussehen. Die Sahne schmeckte wie aus der Sprühdose.
Note: 3+

Bananensplit
Preis: 4,20 Euro
Eigentlich kann man das nicht viel falsch machen. Auf dem kleinen Teller haben Banane und Eis jedoch zu wenig Platz. Und: Bitte mehr Schokoladensoße!
Note: 2

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Janny’s Eis
Hennigsdorf, Havelpassage 5.
Geöffnet Montag bis Sonnabend von 10 bis 22 Uhr, sonntags ab 11 Uhr.
Die beiden Bedienungen waren extrem flott und geschäftig. So schnell kann man gar nicht gucken! Schade, dass es nur die Pappbecher gibt.

Schoko-Krokant-Becher
Preis: 3,30 Euro
Die Eissorten kann sich jeder selbst aussuchen. Was unter Umständen dazu führt, dass von Schoko und Krokant nicht viel bleibt. Durch den Pappbecher wirkt das Ganze ein wenig billig.
Note: 3+

Vitamino
Preis: 3,50 Euro
Viele, viele Früchte! Schmeckte erstaunlich gut und frisch. Das Zitroneneis wirkte jedoch ein bisschen künstlich.
Note: 2-

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Athos
Nieder Neuendorf, Dorfstraße 48-50.
Geöffnet täglich von 11.30 bis 0 Uhr.
Draußen zu sitzen ist beim “Athos” besonders schön. Die Blumenkästen sehen allerdings sehr ungepflegt aus. Da besteht sehr dringender Handlungsbedarf! Die Fotos von den Eisbechern auf der Karte sehen erstaunlich trostlos aus.

Nussbecher
Preis 3,80 Euro
Die Karamellsoße war ganz lecker, wenn auch erst ganz unten im Becher. Die Sahne sah irgendwie seltsam aus.
Note: 3+

Cupe Dänemark
Im Vanilleeis waren große Eisstücke. Das trübte den Geschmack. Ansonsten fehlt es sehr an Schokosoße. Das kleine Tröpfchen war entschieden zu wenig.
Note: 3