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ARD-Infonacht

Donnerstag, den 4. März 2021
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MI 03.03.2021 | 22.05 Uhr | NDR Info

Angela Merkel, Markus Söder und Michael Müller haben diesmal besonders lange auf sich warten lassen. Die Pressekonferenz nach der Beratung zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidentinnen und -präsidenten zur Coronalage begann erst nach 23.30 Uhr.
Im Fernsehen übertrugen einige Sender live, darunter das ZDF, RTL, phoenix, tagesschau24, ntv und Welt.
Aber wie ist das eigentlich, wenn man gerade im Auto unterwegs ist oder schon mit eingeschaltetem Radio im Bett liegt? Bekommt man die PK da auch mit?

Nach 22 Uhr ist bei der ARD schon die Infonacht auf Sendung. Sie wird produziert von NDR Info und wird von diversen anderen ARD-Radios in ganz Deutschland übernommen.
Da wäre es doch einfach gewesen, dort auch die Pressekonferenz live zu übertragen. Allerdings hätte das Nachrichtenradio da aus dem üblichen Schema ausbrechen müssen. Und das wäre für NDR Info vermutlich ein bisschen zu viel Info gewesen. Und so lief anstatt einer Live-Übertragung der PK das normale Programm. Was für einen Nachrichtenradiosender ziemlich peinlich ist. Warum sollen die Radiohörer nur die Korrespondenten-Häppchen bekommen, und wieso soll die PK nur im Fernsehen laufen?
Selbst beim Sender Dokumente & Debatten vom Deutschlandfunk – wo sonst zum Beispiel auch stundenlang die Bundestagsdebatten übertragen werden – lief das normale Programm.

In Sachen Live-Übertragung von politisch bedeutsamen Ereignissen scheint man beim ARD-Radio scheinbar noch dazulernen zu müssen.

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Das war 2020!

Donnerstag, den 31. Dezember 2020
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Weißt du noch, damals? Als Shows in großen Hallen mit tausenden Menschen aufgezeichnet worden sind? Als in der “heute show” noch Menschen im Studio saßen und gelacht und geklatscht haben? Das war alles davor. Vor Corona.
Kein anderes Thema hat die Menschheit und somit auch das Mediengeschehen 2020 so beeinflusst wie das Coronavirus.

Okay, davor gab es noch die Umweltsau. Corona war noch weit weg. 2020 begann mit einem Skandal, der noch von 2019 ins neue Jahr rüberschwappte. Der WDR-Kinderchor und die Oma, die alte Umweltsau. Satire und so. Die führte jedoch zu einem heftigen Streit. Einerseits der Shitstorm, angeführt von rechten Kreisen. Andererseits beim WDR selbst. Dass sich Intendant Tom Buhrow für eine Satire entschuldigte, anstatt sich näher damit zu befassen oder sich vor seine Leute zu stellen, kam nicht gut an.
Apropos Shitstorm: Der rollt auch 2020 wieder zigfach durchs Land. Weil das RTL-Dschungelcamp in Australien live auf Sendung ging, obwohl es im Land riesige Waldbrände gab, sorgte bei denen, die sich schnell empören, für Empörung. Dass die Brände so weit weg waren, dass es für die Show nicht relevant war – egal. RTL rief stattdessen in den Sendungen zu Spenden auf. Ach, und wer hat eigentlich gewonnen? Kann das mal jemand googlen?
Empörung herrschte auch über den vom mdr übertragenen Semperopernball. Zuvor vergaben die Ausrichter des Balls den St.-Georg-Orden an Abd el Fatah al-Sisi, dem Präsidenten von Ägypten. Menschenrechtsverletzungen stehen bei ihm auf der Tagesordnung, und wie es zur Preisvergabe kam, ist unklar. Es heißt, man wollte einen Ball-Ableger in Ägypten etablieren. Die Wellen schlugen hoch, als Moderatorin Judith Rakers beschloss, die Moderation abzugeben. Mareile Höppner wollte einspringen, wurde aber vom Shitstorm weggefegt – am Ende moderierte Roland Kaiser allein, nicht ohne heftige Kritik zu üben.

Corona trat spätestens am 28. Januar in das Leben der Deutschen. Der erste Fall im Land. In einem “Tagesthemen extra” auf Youtube ist diese Meldung verbreitet worden. Und dann ging alles ganz schnell.
Die Fallzahlen stiegen, Mitte März gab es Einschränkungen und schließlich den ersten Lockdown. Fernsehshows mussten auf Publikum verzichten. Weil Kinos und Theater schließen mussten, zeigte der rbb diverse Aufführungen wie “Carmen”. Musiker gaben Online-Konzerte, viele Theater zeigten Stücke oder Ausschnitte davon live bei Facebook oder Youtube. Die Fußball-Bundesliga pausierte zwei Monate lang, stattdessen liefen am Sonnabend alte Länderspiele. Der Charité-Virologe Christian Drosten stieg zum Star auf, NDR Info bat ihn regelmäßig zum Coronavirus-Update, und Hunderttausende lauschten den Ausführungen. Mangels bewegter Bilder zeigte tagesschau24 den Podcast mit einem Standbild. Die Tagesschau selbst hatte plötzlich jeden Tag fast 20 Millionen Zuschauer. Alle wollten wissen, was los ist in diesem Land. Angela Merkel spricht zu den Deutschen: “Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.” Die Ansprache sehen auf verschiedenen Sendern gut 25 Millionen Menschen.

Medien im Ausnahmezustand. Und Fernsehsender, die plötzlich spontan umplanen müssen oder in Windeseile neue Formate schaffen. Bei RTL gehen Pocher, Jauch und Gottschalk zur Primetime live per Schaltkonferenz mit der “Quarantäne-WG” auf Sendung. Leider irgendwie ohne Konzept, und nach drei Sendungen ist Schluss. Auf Sat.1 bekommt Luke Mockridge eine einstündige Show, bei VOX sendet Mark Forster aus seinem Studio und holt sich übers Netz Gäste zu sich. Matze Knop witzelt jeden Tag bei Sky Sport News. Alles sehr kurzlebig. Nur Sebastian Puffpaff ist mit seiner täglichen Coronasendung bei 3sat langlebig. Es gibt Comedy-Konferenzen mit langweiligen oder gelangweilten Komikern, die zu Hause in die Kamera starren. “NDR Talk Show” und Co. wandeln sich ebenfalls zu Konferenzschaltungen – und alle zeigen, wie mies das Internet in Deutschland ist.
Kreativ wird Sido. Er meldet sich freitags zwölf Stunden lang live aus einem Berliner Loft – “Zuhause mit Sido” läuft elfmal auf Youtube. Später meldet er sich mit Knossi und weiteren Freunden live auf Twitch aus dem mehrtägigen Angelcamp. Jan Böhmermann und Olli Schulz senden mit ihrem Spotify-Podcast “Fest & flauschig” im Frühjahr fünfmal pro Woche und sorgen für Zerstreuung im Homeoffice. Klaas Heufer-Umlauf sorgt in “Late Night Berlin” für rührende Augenblicke, als er Supermarkt-Angestellten was Gutes tut und im Innenhof eines Altersheims ein Konzert veranstaltet.
Unterdessen gibt es in den Nachrichten jeden Tag die neuen Coronazahlen – und es gibt die, die alles anzweifeln. Lügenpresse. Mainstreammedien. Und andere Kampfbegriffe.
Ein Verlierer sind die Kinos. Diverse Filme verlieren ihren Leinwandauftritt – “Berlin Berlin” läuft nur auf Netflix, “Mulan” für viel Geld nur auf Disney+, auch auf Amazon Prime Video gibt es Filme zu sehen, die 2020 eigentlich hätten im Kino laufen sollen.

Und sonst? Fußball-EM: ausgefallen. Olympia? Ausgefallen. Viele, viele Events sind: ausgefallen. Es ist ein tristes, trauriges, ruhiges Jahr. Als die Bundesliga wieder läuft, ist es immer noch ruhig – in die Stadien darf weiter kein Publikum. Geisterspiele werden zur Normalität.
Auch der Eurovision Song Contest in Rotterdam: ausgefallen. Aus Versicherungsgründen konnte es offenbar auch keinen Ersatz geben. Stattdessen machte jedes Land einirgendein eigenes Finale. Unser deutscher Teilnehmer Ben Dolic – im deutschen Finale in der Hamburger Elbphilharmonie im Ersten war zu erahnen: Wir wären nicht weit gekommen. Bitte nicht wiederwählen.
Der Junior Eurovision Song Contest 2020 in Warschau: zum Glück nicht ausgefallen. Und erstmals nahm Deutschland teil und wurde: Letzter. Glück auf!

Am besten haben es im ersten Lockdown wohl die Bewohner des “Big Brother”-Hauses auf Sat.1 gehabt. Im Februar ziehen sie ein. Als sie später erfahren, was draußen los ist, ist das eine Live-Sondersendung. Experten erklären den Bewohnern, die Pandemie, die draußen herrscht. Die Show geht es – im Gegensatz zu Kanada, wo “Big Brother” abgebrochen werden muss. Am Ende gewinnt übrigens… kann das bitte auch mal jemand googeln? War übrigens ein Flop – leider. Das Publikum will mehr Zoff, mehr Trash – da war “Big Brother” fast erfreulich normal.

Trash, Zoff – da ragen zwei Formate 2020 heraus. In “Promis unter Palmen” auf Sat.1 und im “Sommerhaus der Stars” bei RTL kommt es zu heftigsten Mobbing-Attacken, die beim Zuschauen weh tun und wütend machen – aber eben auch für Quoten sorgen. Der Streamingdienst TV Now und RTL fluten das Land mit Promi-Trash-Formaten – sinnlos, die hier alle aufzuzählen, so schnell, wie sie vergessen werden. In “Kampf der Realitystars” auf RTL zwei regt sich Jürgen Milski über ein Spiel auf, das unter seinem Niveau sei. Lustig. Vor ein paar Jahren hat er bei 9Live noch ganz niveauvoll Zuschauer verarscht. Aber echt.
Und wenn ein Trash-Format plötzlich nicht mehr so richtig trashig ist, ist’s auch falsch: “Schwiegertochter gesucht” kommt 2020 mit ziemlichen Normalos daher – und schon weht auch deshalb wieder ein Shitstörmchen.

Pech hat RTL auch mit “Deutschland sucht den Superstar”. Wobei: Was heißt Pech? RTL rannte mit offenen Augen ins PR-Desaster. Jurymitglied Xavier Naidoo macht mit Corona-Leugner-Videos und wirren Aussagen von sich Reden. Vor den Live-Shows im Frühjahr wird er gefeuert. Dieter Bohlen macht sich lächerlich, weil er stundenlang rumeiert, anstatt um zu erklären, was Sache ist. Für Naidoo kommt Florian Silbereisen in die Jury, und am Ende gewinnt der Schlager: Ramon Roselly kann sich in der Schlagerbranche schnell etablieren. Im Herbst kommt Michael Wendler ins Spiel. Als Jurymitglied soll er für Quote sorgen, aber auch er gleitet in die irre Welt der sogenannten Querdenker ab. Die Medien seien gelenkt, sagt er, auch RTL – und weiteren Stuss. RTL reagiert. Wendler ist raus. Blöd nur: Die Castings sind im Kasten. Im Januar 2021 ist Wendlerzeit bei RTL – bis zum Recall.
Aber warum eigentlich der Wendler? Es war nämlich auch das Jahr von Oliver Pocher. Auch er hatte Corona, und zu Hause begann er, Instagram und Co. zu durchforsten, um den dortigen Irrsinn freizulegen. Seine Videos finden riesigen Anklang, und dabei stößt er auch auf Wendler-Aktionen. Das schaukelt sich hoch bis zu einer gemeinsamen Battle-Show bei RTL. Wendler bekommt Dokusoaps und weitere Angebote. Bis zum Aus.
Und Pocher ist bei RTL omnipräsent. Moderationen, Auftritte und eine eigene Late Night mit Ehefrau Amira.

Wer immer noch fehlt in der Medienlandschaft: Stefan Raab. Vor fünf Jahren stand er das letzte Mal vor der Kamera. Jetzt produziert er nur noch Shows, sitzt in der Regie und frisst Chips. So wird das dem Zuschauer vor jeder seiner Sendungen mitgeteilt, als ob es ein Qualitätsmerkmal sei, dass Raab irgendwie anwesend ist. Doch es herrscht Götterdämmerung. Sein “Free European Song Contest” ist nett, wirkt aber altbacken, wie seine Shows vor zehn Jahren. “Fame Maker”, wo man die Sänger nicht hören kann, ist eine nette Idee, trägt aber nicht ewig. Und die Möchtegern-Late-Night “Täglich frisch geröstet” bei TV Now ist wohl die Enttäuschung des Jahres: nicht täglich, nicht frisch, nicht geröstet, eigentlich nicht mal eine Late Night.

Der Sender Tele 5 steht vor einer ungewissen Zukunft. 2020 erfolgte die Übernahme durch Discovery, die eigentlich durch Dokuformate bekannt sind. Senderchef Kai Blasberg nimmt den Hut.
2020 mussten wir aber noch weitere Abschiede nehmen. Jan Hofer verlässt nach mehr als 35 Jahren die Tagesschau. Die Moderatorin Sabine Sauer geht nach ebenso vielen Jahren in den Ruhestand, ebenso wie ZDF-Wettermann Gunther Tiersch. Hans-Ulrich Jörges verabschiedet sich vom “stern”. Mit Zee.One hat sich ein ganzer Sender verabschiedet – wobei ihn wohl kaum jemand vermissen wird. Und nach fast 35 Jahren endete die “Lindenstraße”. Mit Helga Beimers 80. Geburtstag mussten die Fans sich von der Dauerserie trennen. Das Fernsehballett wird aufgelöst. Die Formel 1 läuft letztmals bei RTL, wandert zu Sky. Eine Ära endete Ende Dezember bei radioeins: Nach 33 Jahren und 1627 Sendungen lief letztmals die Musiksendung “Roots”. Moderator Wolfgang Doebeling geht mit 70 Jahren in Rente.

Sie werden uns fehlen. Die Schauspieler Sean Connery, Michael Gwisdek, Claude Brasseur, Irm Hermann, Kirk Douglas, Renate Krößner, Otto Mellies, Burkhart Driest, Sonja Ziemann, Thilo Prückner, Michel Piccoli und Birol Ünel. Die Komiker Karl Dall, Herbert Feuerstein und Fips Asmussen. Die Comiczeichner Albert Uderzo und Uli Stein. Künstler Christo. Promifriseur Udo Walz. Die Musikschaffenden Gotthilf Fischer, Little Richard, Ennio Morricone, Werner Böhm (Gottlieb Wendehals), Kenny Rogers, Harry Jeske und Trini Lopez. Die Journalisten Gert Müller-Gerbes, Horst Schättle, Mathias Puddig, Hermann Schreiber, Ulrich Kienzle, Geri Nasarski, Sabine Zimmermann, Volker Panzer und Julitta Münch. “Bummi”-Gründerin Ursula Böhnke-Kuckhoff. Fußballer Diego Maradona. Die Politiker Norbert Blüm, Hans-Jochen Vogel, Thomas Oppermann, Wolfgang Clement, Ingrid Stahmer und Barbara Rütting. Die Unterhalter Roy Horn und Mike Shiva. Der Filmemacher Joseph Vilsmeier. Dramatiker Rolf Hochhuth. Der Autor Carlos Ruiz Zafón.

Immer noch da ist die AfD. Da wird von Ermächtigungsgesetzen gefaselt, es werden rechte Youtuber in den Reichstag eingeschleust, und die Querdenker-Bewegung findet man dort auch irgendwie sehr gut. Nicht gut findet die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Lieber setzt man auf sogenannte alternative Medien oder sorgt gleich selbst für den Content.
Dass die CDU in Sachsen-Anhalt vorsichtshalber nicht über die Erhöhung des Rundfunkbeitrages abstimmen lässt – im Fall dessen, dass die CDU selbst ablehnt, sitzt man in einem Boot mit der AfD und riskiert einen Koalitionsbruch -, und so die geplante Erhöhung vorerst kippt, gefällt der AfD.
Immerhin gibt es bei ARD und ZDF nicht Sendungen bei wie BILD, wo die Moderatoren aus Sponsoringgründen Milchflaschen ins Bild halten und schütteln müssen. “Reif ist Live” war mehr Milchreklame als Fußball-Analyse.

Überhaupt, die BILD. Nach dem Anschlag von Hanau geht “Bild live” auf Sendung, und es werden krude Theorien on Air geschickt. Fakten prüfen? Ach was. Wozu denn?
Nach einem Familiendrama in Solingen veröffentlicht die BILD einen Chat zwischen einem Jungen, dessen Mutter und Brüder tot sind, und dessen Freund. RTL zerrt den Freund vor die Kamera. Die Sensationsgeilheit kennt keine Grenzen. Die Öffentlich-Rechtlichen machen es nicht immer besser: Nach einem Anschlag im hessischen Volkmarsen wird auch in einer hr-Sondersendung rumorakelt.

Und sonst so? Die Ärzte rocken die Tagesthemen. Joko und Klaas müssen sich für Fake-Beiträge entschuldigen – sorgen aber auch für Begeisterung, als sie ihre 15-Minuten-Live-Sendung auf ProSieben für Hinweise auf Frauenrechte und Flüchtlinge nutzen. Die CSU kann ihren Parteitag nur virtuell abhalten. Mal was anderes live auf phoenix: Angelika Niebler hat echt wenige Bücher in ihrem Regal – hätte man sonst gar nicht erfahren. Rezo hat mal wieder zerstört: diesmal die Presse, vor allem die Lügen der Klatschpresse. Der rbb kuschelte im Sommerinterview mit dem Neonazi Andreas Kalbitz (Ex-AfD) an einem lauschigen See. Blöd: Die Recherchen aus dem eigenen Haus haben die Redaktion irgendwie nicht erreicht. Und dann war da noch der Bachelor bei RTL, der am Ende einfach gar keiner Frau eine Rose schenkte. Single zu sein ist doch auch was Schönes.

2021. Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund. Alles wird gut. Hoffentlich.

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Gruß an Bord

Samstag, den 26. Dezember 2020
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DO 24.12.2020 | 20.05 Uhr | NDR Info

Mats ist seit zwei Monaten auf dem Dreimaster “Thor Heyerdahl” unterwegs. Weihnachten ist er nicht zu Hause. Gerade ist er auf dem Weg von den Kanaren zu den Kapverden und Heiligabend irgendwo südlich der Kanaren.
Vielleicht hat die Crew an diesem Heiligabend die Möglichkeit, Radio zuhören, denn dort wird Mats gegrüßt. “Wir haben dich ganz doll lieb!”, ruft ihm seine Familie aus Innsbruck zu, und das ist einfach nur rührend.

“Gruß an Bord” lief am Heiligabend auf NDR Info. Wie in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten. Die Sendung gibt es bereits seit 1953, sie läuft immer nur Heiligabend. Gerichtet ist sie an die vielen Menschen, die Weihnachten auf hoher See auf den Schiffen unterwegs sind. Damit diese Leute auch erreicht werden können, mietet der NDR dafür sogar Kurzwellenfrequenzen an.
In diesem Jahr hat die Sendung noch mal eine ganz neue Bedeutung. Denn wegen der Pandemie gibt es Seeleute, die inzwischen seit Monaten auf ihren Schiffen festsitzen, die oftmals sogar schon das zweite Weihnachtsfest hintereinander nicht zu Hause sind. Da auf diese Weise einen Gruß aus der Heimat zu bekommen, ist eine schöne Sache, und genau das ist auch ein weiterer Aspekt, warum öffentlich-rechtliches Radio so wichtig sein kann.
Die weitesten Grüße gingen in diesem Jahr über etwa 18.300 Kilometer bis ins neuseeländische Christchurch zur Segeljacht “Su An”.

“Gruß an Bord” ist aber keine reine Grußsendung. Normalerweise wird die Sendung aus einer Hafenhalle gesendet, auch mit Live-Musik. Das war diesmal nicht möglich, und die Sendung kam aus dem Hamburger NDR-Studio.
Es ging aber auch um die Situation in den Häfen, um Seeleute, die lange unterwegs sind – mit Interviews und Reportagen.
Diese drei Stunden ließen die Menschen über das Radio tatsächlich mal zusamenrücken.

-> Die Sendung auf ndr.de (bis 24. Dezember 2021)

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Coronavirus-Update

Samstag, den 21. März 2020
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MI 18.03.2020 | 16.30 Uhr | tagesschau24

Auf tagesschau24 ist neuerdings am Nachmittag eine halbe Stunde lang ein Standbild zu sehen. Zu hören ist ein Interview. Eine halbe Stunde lang wird über den Coronavirus gesprochen, und eigentlich kann man auch die Augen zumachen, denn auf dem Bildschirm ist nur ein Foto von einem Mann zu sehen.
Denn genau genommen zeigt tagesschau24 da auch keine Fernsehsendung, sondern ein Radioprogramm: Das “Coronavirus-Update”.

Die Welt steckt in einer großen Krise. Und jede Krise hat ihre Helden. Es sind die, die den Laden momentan am Laufen halten.
Und dann gibt die, die uns die Krise erklären, die uns an die Hand nehmen und uns durch diesen Wahnsinn führen. Die sagen, was ist. Die sagen, warum etwas so ist. Und was wir zu tun und zu lassen haben.
Christian Drosten ist Professor für Virologie und Leiter des Fachbereichs an der Berliner Charité. Jeden Tag unterhält er sich mit einer Redakteurin von NDR Info über den aktuellen Stand der Krise, über Forschungsergebnisse, Verhaltensregeln und alles, was er aus medizinischer Sicht dazu sagen kann.

Er macht das kompetent, aber überhaupt nicht oberlehrerhaft. In einem lockeren Ton plaudert er mit seiner Gesprächspartnerin, und manchmal ist es, als ob er uns ein bisschen die Ängste und Sorgen nimmt. Entschlossen handeln, Dinge sein lassen, aber keine Angst haben, keine Panik bekommen. Er redet über Gefahren und Zukunftsperspektiven. Und er macht es in der Regel so, dass wir es verstehen.

Die Sendung gibt es montags bis freitags als Podcast auf NDR.de, in der ARD-Audiothek und neuerdings auch auf tagesschau24 mit einem Standbild visualisiert. Auch in der ARD-Mediathek ist das abrufbar.
Aber das wird sich ändern, denn der NDR bereitet inzwischen Fernsehfassungen vor. Das Interview wird zwar wohl auch weiterhin erstmal nicht bildtechnisch aufgezeichnet, aber der NDR reichert die Sendung mit Bildern und visuellen Darstellungen an.
Das “Coronavirus-Update” ist einer der wichtigen Lotsen in dieser merkwürdigen, nervös machenden Zeit.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 18. März 2021)

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Tagesschau auf NDR Info

Mittwoch, den 5. Juli 2017
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MO 03.07.2017 | 20.00 Uhr | NDR Info

Die “Tagesschau” läuft um 20 Uhr nicht nur im Ersten, in den meisten ARD-Dritten und bei den Spartensendern – sondern auch im Radio.

Montagabend, irgendwo auf der A2 in Niedersachsen. Auf NDR Info endet gerade der “Ohrenbär”, die Radiogeschichte für Kinder. Und weil man ja nicht zu Hause ist und die Nachrichten im Fernsehen anschauen kann, übernimmt eben das Radio diesen Übertragungsservice.
Zwar ist die “Tagesschau” natürlich in erster Linie eine Fernsehsendung, aber wie bei einem Hörspiel hat man natürlich Bilder im Kopf.

Am Montag ging es um das schreckliche Busunglück auf der A9, und man konnte sich glücklicherweise nicht wirklich vorstellen, wie das Grauen dort aussah. Die Bilder im Kopf waren sehr viel harmloser. Das macht das “Tagesschau”-Hören aber nicht schlechter.

Wenn man zu Hause ist, ist es natürlich eher albern, sich die “Tagesschau” im Radio anzuhören – aber wenn man auf der Autobahn unterwegs ist, ist es ein schöner Service.
Im Anschluss gibt es auf NDR Info weitere spannende Sendungen: das “Zeitzeichen”, in dem ein Gedenktag näher beleuchtet wird, danach das “Forum” mit längeren Dokus und Meinungsbeiträgen.
Radio abseits der langweiligen Dudelei. Da wird die Autobahnfahrt doch gleich viel kurzweiliger.

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Sport live – Fußball-EM-Qualifikation: Deutschland – Polen

Mittwoch, den 9. September 2015
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FR 04.09.2015 | 20.45 Uhr | mdr Info

Als am Freitagabend bei der Fußball-EM-Qualifikation das 2:0 für Deutschland fällt und Polen damit hinten liegt, überhole ich auf der Autobahn A2 gerade ein Auto aus Polen. Kurz überleg ich, zu hupen – aber ich lasse es dann doch.
Ich verfolge die Live-Übertragung im Radio, bei mdr Info. Immer wieder toll. Im Radio wirkt so ein Event ganz anders als im Fernsehen, wo das Ganze schon mal langweilig zu werden droht.

2:1! Wieder ein Tor, diesmal für Polen.
Und im Radio beginnt das Rauschen. Ich habe das Sendegebiet des mdr in Richtung Niedersachsen verlassen.
Blöde Sache: Der NDR hat das Spiel leider gar nicht live übertragen, zumindest nicht über Ukw. Auf der Mittelwelle ist der NDR auch nicht mehr vertreten.
NDR2 blendete sich nur ab und zu rein. Auf NDR Info musste ganz dringend ein Jazzkonzert übertragen werden. Und ich dachte, dass ein Sender wie NDR Info genau für solche Events da ist. Aber denkste. Der NDR, der mit NDR2 sowieso einen der lausigsten und flachsten Öffentlich-Rechtlichen Radiosender anbietet, enttäuscht auf ganzer Linie.

Es heißt, auf irgendeinem Digitalsender hat der NDR die Radioübertragung angeboten – auf NDR Info spezial. Das ist natürlich unsinnig, weil solche Events ja eher im Auto unterwegs gehört werden. Diesen Service, das dann auch auf der alten, alten Ultrakurzwelle anzubieten, hält aber der NDR nicht für nötig. Dann sollen sie es doch gleich ganz lassen. Traurig.
So konnte ich das Fußballspiel nicht zu Ende verfolgen – und bin auf eine CD ausgewichen. Auf die NDR2-Schnipsel zwischen gaaaanz viel belangloser Musik hatte ich dann auch keine Lust.

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Berichte von heute

Sonntag, den 14. Dezember 2014
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DI 09.12.2014 | 23.30 Uhr | NDR Info

Manchmal hat man es gar nicht so eilig auf der Autobahn. Neulich war ich spätabends unterwegs auf der A2, und ich hatte schon die landesgrenze von Niedersachen nach Sachsen-Anhalt passiert. Dennoch hoffte ich, dass ich den Radiosender NDR Info noch ein bisschen empfange. Es liefen nämlich die “Berichte von heute”.

Die Sendung dauert 30 Minuten und läuft von 23.30 Uhr bis Mitternacht auf NDR Info sowie auf WDR2 und WDR5 – und das bereits seit Anfang 1979. Und das seitdem immer mit der selben Titelmusik: “Wade in the water”, gespielt vom Ramsey Lewis Trio. Ein Radiodinosaurier, wenn auch vermutlich trotzdem nicht allzu bekannt. Dabei bietet das Format ähnlich der “Tagesthemen” noch mal kompakt in 30 Minuten, was der Tag geboten hat. Berichte aus Deutschland und aller Welt, dazu Sport und eventuell noch was Buntes.

Eigentlich schade, dass diese Sendung nicht ARD-weit, also bundesweit, ausgestrahlt wird, zum Beispiel innerhalb der “ARD-Infonacht”.

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