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Last Night of the Proms 2018

Montag, den 10. September 2018
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SA 08.09.2018 | 22.00 Uhr | NDR

Manchmal ist der Weg zwischen London und Hamburg scheinbar unüberbrückbar.
Gerade sang der Chor “God save the Queen”, die britische Nationalhymne, da froren plötzlich Bild und Ton ein, und eine Störungstafel wurde eingeblendet. Vermutlich hat der NDR am Sonnabendabend schon mal hautnah demonstriert, wie sich der Brexit anfühlt, in dem einfach mal jemand den Stecker gezogen hat.

Bei der Live-Übertragung der “Last Night of the Proms 2018” hatte der NDR wenig Glück. Schon die Umschaltung von Hannover nach London hatte am Anfang nicht funktioniert, zwischendurch gab es immer wieder Ausfälle. Und dann, ausgerechnet bei der Hymne, der Totalausfall.
Natürlich – ein Schelm, der Böses dabei denkt.

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Echt was los in Hartenholm – Otto rockt Werner

Montag, den 3. September 2018
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SA 01.09.2018 | 22.45 Uhr | NDR

Hobbys muss der Mann haben. Autos zum Beispiel. Sie müssen laut sein. So richtig röhren. Und vielleicht auch stinken. Und schnell sein. Wenn es um Autorennen geht – und dann noch mit Spezialtourenwagen, die extra für solche Rennen zusammengezimmert werden –, dann schlagen die Männerherzen so richtig hoch.

Der NDR berichtete am späten Sonnabendabend vom Werner-Rennen in Hartenholm. 1988 war es, als Brösel, alias Rötger Feldmann, und sein Kumpel Holgi eine Wette eingingen. Eigentlich war es die Live-Umsetzung eines Werner-Comics mit einem Autorennen. Was vorher keiner ahnte: zu diesem Event kamen 200.000 Menschen.
30 Jahre danach wieder: Brösel gegen Holgi. Und während 1988 Brösel verlor, konnte er diesmal den Sieg nach Hause tragen.

Und immer wieder die Männer mit dem Leuchten in den Augen. Immer wenn ein Auto vorbeiröhrte, rastete NDR-Moderator Hinnerk Baumgarten quasi aus, und er wirkte, als wenn er gleich Yippieh-schreiend wegrennen möchte. Oder wenn sie am Rennauto standen, und die Mechaniker erklärten, wie sie das Teil aufgemotzt haben. Da verwandelte sich der NDR kurzzeitig in den Männersender DMAX.

Zu guter Letzt rockte dann auch noch Otto Waalkes die Rennarena. Mit seinen 70 Jahren schafft es Otto immer noch, die Leute zu begeistern. Alle singen mit, und auch hier: Alle haben leuchtende Augen.
Was für ein Männerevent!

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Reinhold Beckmann trifft … Jan Fedder

Donnerstag, den 26. Juli 2018
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MO 23.07.2018 | 23.00 Uhr | NDR

Mensch, dieser Jan Fedder. Was wäre Deutschland eigentlich ohne seinen letzten Volksschauspieler? Jan Feder ist nämlich Volksschauspieler, weil er immer auf Augenhöhe mit seinen Fans ist. Und das mache schließlich einen Volksschauspieler aus. Und deshalb redet er auch so gerne darüber, dass er der letzte Volksschauspieler sei. Bislang sei er umsonst auf der Suche nach seinem Nachfolger gewesen. Aber klar, das ist ja auch schwer. Wer will diesen Jan Fedder eigentlich toppen?

Am Montagabend war Jan Fedder zu Gast in der NDR-Talkshow “Reinhold Beckmann trifft…”, überraschenderweise moderiert von Reinhold Beckmann. Dort erzählte er davon, dass er zum wiederholten Male dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Stichwort: Krebs. Man kann sagen: Jan Fedder ist ein starker Mann.

Aber betont eigentlich ein Volksschauspieler immer wieder penetrant, dass er ein Volksschauspieler sei? Wie geil er doch ist? Dass sich Regisseure gern nach ihm zu richten haben? Ist man da wirklich auf Augenhöhe mit den Leuten? Haben wir je eine Heidi Kabel oder eine Inge Meysel darüber reden hören?
Volksschauspieler Jan Fedder spielt meistens den Volksschauspieler Jan Fedder. In seinen Rollen ist er meistens selbst zu erkennen und dann erst die Rolle, die er spiele, und das sei immer sehr schwierig umzusetzen, sagt der Volksschauspieler. Die anderen können das einfach nicht. Bewerben auf den Titel “Germanys Next Volksschauspieler” werden aber gern entgegengenommen. Oder vielleicht bald auf ProSieben? Oder wenigstens auf Sat.1 Gold?

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Der deutsche Michel

Dienstag, den 5. Juni 2018
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FR 01.06.2018 | 0.10 Uhr (Sa.) | NDR

Das Gesabbel bei “Inas Nacht” hat inzwischen ein großes Publikum. Dabei hat alles mal freitags um Mitternacht im NDR angefangen. Zu einer Zeit, wo die in die Jahre gekommenen NDR-Zuseher nach den Talkshows ins Bett flüchten.
Aber noch immer laufen auf dem Sendeplatz interessante Shows – wenn man auch nicht unbedingt durchsieht, nach welchem Schema zum Beispiel “Der deutsche Michel” kommt. Alle paar Wochen jedenfalls.

Michel Abdollahi begrüßt auf St. Pauli immer einen prominenten Gast zu einem bestimmten Thema. Dazu gibt es mehr oder weniger lustige Einspieler, und der Moderator gibt seinen Senf dazu ab. Diesmal ging es um den Sex, und diesmal war Barbara Schöneberger zu Gast.
Barbara Schöneberger ist grundsätzlich immer ein wahnsinnig guter und extrem unterhaltsamer Gast. Momentan allerdings tingelt sie auch und vor allem aus PR-Gründen durch diverse Shows. Sie hat ein neues Album rausgegeben.
So tauchte sie damit und mit Sonmgs daraus auch in verschiedenen NDR-Sendungen auf. Bei der Grand-Prix-Party auf der Reeperbahn sagte sie sich sogar unangenehmerweise selber an, um dann zu sigen.

Hat das beim NDR jemandem nicht gefallen?
Neulich war Barbara Schöneberger zu Gast bei “Inas Nacht”. Dort sang sie ebenfalls. Allerdings wurde dieser Song in der ARD-Mediathek-Fassung rausgeschnitten. Auf Youtube ist der Auftritt zu sehen – allerdings nicht auf der ARD-Seite.
Nun war sie also auch beim “deutschen Michel”, und auch dort stellte sie einen Song aus ihrem Album vor. Und schon wieder: In der ARD-Mediathek hat man das rausgeschnitten.
Fehlende Rechte? Aber wenn, warum lässt man sie dort auftreten, wenn man nicht will, dass es auch in der Internetversion zu sehen sein kann. Oder hat der NDR die Songs aus anderen Gründen weggelassen?

Eine Antwort darauf gibt es bislang nicht. Auf Twitter schrieb die ARD-Pressestelle, man wolle mal nachfragen. Das Fragen dauert wohl länger.

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Tatort: Weil sie böse sind

Donnerstag, den 3. Mai 2018
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DI 01.05.2018 | 21.45 Uhr | hr fernsehen

Wieder mal große Aufregung um die ach so einfallslose öffentlich-rechtliche ARD: Am Maifeiertag liefen in den verschiedenen Dritten Programme gleich acht “Tatort”-Filme, davon fünf mehr oder weniger parallel – im hr fernsehen, im WDR, im NDR, im BR-Fernsehen und im rbb. Au weia.
In den Internetforen tönte es wieder: Und dafür zahlen wir Gebühren! Die Anti-Gebühren-Trolle hatten mal wieder Schnappatmung.

Dabei sollte die Frage lauten: na und?
Im Grunde ist der “Tatort” doch bloß eine Marke, hinter der sich die verschiedensten Serien befinden. Der WDR zeigte einen Fall aus Köln, der hr mit “Weil sie böse sind” einen aus Frankfurt/Main, der rbb einen aus Berlin, der NDR einen aus Münster, der BR einen aus München (aus den 70ern!).
Was also ist so aufregend und dramatisch schlimm daran, wenn auf verschiedenen Sendern diese Krimis laufen, meistens sogar regional passend im regionalen Dritten?

Würden die Dritten stattdessen an einem Abend, wo im ZDF die quotenstarke Champions League mit dem FC Bayern München übertragen wird, aufwendige eigene und erstausgestrahlte Shows senden, wäre das auch nicht recht. Mal wird gemeckert, wenn die Sender klotzen, mal wird gemeckert, wenn die Sender sparen. Die Hater wissen irgendwie auch nicht, was sie denn eigentlich wollen.
Die Parallelausstrahlung von mehreren sehr unterschiedlichen “Tatort”-Reihen sollte nichts sein, was uns aufregt. Da gibt es bei ARD und Co. ganz andere Baustellen!

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Der große Paola und Kurt Felix Abend

Montag, den 2. April 2018
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SA 31.03.2018 | 22.15 Uhr | NDR

Es gibt Partys, für die braucht man keine Anlässe. So scheint das auch für den “Großen Paola und Kurt Felix Abend” zu gelten, der am Sonnabend gemeinsam von NDR und SWR veranstaltet worden ist. Man setzt sich einfach mal wieder zusammen hin und schwelgt in den alten Zeiten.

Wieder wurden die alten Sketche aus den 80ern gezeigt, als “Verstehen Sie Spaß?” seine goldenen Zeiten erlebte. Wieder hat Paola Felix erzählt, wie das damals alles so war. Wieder haben Stars erzählt, wie das damals so war.
Das kann man so machen, und ehrlich gesagt, sehe ich mir das auch immer wieder gern an. Hätte aber genauso gut auch eine Wiederholung seine können.
Und, lieber NDR und SWR, wenn ihr so etwas schon sendet und diese Show in diversen Sendungen ankündigt – warum läuft sie dann spät um 22.15 Uhr? Nach einem Best of einer Kai-Pflaume-Show? Und wieso lief sie gleichzeitig in beiden Sendern? Wäre doch eine dolle Idee gewesen: der NDR zeigt sie 20.15 Uhr und der SWR um 22.15 Uhr. Wäre ja auch alles viel zu einfach…

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7 Tage … unter radikalen Christen

Samstag, den 24. März 2018
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MI 21.03.2018 | 23.50 Uhr | NDR

“Vergib’s, Herr, wo wir zugelassen haben, dass die ganze Perversion in unser Land kommt, Herr. Und ich danke dir, dass jeder Dreck hinaus gefegt wird aus diesem Lande. Jede Perversion, die herein gekommen ist. (…) Ich bitte dich so, dass du die Gesetze änderst, Herr.”

Dies ist ein Gebet, das eine Frau in einer freikirchlichen Gemeinde bei Stuttgart an Gott richtet.
Ein Gebet, das nachdenklich macht. Weil es so voller Hass ist. Voller Frust, voller Furcht. Und weil ein Bild Gottes vermittelt, das ebenfalls von einem seltsamen Hass ausgeht. Davon, andere auszugrenzen, runterzumachen.

Im NDR lief am späten Mittwochabend ein Beitrag in der Reihe “7 Tage…”. Ein Reporter war zu Gast unter radikalen Christen. Erstaunlich offen gaben sie Einblicke, die man nicht oft bekommt.

Diese Christen beten dafür, dass Gott andere Gesetze schafft, dass Angela Merkel zur Vernunft findet. Die Trennung von Kirche und Staat finden sie nicht sinnvoll, sagen sie. Sex vor der Ehe und Homosexualität lehnen sie ab. Sie sagen nicht, dass sie solche Leute rausschmeißen würden – aber schwuler Sex sei Sünde, sagt eine der Frauen, die in der Gemeinde das Sagen hat. Und für diese Sünde müsse sich der Betroffene vor Gott verantworten. Frage des Reporters: Hat Gott nicht auch die Homosexuellen geschaffen? Antwort: Nein.

Es ist ein Gottesbild, das ich nicht teilen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott so denkt und handelt. Dass dieser Gott so engstirnig ist. ich glaube ja, dass ein Gott uns alle beobachtet und selbst mit dem Kopf schüttelt, was die Menschen für einen Mist bauen. Sie sprechen zu ihm, er spricht zu ihnen – wie auch immer. Aber greift er auch ein? Beeinflusst er? Bestraft er Sünden? Oder ist er einfach nur da, ohne zu bestrafen?

Es ist ein merkwürdiges Gottesverständnis, wenn man andere Menschen als Dreck bezeichnet. Wenn man von Perversionen spricht und damit alles Fremde von vornherein ablehnt. Will Gott so was?
Diese radikalen Christen haben, so finde ich, entweder einen anderen Gott oder sie haben irgendwas falsch verstanden – oder sie hören nicht, wenn ihnen ihr Gott ordentlich den Marsch bläst.