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Das Zebrastreifen-Phantom

Freitag, den 12. Februar 2016
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Es war eine Begegnung der absolut unheimlichen Art. Ich traf auf ein echtes Phantom. Es befindet sich mitten im Zentrum der Gemeinde Neulußheim in Baden-Württemberg. Die dortige Hauptkreuzung besteht aus einem Kreisverkehr, und an jeder der vier Seiten befinden sich Zebrastreifen.

Phantom? Ja! Schon seit Wochen streiten sich die Leute in diversen Foren auf Facebook über den neuen Kreisverkehr in der Sachsenhausener Straße in Oranienburg. Der mit den vier Zebrastreifen. Die selbst ernannten Verkehrsexperten im Internet schäumen nämlich und sagen, dass es so was außerhalb Oranienburgs ja gar nicht gäbe. Gibt es aber doch, zumindest in mehreren badischen Orten.

Und irgendwie scheint das System dort auch zu funktionieren. Nämlich: Dass der Autofahrer vor dem Kreisverkehr Fußgänger kreuzen lassen muss – und beim Rausfahren ebenfalls. Das Stichwort der gegenseitigen Rücksichtnahme gilt dort natürlich auch. Wieso sollte das also in Oranienburg nicht funktionieren, wenn die Menschen anderswo auch damit klarkommen?

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Auf Tankstellentour

Montag, den 20. Juni 2011
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Mit der Angst der deutschen Autofahrer vor dem neuen Sprit Super E10 haben die Mineralölfirmen riesige Gewinne gemacht. Schließlich tanken seit Monaten wesentlích mehr Leute das teure Super Plus als vorher.
Auch in Neulußheim. Da war Super Plus am Montagvormittag gleich mal komplett ausverkauft. Was eigentlich ein bisschen seltsam ist: Denn auf der großen Preistafel gibt es überhaupt kein Super Plus, da steht nur der Preis für das normale Super.

Ein paar Kilometer konnte ich noch fahren. Also ließ ich die Neulußheimer Tanke links liegen und fuhr weiter auf die Autobahn. An der A67 in Hessen liegt der Rastplatz Lorsch. Hier konnte ich live miterleben, wie das Benzin um einen Cent (!) pro Liter billiger wurde. Nur noch 1,584 Euro. Das ist doch ein Schnäppchen.
Shell macht es seinen Kunden mit seinen spannenden Produktbezeichnungen ja nicht gerade einfach. Ich griff zu V-Power, laut Beschriftung für alle Otto-Motoren mit 95/98 Oktan.
Das wirft natürlich Fragen auf: Was ist V-Power? Ist es Super (95 Oktan) oder ist es Super Plus (98)? Können alle Motoren diesen Sprit vertragen, müssten es 98 Oktan sein, also Super plus.
Blöderweise ist aber das Lorscher Kassenpersonal (und wie wir wissen, nicht nur dort) nicht kompetent, wenn es um solche Spitzfindigkeiten geht.
Ich fragte nach: Wie viele Oktan sind denn nun drin in V-Power? Erst meinte der junge Mann in breitem Hessisch, es seien 85 Oktan. Nun ja. Dann berichtigte er sich: 95. Was aber bedeutet dann der 95/98-Hinweis? Der Mann hatte keinen Blassen, wollte sich aber bald mal erkundigen. Das ist ja mal schön.

Nächste Pause: Gotha. Diesmal musste ich zwar nicht tanken, aber ich wollte mir fürs Mittagessen eine lokale Tageszeitung kaufen.
Ich reichte der Kassiererin die Münzen. Die legte sie aber nicht in ihre Kasse, sondern in einen Automaten. Der verschluckte das Hartgeld, es machte klack, klack – und plötzlich lag da das Wechselgeld.
Ich glaube, ich blickte die junge Frau mit einer Mischung aus Verwunderung und Belustigung an. Eigentlich wollte ich sie noch fragen: Und was machen Sie hier? Ich habe es dann doch gelassen.

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Radtour (6): Der Bladerbremser

Sonntag, den 19. Juni 2011
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(5) -> 13.6.2011

Unser Ziel: Vater Rhein. Ich auf dem Fahrrad, meine Begleiter auf Rollerblades. Meine Aufgabe: an Abhängen mit dem Rad der Bremser zu sein, damit die anderen beiden bergab nicht in den nächsten Graben brettern.
In Neulußheim fuhren wir durch eine noch relativ neue Reihenhaussiedlung. Immer wieder erstaunlich zu sehen, wie die Wiesen zugeknallt werden. Kleine Grundstücke, ein Haus drauf und den Nachbarn direkt vor der Nase, weil es platzmäßig für einen Garten drumherum nicht mehr reicht.

Weiter ging’s aus dem Dorf heraus zum Radweg auf dem Rheindamm. Hinter einer Brücke dann auch schon meine erste Bewährungsprobe als Bladerbremser. Die beiden anderen hielten sich hinter mir fest und ich rollte bremsenderweise den Berg runter. Als es aber hinter der Rechtskurve wieder hoch auf den Damm ging, da ging dann gar nicht mehr. Stopp. Absteigen.
Der Rheindamm ist genau da, wofür sein Name steht. Führt der Rhein Hochwasser soll an der Stelle das Wasser gestoppt werden.

Auf dem Damm wehte uns der Wind um die Nase. Links von uns lag der Blausee in Altlußheim. Angesichts des nicht ganz so warmen Wetters – eine Stunde zuvor ging ein kräftiger Regenschauer nieder – war das Freibad leer.
Zwei Kilometer weiter erschienen die beiden riesigen Schornsteine des Atomkraftswerks Phillipsburg. Nur aus einem stieg Rauch auf, weißer Rauch.

Wir erreichten Rheinhausen und somit auch den Rhein selbst, den wir vorher immer nur aus der Ferne erspähen konnten.
Ein interessanter Fluss. Der Rhein hat keine einheitliche Strömung. Am Rand ist ein Strudel, daneben fließt das Wasser langsam, und in der Fahrrinne rauscht es in Höchstgeschwindigkeit vorbei.
In Rheinhausen selbst war Straßenfest. Oder sagen wir mal so: Da standen ein paar Bänke auf der Straße rum, und drei Stände gab’s auch. Bratwurst, Pommes, Cola, und weiter ging’s auf den Weg zurück.

Auf dem Rückweg, an der Brücke bei Altlußheim, dann das ähnliche Spiel. Bergab war ich der Bremser, bergauf musste ich die beiden ziehen. Wir kamen im Dreierpack nur die Hälfte des Berges hoch. Puuuh! Das machen wir nächstes Mal aber besser…

-> Fotos

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Huch, unsere Akws könnten eventuell doch unsicher sein!

Mittwoch, den 16. März 2011
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Jeder kann sich mal irren. Die Politiker der schwarz-gelben Koalition waren sich noch vor wenigen Tagen sicher: Unsere Atomkraftwerke in Deutschland sind top und müssen so schnell nicht abgeschaltet werden. Der einst von Rot-Grün festgelegte Atom-Ausstieg galt nicht mehr.
Doch nun gibt es in Japan diesen Vorfall, den Super-Gau. Und Fokushima verändert alles.

Huch, unsere Akws könnten eventuell doch unsicher sein! Jetzt fällt’s unseren Politikern auch wieder ein, und so lassen sie mal ganz fix die sieben ältesten Atommeiler in Deutschland abschalten. Man weiß ja nie, ne? In den nächsten drei Monaten sollen alle Akws überprüft werden, so lange ist die Verlängerung der Betriebsgenehmigung ausgesetzt. Welche der sieben abgeschalteten Meiler für immer ruhen, müssen wir auch erst mal abwarten.

Ein Freund von mir wohnt in Neulußheim in der Nähe von Heidelberg. Nur wenige Kilometer davon entfernt liegt Philippsburg. Das Atomkraftwerk Philippsburg I gehört zu denen, die vorerst ausbgeschaltet werden.
Wenn ich dort bin, sehe ich immer die Hinweisschilder zum Akw Philippsburg. Bislang habe ich mir nicht so wirklich darüber Gedanken gemacht. Den Menschen vor Ort scheint es ähnlich zu gehen. In einem Artikel der “Rhein-Neckar-Zeitung” äußern sich die Philippsburger sehr gelassen über ihre Situation. In Europa könne so was schließlich nicht passieren. Das aber dachte man in Japan auch immer.
Das ZDF berichtete am Dienstag unterdessen von Störfällen, die sich im vergangenen Jahr in Philippsburg ereignet haben. Es scheint also alles möglich zu sein.

Bald sind in mehreren Bundesländern Landtagswahlen. Spannend ist, wie sich die Japan-Katastrophe auf sie auswirkt – und ob die Politiker nach der Wahl immer noch der Meinung sind, dass unsere Akws eventuell doch nicht so sicher sind…

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Zeitungen gibt’s, die gibt’s gar nicht

Dienstag, den 4. Mai 2010
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Wenn ich in Deutschland unterwegs bin, will ich natürlich immer auch wissen, was denn die Zeitungskollegen so alles fabrizieren. Deshalb kaufe ich mir immer die Tageszeitung, die an dem jeweiligen Ort zu haben ist. Bin ich auf Rügen kaufe ich mir die Ostsee-Zeitung. Bin ich in München habe ich meist die Abendzeitung oder den Münchner Merkur.

In Neulußheim in der Nähe von Mannheim gibt es die Hockenheimer Tageszeitung. Das Besondere: Eigentlich gibt es das Blatt nicht mehr. Bloß noch den Titelschriftzug auf Seite 1. Denn die Hockenheimer Tageszeitung ist in Wirklichkeit die Schwetzinger Zeitung. Beide liegen auch in den Geschäften nebeneinander. Und beide sind komplett identisch. Erst kommt der Mantelteil, dann der Lokalteil aus Schwetzingen, dann der aus Hockenheim.
Wer weiß, vielleicht waren das früher mal unterschiedliche Zeitungen. Und ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, da lag in der Hockenheimer Tageszeitung auch zuerst der Hockenheimer Lokalteil, dann der Schwetzinger. Und in der Schwetzinger Zeitung war es andersrum. Selbst diese Mühe macht sich heute niemand mehr, was den einzigen Vorteil hat, dass die Zeitung durchgängige Seitenzahlen hat.
E-Mails schicken die Leser ausschließlich an die Schwetzinger Zeitung, digital existiert das Hockenheim-Pendent schon gar nicht mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Verlag abwartet, bis sich die Leute dran gewöhnt haben, um dann den Titel “Hockenheimer Tageszeitung” komplett sterben lässt.

Auf meiner Reise gen Norden stoppte ich an der A7 in Hessen. Dort kaufte ich mir die Fritzlar-Homberger Allgemeine. Nun gut, ein nicht sehr eingängiger Titel. Dabei handelt es sich um eines der Lokalblätter der Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA) aus Kassel. Das Konzept ist einfach: Lokales steht vorn, der Rest kommt danach. Macht der Oranienburger Generalanzeiger, der auch aus der Ippen-Gruppe Verlag kommt, auch so.
Die HNA startete gerade ein neues, spannendes Projekt: HNAwatch. Auf dem Blog wird Kritik an der Zeitung geübt. Leser können sagen, was ihnen gefallen hat und was nicht. Aber vor allem: Die Blattkritik der Redaktion bleibt nicht mehr intern, sondern wird veröffentlicht und kann wiederum kommentiert werden. Eine tolle, wenn auch mutige Sache. Redakteure sind ja durchaus empfindlich, was Kritik angeht – und da kann ich mich nicht immer ausschließen. Vorbild ist der BILDblog, mit dem Unterschied, dass dort andere über BILD und Co. schreiben.
Und es geht zur Sache bei HNAwatch. So wird ein Pizzatest scharf kritisiert, der Chefredakteur muss Stellung beziehen.
Da könnte man sich ein Beispiel dran nehmen. Auch wenn es manchmal wehtut.

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Mein BMW und ich (3): Das Vorführdebakel

Mittwoch, den 1. Juli 2009
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(2) -> 9.6.2009

Ich sag’s mal so: Mein Auto fährt. Und es hat mich auch weitgehend problemlos von Oranienburg nach München, nach Starnberg, nach Neulußheim und zurück nach Oranienburg gefahren, etwa 1800 Kilometer.

Vor der großen München-Fahrt stand eine kleine Werkstattbesichtigung auf dem Programm. Und da haben wir offensichtlich einen neuen Freund gefunden. In Oranienburg gibt es eine Werkstatt, die ein ehemaliger BMW-Angestellter leitet. Er ist also Experte. Und vielleicht wird er mir mein Wägelchen auf Vordermann bringen.
Bevor es nach München ging besah sich der Werkstattmann das Lampenspektakel (siehe Status-Info und beruhigte mich, dass erst mal alles nicht so dramatisch sei, als dass ich nicht losfahren könne.
Tatsächlich meldete sich die Motorlampe erst zurück, als ich nach ein paar Tagen in München mein Auto wider aus der Tiefgarage holte.

Am Sonntag dann die kleine Vorführung. Auf der Fahrt von Neulußheim nach Schwetzingen präsentierte ich Marcel und seiner Freundin mein Auto.
Ein Debakel und der typische Vorführeffekt, mal abgesehen von den Lampen, die ja keine Neuigkeit mehr waren. Am Ortsausgang von Neulußheim soff mir fast der Motor ab, weil er kein gas mehr bekam, obwohl ich Gas gab. Schien aber nur ein kurzer Schock gewesen zu sein. Und dann löste sich auch der der obere Teil des Schaltknüppels. Er liegt nun quasi nur noch auf dem Schalthebel drauf. Tja, und dann wurde noch bemäkelt, dass das Auto noch einen Kassettenspieler hat. Das stimmt, aber der Umbau erfolgt demnächst – dann habe ich auch wieder CD.

Am Donnerstag wird mein Auto noch einmal in die Werkstatt gebracht. Dann wird die Pumpe für die Scheibenwaschanlage gewechselt, und vielleicht gehen wir dann ja auch dem Motorleuchtengeheimnis auf die Spur.

Ach ja: Ich fahre das Auto gern. Trotzdem. Aber wie öde wäre es denn, wenn alles in Ordnung wäre.

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Ein schneller Blick, und alles ist sauber

Dienstag, den 30. Juni 2009
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Sind das schon Auswirkungen des Konjunkturprogrammes gegen die Wirtschaftskrise? So viele Baustellen wie diesmal hatte ich jedenfalls noch nie auf der Fahrt von Neulußheim nach Oranienburg. Unfassbar viele Baustellen. Fahrbahnerneuerungen, Ausbesserungen – kilometerlang. Selbst in Neulußheim selbst sind bereits langwierige Bauarbeiten an einer der Hauptstraßen angekündigt. Allerdings: Gerade die Straßen in Baden-Württemberg haben es teilweise mehr als nötig. Wer beispielsweise am Ortsausgang von Schwetzingen auf die vierspurige Bundesstraße Richtung Mannheim fährt, rollt über brüchigen und löchtigen Fahrbahnbelag.

Kleines Reisepäuschen bei Burger King in Kirchheim in Hessen. Sauberkeit ist dort Trumpf, besonders in den Toilettenräumen – auch wenn König Kunde inzwischen selbst Hand anlegen muss.
Meist hängen in den Örtlichkeiten Schilder, bei denen in bestimmten Rhythmen notiert ist, wenn jemand die Sauberkeit kontrolliert hat. Soll heißen: Wann zum letzten Mal sauber gemacht wurde.
Bei Burger King in Kirchheim funktioniert das so: Eine Frau macht die Tür auf, dreht sich zur am Eingang hängenden Tafel, zückt den Stift und unterschreibt, dass alles sauber ist. Dann geht sie wieder. Erstaunlich, wie sie das in der guten halben Sekunde überprüft hat.

Im Übrigen fühle ich mich diskriminiert: Auf dem Rastplatz in Köckern (Sachsen-Anhalt) sind vor dem Eingang die Behinderten- und direkt daneben die Frauenparkplätze. Und die Männer dürfen latschen. Womit haben es die Frauen verdient, extra Parkplätze zu bekommen? Um ihre Stöckelschuhe zu schonen?
Okay, das war jetzt ein Klischee – aber fühlen sich Frauen nicht auch doof, gleich neben den Behinderten platziert zu werden?