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Klara Holm: Krähennest

Freitag, den 6. Januar 2017
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(1) -> 14.1.2015

Was für ein grausamer Fund! In einem alten Fischerboot nahe der Wittower Fähre auf der Insel Rügen wird der abgetrennte Kopf eines Mannes gefunden. Wo aber ist die Leiche?
Luka Kroczek und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Schwierig: Der Tote ist ein Angestellter von Lukas Freundin Teresa. Seine Chefin droht ihm nun, den Fall wegzunehmen.
Bald beginnen die Befragungen in Gingst, dort wo die Familie des Toten lebt. Handelt es sich um ein Familiendrama? Und was hat der geistig behinderte junge Mann von nebenan damit zu tun?
Aber auch Teresa entdeckt Ungereimtheiten in ihrer Firma und beginnt ebenfalls mit Ermittlungen.

Der Ausguck auf einem Schiff wird “Krähennest” genannt. Und im Grunde dort, bei dem Schiff mit dem abgetrennten Kopf, fängt auch alles an. Es ist Klara Holms zweiter Rügen-Krimi, der sich allerdings auch von der Insel wegbewegt. Der Showdown findet auf einem Firmengelände in einem Gewerbegebiet in Neuenkirchen bei Greifswald statt.
Sehr lange ist völlig unklar, wer oder was hinter diesem Mordfall steckt. Die Autorin erzählt sehr geschickt, lenkt auch mal ab – und ganz am Ende, bei der Auflösung, weiß man dann auch, auf welche falschen Fährten man als Leser geschickt worden ist.
Ganz so gut wie der erste Roman ist “Krähennest” aber leider nicht geworden, da er mittendrin ein wenig langatmig ist, bevor er dann aber – zum Glück – wieder Fahrt aufnimmt.

Klara Holm: Krähennest
ro ro ro, 349 Seiten
7/10

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Blumenkübel!!

Freitag, den 6. August 2010
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DO 05.08.2010 | twitter

Seltsam. Ein Berliner Kollege stellte am Nachmittag ständig Fotos von irgendwelchen Blumenkübeln in Berlin über twitter und facebook ins Netz. Immer diese Blumenkübel. Ihm war wohl ein bisschen langweilig? War ihm nicht. Denn Blumenkübel – jawohl, Blumenkübel!!! – waren am Donnerstag das Topthema in den sozialen Netzwerken im Internet.
Okay, es ist Sommer, und der Internetgemeinde ist langweilig.

In Neuenkirchen bei Münster ist ein Blumenkübel zerstört worden. Die Münstersche Zeitung berichtete gedruckt und im Internet über den Vorfall. Das übliche Nachrichtengeschehen in einer Lokalzeitung. Nichts besonderes.

Warum dieser Blumenkübel-Vorfall nun für den großen Hype sorgte, bleibt unklar. Aber es ist wohl das Wesens des Internets, dass irgendwann mehr und mehr Menschen in das Thema einsteigen.
Mein Kollege stellte in der Zwischenzeit den nächsten Blumenkübel ins Netz. Bei Twitter sorgten sie sich um den Neuenkirchner Kübel. Man war erschüttert. Forderte ein “ZDF spezial” und einen “Brennpunkt”. Die Redaktion von “Maybrit Illner” fragte auf der facebook-Seite die Zuschauer, ob sie vielleicht doch das falsche Thema gewählt hätten und sie doch lieber über die Blumenkübel-Krise diskutieren sollten.

Irgendwann wird so ein Thema, das eigentlich keins ist, zum Selbstläufer. Da wird geschnattert, getratscht, gelästert – wie die Menschen eben so sind. Jetzt eben auch bei twitter und facebook.
Und die Neuenkirchener Lokalredakteurin hatte am Donnerstag sicherlich einen nicht ganz alltäglichen Arbeitstag.