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Chronik Oberkrämer 2017

Freitag, den 29. Dezember 2017
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MAZ Oranienburg, 29.12.2017

Januar: Die „Vehlefanzer Amseln“ feiern ihr zehntes Jubiläum. Der Chor wurde 2007 gegründet. – Erste Pläne für die neuen Hortgebäude in Vehlefanz und Bötzow werden vorgestellt. Die Kosten betragen insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Der Hort in Vehlefanz sollte im Herbst fertig sein, nun aber erst 2018.

Trauer in Marwitz
Albrecht Seeburg ist am 27. Januar im Alter von 79 Jahren überraschend gestorben. Bis zuletzt war er Ortsvorsteher in Marwitz und Gemeindevertreter in Oberkrämer – er setzte sich für die Belange der Menschen ein.

Februar: 35 Leute kommen zum Seniorenfasching nach Eichstädt. Die Kaffeenachmittage, die jeden Monat im Gemeindehaus stattfinden, sind ein voller Erfolg.

Müllers Helfer
Nachdem auf dem Hof von Familie Müller in Schwante ein milder Volgelgrippe-Fall aufgetreten war, wurden dort rund 500 Tiere getötet. Die Trauer in der Familie war groß. Um so größer die Freude, als im Februar viele Helfer auf den Hof kamen, um aufzuräumen und für einen Neustart zu sorgen.

Thiede zeigt’s dem Minister
Albrecht Gerber, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, war im Februar zu Gast in der Tischlerei von Olaf Thiede in Bötzow. Er staunte: “Ein ganz großes Spektrum” habe er dort entdecken können.

Mehr Plätze in der Bötzower Kita
Der Anbau der Kita “Traumzauberbaum” in Bötzow ist Ende Februar eröffnet worden. Sie bietet nun Platz für 165 Kinder, das sind 40 mehr als vorher.

März: Die Kirche in Marwitz ist marode und muss saniert werden. Betroffen sind das Dach und das Gestein. Der neue Pfarrer Marcus Schütte beziffert die Kosten auf etwa 310 000 Euro. Er bittet bei der Gemeinde Oberkrämer um Hilfe. – Nach dem Tod von Albrecht Seeburg wird Thomas Nocke neuer Ortsvorsteher von Marwitz. – Auf dem Autohof Oberkrämer in Vehlefanz kommt es zu einem Zwischenfall: Es gibt Streit um die Plätze an den Spielautomaten. Ein Mann (28) kommt mit einem Beil und schlägt auf einen 35-Jährigen ein. – In Schwante schließen sich die Gastwirte vom Schloss, Forsthaus und Gartenhaus zusammen. Sie starken die Vermarktungskampagne „Schwante is(s)t gut“.

April: Eigentlich sollte am Gemeindezentrum in Bötzow eine Streetball-Anlage entstehen. Sie kommt nicht, weil der Ortsbeirat befürchtet, es könnte zu laut werden. – An der MAZ-Frühlingswanderung zur Mühle nach Vehlefanz nehmen 80 Leute teil und sehen Oberkrämer von einer anderen Seite. – Die Gemeindevertreter beschließen einen Nachtragshaushalt für 2017. Die Höhe der Investitionen steigt von 1,98 auf 6,5 Millionen Euro Euro. – Manfred Ende aus Bötzow veröffentlicht sein neues Buch „Als der Bleistift spöttisch die Miene verzog“. – Bernd Ostwald aus Schwante ist neuer Behindertenbeauftragter in Oberkrämer. – Unzählige Besucher kommen zum 15. Krämerwaldfest nach Wolfslake.

Mai: Der Bau des Radweges an der L 170 von Schwante nach Germendorf kommt noch vor 2030. Das geht aus einer neuen Bedarfsliste der Landesregierung hervor. Es herrscht Frust. – Es wird bekannt, dass der Lindenkrug in Schwante schließen muss. Ende September ist Schluss. – Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt holen von einem Grundstück in Eichstädt-Ausbau viele Enten, Hühner, Puten und mehr. Es besteht der Vorwurf der Tierquälerei, den der Besitzer bestreitet. – Das Unternehmen „Fi-sherman’s Partner zieht von Schwante in den Gewerbepark nach Vehlefanz und öffnet dort eine größere Filiale. – Der Oberkrämer-Abschnitt der Straße von Sommerswalde nach Hohenbruch wird saniert.

Marwitzer Partypeople
Die Beat-Fabrik in Marwitz feierte im Mai ihren 20. Geburtstag. Einmal im Monat wird dort eine Nacht lange gefeirt.

Juni: Vehlefanz hat eine zweite Mühlen-Attraktion. Dietmar Sturzbecher kümmert sich um die Bathe-Mühle an der Lindenallee. – Für das Gemeindezentrum in Schwante werden nach dem Auszug der Tourismusinfo neue Nutzer gesucht. – 170 Gäste kommen zur Feier der Brandenburgischen Seniorenwoche in die Marwitzer Turnhalle. – Die Jugendkoordinatorin Marlies Arian geht in den Ruhestand. Silvia Hinze ist ihre Nachfolgerin. – Der Jahrhundertregen sorgt insbesondere in Vehlefanz, Bärenklau und Schwante für viele Einsätze. – David Ostwald ist neuer Gemeindebrandmeister.

140 Jahre Plentz
Das Erdbeerfest im Juni auf dem Dorfanger in Schwante nutzte Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz für eine besondere Feier. Die Bäckerei ist 1877 gegründet worden, nun stand das 140. Jubiläum auf dem Programm.

Touristischer Mittelpunkt
Die Mühle in Vehlefanz entwickelt sich weiter zum touristischen Mittelpunkt in Oberkrämer. Im Juni ist dort die neue Tourismusinfo eröffnet worden. Dazu ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt neben der Mühle umgebaut worden.

Juli: Die Dorfkirche in Marwitz ist 250 Jahre alt. Das Kirchweihjubiläum wird mit einem Gemeindefest gefeiert. – Es gibt Dauerregen in Oberkrämer. Erneut hat die Feuerwehr diverse Hochwassereinsätze. – Die Senioren aus dem altersgerechten Wohnheim in Vehlefanz unternehmen mit dem Erlebnisshuttle aus Paaren eine Sommertour durch Vehlefanz und Schwante. – Das Sommerlager der Freikirche muss umziehen. Das Gelände am Mühlensee in Vehlefanz ist zu schlammig. Kurzfristig muss das Lager eine Wiese weiterziehen – eine logistische Herausforderung. Am Ende läuft alles reibungslos.

Land unter am Hörstegraben
Viel zu sehen vom Hörstegraben ist nicht mehr. Ende Juni gab es den Jahrhundertregen. Im Juli folgte ein zweiter Mega-Regenguss, gefolgt von mehrtägigem Dauerregen. Der Hörstegraben in Schwante, in dem viele Kanäle aus Oberkrämer zusammenlaufen und nach Kremmen weiterfließen, konnte die Wassermassen im Laufe des Sommers nicht mehr aufnehmen. Die Wiese nebenan war mehr als einen halben Meter überflutet. Im Spätherbst bot sich an der Stelle noch einmal ein ähnliches Bild. Ein Problem auch für die Anwohner des Grabens.

August: Das Hochwasser nach den Regenfällen am Elsgraben in Bärenklau läuft nur langsam ab. Die Anwohner bitten um Hilfe. – In Vehlefanz startet eine Verfolgungsjagd. Ein Autofahrer ignoriert eine Polizeikontrolle. Die Jagd endet an einem Straßenbaum in Sommerswalde. – Die Gemeindevertreter lehnen die Pläne zur Erweiterung des Geländes der Firma in Winzler in Bötzow-West ab. – Lisa Andreß (22) ist Erntekönigin in Bärenklau. – Ein Hannoveraner-Wallach in Bötzow muss in Quarantäne. Das Pferd ist an Druse erkrankt.

September: Die Kita „Krämer Kids“ wird gesperrt – wegen aggressiven Schimmelbefalls. Die Kinder müssen ausweichen in die Kita Bötzow und ins „Haus der Generationen“. – Die Marwitzer Straße in Bötzow wird ausgebaut – breiter und sicherer soll sie werden. – In Schwante stürzt ein Bauarbeiter aus großer Höhe ab und landet auf einer Zwischendecke. Er wird schwer verletzt. – Bei der Bundestagswahl liegt in Oberkrämer die CDU (32,8 Prozent) vor der SPD (23,0) und der AfD (18,2).

Endlich fertig!
Die Kirche in Vehlefanz wurden sieben Jahre lang saniert. Dach, Fassade, Innenraum. Im September feierte die Gemeinde die Wiedereinweihung.

Oktober: Der Seniorenbeirat Oberkrämer feiert das 20. Jubiläum. Viele Ziele seien geschafft, so die Vorsitzende Erika Kaatsch. – Die Schlossherren in Schwante wollen wieder mehr auf die Dorfbewohner zugehen. Geplant sind diverse Abendveranstaltungen und Feste. – Der Heimatverein Vehlefanz feiert das 25. Jubiläum. Weil im „Haus der Generationen“ aber die Kita untergebracht ist, wird die Feier auf 2018 verschoben. – Der Bolzplatz in Bötzow wird eröffnet. Kosten: etwa 114 000 Euro. – An der Kirche in Vehlefanz wird ein Luther-Baum gepflanzt. – Der Jugendclub zieht vorübergehend in die Feuerwehr, der Platz im „Haus der Generationen“ wird von der Kita gebraucht.

Xavier ließ die Bäume fallen
Große Schäden richtete Anfang Oktober das Orkantief Xavier in Oberkrämer an. Allein auf der L17 zwischen Schwante und Groß-Ziethen fielen 21 dicke Alleebäume samt Wurzeln um und richteten dadurch auch Schäden an der Straße an. Schlimm sah es auch am Wendemarker Weg in Bärenklau aus. Blockiert waren auch die Straßen zwischen Germendorf, Sommerswalde und Schwante sowie zwischen Eichstädt und Marwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten langen an.

November: Bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge in Bärenklau kommen 2375,50 Euro zusammen. – An der A 10 in Oberkrämer werden Bäume gefällt. Kahlschlag. Bitter ist das für die Autobahn-Anwohner in Neu-Vehlefanz. Sie sind dem Krach nun komplett ausgesetzt. – Die Senioren-Weihnachtsfeier wird zur logistischen Hausforderung. Weil 240 Leute kommen, ist die Marwitzer Halle zu klein. Es wird in der Oberkrämerhalle in Eichstädt gefeiert.

Dezember: Die Gaststätte „Zur Waage“ schließt. – Die Bärenklauer Sicherheitspartner werden vom Landespräventionsrat ausgezeichnet. Preisgeld: 1000 Euro. – Der Heimatverein Bärenklau veranstaltet auf dem Remontehof erstmals einen Adventsmarkt. – Das Auto von Thomas Nocke, dem Marwitzer Ortsvorsteher, brennt ab. Es ist wohl Brandstiftung – und das dritte Mal, dass es in Zusammenhang mit Nocke einen Zwischenfall gibt.

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“Jetzt ist es richtig laut!”

Freitag, den 10. November 2017
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Fred Hoffmann lebt in Neu-Vehlefanz direkt an der Autobahn und muss nun noch mehr Lärm ertragen

MAZ Oberhavel, 10.11.2017

Neu-Vehlefanz.
Mit der Fällung von Bäumen und der Rodung von Büschen an der Autobahn im Bereich Oberkrämer, geraten plötzlich auch Häuser ins Blickfeld, die vorher versteckt hinter dem Grün lagen. „Jetzt ist es richtig laut!“, sagt Fred Hoffmann. Er lebt mit seiner Frau in einem der dortigen Häuser in Neu-Vehlefanz. Die Familie baute ihr Eigenheim 1949, da war an eine Autobahn an dieser Stelle noch nicht zu denken.
Die Bäume und Büsche direkt an der Fahrbahn boten den letzten Lärmschutz. Vor dem Ausbau des nördlichen Berliner Rings auf drei Fahrspuren finden nun aber ein Kahlschlag statt – auch vor dem Grundstück der Hoffmanns. „Jetzt geht es in die zweite Woche“, so Fred Hoffmann, der in Wolfslake eine Autowerkstatt betreibt, am Donnerstag. „Jetzt ist alles kahl.“ Eine Info, dass nun gebaut wird, bekam die Familie nicht. Der Frust ist groß. „Da wird gebaut, ohne die Anlieger zu informieren.“

„Wir haben gefühlt zu 80 Prozent Westwind“, sagt der Neu-Vehlefanzer. Und bei Westwind brüllt die Autobahn so richtig laut. „Speziell nachts bei Vollmond, wenn die Luft richtig klar ist.“ Immer am Morgen zwischen 5.30 und 5.45 Uhr frühstücken die Hoffmanns. Das Küchenfenster geht zur Autobahn raus. „Da hat man das Gefühl, die Laster kommen in unsere Hauseinfahrt rein.“ Denn nicht nur der Lärmschutz fehlt nun, sondern auch die Sichtbarrikade. „Wir sehen jetzt die Scheinwerfer der Lkw, wenn sie ihre Dachflutlichtanlage einschalten.“
Nachts ab etwa 23 Uhr wird es auf der A 10 ein wenig ruhiger. „Wenn der Lkw-Verkehr abflaut und die Verkehrsdichte abnimmt, dann geht es. Aber ab 3.30 Uhr oder 4 Uhr in der Früh, da geht es wieder richtig zur Sache. Da wissen wir dann auch, dass wir bald aufstehen müssen.“ Am Wochenende versuchen Hoffmanns den Lärm auszublenden. Immerhin haben sie im Schlafzimmer in moderne Schallschutzfenster investiert. „Die anderen waren sowieso alt und nicht mehr dicht.“ Die Fenster haben sie selbst bezahlt, obwohl sie der Überzeugung sind, dass der Bund sie hätte mitfinanzieren müssen. „Das war eine Investition in unsere Gesundheit“, so Hoffmann. „Wir müssen nun damit erst mal leben“, sagt er über die aktuelle Lärmsituation. „Hier soll ja dann eine Lärmschutzwand gebaut werden.“ Ob die was bringt, ist aber noch offen. „Die Wolfslaker sind ja auch eher enttäuscht, da hat die Lärmschutzwand auch nichts gebracht“, sagt Fred Hoffmann.
„Wir sind der Autobahn jetzt schutzlos ausgeliefert.“ Hoffmanns warten nun auf neuen Lärmschutz – und darauf, dass sie in Zukunft mehr Infos zu den geplanten Bauarbeiten erhalten.

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Ein permanentes Brummen und Heulen

Donnerstag, den 16. Juni 2016
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Ein Leben mit dem Lärm – Familie Hoffmann wohnt in Neu-Vehlefanz nur wenige Meter direkt neben der Autobahn

MAZ Oberhavel, 16.6.2016

Neu-Vehlefanz.
Eine Idylle! Und eine Ruhe! Also, früher jedenfalls. Als Familie Hoffmann 1949 ihr Haus am Ortsrand von Neu-Vehlefanz baute, da war an eine Autobahn noch gar nicht zu denken. Das änderte sich Anfang der 70er-Jahre. „Da wurde die Autobahn nach Hamburg gebaut“, erinnert sich Fred Hoffmann. „Bis dahin war das ein ruhiges Fleckchen Erde.“ Der Vater kam eines Tages mit der Nachricht nach Hause, dass nur knapp 100 Meter entfernt die Autobahn gebaut wird. „Gefragt hat uns damals keiner.“
Immerhin konnte Fred Hoffmanns Vater verhindern, dass direkt vor ihrer Haustür eine Brücke gebaut worden ist. Sie entstand stattdessen weiter westlich, kurz vor Wolfslake. „Seitdem leben wir in einer Sackgasse“, sagt der Neu-Vehlefanzer, der seit dieser Zeit in einer Enklave seines Dorfes lebt. Ansonsten wäre, zusätzlich zur Autobahn, auch der gesamte Verkehr von Vehlefanz nach Perwenitz an ihnen vorbeigerauscht.

Das Brummen und Heulen der Autos und Lkw gehört für die Familie, die in Wolfslake eine Autowerkstatt betreibt, zum Alltag. „Mittlerweile rauscht das konstant.“ Erst seit einigen Jahren sei es schlimmer geworden. „Wenn mal gar kein Auto kommt oder Stau ist, dann werden wir nachts wach.“ Oder der Karfreitag-Stau: „Wenn ganz Berlin ausrückt, sitzen die Leute mit dem Hintern auf der Leitplanke – und es ist ganz ruhig.“ Stille ist etwas Besonderes, wenn man an der Autobahn wohnt. Immerhin gibt es schalldichte Fenster. Und das nicht mehr genutzte Gewächshaus, das aber immer noch als Schallschutz genutzt wird.

Der Lärm ist jedoch nicht das alleinige Problem. Fred Hoffmann erzählt: „Wenn ich sonntags nach dem Tatort auf den Hof gehe und das Sonntagsfahrverbot für die Laster zu Ende ist, werden wir daran erinnert wo wir wohnen.“ Dann, wenn die Lkw in Kolonnen auf der A 10 unterwegs sind, wabern die Dieseldämpfe in den Garten. „Fast wie in einer Werkstatt. Zu Ostzeiten ist mir das nie aufgefallen, da gab es aber ganz andere Gerüche, aber nicht in dieser Masse.“

Wer an der Autobahn lebt, bekommt hin und wieder auch schlimme Unfälle mit, die sich in das Gedächtnis einbrennen: „Einmal ist ein Taxi unter einen Lkw geraten, direkt gegenüber von uns. Das Auto fing Feuer, und wir haben den Fahrer schreien hören. Er ist lebendig verbrannt. Das vergisst du nicht. Denn das Schlimme ist: Letztlich kann man von hier aus nichts machen.“
Noch zu DDR-Zeiten gab es einen Wildschweinunfall. Der Trabifahrer bat bei Hoffmanns um Hilfe. „Aber das Auto war hin, und dem Wildschwein konnte man nicht mehr helfen.“

Wenn die Autobahn ausgebaut wird, rückt die Trasse weitere 27 Meter näher an das Grundstück heran. „Für den direkten Nachbarn ist das sicher ein Problem, für uns nicht so“, sagt Fred Hoffmann. „Obwohl: Eigentlich kann es ja nur lauter werden.“ Die Hoffnung, dass es irgendwann mal ruhiger wird, haben die Neu-Vehlefanzer längst aufgegeben. Anfangs konnten sie einfach direkt von der Autobahn in ihre kleine Straße abbiegen. Heute undenkbar.
Eine Befürchtung gibt es: Wird die Trasse auf sechs Spuren erweitert, könnten auch Sträucher und Bäume weichen – wieder ein Stück Schallschutz weniger. Immerhin gibt es Hoffnung auf eine Lärmschutzwand. Es sind vor allem Besucher, die immer wieder fragen, wie man denn mit der lauten Autobahn klarkäme. „Welche Autobahn?, fragen wir dann“, sagt Fred Hoffmann.

*

Besuch von der Stasi
Mitte der 70er-Jahre bekam Familie Hoffmann Besuch. Weil sie so dicht an der damals neu gebauten Transitautobahn in Richtung Hamburg wohnte, hatte plötzlich auch das Ministerium für Staatssicherheit Interesse angemeldet.
Aus dem Schlafzimmerfenster hatte die Familie damals noch einen sehr guten Blick auf die Autobahn. Den wollte sich die Stasi mit Feldstechern zunutze machen, um den Verkehr beobachten zu können.
Die Familie lehnte ab, aber die Stasi ließ zunächst nicht locker. Der Ortspolizist (Abschnittsbevollmächtigte, ABV) kam auch noch vorbei, um Hoffmanns zur Mitarbeit zu überreden. „Aber ich hole mir doch keine fremden Menschen ins Haus!“, so Fred Hoffmann.
Es gab wohl sogar eine Beschwerde bei der damaligen Bürgermeisterin Reni Hoppe. „Aber auch sie hat das abgeblockt“, so Fred Hoffmann. Danach hat sich die Stasi nicht mehr gemeldet.

RTZapper

Brandenburg aktuell: Landschleicher – Neu-Vehlefanz

Montag, den 16. November 2015
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SO 15.11.2015 | 19.30 Uhr | rbb

Die Aktion ging ordentlich nach hinten los. Der “Landschleicher” des rbb war diesmal im kleinen Neu-Vehlefanz. Neben den Einfamilienhäusern gibt es in dem Dorf genau ein Thema, das die rbb-Leute interessiert hat. In dem Ort ist einst die Brandenburg-Hymne “Märkische Heide” entstanden, Gustav Büchsenschütz hat das Lied dort geschrieben.

Da wäre es ja ein netter Gag gewesen, wenn sich ein paar Neu-Vehlefanzer gefunden hätten, dieses Lied mal gemeinsam zu schmettern.
Blöderweise kennt aber niemand den Text, und niemand hatte ihn dabei. So blieb also nur das ratlose Schulterzucken von Ortsvorsteher Peter Gerlach und einigen Anwohnern. Und das entsprechende Denkmal, bei dem eine Schraube am Schild fehlt.

Man könnte sagen: Das hätte besser laufen können, denn irgendwie ein bisschen peinlich war es schon für den Ort, dieser Beitrag in “Brandenburg aktuell” am Sonntag. Aber Übung macht ja den Meister!

RTelenovela

Festliche Waldidylle

Sonntag, den 26. April 2015
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Das erlebt Neu-Vehlefanz vermutlich nicht so oft: Ein Auto fährt hunderte Meter rückwärts, und erst im Dorf bietet sich eine Wendemöglichkeit. Kein Wunder: Zwischen Neu-Vehlefanz und Wolfslake war die schmale Straße stellenweise auf beiden Seiten zugeparkt. Gegenverkehr? Unmöglich!

Die Menschen strömten in den Wald, um in der Idylle das Krämerwaldfest zu feiern. Wer vom Auto auf das Festgelände läuft, konnte tatsächlich auch noch mal die Ruhe genießen und die Vögel zwitschern hören.
Das Fest in Wolfslake ist ein Besonderes: Mitten im Wald gelegen, können die Leute entspannt spazieren gehen, es gibt keine Autos, keine Abgase.
Die Kinder können klettern oder an den Waldfestspielen teilnehmen, während sich Papi ein Bier gönnt und Mami nach Schmuck Ausschau hält. Auf der Bühne singt ein Chor, ein Falkner erklärt seinen Umgang mit Tieren.

Dazu eine Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und zum Nachtisch Erdbeeren mit Vanilleeis. Bei 23 Grad und Sonne. Was will man mehr?

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Auf der Suche nach dem schönsten Baum

Montag, den 22. Dezember 2014
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Auf dem Krämerwaldhof in Neu-Vehlefanz haben sich hunderte Besucher ihre Tanne fürs Weihnachtsfest selbst geschlagen

MAZ Oranienburg, 22.12.2014

NEU-VEHLEFANZ
Stürmisch, regnerisch und ein bisschen Schneematsch. So richtig weihnachtlich stimmt einen das Wetter noch nicht ein. Dennoch kommt das Fest mit großen Schritten. Am Wochenende herrscht deshalb auch noch mal Ansturm auf dem Krämerwaldhof in Neu-Vehlefanz. Etwa 6000 Bäume standen zu Beginn der Saison auf dem Hof. Besucher konnten sie in den vergangenen Wochen selbst schlagen. Am Sonnabend nutzen viele Familien die Gelegenheit.

„Wir schlagen unseren Baum schon jahrelang selbst“, sagt Gerd Lüdtke aus Hennigsdorf, der mit seinem Sohn Arne nach Neu-Vehlefanz gekommen ist. „Hier sind wir schon das zweite Mal.“ Eine gute halbe Stunde haben sie gebraucht, auf dem Feld den richtigen Weihnachtsbaum zu finden. „Einigermaßen füllig muss der Baum sein“, so Gerd Lüdtke.

Sibylle Rudolph hat da schon ein etwas anderes Konzept: „Ich finde es einfach schön, einen Mitleidsbaum zu haben“, sagt die Berlinerin, die mit ihrem Mann Frank und ihrer Tochter auf den Krämerwaldhof gekommen ist. So ein Baum müsse nicht immer toll aussehen. Wichtig sei, dass er rundum grün sei und keine Lücken habe. Bei Rudolphs steht der Baum auf einem Tisch, deshalb muss er auch nicht groß sein. „Wir haben diesmal nur fünf Minuten gebraucht, bis wir gefunden haben, was uns gefällt“, erzählt sie und zeigt stolz auf ihren Baum, den ihr Mann gerade den Sandweg entlangzieht. Gerade haben sie das Teil abgesägt. „Die Säge haben wir von zu Hause mitgebracht.“ Bis zum 6. Januar steht der Baum in der Wohnung, erst dann kommt er weg. „Bis dahin bekommt er auch ein bisschen Wasser, dass er nicht nadelt.“

Diesen Rat gibt auch Günter Köhler. Der Gartenbauer ist der Chef auf dem Neu-Vehlefanzer Krämerwaldhof. Seit 1997 betreibt er die Plantage. Wie er sagt, bestehe das Problem, dass die Weihnachtsbäume in den warmen Wohnungen vertrocknen, eher bei denen, die sie nicht frisch schlagen. Ansonsten krümeln Fichten zuerst. „Wir haben bei uns Kiefern, Rotfichten, serbische Fichten, Blautannen, Douglasien, Coloradotannen und Nordmanntannen“, zählt er auf. Letztere ist bei den Deutschen am beliebtesten.

Gerade setzt der kleine Lilian die Säge an einem der vielen Bäume an. Eigentlich ist er dafür noch zu klein, aber Papa Benjamin hilft ihm dabei und übernimmt schließlich ganz. „Wir haben eine halbe Stunde gesucht“, erzählt Marika Hahn. Sie ist mit ihrer Familie aus Berlin-Reinickendorf nach Neu-Vehlefanz gekommen. Sie hat vorher im Internet recherchiert, wo Bäume selbst geschlagen werden können. „Wir haben uns jetzt fast jeden angesehen“, sagt sie. Bis kurz nach Silvester bleibt der Baum in der Wohnung, dann kommt er raus. Auch bei Familie Hahn bekommt er ein bisschen Wasser, damit er nicht nadelt. Alle zusammen schleppen sie den abgesägten Baum über den Hof, um ihn sich in ein Netz einpacken zu lassen. Zwischen 15 und 35 Euro haben die Bäume in Neu-Vehlefanz in der Regel in diesem Jahr gekostet. Verschiedenfarbige Schilder machten die unterschiedlichen Kategorien deutlich. Einige, besonders groß gewachsene, sind allerdings extra gekennzeichnet und noch ein bisschen teurer. Nur durch diese Schildchen gekennzeichnete Bäume dürfen abgesägt werden.

Was aber passiert mit den vielen Baumstümpfen, die die Besucher in den vergangenen Wochen hinterlassen haben? Günter Köhler kennt die Antwort: „Mit einem Forstarbeiter gehe ich rum, dann werden die Stümpfe mit der Motorsäge weggeschnitten.“ Fünf Jahre dauert es, bis der Stumpf verfault ist. Und irgendwann steht dort an dieser Stelle vielleicht ein neuer Baum.

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Neu-Vehlefanzer wollen nicht länger benachteiligt sein

Dienstag, den 18. März 2014
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Wählergemeinschaft: Enttäuschung über die geschlossene Kita ist immer noch groß

MAZ Oranienburg, 18.3.2014

NEU-VEHLEFANZ
Die Neu-Vehlefanzer machen jetzt ihr eigenes Ding. Ortsvorsteher Peter Gerlach, Karlheinz Döpke und Monique Hartmann haben die Wählergemeinschaft Neu-Vehlefanz gegründet. Mit ihr wollen sie bei der Kommunalwahl im Mai an den Start gehen. Die Enttäuschung über die etablierten Parteien in Oberkrämer hat sie zu diesem Schritt gebracht.

Wie schon berichtet, ist Peter Gerlach kein Mitglied der „Bürger für Oberkrämer“ (BfO) mehr. Karlheinz Döpke war zwar kein SPD-Mitglied, trat aber 2008 für die Sozialdemokraten zur Kommunalwahl an. Auch das ist nun Vergangenheit. „In den Parteien ist nicht mehr viel zu holen“, sagte der 62-jährige Karlheinz Döpke gestern in einem Pressegespräch. Die Enttäuschung, dass im Jahre 2012 in Kita in Klein-Ziethen geschlossen worden ist, sitzt immer noch tief. „Uns ist damit der letzte gesellschaftliche Treffpunkt im Dorf weggenommen worden“, so Döpke. Ortsvorsteher Peter Gerlach stimmt ihm zu. Ihn ärgert aber auch, dass sich die Mehrheit der Mitglieder des Gemeinderates in Oberkrämer gegen den Ortszbeirat und die Leute in Neu-Vehlefanz gestemmt hatten. Das sei nicht demokratisch, findet Gerlach. Die Auslastung der Kita sei gut gewesen. „Es hieß immer: Die Kita bleibt.“ Dann jedoch sei anders entschieden worden. „Und das Gebäude steht immer noch leer.“ Gerlach und seine Mitstreiter könnten sich vorstellen, dass sich in Zukunft wenigstens eine Tagesmutter um Kinder aus Neu-Vehlefanz kümmert. Allein Wolfslake hat momentan acht Kinder.
Das Kita-Aus hat zum Bruch zwischen Peter Gerlach und der BfO geführt. „Das hat viel kaputtgemacht“, sagte er gestern. Das Vertrauen sei nicht mehr da gewesen. „Es gab keine Bereitschaft für einen Kompromiss“, erinnert sich Gerlach.

Bislang hat der kleinste Ortsteil in der Gemeinde Oberkrämer keine Stimme im Gemeinderat. Auch das soll sich ändern. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft treten zwar alle für den Ortsbeirat an, jedoch nicht für den Gemeinderat. Das will Frank Christoph (SPD) übernehmen. Der 52-Jährige stellt sich der Wahl und wird von der Wählergemeinschaft unterstützt. „Unsere Ziele für den Ortsteil sind ja dieselben“, sagt Frank Christoph, und die anderen stimmen ihm zu.

Die Neu-Vehlefanzer fühlen sich in Oberkrämer ein wenig im Stich gelassen. „Wir werden kaum wahrgenommen“, sagt Frank Christoph. Es gebe Probleme im Ort, die ungenügend thematisiert würden. So fehle ein Gehweg entlang der Perwenitzer Chaussee von Wolfslake nach Vehlefanz. „Besonders die Brücke über der Autobahn ist gefährlich, gerade für Kinder“, sagt Ortsvorsteher Peter Gerlach. Ebenso die S-Kurve in der Chaussee kurz vor Vehlefanz.
Die Wählergemeinschaft will sich auch für den Wohnungsbau und Ausbau einsetzen. „Mieter kommunaler Wohnungen beschweren sich über Schimmel“, sagt Karlheinz Döpke. Die Neu-Vehlefanzer fordern eine fachgerechte Sanierung. Außerdem wollen sie einen besseren Winterdienst zwischen Neu-Vehlefanz und Eichstädt.

Auch zwischenmenschlich soll sich wieder mehr tun. Möglich seien ein Dorffest und ein kleiner Weihnachtsmarkt. „Es gibt junge Leute, die nachfragen und sich einbringen wollen“, so Peter Gerlach. Monique Hartmann kündigte an, dass es demnächst eine eigene Internetseite geben soll – ein Forum für Neu-Vehlefanz.